Ebola: Das Problem mit dem neuen Impfstoff

16. Mai 2018

Gegen Ebolafieber gibt es einen neuen Impfstoff, der bisher nicht zugelassen ist. Ab nächster Woche setzt ihn die WHO im Kampf gegen eine drohende Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo ein. Es gibt allerdings ein Problem: Der Impfstoff verträgt keine Hitze.

Die neuesten Fällen des Ebolafiebers in der Demokratischen Republik Kongo sind Anlass für die WHO, den neuen Impfstoff rVSV-Zebov einzusetzen, wie die New York Times und andere Medien berichten. Der bislang nicht zugelassene Impfstoff soll eine Epidemie verhindern. Die WHO berichtete schon früher über Erfolge bei Impfungen mit rVSV-ZEBOV gegen das Fieber.

Im Jahr 2015 konnte in einer großangelegten Studie mit 11.841 Probanden in Guinea gezeigt werden, dass der Impfstoff effektiven Schutz gegen das tödliche Virus bietet. Bei 5.837 geimpften Personen wurden zehn Tage oder mehr nach der Impfung keine Ebola-Fälle registriert, während bei nicht geimpften Probanden 23 Krankheitsfälle auftraten.

Die Impfung beinhaltet harmlose Vesicular-stomatitis-Viren, die gentechnisch so modifiziert wurden, dass sie ein Ebolavirus-spezifisches Oberflächen-Protein exprimieren. Seit Anfang April wurden 39 Fälle gemeldet, zwei haben sich kürzlich bestätigt. Am kommenden Montag könnte mit dem Impfen begonnen werden, gab der WHO-Generaldirektor gestern bekannt. Der Einsatz ist allerdings eine logistische Herausforderung. Denn der Impfstoff muss bei -60 bis -80 °C gelagert werden und das betroffene Gebiet ist außerdem schwer zugänglich.

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1 Kommentar:

Dr. Detlef Menges
Dr. Detlef Menges

Sicherlich ist die logistische Herausforderung hoch. Aber das Problem sind nicht die tiefen Temperaturen (Trockeneis kostet kein Vermögen) oder der Transport, sondern allein die Frage, wer das alles bezahlt!! Und hier müssen wir alle ran (die reichen Industriestaaten), und zwar jetzt sofort!!!

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