Diabetes: Denk doch mal einer an die Nieren

14. Mai 2018

Jeder vierte stationär aufgenommene Patient leidet an Diabetes, berichtet Dr. Fritsche von der Universität Tübingen. Seine Untersuchung zeigt außerdem: Das Risiko für eine zusätzlich auftretende Nierenerkrankung ist bei Diabetespatienten um das Doppelte erhöht.

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Allgemein

2 Kommentare:

Erich Dengler
Erich Dengler

Meinung eines informierten medizinischen Laien: Natürlich sind Nierenprobleme mit Diabetes eng verknüpft, spielt doch der Zucker im Blut in beiden Fällen die Hauptrolle. Die HbA1c-Messung misst die Menge des von AGEs (Advanced Glykation Endproducts) betroffenen Hämoglobins, die vermutlich auch mit der Anzahl betroffener Zellen am Endothel der Gefäße korreliert. Bei stark befallenen Zellen wird die Funktion der Glykokalyx (exakt nach Zelltyp strukturierte Zuckerseitenketten in der Zellmembrane) dieser Zellen außer Kraft gesetzt. Das bedeutet, das Immunsystem erkennt diese Zelle nicht mehr als körpereigen und eliminiert sie. Entstehende Löcher müssen geschlossen werden, vermutlich auch mit Cholesterin. So entsteht Arteriosklerose/Atherosklerose – auch am Herzen.
Falls die Information stimmt, dass diese unstrukturierten Zuckerverbindungen hauptsächlich mit Fruktose- und Galaktose-Molekülen und weniger mit Glukose entstehen, ist auch die Aussagekraft der HbA1c-Messung in Frage zu stellen.
Leider verweigert die medizinische Funktionärschaft (Lipid-Liga und dergleichen) jegliche Diskussion darüber.

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Ich bezweifele die Existenz der diabetischen Nephropathie. Zumindest können die oft geringen histologischen Veränderungen die manchmal sehr schwere Niereninsuffizienz nicht erklären. Außerdem handelt es sich bei einer kleinen GFR meistens nicht um eine relevante Nierenkrankheit, sondern nur um eine Niereninsuffizienz. Das sind die Extrarenalsyndrome, also die Niereninsuffizienz als direkte Folge eines reduzierten Herzzeitvolumens (Kardiorenalsyndrom, Pulmorenalsyndrom, Hepatorenalsyndrom). HZV und GFR sind immer proportional.

Außerdem handelt es sich vermutlich nicht um eine Zunahme um das Doppelte, sondern nur um eine Zunahme auf das Doppelte. Viele Ärzte beachten fahrlässig diesen kleinen Unterschied nicht. Eine Steigerung von 1 um 2 auf 3 ist eine Zunahme des Einfachen um das Doppelte auf das Dreifache.

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