Schwangerschaftsabbrüche: Eine Ursachenforschung

4. Mai 2018

Im letzten Jahr ist die Zahl an Abtreibungen angestiegen. Experten diskutieren, ob sich dahinter ein langfristiger Trend verbirgt. Sie suchen die Schuld bei verantwortungslosen Frauen und bei unfähigen Apothekern. Besser wäre, über Kontrazeptiva als Kassenleistung nachzudenken.

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Der Grund: Im Jahr 2017 wurden 101.200 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

96 Prozent aller Abbrüche erfolgten der Beratungsregelung entsprechend innerhalb der ersten 12 Wochen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren mit insgesamt 4 Prozent eher selten. Gynäkologen, Statistiker und Politiker nehmen diese Zahlen zum Anlass, einmal mehr über Ursachen von Abtreibungen generell zu debattieren.

Wissenschaftlich unredlich

„Es wäre wissenschaftlich unredlich, aus einer so kleinen Schwankung innerhalb eines so kurzen Zeitraums einen Trend abzuleiten und von einer Zunahme zu sprechen“, kommentiert Prof. Dr. Ulrike Busch von der Hochschule Merseburg bei spiegel.de. „Man muss unbedingt größere Zeiträume von etwa fünf bis zehn Jahren betrachten.“ Trägt man die Messwerte quartalsweise auf, zeigen sich starke Ausreißer nach oben und unten.

 

Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland

Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland pro Quartal © Statista, Screenshot: DocCheck

 

Im internationalen Vergleich ist die Zahl an Abtreibungen vergleichsweise niedrig. Gemessen an Regionen mit ähnlicher politischer und medizinischer Struktur befindet sich Deutschland unter den Ländern mit den wenigsten Schwangerschaftsabbrüchen. Je 1.000 Frauen wird die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche mit 6 pro Jahr angegeben. In der untenstehenden Grafik ist ein Auszug der EU-Staaten dargestellt (Deutschland wurde in der Abbildung leider nicht berücksichtigt).

Schwangerschaftsabbrüche im weltweiten Vergleich

Schwangerschaftsabbrüche im weltweiten Vergleich. Ergänzung: Deutschland liegt bei 6,0 Patientinnen pro 1.000 Frauen. © guttmacher.org

„Rechte der Frauen nicht einschränken“

Trotzdem wird das Thema heiß diskutiert. DocCheck hat deshalb ambulant bzw. stationär tätige Ärzte sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) um Expertenkommentare zur Statistik gebeten – und nur Absagen erhalten. Eine Gynäkologin aus der Nähe von München, die selbst Schwangerschaftsabbrüche durchführt, will sich zumindest anonym äußern. Sie berichtet von „stetigen Schwankungen ohne erkennbaren Trend“. Allerdings behandelt sie zusammen mit Kollegen nicht ausreichend viele Patienten, um statistisch fundierte Aussagen zu treffen.

„Ich befürchte, hier versuchen radikale Abtreibungsgegner, Frauenrechte aufgrund von Zahlen zu beschneiden“, so die Gynäkologin weiter. Außerdem spricht sie von einer „undurchsichtigen Position des Berufsverbands der Frauenärzte“. Durch dessen Äußerungen habe die „leidige Diskussion“ erst begonnen. „Mir ist nicht klar, ob es dem BVF eher um Patientinnen oder um wirtschaftliche Interessen von Gynäkologen geht“, sagt sie.

Beraten Apotheker schlecht?

Zum Hintergrund: Seit Wochen lanciert der BVF Meldungen in Zusammenhang mit Abtreibung und Verhütung. BVF-Chef Dr. Christian Albring erklärt steigende Zahlen bei Schwangerschaftsabbrüchen unter anderem mit Schwächen bei der apothekerlichen Beratung zur „Pille danach“. Präparate mit den Wirkstoffen Levonorgestrel oder Ulipristalacetat wurden aus der Rezeptpflicht und damit aus der Hand von Gynäkologen entlassen. „Wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass die Apotheker durch ihre eigene Standesorganisation ungenügend auf diese anspruchsvolle Beratung vorbereitet wurden und das zu einer Zunahme unerwünschter Schwangerschaften führen könnte“, so Albring. Sein Ansatz ist, dass Apotheker bei der Notfallkontrazeption schlechter als Gynäkologen beraten. Fehler führen zu ungewollten Schwangerschaften und ziehen Abbrüche nach sich. Seine These kann er nicht beweisen, wirbt aber offensiv für Notfallkontrazeptiva auf Kassenrezept inklusive gynäkologischer Beratung.

Pharmazeuten hören das nicht gerne. Die Bundesapothekerkammer hat Handlungsempfehlungen für die rezeptfreie Abgabe von Notfallkontrazeptiva bereitgestellt und aktualisiert ihre Unterlagen regelmäßig. „Die Behauptung, dass Apotheker nicht zuverlässig zur Pille danach beraten würden, entbehrt jeder Grundlage“, kommentierte eine Sprecherin.

Wird zu viel über mögliche Nebenwirkungen geredet?

Außerdem vermutet Albring einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg von Schwangerschaftsabbrüchen und dem Zurückgang beim Verkauf hormoneller Verhütungsmittel mit besonderer Hinsicht auf die Antibabypille. Ein Beispiel: Felicitas R. hatte eine Lungenembolie erlitten. Sie hält Zusammenhänge mit ihrer Antibabypille für möglich und klagte deshalb gegen Bayer.

Laut BVF hätten derartige Prozesse dazu geführt, dass der Verkauf hormoneller Verhütungsmittel seitdem um über 4 Prozent pro Jahr zurückgegangen ist. „Selbst, wenn 2 Prozent davon dem demographischen Wandel geschuldet sind, ist zu fragen, wie die Frauen, die keine hormonelle Antikonzeption mehr verwenden, heute ungewünschte Schwangerschaften verhindern“, ergänzt Albring. Er befürchtet, Frauen würden unsichere Alternativen bevorzugen und ungewollt schwanger werden. Als sichere Alternative nennt er die Kupferspirale. Einige Paare greifen auch auf die natürliche Familienplanung (NFP) zurück, diese berge Albring zufolge aber Risiken und sei relativ zeitaufwendig.

Valide Quellen oder schlüssige Beweise für seine Thesen, wie es von einem Forscher eigentlich zu erwarten wäre, legt Albring nicht vor. Sollten die Zahlen stimmen, bleibt es epidemiologisch betrachtet immer noch bei einer Assoziation, aus der man so keine Kausalität ableiten kann. Wird Frauen die Kompetenz, sich selbst zu informieren, abgesprochen? Das vermutet zumindest die von DocCheck befragte Gynäkologin aus der Nähe von München. Auch aus dem Kollegenkreis habe sie nichts über einen signifikanten Trend weg von der „Pille“ gehört.

Eine mögliche Lösung: Verhütung for free

Doch selbst wenn der Abwärtstrend der Antibabypille mehr als eine Vermutung ist, hat Albrings Argumentation Schwächen. Sollten sich Frauen tatsächlich häufiger gegen die „Pille“ entscheiden, stehen ihnen noch andere Möglichkeiten der hormonfreien Verhütung zur Verfügung. Etwa bei der bereits erwähnten Kupferspirale müssen Patientinnen mit einem Kostenaufwand um die 300 Euro rechnen. Das ist nicht wenig Geld, aber bei näherer Betrachtung ist die Verhütungsmethode zumindest nicht teurer als die Antibabypille. Die verhütende Wirkung ist in der Regel fünf Jahre gewährleistet, das ergibt auf lange Sicht fünf Euro pro Monat. Außerdem bleibt noch das Kondom als Alternative für den Partner.

Busch verweist auf Schwächen im V. Sozialgesetzbuch. Bis 2004 bekamen Frauen mit wenig Geld die Kosten für ihre Verhütung vom Sozialamt als Sonderleistung erstattet. Im Hartz-IV Regelsatz sind 17,59 Euro für „Gesundheitspflege“ vorgesehen. Shampoo, ASS, Tampons, Kontrazeptiva – dass man mit diesem Betrag unmöglich alle Bereiche, die in die Kategorie Gesundheitspflege hineinfallen, decken kann, ist offensichtlich. Allein die „Pille“ kostet rund 12 Euro pro Monat, und bei der „Spirale“ sind es einmalig rund 300 Euro für eine Zeitspanne von drei bis fünf Jahren. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bestätigt Zusammenhänge von ungewollten Schwangerschaften mit dem Einkommen. Minderjährige Schwangere, aber auch deren Eltern waren überproportional oft ohne reguläres Einkommen.

Aktuell sind Präparate oder Produkte zur Verhütung keine GKV-Leistung. Die „Pille“ erhalten nur Frauen unter 21 Jahren auf Kassenrezept. „In Deutschland leben viele Frauen, die sehr wenig Geld zur Verfügung haben, etwa weil sie studieren oder Hartz IV bekommen“, sagt Busch. „Und die können sich die Pille oder andere teure Alternativen wie die Spirale oder gar Hormonspirale nicht leisten.“ Ende 2017 hat der Bundesrat eine Initiative gestartet, um allen Frauen kostenlose Verhütungsmittel anzubieten. Daran ist die Bundesregierung aber nicht gebunden.

Wird Abtreibung als Thema totgeschwiegen?

In der bisherigen medialen Diskussion fehlt ein wichtiger Aspekt: Welche Möglichkeiten haben Frauen, sich objektiv über Abtreibungen zu informieren? Seit dem Urteil gegen Kristina Hänel sind von den Websites gynäkologischer Praxen viele Inhalte verschwunden. Die Ärztin hatte online über Schwangerschaftsabbrüche informiert. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt, weil Richter einen Verstoß gegen Werbeverbote gemäß § 219a des Strafgesetzbuchs (StGB) witterten. Doch Hänel gibt sich nicht geschlagen. Mehr als 155.000 Bürgern unterstützen eine Petition für Informationsrechte und für eine Novellierung des umstrittenen Paragraphen. Kürzlich hat die Linkspartei Hänel mit ihrem Clara-Zetkin-Frauenpreis 2018 ausgezeichnet.

Jetzt geraten Politiker unter Zugzwang. Sozialdemokraten befürworten eine Novellierung. Sie haben CDU und CSU eine Frist bis Herbst gesetzt. Ansonsten scheint die Bereitschaft da zu sein, andere Fraktionen zu integrieren. „Wenn die SPD die Streichung von § 219a auf die Tagesordnung setzt, wird eine Mehrheit dafür nicht an der FDP scheitern“, gab Marco Buschmann vor wenigen Tagen bekannt. Er ist Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Bahnt sich die erste Machtprobe an? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bleibt hart. „Wir wollen, dass Frauen in einer schwierigen Konfliktsituation sich gut informieren können“, sagte er in Berlin „Dieses Ziel ist aus meiner Sicht umfänglich ohne eine Änderung des § 219a zu erreichen.“

49 Wertungen (4.06 ø)

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16 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

#12
Es ist hinlänglich allbekannt, dass in den kommunistischen Ländern skrupellos abgetrieben wurd. Das kann man überall nachlesen

#16 |
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Ärztin

Wenn in Schweden, einem Land in dem laut einer schwedischen Patientin Kontrazeptiva kostenlos sind, die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche 3x so hoch liegt wie in Deutschland scheint die Kostenfreiheit kein probates Mittel zu sein die Schwangerschaftsabbrüche zu senken.

#8
Vollkommen richtig!!!
Danke für die Preiskorrektur.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen aus der gynäkologischen Arztpraxis

#15 |
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Gudrun Carius
Gudrun Carius

Kurz bevor die Pille danach rezeptfrei wurde, kam im Notdienst ein Pärchen in der Apotheke vorbei, in der ich Notdienst hatte. Ich habe sie zum gynäkologischen Notdienst im Krankenhaus geschickt, der sich dann – nach zwei Stunden Wartezeit – für NICHT ZUSTÄNDIG erklärte. Es war ein städtisches Krankenhaus, kein kirchliches. Ich selbst habe eine Tochter, weil ich am Wochenende nicht ins Missionsärztliche Institut in Würzburg (sehr katholisch) wollte, um mir ein Rezept ausstellen zu lassen. Ich bin zwar froh dass ich meine Tochter habe, aber so war die Versorgung vor der Freigabe aus der Rezeptpflicht!

#14 |
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Nichtmedizinische Berufe

12 , aber gerne:
“Der Mediziner Andrej Popow in der Zeitschrift Ogonjok: “Verhütungsmittel sind in der Sowjetunion schwer zu bekommen, sie sind gesundheitsschädlich und wenig effektiv. Bei Frauen, die sich ihrer bedienen, beträgt der Anteil unerwünschter Schwangerschaften 80 Prozent.”…..
Ein ernster sozialer Notstand in einem Land, das in den zwanziger Jahren in Sachen Sexualaufklärung als führend galt: Der Sowjetstaat legalisierte schon 1920 den kostenlosen Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche, eine Errungenschaft, die 1936 Stalins patriarchalischer Familiengesetzgebung zum Opfer fiel und erst 1955 wieder in Kraft trat. Befreiung der Liebe – warum muß dann heute eine Durchschnittsfrau in der UdSSR bis zu sieben Abtreibungen über sich ergehen lassen?”
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13498121.html
https://www.zeit.de/1994/33/stell-dich-nicht-so-an
https://www.svss-uspda.ch/osteuropa/
https://broadly.vice.com/de/article/ypaagw/die-12-abtreibungen-meiner-grossmutter

Und hier ein Vergleich mit heutzutage in Deutschland: “Arbeitsagentur gibt kein Gummi
Beratungsstellen in NRW schlagen Alarm: Arbeitslose Frauen können sich Verhütungsmittel nicht mehr leisten. Ungewollte Schwangerschaften brechen sie zunehmend ab: „Familienplanung wie in der Sowjetunion“”
http://www.taz.de/!451271/

#13 |
  3
Regina Tazerouti
Regina Tazerouti

#11 “die Situation ist ähnlich der sozialistischen Länder, in denen Abtreibung das gängige Geburtenkontrollmittel war, weil Antikonzeptiva nicht zur Verfügung standen.”

Könnten sie ihre Aussage bitte belegen!

#12 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Im Hartz-IV Regelsatz sind 17,59 Euro für „Gesundheitspflege“ vorgesehen. Shampoo, ASS, Tampons, Kontrazeptiva – dass man mit diesem Betrag unmöglich alle Bereiche, die in die Kategorie Gesundheitspflege hineinfallen, decken kann, ist offensichtlich.”

Ist diese Leistung gegendert oder für beide Geschlechter gleich? Es ist doch klar, dass eine geschlechtsreife Frau mehr Gesundheitsaufwendungen hat als ein Mann .- zumindest solange Verhütng allein Frauensache ist ( gäbs die Pille für den Mann, wäre die Kassenleistung- wette ich ).
Antikonzeptiva sind keine Kassenleistungen, Abtreibungen sind es – die Situation ist ähnlich der sozialistischen Länder, in denen Abtreibung das gängige Geburtenkontrollmittel war, weil Antikonzeptiva nicht zur Verfügung standen.
Ach ja, als Studentin war mein bevorzugtes Verhütungsmittel das Kondom. Bei richtiger Anwendung sicher, verhütet und schützt, keine Nebenwirkungen, keine Chemie oder Metallgegenstände im Körper, preislich machbar – und der Mann ist mit eingebunden .
Für mich die perfekte Verhütung .

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Tötung und Mord:
Es gibt einen juristischen Unterschied zwischen Totschlag und Mord: Mord ist geplant- und Mord ist das schlimmste nur ausdenkbare Verbrechen-Diebstahl, Raub , Beleidigung etc. liegen weit darunter. Das wäre zu bedenken.Also aus dem Kriminellen sich herauszulügen, wird eigentlich nicht anerkannt.

#10 |
  46
Nichtmedizinische Berufe

Was ist ein Ochse?: Ist ein kastrierter Stier,dem die Bullenkraft weggeschnitten wurde.Wer seinen Trieb nicht beherrschen will, sondern ihn ausleben, sollte ebenso wissen, dass das sogenannte Selbstbestimmungsrecht der Frau ab hier nicht ihr gilt, sondern dem abgetriebenen Kind, das eben nicht nur “Frau”, sondern eine neue Existenz-auch möglicherweise Nicht-Frau oder männlicher Sohn, ist. Eins bleibe klar: Auch wenn die Abtreibung konditional straffrei bleibt, so ist sie dennoch ein Tötungsdelikt.Man meint hier , mit dem Leben Anderer beliebig umgehen zu können: Ein Menetekel nicht auch schon für den weiteren Umgang mit anderen Menschen?
Seltsam und merkenswert zudem:Die besten Zuchtbullen, die gemolken werden, fallen auf eine nur fernst einer Kuh ahnliche Attrappe herein,besteigen sie mir Stiereskraft , werden gemolken-und verbleiben rindviehblöd.

#9 |
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Arzt Frank Glasenapp
Arzt Frank Glasenapp

Guten Abend,
eine Cu-Spirale für 300,- €uro ist mit nicht bekannt.
Preis für IUD mit Einlage: 175,- €.
Günstige Pillen: Kosten mtl. 4,- € bei heute (leider) üblichem 6 Monats-Rp. …

Pille kosten-frei für Pat. exakt bis zum 20. Geburtstag (und nicht 21. Geb.)!

MfG,

#8 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

@ Herr Friedrich Wießinger,
nun, es ist nicht immer einfach zu beraten, wenn noch andere Kundschaft in der Apotheke sind. Da habe ich schon oft den Kopf geschüttelt und einen peinlichen Gesichtsausdruck des Apothekers gesehen …..

#7 |
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Dr. Wilfried Aschauer
Dr. Wilfried Aschauer

Das Verantwortungsbewusstsein der Frauen und Männer hat sich in den letzten Jahrzehnten sicherlich nicht verändert allerdings das Gesundheitsbewusstsein der Frauen!
Die ständige Diskussion über gefährliche Nebenwirkung hormoneller Kontrazeptiva führte dazu Methoden mit niedrigerer Sicherheit anzuwenden! Der Markt der Verhütungsapps boomt ja förmlich!
Völliger Unsinn ist es den Apothekern dafür die Schuld zu geben! Ich glaube, dass die Beratung durch Apotheker ebenso gut ist wie durch uns Gynäkologen ! Herrn Albring war die Freigabe “der Pille danach” schon immer ein Dorn im Auge, weil dies zu einer Verminderung der Scheinzahlen führt und damit zu einem Einkommensverlust von uns Gynäkologen! HIER GEHT ES NUR UM DIE KOHLE!
Für völlig unsinnig halte ich es Verhütungsmittel als Kassenleistung zu erstatten. Dies würde das Problem nicht lösen, da in meinem Patientenkollektiv die meisten Schwangerschaftsabbrüche im Alter bis 20 und im Alter zwischen 30 und 40 Jahren erfolgen, wobei die Frauen der ersten Gruppe die Pille auf Rezept bekommen würden und die Frauen der zweiten Gruppe eher einem gut verdienenden Kollektiv angehören.

#6 |
  9
Gesundheits- und Krankenpfleger

@ Herr Philip Wiewecke,
Sie haben nicht ganz richtig gerechnet, bei der Vasektomie ist es eine EINMALIGE Ausgabe !!! Für IMMER !!! Eine Vasektomie ist auch angezeigt, wenn jemand eine rezidivierende Orchitis hat ;-) ….. Dann ist das eine “therapeutische OP ” ;-) Das ist keine Aufforderung zum Betrug !!!

#5 |
  3
Judith Hertell
Judith Hertell

Schade, dass hier über “verantwortungslose Frauen” diskutiert wird. Ich dachte, für eine Schwangerschaft werden Frau UND Mann benötigt.
Vielleicht sollte man hier ansetzen und die Männer mehr zur Verantwortung ziehen?
Oder ist das deswegen schwierig, weil die Gesetzgebung überwiegend in der Hand von Männern ist?

#4 |
  17
Gesundheits- und Krankenpfleger

@ Frau Kathrin Markhof
Es stimmt, dass auch Männer stärker in die Verantwortung genommen werden müssen, jedoch haben sie bei der Vasektomie das gleiche Problem wie z.b. bei der Kupferspirale: Die Kosten muss man(n) selbst tragen. Ausgaben zwischen 300-500€ sind für viele Menschen, die Kinder haben, eine Kostenpunkt, über den zweimal nachgedacht wird.

#3 |
  31

Meiner Meinung nach ist es an der Zeit auch die Männerwelt mehr in das Thema Verhütung mit einzubinden. Es kann nicht immer alles nur auf dem Rücken der Frauen ausgetragen werden.
Solange die Frauen brav die “Pille” oder andere Medikamente “Spritze, Nuvaring etc.” verwenden und Nebenwirkungen auftreten wird das billigend in Kauf genommen. Die Pille für den Mann jedoch – war immerhin schon im Gespräch – wurde auf Grund zu starker Nebenwirkungen wieder eingestellt.
Kein Wunder, dass viele Frauen – gerade welche, die schon Embolien oder Ähnliches hatten – auf die Kontrazeptiva verzichten.
Hier wäre z. B. der Gedanke einer Sterilisation des Mannes nach abgeschlossenem Kinderwunsch denkbar. Immerhin müsste der Mann hier auch stärker in die Pflicht mit einbezogen werden.

#2 |
  20

Wir haben häufig bei der Beratung zur “Pille danach” das Problem, daß fast keine Frau weiß, wo sie sich im Zyklus überhaupt befindet. Das macht dann eine ordentliche Beratung in der Apotheke schwer. Auf die Frage, wann war die letzte Periode kommt dann z.B. weiß ich nicht, vor 1-2 Wochen! Hier sehen wir das Größte Problem!

#1 |
  5


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