Marcumar: Dünnes Blut gegen Demenz

30. April 2018

Blutverdünner werden bei Vorhofflimmern gegeben und beugen Schlaganfällen vor. Eine Studie zeigt nun, dass Antikoagulanzien wie Marcumar aber auch das Risiko für Demenz senken. Sollten gerinnungshemmende Arzneistoffe gezielt gegen Demenz eingesetzt werden?

Unter den Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern die Form, die am häufigsten auftritt. Allein in Deutschland sind etwa 1,8 Millionen Menschen davon betroffen. Da mit den Arrhythmien auch ein hohes Risiko für einen Schlaganfall einhergeht, bekommen diese Patienten vorbeugend Antikoagulantien wie zum Beispiel das Medikament Marcumar oder eines der neueren Nicht-Vitamin-K-antagonistischen Oralen Antikoagulantien (NOAK) wie Apixaban, Dabigatran, Edoxaban oder Rivaroxaban.

Diese Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung verhindern, dass sich lebensbedrohliche Gerinnsel unter anderem im Herzen bilden, die zu Schlaganfällen führen können. Schwedische Wissenschaftler sind nun der Frage nachgegangen, ob Antikoagulantien nicht nur das Risiko für Schlaganfälle mindern, sondern durch die Gerinnungshemmung auch einen positiven Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns haben. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich im „European Heart Journal“ veröffentlicht.

Senkung des Risikos um fast 50 Prozent

„Die Studie von Wissenschaftlern aus Stockholm schloss Patienten ein, bei denen in einem Krankenhaus die Diagnose eines Vorhofflimmerns gestellt wurde und die bis dato keine Diagnose einer Demenz hatten“, sagt Joachim Röther, Chefarzt der Neurologie an der Asklepios-Klinik in Hamburg Altona. „Man hat im Zeitraum von 2006 bis 2014 insgesamt 444.000 Patientendaten aus zwei schwedischen Registern in die Untersuchung integriert, es handelt sich also um eine riesige Datenbasis. Bei diesen Patienten hat man hat dann geschaut, welche unter ihnen eine Demenz entwickelten.“ Die Wissenschaftler haben bei diesen Patienten mit Vorhofflimmern folgende Feststellung gemacht: Die rund 50 Prozent unter jener Patienten, die antikoaguliert gewesen waren, hatten ein um 29 Prozent niedrigeres Risiko einer Demenz im Vergleich zu den Patienten, die kein Antikoagulans bekommen hatten, so der Neurologe: „Eine kontinuierliche Einnahme der Medikamente senkte das Risiko sogar um 48 Prozent. Dabei war es unerheblich, ob neue oder ältere Antikoagulantien eingenommen wurden. Der positive Einfluss auf die Verminderung des Demenzrisikos blieb gleich.“

 Joachim Röther

Das Risiko einer Demenz sinkt bei Patienten, die Gerinnungshemmer einnehmen, sagt Joachim Röther.

Dass Menschen mit Vorhofflimmern häufiger an Demenz erkranken als andere, ist bereits länger bekannt. Die Rolle der Gerinnungshemmer für die Erkrankung des Gehirns war zuvor jedoch nicht eindeutig bewiesen. „Diese Studie war eine riesige Kraftanstrengung und nur möglich dank der gut organisierten skandinavischen Länder, die diese unglaubliche Menge an Daten zu Verfügung hatten“, sagt Röther: „Es ist eine eindrucksvolle Studie, denn sie zeigt, dass eine konsequente Primär- und Sekundär-Prävention eines Vorhofflimmerns mit einer Antikoagulation nicht nur das Risiko für einen Schlaganfall signifikant senkt, sondern auch das Risiko einer Demenz vermindert.“

Bessere Durchblutung des Gehirns

Die Ergebnisse verwunderten jedoch nicht, so der Neurologe weiter: „Alzheimer ist die häufigste Demenzform, gefolgt von der vaskulären Demenz. Letztere wird allerdings häufig nicht so stringent diagnostiziert wie Alzheimer. Bei der vaskulären Demenz führt der Untergang von Hirngewebe durch wiederholte Schlaganfälle dazu, dass viele Funktionen wie die des Gedächtnisses und der Sprache verlangsamt oder gar nicht mehr ablaufen.“

Andere Formen wie etwa die sekundären Demenzen entstehen durch Grunderkrankungen, die nicht hirn-organisch sind. Entsprechend können sich kognitive Störungen zurückbilden, wenn die Behandlung der Grunderkrankung erfolgreich ist. Krankheiten, die eine sekundäre Demenz zur Folge haben, sind zum Beispiel Infektionskrankheiten wie AIDS oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, chronische Vergiftungen wie Alkoholismus, aber auch ein Vitamin-B-Mangel, Stoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. „Bei der vaskulären Demenz kommt es zu kognitiven Einschränkungen und zu schlaganfallartigen Symptomen, bedingt durch Durchblutungsstörungen des Gehirns“, erklärt Röther. „Daher liegt es nahe, dass durch ein Medikament, das Schlaganfälle verhindert, auch weniger Demenz-Symptome auftreten.“

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Durchblutungsstörungen im Gehirn werden vermieden, so Neurologe Jurai Kukolja.

Warum das so ist, erklärt Juraj Kukolja, Oberarzt der Klinik für Neurologie an der Uniklinik Köln: „Die Antikoagulantien selbst haben keinen unmittelbaren Effekt auf die Kognition“, sagt er. „Das geringere Risiko für die Entwicklung einer Demenz erklärt sich durch die Vermeidung von Durchblutungsstörungen des Gehirns und die dadurch bedingten kognitiven Störungen.“ Die Art der kognitiven Störung hinge dabei stark von der Lokalisation der Schlaganfälle ab: „Je nach betroffenen Arealen können zum Beispiel die Sprache, die Orientierung oder das Gedächtnis beeinträchtigt sein. Weitere Probleme, die auftreten können, sind Exekutiv-Funktionsstörungen sowie ein Unvermögen, zu planen, sagt Kukolja.

Pathologische Proteine und Peptide

Zur Vermeidung der Alzheimer-Krankheit eigneten sich die Antikoagulation jedoch nicht, so Kukolja: „Die Alzheimer-Erkrankung wird nicht durch Schlaganfälle verursacht. Tatsächlich ist ihre Ursache trotz der Erstbeschreibung vor mehr als 100 Jahren immer noch nicht vollständig verstanden.“ Man gehe davon aus, dass die Erkrankung durch eine Akkumulation pathologischer Peptide und Proteine verursacht werde, so der Neurologe. Die Hauptrollen spielten hier das Beta-Amyloid und phosphoryliertes Tau-Protein: „Da anfangs meist gedächtnisrelevante Strukturen wie der Hippocampus und der entorhinale Cortex betroffen sind, kommt es im Initialstadium zunächst zu Gedächtnisstörungen.“ Eine ursächliche Therapie bestehe bislang nicht, sagt Kukolja: „Da das System cholinerger Neurone besonders betroffen ist, können die Krankheitssymptome allerdings durch eine Therapie mit Acetylcholinesterase-Hemmern gemildert werden.“ 

Klare Empfehlungen für eine effektive Prävention der Alzheimer-Erkrankung gebe es bislang nicht, sagt er, doch eine zunehmende Anzahl von Studien lege nahe, dass eine gesunde Lebensführung, insbesondere regelmäßiger Sport und die Kontrolle der Gefäßrisikofaktoren, das Risiko dieser Form der Demenz senke. Allerdings können Erkrankungen der Hirndurchblutung wie Schlaganfälle eine bestehende Alzheimer-Erkrankung potenzieren, sodass die Demenz schneller voranschreitet oder sich schlagartig verschlechtern kann, so Kukolja: „Der Grund ist, dass beide Erkrankungen kognitive Defizite verursachen und Kompensationsmechanismen des Gehirns zum Erliegen kommen.“

Gerinnungshemmer als Vorbeugung

Einer vaskulären Demenz würde man jedoch nicht ohne Indikation einer kardiovaskulären Erkrankung wie etwa  Vorhofflimmern mit Antikoagulantien vorbeugen, sagt Röther: „Natürlich birgt die Einnahme eines Blutverdünners auch immer ein gewisses Blutungskomplikationsrisiko. Darum muss die Voraussetzung immer sein, dass der Patient ein Vorhofflimmern hat.“ Die Botschaft der Studie an die Mediziner sei eine andere, so der Neurologe: „Wenn der Patient ein Vorhofflimmern und einen CHA2DS2-VASc-Score von mehr als zwei Punkten hat, dann besteht ganz klar die Indikation für eine Antikoagulation und zwar nicht nur, um den Schlaganfall zu reduzieren, sondern auch die Gefahr einer Demenz.“

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Kardiologie, Medizin, Neurologie

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25 Kommentare:

@ Andreas Rheinländer #24 Was für ein Lichtblick bei diesen streckenweise recht unbedarften Kommentaren. MfG

#25 |
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Student der Humanmedizin

Zusammengefasst: Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Demenz-Risiko. Patienten, die Gerinnungshemmer nehmen, haben ein erniedrigtes Demenz-Risiko.

Basierend auf den genannten Zahlen ergibt sich daraus kein Vorteil für Patienten ohne Vorhofflimmern, sondern nur ein Risikoausgleich durch die Einnahme von Gerinnungshemmern.

#24 |
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Nichtmedizinische Berufe

Dies liegt alles in einer komplexen Multikausaluität ,die richtigen Faktoren hierbei herausfinden zu können, scheint manchmal schon so was wie ein Kunststück zu sein:Ebenso wird dies Kunststück ein empirischer Treffer sein.Selbst wenn multikausale anscheinende Faktizitäten geklärt sein sollten, so wird im Letzen dennoch ein Fehlen letzter Evidenz indiziert sein.Und wer fand,wird überrascht bleiben darüber sein dürfen, weil er wohl vermeinte, alles gut gemacht zu haben, ihm aber ins Letzte doch was fehlte.Wo auch immer einer gehen wollte: Er wird konstatieren zu haben, dass im Eigentlichen zwar alles richtig ablief, dennoch irgendwo was fehlt: Aber nein:Wo immer alles richtig verabreicht wurde, da fehlt nichts.

#23 |
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Dr. med. Michael Walter Groh
Dr. med. Michael Walter Groh

Es geht bei der Antikoagulation wahrscheinlich nicht nur um die rheologischen Eigenschaften, sondern wohl auch um die Verminderung von Minithrombosen und damit Vermeidung des Multiinfarktsyndroms.
Habe mal gelernt, daß nur 10% aller Demenzen rein vaskulär und nur 10% rein Alzheimer-bedingt seien, dagegen 80% Mischformen.
Auch der Krebs scheint die Gerinnung zu brauchen: Antikoagulierte oder heparinisierte Patienten haben weniger Metastasen.

#22 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Idealerweise durch randomisierten placebokontrollierten Studie abzuklären, aber aus ethischen Gründen, keine Placebo-Therapie bei Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko, unmöglich.”
#23
Hier stimme ich sehr zu: Placebokontollierte Studien zweifle ich teils an, teils stimme ich zu: Aber da liegt eine apriorische Logik vor, deren Defizienz hinsichtlich der Niedrigkeit des bloß Aposteriorischen, dessen Wichtigkeit gut dialektisch ebenso enorm zu betonen ist:Also a priori zu behaupten, dass a posteriori, durch statistische,empiristische Kontrolle, keine Wahrheit eruierbar sei,schlägt genauso fehl wie zu vermeinen,dass Wahrheit im Bereiche der Natur-(nur welcher Natur?)ohne experimentielle Empirie ausmachbar sei.Wahrheit ohne Empirie wird schwer zu finden sein.Die göttlichen Fingerzeige, die die größten Genies, wenn ich so sagen darf, wie nicht will, empfingen, gingen allen empirischen Prüfungen immer voraus-das Experiment war a posteriori, folgte der Intuition, auch wenn dies noch im zuhöchst Ungewißen anfangs lag.Da kommt die Ethik zur Ontologie, zum Sagen vom Sein Selbst, und
eine selbstkritische selbsreflexion des Wahrheit erkennen wollenden Denkens wird das Wirtschaften mit Placebos seiner Grenzen verweisen.Da werden
Fakten gesucht.Da kann Placebo-Ungefähres gefährlich werden.Ich zitiere nochmals:
“keine Placebo-Therapie bei Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko, unmöglich.”

#21 |
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Nichtmedizinische Berufe

Kleiner Appell an die Autorin des Beitrages zu Marcumar:
Mit einiger Spannung würde ich einen kurzen, aber konzentriert aufklärenden Beitrag zum gegenwärtigen Stand inclusive der Erwartungen für die Zukunft zur cerebralen Angioplastie sehr begrüßen!Das wäre eine äüßerst sinnvolle Ergänzung zur Thematik der vaskulären Schwächungen.
Freundliche Grüße
T.Günther

#20 |
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Nichtmedizinische Berufe

#23:
“Klinisch nicht nachweisbare Schlaganfälle könnten aber auch bedeuten, dass Mikroembolien zu sehr kleinen Hirninfarkten führen, die zur kognitiven Beeinträchtigung beitragen” und:
“gerinnungshemmender Prophylaxe (ASS 100 mg ist wirkungslos!)”
Das gibt zu denken auf, wiewahr, uraltem philosophischem Axiom folgend, Denken ja Sein ist.
Vielen Dank!
Schönen Mai (Wonnemonat Mai) allen!

#19 |
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Retrospektiver “Beifang”? 
Bei bestehendem Vorhofflimmern und einem entsprechend erhöhtem CHA2DS2-VASc Score  https://de.m.wikipedia.org/wiki/CHA2DS2-VASc_Score
ist für Patienten ohne Antikoagulation mit Phenprocoumon (Marcumar, Warfarin) oder NOAKS das Schlaganfall- u n d das Demenz-Risiko höher als für Patienten mit entsprechender gerinnungshemmender Prophylaxe (ASS 100 mg ist wirkungslos!).
Das ergab eine ausschließlich  retrospektive Akten-Analyse der in zwei schwedischen Registern gespeicherten Daten von über 440.000 Patienten mit Vorhofflimmern.
Schlaganfälle und Vorhofflimmern gehen mit einem erhöhten Risiko für einen vorzeitigen kognitiven Leistungsabbau und für überwiegend vaskuläre Demenz, ohne spezifischen Bezug auf die Alzheimer-Krankheit, einher.
Klinisch nicht nachweisbare Schlaganfälle könnten aber auch bedeuten, dass Mikroembolien zu sehr kleinen Hirninfarkten führen, die zur kognitiven Beeinträchtigung beitragen.
Nur randomisierte, prospektive Studien ermöglichen neue Erkenntnisse
Vor diesem Hintergrund sollte die Therapie mit Antikoagulanzien den Schutz vor embolischen Hirnläsionen, kognitiven Leistungseinbußen und Demenz erreichen. Idealerweise durch  randomisierten placebokontrollierten Studie abzuklären, aber aus ethischen Gründen, keine Placebo-Therapie bei Patienten mit erhöhtem Schlaganfallrisiko, unmöglich.
Doch der Studienansatz von “Less dementia with oral anticoagulation in atrial fibrillation” von
Leif Friberg und Mårten Rosenqvist
https://academic.oup.com/eurheartj/article-abstract/39/6/453/4560111
ist ebenso schräg wie retrospektiv: Es wurde nur herausgefunden, was man vorher schon wusste. Damit entpuppt sich scheinbare Empirie als retrospektiver “Beifang”.
Vorhofflimmerer haben vermehrt Übergewicht, häufig erweiterte linke Vorhöfe, Metabolisches Syndrom, Typ-2 Diabetes mellitus, Fehl- und Falschernährung, Bewegungsmangel etc. pp.
Ihre Hirnleistung ist häufiger bis zur überwiegend vaskulären Demenz eingeschränkt. Wenn man diesen Menschen Antikoagulation vorenthalten will, sind im Kontroll-Studienarm Makro- und Mikroembolien des Gehirns vorprogrammiert. 
Zusatzaspekt: VitaminK-Antagonisten wirken langfristig Arteriosklerose und cerebrovaskuläre Insuffizienz fördernd. Vitamin K selbst reduziert Arteriosklerose-Gefahren und -Ereignisse.
– “Slower Progress of Aortic Valve Calcification With Vitamin K Supplementation: Results From a Prospective Interventional Proof-of-Concept Study” von Brandenburg VM
Circulation. 2017 May 23;135(21):2081-2083. doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.116.027011.
– “K-alcification Protection in Dialysis Patients: The Underestimated Phenomenon of Vitamin K Deficiency” von Ketteler M
J Am Soc Nephrol. 2017 Jun;28(6):1667-1668. doi: 10.1681/ASN.2017020180.
– “Warfarin induces cardiovascular damage in mice” von Krüger T et al.
Arterioscler Thromb Vasc Biol. 2013 Nov;33(11):2618-24. doi: 10.1161/ATVBAHA.113.302244.

#18 |
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Student der Humanmedizin

ad Petra Kober: Peyersche Plaques sind Lymphfollikel im Dünndarm…lernt man zumindest im Histo-Kurs.

#17 |
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P. S. Mit meinem Gehirn bin ich auch noch einigermaßen zufrieden ;-)

#16 |
  0

Ich nehme seit über 30 Jahren – fast – regelmäßig ein Ginkgo biloba Präparat (derzeit in der Dosierung 120 mg), seinerzeit verordnet wegen eines Menière Syndroms. Auch als die Symptomatik nach gut einem Vierteljahr abklang (ich war 48) habe ich das Präparat weiter genommen. Außer einem leichten Tinnitus und einer mäßigen Höreinschränkung habe ich seither keine Symptome. Insbesondere die erhebliche Übelkeit mit Drehschwindel trat nicht mehr auf. –
Nur ein “Fallbericht”, gewiss, aber das Mittel wurde ja auch von anderen Diskutanten erwähnt, und also: warum die Kanone einsetzen, wenn es ein Flitzebogen auch tut?

#15 |
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Ärztin

Auf zum nächsten *storm: wie wäre es mit weniger diuretisch aktiven Substanzen wie Kaffee und Alkohol und mehr klarem Wasser?

#14 |
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Heilpraktiker

Hier soll der Teufel: Demenz mit dem Belzebub: Marcumar vertrieben werden.
Jedem Mediziner müßte klar sein, dass die Trias: hohes Alter, hoher Blutdruck und vorangegangene Blutungen eine absolut tödliche Wirkung: Massenhirnblutung unter Marcumar bewirken.

Statt den Profit der Pharmaindustrie mit Marcumar und Gerinningsmanagement für die Indikation vaskuläre Demenz zu mehren ohne nachweisbaren Benefit für die Betroffenen, sollte man den Ursachen entgegenwirken: Rauchen, Stress, Bewegungsmangel, Adipositas. Eine gesündere Ernährung: Mittelmeerdiät, Antioxidantien, die guten alten Kneippschen Anwendungen für den Körper mit Ordnungstherapie für die Seele als beispielhafte Aufzählung. Das Glas Rotwein aus dem Barrique wird sicher nicht schaden, entsprechend einem französischen Bonmot: “Es gibt mehr alte Winzer als alte Ärzte”. Außerdem, ganzheitlich betrachtet, dürfen Vereinsamung im Alter und Altersdepression für die Entwicklung einer Demenz nicht unberücksichtigt bleiben.

Nachgewiesen wurde, dass hochaltrige Ordensschwestern zwar typische Alzheimerveränderungen (Peyersche Plaques) im Gehirn hatten, die Alzheimerkrankung jedoch nicht manifest wurde.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

alaleptieren:
Sorry, das heißt: analeptieren, also lebendigmachen, von Analeptikum

zu mir selbst:#11
Zum Wein, den ich in einer guten Pharmakologie so aus dem Jahre 1918 als Analeptikum kennen lernen durfte. Darf der immer verschwunden bleiben?

#12 |
  13
Nichtmedizinische Berufe

Vasodilatation hat ihre Grenzen-Nämlich bei der hiermit nicht erweiterbaren Verkalkung-Sonsten müßten wir mit dem Ballon kommen: der reicht kaum noch rein bis ins Hirn.Das liegt in einer frühen, noch vagen Entwicklungsphase.Ins Hirn kann kaum noch in der Spätphase ein Stent gesetzt werden:Aber Anfänge wurden gemacht.Das steckt anscheinend in den Kinderschuhen.
Früher war Papaverin als Vasodilatans willkommen: Mir scheint, dass es verschwand vom pharmazeutischen Betrieb.Der Mensch lebt von guter Perfusion : Sowohl der Lunge, wie des Herzens, und vor allem des Kopfes.
Die Grenzen einer pharmazeutischen Vasodilatation sind am Grenzpunkt einer hochsignifikanten Stenose kaum noch wirkend, weil eine verkalkte, arterioskleriotische Stenose nicht weiter pharmazeutisch gedehnt werden kann.
Hier läge vaskuläre Demenz vor.Ins Hirn da noch rein kommen zu können durch physikalische Methoden, liegt in dem, was wir zukünftig erwarten wollen. eine Prophylaxe ist deswegen, weil das kaum noch gelingt, jederzeit sehr wünschenswert.Marcumar diene hier dazu- : ebenso, wie mein Tip: Wein, auch Alkohohol , in Maßen:Außerdem, bei aller Feindschaft, die manche gegen Alkohohol zu zeigen vermeinten zu müssen:Alkohohol, besonders in der Form von Wein, gilt meiner Liebe zum Sein immer schon als eine Inspirationsquelle, die das Licht des Lebens in der Liebe zum Seienden in Seienden wohl zu erwecken-also alaleptieren vermochte.Den gab es vor wer weiß wie viel Jahren auch schon in apotheken.servus, frohen Ritt und Tanz in den Mai1

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Einfache rheologische Physik ohne weitere pharmakologische Weiterreichung?
Dünnflüssiges, etwa bloßes Wasser, durchfließt freilich bei weniger Druck besser Röhren-hier die Arterien.Wenn das der einzige Effekt bei Markumar war,dann ließe das zu Wünschen übrig.Dass eine schlechte Perfusion gerade des Zentrums des Sein-selbst, des Hirns, wo ein Ich Ich ist, das Ich-Selbst massiv schwächt, leuchtet ein, weil frisches Blut mit sauerstoff grundbedingungdes Lebens ist. Aus dem Artikel konnte ich nicht entnehmen, -und wer weiß, was hier wirklich vor sich geht-:Ob wirklich nur rheologische Faktoren zur Geltung kommen oder die vasodilatatorischen Wirkungen auch relevanterweise zu proklamieren sind.Ich konstatiere: Eine Herabminderung der Perfusion des Hirns bedeutet immer auch eine geistige Vermoinderung der Leistungsfähigkeit.Dass von einsichtigen Ärzten Wein seit alters her zur Prohylaxe ebensosehr wie gegen Hirninfarkt sowie gegen Demenz (denn Wein lernte ich pharmnakologisch damals als Analeptikum kennen-das Maß macht´s)empfohlen wurde, bestätige ich Liebenden.

#10 |
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Warum das risikoreiche Marcumar? Besser fliessfähiges Blut erreicht man – neben ASS – auch mit Ginkgo biloba oder mit L-Arginin. Man könnte sogar an eine Detoxifikation des Gehirns denken, z.B. mit Korianderkraut-Extrakt. Oder man könnte den Lymphabfluss des Gehirns verbessern mit Lymphdsrainagen oder mit Vibrationen.

#9 |
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Ältere Untersuchungen kommen genau zum gegenteiligen Ergebnis. Vergl. Schurgers u. a.: Regression of warfarin-induced medial elastocalcinosis by high intake of vitamin K in rats In: Blood. (2007) Apr 1;109(7), S. 2823–2831.
Mit einem Vitamin K Antagonisten (Warfarin) behandelte Ratten zeigten eine deutliche Zunahme der Gefäßverkalkung. Umgekehrt reduzierte die Verabreichung vom Vitamin K2 die Gefäßverkalkung.
Zu bedenken ist, daß die hier referierte Studie an Personen mit gravierenden Herrhythmusstörungen vorgenommen wurde. Die antikoagulierten Patienten hatten netto wohl trotz höheren Verkalkungsrisikos von der ingesamt besseren Hirndurchblutung profitiert.
Würde die gleiche Studie mit herzgesunden Personen durchgeführt, dürfte das Ergebnis genau umgekehrt ausfallen. Die mit einem K Antagonisten behandelten Personen wären wohl aufgrund stärkerer Gefäßverkalkung in höherem Maße gefährdet, eine Demenz zu entwickeln.

#8 |
  3
Dr. med. Thomas M. Allmang
Dr. med. Thomas M. Allmang

Hallo! Dieses Angeben von Prozenten stößt bei mir auf arousal reaktions! Hier jongliert man mit 50%, 29% und 48%. Da fehlt mir einfach eine ausführliche(!) Angabe aus welchen Rohdaten diese Prozente errechnet werden. Es ist schon des Öfteren mit tollen Prozenten veröffentlicht worden, beim Betrachten der Rohdaten machte sich aber dann schnell Ernüchterung breit, denn so toll außer in Prozenten ausgedrückt war der Zusammenhang doch nicht! Naja, dass weniger Thrombosen, egal welchen Ausmaßes, weniger Demenz zur Folge haben, ist doch mehr als einsehbar. Die Fleißarbeit, welche hier geleistet wurde bei breiter Datenbasis, ist anzuerkennen. Für mich ist die einzige Quintessenz, dass bei Therapieunwilligen vielleicht(!) das Argument des weniger Verblödens in der Zukunft einen positiven Effekt haben könnte einer Therapie zuzustimmen.

#7 |
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Heilpraktiker

ich muss mich nach dem ersten Mail von diesem Newsletter sofort wieder abmelden, wenn ich das hier lese!
Ein Gesundheitsproblem mit noch mehr toxischen Stoffen lösen wollen?! Rattengift gegen Demenz? Klar, Senfgas soll ja auch Krebs heilen. Wann fangen die Ärzte endlich an zu begreifen, dass das ein, für die chemische (Pharma)industrie finanziell lukrative, Holzweg ist?
Wann fanngen sie endlich an den hippokratischen Eid zu leben? Wann fangen sie an, zu erkennen wie käuflich sie sind? Wann hinterfragen sie endlich, ob das was sie erzählt bekommen, auf den von der Pharma finanzierten Studiengängen, etwas mit Heilung zu tun ha? Oder ist es vielleicht nur ein cleveres, kriminelles und den Menschen krank machendes Geschäftsmodell?

#6 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Dass die Antikoagulation den schädlichen Folgen des Vorhofflimmerns und somit auch der Demenz vorbeugt, ist sehr einleuchtend.
Ein Aspekt, der bisher wohl vernachlässigt wurde.

#5 |
  3
Dr. Marc Heydenreich
Dr. Marc Heydenreich

Wenn es nur um die Rheologie geht, würde ja auch ASS reichen.

#4 |
  2
Nichtmedizinische Berufe

Ist ja alles gut und Recht, aber was passiert bei einem Unfall? Ich seit zehn Jahren mit Marcoumar Therapie (Künstliche Herzklappe) mache den Quick selber d.H. ich bestimme die Verdünnung des Blutes selbständig. Trage einen Ausweis bei mir aber das nützt wenig bei einem Notfall. Konakion immer bei sich zu haben nützt auch nichts. Bei jeder bevorstehenden Operation muss ich Marcoumar absetzen und mit Fragmin ersetzen damit überhaupt ein Arzt eine Operation wagt. Also es ist nicht immer Positiv und bei dem Bericht wird auf diese Gefahren überhaupt nicht eingegangen.

#3 |
  7

Finde diesen Artikel Wissenschaftlich hervorragend, leider muss ich aber mich doch zu der Äusserung von Herrn Besserwisser Eric Hurm dagegen Sprechen ist halt einfach einen Beamten der nicht besseres weiss als sich einzumischen wo er meiner Ansicht keine Ahnung hat, frage wie schafft er es zu dieser Plattform mit seinem Wissen, nur zum Wissen ich bin 24 Jahre in einer der besten UNI-KLINIK im Bereich Kardiologie tätig, also kein Beamter…..

#2 |
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Beamter im Gesundheitswesen

Blutverdünner. Aha. Das fachliche Niveau ist mittlerweile leider auch extrem dünn geworden…

#1 |
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