Engagement tut nicht weh

5. März 2010
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Helfen nicht nur im Kittel und mit Skalpell? Auch während des Studiums gibt es genug Möglichkeiten, um aktiv zu werden und sich in verschiedenen Projekten zu engagieren. Hier könnt Ihr ein paar Ideen für Eure Freizeit nach dem Uni-Alltag finden. 

Wir sind Medizinstudenten. Wir wollen Spaß haben, wir wollen unsere Freizeit genießen, wir wollen mit Freunden feiern, wir wollen die Welt kennenlernen. Aber wir wollen auch helfen. Den meisten juckt es bereits in den frühen Semestern in den Fingern: “Wann kann ich endlich etwas Sinnvolles tun?” Sammelaktionen, Ehrenamtlichenarbeit, Hilfsprojekte: es ist für jeden Typ etwas dabei.

Der sportliche Typ

Was tun wir gerne, wenn wir abends genug von der Medizin und dem Bücherwälzen haben? Wir gehen in eine Kneipe. Meistens gibt es dort auch einen Kicker. Tischfußballspielen – oder wie unsere österreichischen Nachbarn sagen Wuz’ln – ist eine der feierabendlichen Lieblingsbeschäftigungen von Studenten. Aber warum nicht Spaß haben und auch noch Gutes tun?
Ein Student der LMU dachte sich genau dasselbe und hat 2006 zum ersten Mal ein Benefiz-Kickerturnier für Medizinstudenten veranstaltet. Dieses Semester fand es nun bereits zum sechsten Mal statt und hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Jeweils zwei Studenten melden sich gemeinsam als Mannschaft an. Der Erlös aus der Startgebühr von mindestens 1 Euro pro Spieler sowie die Spenden, die während des Abends gesammelt werden, gehen an Ärzte ohne Grenzen. Auf der Homepage der meisten Organisationen kann man für diese Zwecke auch kostenlos Infomaterial und offizielle Spendenboxen bestellen.

Der musikalische Typ

Viele von uns singen an der Uni im Chor oder spielen in der Band oder im Orchester: Eine weitere Möglichkeit, Fundraising für einen guten Zweck zu betreiben. Der Medizinerchor “Chor-Da-Tympanie” zum Beispiel stellt seine Konzerte unter verschiedene Mottos und singt zu Gunsten diverser Organisationen – 2005 gaben die Studenten ein Weihnachtskonzert für Ärzte ohne Grenzen, bei dem sie 1.000 Euro spenden konnten. 2007 ging der Erlös an die Elterninitiative krebskranke Kinder München e.V. Letztes Jahr gingen über 1.300 Euro an das Projekt Wünsch dir was e.V. Immer wieder gibt der Chor auch Konzerte auf den Stationen der Krankenhäuser und zaubert damit ein Lächeln auf die Gesichter der Patienten.

Der intellektuelle Typ

Wir haben alle ein Abitur – die meisten von uns sogar ein ziemlich gutes. Warum also nur unsere Naturwissenschaftlichen Kenntnisse im Medizinstudium nutzen und nicht auch alles andere was wir sowieso einmal lernen mussten sinnvoll einsetzen? Die Studenteninitiative für Kinder e.V. organisiert ehrenamtliche Nachhilfe in Kinderheimen. Der Verein ist deutschlandweit in über 15 Städten tätig und vermittelt kostenlose Hilfe von Studenten für Kinder, die Schwierigkeiten in der Schule haben. Bereits eine Stunde Unterstützung pro Woche in Fächern wie Englisch, Deutsch oder Mathe trägt ein wenig dazu bei, dass die Kinder einen guten Abschluss machen können und vielleicht ihren Träumen vom Wunschberuf ein wenig näher kommen. Bewerben kann man sich für seine Stadt einfach per eMail über die Homepage.

Der abenteuerlustige Typ

Famulieren & Engagieren” gibt Medizinstudenten die Möglichkeit, den Auslandsaufenthalt nicht nur für eine Famulatur zu nutzen – die oft ja leider mehr aus Zusehen als aus Helfen besteht – sondern nebenbei auch verschiedene Entwicklungshilfeprojekte der jeweiligen Region kennenzulernen und aktiv zu unterstützen. Neben der Arbeit im Krankenhaus ist hier das soziale Engagement in Flüchtlingscamps, Menschenrechtsvereinen, Public-Health-Projekten oder Bildungsprogrammen an der Tagesordnung. Bewerbungen müssen hier allerdings frühzeitig abgeschickt werden.

Das stellt natürlich nur eine begrenzte Auswahl an Möglichkeiten zum Engagement während des Studiums dar. Worauf also warten? Jeder, der helfen möchte, findet auch neben Vorlesungen, Seminaren und Klausuren eine Möglichkeit dazu. Wir müssen nicht auf die Approbation warten, um “Gutes zu tun”!

22 Wertungen (4.68 ø)
Allgemein

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1 Kommentar:

Guter Artikel! Weiter so.

Eine Art etwas Sinnvolles zu tun hab ich noch: Das erlernte Wissen ins DocCheck Flexicon setzen. Dabei tut man dem Informationsbedarf anderer etwas Gutes, zudem auch sich selbst durch Vertiefung des Lernstoffes.

Gruß aus einem Kölner Krankenhaus.

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