OP: Vom Hakenhalter zum Maulöffner

11. April 2018

Patienten, die stundenlang in ihren Ausscheidungen liegen, OP-Pläne ohne Atempause – Pflegefachkraft Jana Langer kritisiert Missstände und Personalmangel in Kliniken. Auch bei Kollegen wächst die Wut. Jens Spahn reagiert auf Langers offenen Brief, bleibt aber unverbindlich.

Konflikte hat Jana Langer (46) noch nie gescheut. Sie ist Fachkrankenschwester im OP. Bereits vor einem Jahr forderte sie in einem offenen Brief Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, Missstände in der Pflege zu beheben. Sie wurde zur Polit-Talkshow „Hart aber fair“ eingeladen und bald darauf vom Arbeitgeber vorgeladen. „Die Chefs waren von meiner Meinung über unser Gesundheitssystem wenig begeistert“, erzählt Langer.

Davon ließ sich Jana Langer aber nicht abschrecken. Über Facebook meldete sie sich jetzt auch beim neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einem offenen Brief, um ihn über die Arbeitsbedingungen vor Ort zu informieren.

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Auszug aus dem Brief an Jens Spahn (CDU), Screenshot Facebook

 

DocCheck sprach mit Langer über ihre Erlebnisse im Krankenhaus. „Ich selbst habe vor allem die Entwicklung im OP-Bereich mitverfolgt“, erzählt sie. „Es wird immer mehr operiert, der Zeitdruck wächst, und die OP-Pläne lassen keine Atempause mehr zu.“ Auch im personellen Bereich haben sich grundlegende Dinge verändert: „Früher waren fast immer drei Fachkräfte im OP-Saal, heute hat sich das auf zwei Kräfte reduziert, wobei eine davon meist Schüler oder auch Hilfskräfte sind.“ Gleichzeitig komme es im ärztlichen Bereich zu „grenzwertigen Situationen“: „Ein unerfahrener Assistenzarzt ist nachts oft allein für einen Bereich zuständig. Ohne erfahrenes Fachpersonal lassen sich Fehler nicht ausschließen.“ Oberärzte hätten meist Rufbereitschaft, seien aber nicht als erste Ansprechpartner vor Ort. „Und bei menschlich schwierigen Vorgesetzten scheuen sich Assistenzärzte, ihren Chef zu benachrichtigen.“

Hilferufe aus dem Kollegenkreis

Ähnliche Missstände häufen sich auf Stationen in allen Einrichtungen des ganzen Landes. Als Personalrätin bekommt Langer mehr mit, als ihr lieb ist. Ihre Kollegen informieren den Arbeitgeber regelmäßig per Überlastungsanzeige, dass Gefahren für sie selbst oder für Patienten bestehen. Diese Maßnahme ist im Arbeitsschutzgesetz, § 15 und § 16, verankert. „Früher waren das eher Einzelfälle. Mittlerweile schreiben Pflegekräfte beispielsweise, dass Medikamente nicht zur ärztlich angeordneten Uhrzeit verabreicht werden konnten.“ Gerade z.B. bei Chemotherapien sei es extrem wichtig, Medikationspläne korrekt einzuhalten und beispielsweise entwässernde Medikamente zeitgenau einzusetzen. „Ich lese auch immer wieder Berichte, dass keine Körperpflege durchgeführt werden konnte oder dass Patienten mehrere Stunden in ihren Ausscheidungen lagen.“ Laut Langer handelt es sich um keine Einzelfälle: „Bundesweit findet man solche Berichte, die wirklich erschrecken.“

Sie warnt eindringlich davor, Betten machen, Essen anreichen oder ähnliche Tätigkeiten auszulagern, wie von Gesundheitsökonomen teilweise gefordert. „Das ist Zeit, die wir für Patienten haben, um beispielsweise die Haut anzusehen, die psychische Verfassung zu erkennen oder physische Auffälligkeiten wie starkes Schwitzen zu erfassen. Diese elementaren Dinge melden wir Ärzten als mögliche Hinweise auf Komplikationen beziehungsweise können sofortige Maßnahmen ergreifen.”

Aktionäre bereichern sich am Leid kranker Menschen

Diskussionen um Personalschlüssel gab es in Krankenhäusern zwar schon immer. Deutlich spürbare Einschnitte begannen mit der Einführung diagnosebezogener Fallgruppen (DRGs). Zuvor wurden stationäre Krankenhausleistungen zu 80 Prozent über Pflegesätze und zu 20 Prozent über Fallpauschalen abgerechnet. „Plötzlich begannen viele Kliniken, pflegeferne Aufgaben wie Transport oder Reinigung outzusourcen“, erzählt die Fachkrankenschwester.

Hinzu kam der Trend zur Privatisierung. Zwischen den Jahren 2000 (844 Häuser) und 2016 (570) ging es mit öffentlichen Kliniken stark bergab. Ähnlich war der Trend bei freigemeinnützigen Krankenhäusern (912 versus 674). Im gleichen Zeitraum schnellte die Zahl privater Einrichtungen stark nach oben (486 versus 707). Damit sei auch der Druck, gute Zahlen abzuliefern gestiegen. Langer: „Kommt ein Patient mit Hypertonie in eine Klinik mit Herzkatheterlabor, dann wird nicht lange nach Ursachen gesucht, sondern gleich mal eine entsprechende Untersuchung durchgeführt.“ Die ganzheitliche Medizin werde durch gewinnbringende Eingriffe ersetzt.

„Namhafte Großkonzerne verdienen sich eine goldene Nase. Ich finde es unmoralisch, wenn sich Aktionäre am Leid kranker Menschen bereichern.“ Deshalb fordert Langer: „Die medizinische Fürsorge gehört wieder in öffentliche Hände, nicht in private.“ Ihr ist klar, dass Privatisierungen kaum rückgängig zu machen sind. Damit bleibt noch Plan B, sprich mehr Fachkräfte vor Ort.

Lernen von der Feuerwehr

Langer: „Ein starrer Personalschlüssel wäre in Pflegeheimen eher möglich, da die Bewohner in der Regel längerfristig betreut werden.“ Bei Kliniken kann sie sich eine Mindestbesetzung je nach Art der Station vorstellen. Zusätzlich sollte Personal vorgehalten werden, um je nach Auslastung in der Pflege zu arbeiten. „Angestellte könnten in anderen Bereichen abseits der Patientenversorgung arbeiten, aber bei Engpässen sofort einsetzbar wären.“ Einrichtungen seien angesichts zusätzlicher Ausgaben sicher nicht begeistert. „Bei der Feuerwehr stellen wir auch nicht erst Leute ein, wenn es brennt oder wenn Unfälle geschehen. Niemand diskutiert über Vorhaltekosten.“ Mitarbeiter würden jenseits der Brandbekämpfung zahlreiche Arbeiten übernehmen, stünden im Notfall aber sofort zur Verfügung. Davon könne man viel lernen.

Personal: Woher nehmen und nicht stehlen

Mittlerweile ist die Botschaft in Berlin angekommen. Laut Koalitionsvertrag wollen CDU/CSU und SPD als Sofortmaßnahme 8.000 zusätzlichen Pflegestellen für Altenpflegeeinrichtungen schaffen. Die Maßnahme klingt vielversprechend, hat aber gleich mehrere Haken. Wie das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung herausfand, fehlen mittelfristig 17.000 und langfristig sogar 50.000 Fachkräfte.

Spahn plant, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. Langer zweifelt am Erfolg: „Andere Nationen bilden Fachkräfte für die Pflege vier Jahre lang aus – diese sind auf einem extrem hohen Wissensniveau.“ Sie erzählt, mehrere Kollegen aus Spanien hätten angesichts der Zustände nach einer Woche in Deutschland das Handtuch geworfen. Die Ausbildung läuft bei uns auch nicht rund: „In den Prüfungen fallen viele Schüler durch – unter anderem, weil sie auf den Stationen zu wenig lernen.“ Pflegekräften fehle Zeit, auszubilden, und Schüler würden nicht selten als Ersatz für fehlendes Personal herangezogen. Das seien wichtige Gründe für ihren offenen Brief an Jens Spahn gewesen.

Spahn meldet sich

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Jens Spahn richtet sich via Videobotschaft an Jana Langer, Screenshot Facebook

Nachdem die Facebook-Community Jana Langers Beitrag mehr als 73.000 Mal geteilt und 11.000 Mal kommentiert hat, sah sich der Christdemokrat unter Zugzwang. In seinem Videoblog greift er Aspekte wie mehr Personal oder eine bessere Honorierung auf: „Genau daran wollen wir arbeiten.“ Der Gesundheitsminister spielt klar auf Zeit: „In ein oder zwei Jahren“ werde sich etwas ändern. Jana Langer wird ihn zu gegebener Stunde an seine Versprechen erinnern, aber bis dahin weiterhin den Finger in die Wunde legen.

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13 Kommentare:

Zuerst möchte ich meine Hochachtung gegenüber Frau Langer Ausdruck geben. Es ist nicht leicht, gegen diese Mißstände anzukämpfen. Ich wollte nicht immer nur meckern und schimpfen und habe lange Jahre versucht, in Arbeitskreisen, gesundheitspolitischen Ausschüssen und Parteiarbeit etwas zu erreichen – vergeblich. Meistens dienten diese Einrichtungen nur dazu, die Vorstandschaft wieder in höhere politische Kreise zu hieven. Und wenn man dann sieht, dass ein Bundestagsabgeordneter, der über Gesundheitsgesetze abstimmt, nicht einmal den Unterschied zwischen Heil- und Hilfsmittel weiß… Es wird immer nur ein bißchen an der Oberfläche poliert, aber strukturelle Veränderungen werden vermieden. Die Zimmer im Altersheim um ein paar Quadratmeter zu vergrößern ist wichtiger, als mehr Pfleger einzustellen.

#13 |
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Nichtmedizinische Berufe

Bezeichnend fand ich den Hinweis auf die spanischen Pflegekräfte ” Langer zweifelt am Erfolg: „Andere Nationen bilden Fachkräfte für die Pflege vier Jahre lang aus – diese sind auf einem extrem hohen Wissensniveau.“ Sie erzählt, mehrere Kollegen aus Spanien hätten angesichts der Zustände nach einer Woche in Deutschland das Handtuch geworfen. ”
In einigen Ländern, Spanien, Lateinamerika ist Krankenpflege ein Studium. Dafür dürfen sie dann auch viel mehr als unsere Krankenpfleger, beispielsweise Spritzen setzen und auch viel mehr Entscheidungen selbstständig treffen. Zudem gibt es auch noch Hilfspfleger, deren Ausbildung dann wiederum eher “learning bei doing”, also Anlernen ist.
ich will nicht sagen, dass die Pfleger dort viel verdienen – das tun die Ärzte auch nicht – aber das Studium wertet sehr auf.
Eventuell hat sich das duale System, um dass uns einst die ganze Welt beneidete, in Zeiten des Turbokapitalismus überholt, ist zur Ausbeutung verkommen.
Interessant ist, dass hierzulande immer nur auf das Anheben der Löhne abgezielt wird,
Wie auch die Ausbildung zur Erzieherin sollte auch die Ausbildung zur Pflegefachkraft an Fachhochschulen erfolgen.

#12 |
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ad #8:
Der letzte Fachmann und Arzt war Karl Lauterbach (erst CDU dann SPD), der kein Problem damit hatte, im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken (Umsatz 1,1 Mrd. Euro !!!) zu sitzen und dort 12 Jahre die Wirtschaftlichkeit des börsennotierten Unternehmens zu verbessern, während er gleichzeitig in entscheidenden Gremien des Bundestages und auch in den Medien die Weichen stellte. Erst wenn diese “Ethik” in unserem Berufsstand (und damit meine ich auch alle nicht ärztlichen Beteiligten in Pflege und Therapie) angekommen ist, wird sich etwas ändern. Aber dann gnade uns Gott, wenn wir selbst als Patienten dieses System in Anspruch nehmen müssen !!!

#11 |
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Wie wäre es mit indischen Nonnen oder generell Nonnen als Pflegekräfte, demütig, gottesfürchtig auch die kostspielige Schwangerschaft wäre kein Thema. Alles für Gottes Lohn und gutes Karma . L.G. Nastassja Davidoff

#10 |
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Einer der Kernpunkte der Koalitionsverhandlungen war, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Spahn plant genau das Gegenteil: mit dem Zuzug von Pflegekräften aus dem (östlichen) Ausland wird es zu weiterem Lohndumping kommen, bis sich der Patient zwischen lauter ukrainischen, bulgarischen oder syrischen Pflegekräften nicht mehr verständlich machen kann. Solange wir für de Verwaltung unseres Geldes mehr ausgeben, als für unsere eigene Pflege und die Pflege unserer Angehörigen, solange ist dieses System krank!!

#9 |
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Rolf-Werner Kohn
Rolf-Werner Kohn

Wir brauchen keine Profilneurotiker wie den Spahn und Konsorten im Gesundheitswesen, Wie benötigen seit den siebziger Jahren endlich Fachleute, die wissen wovon und worüber sie zu reden haben. Es gibt genug Leute aus der Scene die sich hervorragend eignen für die Reform des Gesundheitswesens. Doch auch hier trifft besonders der Spruch zu, Schuster bleibe bei deinen Leisten.

#8 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich glaube der Span ist der “Bock der zum Gärtner” gemacht wurde
Wenn seine größe Klappe nur halb soviel Initiativen in das verrotete Gesundheitswesen bringt, dann kann sich was bewegen doch da fehlt mir der Glaube.
Ein praktischer Unkosten Unfug ist die Nutzung der Notfalleinreichtung an einem persönlich erlebten Fall im März 2018. Meine Frau war 2 mal ambulant in der Herzklinik Konstanz. Der Proffesspr sagte ganz klar, wenn diese Fall plötzlicher Blutdruckanstieg kommt sofort, 24 Std am Tag, zur Klinik
Der Fall trat kurz darauf ein. 220 Blutdruck schnell steigend. Arzt war keiner da, da am Donnersat alle gleichzeitig nur Abends geöffnet hatten, also Notruf 112>kommt schnell mit einem muffigen Notarzt. Wir erkläten sofort in Herzklinik, da erst vor wenigen Tagen ambulat mit der Afforderung sofort ur Herzklinik
Arzt >geht nicht!Nnur ins nächst gelegen Krankehaus nach Stockach.
Protest half nichts. Blutabnahme, Spray und meine Frau lag 1/2 Stunde allein ohne jegliche Aufsicht in der “Notaufnahme”. Danach wurde Sie entlassen mit guten Ratschlägen.
Am andre Tag nach dem Frühstück stieg der Blutdruck wieder schnell an
wir sofort zur Hausärztin, die sofort Krankewagen gerufen zur Herzklinik Konstanz, dort erfolgreiche Behandlung>Vorbildlich.
Meine Frau hätte also sterbne können und niemands hätte es in Stocach gemerkt. Damit sind unnötige Kosten angefallen. Vor lauter falscher Sparwut
werden so unnötige hohe Kosten erzeugt. Der Herr Spann soll mal da richtig eringreifen, wenn er will oder kann.

#7 |
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Psychotherapeut

Es gibt schon einige gute Lösungsansätze, die aber politisch zur Zeit nicht gewollt sind. Die Schere arm-reich klafft immer mehr, der Mittelstand blutet..
Geld ist in Dt. genügend da, nur falsch verteilt. Eine solidarische Pfelge- & KK-Versicherung würde den Beitragssatz um ca. 3 % für mittlere und niedrige Einkommen senken, für hoch verdienende wären es (schlimme -:)) Kosten. Weg von der Ware Mensch, hin zu einem humanistischen Menschenbild muss wieder kommen. Die Privatisierung von einigen öffentlichen Bereichen (Krankenhäuser, Bahn, Strom, etc…) hat nur wenigen Menschen Profit gebracht, viele – fast die Allgemeinheit – leidet darunter. Die Wirtschaft und Politik sollte dem Menschen dienen, nicht umgekehrt! Bin stinksauer auf unsere Politik.

#6 |
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Dr Burkard Rudlof
Dr Burkard Rudlof

Vielen Dank für die exzellente Analyse! Leider wissen es alle, die vor Ort arbeiten und einen Rest ihres Gewissens behalten haben.
Die Vorstellungen von Schlipsträgern und Laptopfetischisten kann man nur belächeln, aber trotzdem meinen sie, dass sie gestandenen promovieren und habilitierten Chefärzten das Gesundheitswesen erklären können.
Mit ihrem Scheuklappendenken (der Ökonom neuspricht hier von hermeneutischer Fallbetrachtung; natürlich ohne zu wissen, was Hermeneutik eigentlich ist) können sie nicht verstehen, dass es ein Unterschied ist, ob eine examinierte Krankenschwester das Essen austrägt und dabei mindestens 20 Informationen pro Patient aufnimmt oder eine “Servicekraft“, die auch einem Toten das Essen hin stellt (so geschehen!)
Ich habe das unglaubliche Glück in einem Krankenhaus zu arbeiten, wo das nicht so ist! Gott gebe, dass es so bleibt. Ich habe aber ganz andere Dinge erlebt!

#5 |
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Dr. med.vet Burkhard Wendland
Dr. med.vet Burkhard Wendland

Das Grundübel ist, dass heute der Patient eine Ware ist, mit dem Geld verdient werden soll. Er wird nicht mehr als Mensch und Patient gesehen. Schuld ist daran die Politik und die Krankenhaus-Ökonomie.
Sehr bedauerlich.

#4 |
  2

ich denke es wird wie immer sein:
die Politiker forschen nach, bzw. lassen für unser Geld nachforschen, wo bzw. wie sie bei der Mehrheit der Bevölkerung “Punkte machen” können. In diesen “erfolgsversprechenden Bereichen” wird dann medienwirksam etwas gemacht. Denn es geht bei diesen Menschen immer und ausschließlich (mit wenigen Ausnahmen) um den eigenen Machterhalt – um sonst nichts!
Das Gesundheitswesen ist denen egal – so nach dem Motto. “was wollen die denn, funktioniert doch”
Wenn dieser “Neue”, der ja ganz offensichtlich überhaupt keine Ahnung von der Materie mitbringt, davon spricht “8000 neue Pflegestellen in den nächsten zwei Jahren zu schaffen”, ist schon die angepeilte Zeitspanne eine Frechheit. Wir alle wissen wie das dann aussieht: nach den zwei Jahren sind es (Bestenfalls) 3-4000 neue Stellen, wenn überhaupt! Und ob die besetzt sind ist dann auch noch fraglich.
Leider wissen diese Politiker: Ärzte sind nicht solidarisch – stellen also keinen wirklichen, eventuell gefährliche Macht-Block dar. Zweitens sind sie zu beschäftigt bzw. zu überlastet um sich politisch betätigen zu können. Und drittens – und das ist wohl das Wichtigste: weil sie “am Menschen” sind und die Situation der Patienten kennen, machen was sie können um zu helfen, zu heilen. Keine andere Berufsgruppe würde bzw. läßt das mit sich machen!
Man schaue nur auf die Krankenkassen: da werden “nötiger Weise” Stellen geschaffen und die Bezahlung immer “angepasst” – da gibt es nix!
Irgendwie brauchen wir diese Kassen leider. Aber niemand sollte vergessen: diese sind nicht diejenigen, die die Patienten therapieren – und Überstunden gibt es bei denen auch nicht – nie!

#3 |
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Heilpraktiker

Hallo Frau Reese,

wie hoch soll den eine VERNÜNFTIGE UND ANGEMESSENE BEZAHLUNG sein, die die gegenwärtigen Zustände für die in der Pflege Tätigen ausgleicht? Die körperlichen und seelischen Belastungen durch die Arbeit, familiäre und soziale Einschränkungen durch die Arbeitszeiten sowie die fehlende Anerkennung für das Geleistete sind wohl kaum durch höhere Vergütung auszugleichen. Und woher nehmen …….
Der Pflegeberuf ist von seinem Grundsatz her einer der edelsten Berufe überhaupt und verdient den vollen Respekt der Gesellschaft.
Da sich die Verhältnisse in der Pflege aber auf absehbare Zeit nicht ändern werden (auch durch Gestalten wie Herrn Span nicht) kann man einem jungen Menschen, mit dem man es gut meint, nur raten NICHT den Pflegeberuf zu erlernen. Sehr schade……

PS. Ich arbeite selber seit 25 Jahren in der Krankenpflege.

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Es würde genug Menschen geben, die bei VERNÜNFTIGER UND ANGEMESSENER BEZAHLUNG in die Pflege gehen würden. Wenn die Menschen, die im Gesundheitswesen direkt mit den Patienten zu tun haben sich zusammentun dann wäre etwas zu erreichen, genug Wut und Frust hat sich schon angehäuft. Nur dann haben wir eine Chance gegen solche eiskalten Machttypen wie Spahn und Konsorten.

#1 |
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