Das Single-Syndrom

13. April 2018
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Mittlerweile ist wissenschaftlich belegt, dass Einsamkeit die Entstehung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen beeinflusst. Deshalb gibt es in Großbritannien seit Jahresbeginn einen „Minister of Loneliness“. Hierzulande wird das Problem noch unterschätzt.

Jeder zehnte Teilnehmer im Alter zwischen 35 und 74 Jahren fühlte sich einsam, so lautet das Ergebnis der Gutenberg-Gesundheitsstudie der Universitätsmedizin Mainz. Dieses Gefühl geht mit gefährlichen Faktoren einher, wie die Befragung ergab.

An der Untersuchung, die im Jahr 2007 startete und deren erste Phase im April 2018 endete, hatten etwa 15.000 Menschen zwischen 25 und 85 Jahren aus Mainz und dem Kreis Mainz-Bingen teilgenommen. „In unserer aktuellen Studie waren vor allem die Alleinlebenden in den jüngeren Altersgruppen für das Gefühl von Einsamkeit empfänglich […] “, so Manfred Beutel, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. „Einsamkeit birgt unseren Daten zufolge aber ernste Risiken für die seelische Gesundheit […].“ Mehr als die Hälfte der sehr einsamen Personen litt laut der Untersuchung auch unter Depressionen, 40 % unter allgemeinen Ängsten, des Weiteren berichteten etwa 40 % über Selbstmordgedanken. Von den Teilnehmern, die sich nicht einsam fühlten, dachten dagegen nur  6 % über einen Suizid nach.

Gefühlte Einsamkeit oder tatsächliches Alleinsein?

Einsamkeit ist jedoch nicht zu verwechseln mit Alleinsein, das einen Zustand beschreibt und von Menschen häufig als beruhigend empfunden wird. Einsamkeit ist im Gegensatz zu Alleinsein ein Gefühl und hängt nicht von der An- oder Abwesenheit anderer Personen ab. „Wer allein lebt (Singlehaushalt), wenige Sozialkontakte hat oder nur ein kleines Netzwerk von sozialen Beziehungen aufrechterhält, weist eine größere soziale Isolation auf als jemand, der viele Freunde und Bekannte hat und mit anderen zusammenlebt. Ob dieser Mensch sich deswegen einsam fühlt, ist dennoch offen“, erklärt der Psychologe Manfred Spitzer in seinem Buch „Einsamkeit – die unerkannte Krankheit“.

„Ein an Depression erkrankter Mensch kann in einer intakten Familie leben, sehr viele Freunde und Bekannte haben und sich dennoch sehr einsam fühlen“, so Spitzer weiter und verweist auf eine Studie [Paywall] von Caitlin Coyle und Elizabeth Dugan aus dem Jahr 2012. Die Wissenschaftler der University of Massachusetts-Boston, USA, hatten Daten von etwa 1.000 Personen über 50 Jahren ausgewertet und kamen zu dem Schluss, dass soziale Isolation und Einsamkeit nicht einmal stark miteinander korrelieren (r = 0,201; p = 0,000).

Vorsicht, Ansteckungsgefahr

Vielmehr sprechen Forschungsergebnisse dafür, dass Einsamkeit in bestimmten sozialen Konstellationen gehäuft auftritt. So sollen Menschen, bei denen ein Familienmitglied oder ein enger Freund einsam ist, eine ca. 50 % höhere Wahrscheinlichkeit haben, sich ebenfalls einsam zu fühlen als Menschen, bei denen das nicht der Fall ist. Dieser Effekt sei noch über bis zu drei Verbindungen messbar: Ist der Freund eines Freundes einsam, ist das Risiko, sich selbst einsam zu fühlen, „nur noch“ um 25 % erhöht und ist der Freund eines Freundes eines Freundes einsam, sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 15 %. Zu diesen Ergebnissen kamen der Psychologe John Cacioppo von der Universität Chicago und Kollegen, die bei dieser Untersuchung Daten aus der Framingham Heart Study verwendeten.

Einsamkeit und Schmerz sind Nachbarn

Während nun Alleinsein auch als wohltuend empfunden wird, ist Vereinsamung häufig mit Schmerz verbunden. Denn Einsamkeit und Schmerzen werden im menschlichen Gehirn im gleichen Bereich der Gehirnrinde verarbeitet, dem anterioren zingulären Kortex (ACC). Der Zusammenhang sei vermutlich evolutionär bedingt, so Spitzer. Schmerzen würden die körperliche und soziale Unversehrtheit sichern und vor lebensbedrohlichen Situationen, wie z. B. dem Ausschluss aus der Gemeinschaft, warnen.

In seinem Buch erläutert Spitzer den Zusammenhang anhand zweier Fälle aus der Praxis: Schmerzpatienten, die ihren Partner verlieren, bräuchten zuweilen eine intensivere Schmerztherapie und Patienten mit einem gut funktionierenden sozialen Netzwerk würden Therapieschmerzen besser ertragen. Doch nicht nur die Einsamkeit beeinflusst das Empfinden von Schmerzen. Umgekehrt kann die Einnahme von Schmerzmitteln auch das Gefühl der Einsamkeit reduzieren – so lautet jedenfalls das Ergebnis einer Untersuchung amerikanischer Psychologen [Paywall] aus dem Jahr 2010. 62 Teilnehmer hatten damals über einen Zeitraum von drei Wochen entweder zweimal 500 mg Paracetamol oder zweimal ein Placebo eingenommen und abends die Stärke ihrer „sozialen Schmerzen“ dokumentiert.

Erhöhtes Schlaganfallrisiko?

Andere Studien sprechen dafür, dass Einsamkeit nicht nur Schmerzen bereitet, sondern auch das Risiko für verschiedene Erkrankungen erhöht. Ein Beispiel hierfür ist die Studie der Wissenschaftler der University of York, Großbritannien, die sich mit der Frage beschäftigt haben, wie Einsamkeit und soziale Isolation mit der koronaren Herzkrankheit und Schlaganfall zusammenhängen. Für ihre Metaanalyse hatten die Forscher 23 Studien mit insgesamt etwa 3.000 Schlaganfall und 4.500 Herzinfarkt -Fällen ausgewertet. Das Follow-up der einzelnen Studien betrug zwischen drei und 21 Jahren.

Dabei zeigte sich, dass Menschen mit wenigen sozialen Beziehungen unabhängig von ihrem Geschlecht ein um ca. 30 % erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko hatten. Wenige soziale Kontakte erhöhen demnach die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Ereignisse ähnlich stark wie z. B. Angststörungen oder eine berufliche Belastung, so die Autoren. Für valide Aussagen seien die verwendeten Daten allerdings nicht ausreichend gewesen. Zudem sei auch die Qualität der Daten teilweise als mangelhaft zu bewerten. Weiteren Studien zufolge haben einsame Menschen zudem ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Lungenkrankheiten, Übergewicht, Diabetes und Krebserkrankungen.

Einsame Menschen sterben früher

Einsamkeit erhöht jedoch nicht nur die Morbidität, sondern auch die Mortalität. Im Januar 2018 haben spanische Neurologen zu diesem Thema eine Übersichtsarbeit veröffentlicht, für die sie 35 Studien mit insgesamt ca. 77.000 Teilnehmern analysierten. Demnach hat Einsamkeit eine schädigende Wirkung auf die Gesamtsterblichkeit, wobei dieser Effekt bei Männern etwas stärker ausgeprägt war [Hazard ratio (Männer) = 1,44; Hazard ratio (Frauen) = 1,26].

Bereits acht Jahre früher, im Jahr 2010, hatten die Forscher um Julianne Holt-Lundstad vom Department of Psychology der Brigham University, USA, publiziert, dass Menschen mit vielen Sozialkontakten eine durschnittlich um 50 % erhöhte Überlebenswahrscheinlichkeit aufweisen als Leute mit mangelhaften Sozialkontakten. Damit, so die Autoren, würde sich Einsamkeit ebenso stark auf den vorzeitigen Tod auswirken wie Rauchen, Bewegungsmangel oder Übergewicht. Vorgestellt wurde diese Metaanalyse, für die das Forscherteam 148 Studien (von 1900 bis 2007) mit insgesamt etwa 300.000 Teilnehmern analysiert hatten, auf der 125. Jahreskonvention der American Psychological Association in Washington.

Einsamkeit beeinflusst immunologische Mechanismen

Wie kann ein Gefühl Morbidität und Mortalität beeinflussen? Laut Neurowissenschaftler Cacioppo verursacht Einsamkeit Stress. Stress ist eine Alarmfunktion des Körpers, die sich auf die Leukozyten-Produktion auswirken kann. Frühere Studien hatten gezeigt, dass ein Zusammenhang zwischen Einsamkeit und einem Phänomen besteht, das die Wissenschaftler als „conserved transciptional response to adversity“ (CTRA) bezeichneten. Dabei werden zum einen Gene, die eine Entzündungsreaktion veranlassen, vermehrt exprimiert und zum anderen Gene, die bei der Virusabwehr beteiligt sind, gebremst. Wenn Menschen Einsamkeit als Stress empfinden, wird der Sympathikus aktiviert und der Neurotransmitter Norepinephrin vermehrt gebildet. Diese Veränderungen könnten, so die Wissenschaftler, die Einsamkeit verstärken und an der Entstehung der mit der Einsamkeit verbundenen Krankheiten beitragen.

Die Forscher fanden sogar Hinweise, dass die insuffiziente Immunreaktion die Einsamkeit weiter verstärkt. Es könnte zu einem Kreislauf kommen, an dessen Ende dann Krankheit und ein vorzeitiger Tod stehen. Das Team will dies in weiteren Untersuchungen an älteren Erwachsenen klären.

Ein Fall für die Regierung

Im Jahr 2016 rief ein junger Mann kurz vor Weihnachten den Hashtag #keinertwittertallein ins Leben. Tausende reagierten auf den Aufruf. Anfangs brachte die Aktion Menschen virtuell zusammen, mittlerweile entstehen daraus auch reale Treffen, um etwa Weihnachten nicht alleine verbringen zu müssen. Dass das Thema Einsamkeit mehr Beachtung verdient, erkennen auch immer öfter Politiker. Seit Jahresbeginn gibt es in Großbritannien beispielsweise einen „Minister for Loneliness“, der sich des Problems annehmen soll. Auch in der deutschen Regierung tut sich was: Im von Union und SPD verabschiedeten Koalitionsvertrag heißt es: „Angesichts einer zunehmend individualisierten, mobilen und digitalen Gesellschaft werden wir Strategien und Konzepte entwickeln, die Einsamkeit in allen Altersgruppen vorbeugen und Vereinsamung bekämpfen.“ Der SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach fordert sogar, dass das Thema Einsamkeit einem Verantwortlichen z. B. im Gesundheitsministerium übergeben wird.

92 Wertungen (4.73 ø)
Bildquelle: Lilong Dolrani, flickr / Lizenz: CC BY-SA
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26 Kommentare:

Annika Diederichs
Annika Diederichs

Vielleicht überlegt sich die Redaktion mal, ob es hinnehmbar ist, wenn ein Account fortwährend von einer anderen, nicht angemeldeten Person benutzt wird.

#26 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Liebe User,
bitte beachtet die Netiquette. Die Redaktion behält sich vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

#25 |
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Mit grauenvollen Entsetzen musste ich heute morgen feststellen, dass meine durchaus aussagekräftigen Beiträge ,magisch verschwunden sind. Böse,böse, ich habe die DocCheck Redaktion stark in Verdacht. Shame on you . Mein Tag war gelaufen, vor Kummer , Gram und Seelenpein habe ich jetzt einen zerbissenen Arm. Danke N.D.

#24 |
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Sieglinde D.A. Feick
Sieglinde D.A. Feick

Die Frage könnte sein, erzwungene Einsamkeit oder bewusstes “Alleinsein”

Wenn ich die Spitzwegbilder, Z.B. der Kakteenfreund sehe, ein schrulliger alter Mann, der allein lebt und sehr zufrieden aussieht.

Allein zu leben ist nicht leicht, es ist wirklich so, geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteilte Freude ist doppelte Freude. (neben wirtschaftlicher Haushaltsführung und Einsparungen)
Aber, man kann nichts erzwingen!
Wenn ich manche “Gemeinschaften” so sehe. Einer dominiert und der andere leidet still. Oder gut gemeinte erdrückende Fürsorge, Gleichgültigkeit, Manipulationen, manchmal Gemeinsam “gegen den Feind von außen”
?
Mittlerweile habe ich mich so an das ALLEIN sein gewöhnt, dass zu enge Begegnungen, über lange Zeiträume mich total stressen. Der Tagesrhythmus wird verändert, ständige Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Anderen, “alles wird dem Gast zu liebe auf den Kopf gestellt.” Es ist schön mal das Schneckenhaus zu verlassen, aber nach einiger Zeit wird es wieder sehr wichtig.

#23 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

@Heiner Bargel: Sie fokussieren in ihren Beiträgen auf die Vorstellung staatlich geleiteter Programme zur Förderung zwischenmenschlicher Kontakte. Eine Dystopie, da sind wir uns einig. Man könnte aber auch ganz anders vorgehen, wie ich bspw. vorgeschlagen habe, und sich fragen, was der Staat getan hat, um das zwischenmenschliche Miteinander zu vergiften. Ich denke, der richtige Weg wäre, sich staatlicherseits darum zu bemühen, weniger Konflikte unter den Menschen anzuzetteln. Sie fürchten den Paternalismus!? Der ist aber schon da! Siehe bspw.: Das erziehende Gesetz. 16. Symposion der Kommission „Die Funktion des Gesetzes in Geschichte und Gegenwart“ von de Gruyyter. Sie werden allerdings wenig erreichen, wenn Sie sich gegen(!) das vorherschende System stemmen. Setzen Sie sich doch lieber für(!) eine Umgestaltung der Verhältnisse ein. Sowas könnte bspw. auch ein teilweiser Rückbau des riesenhaften Apparates staatlich gelenkter Maßnahmen zur Förderung des Aufbaus einer kapitalistisch geprägten Leistungegesellschaft sein; analog dem Absetzen eines unverträglichen Medikamentes, anstatt noch ein weiteres Medikament anzusetzen. Eine Änderung der Regierungsarbeit muß ja keineswegs immer nur in Richtung von mehr Einflußnahme gehen, sondern kann auch so aussehen, daß der Staat sich zurückzieht – oder zumindest weniger zündelt innerhalb (und außerhalb) des eigenen Landes …

#22 |
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Altenpflegerin

Alle Korrelationen und Kausalitäten impliziert – es ist doch der einzelne Mensch/die (!) einzelnen Menschen, die dies berichten.

#21 |
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Altenpflegerin

Habe gerade den Verlauf dieser Diskussion gesehen und bin entsetzt: Wie erdreistet sich der Mensch über den Menschen zu urteilen?! Ich denke, wenn es Menschen gibt, die sich einsam empfinden und daraus persönliche Nachteile bis hin zu krank machenden Gegebenheiten entstehen… dann sollte das Beachtung finden.
PS: Nicht jedem ist ein unumstößlicher Partner gegönnt.

#20 |
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Dr. phil. Hartmut Roloff
Dr. phil. Hartmut Roloff

Hartmut Roloff
Psychotherapeut/Psychoanalytiker
Mir fällt ein großer Mangel an solider Statistik auf, insbesondere bei der Interpretation korrelativer Daten. Weiterhin erschreckt mich die zunehmende zumindest verbale “Kümmerinflation” in unserer Gesellschaft oder ist es vielleicht doch eher ein Erschliessen neuer Geschäftsfelder für einen sozialpädagogisch-psychologischen und medizinischen Wirtschaftskomplex ?

#19 |
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Lieber Herr Dorrmann,

ich habe bewußt provokativ am Anfang das mögliche Horrorszenario einer “staatsgelenkten Zwangsverpartnerung” als Endpunkt der Überlegungen des Beitrages gesetzt. Es sollte zum Nachdenken anregen, worüber hier geredet wird.

Es geht wieder einmal um sogenannte “vorzeitige Todesfälle”. Ein Begriff, der wohl zu den statistisch schwammigsten gehört, was es in der Epidemiologie gibt.

In der von mir unten angesprochenen “Dieseltotenstatistik” nimmt Krämer darauf Bezug. Er verweist auch auf die Unstatistik Dezember 2017, wo er sich schon mal mit diesen “vorzeitig Toten” befaßte. http://www.rwi-essen.de/unstatistik/74/

Schlimm wird es allerdings, wenn diese nur theoretisch Toten dann durch die Politik ausgenutzt und instrumentalisiert werden. Ich gehe da mit Herrn Heller konform, daß das gefährlich ist und zu Paternalismus, Nudging bis hin zu Totalitarismus führt bzw. führen kann. https://www.novo-argumente.com/artikel/scheintote_als_herrschaftsinstrument
Irgendwann ist es dann nicht mehr weit bis zu Huxleys Schöner neuer Welt.

Durch diese Methoden entsteht genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich wollen. Die frei entscheidende und sich entfaltende Persönlichkeit wird ersetzt durch den am Gängelband einer staatlichen Nanny gehaltenen, in Vollkaskomentalität vor sich hin dümpelnden Menschen.

Aber seht her! Wir, der Staat (meist in persönlicher Profilierungssucht nur der entsprechend auftretende Politiker/seine Partei), haben “vorzeitige Todesfälle” verhindert. Gar nichts haben die! Die haben nur das Sterben durch andere Ursachen wahrscheinlicher gemacht, über die sie aber nicht reden, weil sie gerade nicht zu verkaufen sind auf dem Jahrmarkt der politischen Eitelkeiten.

Der Staat tritt an die Stelle der Helikoptereltern. Was die anrichten, brauche ich einem Psychologen/Psychiater nicht zu sagen.

Für eine sich frei entscheidende und entfaltende Persönlichkeit benötigt man klares, ideologisch nicht aufgeladenes Faktenwissen und eine Ausbildung, die es ermöglicht, die sich ergebenden Risiken auf dieser Grundlage einzuschätzen und damit sein Leben entsprechend zu gestalten. Gigerenzer nennt das “Risikokompetenz” (einfach mal danach googeln)
Und wenn ich dann eine Entscheidung getroffen habe, muss ich auch mit den Konsequenzen umgehen können.

Beispiele gefällig?
1) Ein junger Motorradfahrer heizt mit seiner Maschine wider alle Straßenverkehrsregeln, die sinnigerweise zu seinem und dem Schutz anderer aufgestellt wurden, durch die Eifel und wird dabei zum Nierenspender. –
Ups! Hätte der Staat doch noch zusätzlich seine Maschine auf 50 km/h gedrosselt oder ihn zum Radfahren gezwungen, er könnte noch leben!
2) Jemand nimmt die Möglichkeiten zur Früherkennung nicht wahr. Er kommt mit PSA 600 und einer Vorsteherdrüse, an der man sich bei der rektalen Untersuchung den Finger bricht, in die Praxis. –
OH! Hätten wir nur jährlich übers Bonusheft nicht 100 sondern 1000 Euro ausgezahlt, vielleicht wäre er ja eher gegangen?

Beides ist selbst gewähltes vorzeitiges Ableben trotz sinnvoller staatlicher Angebote/Verordnungen.

Ähnlich ist es bei den “Vereinsamten”.
Es gibt in diesem Lande bereits unzählige Vereine, Gruppen oder individuelle Freundschaftskreise, denen jeder zu seinen jungen Lebzeiten beitreten kann oder hätte beitreten können. Auch die Familie ist ein solcher Hort. Wenn ich mich aber in jungen Jahren bewußt dagegen entscheide, mir so etwas aufzubauen, dann muss ich mich nicht wundern, wenn ich später niemanden habe und darf nicht auf den Staat setzen, der schon alles richten wird. –
Na holla, da kann doch geholfen werden! In jedem Haus, in jeder Straße ein Theater, ein Bürgerhaus, ein Vereinsheim mit allen Angeboten…! Dazu noch Facebook for free! Immer her mit dem Steuergeld!

Der Staat hat nicht die Aufgabe uns permanent und in allen Lebenslagen vor unserer eigenen Dummheit (Risikoinkompetenz) zu schützen. Wenn ich weiß, daß Rauchen, man könnte auch übermäßiges Fressen und Saufen, Bewegungsmangel… nehmen, schädlich ist und ich damit “vorzeitig” ablebe, dann muss ich mich dafür oder dagegen entscheiden. Damit steigt zwar das Risiko durch andere Dinge zu sterben, aber ich sterbe dennoch. Ob statistisch “vorzeitig” oder nicht – wer weiß?

Im letzten Jahr haben wir mit viel Tamtam 500 Jahre Reformation gefeiert. Den zur gleichen Zeit lebenden Paracelsus hat man mittlerweile schon fast vergessen: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ Dazu gehören, meiner Ansicht nach, auch soziale Kontakte.

Primäre Prävention gegen Einsamkeit wären also die Stärkung und Erziehung zu bürgerschaftlichem Engagement etc. Kostet den Staat fast nichts, da Vereine in der Regel steuerbefreit sind.

Der Satz aus dem Koalitionsvertrag ist mal wieder nur Symptomkaschieren und in Aussichtstellen von neuen Stellen für die Heerscharen von Sozialarbeitern. Alles wieder mit dem Gießkannenprinzip aus dem Steuersäckel und unter Mißbrauch vermeintlicher epidemiologischer Erkenntnisse. Aber der Staat hat ja gut gewirtschaftet, wie es letztlich eine unserer Politikgrößen völlig unbedarft zum besten gab.
Ob ein solches Gießkannenprinzip dann wirklich effektiv ist, was ich bei der Betrachtung ähnlicher Aktionen bezweifle, steht auf einem anderen Blatt.

Abschließend: An der Leipziger Rathausuhr steht der Satz: Mors certa Hora incerta. Von “vorzeitig” steht da nichts!

#18 |
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#8:
Da kann ich nur zustimmen! Durch meine Reiselust, und die fast immer seit jungen Jahren bis heute mit über 60 J., schlicht und ohne Reiseleitung bin ich mit vielen verschiedenen Kulturen und anderen Menschen in engen freundschaftlichen Kontakt gekommen, habe echte liebenswerte Freunde in fast der ganzen Welt und kann das Gesagte nur unterstreichen!
Uns hier in den westlichen, überindustriealisierten Ländern (NICHT -zivilisierten!) macht unser Streben und miteinander konkurrieren echt krank!
Nirgends habe ich so viele mental gestörte Menschen kennen gelernt wie hier bei uns “Zuhause”!
Ich wurde in den vielen Ländern außerhalb Europas sehr freundlich und sogar liebevoll empfangen und oft in die Familien aufgenommen.
Und das, trotz häufig echtem Überlebenskampf und täglicher härter Arbeit, um über die Runden zu kommen und die Angehörigen zu versorgen!
Da liegen ethisch und moralisch tatsächlich Welten zwischen uns “Westlern”, wir haben uns menschlich zurück entwickelt, da nutzt der Riesen-TV, das tolle Auto und die stylische Wohnung gar nix, um unser Wohlbefinden und die mitmenschliche Kommunikation zu verbessern – im Gegenteil!

#17 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Das Thema ist insofern ein Thema für die Regierung, als die Politik der letzten Jahrzehnte das Gegeneinander deutlich mehr gefördert hat, als das Miteinander – Stichwort: Wettbewerb. Die fixe Idee, immer mehr Wettbewerb würde automatisch zu immer mehr Wohlstand und damit auch Wohlbefinden in der Bevölkerung führen, ist nicht nur falsch – mehr noch verdichten sich die Hinweise, daß ein Zuviel an Wettbewerb genau den gegenteiigen Effekt hat, weil sich durch den immer höher werden Wetbewerbsdruck die Streßbelastung jedes einzelnen immer weiter erhöht und außerdem immer mehr soziale Ungleichheit/Ungerechtigkeit entsteht.

Es ist eben nicht nur die Einsamkeit, auf die Herr Spitzer sich konzentriert, sondern jede Form sozialer Ausgrenzung und sozialer Ungleichheit, die zu eine Zunahme der benannten gesundheitichen Probleme führt. Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang: “Schmerzgrenze: Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt” von Joachim Bauer, https://www.randomhouse.de/Buch/Schmerzgrenze/Joachim-Bauer/Blessing/e348989.rhd (Blick ins Buch)

#16 |
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Dr. Wolfram Dorrmann
Dr. Wolfram Dorrmann

Lieber Herr Bargel,
schön, dass Sie nun sachlich geworden sind. Die psychologischen Theorien, zur Ätiologie von Depressionen, von denen ich sprach, sind nicht durch Korrelationen gestützt, sondern natürlich durch experimentell “abgesicherte” Zusammenhänge. Wenn dann vielleicht Korrelationen gegen die Theorie sprechen, muss man diese wirklich in Frage stellen oder gar verwerfen. Wenn sie aber mit der Theorie übereinstimmen, hat man schon etwas mehr Evidenz als z.B. bei der Korrelation der Anzahl von Störchen und der Geburtenraten. Eine Korrelation, die einer naturwissenschaftlichen Theorie entspricht, wird man auch nicht gleich als Wahnidee abtun, nur weil sie keine Kausalaussage zulässt. Wenn ich weiß, dass die Jahre des Tabakkonsums mit der Häufigkeit von Krebs korrelieren, werde ich auch keine im Tierversuch gewonnenen Kausalitäten anzweifeln (außer ich habe Gründe und gehöre zu den profitierenden Tabakwarenproduzenten). Immerhin geht es in beiden Fällen um den Tod von vielen Menschen, der durch sinnvolle Präventionsmaßnahmen vermeidbar wäre. Wenn ich sogar eine Möglichkeit zur primären Prävention habe, sollte ich mir als Gesundheitspolitiker Gedanken machen, damit die tertiäre Prävention des Gesundheitssystems gar nicht in Anspruch genommen werden muss.

#15 |
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S.g. Silke Kerscher-Hack, ein wichtiges Thema, ein fundierter Artikel. Vielen Dank. Doch den Kollegen Lauterbach als Gesundheitsminister einzuführen, scheint mir nun doch etwas zweifelhaft. Mir ist er bisher als “Gesundheitsexperte” der SPD oder “Gesundheitspolitiker” bekannt geworden. – Vielleicht sollten Sie in diesem Punkt Ihre Recherche noch einmal überprüfen.

#14 |
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Ärztin

Es gibt eine Definition für Einsamkeit: mindestens einen Monat keine Konversation mit einem anderen Menschen geführt zu haben. Das ist traurig und hat mit Kuscheln wenig bis nichts zu tun. Obwohl sich solche Menschen das bestimmt sehnlich wünschen. Das ist traurig. Wohl dem, der sich beizeiten ein tragbares soziales Netz außerhalb der Familie aufgebaut hat.

#13 |
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Lieber Dr. Dorrmann,

wie auch Frau Rust in ihrem Kommentar schreibt, es sind alles Korrelationen aber keine Kausalitäten und damit keine “wissenschaftlichen Belege”.

Man kann für vieles Korrelationen finden, aber nicht immer ist eine Kausalität damit verbunden.
Bobby Henderson hat das in seiner Kritik des Kreationismus durch seine erfundene Religion des Fliegenden Spaghettimonsters mehr als deutlich gezeigt. Er hat da die Klimaerwärmung durch die sinkende Anzahl der Piraten weltweit begründet. Die Zahl der Piraten sinkt und das CO2 steigt. Er legte sogar noch einen drauf, indem er zeigte, daß Somalia das Land mit den seinerzeit meisten Piraten, einen sehr geringen CO2-Ausstoß hat. Ein “echter” Doppelbeweis? Nein! Nur Korrelationen!

Entsprechend muss man aufpassen, daß man keine Theorien aufstellt und diese dann durch willkürlich oder zufällig gefundene Korrelationen beweisen möchte. Es geht immer um wirklich kausale Zusammenhänge. In der nur schwer meßbaren Psychologie/Psychiatrie ist die Gefahr immer besonders groß in die Korrelation-Kausalitätsfalle zu tappen.

Die vorschnelle Erhebung einer Korrelation zur Kausalität ist einer der häufigsten Fehler im Umgang mit Statistiken.

Deshalb sind auch sämtliche Studien zu Ernährung als Krebsursache Junk-Science.

Den einzigen wirklichen Zusammenhang für Krebsentstehung gibt es durch Alter. Ich verweise da immer gerne auf die Seite der Unstatistik des Monats.
http://www.rwi-essen.de/unstatistik/28/

Auch sehr hübsch, aber Unsinn, obwohl es derzeit permanent verbreitet wird: Die 6000 Toten durch Diesel und Stickoxid.
http://www.rwi-essen.de/unstatistik/77/

An Frau Reese: Mit dem “richtigen”, bias-belasteten “Studiendesign” werden Sie auch für Ihre Theorie vom Bonding eine Korrelation finden. Aber eine Kausalität?

#12 |
  30

Da kann unter Umständen ein ganz neuer Berufszweig heranwachsen, Profi-Kuschler für einsame Seelen und das Ganze auf Staatskosten. L.G. Nastassja Davidoff

#11 |
  25

Unter underem könnte man fündig werden, wenn man mal untersucht, ob diese Einsamkeit mit dem Fakt zusammenhängt, durch Kaiserschnitt geboren zu sein, bzw durch eine Geburt unter Oxytocintropf.Wenn das bonding fehlt, fehlt das das ganze Leben lang.

#10 |
  18
Dr. Wolfram Dorrmann
Dr. Wolfram Dorrmann

Lieber Herr Bargel,
natürlich sollte die Eigenverantwortlichkeit für die eigene Lebenssituation gefördert werden. Andererseits hat die Politik durchaus Einfluss auf vereinsamende Strukturen. Städteplanung ist nur ein Beispiel. Man kann das Zusammenleben von Einzelpersonen architektonisch durchaus kommunikativer strukturieren. Man muss nicht gleich an “Zwangsverpartnerung” denken. Zum Glück gibt es inzwischen Ansätze und Modellprojekte dazu (Mehrgenerationenwohnen etc.). Das Thema ist ja nicht neu. Eine schon sehr alte Studie ergab, dass in Stadtteilen mit einer höheren Anzahl von Einpersonenhaushalten auch die Suizidrate signifikant höher ist. Das sind auch nur Korrelationen, die aber mit den gängigen psychologischen Theorien zu Depression und Suizidalität gut erklärbar sind. Wahrscheinlich korreliert auch die Anzahl der Haustiere positiv mit der Zahl der Singlehaushalte. Das ist auch ein gängiger, verzweifelter individueller Bewältigungsversuch… und dann oft leider auf Kosten des Tierwohls. Und übrigens sind (laut eine aktuellen Studie in “Crisis”, 2016) die Suizidraten in unglücklichen Partnerschaften höher als bei den Singles… Dennoch ist das Thema ist komplexer, als es nur zu einem rein individuellen Problem zu machen.

#9 |
  4
Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

@Dipl.Psych. Gertrud Rust
Man kann sich deshalb inmitten der Menschen einsam fühlen, weil man von vorne weiß, das die meisten eh an einen herumzuhacken bereit sind, als einen einfach so anzunehmen wie man ist – dies hängt mit der zu kritischen Einstellung der ganzen Gesellschaft zusammen. Ich zum Glück, hatte die Chance in anderen Kulturkreisen dies so zu erleben, dass man sich von Anfang an angenommen, geborgen und wohl gefühlt hat. In den meisten westlichen Ländern hatte ich dieses Gefühl nicht.

#8 |
  3
Dipl.Psych. Gertrud Rust
Dipl.Psych. Gertrud Rust

Dipl.-Psych. Gertrud Rust, Brustkrebspatientin
Mir fehlen die eingangs vollmundig angekündigten “wissenschaftlichen Belege”, dass Einsamkeit die Entstehung von Krebs….beeinflusst. Selbst wenn dem so wäre: die von Menschen subjektiv empfundene Einsamkeit hat ihre Gründe, oder: warum kann man sich inmitten von Menschen einsam fühlen? Darüber sollte nachgedacht werden. Welcher Krankheitswert damit verbunden ist und welche Unterstützungsmöglichkeiten es für “kranke Einsame” geben könnte, sollte danach überlegt werden. Andernfalls folgt ein “Doktern am Symptom” ohne Ursachenbewältigung.

#7 |
  4
Gilles Quinet
Gilles Quinet

Introvertierte Menschen sind gerne “einsam” und werden eher krank bei zu viel “Gesellschaft”.
Es ist wohl eher so dass es verschiedene Gründe für die Einsamkeit geben kann, wie z.B. Suchterkrankungen, etc., die dann wohl auch die Lebenserwartung reduzieren können.
Gewollte Einsamkeit alleine kann wohl kaum ein Grund für ein Mehr an pot. lebensverkürzenden Krankheiten, wenn die Lebensgewohnheiten ensprechend gut sind.

#6 |
  5
Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

Ich habe mal gelesen, dass die lange Lebenserwartung der Nacktmulle mitunter auf das entspannte Leben in ihrer Gemeinschaft zurückzuführen ist. Einsames Leben der Menschen macht diese sicherlich nicht gesünder. Es ist auch sehr schwer jemanden zu finden mit dem man sich auch gut versteht. Die Welt der modernen Menschen erscheint viel egoistischer und einzel- betonter zu sein, dies sieht man sehr stark bei der heutigen Jugend – das wird vermutlich die einsamste und psychisch instabilste Generation sein, außerdem lernen sie von den Kindesbeinen an in Konkurrenz zu anderen zu stehen (Steigerung davon; Mobbing und Co.) und das ist grundlegend falsche Entwicklung für das ganze Leben.

#5 |
  2
Heilpraktiker

Single Haushalte nehmen zu. Alleine leben ist wider der menschlichen Natur, es sei denn wie beschrieben ein alleinlebender Mensch viele, viele soziale Kontakte pflegt. Dazu muß mna aber ein bestimmter Typus sein, das können nicht alle. Wir sind soziale Wesen. Die Frage ist doch, was läuft da eigentlich schief?

Ich finde in diesem Artikel nichts sensationel Neues. Auch der Umgang mit sozialen Medien wie Twitter kann übrigesn einsam machen. Wenn vor allem junge Menschen sich nicht mehr verabreden und sich nur noch mittels Medien vernetzen und austauschen . Eine Riesengfahr, auch wenn solche Aktionen wie an Weihnachten , auch z.B. Die Edeka Werbung in 2016 zur Sensibilität aufruft. Und einen Einsamkeitsminister finde ich im Ansatz absolut angebracht, wenn es nachhaltig aufgezogen wird.

#4 |
  10

Und was wollen Sie uns damit sagen, Frau Kerscher-Hack?

Sollen jetzt alle mit staatlicher Hilfe “zwangsverpartnert” werden, damit sie keinen Krebs oder andere Krankheiten bekommen? Staatlich gelenkte kollektive Zwangsbeglückung?

Sorry! Aber für seine Partnersuche/seinen Freundeskreis ist jeder selbst zuständig. Das kann der Staat nicht auch noch übernehmen. Alles andere mündet, früher oder später, in Totalitarismus. Als Ex-Mitglied der Jungen Pioniere, später FDJ, sind mir solche aufgezwungenen Kollektive zutiefst zuwider. Die Älteren werden sich wahrscheinlich mit Schrecken an Jungvolk, HJ oder BDM erinnern, das waren auch solche Zwangsgemeinschaften.

Außerdem ist es eine fragliche Kausalität, wenn Sie oben zitieren, daß Einsame mehr Depressionen hätten. Vielleicht ist es ja andersrum? Weil sie depressiv sind, finden sie keinen Partner/Freunde?

Weiter unten: ” Für valide Aussagen seien die verwendeten Daten allerdings nicht ausreichend gewesen. Zudem sei auch die Qualität der Daten teilweise als mangelhaft zu bewerten.”

Wieder viel Korrelation aber kaum Kausalitäten. Und vor allem sehr viel “könnte”.

Was betreiben Sie hier? Kaffeesatzleserei oder Wissenschaft?

#3 |
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Medizinphysiker

Mit Einsamkeit ist wohl nicht Alleinsein gemeint. Sonst könnt keine Ansteckung stattfinden

#2 |
  14

Ich vermisse eine eindeutige Definition für “Einsamkeit”, um weiteren Kommentar abgeben zu können

#1 |
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