Das Patienten-Syndikat

25. März 2010
Teilen

Gerne wird „Fehlverhalten im Gesundheitswesen“ auf Ärzte, Apotheker und Industrie reduziert. Die Beschuldigten kontern mit den „Schwarzen Schafen“. Doch noch ein Argument bringen Ärzte vor: Patienten setzten sie unter Druck, erpressten sie sogar.

Unstreitig ist, dass Fehlverhalten auch bei Patienten vorkommt. Transparency International Deutschland etwa listet eine Reihe möglicher Tatbestände auf – vom Verkauf der Chipkarte über Schein-Rechnungen, Schwindel bei der Familienversicherung, Nötigung von Ärzten und Apothekern bis hin zum Mehrfach-Verkauf von teuren Rezepten. Wie bedenkenlos manche Zeitgenossen vorgehen, kann problemlos in Internetforen beobachtet werden: Da bittet etwa eine „Braut25“ um einen Rat, wie sie eine AU-Bescheinigung fälschen könne. Denn: „Ich kann nicht schon wieder zum Arzt gehen, weil ich schon drei Wochen krank war.“

Grenzenlose Jagd nach Attesten?

Keine Grenzen gar soll die Jagd nach dem gelben Schein kennen, berichtete 2009 „Die Zeit“. Dass es immer wieder Patienten gibt, die offensichtlich keine Hemmungen haben, von ihrem Arzt falsche Gesundheitsatteste zu verlangen, etwa zur Vorlage bei Versicherungen, bestätigt im Gespräch mit DocCheck Hausarzt Dr. Dieter Conrad. Seit Abschaffung des Quartalskrankenscheines sei es für Patienten eben leichter geworden, eine solche Leistung zu bekommen, erklärt der erste Vorsitzende des Hessischen Hausärzteverbandes. Dass sie von ihrem Arzt eine Straftat verlangten, sei, so Conrad, einigen dieser Patienten nicht bewusst oder gar gleichgültig. Fast Alltag sei, dass Patienten recht klare Vorstellungen davon hätten, was sie wollen oder was ihnen angeblich zustehe, wobei es meist weniger um Arzneimittel als um Krankengymnastik, Massagen oder Fango-Packungen gehe. Beinahe resignierend klagt in einem Ärzteforum eine Hausärztin: „Den ganzen Nachmittag habe ich nur „ich will-“, „Sie müssen-” und „ich brauche-” und „das steht mir zu” -Patienten gehabt.“

Mündigkeit versus Anspruchsdenken

Ob man dies Patienten vorwerfen sollte, sei dahingestellt. Denn schließlich wird von ihnen unisono mehr Selbstverantwortung gefordert und ständig der „mündige Patient“ beschworen. Die Grenzziehung zwischen Mündigkeit, überzogenem Anspruchsdenken und erpresserischem Verhalten kann da im Einzelfall sehr schwierig sein. Die Zeiten eines väterlich-hierarchischen Arzt-Patienten-Verhältnisses sind eben vorbei und werde wohl kaum ernsthaft herbeigesehnt.

Nur wenige Fakten

Aufgrund der schwierigen Grenzziehung gibt es zwar viele Erfahrungsberichte zum nicht unbedingt strafbaren, aber gleichwohl rücksichtslosen und unsolidarischen Verhalten von Patienten, aber kaum valide Daten. Ein paar wenige Zahlen nannte laut „dpa“ letztes Jahr Professor Bernd-Dieter Meier vom Kriminalwissenschaftlichen Institut der Universität Hannover auf einer Tagung in Gießen. Bei den Fällen, die er prüfen konnte, richteten sich die Ermittlungen zu knapp 15 Prozent gegen Ärzte. Zweitgrößte Gruppe sei aber mit fast 13 Prozent die der Patienten gewesen, die sich Leistungen erschlichen hätten. Überwiegend jedoch wird die Frage nach soliden Zahlen, von Kassen wie von KVen, mit der Aussage beantwortet: „Uns liegen keine validen Daten vor“.

Auch Staatsanwalt Alexander Badle, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main kann eine Anfrage nur „dahingehend beantworten, dass keine ‘validen Daten’ zum Fehlverhalten von Patienten im Sinne einer ‘Leistungserpressung oder -erschleichung’ vorliegen“.

Meist eine „Schicksalsgemeinschaft“

In der Regel handele es sich ja um eine „Win-Win-Situation” oder eine Art „Schicksalsgemeinschaft“. Badle siedelt Verantwortung und Schuld überwiegend bei den Ärzten an, denn: „In sämtlichen hier bislang bearbeiteten Ermittlungsverfahren, in denen Patienten in die Tatbegehung involviert gewesen sind, handelte es sich jeweils um Konstellationen, in denen Arzt und Patient, ggf. unter Einbindung eines Leistungserbringers / Apothekers, kollusiv zum Nachteil des Kostenträgers zusammengewirkt haben…Es darf auch bezweifelt werden, dass ein einzelner Patient gegenüber dem Arzt eine solche „wirtschaftliche Bedeutung” entfaltet, dass ein Arzt, der nicht bereits tatgeneigt ist, dazu verleitet werden könnte, eine strafbare Handlung zu begehen. Das kollusive Zusammenwirken zwischen Arzt und Patient basiert nach meinen Erfahrungswerten auf dem Fundament des gemeinsamen finanziellen Vorteils für beide Akteure.“

Ähnlich sieht dies wohl auch Professor Andreas Stevens. Der Neurologe und Psychiater der Universität Tübingen habe, so im September 2009 die Wochenzeitung „Die Zeit“, bei einer Fachtagung auf den Schaden durch unbegründete AU-Atteste hingewiesen. Die KBV verteidigt ihre Mitglieder selbstverständlich gegen solche Vorwürfe: Ärzte gingen mit Krankschreibungen insgesamt sehr verantwortlich um. Dieses Thema setze sich eher aus Vermutungen, weniger aus Fakten zusammen. Womit die KBV nicht falsch liegt. Denn Fakten sind auch hier – beim Thema unberechtigte Krankschreibungen – Mangelware. Und selbst bei einem Thema, wo es viele Daten gibt, muss schon genau hingeschaut werden. Die Rede ist vom Abrechnungsbetrug oder vom Verdacht auf Abrechnungsbetrug – eine notwendige, kaum feinsinnige, aber oft missachtete Unterscheidung.

Verdacht auf Betrug ist nicht Betrug

Seitdem die KVen verpflichtet sind, „Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten” einzurichten (2004), hat sich laut einer Meldung vom Januar dieses Jahres zum Beispiel die Stelle der KV Rheinland-Pfalz mit 146 Sachverhalten befasst. Nur in 15 Fällen meinten die Prüfer, dass eine Straftat vorliegen könnte. In allen 15 Fällen ging es um möglichen Abrechnungsbetrug. Sie wurden an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Der größte Teil wurde nach KV-Angaben gegen Auflagen eingestellt.

Nach einer weiteren aktuellen Meldung sind zwischen 1. November 2007 und 31. Oktober 2009 bei der KV Berlin 79 Hinweise auf Fehlverhalten eingegangen. Ärzte wurden in 53 Fällen verdächtigt. Ganz oben auf der Liste: falsches Abrechnungsverhalten oder der Verdacht auf Abrechnungsbetrug. 16 Fälle habe die KV Berlin an das Landeskriminalamt weitergeben müssen. Aber: „Oft handelt es sich in solchen Fällen lediglich um fehlerhafte Abrechnung und nicht um Betrug”, wird Peter Pfeiffer, der Beauftragte der KV Berlin für das Fehlverhalten im Gesundheitswesen zitiert. Manchmal gerät ein Arzt schon ins Visier der Ermittler, weil er, so erzählt Conrad, aus Versehen eine Zahl falsch eingetragen habe.

Außerdem: Jeder zweite ambulante Pflegedienst in Hessen rechne nach einer Überprüfung der dortigen AOK falsch ab, berichtete vor vier Jahren die Fachjournalistin Alexandra Lehnen. Und Abrechnungsbetrug in der Pflege sei keineswegs auf Hessen beschränkt. In fast allen Bundesländern habe die AOK falsche Abrechnungen registriert.

Der Fall Dr. med. B.

Abrechnungsbetrug sei eben nicht auf Ärzte beschränkt und werde von den KVen keineswegs als Kavaliersdelikt angesehen, betont Dieter Conrad. Das eigentliche Problem sei ohnehin die für alle Beteiligten große Intransparenz des Systems, so der hessische Verbandschef. Bei Betrugsvorwürfen und einseitigen Schuldzuweisungen ist eh Vorsicht geboten. 17 Jahre lang zog sich der Prozess gegen den Mainzer Arzt Dr.Werner Braunbeck wegen angeblichen Abrechnungsbetrugs hin. Der Fall wurde in den Medien hochgespielt. Gegen die damit einhergehende Vorverurteilung konnte sich Braunbeck nicht wehren. Im Februar 2007 stimmte er der Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage von 32.500 Euro zu. Eine weitere Runde hätte er gesundheitlich und finanziell nicht verkraftet. Mehr als eine Million Euro kosteten ihn die insuffizienten Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Vier Monate nach Einstellung des Verfahrens starb der Arzt. Der Journalist Ingo Deris hat diesen Fall in einem Buch aufgearbeitet.

111 Wertungen (4.2 ø)
Allgemein

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

15 Kommentare:

Maike Arft-Jacobi
Maike Arft-Jacobi

Für die AUs haben die Arbeitgeber aufzukommen. Das hat nichts mit Medizin zu tun, sondern mit einem (verständlichen) Kontrollinteresse der Arbeitgeber. Man sollte mal zusammenrechnen, wie hoch sich dieser Schaden für die GKV beläuft. Ich selber war seit 10 Jahren nicht beim Arzt, weil ich mir die Arbeitszeit frei aussuchen kann. Ohne dem wäre ich rund 3 Mal pro Jahr AU-Patientin wegen irgendwelcher Bagetellen und mein Arbeitgeber hätte auch Verluste.

#15 |
  0
Selbstst. Apothekerin

Warum lässt man den Patienten nach jeder Behandlung nicht das unterschreiben, was an ihm gemacht wurde? und gibt ihm eine Kopie mit , damit man jederzeit nachvollziehen kann, ob nachträglich noch Punkte hinzugefügt wurden, oder ob zum wiederholten Mal Blutdruckmessen oder eine andere “unnötige” Leistung vollzogen wurde? Mehr Transparenz würde hier guttun! Aber ich höre schon den Aufschrei der Ärzteschaft: “wer bezahlt das?!” Dabei muss jeder Handwerker nach getaner Arbeit eine kostenlose Rechnung schreiben und ein Kostenvoranschlag kostet meist auch nichts. wenn ich meinen Arzt anrufe und eine Auskunft möchte, weil ich während der Behandlung etwas nicht richtig verstanden habe, stellt er mir eine “Beratung, auch telefonisch” in Rechnung. Ist das gerechtfertigt?

#14 |
  0

Ein gerecht honorierter (Haus-)Arzt wird, falls er denn nicht zu dem statistisch leider in allen Berufsgruppen vorhandenen, geringen Prozentsatz derer, die sich ungerechtfertigt bereichern wollen, gehört, niemanden zum Erhalt des Scheines krankschreiben, oder fraglich indizierte Massagen verschenken, um sich die Gunst des Patienten zu sichern.

Ein gerechtes Honorar macht immun gegen Erpressungen durch einzelne Patienten, auch gegen die subtile, den Arzt zu wechseln – die hier als “Schicksalsgemeinschaft” beschriebene Konstellation gehört dann der Vergangenheit an.

Wenn Kosten- und Entscheidungsträger erkennen würden, wieviel sie durch guten Lohn für gute Arbeit letztendlich einsparen können, wäre nicht nur im Gesundheitswesen ein Zuwachs an Produktivität, Ehrlichkeit und Menschlichkeit zu verzeichnen, der in Zeiten von Wirtschaftskrise und sozialer Kälte des vielgestalteten demographischen Wandels mehr gebraucht würde, als je zuvor.

#13 |
  0
Hebamme

Ich würde mehr Transparenz bezüglich der Abrechnungen befürworten.Wie hoch eine Leistung bewertet wird, ist meist nicht bekannt und auch nicht,welche Kosten (Versicherungen, Räume, Einrichtung, Personal…) damit verbunden sind.
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen bedeutet meiner Meinung nach nicht unbedingt “Abstriche” auf Kosten der Patienten oder der Leistungserbringer oder der KV en zu machen und Verteilungskämpfe zu veranstalten, sondern “bewußt” mit der ärztlichen oder anderen Leistung umzugehen und sie nur in Anspruch zu nehmen, wenn es nötig und/oder der Gesundheiterhaltung dienlich ist.

#12 |
  0

Die am stärksten Betrogenen sind wohl die Arbeitgeber durch die Lohnfortzahlung, also auch Ärzte.
Es gab mal vor ca. 30 Jahren eine Broschüre, ich glaube von den “Roten Zellen Hamburg”, deren Inhalt noch heute
im Internet zu lesen ist, mit dem Titel: “Lieber krank
feiern als gesund schuften!-Wege zu Wissen und Wohlstand.”
Wenn man die Sache weiter denkt, kommt man schnell darauf,
daß nicht nur der Arbeitgeber, sondern wesentlich die
dummen nie krankfeiernden Kollegen betrogen werden.

#11 |
  0

Je nach sozial – politischer Gemütslage werden die oder anderen Berufsgruppen öffentlich angeprangert. Meistens die Ärzte, manchmal auch andere. Jetzt wird auf die Kirchen aus bekanntem Grund geschossen, über die Ärzte herrscht verhältnismäßig Ruhe. Warten wir mal ab. Im übrigen, über die Jahre meiner beruflichen Erfahrung habe ich mir ein paar Tricks gegenüber Patienten mit ungesetzlichen Ansprüchen ausgearbeitet: ich habe sie, immer höfflich, an die Krankenkassen oder an die bis vor kurzem tief geschätzte Frau Ministerin Schmidt als Urheber der Budgetierzng verwiesen. Hat immer geklappt.

#10 |
  0
Arzt

Das ist ein sehr komplexes Thema.Zum einen wird den Versicherten von ihrer GKV oft allerlei versprochen und gleichzeitig verschwiegen, dass die Leistungen des niedergelassenen Arztes budgetiert sind. So ist die Divergenz von subjektiv erlebtem Leistungsanspruch und realer Leistungsmöglichkeit in vielen Fällen Ergebnis eines bewusst eingesetzten Instruments.Der Versicherte ist glücklich und bleibt seiner Krankenkasse erhalten, der Schwarze Peter wird dem Leistungserbringer zugeschoben und ggf. bleibt der Arzt auf den Kosten sitzen.

Ein anderer Punkt ist fehlendes Unrechtsbewusstsein bzw. Gedankenlosigkeit auf beiden Seiten.

Ein Beispiel: Anwärter müssen ein amtsärztliches Gesundheitszeugnis vorlegen, um verbeamtet werden zu können. Zusätzlich zur körperlichen Untersuchung werden vom Amtsarzt Befunde herangezogen, die der Anwärter mitbringen muss. Das sind ausgewählte Laborwerte, ein Röntgen-Thorax sowie eine hausärztliche Bescheinigung über bestehende Erkrankungen.

Obwohl die Kosten dafür vom Anwärter selbst zu tragen sind bzw. der Dienstherr dafür aufkommt, werden die genannten Untersuchungen fast immer zu Lasten der GKV abgerechnet.

Wenn man die Betreffenden darauf anspricht, erlebt man seltenst ein entsprechendes Problembewusstsein.

Fälle, in denen bewusst Leistungen “erschlichen” oder aus freien Stücken zu Unrecht gewährt werden, sind meiner Meinung nach sehr, sehr selten.

#9 |
  0

Nun hatte ich zwar als Hautarzt nicht allzuviel mit AU-Wuenschen zu tun. Aber mir war immer klar, und das hat mich extrem restriktiv gehalten, dass die, die einen fuer einen gelben Schein aufs Kreuz legen, einen im Grunde verachten.

Das schadet dem fachlichen Ruf. ” Wenn Du einen gelben Schein brauchst geh zu Dr X, wenn Du wirklich krank bist, zu Dr. Y.”

#8 |
  0
Zahnarzt

Da hat der Staatsanwalt aber wenig Ahnung. Wenn dort eine ganze Familie – und damit ist nicht nur eine Kleinfamilie gemeint, sondern 20 bis 30 Mitglieder – da steht schon eine erhebliche Marktmacht dahinter und meist hängen dann auch noch diverse Freunde mit dran. Da geht man schon einmal großzügig mit AU’s etc. um. Denn auf solche Größenordnungen können schon eine ganze Reihe von Praxen nicht verzichten.

#7 |
  0
Diplommedizinpädagogin Monika Putzer
Diplommedizinpädagogin Monika Putzer

Schwarze Schafe gibt es mit Sicherheit überall. Und auch wenn ich nicht der Ansicht bin, dass man das nicht ahnden sollte, gleichgültig, von welcher Seite das ausgeht, so wundert mich aber doch, dass bei all der akribischen Sucherei nach Schuldigen, die unnötige Kosten im Gesundheitssystem verursachen, noch niemand auf die Idee verfallen ist, zu überprüfen, wie viel überflüssiger und ungerechtfertigter Verwaltungsaufwand die KVen verursachen…
Je verklausulierter das Gesundheitssystem wird, desto mehr Abgründe öffnen sich. Hätten wir ein einfacher strukturiertes Gesundheits- und Abrechnungssystem, würden wir alle nicht nur eine Menge Geld sparen, sondern bräuchten auch keine umfäglichen Vermutungen und mit Vermutungen angefüllte Statisktiken um Betrügereien festzustellen.

#6 |
  0

Bei Patienten wo ich den Verdacht habe, dass sie sich eine AU erschleichen wollen, schreibe ich nur den Tag wo sie in die Praxis kommen krank, müssen dann halt am nächsten Tag wieder kommen. Das wird ihnen mit der Zeit auch lastig!

#5 |
  0

Auch in der Schweiz kämpfen wir mit den gleichen Problemen. Eines klares Nein ist oft heilsam und hält einem die schwierigsten Zeigenossen vom Hals.

#4 |
  0
Ralf Pracht
Ralf Pracht

Wir alle – Therapeuten, Patienten, Krankenhäuser, Pharmaindustrie, etc. – haben uns über sechzig Jahre wir die Made im Speck im deutschen Gesundheitswesen eingerichtet. Jetzt müssen alle Abstriche machen (z.B. ist das Verordnungsvolumen zu Lasten der GKV in meiner Praxis um je 17 % p.a. in den letzten beiden Jahren zurückgegangen, da ist die gegenseitige Schuldzuweisung schnell ausgesprochen. Nur wenn wir alle mit den vorhandenen Mitteln sorgfältig, verantwortlich und sparsam umgehen, können wir uns vor dem Kollaps bewahren.
Gerade uns Freiberuflern steht auf Grund unseres Sonderstatus ein vorbildliches Verhalten gut an, sonst sind wir auch nur ein Gewerbe wie jedes andere auch.

#3 |
  0

Lange Wartezeiten und Ärger über das ineffiziente System in der GKV haben wir nicht verursacht und nicht zu verantworten. Im Gegenteil, wir Ärzte habe lange oft oft genug eindringlich gewarnt. Ich bin inzwischen ruhiger geworden, lese diese diese Internet-Bewertungsseiten gar nicht. Und wem es nicht passt, der kann ja die Praxis gern wechseln. Wir haben doch eh alle genügend zufriedene und dankbare Patienten. Da müssen wir uns doch nicht noch herumärgern und vielleicht zum “Straftäter” werden. Es lebt sich einfach ruhiger, wenn man den “berechtigten” Frust weg lächelt.

#2 |
  0
Dr. Thomas Kandler
Dr. Thomas Kandler

Lesenswert – in dieser Richtung bräuchten wir Ärzte dringend harte Daten und ein anderes Versicherungssystem, das einen Selbstbehalt enthält (wie bei Privatversicherung) eine Prämienrückvergütung und zur Kontrolle der Vertragspartner (Arzt und Patient) eine Rechnung,

#1 |
  0


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: