Ärztliche Basisprüfung: Monster kommt näher

26. März 2010
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15. März bis 15. September, noch 6 Monate, jetzt ist es wirklich auch spürbar in greifbare Nähe gerückt. Die Ärztliche Basisprüfung kommt unaufhaltsam näher. Das Lernen, Zusammenstellen der Unterlagen und vor allem die Planung der Zeit bis zum großen Tag beginnt...

Man muss sich ja selber treu bleiben…

Ich bin ein Mensch, der sich im März schon auf den Aachener Weihnachtsmarkt freut, und im August anfängt die Tage bis Karneval zu zählen. Und da man sich ja selber treu sein sollte, habe ich beschlossen, auch schon jetzt frühzeitig mit der Arbeit zur Basisprüfung zu beginnen. Ich will nicht unbedingt mehr machen als andere, aber ich möchte in den letzten Wochen vorher einfach weniger Stress haben. Bei den letzten Organblöcken im vergangenen Semester habe ich auch immer sehr früh angefangen. Das hat sich sowohl von der Note gelohnt, als auch für mich und meine Mitmenschen: Das Leben vor der Prüfung war viel angenehmer und ich weniger angespannt.

Gesagt, getan…

Angefangen habe ich mit einem kreativ-bunt gestalteten Excel-Sheet, in dem die Zeit rückwärts läuft und am letzten Prüfungstag im September endet. Dummerweise wird die Vorbereitung auch noch durch weitere Systemblöcke des 6. Semesters „gestört“, die auch noch irgendwie unterzubringen sind. Ungewohnterweise wurde uns jetzt schon ein aktueller Stundenplan zugeschickt, normalerweise ist das in Aachen so, dass man erst kurz vor oder – hat es auch schon gegeben – nach einer Veranstaltung informiert wird. Aber man gewöhnt sich an alles.
Außerdem habe ich wie geplant mit dem „Trepel“ angefangen, die Neuro-Bibel schlechthin. Witzigerweise macht das sogar – wenn man das beim Fachbuchlesen überhaupt empfinden kann – etwas Spaß. Der Systemblock Neurologie war bei uns recht umfangreich und kurz, da ist kaum was hängen geblieben. Die Neuroanatomie haben wir dann „stellenweise“ aus dem Buch gepickt. Jetzt habe ich festgestellt: Wenn man vorne im Buch anfängt, und das Buch wirklich wie ein Buch liest, weiß man am Ende des Kapitels auch, was der Autor mit der Zusammenfassung überhaupt meint.

Evas Geniestreich

Eva Luna ist unsere liebste Mitstudentin. Eva muss man einfach lieben, man kommt nicht drum herum. „Evaluna“, wie es richtig heißt, ist das Evaluierungssystem für die medizinischen Studiengänge in Aachen. Mit Verstand programmiert: Die Teilnahme ist Pflicht, sonst bekommt man seine Scheine nicht. Die erste Frage erfragt, ob man die jeweilige Veranstaltung überhaupt evaluieren will. Wenn man verneint, hat man auch schon fertig evaluiert. Gut, dass es Pflicht ist. Stell dir vor, es ist Evaluierung, und keiner geht hin. Nach Abgabe des Barcode-Codierten Zettels bekommt man einen Stempel, mit dem man nun seine Leistungsnachweise, die „Scheine“ abholen kann. Wenn man sie denn braucht!? Bei der Anmeldung zur Basisprüfung muss man die Scheine im gleichen Büro vorzeigen, wo man sie auch erhalten hat. Jedenfalls: Ich habe eben evaluiert und fahre dann Dienstag noch schnell zum „stempeln“, aber dann ist wirklich Urlaub, ab nach Namibia!

Was kommt da eigentlich auf uns zu?

Ich freue mich schon ein bisschen aufs Semester, und gespannt sind wir alle auch. In den ersten beiden Wochen wird uns erklärt werden, wie genau so eine Prüfung ablaufen wird. Es kursieren viele Gerüchte, und wir sind alle gespannt, was da am Ende dran ist. Man wird über Stunden eingesperrt… man darf kein Handy dabei haben, egal ob ein- oder ausgeschaltet… man darf nicht zur Toilette…!? Ich bin gespannt, ob die Grundrechte tatsächlich ausgehebelt werden wird oder ob das mehr oder weniger übertriebene Erzählungen der früheren Durchgänge sind. Ich mach mir da eigentlich weniger Sorgen, wie die Toiletten-Modalitäten sind, dennoch freue ich mich schon jetzt auf den Tag, an dem alles vorbei ist.

Den Fortschritt schwarz auf weiß

Das neue Semester beginnt direkt mit unserem „Progress-Test“. Jedes Jahr, egal ob Erstsemester oder Examenskandidat, müssen sich alle Aachener Mediziner einem 200-Fragen umfassenden Test auf Examens-Niveau stellen. Durchfallen kann man nicht, aber hingehen muss man. Idealerweise, wenn man wirklich Lust darauf hat und nicht vom Kater der Semesteranfangs-Parties gehemmt ist, sollte sich so über die einzelnen Jahre ein gewisser Fortschritt vom blutigen Anfänger zum Mediziner-Profi abzeichnen. Für die eigene Kontrolle gar nicht schlecht, außerdem erhoffe ich mir insgeheim, dass diese IMPP-ähnlichen Fragen auch unserer Basisprüfungs-Multiple-Choice-Klausur ähneln, damit man schon mal so ungefähr ein Gefühl bekommt. Zwar kennen wir aus unseren Organblöcken MC-Klausuren zur genüge, aber die sind eher „vorklinisch“ mit reichlich Anatomie und Histologie, während die Basisprüfung an sich eher klinisch-praktisch orientiert sein soll. Wir werden es sehen, was daran wieder dran ist…

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