Facharzt werden ist kein Zuckerschlecken

31. März 2010
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Vom Medizinstudium zum Facharzt scheint es gerade für Studenten zu Beginn des Studiums ein sehr langer und steiniger Weg zu sein. Zwischen all den Seminaren, Vorlesungen und dem Lernstress vergisst man häufig, was das eigentliche Ziel der ganzen Plackerei ist. Und dann passiert es plötzlich: Das Studium ist abgeschlossen und irgendwie muss es ja nun weitergehen…nur wie?

Mit dieser und ähnlichen Fragen im Gepäck machte ich mich im Dezember 2009 mit einigen Gleichgesinnten auf den Weg zum Symposium „Vom Medizinstudium zum Facharzt“ im Fortbildungszentrum der Ärztekammer Hessen in Bad Nauheim.
Aufmerksam geworden war ich auf die Veranstaltung unter anderem, weil dort die Ergebnisse einer Befragung der hessischen Landesärztekammer an hessischen Absolventen der Humanmedizin im Herbst 2009 vorgestellt werden sollten, an der auch ich teilgenommen hatte. Ich war neugierig und gespannt, was meine Kommilitonen auf die Fragen nach dem “warum”, dem “wie” und dem Ziel ihres Studium geantwortet hatten. Wie zufrieden sind die frisch gebackenen Ärzte und Ärztinnen mit der Ausbildung gewesen, die wir genießen durften? Und wussten sie etwa schon im ersten Semester, welcher Facharzt am Ende des sehr langen und steinigen Weges auf sie warten würde?

Interessant schien mir auch die Mischung der Teilnehmer und Vortragenden aus Studenten, Ärzten und Vertretern verschiedener anderer Interessengruppen, wie z.B. dem Marburger Bund, der freien Wirtschaft oder dem hessischen Landesprüfungsamt. Und in der Tat gab es viele interessante Vorträge, heiße Diskussionen und diverse Ausstellungsstände rund um das Thema „Arzt sein“.

Die Befragung der Absolventen des Medizinstudiums im Herbst 2009 ergab zum Beispiel, dass 63% der Antwortenden weiblich gewesen sind und das Durchschnittsalter bei Abschluss des Studiums 28,3 Jahre betrug. Das alleine überrascht wohl die wenigstens von uns, denn es spiegelt das Bild im Hörsaal gut wieder: Frauen in der Überzahl und gut-Ding will-Weile-haben.

Auch die Gründe, warum gerade das Medizinstudium gewählt wurde, sind mit wissenschaftlichem/medizinischem Interesse (65%), interessante/vielseitige Tätigkeit (59%) und Umgang mit Menschen (58%) durchaus nachvollziehbar. Gute Karrierechancen (5%) oder eine gute Bezahlung (5%) hingegen erwarten offensichtlich die wenigsten von uns. Die Frage, ob wir das Studium nochmals wählen würden, beantworteten 51% der Befragten mit “sicher ja”, und immerhin weitere 37% mit “eher ja”. Interessanterweise fühlten sich immerhin rund 35% aller Befragten durch ihr Studium schlecht auf das Berufsleben vorbereitet. Ob dieses Glas nun halb voll oder halb leer ist, bleibt jedem selbst überlassen.

Die drei beliebtesten Weiterbildungsgebiete waren Innere Medizin, Anästhesie und Orthopädie/Unfallchirurgie und trotz aller düsteren Vorahnungen gab die große Mehrheit meiner Kommilitonen an, als Arzt bzw. Ärztin tätig sein zu wollen.

Es gibt also immer noch begründete Hoffnung für den Beruf Arzt. Mögen die äußeren Umstände auch gelegentlich etwas ungünstig erscheinen, so dürfen wir uns doch nicht von unserem Weg abbringen lassen, auch wenn er gelegentlich etwas lang und steinig daher kommt.

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