„Herr Doktor, füttern Sie mich mit Vitamin D!“

2. März 2018

Patienten vermuten häufig einen Vitamin-D-Mangel als Ursache ihrer Beschwerden, gerade im Winter. Meistens ist die Sorge unbegründet. Bei welchen Krankheiten ist ein Zusammenhang mit einem niedrigen Vitamin D-Wert überhaupt belegt? DocCheck befragte einen Endokrinologen.

Das Interview in schriftlicher Ausführung:

Prof. Dr. Helmut Schatz, Endokrinologe: „Es gibt immer heiße Themen. Einmal war es das Vitamin A, dann das Vitamin C. Heute ist es das Vitamin D. Aber warum?

Weil an fast allen Geweben im Körper Vitamin-D-Rezeptoren vorkommen. Die hat z.B. Hector DeLuca ein halbes Jahrhundert lang erforscht. Nur die Frage ist: Was spielt es für eine Rolle? Für den Menschen, für die Gesundheit und für die Krankheit?

Jetzt gibt es sehr viele Untersuchungen, bei denen man Querschnittsstudien macht. Das heißt, man nimmt 1000 oder 5000 Leute und schaut wie hoch ist hier der Vitamin-D-Spiegel. Auf der anderen Seite beobachtet man, wie oft welche Krankheit auftritt. Wenn der Vitamin-D-Spiegel niedrig und die Krankheitsrate hoch ist, dann ist das assoziiert, aber nicht kausal verbunden.

Der niedrige Spiegel bewirkt also nicht direkt diese Erkrankung. Kann sein, ist aber nicht bewiesen. Solche Querschnittsstudien, epidemiologischen Studien oder Kohortenstudien sind alle nicht aussagekräftig.“

Welche Erkenntnisse bezüglich Vitamin D sind gesichert?

„Gesichert ist Vitamin D bei Neugeborenen zur Rachitis-Prophylaxe. Da kriegt das jedes Neugeborene im ersten Lebensjahr bzw. bis zum ersten Frühling nach der Geburt. Dann ist es bei der Osteomalazie gesichert. Wenn der Darm nicht genügend Kalzium aufnehmen kann und der Knochen erweicht. Gesichert ist es auch bei der Niereninsuffizienz, wenn Patienten dann schon an der Dialyse sind.

Gibt es einen sekundären Hyperparathyreoidismus, dann ist das Parathormon zu hoch. Das mobilisiert dann das Kalzium aus den Knochen, weil der Darm nicht genügend aufnehmen kann. Gesichert ist es zur Behandlung des Hypoparathyreoidismus, wenn die Nebenschilddrüsen die Funktion einstellen oder bei einer Kropfoperation zufällig entfernt wurden. Dann macht man es zusammen mit Vitamin D.

Lange gesichert und in der letzten Zeit ein bisschen in Frage gestellt, ist es auch bei der etablierten Osteoporose bzw. bei älteren Menschen zur Prophylaxe der Osteoporose. Alles andere ist nicht nachgewiesen. Oder wie man sagt: „geevidenced“.

Da gibt es noch keine randomisierten, kontrollierten, prospektiven Studien mit genügend Power.“

Was sollten Hausärzte ihren Patienten in Bezug auf Vitamin D Einnahme als Prophylaxe raten?

„Man braucht es nicht zu nehmen. Vielleicht kann man die normale Nahrung ein bisschen mit Seefisch, also Lachs, Dorsch usw. anreichern. So kriegt der Mensch genügend Vitamin D. Er speichert das auch vor allem in der Leber. Der Mensch kommt damit gut über den Winter. Auch wenn im Winter die Werte niedriger sind als im Sommer. Aber die reichen schon noch aus bei uns.

Gehen Sie lieber viel ins Freie hinaus. Auch im Winter bei bedeckter Sonne. Da ist auch UV-Licht da. Möglichst mit unbedeckten Händen, keine Handschuhe oder die Unterarme und das Gesicht frei. Das genügt eine halbe Stunde täglich. Was man nicht machen soll, ist das, was man ja immer wieder gefragt wird bei uns. Da sprechen sich alle dafür aus, dass man die Nahrungsmittel von vornherein mit Vitamin D versetzt. Das braucht nicht zu sein und soll auch nicht so sein. Sonst kann man ja alles zusetzen, wenn man will.

Wenn jetzt der Patient kommt und sagt, er will es haben, dann sagen Sie ihm, er soll es sich kaufen, wenn er will. Wenn es bis zu 1000, 2000 Einheiten pro Tag sind. Dann wird ihm das nicht schaden. Aber ich würde es ihm nicht verschreiben, weil das das Budget belastet und es nicht notwendig ist. Es sei denn, er gehört einer Risikogruppe an.“

Kann man Vitamin D überdosieren?

„Mit dem, was man rezeptfrei bekommt, kann man sich kaum überdosieren. Das sind Präparate, die es z.B. beim Aldi oder Lidl an der Theke zu kaufen gibt. Da ist wenig drinnen und da wird nichts passieren. Das kann man schlucken. Manche sagen: „Man muss mehr geben, das ist ungenügend, das ist nur ein Tropfen.“ Die geben dann vielleicht täglich 10- oder 20.000 Einheiten. Das wird dann aber zu viel.“

Was sind die Folgen einer Überdosierung?

Nierensteine, denn es wird ja oft mit Kalzium zusammen genommen. Außerdem Verkalkungen an den Herzkranzgefäßen.“

Haben Sie noch einen Rat für Ihre ärztlichen Kollegen?

„Also der Hausarzt soll nicht den Vitamin-D-Spiegel messen lassen. Das gehört nicht zu einem Screening-Parameter, auch wenn der Patient das verlangt. Denn für die Vitamin-D-Messungen wird für die Krankenkassen genauso viel Geld ausgegeben wie für die Vitamin-D-Präparate selbst. Also das Messen ist teuer.

In der englischen Zeitschrift The Lancet stand einmal, Vitamin D zu messen ist ‚unnessecary costly and confusing‘. Unnotwendig teuer und verwirrt. Also gar nicht messen. Wenn ein Patient zu mir kommt und sich irgendwo einen Vitamin-D-Spiegel hat messen lassen und wenn der Wert dann unter 30 oder meist 20 ng/ml ist sagt dieser: ‚Ich habe einen Vitamin-D-Mangel.‘

Zunächst einmal vorab: Wir Ärzte behandeln keine Laborwerte und keine Röntgenbilder. Wir behandeln Menschen mit Symptomen.

Ein Mensch, der einen niedrigen Vitamin-D-Wert hat, braucht nicht behandelt zu werden. Wenn er dennoch sehr niedrig ist, schon. Es kann dann sein, dass dieser sich über längere Zeit dann auswirkt. Das muss man dann erwägen.

Das Robert Koch Institut, das für uns zuständig ist, definiert folgendermaßen: Vitamin-D-Werte über 20 ng/ml sind normal. Von 10-20 ng/ml wird das suboptimale Vitamin-D-Versorgung genannt.

Das Institute of Medicine in den USA nennt das ‚insufficiency‘. Das entspricht dem in ungefähr. Deficiency ist dann erst als ein richtiger Mangel bei unter 10 ng/ml festgelegt.

Unter 5,2 ist es ein schwerer Mangel. Zwischen 5 und 10 ein moderater. Über 10 ist also eine suboptimale Vitamin-D-Versorgung, wo man aber nichts zu machen braucht, wenn keine Symptome da sind.“

254 Wertungen (2.06 ø)
Medizin

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40 Kommentare:

Mitarbeiter von DocCheck

Die Redaktion postet folgenden Kommentar im Namen von Thomas Rapp:

Sehr geehrter Herr Prof. Schatz,
ich schaue immer wieder ganz gerne in Doc Check hinein. Man lernt….
sehr viel über seine Mitmenschen. Am 2.3. ging es dabei um Vit D — 500 Jahre nach Martin Luther eine
wohl ganz wichtige Glaubensfrage. Ich habe das Interview sehr aufmerksam gelesen und gedacht, hoppla, da
traut sich einer was und war gespannt auf die Kommentare. Bei Glaubensfragen überschlägt sich die DocCheck Community regelmäßig.
Vor allem Nichtfachleute reagieren und meist äußerst humorlos. Es hat sich dabei in den letzten 500 Jahren nichts geändert an
Intensität, Infamität und Bösartigkeit.Facebook, Twitter und Herr Trump sind fast schon harmlos. Steckt vielleicht sogar die Redaktion dahiner. ?
Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind in der Tat hohe Güter, leider aber nicht an Verstand gebunden.
Und heute, 5 Tage danach, wird die Redaktion nur noch mitteilen, dass sie zwischenzeitlich andere Themata für wichtiger erachtet.
Freundliche Grüße. Thomas Rapp

#40 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Es geht im Internet sehr ruppig zu, besonders gegen Autoritäten. Die Leute meinen, sie könnten im Schutze der Anonymität alle Hemmungen fallen lassen. Diese Art des Umgangs hat auch die medizinischen Portale erreicht. Und wir sind erstaunt, welch schlichtes Weltbild dem zugrunde liegt; wir dachten doch, wir wären heute weiter als zu Zeiten des Mesmerismus.

#39 |
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Prof. Dr. Helmut Schatz
Prof. Dr. Helmut Schatz

Die neue Medizin orientiert sich an den OUTCOME-Studien: Die heutige, auf Beweisen basierende Medizin (EBM) erfordert ein Umdenken für uns alle: Die Resultate von prophylaktischen und therapeutischen Maßnahmen sind heute vom Ende (OUTCOME) her zu betrachten: Outcomes sind Überlebenszeit bzw. Tod jeglicher Ursache, Tod und nicht-tödliche Ereignisse aus bestimmten Ursachen (z.B. Herzinfarkt), Krebs, Diabetes usw. einschließlich der Erfassung der Lebensqualität (unter doppelblind gegebenem Verum oder Placebo). Pathophysiologische Überlegungen und Surrogatparametern wie etwa HbA1c bei Diabetes treten zurück. Das gilt auch für Vitamin D. Cochrane-Analysen ( Bjelakovic 2014) und große Metaanalysen (Autier et al. 2017, Bolland et al. 2014) liefern Hinweise (wie etwa eine um 3% verringerte Gesamtmortalität und vielleicht, aber noch nicht gesichert weniger Exacerbationen von Asthma und COPD (Autier et al. 2017). Beweise bringen aber nur prospektive, randomisiert-doppelblinde Placebo-kontrollierte Studien an genügend vielen Personen und von genügend langer Dauer. Nur diese haben ausreichende statistische Power, die vor Studienbeginn berechnet werden muß. Solche Studien mit Vitamin D laufen aber noch: Die VITAL- Studie in den USA an ~25.000 Personen über 5 Jahre, die 2018/2019 abgeschlossen/ausgewertet sein wird, sowie die große australische Studie an ebenfalls ~25.000 Personen über 15 Jahre, deren Resultate 2025 vorliegen werden.

Meine von vielen heftig kritisierte Darstellung beruht also auf den 2018 vorliegenden EBM-Daten, und ist somit wohl up-to-date, nicht „veraltet“.

Ich darf meine herzliche Bitte wiederholen: Diskutieren Sie sachlich, bleiben Sie kollegial und werden Sie nicht beleidigend. Dass ich mit meiner Darstellung ein „Verbrechen an der Menschheit“ begangen hätte, ist schon „starker Tobak“.

#38 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

@ Ines Ade
Im April vom 14.-15.04. für Studenten kosten beide Tage sogar nur 80€ ;)

Zum Artikel: meine Güte, mal abgesehen von der furchtbaren Ausdrucksweise des Herrn Dr. ist der Artikel auch ansonsten eher “flach gehalten”. Kann man nur den Kopf schütteln…

#37 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Das ist ja nicht zum Aushalten, was man hier lesen muss. Wie sich die Kollegen ereifern, weil ihnen das Vitamin- Spielzeug genommen wird. Mehr als wir wissen, wird wohl Medizin auf Heilpraktiker- Niveau ausgeübt. Die Sperrung der Kommentar-Funktion wegen des Update hat mich geärgert, allerdings hätte es doch keine Diskussion gegeben, denn die Kollegen waren völlig faktenresistent. Aber, das ist kein neues Phänomen, denn alternative Fakten sind ja zur Zeit nicht nur in der Medizin hoch im Kurs.

#36 |
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Prof. Dr. Helmut Schatz
Prof. Dr. Helmut Schatz

Bitte sachliche, kollegiale Kommentare wie auf anderen medizinischen Portalen. Auch bei DocCheck sollten Ausdrücke wie “kompletter Unsinn”, “unsäglicher Schwachsinn”, “ganz ungeheuerlich” nicht gebraucht werden. Und schon gar nicht ein Vorwurf, der sogar justiziabel ist wie “… ein Verbrechen an der Menschheit”. Den Vorwurf, ich sei “pharmahörig” oder “pharmagesponsert” ist, verstehe ich nicht – es ist doch genau gegenteilig.
Meine Darstellung beruht auf jüngsten Cochrane-Analysen und neuesten Metaanalysen (Autier et al.November 2017). Sie gibt die evidenzbasierte Studienlage 2018 wieder, nicht die “von 1980”. Im Übrigen publizierte die Stiftung Warentest am 28. April 2018: “Vitamin D kann weder Krebs, Diabetes, Depressionen noch Herz-Kreislauferkeankungen vorbeugen.Gesunde, aktive Erwachsene profitieren nicht von einer Supplementierung”.

#35 |
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Medizinphysiker

ein kurzer cut – Fachkompetenz vs. Stil

Ich werde mich nicht an der diskrepanten Diskussion zum evtl. mehr als diskussionswürdigen Beitrag beteiligen.
Wer bei aller Diskrepanz aber mit so fragwürdigem, unakademischem Schreibstil über einen ärztlichen Kollegen schreibt, der hat zwar möglicherweise fachliche, aber keine kommunikative oder soziale Kompetenz und verrät seinen vllt. ebenso fragwürdigen Sprachstil mit oder vor Patienten bei abweichender Meinung von einem Fachkollegen ?

Vielleicht können die verdichteten Bemerkungen aus den Kommentaren künftigen Schreibern einen stilvollen Schreibstil abnötigen !

Was für ein unsäglicher Schwachsinn!
…..ist entweder pharmahörig und/oder pharmagesponsort….
Besonders weil so viele Mediziner professorenhörig sind…
So ein Quatsch…..
Das ist der größte Bullshit…
Das ist kompletter Unsinn, was der ältere Herr da erzählt.
Selten so einen Schwachsinn in diesem Portal gelesen.
Was für ein unsäglicher Schwachsinn!

N e h m e n S i e s i c h e i n B e i s p i e l, wie Widerspruch zivilisiert und akademisch geleistet wird :
Hochachtung, dass hier auch mal vehement widersprochen wird, wenn etwas so Veraltetes als aktuelles Wissen verbreitet wird.
Mich wundert es sowieso, wie hier so ein antiquiertes Wissen, Stand 1980, veröffentlicht werden kann!?
Ich habe andere Meinungen gelesen, für die umsichtiger und fundierter argumentiert wurde.

#34 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich freue mich sehr, all die Kommentare zu lesen. Meine Hausärztin ist der Ansicht, dass 1000 i.E. pro Tag reichen. Und selbst die muss ich mir noch selber kaufen. Aber das mache ich gern, denn ich merke, dass es mir hilft. Zusätzlich nehme ich noch K2 und Magnesium/Kalzium, damit das Vit. D dort landet, wo es soll. Was ist das für eine Begründung: “wo man nichts zu machen braucht, wenn keine Symptome da sind.” Dann ist es doch schon längst zu spät. Vorbeugen ist besser als nachoperieren.

#33 |
  5
Dr. med Claus Daumann
Dr. med Claus Daumann

Bei einem Kongress vor Jahren in Berlin (VItamin D Update) hatte ich die Gelegenheit , auch mit einigen Endokrinologen zu sprechen. Kurz zuvor hatte sich eben jener Prof. Schatz ähnlich unwissenschaftlich geäußert (Nebnebei: das tut er seit Jahren. Ich glaube, die Psychiater nennen das Perseverieren). Sie haben sich ihres Ehrenvorsitzenden geschämt. Und – das meine ich aus tiefstem Herzen und mit Überzeugung: zurecht! Diese völlig haltlosen, jeder physikalichen und biologischen Grundlage entbehrenden Äußerungen sind einfach nur peinlich. Hier mal wirklich jemand, der Ahnung hat: Ganz aktuell: Prof. Spitz. https://www.youtube.com/watch?v=xEU7Hb8KrpM.
Merke: Du kannst eine kleine Gruppe von Menschen für immer und eine große Menge für kurze zeit in die irre führen, aber nicht die Mehrheit für immer (frei nach Abraham Lincoln). Die Revolution kommt von unten, auch wenn es so flapsig in der Überschrift dargestellt ist. Und wenn ich den nächsten Vortrag vor vollen Haus halte über das Thema Vitamin D werde ich einige Zitate aus dem Interview auf DocCheck als abschreckendes Beispiel einfelchten. DocCheck sollte sich wirklich überlegen, ob die Redaktion sich weiterhin so einseitig berichtet oder wirklich an Fakten interessiert ist. Photobiologie und Physik liefern die Grundlagen, die auch ein Professor Schatz nicht entkräften kann.

#32 |
  6
Dr.med Annette Schneider
Dr.med Annette Schneider

Wenn man die Menschen krank halten will und depressiv, braucht man nichts zu machen….. wenn ma aber am Patienten orientierte Medizin macht und täglich die Erfolge und Verbesserungen , alleine schon durch Vitamin D sieht, schon über 7 Jahre, dann wäre es ein Verbrechen an der Menschheit, das nicht zu unterstützen.
Ich bin Frauenärztin mit Naturheilkunde und betreue ganze Familien und nie habe ich soviel Erfolge gesehen, wie nur alleine durch Vitamin D…..auch häufig bei Kinderwunsch….allein das ist es schon wert… denn was macht unsere Gesellschaft ohne Kinder in der Zukunft…?

#31 |
  31
Naturwissenschaftler

Zur technischen Umsetzung:
Klasse! – wie schon oft gewünscht: Text zum Videobeitrag – Danke!

#30 |
  2
#29 |
  5
Dr. rer. nat. Thomas Stauch
Dr. rer. nat. Thomas Stauch

@Herr Gfrörer
Was wollen Sie damit sagen?
Dass das nachdrückliche Einfordern einer Wahlleistung Symptom eines Vitamin D-Mangels ist?

#28 |
  24
darius schrey
darius schrey

Vielleicht stimmen die Grenzwerte nicht ganz überein, aber prinzipiell hat Prof. Schatz recht. Bin selber Nephrologe und behandle die Gruppe der Patienten mit sek. Hyperpara – aber schon ab St. G3. Hier bewirkt eine Substitution von “nativem” Vit D wahre Wunder. Vit D supplementierung bei ansonsten gesunden Menschen ist meines Erachtens nicht notwendig.

#27 |
  20
Andreas Riedel
Andreas Riedel

Ausgesprochen polemische Argumentation

#26 |
  13
Gesundheits- und Krankenpfleger

Zunächst einmal vorab: Wir Ärzte behandeln keine Laborwerte und keine Röntgenbilder. Wir behandeln Menschen mit Symptomen.

Eine kranke Kassen-Patientin in Rente möchte den D-Wert bestimmt haben, die Hausärztin lehnt mehrmals obwohl die Patientin dies als Wahlleistung erbittet.
Bei einer endokrinologischen Visite wird behandlungswürdiger Mangel festgestellt und mit 20.000 Einheiten rezeptiert.

#25 |
  13
Gesundheits- und Krankenpfleger

Meine Großeltern waren noch Landwirte, im Sommer immer draußen, hatten sicher meist einen guten Vit.D -Spiegel. Im Dunkeln ins Büro, im Dunkeln nach Hause und wenn mal Baggersee ist die Haut – weil nicht gewohnt – ratz fatz rot.
Pantorazol steht im Verdacht, ein Vitamin D-Räuber zu sein, wird aber gerne alleine aus juristischen Gründen gerne verordnet. Dekristol ist (zu) teuer und in neuer Verpackung nochmals verteuert worden, aber die Pharmaindustrie verdient eben nicht so viel an Vit. D. Herr PRof. schatz bekommt sicher viel Lob von den Arzneimittelherstellern.
Ich nehme Dekristol seit einigen Jahren und es mir besser als zuvor – und besser als mit Traubenzucker.

#24 |
  15

Dieses Interview setzt den Schlusspunkt! Die Artikel hier waren schon länger – nun sagen wir heterogen in ihrer Qualität, aber das ist so jenseits des aktuellen Kenntnisstandes, dass mir die Worte fehlen. Ich melde mich ab von diesem “Newsletter”. Reine Zeitverschwendung! Eins noch: Die Überschriften waren immer schon ein Ärgernis. Auf frech-witzig gequält und oft nur peinlich.
Redaktion und Lesern ein gutes Wochenende und gehen sie spazieren. Aber nicht übertreiben, sie wissen ja, es drohen Nierensteine.

#23 |
  23
#22 |
  3
Gast
Gast

Endlich mal jemand der nicht auf den Mainstream Vitamin D Hype aufspringt – Respekt!

#21 |
  95
Dr. rer. nat. Thomas Stauch
Dr. rer. nat. Thomas Stauch

Bisher konnte mir noch niemand erklären, an was genau eine ausreichende Vitanin-D-Versorgung festzumachen ist. Allein die angebliche Besserung von unspezifischen Beschwerden (die sich mit Traubenzucker auch gebessert hätten) genügt bei weitem nicht!
Das macht die ganze Diskussion so komplett unwissenschaftlich. Kennzeichnend dafür ist das Abdriften ins Emotionale und Unsachliche. Das offenbart die tiefe Unkenntnis und Hilflosigkeit, die hier grasiert.

#20 |
  82
Mitarbeiter von DocCheck

@ User Nitsche: Wir haben den Schreibfehler korrigiert, vielen Dank für den Hinweis.

#19 |
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Studentin der Humanmedizin

Lieber Herr Dr.Rocke, sehr richtig! Wann ist denn dieser Kongress mit Dr.Coimbra in der Uni Frankfurt? Das würde mich auch sehr interessieren. Herzlichen Dank im voraus und auch ein schönes Wochenende:-)

#18 |
  7

Ich habe andere Meinungen gelesen, für die umsichtiger und fundierter argumentiert wurde.

#17 |
  7
Fachärztin für Allgemeine und Psychosomatische Medizin
Fachärztin für Allgemeine und Psychosomatische Medizin

Was für ein unsäglicher Schwachsinn! ich erlebe nahezu täglich in meiner Praxis, wie sehr Vitamin D hilft, auch bei unspezifischen Beschwerden, wie Energielosigkeit oder Muskelsteifheit.
Aber der Herr Professor hat sicher recht und er weiß offensichtlich mehr, als Professor Holik, DIE Vitamin D Koryphäe, oder??
Bisher fand ich das Portal ganz brauchbar, ab jetzt werde ich es sicher mit anderen Augen ansehen!

#16 |
  28

Bald findet wieder der sehr interessante Kongress für menschliche Medizin in der Uni Frankfurt statt. Prof.Spitz und Uwe Gröber haben dieses Jahr offenbar Dr Cicero Coimbra aus Sao Paolo eingeladen, der mit seinem Hochdosis-Vitamin-D-Protokoll beachtliche Erfolge in der Stabilisierung der MS-Verläufe erreicht hat. Hier scheinen Vit.D-Rezeptordefekte/blockaden eine Rolle zu spielen. Übrigens entstehen Vit.D-Defizite nicht nur durch Verminderte Bildung (fällt nebenbei mit dem Alter), sondern u.a. durch Induktion des Pregnan-X-Rezeptors (zB durch bestimmte Antiepileptika oder auch Tamoxifen). Lasst uns über soviel Ignoranz nicht allzuviel ärgern und schönes Wochenende!

#15 |
  10

Verzeihung, “DocCheck News Redaktion” … neben einem gravierenden Fehler: Das PTH ist hoch beim HyPERthyreoidismus …fehlt hier noch viel andres. So der Hinweis, dass bereits 42.000 Jahre alte Skelette der Neandertaler in unseren Breiten rachitistypische Veränderungen aufweisen sowie 40.000 Jahre alte Skelette von Homo sapiens – vermutlich nur bei den Büroneandertalern! Auch dass 6 von 9 untersuchten Kinderskeletten der Medici Rachitis aufwiesen, 2 bereits bei Geburt (Int J Osteoarchaeology Research Article 2013 Rickets in a High Social Class of Renaissance Italy: The Medici Children, V. Giuffra et al) … Jesus mit der Birnenschnitte auf dem Gemälde von A Dürer von 1512 zeigt klassische Rachitisveränderungen, Kollege Glisson beschreibt 1690 alle Zeichen der Rachitis … Leitfaden orthopädischer Erkrankungen 1954: 4% aller Schulkinder haben eine Skoliose, in 58% ist eine Rachitis die Ursache! Haben die alle nicht draußen gespielt? Und ich (Kinder- und Jugendendokrinologin) fische Woche für Woche mehrere Adoleszentenrachitiden heraus.
Toxizität: Cave – bei den seltenen CYP24A1 Mutationen können schon physiolog. Dosen toxisch wirken! Ansonsten beim Erwachsenen Einzeldossen : > 2.000.000 IE, bei Kindern in Einzelfällen schon bei einer ‚Stoßtherapie‘ mit 600.000 IE (inzwischen obsolet). Dosen im Bereich 500 IE/Tg f Sgl. und 500-1000 IE/Tg danach sind beim Gesunden sicher.

Ich akzeptiere als alternative Empfehlung, auf die Südseite der Alpen zu ziehen … aber bei uns im Norden ist die Supplemetierung aus meiner Sicht ein Segen, auch wenn ich den Autoren, die sich sicher nicht ohne Grund hier nicht namentlich nennen lassen, Recht gebe dass die Einzelbestimmung von 25-OH Vit D wenig und die Bestimmung von 1,25 OH Vit. D bei Nierengesunden gar keinen Sinn macht, sondern nur die Untersuchung des gesamten Kalzium- und Knochenstoffwechsels.

#14 |
  4
Ernährungsberater

Selten so einen Schwachsinn in diesem Portal gelesen. Wo bleibt da die Qualitätsprüfung in DocCheck? Bisher konnte ich den Artikel Glauben schenken. Ab jetzt muss ich wohl vieles in Frage stellen. Das ist hier Wikipedia Niveau !!!
75.000 Studien in Pubmed sprechen eine deutlich andere Sprache und dass Ärzte nur Symptome behandeln sollten, ist Imageschädigung. Muss ich erst krank werden, damit mein Arzt etwas gutes tun kann?
Ich bin Ernährungsberater und weiß dass Ernährung leider nur peripher zur medizinischen Ausbildung gehört. Nach diesem Interview sollte man wirklich überlegen, ob an dieser Stellschraube ein gewaltiger Handlungsbedarf herrscht.
Gott sei dank, gibt es viele Ärzte, die Zeit und Geld investieren und sich z.B. dem Vitamin D Spiegel annehmen. Das bringt dann wirklich etwas für unser Gesundheitswesen.
… bin echt entsetzt von diesem Interview

#13 |
  16
Gast
Gast

Es ist schon erschreckend, jedoch nicht unerwartet, mit wieviel Ignoranz hier neue pharmakologische Erkenntnisse zum “Hormon” D3 vom Tisch gefegt werden. Von der Unkenntnis über einfaches physikalisches Grundlagenwissen zu Strahlung ganz zu schweigen. Die Intensität von UVB-Strahlen in unseren Breitengraden im Winter ist gleich Null, diese Strahlung wird jedoch für die Eigensynthese von D3 benötigt. Da könnte man sich nackt in die Sonne legen und produziert trotzdem kein D3. Die Regel ist, wenn die Strahlung stark genug ist einen Sonnenbrand zu verursachen, kann auch D3 produziert werden, ansonsten nicht! Und die Depots werden im Sommer oft nicht gefüllt, da die hohen Lichtschutzfaktoren in Cremes genau das verhindern!

Mich wundert es sowieso, wie hier so ein antiquiertes Wissen, Stand 1980, veröffentlicht werden kann!? In den letzten fast 40 Jahren hat sich die Pharmakologie durchaus weiter entwickelt.

#12 |
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Dr. rer. nat. Thomas Stauch
Dr. rer. nat. Thomas Stauch

Die Kommentare bestätigen wieder mal ein gut gepflegtes Vorurteil:
Ärzte verordnen gerne Tabletten: Friss die oder stirb!
Jeder, der sich einmal Blutspenderkollektive angeschaut hat (z. B. zur Erstellung von Referenzbereichen), müsste glauben, dass 40% der gesunden mitteleuropäischen Normalbevölkerung zwischen 18 und 45 Jahren einen Vitamin D-Mangel hat! Eine Annahme, die zur Sicherung der Einnahmen der Hersteller von Vitamin-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln sicher nützlich ist, aber sonst??

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Gehen Sie lieber viel ins Freie hinaus. Auch im Winter bei bedeckter Sonne. Da ist auch UV-Licht da. Möglichst mit unbedeckten Händen, keine Handschuhe oder die Unterarme und das Gesicht frei. Das genügt eine halbe Stunde täglich. ”

Unterarme frei, ohne Handschuhe ?- eine halbe Stunde? Das halte ich bei Nord-Ostwind nicht aus…..
und dann gibt es viele Menschen , die gehen im Dunkeln ins Büro und kommen im Dunkeln wieder raus….
alte Menschen gehen im Winter weniger raus wegen der Sturzgefahr ….
Veganer und Vegetarier , außer Pescetariern, aber die zählen nicht wirklich dazu, essen keinen Seefisch
usw usw
Deutschland ist heutzutage Vitamin D3- Mangelland.

#10 |
  14
Isabella Wohlgemuth
Isabella Wohlgemuth

noch altmodischer gehst wohl nicht mehr???? Vitamin D ist ein MUSS….oft sogar im Sommer! Denn Vitamin D kannst du nur tanken wenn die Sonne am höchsten steht…zwischen 11 und 13 Uhr. Danach is nix mehr mit Vitamin D von der Sonne. Seit wann nimmt man Kalzium zum Vitamin D?????? MAGNESIUM! …ich glaube hier liegt echt extreme Unwissenheit vor! Ohne Magnesium brauchst du erst gar nicht suplementieren. Und da wäre noch das Vitamin K2….was war das noch mal? Es ist das “vergessene” (was für ein amüsantes Wortspiel) Vitamin und sorgt dafür das sich Kalzium nicht an den falschen Stellen ablagert wie Gelenke usw. sondern in den Zähnen und Knochen. Natürlich wird abgeraten…einerseites aus Unwissenheit (wie man lesen kann) und des weiteren: was würde man nur machen, wenn die Menschen nicht so oft krank werden würden???????…………….

#9 |
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Wie sieht das bei Veganern aus??

#8 |
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Mitarbeiterin Industrie

Was für eine Arroganz! Ich gehöre keiner der Risikogruppen an, kein Arzt wollte es testen, dann musste ich die Blutuntersuchung selbst bezahlen und heraus kam einen Wert von 3 !
Allen Patienten von Vornherein zu unterstellen sie hätten keine Ahnung ist genau der Grund weswegen Patienten den Ärzten nicht mehr vertrauen und Medikamente nicht nach Verschreibung nehmen. Außerdem wird es für das Gesundheitswesen viel teurer wenn Patienten so lange diverse Ärzte bemühen, bis einer endlich die geforderte Untersuchung macht.

#7 |
  18

Danke für das Interview in zusätzlich schriftlicher Ausführung!

#6 |
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(sorry) … von unter 2 sicher nicht. Ahnung vom Vit.D hat sicher Prof.Holick aus Boston. Kollege Schatz sicher nicht.

#5 |
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Dr. med. Susanne Cordovi
Dr. med. Susanne Cordovi

So ein Quatsch. Vitamin D ist wichtig und wird ab 50 nicht mehr in der Haut aktiviert

#4 |
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monic flores
monic flores

Komm, leben sie mal ein halben Jahr im Winter im Schwarzwald dann ist so ein Satz wie………sie brauchen es nicht zu nehmen…….fatal!!!

#3 |
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Gast
Gast

So viel Unwissenheit mit soviel Selbstvertrauen ist schon fast gefährlich. Besonders weil so viele Mediziner professorenhörig sind…

#2 |
  14
Gast
Gast

“Die Ergebnisse der vorliegenden Analysen weisen
darauf hin, dass der Vitamin-D-Status von Erwachsen in
Deutschland nicht optimal ist. ”
Laut RKI besteht bei 50 nmol/l bzw. 20ng/ml angeblich eine “ausreichende”
– nicht etwa gute Versorgung, die immerhin 38,4% der Bevölkerung erreichen.
https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2016_02_ernaehrung4.pdf?__blob=publicationFile

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