Quallenkontakt: Essig und Rasierschaum helfen

26. Juli 2013
Teilen

Wenn im Badeurlaub der Sprung ins Meer durch einen brennenden Quallenkontakt getrübt wird, sind Betroffene oft ratlos, wie sie sich verhalten sollten. Mit ein paar Regeln und Tipps wird die Gefahr gemindert und eine schnelle Behandlung gewährleistet.

Badeurlauber sollten nach dem Kontakt mit einer Qualle die betroffene Hautstelle möglichst schnell mit Essig abspülen. Ist kein Essig greifbar, hilft das Abspülen mit Meerwasser. Süßwasser oder Alkohol sollten zur Entfernung der Quallen vermieden werden, denn sie verschlimmern die Beschwerden, indem sie die Nesselkapseln der Quallen platzen lassen. Aus dem gleichen Grund sollte man die Quallenreste nicht mit einem Handtuch von der Haut wischen.

Hilfreich kann hingegen das Einsprühen der Haut mit Rasierschaum sein. Er wird nach dem Trocknen mit einem Gegenstand wie einer Kreditkarte von der Haut entfernt. Würde er mit den Händen abgestrichen, könnte das Gift aus den Quallen über die Hände aufgenommen werden. „Im Anschluss kann die betroffene Hautstelle gekühlt und mit entzündungs- und allergiehemmenden Medikamenten behandelt werden. Sie gehören deshalb in die Reiseapotheke jedes Badeurlaubers – und je nach Reiseland sollte man auch ein Fläschchen Essig mit an den Strand nehmen“, sagt Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

Gezielte Gegengifte gibt es nicht

Wenn bei einem Bad im Meer plötzlich die Haut brennt, kann der Kontakt mit einer Qualle die Ursache sein. In diesem Fall sollte man so schnell wie möglich das Wasser verlassen, ohne in Panik zu geraten. Denn wenn man sich panisch im Wasser bewegt, könnte man mit noch mehr Tentakeln der Qualle in Kontakt kommen. Die Tentakel von Quallen sehen aus wie eine gallertartige, durchsichtige Masse. Sie sind sehr dünn und praktisch unsichtbar, enthalten aber Nesselkapseln, die mit Gift gefüllt sein können. Durch den Kontakt mit der menschlichen Haut platzen die Nesselkapseln und geben ihr Gift ab. Quallen enthalten je nach Art unterschiedliche Gifte, teilweise in großen Mengen. Gezielte Gegengifte wie bei Schlangenbissen gibt es nicht.
Quallen gibt es weltweit. In den kälteren Meeren wie der Nord- oder Ostsee sind sie meist harmlos. Im Mittelmeer werden zunehmend Quallen beobachtet, teilweise giftige wie in tropischen Gewässern. Die Folgen eines Quallenkontakts reichen von örtlich begrenzten Hautreaktionen über Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen bis hin zu Todesfällen. Wer an einem Strand baden will und im Wasser Quallen entdeckt, sollte sich vor dem Wasserkontakt bei der Strandaufsicht erkundigen, ob die Quallen giftig sind.

12 Wertungen (3.92 ø)
Pharmazie

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.



Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: