Wie behandelt man schwer erziehbare Eltern?

16. Februar 2018

Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Das ist in manchen Fällen nicht gut genug, wenn es nach dem behandelnden Arzt geht. Was tut man als Mediziner, wenn Kinder Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen nicht in Anspruch nehmen können, weil Eltern diese verweigern?

Der zweijährige Mario (Name geändert) ist taub. Ärzte könnten ihm mit Cochlea-Implantaten zwar helfen, doch seine Eltern lehnen eine OP ab. „Wir sind eine gehörlose Familie, wir kommunizieren alle in Gebärdensprache. Und wir möchten diese Operation für unseren Sohn nicht“, sagt die Mutter gegenüber Medienvertretern. Sie empfindet ihre Gehörlosigkeit nicht als Handicap. Ihr Sohn ist zu klein, um selbst eine Entscheidung zu treffen.

Zugegeben, es handelt sich hier um ein extremes Beispiel. Aber auch alltäglichere Situationen, etwa wenn Eltern Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen ablehnen, werfen die Frage auf: Was tut man als Arzt in solchen Fällen? Die Eltern der Praxis verweisen? „Ich versuche, die Eltern auf ‚sanfte‘ Art und Weise davon zu überzeugen, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und beende deshalb auch nicht die Zusammenarbeit“, sagt ein Kinder- und Jungendarzt in Köln. „Nicht selten kommt es vor, dass die Eltern einfach etwas Zeit benötigen und dann auf meine Argumentation eingehen“, spricht er aus eigener Erfahrung.

Wie Ärzte sich auf schwierige Gespräche vorbereiten können

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Professor Dr. Jörg M. Fegert © Universitätsklinikum Ulm

„Der erste Schritt ist immer das vertrauensvolle, wertschätzende Gespräch mit den Eltern“, bestätigt auch Professor Dr. Jörg M. Fegert. Er ist ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm. „Vielleicht liegen einer Ablehnung Vorbehalte zu Grunde, die im eng getakteten Praxisalltag bislang nicht geäußert wurden.“ Fegert gibt zu bedenken, als gemeinsame Ebene die beste Lösung für Kinder im Auge zu behalten. „Da hilft es, wenn der Kinderarzt seine Sorge, das Kind könnte durch eine Entscheidung der Eltern Schaden nehmen, klar benennt.“

Um schwierige Gespräche vorzubereiten oder weitere Fragen zu klären, können Ärzte die bundesweite medizinische Kinderschutzhotline 0800 19 210 00 kontaktieren. Fegert: „Wir haben derzeit bis zu 80 Anrufe pro Monat, von denen sich bislang nur rund sechs Prozent auf eine konkrete medizinische oder zahnmedizinische Vernachlässigung beziehen.“ Einzelne Anfragen bezögen sich auf die Möglichkeit, laut Bundeskinderschutzgesetz in Fällen vermuteter Kindeswohlgefährdung Informationen auch gegen den Willen der Sorgeberechtigten ans Jugendamt weiter zu geben. „Diese Befugnis unterliegt einigen Bedingungen, was zu den häufigsten Beratungsanliegen an die Medizinische Kinderschutzhotline gehört“, ergänzt Fegert.

Grafik-Kinderschutz

Bundesweite medizinische Kinderschutzhotline

Schriftliche Erinnerungen: Kein gutes Druckmittel

Im Gespräch mit DocCheck berichtet Dr. Lieselotte Simon-Stolz von weiteren Möglichkeiten, die Ärzten zu Verfügung stehen. Sie ist Kinder- und Jugendärztin sowie Kinderschutzmedizinerin am Gesundheitsamt des Landkreises Neunkirchen (Saar). „Bei Vorsorgeuntersuchungen gibt es seit einiger Zeit das verbindliche Einladungswesen“, erzählt die Expertin. Mittlerweile haben viele Bundesländer Kinderschutz-Gesetze verabschiedet, um den Datenabgleich zwischen Pädiatern und Meldebehörden zu legitimieren. „Eltern werden schriftlich daran erinnert, dass die Vorsorgeuntersuchung fällig wird“, erklärt Simon-Stolz.

Ein Beispiel aus Nordrhein-Westfalen: „Liegt auch drei Wochen nach Erinnerung für die jeweilige Früherkennungsuntersuchung keine Teilnahmemeldung vor, informiert die Zentrale den für den Wohnsitz des Kindes zuständigen Träger der öffentlichen Jugendhilfe“, heißt es in der entsprechenden Verordnung. Tatsächlich entbinden solche Regelwerke Ärzte in Teilen von ihrer Schweigepflicht. „Sie sind verpflichtet, durchgeführte Vorsorgeuntersuchungen an das Zentrum zu übermitteln“, ergänzt Simon-Stolz.

„Fand kein Kontakt des Arztes zur Familie statt, kommen Gesundheitsämter zum Einsatz.“ Sie versuchen, durch Anrufe oder Briefe die Eltern doch noch zu motivieren, ihrer Pflicht nachzukommen. „Allerdings ist die Vorsorgeuntersuchung nicht verpflichtend“, gibt sie zu bedenken. Nachgelagert kann das Jugendamt ebenfalls vorbeikommen, eine rechtliche Handhabe gibt es aber nicht. Es bleibt bei der Überzeugungsarbeit.

Darüber hinaus verweist Simon-Stolz noch auf sogenannte frühe Hilfen. Das sind Angebote für Schwangere und für deren Kinder von null bis drei Jahren. Familienhebammen, Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger sowie vergleichbare Berufsgruppen unterstützen im Auftrag der Kommunen hilfsbedürftige Familien längerfristig.

„Viele verbummeln wichtige Impfungen“

Ähnlich umstritten ist das Thema Impfungen. Auch hier gibt es in Deutschland keine Verpflichtungen. Wieder einmal ist es zu einem heiklen Fall gekommen. Wie Mitte Januar bekannt wurde, hat sich eine 17-Jährige aus Zentralamerika während ihres Schüleraustauschs in Deutschland mit Masern infiziert. „Weil in Deutschland immer noch nicht ausreichend geimpft wird, sind die lebensgefährlichen Masern in Guatemala zurück, wo sie eigentlich schon ausgerottet waren“, kommentiert Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Wir brauchen endlich die Impfpflicht! Sie muss Teil des Koalitionsvertrags der GroKo werden.“

Andere Länder wie Frankreich und Italien hätten inzwischen auch erkannt, dass man mit Appellen an die Freiwilligkeit und mit Aufklärung nicht weiterkomme. Fischbach: „Viele verbummeln wichtige Impfungen, einige wenige lehnen sie auch aus ideologischen Gründen ab. Die in Deutschland geltende Meldepflicht durch die Kitas kann dies nur bedingt ändern.“ Simon-Stolz ergänzt: „Eltern müssen nachweisen, dass der Kinderarzt zu Impfungen beraten hat.“ Zwingen könne man die Eltern derzeit nicht.

Auch für Eltern gelten Grenzen

Ganz anders sieht es aus, falls das Leben oder die Gesundheit von Kindern in Gefahr ist. Beispielsweise verweigern Zeugen Jehovas Bluttransfusionen. Auch Marios Eltern, die ihrem Sohn das Cochlea-Implantat vorenthalten, stellen das ärztliche Gewissen auf eine harte Probe. Mittlerweile ist der Fall vor Gericht, denn die Klinik, die ein Cochlea-Implantat empfohlen hat, schaltete einen Anwalt ein. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf: Leben Gehörlose mit CI-Versorgung besser? Dürfen Ärzte und der Staat bestimmen, was für ein Kind richtig ist? Wann genau ist das Kindeswohl gefährdet?

„Unsere Verantwortung als Mediziner ist es, unter Beachtung des medizinischen Fachwissens, also dem Stand der medizinischen Wissenschaft in Bezug auf Eingriff und mögliche Alternativen, und dem Wissen über die langfristige Lebenssituation von Kindern ohne den entsprechenden Eingriff, die Eltern eingehend zu beraten“, sagt Fegert. So manche Entscheidung sei für Ärzte zunächst unverständlich. „Allerdings muss uns Medizinern klar sein, dass wir bei allem Fachwissen in der Regel nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben einer Familie sehen und beurteilen können.“

Sollten Entscheidungen der Eltern allerdings dem mutmaßlichen Willen oder dem mutmaßlichen Wohl des Kindes klar entgegenstehen, bleibt nur noch der Kontakt zum Familiengericht, das innerhalb von Stunden erforderliche Entscheidungen fällen kann. Ist selbst dafür keine Zeit, bleiben Ärzte im Rahmen des rechtfertigenden Notstandes (§ 34 Strafgesetzbuch) meist straffrei, wenn sie gegen den Willen von Erziehungsberechtigten handeln.

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50 Kommentare:

dps
dps

zu #45
Die möglichen Nebenwirkungen umfassen Tod un Behinderung, werden trotzdem zugelassen, wenn die Rate entsprechend niedrig ist oder ein anderes Mittel nicht zur Verfügung steht. Da muß man sich schon die Mühe machen, jeden einzelnen der gemeldeten Fälle in der Impf-Nebenwirkungsdatenbank zu lesen. Dort wird sehr deutlich der Zusammenhang ersichtlich. Nicht in jedem Fallscheint dieser gegeben zu sein, z.B. wenn im Nachhinein eine nichterkannte andere Erkrankung bestand.
Ich hatte schon geschrieben, das dies viel Aufwand voraussetzt, Wissen auch.
Bei den Pockenschutzimpfungen damals war die Nebenwirkungsrate so stark, das der Staat haftungsmäßig Eingriff. Das möge gerne leugnen, wer es nicht erlebt hat.
Heute ist das viel besser geworden, Transparenz beginnt, Früchte zu zeigen.
Solche Pauschalaussagen wie “wird dann nicht zugelassen” stimmen so nicht, denn es gibt durchaus Ausnahmen.

#50 |
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Gast
Gast

Ich denke man sollte noch einen Unterschied machen zwischen Maßnahmen die die Lebensqualität beeinflussen und Maßnahmen die überlebenswichtig sind. CIs fallen sicherlich in eine Grauzone der Lebensqualität wie viele hier richtig beschrieben haben. Wenn es aber um Sachen geht wie Einverständnis zur OP (von Appendicitis zu Tumorentfernung) oder halt Bluttransfusionen denke ich sieht es wieder anders aus, vor allem wenn ohne die Maßnahme der unmittelbare Tod sehr wahrscheinlich ist. Ein erwachsener Mensch kann sich bewusst für das Risiko entscheiden. Aber bei Kindern wird es halt dramatisch.

#49 |
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Gast
Gast

Obwohl es ja nicht so ist dass ein Nein in der Kindheit ein Nein für immer ist. Ich habe einen Bekannten der erst im Jugendlichen-Alter ein CI erhalten hat und dennoch eine nahezu normale Sprachentwicklung geschafft hatte. Es hat ihm viel Arbeit gekostet, ja, aber er meinte selbst dass er es nicht bereut hatte als er mit uns “hörenden” zusammen studieren konnte. Sicherlich hätte das Ergebnis “besser” sein können… aber auch schlechter.

#48 |
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Ja darauf läuft es hinaus, ob die Entscheidung von 2 Menschen, die meist auch noch medizinische Laien sind, maßgeblich ist. Ob so in jedem Fall eine verantwortungsbewusste und über Jahre/Jahrzehnte vorausschauende Entscheidung möglich ist. Ich denke nicht. Und heutzutage ist es doch auch irgendwie modern kritisch und “dagegen” zu sein. Nur schwierig, wenn es dann einen anderen Menschen betrifft der sich nicht wehren kann und möglicherweise anders entschieden hätte.

#47 |
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Gast
Gast

Ich glaube die CI Diskussion läuft hier auf eine Frage hinaus: Steht die Freiheit der Eltern über die Entwicklung ihres Kindes zu entscheiden über dem Recht des Kindes eine Entscheidung über seine spätere Entwicklung zu treffen? Will meinen: Ohne CI Implantat wächst das Kind in einem Umfeld aus Gehörlosen auf, lernt die Gebärdensprache als primäre Sprache und kann da sehr glücklich sein, aber hat nie eine Wahl NICHT mit diesem Lebensstil zu leben. Mit CI Implantat KANN das Kind genau so wie ohne aufwachsen nur mit der zusätzlichen Option dass dem Kind auch der soziale Raum der Hörenden offen steht. (Und belügen wir uns nicht selbst, dies wäre ein “einfacherer” Weg insgesamt) Muss es aber nicht. Dieses Kind wird immer die Wahl haben Gebärdensprache zu verwenden oder Lautsprache, die Wahl zwischen dem Sozialen raum der Gehörlosen und dem Raum der Hörenden, die Wahl zwischen Berufen die Hören vorraussetzen und denen die es nicht tun. Die Frage ist es ob die Eltern die Freiheit haben dem Kind die späterer Freiheit dieser Entscheidung zu nehmen. Oder eben nicht. Und das macht es so schwierig. (Wobei ich sagen muss, die meisten Gehörlosen die ich kenne haben sich bei ihren Kindern FÜR das CI entschieden…)

#46 |
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So einfach ist es nicht immer. Die möglichen Nebenwirkungen umfassen gerade nicht Behinderung und Tod, sonst wären die Impfstoffe, die genau wie Medikamente ein Prüfverfahren durchlaufen, gar nicht zugelassen. Es gibt maximal in zeitlichem Zusammenhang mit Impfungen aufgetretene Krankheits- und Todesfälle, was mitnichten heißt, dass die Impfung Schuld war. Besteht der geringste Zweifel wird der Impfstoff nicht zugelassen. So werden Impfungen im 1. Trimenon der SS nicht empfohlen, jedoch nicht weil sie zu Schäden führen, sondern weil naturgemäß in dieser Zeit noch Spontanaborte auftreten können und man nicht möchte, dass Impfungen in Verdacht geraten daran Schuld zu sein.

#45 |
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dps
dps

zu #36
Die Nebenwirkungen umfassen Behinderung und Tod. Sie haben Menschen mit durch Pockenimpfung entstandener Behinderung vermutlich nicht gesehen. Wenn von einem Narkoserisiko geredet wird, sind die angegebenen Zahlen das gemessene Sterberisiko.
Ich habe darum gewußt, und habe meine Kinder trotzdem Impfen lassen: Wenn sie Sterben, dann bitte nicht mit eigenen Wissen darum.

zum Clocheaimplantat:
Alll das, was hier erklärt und gesagt wurde, kann ein Arzt mit den Eltern diskutieren.
Mehr nicht. Aber welcher Arzt tut das? Behauptet ist schnell: Die Eltern verstehen das nicht. Das der Arzt nicht versteht, was in den Eltern vorgeht, halte ich für wahrscheinlicher. Ein Hineininterpretieren ist kein Wissen, das sei angemerkt.

zu #39:
Der Begriff Freiheit ist philosophisch sehr wohl definiert. Dazu gint es verschiedene Betrachtungsweisen, da streite ich mich nicht herum.
Natürlich KÖNNTE ein Implantat positiv sein, ich würde mich vermutlich auch dafür entscheiden. Das dann aber jemandem in missionarische Art vorzugeben, dieses Agitationsstadium habe ich mit weiterer Reife lange hinter mir gelassen.
Der Staat hat sich nur subsidär zu kümmern, entsprechend ist das Recht ausgelegt.
Wer das ändern möchte, sollte nachfolgender These zustimmen:
“Der Staat nimmt die Kinder allen Eltern weg. Er haftet dann für das, was mit den Kindern wird, kann mit Ihnen machen, was er will.”
Das will er aber auch nicht. Kann er gar nicht leisten. Läßt er lieber die Eltern machen.
Die einzige vernünftige Regelung.
#35 zeigt, wie in hier meist nicht vertretenen Bevölkerungsschichten (sicherlich emotional beeinflußt) gedacht wird. Ich muß sagen, daß darin viel objektiv richtige Erkenntnisse enthalten sind, wenn man in die Tiefe geht.

Es muß nicht alles das getan werden, was medizinisch möglich ist. Überbetonung der eigenen Rolle. Das möge sich #32 zu Herzen nehmen. Ich weiß sehr wohl, was ich da schreibe, um diese unnötige Frage zu beantworten (Emotionalität ist bei einer solchen Diskussion nicht immer hilfreich, insbesondere wenn sie zur Begründung der eigenen Position dient).

Nicht Gott spielen wollen. Nicht dogmatisch die eigene Lehre anderen aufzwingen.
Kinder sind doch kein Eigentum, keine Sachen. Wer sie hat, ist bis auf wenige unreife Menschen bemüht, für sie das Beste zu tun. Immer aus seiner Sicht. Diese läßt sich beeinflussen. Aber nie mit Gewalt. Wer das tut, begeht in meinen Augen ein Verbrechen (eine subjektive Emfindung von mir).

#44 |
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Mama
Mama

Liebe Frau Bauhaus. In der Tat haben Sie recht. Je nachdem welches Krankheitsbild man betrachtet sind verschiedenste Verläufe denkbar und auch die statistischen Wahrscheinlichkeiten für eine Erkrankung unterscheiden sich erheblich. Das Beispiel mit der Meningitis war willkürlich gewählt nur eines von vielen und bezog sich auf einen Erkrankungsfall der sich vor vielen Jahren in meinem näheren Umfeld ereignet hat als noch nicht flächendeckend geimpft wurde, ein schwerer Hirnschaden war die Folge und ein Leben in völliger Abhängigkeit mit schweren Einschränkungen. Natürlich auch mit weitreichenden Folgen für die Eltern, die die Pflege bis zu deren Tod liebe- und aufopferungsvoll durchführten und die Geschwister die anschließend die Betreuung übernommen haben.

#43 |
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#31: das haben Sie sehr in meinem Sinne geschrieben und ich gehe bis auf eine Bemerkung völlig konform mit Ihnen:
Die Konsequenzen muss nämlich schlussendlich immer das Kind tragen, eben NICHT SIE bzw. die Eltern, jedenfalls nicht in der weiteren Zukunft !!
Und genau das vergessen Eltern oft!

Und als Kind z. B. eine Meningitis oder (kommt ja heutzutage leider wieder mal vor!) eine Poliomyelitis zu erleiden, weil NICHT geimpft wurde macht in meinen Augen schon einen Unterschied!

Ich selbst hatte eine Diphtherie, und obwohl ich erst ca. 2 1/2 J. alt war kann ich mich an meine Fieberphantasien erinnern (doch tatsächlich, entgegen mancher psycholog. Untersuchungen!) und wäre beinahe daran gestorben.

Jedenfalls ist rein rechnerisch/statistisch und nach der Wahrscheinlichkeit und dann auch, weil die Risikoabwägung Pro/Kontra im Falle einer Nebenwirkung bzw. einer echten Impfkomplikation ganz eindeutig zugunsten (im positiven Sinne) in der Impfung zu sehen ist sollten Eltern sich einen Ruck geben!

Meine Mitschülerin H. z.B. war nämlich betroffen, hat eine Polio durchgemacht, und ich hab ihre Schilderungen nach 50 J. noch im Ohr.
Durch meine Auslandsreisen habe ich mich z. B. auch dazu durchgerungen, mich nachimpfen zu lassen, sicherheitshalber, und das obwohl ich eigentlich kein “Impf-Fan” bin!
Aber die Vernunft darf man eben nicht ausser Acht lassen, allen “esoterischen” u. sonstigen Lebenseinstellungen zum Trotz!

#42 |
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P.S.: in dem hier beschriebenen Fall des Cochlea-Implantates bleibt leider die persönliche Freiheit eines Kindes aus dem Grund etwas “auf der Strecke”, da soweit ich weiss eine frühe Korrektur der Hörfähigkeit für sehr kleine Kinder viel einfacher und “produktiver” (sorry für das Wort, mir fiel nichts passenderes ein!) und verträglicher ist, als wenn das viel später aus eigener Intention gemacht werden würde!
Ich habe GL Frauen entbunden und hatte durch meine folgenden Hausbesuche sehr freundlichen und liebevollen Familien”Anschluss”, und da kam das Thema mal zur Sprache.
Anscheinend ist es für viele spät operierte GL ein echter Schock und zuerst schwer zu verkraften, von den ganzen ungewohnten Umwelt- und Lebensgeräuschen förmlich “überrollt” zu werden.
Vielleicht kommt die Abneigung und die Abwehr dieser GL Eltern dadurch zustande, dass sie befürchten, ihr Kind würde dann auch so ein “Schockerlebnis” haben?
Aber genau das kann ja vermieden werden durch eine frühzeitige Op.!

#41 |
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Als persönlich als auch medizinisch u. beruflich involvierte Leserin stelle ich auch in Frage, ob Eltern so ausschließlich die Freiheit ihrer Kinder beschneiden dürfen!
Ich selbst wurde als unter 1jähriges Kind, Säugling, wegen eines (vermutlich) kavernösen Hämangioms am li. U’schenkel/Fuss mit einer Röntgen- o.ä. Bestrahlung (1955/1956) behandelt. Eine grosse, mitgewachsene Narbe zeugt davon.
Sehr viel später hatte ich viele (8) “habituelle Aborte”, obwohl kerngesund, bis wir durch Recherchen und gute anamnestische Fragen endlich zu der Schlussfolgerung kamen, dass evtl. die Bestrahlungen meinen Eierstöcken “nicht so gut” bekommen waren.
Zum Glück bin ich nicht so auf Kinderwunsch fixiert gewesen wie manchen Frauen, sodass ich damit auch gut leben kann, mich nicht “vermehrt” zu haben.
Aber trotzdem sieht man daran, was solche Entscheidungen verursachen können.
Die persönliche Freiheit, wie hier auch öfter mal angesprochen, ist für mich ein sehr hohes Gut, aber ich selbst nehme mich nicht so wichtig, dass ich z. B. bei einer von mir abgelehnten Impfung bereit wäre, andere Menschen mit einer Krankheit an zu stecken und in Gefahr zu bringen, die vermeidbar gewesen wäre.
Ich stelle auf jeden Fall die Gesamtheit und Vielzahl der Menschen über mein eigenes Wohl!
Und so würde ich auch bei meinen Kindern verfahren!
Und auch im Falle einer Gehörlosigkeit würde ich mir niemals anmaßen, meinen Kindern diese heutige Möglichkeit eines Implantates zu verweigern!
Ich habe wirklich ein grosses Problem damit, wenn Eltern sich wie “Gott” aufspielen und das Leben ihres Kindes bzw. ihr Kind als “Eigentum” betrachten!
Unsere Kinder sind eine “Leihgabe” und ein Geschenk, wir können nicht einfach darüber verfügen und ihnen Möglichkeiten entziehen, die ihr ganzes Leben beschneiden, nur weil wir selbst “so gut klar kommen”!
Und die Welt insgesamt ist nunmal nicht besonders “nett” und wohlwollend und tolerant, schon mal gar nicht, wenn ein Mensch nicht zum “Mainstream” gehört!
Was ist positiv daran, nicht hören zu können? Wenn ein Mensch die Wahl hat durch Wissenschaft und gute Medizin seine Sinne alle gebrauchen zu können, dann muss man ihm die Möglichkeit auch geben.

#40 |
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Mama
Mama

Liebe(r) dps. Zunächst möchte ich mich dagegen wehren dass Sie hier andeuten von mir würde in irgendeiner Art und Weise Gewalt, Zwang, der Wunsch nach Uniformität und Gleichschaltung ausgehen und dass ich Minderheiten oder die freie Entscheidung für alternative Lebensweisen nicht respektieren würde. Das Gegenteil ist der Fall. Jedes Kind, jeder Mensch, ob er nun eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung, Normvariante oder Andersartigkeit aufweist oder auch nicht ist einzigartig und etwas besonderes und verdient Respekt, Freiheit und Wahlmöglichkeit. Auch wenn ich ihre Meinung nicht teile oder gutheiße, heißt das noch lange nicht dass ich sie nicht respektiere. Freiheit bedeutet in meinen Augen in erster Linie Wahlmöglichkeiten zu haben. Kinder sollten selbst wählen dürfen, sie können sich ihre Eltern nicht aussuchen und sollten auch nicht gezwungen werden deren Lebensentwürfe zu übernehmen. In meinen Augen ist vielmehr die Entscheidung von Eltern gegen ein CI ihrem Kind gegenüber ein Akt der Freihheitseinschränkung, der Gleichschaltung, ein Zwang. Dem Kind wird eine Wahlmöglichkeit weggenommen. Warum? Weil man sich so sehr mit der eigenen Gehörlosigkeit identifiziert dass man sich ein anderes Leben für das eigene Kind nicht vorstellen kann? DAS ist Gleichschaltung. DAS ist Zwang. Und bevor Sie fragen: Nein ich würde eine Einmischung von Außen (durch Behörden) in die Familie nicht gutheißen weil ich davon ausgehe dass das dem Kind vielleicht sogar noch mehr schaden könnte als eine falsche Entscheidung der Eltern. Das ändert aber nichts an meiner Meinung dass man mit der Entscheidung gegen ein CI seinem Kind eine Wahlmöglichkeit wegnimmt und dass das ein nicht wiedergutzumachender Fehler sein könnte. Ab gesehen davon hinkt ihr Vergleich von Gehörlosigkeit mit dem Sehen unterschiedlicher Farbspektren ganz gewaltig. Vergleichen Sie doch stattdessen mit völliger Blindheit, das dürfte eher den Gegebenheiten entsprechen. Einen Punkt scheinen Sie einfach nicht zu begreifen, nämlich den Begriff „Freiheit“. Freiheit bedeutet nicht einer ist frei und darf machen was immer er will egal ob er anderen schadet… Freiheit gilt wenn dann für alle! Und das bedeutet automatisch dass die Freiheit der Eltern über ihr Kind und dessen Schicksal zu bestimmen die Freiheit des Kindes einschränkt wenn sie missbraucht wird. Und die Freiheit des Kindes ist ebenso wichtig und schützenswert wie die der Eltern.

#39 |
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Frau im Gesundheitswesen
Frau im Gesundheitswesen

Gehörlose leben in ihrer Community und sind unter sich am glücklichsten. Sie wollen gar nicht lautsprachlich sprechen oder eine Chance auf Hören haben, weil sie es untereinander auch nicht müssen. Sie vergessen aber dabei, dass sie diejenigen sind, die dann allein auf dem falschen Bahnsteig stehen und warten und gewisse wichtige Informationen einfach nicht mitbekommen. Auch werden sie in der hörenden Welt nicht verstanden, bekommen nicht das, was ihnen zustünde oder was sie bräuchten und werden als “dumm” zur Seite gedrängt. Auch vergessen GL, dass sie als Minderheit in einer Welt der Hörenden leben und es durchaus Vorteile bringt, wenn man sprechen kann. Marios Eltern verbauen ihrem Sohn ein Leben voller Chancen. Ich meine, dass sie das aus Angst tun, er könne “besser” als die eigene Familie sein und sich von ihr entfernen. Das ist natürlich Quatsch, denn durch ein CI kann er hören und sprechen und trotzdem wird er immer Gebärdensprache nutzen, denn ein CI kann man auch ausschalten.

Zur Impfpflicht: Ich wäre dafür. Das Argument mancher Eltern, Masern/Windpocken & Co. seien ja überhaupt nicht mehr so richtig gefährlich und ohnehin ausgerottet, ist aberwitzig, denn nur durch sich nicht wehrende Eltern konnten diese Krankheiten bis vor ca. 30 Jahren eingedämmt werden. Natürlich kann man nicht über den Kopf der Eltern hinweg impfen, aber eine gute Durchimpfung der Bevölkerung ist absolut erstrebenswert.

#38 |
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Marcus
Marcus

Hallo,
bzgl. CI:
der Mensch hat Ohren und deren innere anhängige Organe, um Töne in einem mehr od. weniger begrenzten Herzspektum zu hören, dies ist seitens der Natur so vorgesehen. Die Gesellschaft, in der wir leben, nimmt diese Tatsache auf und entwickelt — getrieben von eigener Nachfrage — (bezeichnen wir sie als) „Tools und Dienstleistungen“, diese Fähigkeit mit den maximal annehmlichsten Möglichkeiten zu versorgen (z.B. musizieren, Musik hören, jegliche rein akustische Reizgebung ohne Möglichkeit eines visuellen Supports,…). Hierbei übertrifft sie sich nicht selten selbst im jeweils Erreichten. Gleichzeitig ist diese Gesellschaft oft wenig bestrebt/bereit, für Minderheiten, die im Gegensatz zur Mehrheit durch versch. induzierte od. angeborene Krankheiten/Defekte eine Nichtfunktionalität od. eingeschränkter Funktionalität in diesem Bereich aufweisen, adäquaten Ausgleich zu schaffen, bzw. deren Einschränkungen entsprechend überhaupt zu akzeptieren. Dies kann zu Misstrauen bis hin zu Ablehnung/Frust innerhalb der Minderheit gegenüber dem Mainstream führen und daraus resultierend den Willen zur Abgrenzung davon. Für mich nachvollziehbar. Und die Entscheidung des Einzelnen pro oder kontra Mainstream sind eindeutig zu respektieren.
Problematisch wird es — und jetzt kommen wir zur eigentlichen Kernaussage des Artikels bzgl der CI — wenn die eigene Ablehnung ggü. des Mainstreams dazu führt, dem schutzbefohlenen Kind die Möglichkeit zu verwehren, selbst aktiv zu entscheiden, am Mainstream mit all den gebotenen Möglichkeiten teilzunehmen, oder sich in Teilen oder auch Ganz dagegen zu stellen. Es geht ja nicht darum, das Kind durch einen Eingriff automatisch dem Mainstream zuzuführen, sondern ihm vielmehr alle Möglichkeiten offen zu halten, später selbst mit entsprechender Reife frei entscheiden zu können und seinen eigenen Weg zu wählen. Das und die Erziehung zur Toleranz verstehe ich als Kernelement meines Auftrages als Elternteil und nicht etwa das frühzeitige Oktroyieren meiner Ansichten bis hin zu Beschneidung von Möglichkeiten im späteren Leben. Man bekommt hier bei manchen Kommentaren den Eindruck, als fürchte sich manche(r), sein/ihr Kind entwickle später eine andere Meinung als er/sie selbst, und rechtfertigt diese Angst mit dem „Schutzdeckmantel“ der Gefahren der OP.

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#32-Na das ist ja harter Tobak. Wissen Sie überhaupt was Sie da schreiben? Das meiste hat oder hatte zu seiner Zeit seine Berechtigung. Klar manchmal gehts nocht ohne Nebenwirkung, aber immer noch besser als Behinderung oder Tod.Ffür kleine Kinder, die noch nicht mitdenken und entscheiden können müssen viele mitdenken: Ärzte und Eltern, da geht es nicht um Freiheiten sondern um Menschenleben, um gesundes Aufwachsen.

#36 |
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Sylvia
Sylvia

Vielleicht ist es mit den Ärzten in diesem Land allmählich ebenso wie mit den Politikern. Man sieht sich als vom Volk abgelöste Halbgötter, die ohnehin besser Bescheid wissen als jeder Normalsterbliche. Ausserdem ist man mit dem Volk nicht mehr einverstanden, sondern würde gerne Zwangs-weise ein folgsameres kreieren. Vorsicht, das hatten wir alles schon! Wenn die Impfungen übrigens so sicher sind wie erklärt, dann ist es ja für die Geimpften kein Problem! Macht sich unsere Ärzteschaft besonders stark dafür, dass z.B. die Zuckerindustrie in die Schranken getrieben wird oder die Medien? Damit könnte sie sicher mehr für das Wohl der Kinder erreichen, aber so weit geht die Menschenliebe dann doch nicht! Es ist auch nicht Vertrauen erweckend zuerst eine Zwangs-Versicherung einzuführen und dann auch noch zu erzwingen, wofür diese konkret herzuhalten hat und sei es gegen den Willen der gezwungenen Einzahler. Dieses Ci steht hier als Beispiel für eine zunehmend entmündigende und bevormundende Vorgehensweise!

#35 |
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Tierarzt

meine Kindergärtnerin war eine Pädophilie meine Lehrer Berufspsychopathen
40% der Bevölkerung einmal im Leben psychisch Gestört
mein Arzt meint es wäre Zeit
aber ich bin kein Ritalin-Kind
und werde auch in Zukunft kein Pharmajunkie
die Pharmaka kann meine Kindergärtnerin meine Lehrer und mein Arzt fressen
wussten Sie schon dass Beiträge im Internet diesbezüglich der Zensur zum Opfer fallen
das populistische System bleibt unbescholten

aber vielleicht bestelle ich mir medizinisches Gras und ignoriere einfach mein beschissenes
Umfeld Millieu was auch immer

#34 |
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dps
dps

Hallo, #32.Mama
Ich füge mal ein Pseudonym ein, ist einfacher als Gast.
Es gibt Menschen, die UV-Licht-nahe Bereiche sehen können. Ein völlig anderes, umfangreicheres Sehen ist damit möglich. Ich mag mir das nicht vorstellen, was ich damit alles anfangen könnte. Ich bin zufrieden mit dem, so wie ich bin.
Und das geht den anderen Menschen ähnlich. Die können die Welt nicht hören, aber trotzdem in ihr leben, zufrieden. Wollen sie alle Menschen gleichschalten?
Wenn eines Tages die möglichkeit besteht, den UV-Rezeptor genetisch freizuschalten, muß dies dann sein? Diese Möglichkeiten, wie Katzen zu sehen !
Jetzt wird es etwas philosophisch. Wir können die uns umgebende Welt nicht objektiv wahrnehmen. Das ist immer subjektiv, durch individuelle Sinnesorgane.Wenn jemand meint, daß es in Wirklichkeit grüne Farbe gibt, der irrt. Es gibt nur einen Ausruck für die Reflexion von Licht einer bestimmten Wellenlänge, die wir als Grün bezeichnen.
Die grüne Farbe existiert objektiv nur in unserer Einbildung. Trotzdem kommen wir so in unserer Umwelt besser zurecht, tun so, als gäbe es diese Einbildung real. Wer möchte, mag sich dazu die großen Philosophen der letzten Jahrhunderte zur Gnoseologie nebst Randgebieten zu Gemüte führen.
Wer nicht hören kann, dem fehlt so ein Sinneseindruck. Er kann keine Schallwellen hören. Spüren kann er sie sehr wohl, und was bei großer Lautstärke im Innenohr passiert, ist noch gar nicht erforscht. Die Aufnahmemöglichkeit von Tönen muß gegeben sein, sonst wäre ein Cochleaimplantat sinnlos. Ich würde es auch in so einem Fall drin lassen, wenn es nichts nützt. Das Risiko ist bei jeder neuen Operation gegeben. Dieser Satz ist, Verzeihung, etwas fehl am Platz.
Warum wollen Sie mit Gewalt – und wenn jemand verklagt wird, dann ist es diese – dazu zwingen, sein Erleben anders zu gestalten? Weil es Mode ist, alle Menschen uniform zu gestalten, wenn das möglich ist? Dagegen spreche ich mich ganz klar aus.
Niemandem wird etwas vorenthalten, das machen nur die Krankenkassen, die nachgewiesen wirksame Methoden nicht bezahlen, weil es billigere gibt, die aber nicht so verträglich und nebenwirkungsreicher sind. Wenn er das Implantat der Meinung seiner Eltern nach nicht bekommen soll, diese das begründet haben, dann ist das weder egoistich noch hochmütig, sondern die freie Entscheidung der Eltern, mit der diese Familie leben kann und zufrieden ist. Stört sie das? Wen denn? Niemanden. Es gibt verschiedene Menschen, und das ist gut so. Eine Verunglimpfung von Menschen, die behindert sind, auf eine subtile Art, so wie früher homosexuelle umerzogen werden sollten. Finger weg, es ist Sache der Eltern. Individuelle Freiheit.
Mit dieser Masche, Menschen unbedingt helfen zu wollen, sie zu “bekehren”, ist viel Unsinn in der Welt angerichtet worden. Über diese Auswirkungen religiös bedingter Besserwisserei (die selbst in Atheisten noch teilweise steckt, erziehungsbedingt) möchte ich mich hier aber nicht auslassen

Was das Impfen angeht (ich bin kein Impfgegner), habe ich mich hier in meinem ersten Artikel (das ist der dritte) geäußert. Die Grenze der Freiheit des Einzelnen endet dann, wenn die ganze Gesellschaft der Menschen an sich bedroht ist. Das betrifft eine Herde, wie das so schön im Impfjargon genannt wird (vielleicht auch Horde?).
Vor dreißig Jahren hatte jeder Kinderarzt ein Infektionszimmer, das hinterher desinfiziert wurde, für Fälle wie Masern. Eine gute Lösung, Geht die heute nicht mehr?
Dann sollte man nachdenken, was für einen Unsinn wirtschaftliche Erfordernisse anrichten können. Meine Kinder haben viele Impfungen erhalten, leider manchmal nicht alle, die ich wollte (TBC). Aber ich habe den Zeitpunkt individuell gewählt, mich übrr Impfstoffnebenwirkungen informiert. Und habe manches mal auch ein klares Nein geäußert. Das mag gar nicht jeder können. Und dort, wo ich Nein sagen konnte, müßte ein Anderer Ja sagen, weil er andere Risiken hat. Kompliziert.
Generelle Impfgegner halte ich für verantwortungslos gegenüber der Gesellschaft unter den heutigen Bedingungen. Aber eine Impfpflicht gegenwärtig nein, nicht gerechtfertigt. Also bleibt nur der schwere Weg, der der Überzeugung.
Ist es nicht doch der Piecks, den ein ungeschickter Arzt dem drei Monate alten Baby gibt, das einem dann Leid tut. Das setzt Überwindung voraus. Wissen, das es so richtig ist. Vielleicht gibt es ja bald Pflaster-Impfungen. Es sind Kleinigkeiten, die Impfgegner entstehen lassen, nicht jeder ist radikal.
Ich erinnere mich an die früher durchgeführten Pocken-Zwangsimpfungen.
Husten Nein Schnupfen Nein Abgehört OK Geimpft. Hinterher viele Tage krank, aber alle. Über die Rate andauernder Schädigung und Todesfälle müssen wir nicht mehr reden. Die Zeit ist vorbei. Nein, Impfpflicht nur im äußrrsten Notfall. Ob das in Italien schon so war, kann ich nicht einschätzen. Das wäre dann der Punkt, wo die Freiheit des einzelnen eingeschränkt werden muß. Und nicht eher. Es muß eine konkrete Gefahr da sein, keine abstrakte.

Wir sollten nicht darüber reden, wo die Freiheit des Einzelnen endet, sondern sie erhalten. Das ist das Ziel. Wenn es nicht anders geht, dann wird die Einsicht auch kommen, bei den Verständigen. Soweit ist es aber lange nicht.
Der Wunsch, diese Freiheiten einzuengen, ist aber allgegenwärtig. So erwas ist narzißtisch überhöhte Anmaßung, man darf das ruhig so nennen.

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Ich empfehle dazu, auch wenn nicht mehr ganz neu ist, von Jeanne van den Brouck:
“Handbuch für Kinder mit schwierigen Eltern” – gebunden oder broschiert
2000, ISBN: 3608951326 – ID: 13538792939

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Mama
Mama

Lieber Gast 31. Eine sehr differenzierte Betrachtungsweise mit der sie an das Thema herangehen. Hut ab. Und viele Aspekte die sie ansprechen kann ich bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Aber ein Statement bleibt für mich bestehen: die Freiheit des Einzelnen endet dort wo die seiner Mitmenschen oder ein höheres Gut beginnt. Wer das nicht akzeptieren kann muss aus der Gemeinschaft aussteigen. Und ja, auch ein kleines Risiko ist aus der Sicht des Einzelnen inakzeptabel. Ich würde es mir nie verzeihen wenn meine Tochter einen Schaden durch eine Meningitis erleidet und ich sie nicht geimpft hätte. Aber ich würde mir auch nie verzeihen sollte sie durch die Impfung einen Schaden erleiden. So oder so, egal wie ich entscheide, werde ich die Konsequenzen tragen müssen und die könnten in jedem Fall grausam und ungerecht sein. Aber egal wie ich entscheide mit einem kleinen Risiko einer möglicherweise großen Katastrophe muss ich leben. Welches Risiko wäre für Sie akzeptabel? 0,0%? Gibt es leider nicht. Der Fall mit dem Cochleaimplantat? Nun, freiwillig und aus Überzeugung auf das Hören zu verzichten wenn man nie eine Wahl hatte ist eine Sache. Jemand anderem etwas vorzuenthalten von dessen wahrer Bedeutung man als Nicht-Hörender keinerlei Ahnung hat? Nein, das empfinde ich als maßlos egoistisch und hochmütig. Aber ich kann verstehen dass die Eltern ihr Kind ganz für sich in ihrer eigenen Welt behalten möchten und dass diese Welt eine gute ist und das Kind auch ohne Implantat gedeihen würde daran hege ich keinen Zweifel. Aber trotzdem wird ihm eine unnötige Bürde auferlegt die es nicht selbst gewählt hat, und schlimmer noch: eine Entscheidung die es später nicht rückgängig machen kann. Umgekehrt wäre das schon möglich…welcher Gehörlos geborene hat sich später sein Cochleaimplantat freiwillig wieder entfernen lassen? Mir wäre kein Fall bekannt.

#31 |
  3
Gast
Gast

Die Freiheit der Anderen. Dort Endet die Freiheit des Einzelnen?
Damit bestimmt der Andere, der Einzelne möge sich zum Wohle anderer umbringen lassen, zu 0,01% ? Oder Mehr oder Weniger. Klar überleben mehr, statistisch. Nur: jetzt ist ihr Kind betroffen. Es wird sterben, weil rein statistisch wieder mal ein Kind dran wäre (nehmen wir an, das sei poissonverteilt, mehr als überfällig inzwischen).
Dann viel Spaß beim Begleiten des Kindes zur OP, geben sie es ab!
Nüchtern und emotionslos betrachtet ist das der sachliche Vorgang. Natürlich können sie hoffen, nur entscheiden können sie nicht. Niemand kann das.
Aber manche Menschen maßen sich das an.
Bei Impfungen ist das ein wenig anders. Das Risiko ist viel kleiner. Trotzdem potentiell gleich. Aber jede Verletzung der Haut, in die Bakterien eindringen können, ist in ihrer Wirkung in gewisser Weise vergleichbar. Wir bewegen uns da im Bereich des allgemeinen Lebensrisikos, wenn die Anzahl der Impfungen nicht zu groß wird.
Durch die Herdenimmunität bedingt funktioniert Impfen bereits so für die Gesamtheit, wenn genügend Anteile dieser immunisiert wurden (was nicht mit jeder Impfung erreicht wird, selbst bei Mehrfachimpfung). Genügend verständige Menschen gibt es.
Erst wenn das nicht gegeben ist, eine reale Gefahr (seuchenartige Verbreitung) besteht, ist für den Gesetzgeber die Tür zum Handeln offen: Impfpflicht.
Seine Aufklärungspflicht nimmt er aber jetzt schon wahr, unabhängig von den Impfextremisten (für mich sind beide gleich “schlau”).

Wer also meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben (und da sind einige hier darunter), sollte Bedenken, daß er selber letztlich die Haftungsschäden bezahlt.
Über die Staatshaftung bei “angeordneten” Maßnahmen. Um dies zu begrenzen, gibt es die STIKO. Und vielleicht müßte es für jede Operationsart so ein Gremium geben?

Völlig verständlich, wenn sich die Ärzte rechtlich absichern im oben beschriebenen Fall, weil sie nicht wegen Falschberatung haften wollen. Bleibt zu hoffen, daß der Richter sachgerecht entscheidet, die Haftung ausschließt (es ist ja Wille der Eltern, keinen Eingriff vornehmen lassen zu wollen), und die natürliche Vielfalt erhält.
So kann die Familie weiterleben, der vermutlich genetisch bedingte Fehler führt zu einer geringeren Fortpflanzungshäufigkeit, das Kind muß deshalb noch lange nicht dümmer sein als das von Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen.
Es ist die sogenannte “Diebsphilosophie”, die immer nur die Chancen sieht. Diese bestehen immer im Mitschwimmen mit der Masse. Chance ist nicht Realität. Es müssen Vor- und Nachteile abgewogen werden.
Selbst als Atheist geht es mir zu weit, Menschen zu vereinheitlichen, Kranke wegen der Kosten voerst verbal (später vielleicht letal) behandeln zu wollen. Der Hinweis auf das Downsyndrom zeigt ja, wie Mütter jetzt schon unter Druck gesetzt werden, ihre ungeborenen Kinder abtreiben zu lassen. Es geht mir da rum, das die Eltern, und nur diese, das zu entscheiden haben, und niemand sonst (kein Arzt, kein Stammtisch, kein Richter).
Der zitierte preußische Gesetzgeber hat die Impfpflicht angeordnet, um viele Menschen zu haben, mit denen er dann Kriege führen konnte. Es mag nicht seine Intention gewesen sein, er hat es aber getan. Wem nützt es?

Die Menschheit hat sich da glücklicherweise weiterentwickelt. auch in Sachen Wehr- und Impfpflicht. Keine Vergewaltigung der Menschen mehr diesbezüglich.
Auch wenn es immer wieder durch Menschen, denen eingeredet wird, das sie etwas “Besseres” seien oder die sich selbst für eine Elite halten oder gehalten werden, versuchen. Sie haben dazu kein Recht. Auch die Mediziner nicht.
Ich hoffe, die benannte Familie wird einfach in Ruhe gelassen. Das Kind soll sich so entwickeln, wie dies möglich ist. Wer Gott spielen will, ziehe über den Vatikan.

#30 |
  12
Insider
Insider

Als es um die „Beschneidung“ minderjähriger Jungen ging, konnten der Politik – und leider auch Teilen der Medien – die Rechte der Eltern gar nicht weit genug gehen.

Der Gesetzgeber schrieb sogar ins bürgerliche Gesetzbuch explizit das Recht der Eltern, einer Beschneidung ihres Sohnes ohne medizinische Indikation zuzustimmen – einem Eingriff, der im schlimmsten Fall zum Tode führen kann.

Dies geschah, obwohl die medizinische Sachlage zu diesem Thema eigentlich vollkommen eindeutig ist. Selbst die fanatischsten Verteidiger und Verharmloser dieser Praxis können nicht abstreiten, dass die Beschneidung aus medizinischer Sicht und für die Gesundheit des Kindes zumindest verzichtbar ist.

#29 |
  3
Gast
Gast

Wir brauchen die Impfpflicht. Sage ich als Heilpraktiker!

#28 |
  11
Dr. E. Stamm
Dr. E. Stamm

Den Beiträgen #8,13,19,25 ist m.E. voll zuzustimmen. Der alte preußische Gesetzgeber hatte damals sich schon etwas dabei gedacht, alle Bürger zur Pockenschutzimpfung gesetzlich zu verpflichten. Heute sind wir pockenfrei. Nun haben wir den “demokrat.” Salat bei z.B. Masern. Über Schulen und Kitas wird der Erreger an alle Kinder weitergegeben. Den Beiträgen #8, 13, 19, 25 kann man nur beipflichten. Es geht über die individ. Freiheit zum Andersdenken und -handeln hinaus, wenn man die Freiheit (hier: Gesundheit) der Übrigen dadurch gefährdet, siehe # Mama 21.

#27 |
  7
Nichtmedizinische Berufe

Eine böse Szene aus Dr. House, als er es mit einer Impfgegnerin zu tun bekommt: Er zeigt ihr einen Katalog mit Kindersärgen, die sind sehr hübsch und niedlich und gibt es auch schon für Babies…..
ich weiss, so kann man nur in einem Film mit Patienten umgehen, das ist fern der Realität ,
dennoch …..es geht darum , den Eltern BEWUSST zu machen, dass ihre Kinder nur nicht als Kleinkinder sterben, WEIL es einen Impfschutz gibt.
Ich kannte als Kind noch ältere Kinder, die Kinderlähmung hatten . Vielleicht könnte man solche Dokumentationen auf Elternabenden in der Schule zeigen , ich würde das in meinen Klassen sofort machen.

#26 |
  6
Nichtmedizinische Berufe

Den Eintritt in Kita und Schule von einem vollständigen Impfbuch abhängig machen, so ist es in vielen Ländern, und keiner glaubt deshalb , dass er in einer Diktatur lebt.

#25 |
  8
Dr. Wilfried Aschauer
Dr. Wilfried Aschauer

Ich gebe Herrn van Treek recht!Medizin-
faschismus!Medizin um jeden Preis ohne
Recht auf Eigenbestimmung!Ich bin für Beratung und Aufklärung, bin aber keinem
böse, wenn er eine eigene Meinung hat!
Ich will den mündigen Patienten!Eltern haben das Recht Kinder nicht zu impfen
oder auf Vorsorgeuntersuchungen zu ver-zichten!Auch in puncto Cochleaimplantat
sollte man das den Eltern überlassen!Wichtig ist die Liebe der Eltern zu ihrem Kind mit Akzeptanz der Teilbehinderung!Allerdings toleriert unsere Gesellschaft dies immer weniger.Hierfür steht auch in meinem Fachgebiet die Jagd nach dem Downsyndrom!

#24 |
  20
Christian Goergen, Neurochirurg
Christian Goergen, Neurochirurg

Die CI-OP kann die Fähigkeit zum Spracherwerb ermöglichen, Fremdspracherwerb, musikalische Optionen eröffnen, die Teilhabe am Leben verbessern, die Berufschancen erhöhen, die Zahl der zwischenmenschlichen Kontakte erhöhen, die Chancen auf Erziehung eigener Kinder und der Partnerwahl verbessern. Garantie? Nein. Keine mir bekannte OP hat einen garantierten Erfolg. Die Verweigerung des CI ist Exklusion.

#23 |
  3
Gast
Gast

Eine Brille oder ein Rollstuhl sind nicht mit einer OP zuvergleichen, die obwohl oft durchgeführt, einige Risiken beinhaltet. Wer garantiert hier, dass das Kind keinen Schaden nimmt? Wer garantiert, dass die OP zum Hören führt?
KEINER

#22 |
  22
Mama
Mama

Muss dem geneigten Leser vollumfänglich zustimmen. Die Freiheit des Einzelnen ist ein hohes Gut, aber bekanntlich endet sie dort wo die Freiheit eines anderen (oder ein höheres Gut) beginnt. Ein Kind ist kein Eigentum, sondern ein Schutzbefohlener. Manchmal muss man seine Kinder auch vor seinen eigenen Schwächen und Überzeugungen schützen. Manchmal weiß man eben nicht was das Beste für das Kind ist und muss sich auf den Rat eines Experten verlassen. Besonders das Thema Impfung erfordert eine sehr gründliche Auseinandersetzung. Deshalb empfehle ich besonders impfkritisch eingestellten Menschen mehr Arztkontakte und nicht weniger. Wer wert darauf legt den richtigen Zeitpunkt zu wählen und immer die Impfungen durchzuführen die auch wirklich nötig sind, soviel wie nötig, -sowenig wie möglich- sollte das Impfschema gemeinsam mit dem Arzt gründlich planen. Wer seinem Kind wichtige Impfungen und Vorsorgetermine vorenthält nur weil er die aufwändige Recherche und das kritische Gespräch mit dem Arzt scheut handelt in meinen Augen verantwortungslos und dumm. Dann riskiere ich eben einen herablassenden Kommentar eines arroganten Arztes zu bekommen, na und? Zum Wohle meines Kindes werde ich als erwachsene Frau das wohl einstecken und damit umgehen können…(übrigens ist mein Kind gegen fast alles -aber eben nicht alles- was die StiKo empfiehlt geimpft, wir haben ein gutes Verhältnis zum Kinderarzt)

#21 |
  7
geneigter Leser
geneigter Leser

Wenn ein Erwachsener, ein mündiger Bürger, eine Therapie für sich verweigert, ist das natürlich seine Entscheidung. Das Kindeswohl ist ein sehr hohes Gut. Wie viel Verantwortung kann den Eltern überlassen werden. Ein CI ist bei gehörlos geborenen Kindern nur in den ersten Lebensjahren sinnvoll. Man kann mit der Operation nicht bis zur Volljährigkeit warten. Was dürfen Eltern entscheiden? Nein, ich schnalle mein Kind nicht an? Ich schule es nicht ein? Ich gebe meinem Kind keine Medikamente gegen Diabetes? Ich gebe dem gehbehinderten Kind keine Gehhilfen oder Rollstuhl? Wann ist eine Gesellschaft verpflichtet, das Wohl des Kindes über die Überzeugung der Eltern zu stellen? Hier ist eine konstruktive Diskussion der Gesellschaft gefragt und nicht bashing gegen Ärzte und Ämter.

Im Zweifel kann ein Kind mit 18 entscheiden, welcher Ideologie es folgen wird. Ihm vorher die Möglichkeit zu verweigern, seine elementaren Sinne wie Sehen oder Hören zu nutzen, solange es medizinisch auch geht, ist schon eine Form der Kindesmisshandlung. Mit 18 ist der Zug für ein CI leider abgefahren.

Würden Sie einem stark kurzsichtigen Kind die Brille verweigern, weil msie als Eltern blind sind? Was ist der Unterschied zu dem anderen Sinnesorgan etwas weiter hinten außen?

#20 |
  8
Nervenarzt
Nervenarzt

Wer, wenn nicht wir Ärzte, können und sollen hier aktiv werden und beurteilen, was im Interesse des Kindes erforderlich ist? Eltern als medizinische Laien sollten zwar in die Entscheidungsfindung miteinbezogen werden; wenn sie allerdings derartig inkompetent sind, muss hier von ärztlicher Seite ein Urteil gefällt werden dürfen.

#19 |
  27
Gast
Gast

Ich habe Gehörlose als Freunde, beide Kinder hören Gottseidank. Ich weiß, dass das CI bei Gehörlosen ein sehr sensibles Thema ist und tendenziell verpönt wird. Die Gebärdensprache gilt als eigene, gleichwertige Sprache. Der Eingriff des CI untergräbt dies zum Teil, die Gleichwertigkeit wird herabgesetzt. Die Entscheidung obliegt den Eltern und muss sehr differenziert betrachtet werden. Leider gibt es auch hier keine einfache Lösung.

#18 |
  6
Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann
Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann

Schwierige Sache. Ich kenne CI- Leute, und ich werde sowas möglicherweise auch irgendwann brauchen, wenn das Hörgerät nicht mehr reicht.
Die Klinik hat völlig Recht. Die Eltern können ja taub bleiben, wenn ihnen das gefällt, aber dem Kind gegenüber ist es Terrorismus und verdammt es zu einem Leben mit geringerem IQ und riesigen Problemen. Die OP ist inzwischen erprobt, wird bei Kindern häufig durchgeführt und ermöglicht durch das gewonnene Gehör eine weitestgehend normale Sprachentwicklung, was bei Taubheit eben nicht der Fall ist.

#17 |
  13
Gast
Gast

Woher haben Sie diesen Unsinn?
“…Chance der deutlich besseren Teilhabe am öffentlichen Leben, erheblich bessere Schul- und Berufsbildung usw…”

Es gibt ein Gesetz – das Bundesteilhabegesetz, dass allen Behinderten das Recht und die Möglichkeiten geben sollte, an der Gesellschaft gleichberechtigt teilzunehmen! Nur mal so nebenbei, Sie wissen aber schon, das es ein Recht auf Regelbeschulung – inklusiven Unterricht und so weiter gibt.
Ein Kind zu operieren – mit unsicherem Ausgang – na hallo….das muss den Eltern überlassen werden, denn die müssen auch mit den eventuellen Folgen leben!

#16 |
  36
Gast
Gast

zu Nr.2
In den entsprechenden Landesgesetzen sind die Regeln der Vorsorgeuntersuchung nahezu gleich, aber unterschiedlich sicher gelöst (Kinderschutzgesetze).
Diese “Zentren” werden nichtstaatlich betrieben, damit im -durchaus denkbaren Haftungsfall in versicherungsrechtlichen Fragen- letzlich keine Haftung besteht (Insolvenzflucht).
Während in Berlin nur die Tatsache weitergemeldet wird, daß eine Vorsorgeuntersuchung stattfand, der Arzt aber vom Unternehmen nicht ermittelbar ist, sondern nur über das Jugendamt (ja, es gibt intelligente Menschen, die das ohne viel Aufwand hinbekamen), wird bei anderen gleich ein Durchschlag ans “Zentrum”eingeschickt, pro Forma auch mal ein medizinisches Institut.
Natürlich muß ich diesem Unsinn vorher zustimmen. Alle Ärzte fordern dazu auf, sind dazu angehalten, und eifrig wie bei IGeL dabei.
Immer gleich ist die Information des Zentrums ans Jugendamt, wenn eine Bestätigung nicht eingeht. Dort irrt #Nr2 vermutlich, mir ist keine solche Regelung bekannt, das das “Zentrum” dies generell abstellen darf (in jedem Fall also eine belegte Mitteilung “ich war da”).
Und so gern, wie jedem eine Vorsorgeuntersuchung angeraten werden kann, ist dies in vielen denkbaren Konstellationen manchmal besser, sich dort herauszuhalten.
Leider gilt dies auch für die Impfungen. Wer die STIKO-Bulletins liest, auch mal die anderer Länder zu den Impfstoffen, in die RKI-Datenbank schaut, weiß, welche Impfungen er meiden sollte. Jeder Mensch vermag das aber gar nicht, da gehört viel Wissen dazu. Und eine Abwägung des Für und Wider unter den eigenen Bedingungen gesundheitlicher wie sozialer Art.
Die STIKO hat viel unternommen, Einflußnahmen der Hersteller ins Leere laufen zu lassen, jeder kann sich da sachkundig machen und das selber Nachlesen.

Ansonsten hat kein Arzt und kein Jugendamt und kein Gericht nach meiner Auffassung das Recht, einzugreifen, solange keine akut auch bleibend abwendbaren lebensbedrohlichen Zustände vorliegen. Es gibt durchaus Möglichkeiten, den Eltern Erklärungen in verständlicher Form zu geben. Wenn diese solche nicht verstehen können, gibt es andere Lösungen. Beim Nchtakzeptanz ist das ihr gutes Recht, frei zu entscheiden. Oder möchte jemand ein Narkoserisiko wegdiskutieren?
Wer die Meinung Anderer für ihren Verantwortungsbereich nicht respektiert, entwickelt sich zum Diktator, hat ein stark narzisstisches Potential.
Da simme ich zu: “Wehret den Anfängen!”. Wie #Nr13 das etwas anders formuliert.

#15 |
  9

Ärzte können nur einen kleinen Ausschnitt desFamilienlebens beurteilen, aber Eltern können als medizinische Laien Ärzte nur unzureichend beurteilen. Wenn sie für sich selbst als Erwachsene entscheiden, okay. Bei Kindern die die Tragweite nicht abschätzen und sich nicht wehren können finde ich die ganze Freiheit mehr als schwierig. So werden z.B. wichtige Blutentnahmen abgelehnt, weil das Kind ja Festgehalten werden muss. So werden kl. Indivudualisten herangezogen, um die alle herumtanzen müssen. Geht an der Realität vorbei.

#14 |
  6
Manfred van Treek
Manfred van Treek

Willkommen im Medizin-Faschismus.
Was bilden sich die Absolventen des Apparate- und Pharmaindustrie-dominierten Studiums eigentlich ein? Haben die noch nie was von Patienten-Autonomie gehört? Der Patient entscheidet selber, was er von den Segnungen der Medizin annimmt oder nicht. Und Eltern als Verantwortliche für ihre Familie entscheiden für ihre Kinder. In eine andere Richtung gehende Töne des Artikels von Herrn Heuvel lehren mich das Fürchten vor einer “Schönen neuen Welt”, in der Big Brother genau weiß, was für richtig ist. Diese Aussicht ruft bei mir echte Übelkeit hervor. Und was die Impffanatiker betrifft: schon mal was von ASIA-Syndrom gehört? (Autoimmune Syndrome Induced by Adjuvants). Besonders infolge der Vervielfachung der Impfungen (39 bis zum 16. Lebensmonat) haben wir heute viele krankgeimpfte Kinder. Hashimoto mit 8 Jahren, Multiple Skerose nach Hepatitis-Impfungen, Leukämie im 3ten Lebensjahr, um nur einige zu nennen. Kein Arzt sollte nach diesem Urteil noch das Risiko durch Impfungen tragen wollen: http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=192054&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1

#13 |
  54
Gast
Gast

Wie schade , dass unsere Ärzte , die so viele Möglichkeiten hätten ,um die Eltern zu überzeugen , sich lieber ,wie eine Axt im Walde verhalten. Am besten ,sie würden Polizeiuniformen tragen , vor allem beim Impfen.
Mehr Respekt ,den Patienten gegenüber wäre schöner. Täte dem Arztberuf gut. Weniger Korruption mehr schauen über den Tellerrand. Weniger herab schauen auf andere medizinische Berufsgruppen.

#12 |
  41
Gast
Gast

Ich empfinde diese Überschrift als eine bodenlose Unverschämtheit!
Eltern entscheiden – so ist es von Gesetzgeber vorgesehen – für ihre Kinder.

So einen undifferenzierten Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

#11 |
  63
Georg Buchner
Georg Buchner

man sollte unterscheiden zwischen Dingen, die erst nur den Einzelnen gefährden z.B. Rauchen etc. und Krankheiten, mit denen man andere gefährden kann. Früh sterbende Raucher entlasten das Rentensystem. U a. die damaligen Einwohner von Feuerland wären froh gewesen, Impfungen zu bekommen. Derzeit ist es ein guter Kompromiss, ungeimpfte Kinder etc. für die Dauer der Inkubationszeit vom Schulbesuch auszuschließen. Gespräche sind schwierig, Impfgegner sind mehr religiös angehaucht, denn von Wissen durchtränkt.
Zur Entspannung ein böser Witz: Frage der Mutter an den Arzt: Muß ich denn alle meine Kinder impfen lassen ? Antwort: Aber nein, nur die, die Sie liebhaben und behalten wollen !

#10 |
  17
Ärztin

Es ist bedauerlich, aber Teil des solidarischen Prinzips, Folgekosten gesundheitlichen Fehlverhatens (Rauchen, Adipositas usw.) finanziell mitzutragen. Das ist aber alles nicht ansteckend. Wenn aber der Herdenschutz von Impfgegnern unterwandert wird und Menschen mit Immundefizit, alte Menschen oder Kinder durch impfbare Erkrankungen an einer Hirnhautentzündung erkranken, hört mein Verständnis auf.
Zum Thema Cochleaimplantat stimme ich als Sozialmedizinerin #3 zu.

#9 |
  16
Gast
Gast

Mit der Entscheidungsfreiheit ist es so eine Sache. Jede Freiheit kann mißbraucht werden, oder ihr Gebrauch einfach in die Irre führen.
Wer dann einfach fordert, die Freiheit – der Andersdenkenden – abzuschaffen, auf einem Gebiet, wo er/sie sich wissender glaubt als die Irrenden, wird die eigene Freiheit letztlich auch verlieren. Schnell haben all die Wissenden die Freiheit – der Anderen – wegrationalisiert, in Namen der wissenschaftlichen Evidenz, der Gelderersparnis, des rechten Glaubens an was immer. Wenn Sachzwänge selbstredend die Freiheit beugen, ist es mit der Freiheit schnell zu Ende, wie die Erfahrung lehrt. Es lohnt sich, bei dieser Art Diskussion den alten Satz im Sinn zu behalten: die Freiheit ist immer die der Anderen. Auch wenns weh tut.

#8 |
  11
Dr. Joachim Gehrig
Dr. Joachim Gehrig

Hurra. Impfpflicht mit rauchen essen und trinken vergleichen. Hat mit Logik nix zu tun, aber hauptsache geschwätzt. Könnten dann ja alle mir nem iq von unter 80 in die psychiatrie zwangseinweisen. Impfen ist muss, wenn eltern das verweigern, sollte bei solchen erkrankungen die eltern für ihre Unvernunft die kostwn tragen. Auch der dadurch angesteckten.

#7 |
  33
Gast
Gast

Diese Argumentation macht mir Sorgen. Die Botschaft dahinter ist fatal.

Wenn wir darauf beharren, dass ein lebenswertes Leben nur mit Cochlearimplantat möglich ist, hat diese Meinung einen bdeutungsschweren Umkehrschluß.
Ist ein taubes Leben denn ein schlechteres? Wer von uns mag es sicher und neutral beurteilen?
Muss alles operiert werden, nur weil wir es können? Nun…viele von uns tragen Brillen und verweigern bis heute das Lasern. Es gibt keine perfekte Körper. Warum also danach streben?

#6 |
  43
Gast
Gast

@3) Ich stimme bedingt zu. Das Implantat würde sehr viele Möglichkeiten öffnen, ich würde nur nicht von “Verhinderung einer erheblichen Behinderung” reden… aber jam haarspalterei. Ansonsten kann ich mich anschließen und anfügen dass mit dem Implantat dem Kind eine Entscheidung gegeben wird. es kann trotzdem Gebärdensprache lernen und mit seinen Eltern kommunizieren und außerdem noch mit Menschen die diese eben nicht können. Dem Kind das Implantat zu verweigern wäre eher eine Isolation oder zumindest beschränkung auf einen eingegrenzten sozialen Raum. Wenn sich das Kind als erwachsener dafür entscheidet in diesem zu bleiben ist nichts verloren. Wenn das Kind in den anderen sozialen Räumen dagegen vordringen kann? Sehe ich als Gewinn an. Hier ist sicherlich Fingerspitzengefühl gefragt, ich kann schon verstehen dass die Eltern da nicht so von überzeugt sind. Ist halt alles schwierig.

#5 |
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Birgit Adolph
Birgit Adolph

Impfpflicht ja bitte?
Aber Rauchen und Alkohol Trinken und starkes Übergewicht werden nicht sanktioniert?
Vielleicht setzen wir erstmal durch, dass die Erwachsenen sich nicht eindeutig gesundheitsschädigend verhalten, bevor wir eine Impfpflicht einführen. Und vorher bitte auch durchgesetzte Geschwindigkeitsbegrenzungen und Beifahrer für LKWs zur Reduktion der Verkehrstoten. Und Zwangssport für alle Hypertoniker und Adipösen.

#4 |
  62
Dipl.-Päd. Karl-Heinz Krieger
Dipl.-Päd. Karl-Heinz Krieger

Mit einem Cochlea- Implantat hat ein Kind in der „sensiblen Phase“ – korrespondierend mit der fortschreitenden Hirnentwicklung, die Chance auf eine wesentlich bessere Sprachentwicklung, als dies bei späterem Training möglich ist, auch wenn es zu einem späterem Zeitpunkt dieses Implantat gesetzt bekäme. Das allein rechtfertigt, auch im Interesse der Allgemeinheit: Vermeidbare Folgekosten aus einer erheblichen Behinderung, Chance der deutlich besseren Teilhabe am öffentlichen Leben, erheblich bessere Schul- und Berufsbildung usw.

#3 |
  10

Es gibt k e i n e Verpflichtung der Ärzte, irgendein “Zentrum” über die durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen für Kinder zu informieren. Dies ist eine freiwillige Angelegenheit und darf nur erfolgen, wenn die Eltern zuvor ihr Einverständnis gegeben haben. Das angesprochene Zentrum hat auch keine Befugnis, das Jugendamt zu informieren, genauso wenig, wie die Krankenkassen dies dürfen. Da diese Vorsorgeuntersuchungen nicht verpflichtend sind, gilt die Schweigepflicht in alle Richtungen. Im übrigen zeigt meine und die Erfahrung vieler Kollegen, dass die Meldungen an das Zentrum oft nicht zeitnah an die Krankenkassen weitergeleitet werden, so dass viele Eltern “Mahnungen” und “Androhungen von Konsequenzen” ( für die weder die Krankenkassen noch das Zentrum eine Befugnis haben) erhalten, obwohl sie längst die Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt haben. Dieser Spuk hört erst auf, wenn die Eltern schriftlich das Zentrum darüber informiert haben, dass sie wieder aus der dortigen Liste gestrichen werden. Ich hatte schon Eltern, die sehr sorgsam auf alle Vorsorge- und Impftermine geachtet hatten, und j e d e s Mal diese unsäglichen “Mahnschreiben” erhalten haben. Erst mit sehr, sehr deutlichen Schreiben an das Zentrum hörten dieser Unfug dann auf.

#2 |
  2
Gast
Gast

Impfpflicht ja bitte! Und keinerlei Toleranz für Sektierer und Spinner verschiedenster Couleur.

#1 |
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