Die Kratombombe ist gefallen

21. Februar 2018

Tee aus den Blättern des Kratombaums soll sedierend und euphorisierend wirken. Als Legal High wird Kratom immer beliebter. Mediziner sehen in der Substanz ein potenzielles Mittel zur Drogensubstitution. Es wirkt ähnlich stark wie das Opiat Morphin, birgt aber auch Risiken.

Cafés in New York bieten Tee aus Blättern des südostasiatischen Kratombaums an, eine Tasse Tee für 10 $. Die Blätter werden in Thailand und Malaysia, trotz dortigen Verbots, als Volksmedizin und Rauschdroge eingesetzt. Ein deutscher Kratomgroßhandel berät zu speziellen Fragen, es ist zu lesen: „Sie können große Mengen kaufen, wir haben alles vorrätig, auch 100 oder 500 kg sind kein Problem.“ Brisant ist, dass Kratom ähnlich wie starke Opiate, wie Morphin, wirkt.

Obwohl der Baum zu den Kaffeegewächsen gehört, agieren einige seiner Inhaltsstoffe als Opioide. Die aktiven Alkaloide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin modulieren nachweislich Opioidrezeptoren (OR) und wirken als partielle Agonisten an M-Opiatrezeptor (MOR) und als kompetitive Antagonisten an κ-Rezeptoren (KOR) und δ-Rezeptoren (DOR). Außerdem sind beide Alkaloide G-Protein-gekoppelte Agonisten des MOR, so die Ergebnisse einer Studie. Eine weitere Studie belegt, dass Kratom auch als Agonist am α2-Adenorezeptor agiert und antientzündlich wirkt. Der Autor der Studie kritisiert allerdings fehlende Daten zur humanen Pharmakokinetik und Toxikologie.

Analgetisch, aber nicht atemdepressiv?

Diese sehr heterogene und komplexe Beeinflussung des Opiatsystems erklärt die analgetische Wirkung, aber auch die Begründung, warum die Gefahr einer Atemdepression sehr gering zu sein scheint. Ähnliche Wirkprofile weisen die Opioide Buprenorphin und Nalbuphin auf. Die geringe oder fehlende Wirkung auf die Atmung ist üblich für Opioide mit partialagonistischer Wirkung. Es wird nur der Rezeptorteil belegt, der für die Analgesie, aber nicht für die Atemdepression verantwortlich ist. Um diese Annahmen zu belegen, sind Humanstudien zwingend erforderlich.

Die Mitragyna-Alkaloide scheinen auch unterschiedliche Aktivitäten an anderen zentralen Rezeptoren auszuüben. So wurden Wirkungen auf adrenerge, serotonerge und dopaminerge Bindungsstellen nachgewiesen. Es bedarf weiterer Forschung, um den komplexen Wirkmechanismus der Mitragyna-Alkaloide aufzuklären und ihr volles therapeutisches Potenzial zu erschließen. Chin et al. sehen in der Modifikation der enthaltenen Alkaloide ein großes medizinisches Potenzial. Die Mitragynaderivate können als potente Schmerzmittel oder in der Suchtmedizin als Substitutionsmittel geeignet sein. Der Autor einer Studie sieht in Kratom ein Potenzial als Mittel zur Drogensubstitution. Es wirkt anxiolytisch und vermag einen Suchtdruck zu unterdrücken.

Die Affinität des 7-Hydroxymitragynin-Derivates MGM-9 zum Kappa-Opioid-Rezeptor könnte die Auswirkungen der Drogenabhängigkeit möglicherweise begrenzen. „Weitere Derivate zeigten im Vergleich zu Morphin überlegene antinozizeptive Effekte. Die strukturelle Modifikation von Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin kann Verbindungen mit höherer Wirksamkeit und geringeren Nebenwirkungen im Vergleich zu Morphin erzeugen“, so die Autoren. Sie betonen aber auch, dass weitere klinische Studien am Menschen erforderlich sind, um die Verwendung dieser Substanzen im klinischen Umfeld zu validieren.

Mehr Droge als Arznei?

Dem grundsätzlich positiven Potenzial von Kratom als mögliches Therapeutikum steht die Gefahr der unkontrollierten Verbreitung über das Internet gegenüber. Die amerikanische Drogenbehörde Drug Enforcement Administration (DEA) möchte die Opioide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin als „Schedule I“-Droge einstufen. Damit wäre es in derselben Gefahrenklasse wie Heroin, Ecstasy, Meskalin und Psilocybin. Das ist die höchste Verbotsstufe für Drogen mit hohem Abhängigkeitspotenzial, jedoch ohne medizinischen Nutzen. Die DEA hat die US-Gesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) beauftragt, den möglichen Nutzen zu prüfen. Außerdem hat die FDA die Zollbehörden angewiesen, Importe zu beschlagnahmen. Als Begründung werden 36 Todesfälle genannt, zu denen es nach dem Konsum von Kratom gekommen sein soll.

Die FDA warnt vor Kratom und sieht sich besorgt: „Studien belegen, dass Kratom ähnliche Wirkungen und Risiken wie Opiate aufweist und auch auf ähnliche Weise missbraucht werden kann. Missbrauch, Sucht und Todesfälle sind dokumentiert. In einer Zeit, in der wir einen kritischen Punkt in der Opioidepidemie erreicht haben, ist die zunehmende Verwendung von Kratom als Alternative oder Ergänzung zum Opioidgebrauch äußerst besorgniserregend“. Der Rettungsmediziner Dr. Lukas Kolm vom Wentworth-Douglass Hospital sieht in Kratomzubereitungen ebenfalls eine gesundheitliche Gefahr und betont, viele Konsumenten nähmen es „blind“ und seien sich nicht im Klaren darüber, wie es auf ihren Körper wirkt.

Lasst das Kratom frei

Die American Kratom Association will hingegen ein Verbot von Kratom unbedingt verhindern. Die Lobbyarbeit ist erfolgreich: 51 Abgeordnete des Repräsentantenhauses der USA haben in einem Brief gegen die Pläne der DEA protestiert. Die DEA hob die Bekanntmachung der Notfallplanung vorerst auf und eröffnete eine öffentliche Stellungnahme.

Kratom Kampagne

Der Pharmakologe Gerald Gianutsos, University of Connecticut School of Pharmacy warnt vor einer Fehleinschätzung. Die meisten therapeutischen und pharmakologischen Effekte werden in anekdotischen Darstellungen beschrieben. Erst seit etwa fünf Jahren existieren wissenschaftlich fundierte Studien zu der Pflanze.  Einige unerwünschte Wirkungen, die bei der hochdosierten Anwendung von Kratom berichtet werden, sind Tachykardie, Schwindel, Hypotonie, Verstopfung, Tremor, Anorexie, Krampfanfälle und Psychose.

„Es gibt ein leichtes, euphorisches High. Wie das Gefühl, das bleibt, wenn man sich im Kreis dreht, wenn der Schwindel nachlässt“, so eine der unzähligen Beschreibungen über die Rauschwirkung von Kratom. „Kratompräparate werden von vielen als ein sicheres und legales, psychoaktives Produkt angepriesen, das die Stimmung verbessert, Schmerzen lindert und Vorteile bei der Opiatabhängigkeit bietet“, so der Pharmakologe Oliver Grundmann der Universität Florida.

Andere Zielgruppe als Cannabis

Der Wissenschaftler führte eine Online-Umfrage unter fast 10.000 Kratom-Nutzern durch. Die Ergebnisse zeigen ein anderes Profil der User, als man es von einer „illegalen“ Freizeitdroge erwarten würde. Mehr als die Hälfte der Nutzer sind zwischen 31 und 50 Jahre alt. 82 Prozent haben mindestens ein College besucht. Fast 30 Prozent der Befragten beziehen ein Haushaltseinkommen von über 75.000 Dollar pro Jahr. Viele dieser Befragten benutzen Kratom, um sich entweder selbst von verschreibungspflichtigen Opioiden zu entwöhnen oder die Droge allein zu benutzen, um Schmerzen zu behandeln. Bezeichnenderweise produzieren die Kratomalkaloide jedoch wenig bis keine Atemdepression. Toleranz und Abhängigkeit scheinen sich langsamer zu entwickeln als bei herkömmlichen Opiaten.

Blutwerte bleiben unverändert

In einer kleinen Querschnittstudie wurde bei 58 regelmäßigen Kratom-Usern und 19 gesunden Kontrollpersonen untersucht, ob es unter Kratom zu einer Veränderung der Blutparameter kommt. Die Ergebnisse zeigten, dass es keine signifikanten Unterschiede in den hämatologischen und klinisch-chemischen Parametern traditioneller Kratombenutzer und gesunder Probanden gab. Lediglich die HDL- und LDL-Cholesterinwerte lagen über dem normalen Referenzbereich. Der langfristige Kratomkonsum über fünf Jahre verändert die hämatologischen und biochemischen Parameter nicht.

Die Aussagekraft dieser malaysischen Studie erscheint gering. Sagt sie doch nichts über die physischen und psychischen Gefahren von Kratom aus. Auch dass in den Zubereitungen potenziell toxische Verunreinigungen enthalten sein können, wird nicht erwähnt oder untersucht.

In Deutschland legal

Bereits im Jahr 2010 wurde die Aufnahme von Kratom in das deutsche Betäubungsmittelgesetz durch den Sachverständigen-Ausschuss des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte geprüft. Die Beschlussfassung zu Kratom wurde vertagt, wie schon mehrere Male zuvor. Auch in dem Gesetz über neue psychoaktive Substanzen (NpSG) sucht man die Pflanze vergeblich. Bereits im Juni 2016 berichtete DocCheck darüber. Weil der Erwerb über das Internet derzeit so einfach ist wie Schuhe kaufen, sollte über eine Einstufung als Betäubungsmittel diskutiert werden.

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34 Kommentare:

Nichtmedizinische Berufe

Mir fällt hier auf, dass fast nur anonyme Gäste wachsweich diskutieren.
Dies kann dem Ansehen dieses Forums schaden.

#34 |
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#27
Wieviele Personen sterben an Alkohol?
Hierzu wird absolut zu unterscheiden sein:
die absolute Zahl der Toten, gegen die prozentuale.
Mir kommt es leider so vor, als würden diese Zahlen nicht mehr unterschieden werden.
Ausserdem ist Alkohohol als Ber oder Wein doch ein super gutes Pharmakon!Oder gibt es welche, die sich an deren Genusse noch nie erfreuten?

#33 |
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#2
Hepatitiden nach kratomkonsum?
Ich habe gelesen, dass auf dem illegalen Markt Kombinationen mit anderen Drogen verbreitet wurden, die sodann sogar tödlich endeten.Dass Kratom solo zu seinem Ende je hätte führen können, fand ich noch nie bestätigt.Cocktails mit anderen drogen können wirklich hochtoxisch und letal enden, so las ich.An sich aber sei Kratom eine weiche Droge und relativ ungefährlich für sich genommen.
Dass eine Kombination mit tramadol(ein ebenso schwaches Opioid) mit Kratom u.a. tödlich endete, registrierte ich.Ansonsten betone ich nochmals, dass Opioide so gut wie nicht organotoxisch sind-im Gegensatz zu nichtsteroidalen schwachen Analgetika, wozu ich besonders hervorheben möchte, dass etwa Ibuprofen schon nach kurzzeitiger Applikation das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse extrem erhöht.Gut dialektisch sage ich:Geringen Risikos sind die ohnehin schwach wirksamen Analgetika keinesfalls, und hohen Risikos sind die Opioide am wenigsten.Das Thema wird tiefgründig durchdiskutiert.

#32 |
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ENDLICH auch die Zigaretten und Alkohol VERBIETEN!
#27
Kommt mir so vor , als hätten Sie eindringlichst sagen wollen:
Aber bloß nicht die Pille und die Abtreibung verbieten.
War nicht böse gemeint: Aber jeder sollte sich in dem, was er sagte, gründlich überprüfen.In den Zwistigkeiten heutiger Diskurse sollte jeder erkannt haben, da er zum Absoluten kam,wo er steht und in dieser Hinsicht erkennen, wo ein Mitmensch als Anderer steht:So sollte jeder vor dem Angesicht der absoluten Wahrheit seinen eigenen engen Standpunkt erkannt haben.:Damit er geweitet werde.

#31 |
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#27
36 Todesfälle
Zufällig habe ich mich in letzter Zeit mit Kratom beschäftigt:Es hieß, dass kein einziger Todesfall hierdurch bekannt wurde, -wer weiß?-,dass aber Kombinationen mit anderen Pharmaka tödlich endeten(etwa mit Tramadol etc).Eine Überdosierung wird eigentlich zumeist immer toxisch und oft letal.Hier dürften irrational süchtige Drogenkombinationen zum Tode geführt haben.Somit ist klar gestellt, dass eine Desinformation sogar letale Schäden verursachen kann.Hierbei handelt es sich um dummen Abusus.Kratom solo kenne ich nicht als Todesursache.Paracetamol wurde allzuoft als Mittel zum Suizid eingesetzt: Ich frage mich,wie weit der Eigenverantwortlichkeit der Konsumenten ineins mit den beratenden Pharmazeuten hier Freiräume gewährt werden dürfen.Kratom gilt als weiche Droge-und nicht als echtes Narkotikum.Kombinierten wir einen Alkoholrausch mit starken Schmerzen und nähme einer dazu Paracetamol ein zur Analgesie, so wäre die letale Gefährdung hepatotoxisch hochpotent.

#30 |
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Gast
Gast

Ich zitiere aus obigem Artikel:
“Es wirkt ähnlich stark wie das Opiat Morphin”
Ich zweifle das sehr stark an. Das Kratom wirkt bei weitem nicht so stark wie Morphin, aber es wirkt ähnlich so wie Morphin: Es dockt an den Opiatrezeptoren an-und die auf Atemdepression empfänglichen allerdings nicht:Es hat den Wirkmechanismus eines Opioides-nicht den eines nichtsteroidalen schwachen Analgetikums-aber gewiss , so meine ich, nicht so stark wie das edle Morphium.
Ich kann mir das einfach nicht vorstellen und meine und sage, dass es bei weitem nie und nimmer so stark sein kann.Da müßte jemand sehr schwach geworden sein, um Kratom als so sehr stark empfunden haben zu können.

#29 |
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Gast
Gast

#27
Ich zitiere:”Bin gegen Suchtsubstanzen überhaupt”
Dann werden Sie Ihrem Berufe zur Medizinerin aber auch nicht mehr richtig gerecht.Was der Weisheit entspricht, fand im Pharmazeutischen sein Maß.Ich wandle mal Ihre Bemerkung: “Wieviele Kinder leiden” ab in: Wie viele Patienten leiden, weil sie nicht gut versorgt werden, weil das falsche Vorurteil herrscht, dass etwa Opioide süchtig machen würden? Es ist ein Vorurteil, eine Verweigerung der das Schmerzleiden behebenden Pharmaka ist somit kaum zu verantworten.Freilich übersteigt diese Thematik den Fall Kratom,oder ich sage:
Ihr Argument, gegen Suchtsubstanzen zu sein, teile ich als vernünftiger Mensch und bemerke, dass die süchtigmachende Eigenschaft vieler hilfreicher Medikamente ebensosehr durchaus nur aus einem Vorurteil beurteilt wurde,-also nicht absolut und immer stimmt.Differenzieren ist angesagt: Aber bitte nicht zu ungunsten eines Notleidenden aufgrund bloßen Vorurteils. Die dialektische Überprüfungt aller Urteile ist unerläßlich, um der Wahrheit -hier im pharmazeutischen Sinne,-vollauf gerecht zu werden.Eine Kampagne gegen Wein (Alkohol) zu fahren, gestehe ich nicht ein:Will man den Menschen die letzten Freuden auch noch wegnehmen, bis nur noch enttäuschte Subjekte übrig bleiben: So ausgemergelte ohne Rausch-Freuden wie vom Wein?

#28 |
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Studentin der Humanmedizin

Bin gegen Suchtsubstanzen überhaupt.
Wo gab es diese 36 Todesfälle?
In Deutschland?
In Thailand?
Wieviele Personen sterben an Alkohol?
Wieviele Personen sterben an Zigaretten?
Wieviele Kinder leiden, dass sie von ihren betrunkenen Eltern misshandelt werden?
WANN will FDA endlich reagieren?
Es ist doch ein Massenmord durch diese “legale Drogen”!
Wenn schon Kratom verboten werden kann, weil 36 Menschen tot sind, BITTE, ENDLICH auch die Zigaretten und Alkohol VERBIETEN!

#27 |
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Gast
Gast

Was mir selbst immer schon extrem wichtig war:
Zu betonen, dass die bloß anscheinende atemdepressorische Wirkung des Morphiums nichts als eine Nebenwirkung, ja unerwünschte Nebenwirkung sei:
Dass diese Behauptung in den meisten Fällen nicht stimmt:Im Gegenteil: Schwer Verwundete werden es zuhöchst zu schätzen wissen, dass etwa bei der großen aufregung eins Unfalles dies störende hektische Starkatmen pharmazeutisch besänftigt wurde, was wir eine Atemdepression nennen, so dass der leidende Körper auch von dieser Hinsicht aus endlich zur Ruhe kam.Also kann eine Atemdepression zur höchstwillkommenen Mit-:nicht Neben-Wirkung des Morphins genommen werden.Ich denke an Pneumonie etwa mit Pleuritis, wo jeder zu starke Atemzug die Schmerzen erheblich verstärkt.Das war mir immer schon wichtig: Nebenwirkung nicht unerwünscht, sondern Mithauptwirkung. Gel?!

#26 |
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Gast
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” Die geringe oder fehlende Wirkung auf die Atmung ist üblich für Opioide mit partialagonistischer Wirkung. Es wird nur der Rezeptorteil belegt, der für die Analgesie, aber nicht für die Atemdepression verantwortlich ist. Um diese Annahmen zu belegen, sind Humanstudien zwingend erforderlich.”
Ich weiß nicht, was man da noch länger umstudieren will: Ist das nun belegt oder nicht? Dass Tramal als schwächstes Opioid keine atemdepressorische Wirkung zeigt, ist doch längst erwiesen.Es scheint hier die Aufgabe zu bestehen, noch weitere pharmakologische Entwicklicklungsstudien vornehmen zu müssen .
Da werden wir wieder hören von Kappa -Rezeptoren etc:
Die aktiven Alkaloide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin modulieren nachweislich Opioidrezeptoren (OR) und wirken als partielle Agonisten an M-Opiatrezeptor (MOR) und als kompetitive Antagonisten an κ-Rezeptoren (KOR) und δ-Rezeptoren (DOR).Mal sehen, wie all das weiter geht.

#25 |
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Gast
Gast

“Die amerikanische Drogenbehörde Drug Enforcement Administration (DEA) möchte die Opioide Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin als „Schedule I“-Droge einstufen. Damit wäre es in derselben Gefahrenklasse wie Heroin, Ecstasy, Meskalin und Psilocybin.”
Halte ich für völlig übertrieben, als wäre etwa Tramal ebenso wirksam wie Morhin, nur weil es ähnlich wirkt.Quatsch!-meine ich.Was ich nur meinte, darf überprüft werden.

#24 |
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Gast
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#7
“Kratom ist wahrscheinlich eine der wenigen Substanzen, die zwar unter Umständen einen Rausch auslößen kann”
-wenn einer nicht schon längst eine Elefantenhaut hat.
Wer die Droge gegen wirkliche Beschwerden einnimmt, der beabsichtigt keinen Rausch.Anderwärts wäre sie mißbräuchlich konsumiert worden.Wer aber begrüßt ein euphorisches Wohlgefühl selbst bei Schmerzen nicht? Ach, war man immer schon dumm und wird es immer bleiben? Schwer zu sagen.
Heute las ich bei Lichtenberg: Man sage vom Wein immer nur , dass er Böses wirkte.Dass er 100 mal mehr Gutes bewirke, davon sage keiner.Das scheint extrem auch heute wieder stattzufinden.Den edlen Wein , der zusammen mit lauter Liebe genossen nur sein möchte, verteufelt einer als Alkohol?Da werden wir noch lange nicht zum Ende gekommen sein.

#23 |
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#21
Entschuldigen Sie bitte, ich schrieb leider etwas mißverständlich:
“Aber das Gras wird immer noch zur medizinischen Applikation bei der Kasse verweigert:”
Ich korrigiere:So soll das lauten:
Leider werden immer noch zu viele Anträge zur Medikamentation mit Cannabis-Blüten abgelehnt,-so sollte das heißen. es werden aber auch etliche ebenso doch genehmigt..:So sollte das heißen.Also nicht jeder Antrag wird verweigert: Aber etwa doch noch zu viele.
Hierzu bleibe ich selbst neutral.Ich halte mich, wenngleich ich dies dazu schrieb, dennoch sehr stark im Urteilen darüber doch zurück.
Entschuldigen Sie bitte abermals meinen kleinen fehler.

#22 |
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Gast
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Nicht mal Haschisch
Was lesen wir heute in der gemeinen Tagespresse:
Grüne, Linke und FDP stimmen für eine Freigabe von Cannabis= Marihuana=Hanfblüten.
Wer behauptet, dass diese Droge keinen Heilswert habe, also keine Arznei sei, sondern nur Betäubungsmittel, verirrte sich schon längst meiner Meinung nach.Faktum ist nur, dass das bis heute nicht geklärt ist.
Das Harz war immer schon besser: Aber das Gras wird immer noch zur medizinischen Applikation bei der Kasse verweigert:Ein Genußmittel soll es sein dürfen?Da wäre mal mehr Subtilität im Umgange damit erfordert.Die ‘Sache bleibt jederzeit äußerst heikel.Dass Cannabis schon immer arzneilichen Wert hatte, zweifle ich nicht an.Dass ein Usus im Sinne eigenmächtigen Gebrauches daran völlig vorbeigeht, zweifle ich auch nicht an: Was zu tun sei, bleibt da die schwierige Frage.Psychokarmakologisch halte ich den Wein für die beste Arznei: Nur gilt es , das ordentlich erkannt zu haben.Dass mir hierbei widersprochen werden wird, wußte ich eh:Am Wahrsein des Erkannten werde ich nicht blind vorüber gehen.

#21 |
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Analgetisch, aber nicht atemdepressiv?
Durchaus bei ähnlich schwach wirksamen Opioiden wie Tramadol-das schwächste unter der Skala der Opioide.Antitussiv nebenbei wohl.
“Einige unerwünschte Wirkungen, die bei der hochdosierten Anwendung von Kratom berichtet werden, sind Tachykardie, Schwindel, Hypotonie, Verstopfung, Tremor, Anorexie, Krampfanfälle und Psychose.” Nun, es geht um die medizinelle Anwendbarkeit und nicht nur um die freie Verkäuflichkeit.Hier dürfte eine Überdosierung vorgelegen haben.Oder eine noch nicht festgestellte, stimmige Dosierung.

„Es gibt ein leichtes, euphorisches High.”
Wer Kratom mißbraucht, um so ein undefinierbares euphorisches High zu erwirken,entfremdete es seiner medizinellen Wirkbeabsichtigung.Auch unverantwortbar, wer die Droge einnahm, um mal feststellen zu können, was genau sie bewirke.So eine Grund-Einstellung erweist, dass keine medizinelle Indikation vorlag.Da der Mensch sehr wissensdurstig ist, darf ich diese Aussage ebenso auch wieder etwas zurückbeschränken: wer weiß, was er lernte und was damit künftig je Ihm zugutekommen könnte?Um andere Bewußtseinszustände erreichen zu können, die ausserhalb der psychopharmakologischen Forschung liegen, dazu sollte die Droge nicht mißbräuchlich eingesetzt worden sein dürfen.
Eine restriktive Drogenpolitik, die keine Freiräume mehr im wirklich Legalen mehr anerkennt, kann ich ebensowenig gutheißen.Oder wird morgen Johanniskraut auch verboten sein?

#20 |
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#6
5: wie zynisch. Schonmal von Opiumhöhlen gehört?

Das war schon gravierend schlimm:Schon die übelsten Methoden, mit denen Chinesen im Opiumkrieg das Zeug angedreht wurde.Ja ja, da hausten so gut 10 Prozent Chinesen in der Höhle der Opiumsucht.Das war zur Zeit des Opiumkrieges

#19 |
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#7

“einen Rausch auslößen kann”
Ich möchte mal für die wirklich nüchternen Kratom-Konsumenten eintreten: Wiewahr ich sofort weiß, dass ein Abusus vorfallen könnte.Gegen eine Rauschfeindlichkeit spreche ich mich ebenso aus wie für eine übertriebene substanzlose Rauschfreundlichkeit.Einen liebesbeglückten Weinrausch wird die Droge nicht erzeugen können.Die möglicherweise generierte Euphorie dürfte in einer tiefliegenden Dämpfung zum Erliegen gekommen sein.Ich sehe das so: Wäre Kratom wirklich stark berauschend, so wäre der Pflanzenstoff schon längst verboten.So dürfte Kratom mild wirken.Einer apriorischen Aversion gegen psychopharmakologisch gute Wirkungen stimme ich nicht zu: Ich sage sogar,dass das wirklich Gute an Wirkungen der Opioide verkannt wurde und zum Schlechten gemacht wurde.Gut dialektisch werde ich freilich immer argumentieren:Das Gegenteil darf jeder behaupten und in der Vernunft werden wir klären wollen.Jedenfalls steht für mich fest:Der Mensch hat lauter Vorurteile.Diese bedürfen der Klärung zur Evidenz.Der Mensch ist vielfach verblendet und hat keine klare Einsicht -nicht mal nach naturwissenschaftlicher Wissenschaft.Die statistische Empiristik kann angesichts des Individuums völlig daneben liegen-wer weiß?Aber hier in der Kürze Kratom abgehandelt zu haben, wird schwerlich genügend durchgeführt worden sein können.

#18 |
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Von einer “Einstufung als Betäubungsmittel” würde ich mal absehen:Kratom hat gewiß bei weitem nicht dieselben Ausmaße einer Wirkung wie Morphin.Eine derart restriktive Handhabung, die alle letzten Freiräume einer Selbstmedikation -die notwendig wird, wo die Kassen nicht mehr zahlen-,unterbinden will, kann ich nicht gut heißen.Wenn nichts mehr verschrieben werden darf, wo erhält der Notleidende dann noch ein Pharmakon?Dass wer Kratom beziehen will, ein Abuser sei, sollte nicht jedem verleumderisch unterstellt werden.Eine gewisse Mündigkeit dürfte zugemutet-muß aber auch kontrolliert werden.Milde Opioide wie Tramadol oder Codein sind auch noch bei Weitem keine Betäubungsmittel.Anscheinend liegen hier psychistisch schwer definierbare Defekte einer Aversion gegen Opioide vor- ich halte mich da aber besser sehr mal im Urteilen zurück.Dass alles bestens zu kontrollieren sei,weiß jeder wohl.
In Deutschland muß jeder funktionieren.

#17 |
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Gast
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#13
Ganz so sehe ich das nicht:
“Die Pharmaindustrie wird wieder dafür sorgen, dass es verboten wird und als Tablette zu Wucherpreisen verkauft werden kann”.
Die kleine Pharmaindustrie vertreibt auch Phytopharmaka und wird unter einem gesetzlich verfügten Verbot ebenso leiden.

#16 |
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Gast
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#2
Hepatotoxische Schäden können auch durch Beimengungen anderer toxischer Substanzen entstanden sein:Oder die Ätiologie wurde verschlampert. Opioide bzw. Morphium kenne ich als die in organotoxischer Hinsicht harmlosesten Pharmaka:
Im totalen Gegensatz zu bei schweren Schmerzen völlig unwirksamen nichtsteroidalen Antirheumatika.Schnell verblutet da ein Patient innerlich: Und die Presse spielt es nicht immer groß hoch-berichtet aber davon.Prof.Dr.GOTTSCHLING schrieb: Wenn er einen Patienten im Alter von drei Jahren hätte, könne der 103 Jahre alt werden.(im Buch: SCHMERZ LOS WERDEN).Vorausgesetzt, dass eine soziale Akzeptanz vorliegt, so meine ich.Opioide sind, vorausgesetzt bei angemessener Indikation(nicht Abusus), jederzeit die beste Wahl.Über Kratom schreibe ich dennoch aus Gründen der Ehrfurcht vor der Pflanze und der Abscheu vor vorurteilsbeladenem Geschwätz besser nichts weiter.

#15 |
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Gast
Gast

Mit großer Zurückhaltung möchte im Vergleiche zu Kratom ich den Fall von Kava-Kava erwähnen:Aufgrund mehrerer Fälle mit hepatotoxischen Schädigungen wurde die Arznei nicht mehr zugelassen-Widersprüche gesetzlich aberkannt.Früher einmal in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, wurde dies gute Adaptogen(auch Anxiolytikum etc)verboten.
Ein Freiraum zur Selbstmedikation verschwand hiermit auch hier.(Konnte damals auch noch verschrieben werden).Die organotoxische Gefährlichkeit frei verkäuflicher nichtsteroidaler Analgetika scheint dabei gar nicht ins Gewicht zu fallen: Mir kommt es so vor, dass hier Phobien gegen gewisse psychoaktive Phytopharmaka eine große Rolle spielen.Fakt scheint nicht zu sein, dass Kratom medizinisch wertlos sei,sondern dass ein offizieller Einsatz noch nicht hierzulande zustande kam.Analgesie,sedativerWert scheinen sicher zu sein:Dass Übelkeit oft aufkommt, eignet ja auch anderen Opioiden.Dass ein zumal hochdosierter bzw. langwährender Abusus Gefahren birgt, wird nicht abzustreiten sein.Also : Kava-Kava wurde mal verschrieben und war auch rezeptfrei erhältlich und ist eine bei richtiger Applikation sehr milde und gut verträgliche Arznei gewesen: Und verschwand. Auch schade.

#14 |
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Dr. Marc Messerschmidt
Dr. Marc Messerschmidt

Die Pharmaindustrie wird wieder dafür sorgen, dass es verboten wird und als Tablette zu Wucherpreisen verkauft werden kann.

#13 |
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Gast
Gast

“Die Aussagekraft dieser malaysischen Studie erscheint gering. Sagt sie doch nichts über die physischen und psychischen Gefahren von Kratom aus. ”

Ich würde schon sagen, dass Laborwerte etwas über physische Auswirkungen einer Substanz verraten ;)

#12 |
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Heilpraktiker

Die Titelwahl wird immer geschmackloser…..
Artikel sonst gut. Dennoch mehr Sensibilität bitte!

#11 |
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Dr. med.sin. Gunter Neeb
Dr. med.sin. Gunter Neeb

Die Kratombombe? Aua! Der Inhalt mag ja ganz interessant sein, aber muß jeder Titel eines Artikels nach dem “Reim dich oder ich fress’ dich”-Prinzip gestrikt werden?

#10 |
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The Sociological
The Sociological

Substanz “breitet” sich schnell aus – also sollte sie über das BtMG strafrechtlich behandelt werden. Uauh, frappierender Gedankengang im letzten Absatz. Unbeabsichtigte Folgen sozialen Handelns? Siehe Prohibitionsgeschichte vom Alk bis heute.
Mit freundlichen Grüßen, die 110000 tote MexikanerInnen 2005-2017

#9 |
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Klinische Studien?

#8 |
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Kilian
Kilian

Eine Prohibition von Kratom wäre katastrophal und würde nur einen neuen, deutlich gefährlicheren, Schwarzmarkt fördern.

Kratom ist wahrscheinlich eine der wenigen Substanzen, die zwar unter Umständen einen Rausch auslößen kann, jedoch mit wenigen oder gar keinen Nebenwirkungen daher kommt. Festzustellen waren nach exzessiven Konsum nur erhöhte Leberwerte. Der medizinische Nutzen überwiegt massiv.

Eine interessante Publikation dazu:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00213-017-4813-4.pdf

#7 |
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Gast
Gast

#5: wie zynisch. Schonmal von Opiumhöhlen gehört? Tote und Verbrechen an Berauschten zählen für Sie wohl nicht? Vergiftungen durch Engelstrompeten etc.? Ach, die lieben Pflänzchen …

#6 |
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Altenpflegerin

Traurig die Versuche Pflanzen von Gott gegeben kriminalisiert zu werden. Das selbe Thema wie damals bei Salvia Divinorum

#5 |
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Gast
Gast

Vom Stoffwechselweg des Kratoms her wären Hepatitiden bzw. länegrfristig erhöhte Leberwerte jedenfalls erklärbar.

#4 |
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Ja, ist beschrieben (https://livertox.nlm.nih.gov//Kratom.htm)
Habe auch schon einen Fall gesehen, Zusätzlich mit Fieber und Exanthem

#3 |
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Alexander Rose
Alexander Rose

gibt es informationen oder berichte über Hepatitiden nach kratomkonsum? sei einer woche liegt stationär eine Patientin der es klinisch gut geht, die aber ohne hinweis auf eine infektiöse genese nach konsum von kratom unverändert hohe leberwerte zeigt

#2 |
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Gast
Gast

Probieren geht über studieren

#1 |
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