Der Hashimoto läuft sich warm

8. Februar 2018

Der häufigste Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Hierzulande leiden vier bis neun Prozent daran. Experten sprechen inzwischen von einer neuen Volkskrankheit. Ist die lebenslange Substitutionstherapie mit Thyroxin der einzige Ausweg?

Solange die Schilddrüse gut funktioniert, wird sie von den meisten Menschen kaum wahrgenommen. Sie produziert die jodhaltigen Hormone Triiodthyronin (T3) und Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4) für den Energiestoffwechsel in Körperzellen sowie das Peptidhormon Calcitonin für die Regulierung des Blutkalziumspiegels. Die Jodspeicher-Funktion des sogenannten Schmetterlingsorgans ist essenziell für den menschlichen Körper. Wenn Jod fehlt oder im Übermaß vorhanden ist, kommt es zu Erkrankungen der Schilddrüse. Bisher stellen noch die durch Jodmangel hervorgerufenen Schilddrüsenvergrößerungen und -knoten das häufigste klinische Bild aller Schilddrüsenerkrankungen dar. Die Jodversorgung in Deutschland wird jedoch durch den freiwilligen Einsatz von Jodsalz in der Lebensmittelindustrie und die Bewusstseinsförderung bei Verbrauchern stets besser. Deutschland ist laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kein Jodmangelgebiet mehr. Struma diffusa und Struma nodosa kommen entsprechend seltener vor. Was den Endokrinologen seit einigen Jahren weltweit auffällt, sind steigende Inzidenzen von Autoimmunthyreopathien.

Der eigene Körper attackiert die Schilddrüse

Zu den chronischen Schilddrüsenentzündungen, deren Ursache ein fehlfunktionierendes Immunsystem ist, gehören Riedel-Thyreoiditis, Ord-Thyreoiditis, Morbus Basedow sowie Hashimoto-Thyreoiditis. Letztere kommt am häufigsten vor und scheint weiter an Bedeutung zu gewinnen. Einige Experten sprechen mittlerweile von einer neuen Volkskrankheit. Laut des Vereins „Forum Schilddrüse“ gibt es innerhalb der deutschen Bevölkerung vier bis neun Prozent mit nachweisbaren Antikörpern. Dr. Reinhold Lunow, Leiter des Zentrums für Schilddrüsenerkrankungen in Bornheim, erläutert die Symptome und Schwierigkeiten bei der Diagnose. Oftmals werde die Unterfunktion als Burnout fehldiagnostiziert.

 

 

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist durch eine Zerstörung der Schildrüsenzellen charakterisiert. Die zugrundeliegende Pathogenese ist bei weitem noch nicht aufgeklärt. In den letzten Jahren konnten jedoch einige Hauptakteure ausfindig gemacht werden. An erster Stelle sind übermäßig stimulierte CD4+ T-Lymphozyten zu nennen, die massiv in die Drüse einwandern. Im Parenchym erkrankter Personen sind TH1-Zellen die vorherrschende Subpopulation. Sie aktivieren zum Beispiel zytotoxische Lymphozyten und Makrophagen, die die Schilddrüsenepithelzellen direkt zersetzen. TH2-Zellen hingegen stimulieren die Proliferation von B-Lymphozyten und Plasmazellen. Diese produzieren den Schilddrüsenautoantikörper MAK gegen Schilddrüsenperoxidase sowie TAK gegen Thyreoglobulin.

So tragen die B-Zellen erheblich zu Entstehung und Fortschritt der Entzündung bei. Zahlreiche in vitro und in vivo Studien bestätigen zudem die bedeutsame Rolle von regulatorischen T-Zellen (Tregs). Sie inhibieren unter anderem T-Helfer-Lymphozyten im Schilddrüsenfollikel und fördern dadurch die natürliche Selbsttoleranz. Eine reduzierte Anzahl oder funktionelle Beeinträchtigungen korrelieren mit der Entwicklung einer Hashimoto-Thyreoiditis. Der Gewebsschwund wird obendrein durch bei Hashimoto verstärkt stattfindende apoptotische Vorgänge befeuert.

Zivilisationskrankheit Hashimoto

Ob jemand eine Hashimoto-Thyreoiditis bekommt, hängt von einer komplexen Konstellation aus individueller genetischer Anfälligkeit und unterschiedlichen Umweltfaktoren ab. So ist man davon überzeugt, dass es nicht ein dominantes Gen ist, das die Krankheit vermittelt. Mindestens vier verschiedene Gen-Polymorphismen scheinen involviert zu sein. Zu den bekannten nicht-genetischen Faktoren gehören Ernährungsaspekte (zu viel Jod, zu wenig Selen und Vitamin D3), Umweltbelastungen (Viren, Chemikalien oder Strahlung) und persönliche Merkmale wie Alter und Geschlecht.

Frauen haben achtmal häufiger als Männer Hashimoto-Thyreoiditis. Warum das so ist, weiß man nicht genau. Die Effekte weiblicher Sexual- und Schwangerschaftshormone und eine auf dem X-Chromosomen codierte Anfälligkeit für die Krankheit, sind nur zwei der vermuteten Gründe.

Der Facharzt für Radiologie mit Nuklearmedizin und Schilddrüsen-Experte Dr. Werner Schützler hat in den vielen Jahrzehnten seiner Tätigkeit um die 130.000 Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen untersucht. Auch er hat den starken Anstieg der Hashimoto-Fallzahlen in seiner Praxis beobachtet und sieht es klar als eine Zivilisationskrankheit an. Dass die Autoagressionserkrankung sich so stark ausbreite, bleibe seiner Meinung nach viel zu wenig beachtet: „Es wird einfach so kommentarlos hingenommen, dass der Mensch sich selber angreift“, konstatiert er in einem Interview für diesen Artikel.

Zu viel Hygiene führe zu einem Ungleichgewicht im Immunsystem. Der fehlenden Kontakt zu natürlichen Immuntriggern wie Bakterien, Pilzen, Pflanzen, und Parasiten hat schwere Folgen für die Körperabwehr. Nach der sogenannten Hygienehypothese kommt es zu überschießenden Reaktionen des Immunsystems auf harmlose Umweltbestandteile (Allergie) oder körpereigene Strukturen (Autoimmunität). Dr. Schützler selbst vergleicht es mit einem Boxtraining: „Das untrainierte Immunsystem weiß nicht, wie es zuschlagen muss. Das ist das Problem. Es ist keine Epidemie, die sich durch irgendeinen Erreger ausbreitet, sondern die Epidemie ist praktisch die Zivilisation. Weil die über-hygienische Zivilisation Immunsysteme produziert, die nicht mehr adäquat arbeiten. Das eine ist die Hygiene und das andere sind der ständige Stress und fehlende Bewegung. Das freigesetzte Cortison und Adrenalin wirft den Menschen aus seinem biologischen und damit auch hormonellen Takt“, so die persönliche Meinung des Spezialisten.

Der biologische Rhythmus müsse simuliert werden

Die Herausforderung für eine wirksame Therapie beginne bereits damit, die richtige Diagnose zu stellen, so Schützler weiter, denn: „Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gesetzt.“ Die gesamte Schilddrüsenhormontherapie gehe davon aus, dass man wieder normale Werte bekomme. Es gebe aber durchaus Patienten, die haben kaum noch Schilddrüse, sind aber trotzdem euthyreot mit normalen Werten. In manchen Fällen, habe der Körper genügend Zeit ausreichend Kompensation zu betreiben. Die Euthyreose sei für ihn ein vorwiegend klinischer Begriff und sie dürfe nicht von gemessenen Werten allein abhängig sein.

Außerdem wirken Hormone nicht dosisabhängig. Hormone benötigen einen Takt. Daher sei es ein Fehler bei der Behandlung mit Hormonen von Wirkspiegeln auszugehen. „Wenn die gesamte Therapie bei Hashimoto-Thyreoiditis darauf abzielt, nur die Schilddrüsenhormone zu ersetzen, dann ist das verkehrt. Man muss bei einem Patienten einen biologischen Rhythmus erzeugen.“

Dr. Schützler erläutert seinen Ansatz genauer: „Das gelingt mit einer Dosis an Hormonen, die berücksichtigt, wieviel Rezeptoren zu besetzen sind. Wenn die Rezeptoren morgens durch Schilddrüsenhormone besetzt sind, dann werden sie eine gewisse Zeit lang wirken und danach werden sie sich lösen. S0 kommt der Mensch am Abend in eine leichte Unterfunktionsphase, die TSH-Werte (thyreoidea-stimulierendes Hormon) sind in der Nacht erhöht und er kann dann auch gut schlafen, wenn alles weitere okay ist. Dann sagt der Patient aller Wahrscheinlichkeit nach, dass er sich endlich mal wieder gut gefühlt hat.“

Am Tag sei ein TSH-Wert von 1 mU/l für fast alle Meschen gut beziehungsweise gesund. In der Nacht steige der Wert an, wobei 5 bis 20 mU/l als normal anzusehen sei. Bei Werten über 20 bestehe die Gefahr einer nächtlichen Unterzuckerung, da sich das Hirn mit Cortison und Adrenalin gegen das zu stark wirkende Insulin wehrt (Insulinsensivität). Das führe zu einem gestörten Schlaf, erklärt Schützler.

Wenn auch die Normgrenzen wegen der Abhängigkeit des Wertes von verschiedenen Faktoren immer wieder diskutiert werden, ist der TSH der wichtigste Laborwert, der zu Schilddrüsenfehlfunktionen Aufschluss geben kann. Bei Messergebnissen die außerhalb von 0,3 bis 4 mU/l liegen, ist eine zusätzliche Messung der peripheren T3/T4 Hormonwerte angezeigt. Der Verdacht auf eine immunogene Atrophie der Drüse sollte sonographisch als Echoarmut bestätigt werden. Daraufhin sollten die MAK- und TAK-Werte untersucht werden.

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis sind die TAK-Werte massiv erhöht. Die Standardtherapie besteht dann darin, mittels T4 Substitution einen euthyreoten Zustand herzustellen. Für die richtige Dosis wird von den meisten Medizinern der TSH-Wert alleine als Stellgröße genutzt.

 

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Der Serum-TSH-Wert ist abhängig unter anderem von der Tageszeit und dem Körpergewicht. © Dr. Werner Schützler

Zusätzlich T3 kann helfen

„Die Leute, die eine Hashimoto-Thyreoiditis haben, und die morgens nicht genug T3 haben, kommen nicht aus dem Bett, die leiden.“ Denn T3 sei mit seiner zusätzlichen Funktion als unabhängiger Vasodilatator in der Peripherie unabdingbar, um sich morgens fit zu fühlen, erklärt Dr. Schützler. Bei solchen Patienten sei die Einstellung nicht trivial. Hier müsse man zusätzlich zur T4-Dosis mit einer gezielten morgendlichen T3-Gabe von 5 oder 7,5 oder 10 Mikrogramm einen Impuls erzeugen.

Der Impuls sei entscheidend und nicht die Kontinuität. „Das Herz muss einmal morgens mit Schilddrüsenhormonen besetzt werden.“ So kämen die Patienten wieder in Gang. Das hänge damit zusammen, ob die Deiodinase vom Typ 1 in der Leber den Ausfall der Hormone in der Schilddrüse ersetzen könne oder nicht.

Die European Thyroid Association (ETA) bestätigt, dass bei 5-10 Prozent der T4 Behandelten trotzdem die Symptome eine Unterfunktion bestehen bleiben und dass die zusätzlich Gabe von T3 helfen kann. Die ETA betont, dass dies ein experimenteller Ansatz ist, der für jeden Patienten individuell betrachtet werden sollte. Die Organisation hat dazu bestimmte Richtlinien herausgegeben, um eine willkürliche Verabreichung zu vermeiden.

Die Gabe von T3 führt nämlich zu erhöhtem freien T3 im Serum. Das kann bei anfälligen Patienten zu Arrhythmien führen. Weil man nicht weiß, welche Konsequenzen hohe T3 Dosen für Föten haben, sollten auch schwangere Hashimoto-Patientinnen keine Kombinationstherapie bekommen. Forscher konnten schon 1996 an thyreoidektomierten Ratten zeigen, dass dort nur die gezielte T3/T4 Kombination im gesamten Körpergewebe einen euthyreoten Zustand erzeugte.

Letztendlich sei laut Dr. Schützler auch eine empathische Befragung der Patienten hinsichtlich des Lebensrhythmus endscheidend. Nur so könne man diesen bei Störungen wiederherstellen. Arbeitet der Patient beispielsweise in Schichten? Wie ernährt er sich? Bewegt er sich regelmäßig? Hat er viel Stress? Die Einstellung alleine nach dem TSH-Wert sei seiner Meinung nach nicht ausreichend. Der Wert hänge von zu vielen Dingen wie beispielsweise Jahreszeit, Tageszeit und Körpergewicht sowie Alter ab.

Eine Änderung der TSH-Produktion, zum Beispiel durch Medikamente, benötige in der Hypophyse circa drei Wochen. Alle Messungen unterhalb dieser Dauer seien daher sinnlos. Dr. Gerhard Hintze bestätigt im NDR-Visite Beitrag, dass man sich nicht nur auf das Hypophysenhormon verlassen dürfe. Im Falle seiner Patienten bezieht er auch ihr subjektives Wohlbefinden für die Therapie mit ein. Der Endokrinologe dosiert T4 höher, sodass sich der TSH-Wert weiter absenkt und die Patientin aus dem Beitrag keine Hashimoto-Symptome mehr verspürt.

 

 

Für die Hashimoto-Thyreoiditis ist also die Ersatztherapie mit T4 weiterhin die Behandlungsmethode der Wahl. Das bestätigten unter anderem Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, der Schilddrüsenliga und des Deutschen Schilddrüsenzentrums auf Anfrage. Der DocCheck-Experte Dr. Schützler sieht momentan leider keine ernsthaften Forschungsbemühungen für alternative Hashimoto-Thyreoiditis Therapien. Seiner Meinung nach sei die Kooperation zwischen verschiedenen medizinischen und naturwissenschaftlichen Disziplinen, die neue Behandlungsmethoden ermöglichen könnte, unzureichend.

Begleiterkrankungen bedenken

Was die Situtaion der Hashimoto-Patienten oftmals verschlimmert, sind zusätzliche Autoimmunerkrankungen. Barbara Schulte betreut seit vielen Jahren Schilddrüsenerkrankte und kann das bestätigten. Sie ist die Vorsitzende vom Verein Schilddrüsenliga, dem Dachverband der Selbsthilfegruppen für Schilddrüsenkranke und Angehörige. Die Perniziöse Anämie ist eine der häufigsten Begleiterkrankung, das nimmt auch Frau Schulte bei ihren Beratungen wahr.

Oftmals bleibe der Cobalamin-Mangel lange unentdeckt. Sie sehe das Problem, dass zu wenige Ärzte von vornherein einen Mangel abklären lassen, da die Kosten nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden. Dann interpretiere man die Symptome schnell fälschlich in Richtung Psyche oder bei älteren Frauen in Richtung Wechseljahre, kritisiert Frau Schulte, die selbst von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen ist.

Generell wünsche sie sich, dass Ärzte oder Betroffene früher an die Schilddrüse denken. Es gebe mittlerweile dramatisch viele Neuerkrankungen bei Kindern, sodass sie sich beim Gemeinsamen Bundesausschuss für die Aufnahme der Messung des THS-Wertes in die U9 einsetzt. Andere autoaggressive Erkrankungen, die häufig mit auftreten und zu einem sogenannten polyglandulären Autoimmunsyndrom führen, sind Vitiligo, Diabetes mellitus Typ 1, Zöliakie, Morbus Addison sowie Rheumatoide Arthritis oder Lupus erythematodes.

Durch gezielte Diagnostik mittels Laborwerten und Ultraschalluntersuchungen gilt es, mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig aufzuspüren. Eine neue Metadatenanlayse über 55 Kohortenstudien ergab, dass eine Schilddrüsenunterfunktion ein erhebliches Risiko für koronare Herzerkrankungen und Herzinfarkte bedeutet. Diese Ergebnisse bestätigen einmal mehr die Relevanz von Schilddrüsenhormonen für die Homöostase des Herz-Kreislauf-Systems sowie die Dringlichkeit bei einer Hashimoto-Thyreoiditis auch die Auswirkungen für andere Organe neben der Schilddrüse regelmäßig zu kontrollieren.

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42 Kommentare:

Gast
Gast

Bei mir war es vor der Diagnose ganz schlimm mit psychischen und körperlichen Symptomen. Nach der langwierigen Einstellung habe ich problemlos 20 kg an Gewicht verloren und auch die Psyche hat sich enorm stabilisiert. Ich habe mich selbst kaum wiedererkannt – im positiven Sinne! Ich bin sehr froh, dass mein damaliger Hausarzt relativ schnell auf die Idee mit der Schilddrüse gekommen ist. Leider bekomme ich die Antikörper trotz Selen nicht in den Griff, die hängen aktuell wieder bei über 5.000. Gelegentlich habe ich Schmerzen im Halsbereich (Papierknüllgefühl), aber so richtig fällt niemandem was dazu ein, da man am Ultraschall nichts sieht.
Viele Grüße und Danke für den Beitrag!

#42 |
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Schilddrüsen-Engel
Schilddrüsen-Engel

Sehr verehrte Frau Doktor Nitzsche.
Leider fehlt vielen deutschen Schilddrüsen-Experten oder die sich dafür halten, der direkte Kontakt mit Hashi-Patienten, die sich nicht nach TSH-Wert einstellen lassen.
Viele Hashi-Kranke können nur nach dem ft4 und ft3-Wert eingestellt werden, was von einer Prof.-Clique der Endokrinologie komplett ignoriert wird. Die neueste medizinische Fehlpropaganda ist der TSH-Obergrenzwert von 10 mU/l, wo selbst nachgewiesene Hashi-Kranke in den “Hausarztpraxen” erst mit Thyroxin behandelt werden solle, so diese Clique. Mit wissenschaftlichen Studien und medizinischen Erkenntnissen hat diese ominöse Zahl 10 nichts zu tun, sondern stellt nur ein medizinisches Dogma dar, woran Hausärzte glauben sollen. So werden Leitlinien für Patienten zu Leidlinie, wenn sie abwarten müssen, bis der TSH-Wert 10 erreicht, wenn der Wert überhaupt so hoch steigt.
MfG M.D.

#41 |
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burn out

#40 |
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Gast
Gast

#36
genau das ist das Problem, weil die neueren und tatsächlich schon langen bekannten Erkenntnisse nicht gelesen und somit auch nicht in die Grundlagenbücher der Endokrinologie einfließen, wird Patient immer noch nach Schema F, Wissen und Therapie vor 50 Jahren behandelt. (nein Anmerkung: vor 50 Jahren gab man noch natürliches SD-Hormon von Schlachttieren – da ging es den Leuten wohl besser, da noch andere Anteile wie T0, T1, T3 enthalten waren, sind sie heute in synthetischem Thyroxin nicht mehr).
Für mich stellt sich heute eher die Frage, wer hat einen Nutzen davon, den Patienten “krank” zu halten? Denn wenn dem nicht so wäre, würde man den Patienten in Vordergrund stellen und nicht irgendwelche Lehrbücher, die zum Teil von irgendwelchen entstandenen Professorenmeinungen ohne jede Studiengrundlage oder Fehlinterpretationen von Studien geschrieben und abgeschrieben werden.
Gott sei Dank gibt es auch anders denkende Ärzte die über den Tellerrand schauen, von Kollegen leider für die Hilfe, die dem Patienten widerfährt dann aber bekritelt werden.

#39 |
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Gast
Gast

Hallo zusammen,

Sie können sich gerne an die Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. wenden um weiter Informationen zu erhalten z.B. auch Broschüren erhalten.

Ich finde diesen Artikel gut geschrieben und hilft hoffentlich vielen Betroffenen weiter.

Lieben Dank an Fr. Dr. Küsel
B. Schulte

#38 |
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Gast “Gesundheitsfrau”
Gast “Gesundheitsfrau”

Auch wenn es kaum eine/r hier lesen mag: die vor ca. 20 Jahren bei mir diagnostizierte Hashimoto Thyreoiditis mit anfänglicher Überfunktion dann übergehend in eine Unterfunktion hatte ich nach einiger Zeit “klassische Medikation” mit Homöopathie und später durch meine TCM Ärztin mit Akupunktur behandeln lassen. Meistens geht es mir gut, die regelmäßigen Laboruntersuchungen sind immer! o.B.

#37 |
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oje, oje, oje … empfehle dem Autor die Lektüre eines aktuellen endokrinolog. Grundlagenbuchs, der einschlägigen Literatur und Besuchs der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie! … (bin selbst Kinder- und Jugendendokrinologin) … der Platz hier würde nicht ausreichen, diesen Unsinn aufzudröseln. Vielleicht meldet sich ja Kollege Schätzler, dessen “Artikelobduktionen” ich immer liebe!

#36 |
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Gast
Gast

Seit langen ist in der mitochondrialen Medizin bekannt, dass der so genannte NO-Stress(nitrosativer Stress) hinter der Hashimoto stecken könnte. Hier ist der beste Gegner Vit. B12 und wenn er vermindert ist, können die Mitochondrien Schaden nehmen und die Autimmunentgleisung entstehen. Ich beobachte eine Häufung von Hashimoto bei jungen Mädchen und Frauen, die um wenig zuzunehmen ständig Blattsalate (oft überdüngt mit Stickstoff) zu sich nehmen. Wenn noch eine verminderte Vit.B12 Aufnahme dazukommt, kann NO nicht genügend abgebaut werden udn kann zerstörerisch wirken.
Siehe hierzu auch die Veröffentlichungen von DP Dr. med. Bodo Kuklinkski, der ein Experte in diesen Sachen ist. Unsere Ernähurngsweise und die Herstellung unserer Lebensmittel sollte mehr veleuchtet werden, wenn eine Krankheit epidemischen Charakter entwickelt.

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Tierärztin

Ich nehme an das Jod im Jodsalz stammt aus bösen Chemiefabriken und ist daher ganz schlecht für uns. Vielleicht sogar aus Atomreaktoren.

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Physiotherapeutin

Der kommt jetzt! Denn anders kann man das alles ja kaum auflösen. Wenn mein Hausarzt zu meinem Hashimoto nur sagen kann, daß ich “halt das Thyroxin nun bis an mein Lebensende nehmen muß”
Und zum guten und bösen Jod: Hat sich schon mal jemand wirklich dafür interessiert, woher das Jod im Jodsalz stammt?

#33 |
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Tierärztin

Ja, es fehlt auch noch der Spruch “Wer heilt hat Recht.” Wann kommt der denn?

#32 |
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Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe

Ach du meine Güte
Von dem ganzen pseudomedizinischen Geschwurbel in den Kommentaren bekommt man ja Kopfweh.
Gluten, leaky gut, böses Jod, gutes Jod, böse Impfungen…

Fehlt noch einer, der schwache Nebennieren und KPU ins Spiel bringt.

und als Krönung eine angehende Medizinerin, die Bücher von Heilpraktikern empfiehlt

#31 |
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Gab Nied
Gab Nied

Es ist super,viele ganzheitliche Ansätze lesen zu können.Die affinität von Bromit zur Schilddrüse gegenüber von Jod im Periodensystem zu erkennen,ist die Ursache , warum Jod nicht mehr vollständig die Arbeit machen zu können.
#28 sie haben es erkannt…damit bekommt man wieder Ordnung ins System. Zu#29: Frau Heidelmann, ich würde mich glücklich schätzen,von Ihnen gepflegt werden zu dürfen.Eine ganzheitlich denkende Pflegerin mit Weitsicht und Therapieverständnis..super..,machen Sie weiter so!! zu #19 genau so ist es!
Auch das Thema erhöhte Titer sollten im Auge behalten werden,besonders auch bei zum Beispiel MS u Parkinson.

#30 |
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Gast
Gast

Frau Heidelmann wie gut dass Sie nur pflegen und nicht therapieren.

#29 |
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Gast
Gast

Ich weiss nicht ob es am Alter (59) liegt, an allgemeiner Diätumstellung (und infolge weniger Reizdarm) oder daran, dass ich seit gut 2 Jahren auch B12 s.c. substituiere: seit ich das tue, benötige ich weniger Thyroxin und die Neigung zu Druckparesen (Schlaflähmung,..), sobald das TSH über 2 steigt, ist geringer. (Früher bekam ich bei jedem Versuch, mal etwas weniger T4 ein zu nehmen, Schlaflähmungen mit nicht selten kompletten (passageren) Plexusparesen). Auch der Bedarf an zusätzlichem T3 hat sich reduziert.
Meine Sicht auf Jod hat sich entscheidend verändert, seit ich “Iodine, Why you need it…” gelesen habe. Wegen Brust- und Darmkrebs in der Familie habe ich seither neben Selen und B-Vitaminen tgl. an die 15 mg (!!) Jod als Lugolsche Lösung zu mir genommen. Meiner Schilddrüse kann es nichts tun, die ist komplett atrophisch, aber meine Haut profitiert eindeutig. Manche Muttermale, die sonst mal anschwollen und juckten und merkwürdige schwarze Flecken aufwiesen, haben sich verkleinert und sind abgeblasst, die schwarzen Flecken komplett verschwunden, der Juckreiz weg. Eine ähnliche Beobachtung habe ich auch bei einem nahen Freund gemacht.

#28 |
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Frau im Gesundheitswesen
Frau im Gesundheitswesen

Ich habe seit meinem 8. Lj. mit der SD zu tun, mal Über- mal Unter- und futtere seit fast 40 Jahren L-Thyroxin. Seit 20 Jahren nun Hashimoto und das SD-Gewebe hat sich fast völlig aufgelöst. Ich muss L-Thyroxin 200 nehmen, obwohl es mir damit sehr schlecht geht. Ich habe das Gefühl, als hätte ich einen Motor in meinem Bauch, der nach der Einnahme ununterbrochen (ver)brennt und arbeitet wie wild. Erzähle ich meiner Ärztin davon, dass mir oft übel ist, ich Befindlichkeitsstörungen und unglaublichen Hunger habe, dann sagt sie nur: “Eigentlich sollten Sie eine viel höhere Dosierung einnehmen.” Das muss ich ablehnen, denn sonst bin ich nicht mehr arbeitsfähig. Leider nimmt meine Ärztin mich mit diesen Beschwerden überhaupt nicht ernst, sondern behält ihren Blick nur auf die Blutwerte geheftet. Ein Patient besteht aber nicht nur aus den Parametern seiner Körperflüssigkeiten sondern auch aus Fühlen (Wohlbefinden oder Schmerzen oder Nebenwirkungen). Das sollte bei der Gabe von Medikamenten berücksichtigt werden, denn da kann es zu ziemlichen Beschwerden kommen, die die Lebensqualität sehr einschränken.

#27 |
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Dr. med Siegfried Schlett
Dr. med Siegfried Schlett

Ich bin immer wieder überrascht, dass die Tatsache, dass achtmal häufiger Frauen erkranken, dem Nebel hilfloser wissenschaftlicher Erklärungsversuche nicht entkommt. Der durch Progesteron und Östrogen im Wesentlichen bestimmte weibliche Stoffwechsel ist über viele Dekaden gekennzeichnet von hormonellem Auf und Ab, Schwangerschaften mit unglaublichen Hormonmengen, aber auch jahrzehntelangen xenobiotischen Hormongaben zur Vermeidung von Schwangerschaften. Männer brauchen dies nicht, haben dies nicht in dieser Form, haben auch weniger Hashimoto. In meiner Schilddrüsenschwerpunktpraxis dreht sich viel um die Sexúalhormone, aber auch um das Thema Entzündung.
Ein gewisses Problem stellt unsere fachärztliche Spezialisierung dar, weil gerade die Schilddrüse viele extra-thyreoidale Ursachen ausbadet und dies unsere Kompetenzgrenzen sprengt.

#26 |
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Tierärztin

@21, was bitte soll denn “künstliches” Jod sein?

#25 |
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Gast
Gast

Ich bekam von dem im L-Thyrox enthaltenen Mannitol heftigste Beschwerden. Da musste ich aber auch von selbst darauf kommen, da sich mein Hausarzt laut eigener Aussage “mit der Schilddrüse nicht so auskenne”. Das bekam ich zu Hören, als ich nach 6 Jahren “psychosomatischer Beschwerden”, die eigentlich eine Schilddrüsenautonomie waren, endlich nach einer Sono erfahren durfte, dass ich praktisch kein funktionierendes SD-Gewebe mehr hatte. Bei solchen Wissensstandards sind epidemische Zustände doch kein Wunder.

#24 |
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Dr. med. Manfred Haesner
Dr. med. Manfred Haesner

Leider gibt es nur wenig Kombinationspräparate aus Triiodthyronin und Levothyroxin. Zudem ist nach meiner Erfahrung bei diesen Präparaten der T3 – Anteil mit 10, 15 und 20 ug oft zu hoch. Besser wäre eine niedriger dosierte Kombination mit zum Beispiel 5 ug T3. Gab es früher mal als Novothyral mite.
Außerdem sollte man immer bedenken, dass eine Therapie mit Schilddrüsenhormon auch immer eine Iodidtherapie beinhaltet, da das Hormonmolekül zu mehr als 75% der Masse aus Iod besteht, welches beim Abbau in der Leber frei wird.

#23 |
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130.000 Patienten in einem Berufsleben persönlich untersucht?: glaube ich nicht

#22 |
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Rubbish… Erhöhte Antikörper Titer finden sich bei bis zu 10% der gesunden Allgemeinbevölkerung….

#21 |
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Dieser Artikel ist der schlechteste, den ich seit langem gelesen habe diesbezüglich. Es ist eine Aneinanderreihung an Falschaussagen, schlechter Recherche und unzureichender Betrachtung wichtiger Faktoren.

Es wird nicht mal zwischen natürlichem und künstlichem Jod unterschieden, das Zusammenwirken von Sexualhormonen und Ausgleich von Nährstoffmängeln wird auch nicht erwähnt.

Die Betrachtung und Norm des TSH ist Absurd und pauschale T3-Gabe ohne Sinn und Verstand zu empfehlen auch.

#20 |
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Dr. Eleonore Blaurock-Busch
Dr. Eleonore Blaurock-Busch

Im Labor sehen wir sehr häufig, dass Hashimoto und Quecksilberexpositionen in einem Zusammenhang stehen. Sobald die Hg-Belastung reduziert wird, verbessern sich Schilddrüsenfunktionen merklich. Mit DMPS Provokationstests und Schilddrüsenhormonüberwachungen kann dies auch bestätigt werden.
E.Blaurock-Busch PhD

#19 |
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Dipl.-Psych Frauke-Maria Eidam
Dipl.-Psych Frauke-Maria Eidam

Ich bin bereits bei drei Hausärzten über 15 Jahre mit einer Hashimotoautoimmunthyreoiditis behandelt worden, derzeit mit 125 mikrogramm L-thyrox. Seit 10 Jahren bitte ich um eine Kombinationsbehandlung mit T3, meine Werte liegen aber noch im unteren Normbereich, so dass mein Befinden ignoriert wird. Ein Arzt verschrieb mir als Kombinationstherapie eine Kombi aus L Thyrox und Jod! Und das obwohl meine Schilddrüse unterhalb des messbaren Bereichs verkleinert ist, also sogut wie aufgelöst (weil die erste Hausärztin meine Klagen über 10 Jahre als Stress abgetan hat und mir verschiedenste Igelleistungen bei sich für über 1500 DM verordnet hat!
Sogar der Endikrinologe ist nicht bereit mir T3 zusätzlich oder bei einer niedrigeren L-Thyrox dosierung zu verschreiben. Weil ja noch grenzwertiger unterer Normbereich. Lesen die Ärzte denn die Empfehlungen und Richtlinien? Und wenn ich darauf verweise, dann gelte ich als schwierige Patientin. Das ist schon traurig.

#18 |
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Gast
Gast

Autoimmunprotokollernährung ohne Gluten etc ist extrem wichtig. Der Darm muß in Ordnung sein, um das Immunsystem nicht weiter zu triggern mit Nahrungsmitteln, die leaky gut unterstützen, Problem sind da auch und vor allem Nahrungsmittelzusätze, wie Emulgatoren, die massiv die Darmgesundheit beeinträchtigen. Das Immunsystem ist durch Umweltgifte, die häufigen Impfungen und natürlich auch durch die Stoffe, die in den Impfstoffen drin sind, die ja erst einmal am Immunsystem vorbei in den Muskel und damit in den Blutkreislauf eingebracht werden von Anfang an gestört. Das noch unfertige Immunsystem wird in unphysiologischer Weise traktiert. Der Vortrag von Herrn Lunow ist sehr gut, aber die Darmgesundheit für Autoimmunerkrankte zu wenig berücksichtigt.

#17 |
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Annette Creson
Annette Creson

Den Ansatz von Herrn Dr. Schützler bzgl. T3 Gabe kann ich nur bejahen. Bei den meisten Patienten, die ich erlebt habe, wird bei voller Substitution eine zusätzliche T3 Gabe nötig, da es im Körper keine Funktion gibt, die die (ungefähr) 10µg starke Produktion der Schilddrüse ersetzt. Der Körper wandelt in allen Organen T4 in T3 um, das tut er auch im Gesunden. Aber es gibt keinerlei Signal, das sagt: Schilddrüse defekt, Umwandlung in Leber, Gehirn etc. erhöhen. Die tun alle so, als wär nix und machen weiter wie bisher, manchmal sogar weniger als vorher, da das T4 plötzlich einmal täglich in Menge gegeben wird und der Körper dann die Konversion runterreguliert.
Auch das Vorgehen von Herrn Dr. Hintze kann ich aus eigener Erfahrung als hilfreich bestätigen. Bei mir wird schon bei geringen Dosen T4 die TH Produktion unterdrückt. Da sind die freien Hormonwerte noch sehr niedrig. Wenn man nach dem TSH ginge, würde ich ein elendes Leben führen, halb blöde, mit Schmerzen in jedem Gelenk und Muskel und völlig depressiv. So war es vor Diagnose, die bei einem TSH von 2,4 erfolgte. Da war FT4 schon unter dem Normbereich. Hätte man nur TSH untersucht, hätte ich noch sehr lange leiden müssen.

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Annette Creson
Annette Creson

Ich dachte, es sei mittlerweile Allgemeinwissen, dass die Jodierung als Kollateralschäden eben deutlich höhere Zahlen an AIT hervorbringt. Ob sich das gesundheitlich rechnet, ein paar Kröpfe durch heftige Autoimmunerkrankungen zu ersetzen, wage ich zu bezweifeln. Ich hatte in der sehr aktiven Zeit, bevor die Schilddrüse weitgehend “wegschrumpfte”, immer wieder heftige Grippegefühle über Wochen und habe mich zusätzlich zu den Unterfunktionssymptomen und auch nach ausreichender Substitution oft sehr krank gefühlt.
Die von Herrn Dr Schützler angegebenen Zahlen zum kann ich so in den Studien nicht nachvollziehen. Der Nadir des TSH soll tagsüber bei maximal 50% des Nachtwertes liegen. Das würde ja bei ihm bedeuten, dass der Patient (oder der gesunde Mensch) einen TSH von 2,5 bis 5 hat. Das ist so nicht richtig und schon viel zu hoch. Auch die Aussage, dass man in leichter Unterfunktion gut schliefen, trifft nur für wenige Patienten zu. Der Schlaf ist in Unterfunktion häufig gestört, ständige Toilettengänge wegen Muskelschwäche, ständiger Deckenwechsel, weil das körpereigenen Thermostat nicht mehr funktioniert. Schlafapnoe und veränderte Schlafzyklen tun ein Übriges dazu, dass man nicht ausgeruht, sondern völlig zerschlagen erwacht.

#15 |
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Gast
Gast

Dazu möchte ich sagen, dass ich leider kein Vertrauen mehr in die entsprechende Diagnose/ Diagnostik besitze.
Zumindest wenn keine Antikörper vorhanden sind.

Es wurde bei mir (beim Radiologen) Hashimoto ohne AK, also seronegativ diagnostiziert. (Die Werte waren im unteren Bereich, aber nicht “grottenschlecht”.) Hauptsächlich aufgrund des Ultraschalls. Hier sass ein Arzt in einem kleinen Raum, der den ganzen Tag nichts anderes machte als zu schallen. Ich durfte also annehmen, dass er Ahnung hat.
Er zeigte mir meine echoarme Schilddrüse und schickte mich mit der Diagnose Hashimoto und einer Packung Thyroxin nach Hause.

Unter dem Medikament ging es mir trotz mehrerer Präparatwechsel, Dosierungsänderungen, ständiger Blutuntersuchungen, Versuch mit T3 usw. immer schlechter.
Nach 1 Jahr ging ich mal wieder zu einer Routineuntersuchung, wo mir derselbe “Ultraschallspezialist” zögernd mitteilte, dass meine Schilddrüse irgendwie jetzt normal aussähe und ich wohl “doch kein Hashimoto habe”.
“Eventuell” könnte ich die Tabletten sogar absetzen. Meine Frage, wie das sein könne, wußte er keine Antwort ausser “vielleicht war damals das Ultraschallgerät zu alt”. (??? wieviele Personen wurden noch damit diagnostiziert? )
Als ich anmerkte dass meine Schilddrüse ja laut Untersuchung geschrumpft sei, meinte er, das könne man ehrlich gesagt nicht so genau sagen, denn als Arzt mache man halt ein paar Punkte im Bild und danach rechne das Gerät dann eine Größe aus, die aber eher ungenau sei, vor allem wenn eben das Bild dunkel sei…

Mit dieser Info und total verwirrt bat ich meinen Hausarzt um eine Zweitmeinung und bekam die entsprechende Überweisung. Der andere Arzt stützte die Aussage und meinte, nein, kein Hashimoto.

Nach dem totalen Absetzen der Medikamente ging es mir langsam besser.

Zu meinem Hausarzt möchte ich anmerken, dass er, als ich ihn nach Thybon gefragt habe, meinte, von solchen Tabletten hätte er noch nie gehört.

Als ich erklärte, dass darin T3 enthalten ist und manche Menschen darauf besser ansprechen, sagte er mir, von einer derartigen Therapie der Schilddrüse hätte er ebenfalls keinerlei Kenntnis, holte tatsächlich ein Lehrbuch der Uni aus dem Schrank und zeigte mit einen Eintrag, der besagte dass man eine Unterfunktion mit T4 behandelt. “Sehen Sie, von T3 steht da nix.”
Ich war sprachlos.
Ein Hausarzt kann nicht auf allen Gebieten fit sein; aber ich hätte irgendwie erwartet, dass man zumindest sagt, wissen Sie was, das mache ich mich mal schlau und dann reden wir wieder…

#14 |
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Nicola Muth
Nicola Muth

Bitte mit weniger relevanten Schreibfehlern. Ansonsten guter Artikel.

#13 |
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Harald Pintarelli
Harald Pintarelli

#12: Naja – wenn der Artikel recht hat, dann ist die Behandlung der AIT ja gerade NICHT trivial und mit Standardmethoden zu beherrschen, sondern bedürfte einer umfassenden diagnostisch-therapeutischen Expertise.
Und dann ist die Idee, einen entsprechenden Experten damit zu behelligen, ja so verkehrt nicht – oder?

#12 |
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#11 B. Schiefer: Die Therapie einer Autoimmunthyreoiditis ist primär hausärztliches Handwerk wie das Mauern einer Ecke für Bauarbeiter. Zu einem Hausarzt, der nicht einmal den ernsthaften Versuch unternimmt, hätte ich kein Vertrauen. Die Endokrinologen haben genug Anderes zu tun. Kardiologen behandeln auch nicht jede einfache Hypertonie.

#11 |
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B. Schiefer (Zahnärztin)
B. Schiefer (Zahnärztin)

Wo findet man als Betroffene Hilfe?
Mein Hausarzt hat auf mein Drängen widerwillig den Test durchgeführt, Hashi diagnostiziert, mir ein Rezept für L-Thyroxin in die Hand gedrückt und gesagt, für alles Weitere muss ich zum Spezialisten. Einen Termin beim Endokrinologen als freiwillig Versicherte ist in Aachen und Umgebung unmöglich!.
Alle behandeln nur PKV Patienten.
Muss man als GKV Versicherte mit Hashi “verrecken“?
Ich laufe schon seit bald 5 Jahren mit der Krankheit, mir geht es dreckig, psychisch und physisch, kriege aber keine Therapie.

#10 |
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Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Ergänzend will ich noch bestätigen, daß seit langem toxikologisch eine Beziehung zur Hashimoto-Vervielfachung angenommen wird – wissenschaftlich belegt bei Tschernobyl,
aber auch bei der Zwangsjodierung von Trinkwasser. Auch die mittlerweile nachgewiesene Quecksilberbelastung von Fischen spielt eine Rolle.

#9 |
  8
jcb
jcb

Hier ist ein ganz interessantes Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung:

“Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.

Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.”

https://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-ganzheitliche-therapie/

#8 |
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Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Dieser Bericht wimmelt nicht an Falschinformationen, sondern wäre für die zahlreiche voreingenommene und wenig bis garnicht fachkundig ausgebildete Leserschaft, die sich meist nur anonym zu Wort meldet, eine hervorragende Gelegenheit, von ein paar wesentlichen
Hashimoto-Grundlagen wenigstens einmal in ihrem Leben erfahren zu haben. Verständnisvolles Umsetzen dieses Wissens wäre dann der nächste Schritt.

#7 |
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Nichtmedizinische Berufe

” Oftmals bleibe der Cobalamin-Mangel lange unentdeckt. Sie sehe das Problem, dass zu wenige Ärzte von vornherein einen Mangel abklären lassen, da die Kosten nicht von den gesetzlichen Kassen getragen werden. Dann interpretiere man die Symptome schnell fälschlich in Richtung Psyche oder bei älteren Frauen in Richtung Wechseljahre, kritisiert Frau Schulte, die selbst von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen ist.”
Vitamin12- Mangel ist laut Aussage meiner Neurologen mittlerweile in Deutschland flächendeckend zu finden. Die meisten Betroffenen ernähren sich nicht unausgewogen, sondern resorbieren es aus verschiedenen Gründen nicht oder nicht gut.

#6 |
  5
Studentin der Humanmedizin

Sehr guter Artikel,
Jodmangel ist selbst bei Hashimoto nicht zu verachten. Jodbelastungstest mit 24Std Urin ist wichtig für die Ausgangslage. Die meisten Hashi Patienten fühlen sich unter Jodtherapie plus Co Faktoren wie Vit.D,E,A und C wesentlich wohler und psychisch stabiler. Der TSH wird anfangs steigen, dann aber wieder auf Normalwert fallen ( wenn die SD gesättigt ist). Daher sind in dieser Zeit ft3, ft4, TPO AK und Vitamin D im Blutbild besonders wichtig. Ich empfehle hierzu die Bücher: Die Jodkrise von Lynne Farrow sowie Jod-Schlüssel zur Gesundheit von Kyra Hoffmann.
Ich bin selbst davon betroffen und weiss wovon ich schreibe.

#5 |
  5
Gast
Gast

Es ist wahrlich an der Zeit, dass die Mediziner, insbesonsere hierzulande, sich endlich der Informationen von Anthony William bemaechtigen, der in seinem neuesten Buch : “Heile deine Schilddruese” mit so vielen Falschinformationen Schluss macht – von denen es in diesem Bericht nur so wimmelt – und der auf eine bislang nie erreichte Heilungshistorie seiner Patientinnen / Patienten zurueckblicken kann.

#4 |
  29
Gast
Gast

Könnten Hashimoto-Thyreoitiden zuweilen auch iatrogen durch Jodit-Supplementierung getriggert werden? Die betroffenen Frauen berichten das immer wieder.

#3 |
  8

Ich behandle in meiner Praxis mittlerweile beinahe täglich neue Patienten mit einer Autoimmunthyreoiditis (der M.Hashimoto beschreibt ja formal nur die (initial) vergrösserte SD, später sieht man oft eine atrophierte AIT). Meines Erachtens stellt diese Krankheit (letztlich gemeinsam mit den anderen zunehmend auftretenden Autoimmunerkrankungen wie MS, RA etc) eine der bei uns am schlechtesten therapierten „Volkskrankheiten“ dar, da sich hiesige Endokrinologen beharrlich weigern, Faktoren wie Stress, Sexualhormondysbalancen, Störungen des Mikrobioms und des enterischen Immmunsystems, Mikronährstoffmängel, Neurotransmitterdysbalancen (Serotonin etc.), toxische Metalle (Umweltmedizin!) etc bei Diagnostik und Therapie miteinzubeziehen. Ein auch von mir oft empfohlener Therapieversuch mit NDT wird weltweit erfolgreich durchgeführt – bei uns kennt sich in der (Fach)ärzteschaft kaum einer (mehr!) damit aus. Die Rolle des hochdosierten Vit.D (wie von Coimbra bei MS erfolgreich eingesetzt) wird belächelt. Auch die Rolle des Jods in der AIT kann nicht nur negativ bewertet werden. Die Studienlage ist weiterhin uneindeutig. Nach Ausschluss heisser Knoten, TRAK und einem grosszügigen Selenmangelausgleich kann eine adäquat dosierte Jodtherapie durchaus positive Effekte auch bei der AIT zeigen. Auch dem diesjährigen Autoimmunkongress in Lissabon spielt wohl auch die AIT eine (zumindest kleine) Rolle.

#2 |
  4

Zur Basisdiagnose sollte wenigstens am Anfang eine Regelkreisanalyse gehören, d.h. eine Gesamtbilanz von fT4 und fT3 versus TSH nach TRH. Daraus ergibt sich die Stoffwechsellage unzweifelhaft, inclusive einer Beurteilung von Hypophyse und Hypothalamus.
Immer weniger potenziell hypothyreote Patienten vertragen eine reine T4-Substitution. Es könnte Prothyrid kombiniert werden mit Kelp, Selen, Mangan.
Ein sanftes Anti-Autoaggressivum wäre Weihrauch.
Da die Schilddrüse im Jodmangel auch Metalle aufnimmt, sollte der Mund metallfrei gemacht werden, Amalgam sollte entfernt werden.

#1 |
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