Studium: Dritte Ausfahrt Ausland

24. Juli 2013
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Insgesamt war jeder dritte deutsche Absolvent während seines Studiums zeitweilig studienbezogen im Ausland. Außerdem absolvieren immer mehr Studierende ein komplettes Studium im Ausland. Das sind zwei wichtige Ergebnisse einer gemeinsamen Publikation von DAAD und HIS-HF.

Die Publikation, die gemeinsam vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und vom HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF) herausgegeben wird, präsentiert aktuelle Daten zur Internationalität von Studium und Forschung in Deutschland.

„Die Steigerung der Auslandsmobilität deutscher Studierender ist ein wichtiges Ziel der deutschen Hochschulpolitik. Bund und Länder streben in ihrer Internationalisierungsstrategie für die Hochschulen gemeinsam mit dem DAAD an, dass jeder zweite deutsche Hochschulabsolvent im Laufe seines Studiums studienbezogene Auslandserfahrung sammelt“, so Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka. „Wir freuen uns, dass mit dem Schwerpunkt zur Auslandsmobilität jetzt aktuelle Zahlen, Daten und Fakten vorliegen.“ „Im internationalen Vergleich erzielt die Auslandsmobilität einen Spitzenwert. Die Quote der temporären studienbezogenen Auslandsaufenthalte hat sich seit zehn Jahren bei etwa einem Drittel der Absolventen eingependelt“, so DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

Verändert habe sich die Struktur der Auslandsmobilität: Studierende gingen heute deutlich früher und etwas kürzer ins Ausland und nutzten zunehmend auch die Zeit zwischen dem Bachelor- und Masterstudium für Auslandsaufenthalte. Deutlich und kontinuierlich zugenommen habe die Zahl der deutschen Studierenden, die ihr komplettes Studium im Ausland verbringen: Im Jahr 2010 studierten rund 127.000 deutsche Studierende in anderen Ländern, um dort einen Hochschulabschluss zu erwerben. Diese Zahl sei mehr als doppelt so hoch wie zehn Jahre zuvor (rund 52.000).

Prägende Erfahrungen

Während ihres Studiums gingen insbesondere Studierende der Wirtschaftswissenschaften, der Sprach- und Kulturwissenschaften sowie der Medizin ins Ausland. Besonders beliebt seien Aufenthalte in Großbritannien, Frankreich, Spanien und den USA. Die Mehrzahl der auslandsmobilen Studierenden berichte von prägenden Erfahrungen: neuen Freundschaften, verbesserten Fremdsprachenkenntnissen, Gewinn an Selbständigkeit und neuen Sichtweisen auf Gast- wie Heimatland. „Die Auslandserfahrungen wirken sich positiv auch auf die Entwicklung der Persönlichkeit der Studierenden aus und sie erweitern die späteren Karrieremöglichkeiten“, erläutert die DAAD-Präsidentin.

Umgekehrt hätten sich auch an den deutschen Hochschulen mehr ausländische Studierende denn je eingeschrieben. 2012 studierten laut Statistischem Bundesamt 265.000 ausländische Studenten in Deutschland; damit komme etwa jeder 10. Studierende aus dem Ausland. Dr. Ulrich Heublein, Projektleiter am HIS-Institut für Hochschulforschung, geht davon aus, dass auch die Zahl der ausländischen Studierenden an deutschen Hochschulen zukünftig weiter steigen wird: „In den nächsten Jahren wird es neue Höchstwerte geben. Das zeigt sich schon daran, dass auch die Zahl der ausländischen Studienanfänger an deutschen Hochschulen wächst. Mit 88.000 haben noch nie so viele Studienanfänger aus anderen Ländern ein Studium in Deutschland aufgenommen wie 2011“, erläutert Heublein.

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