Lebenserwartung: Abschied vom Verfallsdatum

29. Januar 2018

Bisher nahm die Forschung an, die maximale menschliche Lebenszeit sei auf 115 Jahre begrenzt. Israelische Forscher sind jedoch anderer Meinung. Laut ihnen könnten Menschen in Zukunft deutlich älter werden. Ansätze, um das Leben künstlich zu verlängern, gibt es genügend.

Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich seit Ende des 19. Jahrhunderts etwa verdoppelt. Babys, die im Jahr 1870 geboren wurden, beispielsweise wurden durchschnittlich nur 36 bis 38 Jahre alt. Säuglinge, die 2010 das Licht der Welt erblickten, dürfen sich bereits auf durchschnittlich 78 bis 83 Lebensjahre freuen. Unter anderem die Entdeckung der Antibiotika, Impfungen und verbesserte Hygienemaßnahmen haben zu dieser höheren, durchschnittlichen Lebenserwartung beigetragen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung darf jedoch nicht mit der maximalen Lebensspanne verwechselt werden. „Unsere Daten geben starken Anlass dazu, dass sie [die maximale Lebensspanne] bereits erreicht wurde und dass dies in den 1990ern geschehen ist“, so Jan Vijg, Professor und Lehrstuhlinhaber des Department of Genetics vom Albert Einstein College of Medicine in New York [Paywall]. Damals, am 04.08.1997, starb die Französin Jeanne Calment im Alter von 122 Jahren. Seitdem ist kein Mensch mehr älter geworden.

Können Menschen maximal 120 Jahre alt werden?

Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler um Jan Vijg Daten aus der Human Mortality Database zur menschlichen Sterblichkeit aus mehr als 40 Ländern ausgewertet. Dabei stellten sie zum einem fest, dass in den betrachteten Ländern seit 1900 immer mehr Menschen 70 Jahre oder älter wurden. Die durchschnittliche Lebenserwartung erhöhte sich dabei mit dem Kalenderjahr der Geburt kontinuierlich. Aber als die Wissenschaftler auf die noch verbleibende Lebenserwartung der Menschen über 100 schauten, fanden sie, dass zwar immer mehr Menschen 100 Jahre alt werden, danach die Überlebensrate – unabhängig von dem Jahr der Geburt – jedoch rapide abfällt.

„Dieses Ergebnis weist auf […] eine möglicherweise begrenzte menschliche Lebensspanne hin“, so Jan Vijg in einer Pressemitteilung. Laut den Autoren soll die durchschnittliche maximale Lebensdauer bei 115 Jahren liegen. „Weitere Fortschritte im Kampf gegen Infektionskrankheiten und chronischen Krankheiten können die durchschnittliche Lebenserwartung erhöhen, jedoch nicht die maximale Lebensspanne“ ist Jan Vijg überzeugt. Den Berechnungen der Wissenschaftler zufolge liegt die Chance, dass eine Person in irgendeinem Jahr älter wird als 125 Jahre, bei weniger als eins zu 10.000.

30-prozentige Steigerung der maximalen Lebensspanne möglich

Anderer Meinung sind jedoch die israelischen Forscher um Gideon Rechavi vom Chaim Sheba Medical Center. Die Wissenschaftler hatten Daten des Centers for Disease Control and Prevention und der Human Mortality Database zur menschlichen Sterblichkeit in den Jahren 1900 bis 2010 sowie verschiedene Tierversuche zu dem Thema ausgewertet. Dabei fiel ihnen auf, dass die durchschnittliche Lebenserwartung innerhalb eines Jahrhunderts um 72 % gestiegen ist, die maximale Lebensspanne dagegen nur um 18 %.

Grund der verbesserten durchschnittlichen Lebenserwartung sei die Einführung der Antibiotika und ihr großflächiger Einsatz während des Zweiten Weltkriegs sowie Immunisierungen gewesen. Diese medizinischen Fortschritte wirkten sich auf die Todesursachen der Menschen aus: Starben um 1900 die meisten Menschen noch an Infektionskrankheiten wie Pneumonie, Virusgrippe oder Tuberkulose, war im Jahr 1950 dagegen bei acht von zehn Menschen ein altersbedingtes Leiden (Herzerkrankungen, Krebs) der Todesgrund. Vor altersbedingten Krankheiten oder dem Älterwerden konnten die Fortschritte der Medizin nicht bewahren. Zwischen 1950 und 2010 sei der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung und maximalen Lebensspanne daher ähnlich gewesen (13 % vs. 8 %).

Allerdings wurde in den letzten 35 Jahren, so die Studienautoren, intensiv an Alterungsprozessen geforscht – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Nach der Auswertung Hunderter von Interventionen, die bei verschiedenen Organismen wie Hefen, Fliegen, Würmern und Nagetieren durchgeführt wurden, sind Gideon Rechavi und Team der Meinung: werden die biologischen/genetischen Ursachen des Alterns angesprochen, ist es auch möglich, die derzeitige maximale Lebensspanne zu erhöhen. Denn mit einer veränderten Ernährung, gentechnischen Eingriffe oder einer medikamentösen Behandlung sei es bei den Organismen möglich gewesen, die maximale Lebensspanne um bis zu 30 % zu erhöhen.

Blockierte Enzyme im Alter

Viele der Theorien gehen davon aus, dass Signalwege, die für die jugendliche Entwicklung wichtig sind, auch später im Leben noch aktiv sind. mTor (mechanistic Target of Rapamycin) beispielsweise reguliert die Proliferation, Differenzierung und Vermehrung von Zellen. Im Kindesalter ist es, so Studienautor Gideon Rechavi, wichtig für das Wachstum. Die höhere Aktivität im Erwachsenenalter jedoch führt zu altersbedingten Krankheiten. Die Serin/Threonin-Kinase mTOR kann jedoch durch das immunsuppressiv wirkende Rapamycin blockiert werden. Mäuse, die den Wirkstoff in einer Konzentration von etwa 2 mg pro Kilogramm und Tag erhalten hatten, lebten durchschnittlich 9 % bis 18 % länger. Die maximale Lebensspanne erhöhte sich um 9 % bis 16 %.

Reduzierte Kalorien, verlängertes Leben

Ebenfalls positiv auf die maximale Lebensspanne soll sich, so die Autoren um Gideon Rechavi, eine Kalorienrestriktion, also eine Beschränkung der zugeführten Kalorien, auswirken. Als Beispiel führen die Studienautoren die Bewohner von Okinawa, einer japanischen Inselgruppe im Pazifik, an. Dort würden die Menschen etwa 11 % weniger Kalorien zu sich nehmen – zumindest die, die sich noch traditionell und nicht nach westlichem Vorbild ernähren. Durch diese kalorische Restriktion leiden ältere Okinawas seltener an Krankheiten und werden im Vergleich zu Japanern und Amerikanern älter. Die Kalorienrestriktion erhöht dabei sowohl die durchschnittliche als auch maximale Lebensspanne, wobei die Auswirkung auf die maximale Lebensspanne größer ist.

Mutation im SERPINE1-Gen

Aber auch bestimmte Genmutationen können das Leben um mehrere Jahre verlängern. Erst im November 2017 beschrieben Forscher um Douglas Vaughan von der Feinberg School of Medicine in Chicago, dass eine Mutation auf dem Gen SERPINE1 die Lebenserwartung des Trägers im Vergleich zu anderen Menschen um durchschnittlich etwa zehn Jahre verlängert. SERPINE 1 enthält die Information für den Plasminogen-Aktivator-Inhibitor Typ 1 (PAI-1), einer der wichtigsten Inhibitoren der Fibrinolyse. PAI-1 gehört jedoch auch zu den Proteinen, die die Verkürzung der Chromosomenenden (Telomere) fördern und damit Altersvorgänge beschleunigen.

Entdeckt wurde diese Genvariante bereits 1991 bei Angehörigen der amischen Bevölkerung in der Nähe von Berne/Indiana. Damals interessierten sich die Wissenschaftler dafür, wie sich die Mutation in SERPINE1 auf die Blutgerinnung auswirkt. Gut 25 Jahre später haben Douglas Vaughan und sein Team nun die Auswirkung auf die Lebensdauer untersucht. Dafür haben die Wissenschaftler zuerst die Länge der Telomere gemessen.

Sie entdeckten, dass die Chromosomen der Amischen, die eine Mutation im SERPINE1-Gen aufwiesen, 10 % länger waren als die der Amischen ohne diese Mutation. Die Träger hatten eine etwa 30 % niedrigere Insulinkonzentration im Blut, litten seltener an Diabetes und lebten durchschnittlich 85 Jahre. Zum Vergleich: Amische ohne diese Mutation in SERPINE1 wurden durchschnittlich 75 Jahre alt.

Die Wissenschaftler vermuten, dass auch Medikamente, die PAI1 inhibieren, einen ähnlich positiven Effekt auf die Lebensspanne wie die Mutation im SERPINE1-Gen haben könnten. Eines dieser Langlebigkeits-Medikamente, TM5614, hat sich bereits in einer Phase-1-Studie als sicher erwiesen und wird derzeit in einer Phase-2-Studie untersucht.

Der lebensverlängernde Vasodilatator Hydralazin

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Assistenzprofessor Dr. Hamid Mirzaei © UT Southwestern

Ebenfalls ein lebensverlängerndes Potenzial soll der Vasodilatator Hydralazin haben. Fadenwürmer (C. elegans), die mit dem Blutdrucksenker behandelt worden waren, lebten laut den Wissenschaftlern um Hamid Mirzaei vom Southwestern Medical Center in Dallas [Paywall] 20 bis 23 Tage anstatt 15 bis 18 Tage. Dies bedeutet eine Verlängerung der Lebensspanne um 25 %.

Die lebensverlängernde Wirkung kommt laut Hamid Mirzaei durch die Aktivierung des NRF2 (Nuclear factor erythroid-derived 2-like 2) bzw. SKN-1-Signalwegs zustande. NRF2 ist ein Transkriptionsfaktor, der menschliche Zellen vor oxidativen Stress schützt. Im Alter könne sich der menschliche Körper jedoch immer schlechter vor schädlichen Sauerstoffradikalen schützen, so Hamid Mirzaei. Fadenwürmer dagegen schützen sich mit dem Transkriptionsfaktor SKN-1 (skinhead-1), der mit NRF2 verwandt ist, vor oxidativem Stress.

„Wir haben herausgefunden, dass der Wirkstoff die Lebensspanne von Würmern mindestens genauso gut verlängert wie andere potenzielle Anti-Aging-Verbindungen wie Curcumin und Metformin“, sagt Hamid Mirzaei. Seine protektive Wirkung scheint Hydralazin besonders im Gehirn zu entfalten. So überlebten Fadenwürmer, die vorher mit Hydralazin behandelt worden waren, die Behandlung mit Rotenon. Dies ist ein Insektizid, das normalerweise zu einem Absterben von dopaminergen Neuronen führt – ein klassisches Merkmals des Morbus Parkinson. Die Hoffnung ist daher, Hydralazin insbesondere bei degenerativen Alterserkrankungen wie Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson einzusetzen.

Eliminieren alternder Zellen

Im Jahr 2000 machte der amerikanische Wissenschaftler Jan van Deursen[Paywall] eine interessante Entdeckung. Die von ihm gezüchteten transgenen Mäuse entwickelten nicht – wie erwartet – einen Tumor. Stattdessen begann im Alter von drei Monaten ihr Haar schütter zu werden und sie litten am grauen Star. Nach Jahren fand Jan van Deursen den Grund: Diese unnatürlich schnelle Alterung lag daran, dass der Körper der Mäuse viele Zellen enthielt, die sich nicht mehr teilten, die aber auch nicht starben. Wurden diese seneszenten Zellen abgetötet, wurde auch das Auftreten altersbedingter Krankheiten hinausgezögert.

Und nicht nur das: in einer 2016 erschienenen Publikation konnte Jan van Deursen [Paywall] zeigen, dass das Eliminieren alternder Zellen den Verfall der Organe (z. B. Herz, Niere) verzögert und die durchschnittliche Lebensspanne um 25 % erhöht. Mittlerweile sind sehr viele Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Allein 2017 erschienen diverse Artikel, laut denen das Eliminieren seneszenter Zellen bei Mäusen die Leistungsfähigkeit, die Felldichte sowie Nierenfunktion wiederherstellen soll. Bei idiopathischer Lungenfibrose verbesserte sich laut einer Publikation das Krankheitsbild und Knorpelschäden konnten laut einer anderen Veröffentlichung[Paywall] repariert werden.

Insgesamt 14 Wirkstoffe, die seneszente Zellen abtöten, sogenannte Senolytika, sind bis heute beschrieben worden. Darunter auch Dasatinib, welches u. a. zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie. Problematisch ist allerdings, dass jedes Senolytikum nur eine bestimmte Sorte von seneszenten Zellen eliminiert – man bräuchte also viele verschiedene Wirkstoffe, um sich vor den diversen altersbedingten Krankheiten zu schützen. Allerdings, so die Hoffnung, sollen die Wirkstoffe nur gelegentlich– beispielsweise einmal im Jahr – eingenommen werden müssen. Das Medikament wäre dann nur kurze Zeit im Körper, wodurch sich auch die möglichen unerwünschten Wirkungen reduzieren würden.

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31 Kommentare:

Gast
Gast

Zu 21: Würde der Mensch noch mehr Lebenszeit bekommen, würde er selbstverständlich arbeiten gehen, um so lange wie möglich seinem Arbeitgeber die Taschen zu füllen während er selber mit einem Hungerlohn abgespeist wird!

#31 |
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Ärztin
Ärztin

Immer wieder ist nur davon die Rede dass in den vergangenen 100-200 Jahren (abgesehen von Kriegen und Hungersnöten) die durchschnittliche Lebenserwartung hierzulande kontinuierlich zugenommen hat. Und viele fragen sich ob dieser Trend weitergeht. Dabei wurde diese Frage schon beantwortet. Was viele nicht wissen oder nicht bedenken: Als wir noch (erfolgreiche) Jäger und Sammler waren war unsere Lebenserwartung höher als in vielen Zeiten von (nicht oder zu erfolgreichem) Ackerbau und Viehzucht. In der Antike war ebenso abhängig vom Lebensstil und Wohnort die Lebenserwartung höher als im Mittelalter. Die Frage wie wir unser maximales Lebensalter erreichen wurde schon mehrfach beantwortet: ausgewogene Ernährung, moderate vielseitige Bewegung, soziales Zusammenleben und Zivilisation. Jede Form des Zuviel oder zuwenig kehrt den Effekt wieder um: Überbevölkerung, Völlerei, Bewegungsmangel richten genauso viel Schaden an wie Hunger, Isolation oder einseitige Belastung.

#30 |
  1
Gast nichtmedizinischer Beruf
Gast nichtmedizinischer Beruf

STEIN DER WEISEN
oder das Elexier der Unsterblichkeit:
Das wäre es , wodurch eine Transmutation des Physiologischen in lauter zellregenerierende Prozesse erfolgte.Längeres Leben wäre so im Zellstoffwechsel zu begründen-geriatrisch.

#29 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#28: Och, das wäre abhängig von den Umgebungsbedingungen, die so jedoch nie eintreten würden, also alles was schon in etlichen verklärenden Werken in Schrift und laufendem Bild dargestellt wurde, also die perfekte Menschheit aus ewig gesunden und beliebig jung bleibenden Mitgliedern in Einheit und Frieden und so weiter und so weiter.
Dann könnte es wohl doch noch langweilig werden, so nach ein paar Hundert Jahren oder vielleicht hätten die Menschen ein anderes Zeitgefühl?
ABER: Wie der trügerisch verheißungsvolle Bericht es ja schon deutlich zeigt, wird alles Elementare einfach weggelassen.
Und damit meine ich nicht die aufkommenden Zerwürfnisse darüber, wer denn nun ewig leben darf und wer nicht, hier sich wohl alle Niederungen des Menschseins besonders reflektieren werden.
Sondern meine ich die uns umgebende Biomasse + tragenden Planeten, beides unser Dasein ja erst ermöglicht, wie ewig wird das also geformt werden müssen, wenn ja jetzt schon die elementar biosphärenwichtigen Fluginsekten aussterben? Oh nö, jetzt bitte keine Wurmlöcher, Strings, Quanten-Blabla, Zeitreisen, etc., denn es hilft ja nicht beim wirklichen Problem, dem Mensch sein Menschsein abzugewöhnen eben…

#28 |
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Medizinphysiker

Es gäbe für mich nichts Schlimmeres als ewig leben (zu müssen)!

#27 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#40: Hm, kann so sein, wenn das Bewusstsein zum Einschlafen vorher wahrgenommen wurde, der Einschlafvorgang selbst wird ja meist nicht mehr bewusst wahrgenommen, denn sonst wäre es ja kaum ein echter Schlaf.
Anders wird es jedoch z.B. im Rahmen eines erweiterten Suizids, wenn so ein oftmals mit Psychopharmaka vollgepumpter Mensch einen Sprengkörper in einer Menschenansammlung zündet, ein Flugzeug abstürzen lässt, etc.
Dann wird abhängig von der eben beschriebenen Situationen zwar jeweils vorher möglicherweise ein fatales Finale angenommen, jedoch würde es dann auch unspektakulär im individuellen Nichts enden, weil unser für so ein Szenario zu langsames Nervensystem ein solcherart Ende gar nicht mehr wahrnehmen kann.
Es bleibt also nur für die Weiterlebenden, also die Toten der Zukunft, ein verstörendes Moment übrig…

#26 |
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Medizinphysiker

….tot sein stell ich mir vor wie Schlafen und dann hab ich auch nichts dagegen…

#25 |
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Nichtmedizinische Berufe

@#34: Sehr schön logisch gedacht und so erzähle ich seit Jahrzehnten anderen Menschen, die über Tod und dem danach sprachen und Angst davor haben, immer in der Form Trost zu, dass so eine Angst doch ebenso gezeigt werden müsste für das was vor dem eigenen Sein war, eben genau so ein nicht wahrnehmbares Ich, nur eben auf die Vergangenheit bezogen.
Es ist doch ein sehr schöner Gedanke, dass nach den bekannten physikalisch-energetischen Grundsätzen nichts vergeht, sondern nur einer ewigen Transformation unterlegen ist. Warum also diese Mühsal hier mit Lebensverlängerungen von Individuen, die gar nicht dazu in der Lage sind sicher eine Zukunft in Einheit mit allem zu gestalten. Dann ist es doch viel spannender sich vorstellen zu dürfen, wie der immer nur für unsereiner zusammengeballte kosmische Staub irgendwo, irgendwann sinnvoller und reifer eine Rolle spielen kann – Oder auch nicht, was dann genauso wenig schlimm ist…

#24 |
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Medizinphysiker

Wenn ich dran denke, wie lange ich mal tot sein werde, dann ist es doch egal, ob ich 70 oder 90 Jahre gelebt habe!

#23 |
  4
Nichtmedizinische Berufe

@#24: Vor vielen Jahren las ich das Werk “Die Physik der Unsterblichkeit” https://www.zvab.com/buch-suchen/titel/die-physik-der-unsterblichkeit/autor/tipler
Dort findet sich ein Versuch einer Symbiose aus Physik, Philosophie und Religion.
Den physikalischen und mathematischen Anteil, fast die Hälfte des Buches, mochte ich noch nachvollziehen.
Jedoch war es nur ein für mich gescheiterter Versuch, der nur so gerade eben mit Philosophie und Religion aufrecht erhalten werden konnte, eben dann nur mit dem Abrutschen ins Abstruse. Dank unserer von der universellen Natur “verrückten” zugewachsenen “Großhirngeschwulst”.
Mit dem jeweiligen Vergehen jener Wucherung, vergehen auch die abwegigsten Gedanken.
Schade nur, dass es seit längerem der Menschheit gelingt diese in Schrift zu hinterlassen und den Prozess der Irrwege beschleunigt.
Gerne würde ich es sehen, wenn auch gerade die Medizin nicht so resignieren würde und sich wieder wirklicher naturwissenschaftlicher Forschung generell und vertieft zuwenden würde.
Leider wird das durch die Erfindungen der Psychiatrie verhindert.
Mich erinnern die wirren intellektuell aufgepimpten Ausführungen der ja nur Theorien dieses Genre jedes Mal an Besprechungen zu Werken der freien bildenden Künste…

#22 |
  3
Sonst nur Leser
Sonst nur Leser

ad 17: Wunderlich solche Beiträge hier zuzulassen. Geht auch gegen jegliche Art ärztlichen Denkens und Handelns. Wirkt dann noch so verlogen moralapostolisch. Schade!

#21 |
  2
Gast
Gast

Wozu sollte der Mensch seine Lebensspanne noch erweitern, schon jetzt haben
98 % aller Menschen keine Ahnung von Leben, verwechseln ihr Dasein mit Leben. Ich wage eine Wette, auch wenn der Mensch noch mehr Lebenszeit bekommen würde, die meisten wüsten nichts damit anzufangen,… und aus der Sicht eines jeden anderen Lebewesens auf dieser Erde, ist die Verlängerung des Lebens des Manschen auch nur um einen einzigen Tag, eine Tragödie – denn sie fordert das Leben von Millionen anderer Lebewesen täglich!

#20 |
  1
Nichtmedizinische Berufe

@#17: Herr Lohrenz, geht es Ihnen jetzt besser? Aus welcher internal verschobenen Struktur schreiben Sie denn hier so aufmerksamkeitsgierend? Da Sie sich hier zu nicht statthaften Ferndiagnosen haben hinreissen lassen, hätte ich wenigstens noch etwas zum Thema von Ihnen gelesen. Ausserdem habe ich etwas anderes, leider ähnlich teures, dies ja nur Materialismus ist, der mir quasi aufgeschwatzt wurde, abseits meiner Möglichkeiten zu dem Zeitpunkt.
Danke, dass Sie es erwähnten, denn jeder Behandler@#18: Es gibt Patienten, die leere Versprechungen leid sind und schon genug mit Wissensdefiziten in der Medizin zu schaffen haben, die trotzdem noch voll im Arbeitsleben stehen, so wie unsereins mit Dingen wo andere schon mit in Vollrente wären. Was erzeugt an iatrogen verursachten + angeborenen körperlichen Defiziten Stolz? Nix versteh! Tja, der sehr geringe Wisensstand in der Medizin lockt solche hier und andere woanders an und verkaufen alle für dumm. Das war und ist auch in anderen Bereichen so. Daher ist die evidenzbasietende Wissenschaft so wichtig – Zum Schutze aller vor Ausnutzung und Profitgier… von mir weiß, dass ich das ohnehin jederzeit latent gefahrvoll verunglückt sitzende, wenn auch noch funktionierende Implantat wieder loswerden möchte, egal mit welcher Konsequenz.
An dieser Stelle lebe ich nur meine feste Überzeugung als Transplantations- und damit als solcherart Implantatgegner.
Warum ich mal diesen Fehler machte? Da gab es weniger Einfluß meinerseits…

#19 |
  6
Gast
Gast

@ #14, #21, #22

Das (un?)schöne an der Bibel ist ja auch, dass für alle was dabei ist, auch für die Vertreter der kurzlebigen Humanbiologie:

„Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt,
so sind’s achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint,
ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin,
als flögen wir davon.“

Psalm 90, Vers 10 in der Bibel-Übersetzung von Martin Luther

#18 |
  3

Solange es um Lebensstilanpassungen (Ernährung, Bewegung etc.) geht, bin ich dabei. Aber nicht medizinisch zur Leidensminderung praktizierte Gen- und Pharmamanipulation machen mir Angst. Moderne Frankenstein-Vision, deren gesellschaftliche Konsewuenzen kaum abzusehen sind.

#17 |
  1
franz laudenbach
franz laudenbach

Naja 120 ist doch keine Alter, oder?!? An meinem 66 Geburtstag habe ich meinen Schwager zu meinem 126 Geburtstag dann, zu einer Runde Schach eingeladen. Mein Schwager wird dann 136 sein. Mehrmals ist er verstorben! Einmal gleich 6 mal innerhalb von 2 Stunden.
Der Herzschrittmacher, hat ihn immer wieder aus dem Tode erweckt!
Haha; Also benötigen wir alle Schrittmacher um älter zu werden, oder!?!
Die medizintechnische Industrie wird sich natürlich freuen!
Mehr? flc@live.de;

#16 |
  19
Nichtmedizinische Berufe

@#14: Die schriftlichen Überlieferungen zu irgendwelchen Vorgängen von Menschen für Menschen, die ständig verändert und beliebig zeitangepasst modifiziert, also ständig typisch menschlich manipuliert wurden, würden wohl heute zur Einweisung in die Irrenanstalt führen.
Irgendwelche Zahlen aus solchen Phantasiewerken sind dann also auch nur beliebig.
Ich höre genau jetzt auf, weil ich sonst zu weit ausholen müsste, geht ja auch gar nicht mit 1000-Zeichen-Limit.
Jedenfalls nervt mich schon immer als denkender Mensch unsere Arroganz und Überheblichkeit über Natur und Mitgeschöpfe, letzteres nur um im biblischen Kontext zu bleiben.
Na ja, das alles sind die Folgen der intrakraniellen Wucherung in Form des humanoiden Kortex und hoffentlich ist das Anthropozän genauso schnell vorbei wie dieser Spuk begann, inklusive persistierender Abstinenz einer furchterregenden Wiederauferstehung dieses Übels…

#15 |
  11
Heilpraktikerin

Da bin ich ja gespannt … In der Bibel heißt es, dass Gott die Lebenszeit des Menschen auf 120 Jahre begrenzt hat …

#14 |
  23
Nichtmedizinische Berufe

Fürchterlicher Gedanke, wenn schon jetzt für den “Parasit” Mensch eine Erde nicht mehr reichen wird…

#13 |
  4
Frau Gerda King
Frau Gerda King

Goal of Life is
to die young, as late as possible!

#12 |
  5

Die 35 führenden Industrieländer sind nicht stellvertretend für diese Welt!
Die Geburts- und Sterbedaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche die zukünftige Lebenserwartung in den 35 Industriestaaten beschreiben, sind durch das systematische Weglassen der übrigen Länder dieser Welt weder repräsentativ noch aussagekräftig.
Die Lebenserwartung der Weltbevölkerung ist seit 1980 um mehr als zehn Jahre auf 69,0 Jahre bei Männern und 74,8 Jahren bei Frauen gestiegen.
Ihre Limitierung ist bedingt durch Umweltproblematik, Überbevölkerung, Versorgungs- und Ressourcenknappheit, Migration, Genetik, Epigenetik. Das Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) beschreibt Krieg, Adipositas und Drogenmissbrauch als Ursachen.
http://www.healthdata.org/news-release/increase-global-life-expectancy-offset-war-obesity-and-substance-abuse
Aber es gibt weitaus mehr Dinge, welche die Zunahme der Lebenserwartung gefährden können: Alkohol-, Zigaretten-, Zucker- und Kohlenhydratkonsum, Bewegungsmangel, Fehlernährung, aber auch Endothelschäden, neue Krankheitserreger, Umweltbelastungen, Armut, Hunger und Not, Mangelversorgung, Kriege, Terrorismus, Fundamentalismus und der globale Verteilungskampf um die ökonomische und politische Vorherrschaft. Ja selbst die Spaltung zwischen Arm und Reich oder der Zugang zu sauberem Trinkwasser und unbelasteten Nahrungsmitteln können zusätzlich die Lebenserwartung verringern oder “quality of life”-Ansprüche schmälern.
Musterbeispiel USA: Die immer weiter aufgehende Schere zwischen der breiten Unterschicht mit stark sinkender Lebenserwartung kann gar nicht mehr durch die wesentlich höhere Lebenserwartung einer schmalen Oberschicht kompensiert werden, so dass die allgemeine Lebenserwartung aktuell stagniert und sinkt bzw. Säuglings- und Müttersterblichkeit wieder ansteigen.
Paradox ist auch folgendes: Konzerne, die ihre Geschäftspolitik im Informatik-Zeitalter nahezu ausschließlich auf Konsumentinnen und Konsumenten in postindustriellen Gesellschaften mit hoher Innovationgeschwindigkeit ausgerichtet haben, tragen eher zur Verschwendung der “Habenden” als zur Umverteilung für die “Nicht-Habenden” bei, und limitieren damit die globale Lebenserwartung.
Mein Menschenbild ist eher geprägt vom US-amerikanischen Dramatiker Eugene O’Neill mit “Eines langen Tages Reise in die Nacht (engl. Originaltitel: Long Day’s Journey Into Night) als Theaterstück (1957 Pulitzer-Preis für Theater) und durch den Ex-US-Präsident Ronald Reagan mit: „Jetzt beginne ich die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führen wird“ thematisiert. Spätestens mit 90 Jahren werde ich selbst auch gar nicht mehr weitere 30-40 Jahre draufpacken wollen – es sei denn, ich hätte schon vorher meinen Verstand verloren.

#11 |
  3
Heilpraktiker

Es ist mir schon lange bewusst, dass das hohe Lebensalter der Menschen der letzten Jahrzehnte nicht so weiter nach oben gehen wird. Dies wurde in Ihrem Artikel auch bestätigt und ist m. E. ein Produkt aus der Kriegszeitjugend ( auch bestätigt im Artikel -> wenige KH )
Da wir vermutlich die nächsten 50 Jahre von diesem Planeten aufgrund seiner Ausbeutung und Ressourcenknappheit fliehen werden müssen, sind diese Forschungen vermutlich nicht ganz sinnlos…

#10 |
  12

Die stärkste Morbidität und Lebensverkürzung bewirkt der American Way of Life. Somit geschieht die stärkste Lebensverlängerung durch das Gegenteil davon.

#9 |
  2
Heilpraktikerin

Die vielen Gelder die für diese Studien rausgeworfen werden,
könnten besser genutzt werden.
Die Suche nach dem Goldenen Gral werden nie aufhören…
Die Menschen sind unersättlich und überheblich. Sie werden es nie verstehen,
wir gehören genau so zur Natur,, wie alles andere auch, auch wir müssen, wie
alles andere auch, sterben.
Im ersten Abschnitt steht genau um was es geht – Ansätze, um das Leben künstlich zu verlängern.
Es sind Ansätze und nichts ist ausgegoren – Gott sei dank.
Die Schulmedizin will allen das Leben verlängern, hat aber leider nichts gegen
die Gebrechen, was soll das?
Haben wir nicht schon genug Leiden?
Sogar im Bericht steht, dass es eine Erneuerung nur gibt, wenn Altes entsorgt wird – das gilt im Kleinen wie im Großen. Was nur noch dahin vegetiert muss
entsorgt werden, sonst geht alles den Bach runter.
Und warum sollte das Universum gerade den Menschen bevorzugen? –
die größte Geisel !!!

#8 |
  12

Es geht hier nicht um Krankheiten, die das Leben begrenzen; die wird es immer geben, sondern um das maximal mögliche Alter – eine Frage, die im Verhältnis zum durchschnittlichen mittleren Sterbealter schon erhebliche Bedeutung hat.

#7 |
  9
Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Thomas Mayer : Korrekt. Afrika 2050 2,5 Milliarden nur dort und wir bearbeiten den Klimawandel im Jahre 2100… irre!

#6 |
  3

Bevor wir uns um all die Altersschwächen kümmern ist es angebracht unseren Politikern den Zugang zu den Waffen zu kappen. Dort liegt des größte Kapital der Altersforschung.

#5 |
  5
Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Ganz alt werden? Ja, bitte! Aber wie ganz alt werden? 40 Jahre Pflegeheim am Ende? Der Zweck heiligt die MIttel nicht ,der Sinn heiligt sie. Den kann ich in solchen Gedankenspielchen nicht erkennen.

#4 |
  1
Pflegewissenschaftler

Eine sehr “sinnige” Forschung angesichts von bald 8 Milliarden Menschen auf unserem begrenzten Planeten. Vielleicht ist es körperlich möglich so alt zu werden, aber es wird unweigerlich zu limitierende Faktoren in Form von darwinschen Verteilungskämpfen um Trinkwasser, Nahrung und Wohnraum kommen. Eine Forschung, die nur in einer übersättigten Gesellschaft entstehen kann, wo es nicht um den täglichen Kampf ums Überleben geht. Einfach nur absurd und zynisch angesichts hunderttausender Verhungernder…

#3 |
  7
Gast
Gast

Sagt wer?

#2 |
  1
Gast
Gast

Auch in 100 Jahren werden die allermeisten Menschen nicht älter als 90 Jahre werden. Mein Opa ist neulich mit 80 an Pneumonie gestorben. Auch die beste Intensivmedizin hat ihn nicht retten können. Solche Infektionskrankheiten werden auch in 100 und 200 Jahren bei greisen und eher immunschwachen Menschen meist tödlich enden. Solche Prognosen wie “Wer heute geboren wird, der wird im Schnitt 100 Jahre alt.” , die sind lächerlich.

#1 |
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