Physician Assistant: Entlastend oder überflüssig?

24. Januar 2018
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Der Physician Assistant soll den Arzt entlasten. Gelingt das im Klinikalltag? Kritik gibt es vom Pflegeverband: Der Beruf verstärke den Mangel an Pflegekräften. Am Uniklinikum Münster hat DocCheck ein Team aus einem Chirurgen und Physician Assistant einen Tag lang begleitet.

97 Wertungen (4.44 ø)

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73 Kommentare:

Martin Christa
Martin Christa

Das komische an der Sache ist, dass der Chef zugibt, dass die Assistnezärzte über Dienstfunker und Telefon “abgelenkt” sind und daher ihre Kernaufgabe nicht nachkommen.
Was macht man, Kernaufgaben auslagern *facepalm*
Wobei man zugeben muss, dass es hier Chirurgen sind, die im OP stehen.
Wie soll das dann in der Inneren oder der HNO aussehen?

#73 |
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Gast
Gast

Ein schöner Beitrag. Gerade Chirurgen sind auf die Arbeit im OP angewiesen und erhalten durch die PAs eine tolle Unterstützung. Was machen die pas Herr olbrich? Das erklärt doch die pa im Beitrag : verbandswechsel, entlassungspapiere, ggf Blutentnahmen und viggos, Stationsorganisation, Patientenmanagement, Patientengesprache, Visite…Pflege in Frankreich studiert schon lange und kann deutlich mehr machen als hier, aus GB und USA kommt der PA, die Zeit von aip, Zivi und Co ist vorbei, wo es die Arbeitskraft umsonst gab

#72 |
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Dr. med. Norbert Olbrich
Dr. med. Norbert Olbrich

Was diese PAs nun konkret machen, ist mit keinem Wort erwähnt worden. Eine ganztägige Begleitung der PAs durch das Redaktionsteam ist überhaupt nicht rübergekommen. Sie halten dem Chef das Tablett mit dem Desinfektionsmittel hin, ok, sicher sehr hilfreich, aber ist das die Entlastung??
Ein sehr mangelhafte , weil völlig aussageleerer Beitrag!

#71 |
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Gast
Gast

Aha Jul123 jetzt sind bei Ihnen auch noch die PTAs dran? Ich glaube Sie haben nicht den leisesten Schimmer einer Ahnung was eine gute PTA so alles wissen und können muss! Und ja, nach einem Aufbaustudium von sagen wir zwei Jahren könnte eine PTA ohne weiteres den Posten und die Aufgaben eines Apothekers übernehmen. Deswegen brauchen wir ja so dringend eine Aufwertung des PTA-Berufes auf die Ebene des Pharmazieingenieurs!

#70 |
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Student
Student

Zu #68 (Jul 123)
Sie scheinen sich mit dem Lehrplan der PA‘s ja richtig gut auseinander gesetzt zu haben?

Die PA‘s haben exakt die gleichen Stunden Pharmakologie wie die Medizinstudenten und sitzen oftmals sogar mit Medizinstudierenden zusammen in der Vorlesung weil die Hochschulen irgendwelche Kooperation mit der Med. Universität hat (selbst erlebt) sie schreiben die gleiche Prüfung!

Woher kommt ihre Annahme das das PA‘s schlechter ausgebildet sind??

Ich habe die PA‘s wesentlich motivierter, Interessierter und engagierter als die Medizinstudierendrn erlebt!

Wovor hat man hier Angst ?? Das ein PA vielleicht genau so oder sogar besser sein könnte als manch ein Arzt ?
Ich habe PA‘s kennen gelernt und muss sagen, die sind sagenhaft gut ausgebildet, gepaart mit ihrer vorausbildung z.B. als OTA, Fachkrankenpflege oder Notfallsanitäter sind die PA‘s ein echter Gewinn für die Gesellschaft!

„Innovation macht den Unterschied zwischen einem Anführer und einem Anhänger aus“
(Steve Jobs)

#69 |
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Olaf Rudisch
Olaf Rudisch

@Jul 123 – Arzt

Wenn man schon jemanden zu seinem Posting ansprechen möchte, dann sollte man wenigstens den Namen richtig schreiben.
Aber Ärzte können nicht auch noch Germanisten sein.
Egal.

Zitat:
“Es ist ja auch nicht gesagt ,dass PAs freiwillig aufs Land ziehen. Es gibt ja auch für sie keine Verpflichtungen diesbezüglich.”

Wenn es irgendwann so gut wie keine Landärzte mehr in der Fläche gibt, wird der Politik sicher etwas einfallen, um Ärzte und/oder PAs dazu zu verpflichten.
Nur mal so dahergesponnen, vielleicht wird eine Anzahl von Studienplätzen extra für Student/innen/en mit “schlechter” Abinote und Verpflichtung, die ersten Jahre auf dem Land zu praktizieren geschaffen. Vieles ist denkbar und manches davon sicherlich auch realisiert werden.

Zitat:
“Außerdem würde die Arbeit , die viele Hausärzte täglich leisten absolut degradiert , wenn man auf einmal postuliert , dass der PA diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen soll.”

Das wird uns die Politik irgendwann als Zwangslage verkaufen, so daß sie gar nicht anders handeln konnte, um eine Versorgung auf dem Land auch zukünftig irgendwie zu gewährleisten.

Zitat:
“Als Gesellschaft muss man sich fragen , ob wir niederländische Verhältnisse wollen: Wollen wir ,dass ein PA vorselektioniert , wer einen Arzt sieht ? Darf er entscheiden was “komplex” ist und was nicht . Das ist zwar aktuell nicht der Fall , aber dahin soll die Reise gehen.”

Lese ich da etwa bitterböse (Science) Fiction, daß es Vorsortierer geben soll ?
Sicherlich angedacht nur für Kassenpatienten, die Privatversicherten haben nichts zu befürchten. Immer vorausgesetzt, daß es dann noch private Krankenversicherungen gibt.

#68 |
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Arzt

Wie herrlich ,schon früh morgens herzhaft zu lachen! Endorphine am Morgen, vertreiben Kummer und Sorgen !
“Fundiert” mag Definitionssache sein, natürlich kann man sich diesbezüglich als Arzt nicht mit einem Pharmazeuten messen , muss man aber auch gar nicht bzw. das ist auch nicht das Ziel unserer Ausbildung. Wenn Sie bereits von ärztlichen Pharmakenntnissen derart amüsiert sind , bekommen Sie dann Lachkrämpfe ,wenn Sie an die Qualifikation von PAs denken ?;) Wir sprechen uns wieder , wenn irgendwann zur Debatte steht ,dass PTAs mit Aufbaustudium Apotheken führen oder forschen dürfen ;)

#67 |
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Apotheker
Apotheker

Fundierte Kenntnisse in Pharmakologie? Als Arzt? Ein köstlicher Witz am frühen Morgen!

#66 |
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Gast
Gast

Zu #48: ich denke Sie haben mich gänzlich falsch verstanden. Ich liebe meine Arbeit – und die Arbeit mit dem Patienten. Und die mit der Pflege. Und ohne die gute Pflege wäre ich (und mit mir, denke ich, sehr viele Anfängerkollegen) zu Beginn meiner Assitenzzeit völlig untergegangen. Ich denke es einfach wichtig, dass Krankenschwestern die Wertschätzung für Ihre Arbeit bekommen, die sie verdienen und Dinge wie Blutentnahmen können sehr gut an diese abgegeben werden. Ich verbringe zudem gefühlt 70%meiner Zeit mit dokumentieren, Zeugnissen, etc.. das sind auch die Aufgaben die ich gerne deligieren möchte- nicht aber meine Visite und schon gar nicht die Anamnese. Entschuldigung, dass ich nicht nur Sekretärin sein möchte! Auch ist die Personaldecke oft einfach zu dünn: Wir haben aktuell den Luxus einen assi zu haben,der immer auf Station ist und nicht in den OP geht, und somit in dringenden Fällen erreichbar ist. Ich persönlich finde das einfach sinnvoller. Aber ich lasse mich gerne von guten Argumenten überzeugen- sicher nicht von provozierenden Kommentaren.

#65 |
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Tüdelüü
Tüdelüü

Wenn man mitbekommt, mit welchem Selbstverständnis die PAs (nach meiner Erfahrung) auftreten, nämlich dass sie (einem Assistenzarzt über) praktisch erfahrener und im Wissen einem Arzt gleich seien, dann sehe ich das als gefährliche Kombi:
Ein Berufsbild, das für die, die aufgrund des NCs nicht Medizin studieren konnten, als Umweg zum Arzt gewählt wird und daher auch mit Ambitionen, diesen in seinen Aufgaben zu ersetzen wahrgenommen wird, aber lange nicht die (essentiellen) Funktionen eines Arztes adäquat ausfüllen kann.
Das ganze vom Sparbemühungen der Krankenhausbetreiber angetrieben.
Dazu kommt, dass weniger praktische Erfahrungen von Studenten gesammelt werden: Studenten konkurrieren mit PAs in Ausbildung um OP-Assistenz , Blutentnahme, Prozeduren etc.
Meiner Meinung nach ließe sich die gesamten Probleme schlicht durch mehr Stellen lösen: mehr Dokumentationsassistenten, mehr Ärzte, mehr Pfleger. Punkt.

#64 |
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Arzt

@Olaf Radisch :
Es ist ja auch nicht gesagt ,dass PAs freiwillig aufs Land ziehen. Es gibt ja auch für sie keine Verpflichtungen diesbezüglich.

Außerdem würde die Arbeit , die viele Hausärzte täglich leisten absolut degradiert , wenn man auf einmal postuliert , dass der PA diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen soll.Ausserdem gibt es bereits VERAHS, die Hausärzte erfolgreich entlasten-dafür braucht man kein aus den USA und UK abgekupfertes Berufsbild. (in America funktioniert so Einiges, man muss nur einen Blick ins weiße Haus werfen)
Man sollte sich viel mehr fragen , warum junge Ärzte nicht mehr Allgemeinmediziner werden wollen und sollte daran etwas ändern, statt diese Berufsgruppe zu demontieren. Hausärzte , welche ja in Zukunft mit PAs arbeiten sollen , lehnen dies größtenteils übrigens ab!

An politischen Trends kann man nichts ändern, man kann nur im persönlichen Umfeld agieren und die Ärzteschaft scheint langsam aufzuwachen und sich zu postionieren.

Als Gesellschaft muss man sich fragen , ob wir niederländische Verhältnisse wollen: Wollen wir ,dass ein PA vorselektioniert , wer einen Arzt sieht ? Darf er entscheiden was “komplex” ist und was nicht . Das ist zwar aktuell nicht der Fall , aber dahin soll die Reise gehen.
Und hier wird stets über inkompetente Ärzte gewettert : aber denken Sie es wird ausschließlich gute PAs geben?
Das Studium ist in der BRD ja bisher privat und es sind keine einheitlichen Inhalte festgelegt. Wo bleibt die Qualitätskontrolle ?

#63 |
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Olaf Rudisch
Olaf Rudisch

Es deutet alles daraufhin, daß der Beruf des Physician Assistant lediglich aus Kostengründen eingeführt wird, wie in mehreren Postings schon dargestellt wurde. Schaffe ich eine PA-Stelle, spare ich eine Assistenzarztstelle im Krankenhaus ein. Und auf dem Land, wo wegen unattraktiver Rahmenbedingungen Ärzte nur schwer zu begeistern sind, hinzuziehen, werden dann wohl über kurz oder lang PAs als Ärzteersatz eingesetzt werden.

Physician Assistant = Arzt light

Soll der Arzt mehr Zeit mit und bei dem Patienten verbringen, so muß der zeitliche Aufwand für den Papierkram reduziert werden und dafür gibt es schon einen Beruf => Dokumentationsassistent/inn/en.

Wie wäre es mit mehr Studienplätzen für Ärzte, NC abschaffen, Studienwillige mit med. Beruf bei der Studienplatzvergabe bevorzugen, die
Vergabe von Medizin-Stipendien mit anschließender Verpflichtung 5-10 Jahre in ländlichen Gegenden praktizieren zu müssen, usw.

#62 |
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Arzt

Frei nach dem Motto : sind wir nicht alle ein bisschen Arzt !
Ja zu guter Pflege , mehr Medizinstudienplätzen und einem straff-organisierten und strukturierten Curriculum in der Facjarztausbildung .
PAs machen ja letztendlich das was Pjler vielerorts umsonst oder für lausige 400Euro im Monat machen . Was machen diese denn , wenn auch ein PA existiert der dafür (wohl bemerkt nicht schlecht ) bezahlt wird.
In der Schweiz verdienen PAs teilweise sogar mehr als Assistenzärzte und haben keine Nachtdienstbelastung .In Holland “Kollaborieren” PAs gar mit Ärzten und von Delegation kann keine Rede sein . NEIN zur Veramschung unseres Berufes !

#61 |
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Gast
Gast

The problem in Germany is, that the patients do not see the difference between a doctor and a PA, which is a big risk, specially if the PA does recomendatiins to the patients with out the knowledge of the pathology. In USA a PA never dresses as a doctor because not only they are not doctors is because they are specialized nurses. They do not replace a resident in surgeries, because they are there to help in the emergency room or in the different stations. It is not right that a PA who has less experience and evidently less knowledge that a doctor earns the same having much less or not responsability at all.

#60 |
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Gast
Gast

Natürlich entlastet jeder weitere Mitarbeiter. Das ist keine Raketenwissenschaft. Nur dann eben jetzt für weniger Gehalt. Kann man toll finden, muss man aber nicht.

#59 |
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Studentin

Aller Anfang ist schwer. Das war auch vor gut 60 Jahren so, als in den USA das Berufsbild des PA entwickelt und etabliert wurde. Warum soll sich ein Berufsbild, das sich rund um den Erdball etabliert hat, in Deutschland nicht auch bewähren? Und warum diskutieren so viele so überzeugt über Themen, mit denen sie noch gar keine Berührungspunkte hatten?
Ich bin seit 3 Jahren PA und habe die zweite Stelle mittlerweile.ich habe die anfängliche Skepsis und teilweise gar Ablehnung mehrerer Berufsgruppen erlebt. Ebenso habe ich erlebt, wie man irgendwann sehr erleichtert war, dass ein PA da war: auf der verwaisten Station, wo der Stationsarzt wieder einmal in den OP gerufen wurde. Da war man dann schon ganz froh in der pflegerischen berufsgruppe, dass man manche Anordnungen nicht erst zur schichtübergabe bekam (Laboranordnung für den kommenden Tag, vorab Anordnung bzgl. Kaliumtherapie, durch den Arzt dann zeitnah frei gegeben, bei der Hypokaliämie oder ein kurzes angehörigengespräch) Die Kollegin der Physio, die zeitnah erfährt, dass der Patient belasten darf oder ein kurzer Blick auf das Röntgenbild, vor der Entlassung ob das synthesematerial nach der radiusplatte nicht intraartikulär liegt. Die Kollegin vom Sozialdienst, die ein kurzes Feedback bekommt, ob Frau Maier denn nun endlich soweit ist, dass sie in die Reha kann. Ich habe die Situation fast täglich erlebt, wie erleichtert die Pflege war, eine abgeschlossene Übergabe an die nachfolgenden Kollegen machen zu können, weil vieles bereits geklärt wurde. Die Ärztin, die kurz vor dem Nachmittagsrapport aus dem OP kommt und erfährt, dass 2/3 der Briefe bereits geschrieben sind (nicht abgetippt!) und zudem ein kurzes Update über die 32 Betten Station bekommt, bevor wir zur nachmittagsbesprechung gehen. Ebenso kenne ich den Unmut, wenn der Assistent schon wieder bei der duokopfprothese eingeteilt ist, aber eigentlich lieber zuR Schulterprothese möchte wegen seines Facharztkataloges und dann erleichtert ist, wenn sich der PA bereit erklärt.

Viele vergessen, dass die ärztliche Berufsgruppe meist weiter rotiert und das Team einer kontinuierlichen Fluktuation ausgesetzt ist. Da kann ein PA für Konstanz sorgen.
aus privaten Gründen bin ich umgezogen und musste die Stelle wechseln. Auch am jetzigen Arbeitsplatz war man anfangs zurückhaltend oder gar skeptisch. Mittlerweile hat sich auch hier alles fest eingespielt und etabliert.
Die “Altassistenten” sind entlastet, wenn neue Kollegen kommen und sie von mir erklärt bekommen, wie man eine OP Anmeldung macht oder wie unser klinikinternes perioperatives Gerinnungsmanagement funktioniert. Die OP dispo funktioniert reibungslos weil im Vorfeld bereits b.bed noch eine kardiologische Diagnostik stattfindet oder Rücksprache mit den Kardiologen wegen einer dualen Plättchenhemmung gehalten wird.

Eine meiner Kommilitoninnen zitiert gerne den Satz aus einem Meeting mit einigen Skeptikern: “was wollt ihr denn? Arbeit ist genug für alle da”

#58 |
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Gast
Gast

Absolut sinnvoll… auch in meiner Klinik arbeite ich mit einem PA und dies führt zu einem effizienteren Arbeiten und Pat. Management.AÄ haben dadurch mehr Zeit für Ihre eigentlichen Aufgaben, aber es gibt noch Spielraum für Verbesserung auf AA Ebene, sprich Ausbildung der AÄ. Für diesen Bereich gibt es keine Resoursen ;(

#57 |
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Eva Kurzweil
Eva Kurzweil

Die für mich sinnvollsten Beiträge sind Nr. 35, 38, 49, 52; DANKE dafür.

Alles andere ist um den heißen Brei reden; wirkliche Problemlösung (Doku-Wahn etc. ) wird verdrängt; die Weiterentwicklung der Pflege wird meiner Meinung seit vielen, vielen Jahren von bestimmten Berufsgruppen blockiert. Die Politik (Verhinderung einer Pflegekammer z.B.) macht fleißig mit weil es so billiger ist.
Der ganze Gesundheitswesen mit allem drum und dran gehört von A – Z mal ordentlich überarbeitet und neu strukturiert – ohne Mitwirkung von Lobbyisten.

Eine Sekretärin oder Dokuassistenten für Ärzte tut´s auch, da braucht es keine PA´s. Da kann ja kein Doc mehr was praktisches oder ist es so gewollt?

Typisch deutsch: aus anderen Ländern was nachmachen ohne nachzudenken z.B. DRG´s.

#56 |
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Gast
Gast

Ich fände es als Arzt absolut traumhaft einen Physician Assistant zu haben. Dann könnte ich mich endlich auf meine eigentliche ärztliche Aufgabe konzentrieren und würde nicht endlos Zeit mit Dokumentation und Papierkram verbringen. Die Pflegekräfte haben doch gar keine Zeit, die Ärzte da zu unterstützen. Also in unserer Klinik ist oft niemand von der Pflege bei Verbandswechseln oder Visite dabei. Da wäre es super, wenn es jemand gäbe, der nicht zwischendurch auf die Klingel gehen muss.

#55 |
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Gast
Gast

@#44, vielleicht gibt es aber nicht genug Assistenzärzte, weil es immer noch nur eine sehr begrenzte Anzahl an Studienplätzen für Humanmedizin gibt…
@#47, in der Theorie ist dies zwar möglich, aber auch leichter gesagt als getan. Es gibt dennoch viel zu viele Bewerber für viel zu wenig Plätze, aber das ist ja ein anderes bekanntes Problem.

Ich denke die PA sind eine gute Möglichkeit den Personalmangel auszugleichen und alle zu unterstützen. Es ist halt die Frage, ob dadurch der Pflegeberuf begehrter wird, weil sich die Arbeitsbedingungen bessern. Dann hätte man auch kein Problem damit, wenn sich bereits gelernte GKP dazu entscheiden PA zu werden. Das braucht aber denke ich alles seine Zeit, um sich einzupendeln, bevor man valide Schlüsse daraus ziehen kann. Sich internationale Beispiele anzugucken schadet denke ich nicht.
Das ist ähnlich wie mit dem Notfallsanitäter. Kommt ein “neuer” Beruf im medizinischen Bereich dazu, der nun andere Kompetenzen besitzt, fühlen sich erstmal alle angegriffen und sind skeptisch. Ich finde das ganze System in Deutschland ist noch sehr konservativ und verschlossen gegenüber neuen Gesundheitsberufen, aber ohne Veränderung, wären wir jetzt noch im Mittelalter.

#54 |
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Dr. W. Spiewok
Dr. W. Spiewok

Back to the roots…: In der DDR wurden noch bis 1989 Feldschere für “befreundete” Regimes ausgebildet, um deren medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Deren Ausbildung war wesentlich billiger und verlief schneller als die eines “richtigen” Arztes. Das alles ist doch nur die Reaktion auf eine scheinbar herbeigerufene Mangelwirtschaft (s. Diskussion über den angeblichen Fachkräftemangel), die doch in erster Linie nur dem Profitstreben der Krankenhauskonzerne folgt. Asklepios, Helios und Co. wird’s freuen…

#53 |
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Lorenz Uxa
Lorenz Uxa

Abgesehen vom Kompetenzgerangel geht es hier doch um die Frage ob eine weitere Spezialisierung in den medizinischen Berufen nötig oder wünschenswert ist – und wenn, dann in welchen Bereichen.
Meine Beobachtung ist, dass gerade die vermeintlich “einfachen” ärztlichen Aufgaben am Patienten (Anamnese, Untersuchung, Visite) oft weit komplexer sind als gedacht und eine Fülle von Informationen erbringen, die sich oft nicht ohne weiteres übergeben lässt. Außerdem sind sie auch für die Arzt-Patienten-Beziehung wichtig. Ein Beispiel: Ich lasse mir nur höchst ungern die vermeintlich wenig anspruchsvolle Aufgabe Blutentnahme/Zugang legen abnehmen. Und das aus mehreren Gründen. Erstens: Die Blutnentnahme ermöglicht eine Beobachtung des Patienten, sie erbringt Hinweise zum Patienten, zum Beispiel auf den Hydrierungsstatus und die psychische Verfassung. Zweitens: Nur was ich ausreichend oft selbst übe kann ich (auch im Notfall, bei extrem schlechten Venenverhältnissen zu denen im Zweifelsfall ja doch der Arzt geholt wird) selbst ausreichend gut. Und drittens: Es gibt kaum einen besseren und einfacheren Weg das Vertrauen eines ängstlichen Patienten zu gewinnen als eine schmerzarme und erfolgreiche Venenpunktion. Der Doktor, der weiß was er tut!
Anders sieht es sicherlich im administrativen Bereich aus – alles was an Dokumentationsarbeit (ärztlich und pflegerisch!) zu erledigen ist würde ich sehr gerne delegieren.
Ergo: Mir erschließt sich nicht, welche Lücke hier gefüllt werden soll. Entweder geht es um ärztliche Tätigkeiten, dann wäre das schädlich. Oder es geht um nichtärztliche Tätigkeiten – dann gibt es das schon, nennt sich Dokumentationsassistent. Auch die Frage aus welchem Budget die PAs bezahlt werden sollen halte ich für wichtig. Ich kann mir schwer vorstellen dass hier zusätzliche Gelder fließen, und das bedeutet entweder weniger Ärzte oder weniger Pflege.
Ein paar Worte noch zur Bedeutung der Pflegekräfte: Der Kollege schreibt: “Es gibt immer noch die Maehr von der erfahrenen Krankenschwester, die dem Anfaengerarzt hilft. Aber das ist mehr ein gut gepflegter Mythos der Pflege als Realitaet.”
Entweder war der Kollege schon als Anfänger herausragend kompetent, oder er hatte nie das Vergnügen mit mit guten Pflegekräften zusammenzuarbeiten. Ich profitiere in meiner ärztlichen Tätigkeit regelmäßig von hilfreichen Hinweisen der Schwestern. Manchmal auch von denen der Küchenhilfe oder der Reinigungskraft…

#52 |
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Ärztin

Sieht

#51 |
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Gast
Gast

Die junge Dame sieht aus, als würde sie früher oder später sowieso Medizin studieren…ich würde mir, als Ärztin, lieber eine Förderung der Pflege wünschen!

#50 |
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Barbara
Barbara

Es sieht so aus, dass man die Rahmenbedingungen auf keinen Fall für Krankenpflegekräfte verändern möchte.
Warum?
Die Arbeitsbedingungen sind auf Dauer im Pflegeberuf nicht erträglich.
Ich muss für meine Abrechnungsanerkennung mit den Pflegekassen meine Putzfrauen 30 Stunden in Betreuungsarbeitswissen kostenlos und unentgeldlich Schulen. Sollen die in etwa Betreuungskräfte werden?
Aber nich mit mir.
Der Beruf der Krankenschwester wird immer mehr. Sabotiert. Wir haben früher den Ärzten assistiert.
Warum nicht mehr heute?
Seltsame Entwicklung!

#49 |
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Gast
Gast

Zu 35: Begehren Sie noch eine Beräucherung mit Weihrauch und Myrrhe? Wünschen Sie, dass sich alle vor Ihnen demütigst in stiller Andacht und Anbetung verneigen? Bitte erwachen Sie jetzt, das neunzehnte Jahrhundert ist vorbei und wird auch nie wieder kommen. Unfassbar, sowas…,

#48 |
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Gast
Gast

Celine: Es gibt mittlerweile sogar die Möglichkeit, ohne Abitur Medizin studieren zu können. Alles was man dafür braucht, sind eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Gesundheitsfachberuf, ein paar Jahre Berufserfahrung und das Bestehen einer Zugangsprüfung! Klar, es dauert länger, aber durch die Auswahlmodalitäten werden beruflich qualifizierte Studenten eher angenommen als ein Abiturient. Klar ist das Abitur der einfachste und bequemste Weg, aber es geht auch anders. Gruß, PTA und Medizinstudentin

#47 |
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Celine, angehende PA und gelernte Gesundheits-/Krankenpflegerin
Celine, angehende PA und gelernte Gesundheits-/Krankenpflegerin

..Ich frage mich wie eigentlich alle im Chat immer darauf kommen dass es so einfach ist/war Medizin zu studieren?! Zu Zeiten als ich Abitur geschrieben habe, war ein Schnitt von 1.0 (besser noch 0.8) unerlässlich um überhaupt einen Platz zu bekommen. Heißt, die Leute die Medizin studieren wollten, hatten überhaupt keine Chance darauf. Das mag sich mit Abschaffung des NC in Zukunft vll ändern, aber die Personen die lautstark nach den “so super guten, unersetzlichen Ärzten” rufen, sollten sich vll kurz einmal überlegen weshalb überhaupt ein Ärztemangel in der Praxis herrscht. Sicherlich nicht weil der ein oder andere PA ihnen die Stelle “geklaut” hat. Zudem macht sich hier auch keiner einen Kopf darüber , dass ein PA in manchen Bereichen auch kompetenter sein könnte als der frisch gebackene Assistenzarzt? Gerade die viele Praxiserfahrung (insgesamt 42 Wochen Pflichtpraktikum) muss sich ein Absolvent des Medizinstudiums auch erst ein mal aneignen. In 4 Jahren Studium drehen wir nämlich auch nicht Däumchen ;-)

#46 |
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Gast
Gast

Demnächst baldigst den Roboter-Assi, immer freundlich, kompetent und ökonomisch

#45 |
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Dr. med. Christine Schmid
Dr. med. Christine Schmid

Ich frage mich, warum die Stelle des PA nicht durch einen weiteren Assistenzarzt besetzt wird? Auch dann würde sich die Administration halbieren, es gäbe Zeit für den OP etc.. Ich bestreite nicht, dass es viele Dinge gibt, die delegierbar sind – allerdings gehören gerade die Visite und auch Patientengespräche dazu meiner Meinung nach nicht.
Administration verlagern ist eine primär gute Idee und sicher auch notwendig – allerdings finde ich, dass durch die Etablierung des PA eher ärztliche Stellen verlagert werden, wo doch eigentlich das Ziel sein sollte, den Beruf attraktiver zu gestalten, um mehr neue Kollegen zu motivieren – die dann eventuell später auch als Landarzt zur Verfügung stehen könnten? Ein niedrigeres Gehaltsniveau ist meiner Ansicht nach die Motivation, die die Klinikleitungen in diese Richtung treibt – und wenig sonst.

#44 |
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Ursula Schneider-Demmerle
Ursula Schneider-Demmerle

sehr geehrter Gast 21:28 Uhr

ihr Kommentar zeigt sehr deutlich, was so manche Mediziner bzw. angehende Mediziner von Pflegenden leider immer noch halten- obwohl wir uns eigentlich bereits in der Neuzeit befinden?! und braucht daher nicht weiter kommentiert zu werden

#43 |
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Ursula Schneider-Demmerle
Ursula Schneider-Demmerle

sehr geehrter Gast 21:28 Uhr

bzgl. ihres Kommentars möchte ich nur klarstellen: Pflegende wollen keine Ärzte sein, in der Regel haben sie sich für den Pflegeberuf entschieden – ihr Kommentar zeigt sehr deutlich, was so manche Mediziner bzw. angehende Mediziner von Pflegenden leider immer noch halten und braucht daher nicht weiter kommentiert zu werden

#42 |
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Ursula Schneider-Demmerle
Ursula Schneider-Demmerle

sehr geehrter Gast 21:48 Uhr

bzgl. ihres Kommentars möchte ich nur klarstellen: Pflegende wollen keine Ärzte sein, in der Regel haben sie sich für den Pflegeberuf eng

#41 |
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Rettungsassistent

Ergänzung zu meinem Kommentar:

Ich bitte um Entschuldigung, da sich flüchtige Fehler in meinem Kommentar eingschlichen haben. Dies liegt also nicht daran, dass ich der Grammatik nicht mächtig bin, sondern, dass es nun mal passiert, wenn man zu schnell schreibt.

#40 |
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Rettungsassistent

Der Berufs Physician Assistant ist in Deutschland noch im Wachstum, d.h., dass sich dieses Berufsbild noch intensiver in Deutschland etablieren muss. Dass dort noch teilweise Gegenwind herrscht, liegt daran, dass es Vetreter gibt, die auf ihren alten Stand verharren, es zudem zu ihrer Zeit noch keine Physician Assistants in Deutschland gab. Dann Neuland zu betreten und auch mal offen zu sein für was neues, kommt für einige Vertreter nicht in Betracht. Ferner herrscht immer noch Skepsis, denn es gibt Vertreter, die Angst haben, dass PA’s die Ärzte ersetzen sollen, was aber nicht in Frage käme.
Dann gibts teilweise Skepsis, dass Pflegekräfte abgeworben werden, um das Studium zum PA zu absolvieren, und die Angst besteht, dass der Mangel an Pflegekräften dadurch verstärkt wird. Meine Meinung dazu ist, dass es nicht der PA-Studiengang sein kann, der das klaffende Loch des Pflegepersonalmangels intensiviert bzw. vorantreibt, sondern, die allgemeinen Arbeitsbedingungen und stänndige Überforderungen eher das Problem darstellen, warum in Deutschland ein solcher Mangel an Pflegekräften besteht. Deutschland ist, so weiter meine Meinung nach nicht attraktiv für Menschen, die gerne als Pflegekräfte arbeiten wollen, eben, weil es solchen Druck gibt, Personalmangel, dann die arbeitstechnischen Zustände in den Krankenhäusern.
Der PA-Beruf ist eine gute Alternative zum Medizinstudium, da es auch Menschen mit einer medizinischen Vorbildung ermöglicht wird, sich auf akademischen Niveau weiterzubilden und verantwortungsvolle Aufgaben zu erfüllen. Ja, in der Pflege gibts zahlreiche Weiterbildungen, mehr, als zurzeit bei den PA’s. Dennoch verfügen PA’s über eine entsprechende akademische Ausbildung, die dazu befähigt, auf ärztliche Anordnung/Delegation, ärztlich begrenzte Aufgaben zu übernehmen, was derzeit bei den Pflegekräften nicht möglich ist. Andere Länder, wie die USA, Kanada oder Australien zeigen, dass das System der PA’s funktioniert. Der PA wurde geschaffen, um in erster Linie die Ärzte zu entlasten, diese sich dann noch expliziter ihrer Patienten versorgen können. Des Weiteren ist die Situation ja folgende, dass Assistenzärzte/innen nicht dauerhaft im selben Krankenhaus oder auf der gleichen Station verbleiben, sie bilden sich weiter, durchlaufen andere Stationen während ihrer ärztlichen Ausbildung. Der PA soll aber fester Bestandteil sein. Allerdings würde ich mir wünschen, dass es auch nach dem Studium zum PA Weiterbildungen gibt, denn auch dort sind solche Weiterbildungen- und -weiterqualifizierungen vorteilhaft, weil man sich dann noch besser auf seine Aufgaben konzentrieren kann.

#39 |
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Gast
Gast

Gute Dokumentationsassistent/inn/en bräuchte es, denn der Dokumentationsterror raubt sowohl dem ärztlichen als auch dem pflegerischen Personal die meiste Zeit. Dann haben beide Berufsgruppen wieder genug Zeit für den direkten Kontakt, und niemand braucht ein “Bindeglied”.

#38 |
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To Krankenpfleger (B.Sc.)
To Krankenpfleger (B.Sc.)

Ich weiß gar nicht in welchem Kommentar von einem Machtverlust der Pflege gesprochen wird. Ich wieß nur daraufhin, dass ich es nicht verstehen kann, wieso man etwas studieren sollte, nur um am Ende einen Assistenz Beruf zu ergreifen. Aber motivationen sind nun einmal individuell.

Außerdem verstehe ist die Angst der Ärzte vor Machtverlust unbegründet, da die PA ja dem Ärztlichen dienst unterstellt sind.

Und an die Person, die diese “Lobhudelei der Pflege” auf den Geist geht. Das beispiel was sie anbringen mag der realität Entsprechen. Aber dies sind eher die Ausnahmefälle. Erfahrene Pflegekräfte können einen Notfall erkennen, bevor er geschieht. Durch erkennen kleinster Parameter (vgl. Patricia Benner). Pflegekräfte sind nun einmal für die Pat. Sicherheit zuständig und überwachen das Therapie Regime und wirken bei der Evaluierung mit. Studien haben nun einmal gezeigt, dass Anzahl + Qualifikation der Pflegekräfte einen sig. Einfluss auf die Mortalitäts und Komplikationsrate hat.

Und wenn wir schon von Erfahrung sprechen. Letzte Woche erst passiert: Patientin reagierte auf das Kontrastmittel. Ich habe sofort den Arzt gerufen. Wollte gerade los und die Medikamente aufziehen. Schaut mich die Ärztin im Pat. Zimmer an und fragt mich was sie denn nun tun soll.

Es gibt immer traurige Beispiele. Bei Ärzten, Pflrgekräften, Physiotherapeuten und und und.

Also von mir aus sollen doch PA rumlaufen.

#37 |
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Celine, angehende PA und gelernte Gesundheits-/Krankenpflegerin
Celine, angehende PA und gelernte Gesundheits-/Krankenpflegerin

Warum nur diese Unwissenheit und Angst um Machtverlust :-(… Die ganze Diskussion ist für mich völlig unverständlich. Solche Probleme gibt es wahrscheinlich in keiner anderen Branche. Ich als angehende PA und gelernte Gesundheits-/ und Krankenpflegerin kann nicht verstehen wieso sich die Pflege überhaupt gefährdet sieht. Die Aufgaben der Pflegekräfte sind ganz genau definiert und jeder der auch nur ein wenig Ahnung hat vom Praxisalltag, würde sich nicht beschweren einen PA auf Station zu haben. Wenn ich tagsüber 3 Stunden auf eine Nadel warte weil der Arzt im OP ist, oder die Patienten sauer werden weil immer noch keine Arztbriefe fertig sind kann ich mich nur glücklich schätzen dafür einen festen Ansprechpartner auf Station zu haben. Auch eine Fachweiterbildung ist nicht mit einem Studium zu vergleichen welches 4 Jahre dauert. Sie ist durchaus wichtig um eine professionelle Pflege zu gewährleisten aber behandelt nunmal ganz andere Bereiche als ein medizinisches Bachelorstudium (Anatomie,Physiologie, Biologie, Biochemie, Klinische Chemie etc..) Der Vergleich mit einer Arzthelferin ist für mich daher völlig unverständlich. Als PA habe ich in meinem bisherigen Praktika sehr gute Erfahrungen gemacht. Für PJ Studenten stellte meine Anwesenheit nie ein Problem dar, da sie sich auch von mir noch einige Praxiskniffe abschauen konnten und sich auf zukünftige Zusammenarbeit freuten . Gerade Chefärzte zeigten eine sehr wertschätzende Haltung dem neuen Berufsbild gegenüber. Eventuell sollte sich jeder, der sich vom PA bedroht fühlt, überlegen warum dies so ist. Der PA wird in Zukunft ein notwendiges Bindeglied zwischen Pflege und Ärzteschaft darstellen und das ist auch gut so!

#36 |
  7
Gast
Gast

Ich bin Assistenzärztin in der Chirurgie, zugegebenermaßen abgewandert in die Schweiz, in der die Pflege deutlich mehr Aufgaben übernehmen darf als in Deutschland und es spezielle Pflegehelfer für rein pflegerische Tätigkeiten gibt. Mir persönlich scheint dies sinnvoller, denn sie sind gut ausgebildet und können viel Arbeit abnehmen. Ich hätte dann lieber jemanden, der mir die ganze Schreibarbeit abnimmt, als jemanden, der für mich Visite geht. Ich bin nämlich Ärztin geworden um mit dem Patienten zu arbeiten- nicht mit dem Computer..

#35 |
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Gast
Gast

Also mir stinkt dieses ganze Gelobe der Pflege. -Ja, sie haben was gelernt und sicher braucht man gute Pflege, aber sie haben eben nicht Medizin studiert und sollten sich daher nicht als Kleine Aerzte auf spielen. – Es gibt immer noch die Maehr von der erfahrenen Krankenschwester, die dem Anfaengerarzt hilft. Aber das ist mehr ein gut gepflegter Mythos der Pflege als Realitaet. – In der Realitaet wird ein Patientin mit grosser Gestik, wir sind ja Pflegekraefte, falsch rum ins Bett gelegt. Oh, upps, der Kopf liegt ja am Fussende. – Bei einem brettharten Bauch wird erst die Kollegin geholt anstatt den Arzt, nur damit die Kollegin sagt, ja, sie weiss auch nicht, man sollte doch mal den Arzt holen. Medizin Studium ist Medizin Studium und eben kein durch lange Berufstaetigkeit in der Pflege erworbenes Wissen, dazu ist das Medizin Studium viel zu differenziert und detailliert und mittlerweile sehr praktisch aufgebaut, so das kaum ein Arzt erst nach dem Studium seinen ersten Patienten sieht.Meist haben heute die Studierenden schon in den ersten Semestern Patientenkontakt. Und es sollte schon zwischen Arzt und Pflege bzw. Arzthelferin doch noch ein Zwischenstufe geben.Ob das allerdings mit diesem Physician Assistent so passt, ist eine andere Frage.

#34 |
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Soviel junge und motivierte Abiturienten, die 5 Jahre auf den Studienplatz Medizin warten. Was soll dieser neue Beruf??? Es gibt genug Ärzte in Wartestellung. Gebt lieber diesen Leuten eine verbesserte Berufsaussicht!

#33 |
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Gast
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Sehr geehrter Herr (Dr.) Rocke,
Sie sind herablassend allen Berufen gegenüber, die die Ärzteschaft braucht um ihren Beruf auszuüben. Das Problem ist doch die Hierarchie! Der Aufbau, der Erhalt und der Ausbau von interdisziplinären Netzwerken im Gesundheitssystem ist stets einer Hierarchie vorzuziehen. Denn Hierarchie heißt: der Fisch stinkt immer von Kopf her!

#32 |
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Dr.Anatol Roxke, Wachtberg
Dr.Anatol Roxke, Wachtberg

Herr Wilke, werden Sie bitte nicht persönlich. Auf shitstorms können wir hier gut verzichten. Ich rege mich eher über unwissende Mutmaßungen über Anti-Stressmedizin auf als diese sachliche Diskussion. Mit Homöopathie hat meine Tätigkeit überhaupt nichts zu tun, eher mit Pathobiochemie/-physiologie. Lesen Sie doch mal genau, was ich für Ansätze habe, wenn Sie schon googeln.

#31 |
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Ursula Schneider-Demmerle
Ursula Schneider-Demmerle

Sehr wohl braucht es akademische Pflegepersonen zum Wohle der Patienten und der Pflegebedürftigen nur keine weiteren “ArzthelferInnen” – vielleicht brauchen dies die Ärzte?

Pflegende haben andere Aufgaben,als Ärzte welche sich z.B.in der Pflegediagnostik wiederspiegeln. Ziel ist es Berufsgruppen übergreifend zum Wohle des Patienten zusammenzuarbeiten – Pflegende sind hierfür bestens ausgebildet und haben, je nach Kompetenzstufe (siehe P. Benner), den “Blick fürs Ganze”… und mal ganz ehrlich: welcher Arzt/Ärztin war während seiner/ihrer Assistenzzeit nicht froh um die Expertise einer erfahrenen Pflegekraft….?!

Während verschiedener Volentariats-Tätigkeiten in USA habe ich das gelungene Zusammenspiel von Nurse-Practitioner´s, registered Nurses und Ärzten/PhD´s kennen-und schätzen gelernt – trotz allem vielleicht auch ein Vorbild für die BRD?

Die Arbeit von weitergebildeten Pflegekräften zum/zur Wundmanager(in) schätze ich aufgrund meiner Praxisexpertise auch sehr – die Ablehnung von seinen der Ärzte bzgl. Rezeptierung verschiedener Verbandsmaterialien – wie in anderen EU-Ländern ist für mich nicht nachvollziehbar.

Die Pflegenden vertreten die größte Gruppe im Gesundheitswesen – nur haben sie leider kaum eine Lobby, kompensieren jederzeit Personalausfälle, erhalten wenig Anerkennung in der Gesellschaft, wenig Lohn und bezahlen dies meist mit gesundheitlichen Einbußen.
Pflege wird nur in Zeiten von Wahlen interessant und (fast) jede Partei schreibt sich die Nöte von Pflegenden auf die Fahne – jedoch nur im Wahlversprechen. Ein Umdenken ist hier dringend erforderlich – und – gewünscht ist von Seiten der Pflegenden ein professioneller Umgang mit den ärztlichen Kollegen, denn – Pflege ist KEIN ärztlicher Hilfsberuf- sondern gehört zu den anderen Heilberufen.

#30 |
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Gast
Gast

Ich höre immer nur „Mimimi“ – sowohl hier, als auch in der Klinik. Es ist ja eine weit verbreitete Verhaltensweise, erstmal an Veränderungen herumzumosern, anstatt sich einfach mal darauf einzulassen und zu schauen, was passiert? Warum an Strukturen festhalten, nur „weil es schon immer so war“?

Zum Thema „Abwerben/Degradierung der Pflege“ fällt mir noch Folgendes ein: Es wird sich im Video darüber beschwert, dass der Studiengang Pflegekräfte abwerben soll und zum Pflegemangel beitrage. Seltsam. Da wird sich über mangelnde Pflegekräfte beschwert und gleichzeitig doch nicht wirklich was für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen getan. Das die Leute unter solchen Bedingungen nicht bis zur Rente in der Pflege arbeiten möchten… it‘s magic!

Zudem würde es helfen, wenn der Arztberuf an sich etwas weniger mit dem „Gott in weiß“ assoziiert würde. So gottesgleich, wie sich manche geben, sind sie dann oft eben nicht. Vor allem nicht, was Empathie, Einfühlungsvermögen und manchmal auch einfachen Respekt vor Mitmenschen angeht. Das sind längst nicht alle, aber eben viele. Ich schließe mich einer meiner Vorredner an – ein bisschen mehr Teamwork, Akzeptanz und Respekt und schon läuft das Dingen für alle Beteiligten ein wenig besser.

#29 |
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Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

Diesen Beruf speziell für Klinikeinsatz finde ich überflüssig, da noch mehr Verwirrung geschaffen wird und der Überblick verloren geht, auch geht viel Zeit für Informationsaustausch verloren. In Russland gibt es diesen Beruf auch schon ewig, da arbeitet “Feldscher” (so nennt sich das) eigenständig in entlegenen Gegenden, auf Schiffen, Rettungsdienst etc. und übernimmt die medizinische Versorgung der Bevölkerung dort wo der Arzt kaum hinkommt (mit Verordnung von Medikamenten und Überweisungen zum Spezialisten) da macht es noch Sinn, aber in der Klinik?

#28 |
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Nocheinmal: ein völlig falscher Trend: Die Medizin der Zukunft ist hochindividuell, präventiv, ganzheitlich und komplex. Dafür besuchen wir exzellent ausgebildete Ärzte mit einem Blick fürs ganze. Chronische Erkrankungen werden jetzt schon miserabel behandelt. Wir brauchen wieder klare Hierarchien und Verantwortung im Krankenhaus und keine akademisierte Pflege und Schmalspur-PAs – USA und UK sind bei chronischen Erkrankungen miserable Vorreiter. Die Lebenserwartung in USA sinkt wieder (nebenbei: das Portal hier heisst DOCcheck!)

#27 |
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Gast
Gast

Der Bayerische Hausärzteverband hat sich ganz klar dazu geäußert: eine VERAH entspricht in der Ausbildung dem Physician Assistant und ist ihm gleich zu setzten.
Hier darf kein Arzt ersetzt werden, nur unterstützt.
Bin seit 40 Jahre als MFA tätig, VERAH und NÄPA. Einen Arzt kann ich nie ersetzen.
Nur das Gehalt passt nicht.

#26 |
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Wolfram Berg-Holldack
Wolfram Berg-Holldack

Vielleicht liegt in dieser Bachelor-Ausbildung auch etwas Gutes ?
Der direkte Einstieg ins Medizinstudium ist vielen verbaut durch die willkürlichen Hürden,das weitere Hangeln in den Masterbereich kann auch als guter Wettbewerb angesehen werden,
damit die” summa cum laude Platzhalter” unter Druck geraten könnten ?
Es sollte also eine definierte Übergangsmöglichkeit in den Masterbereich geben.
Eine Rückzugsmöglichkeit für überqualifizierte Pflegekräfte halte ich für falsch auf Grund des schon sehr angespannten Pflegepersonalmangels.
Historisch entwickeln wir uns allerdings rückwärts,
den Medizinal-Assistent gab es in den 50.zigern in der DDR und damals waren es Kollegen ,die gut und gerne auch alle ärztlichen Aufgaben abdecken konnten.
Noch weiter zurück waren die medizinischen Kräfte in der Roten Armee
verkürzt ausgebildete ,belastbare Männer für die Front und das längere Studium an den Hochschulen für Frauen reserviert.
Also nur Mut zur Veränderung !

#25 |
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Gast
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@Kommentar #23

Ich sehe durchaus Vorteile. Nur nicht für eine Pflegekraft. Für eine MFA evtl. Aber eine Pflegekraft dieses Korsett aufzudrücken um Hilfstätigkeiten zu übernehmen, währenddessen sie sich in ihrer Profession um einiges freier und besser entfalten kann, sehe ich als klaren Rückschritt und Arrogant. Es schlägt in die Kerbe, dass Medizin besser oder wichtiger als Pflege sei. Wenn es einem Gefällt, bitte sehr. Aber man sollte sich schon Gedanken machen.

Grüße vom Pfleger mit B.Sc

#24 |
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Ich bin entsetzt, was für kommentare hier hinterlassen werden. Ich bin eine PA im studium. Diese kommentare hier sind ja nur von ärzten die sich allmählich bedroht fühlen und von der pflege die wohl zu faul ist sich weiterzubilden. Ich habe assistenzärzte erlebt und habe mich gefragt wie man solche leute überhaupt auf patienten loslassen kann! Die können einfach zum grössten teil nichts! Also lassen sich doch mal bitte ersteinmal alle hier schnackenden ärzte und pfleger zeigen was ein PA eigentlich kann und urteilen dann erst und dann bitte auch ehrlich!

#23 |
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Erst einmal zu einem Kommentar: Pflegekräfte sind kein medizinisches Hilfspersonal. Daraufhin lasse ich mich nicht degradieren. Pflege ist eine eigene Profession, die einen eigenen Wissenschaftszweig aufweist und die Medizin lediglich, neben der Psychologie, als wichtige Bezugswissenschaft fungiert.

Ich stelle mir bei der Frage des PA: Warum sollte eine Pflegefachkraft studieren um am Ende eine Hilfskraft zu sein? Pflege als eigenständige Profession und mit eigenem Tätigkeitsfeld, welcher von den Medizinern unberührt bleibt, bietet um einiges bessere Möglichkeiten. Neben den verschiedenen Studiengängen der Pflegewissenschaft-, pädagogik- und management stehen einem Bereiche bei den Krankenkassen, priv. Pflegeversicherungen, Kommunen u.vm. offen.

Warum sollte eine PA einen Verbandswechsel durchführen? Auf den Stationen im Krankenhaus befinden sich schon auf etlichen Stationen weitergebildete Wundmanager. Diese haben eine vertiefte Expertise in dem Bereich (natürlich kommt es wie immer auch auf die Person an) und können auch komplexe Wunden adäquat versorgen. Also warum sollte die PA das nun machen?

Also ich kann da keinen Fortschritt für eine Pflegekraft sehen. Jede Pflegekraft, die sich überlegt einen dieser Studiengänge zu belegen, sollte sich Fragen:” Will ich jeden Tag am Rockzipfel der Ärzte hängen oder will ich mich in meiner Profession weiterentwickeln und eine höhere Expertise sowie mehr Entscheidungsfreiheit erlangen.” Denn das ist der Sinn einer Weiterbildung/Studiums. Einen Kompetenzerwerb zur Steigerung der eigenen Handlungsfreiheit bei immer komplexeren Aufgaben.

#22 |
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Finde ich gut! Nur sollten diese ZUSÄTZLICH zu Ärzten eingestellt werden. Wenn dadurch Stellen für Ärzte abgebaut werden, dann macht es keinen Sinn…

#21 |
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Gast
Gast

Vor dem Hintergrund der „Überalterung“ unserer Gesellschaft kann und muss unser Gesundheitssystem sich zu einem sinnvoll-effizienten Gefüge, bestehend aus mehreren Berufsgruppen, die sich ergänzend organisieren, entwickeln. Pflege muss Pflege bleiben und in dieser Funktion gestärkt und besser entlohnt werden. Die Ausbildung und Zulassung der Ärzte bedarf dringend einer Revolution, um uns vor dem Arzt-Notstand zu bewahren. Mit dem PA als neuem Player im Ärzteteam kann eine optimierte Patientenversorgung für alle Beteiligten erreicht werden und selbstverständlich können auch Kosten gespart werden, im besten Falle auf positive Art und Weise. Ohne den Gürtel enger zu schnallen, wird unser Luxus-Gesundheitssystem, so wie es jetzt besteht, auf Dauer nicht überleben können. Die Integration des Berufsbildes PA ist somit logische Schlussfolgerung einer innovativen, zukunftsorientierten, patientennahen medizinischen Versorgung.

#20 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ Dr. Birr

Sie haben völlig Recht mit Ihrem Kritikpunkt. Jedoch haben wir bereits diese Mangelsituation, dass die Ärzte in den Kliniken sich kaum noch mit dem Menschen beschäftigen, ein Umstand, der einer schnellen Genesung nicht förderlich ist.

Die Art der Selektion bei der Vergabe von Studienplätzen fördert nicht unbedingt soziale Kompetenz und Empathiefähigkeit in diesem Berufszweig. Und natürlich werden viel zu wenig Ärzte überhaupt ausgebildet. Wer im ländlichen Raum lebt, kann ein Lied davon Singen.

#19 |
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Nichtmedizinische Berufe

Für den PA spricht so einiges: Ärzte sind häufig überfordert mit der Betreuung der Patienten, für Angehörige schlecht erreichbar, die Anforderungen an die Dokumentation der Arbeit sind gestiegen, dieses ganze Management kann ein PA sicher gut erledigen. Außerdem können die PA´s eine Schnittstelle zwischen Pflege und Arzt füllen, hier gäbe es viel zu tun. Natürlich darf es nicht dazu führen, dass man tagelang gar keinen Stationsarzt mehr sieht.

Vom Standpunkt der Pflege her, ist es sicherlich ein größeres Problem. Schon jetzt gibt einen Mangel an Pflegekräften und vor allem an guten Pflegekräften. Und wenn nun die guten Pflegekräfte, die z.B. über Zusatzausbildungen verfügen oder einfach medizinisch interessiert und gut gebildet sind, abwandern, dann wird die Pflege in deutschen Krankenhäusern noch schlechter. Insbesondere auf den Normalstationen.

Quintessenz kann hier nur sein, die Pflege attraktiver zu machen, sowohl was die Arbeitsbedingungen, als auch die Entlohnung betrifft.

#18 |
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Joachim Pohl, Physiotherapeut
Joachim Pohl, Physiotherapeut

Zu den KommentatorInnen: Immer wieder die alte Leier: Schön an den alten Hirachien seit ca. 80 Jahren festhalten und das “Alte” bewahren. Bloß nichts von seinem Aufgabenbereich abgeben, wohl möglich können andere Berufe es besser. Dies sieht man allenthalben bei den med. Hilfsberufen, die nicht umsonst so heißen, der Pflege und den Hebamen. Es würde uns gut zu Gesicht stehen, auf Erfahrungen im Ausland zurückzugreifen und hier einzuführen. Außerdem empfehle ich einigen VorrednerInnen sich ein genaues Bild über den PA zu machen, bevor er so stark kritisiert und abgewertet wird.
Sicherlich stimmt es, dass mit den PA´s Kosten reduziert werden sollen, andererseits fehlen uns gute Ärzte und die PA´s können zur Entlastung im Klinikalltag beitragen, zum Wohle des Patienten. Darauf kommt es an. Außerdem braucht man nicht gleich den höchstqualifizierten HNO-Facharzt für ein Schnüpperken!

#17 |
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Dr. Eckhard Birr, Facharzt
Dr. Eckhard Birr, Facharzt

Es ist für mich ganz klar, wohin die Reise geht:
1) Es soll der Ärztemangel überbrückt werden. Die Zahl der Studienplätze ist unterdimensioniert, Interessenten gäbe es genug. Für die vorhandenen Mediziner sind die Bedingungen in Deutschland oft nicht attraktiv genug, es gibt Abwanderung, aufgefüllt durch angeblich gleichwertig ausgebildete Ärzte aus Ländern mit primitiven Bedingungen im Gesundheitswesen, für welche die Arbeit in Deutschland noch attraktiv erscheint.
2) Geld, Geld, Geld: Das Gesundheitswesen soll weniger kosten. Alle wollen nur Gewinn machen: Krankenkassen, Krankenhäuser, auch Krankenhäuser unter öffentlicher Trägerschaft und sogar erste Universitätskliniken scheinen wie von Sinnen nach Gewinn. Ärzte sollen durch PA ersetzt werden, welche weniger Personalkosten verursachen. Für einfache ärztliche Tätigkeiten werden Ärzte durch die PA ersetzt. Ich frage mich jedoch, wie der Assistenzarzt diese einfachen Tätigkeiten erlernen soll, wenn er aus diesen Aufgaben verdrängt wird. Das gehört einfach auch zur Ausbildung. Und wie sollte er später in der Lage sein, diese Tätigkeiten zu überwachen, wenn er sie selbst nicht erlernt hat?
Der Arzt-Patienten-Kontakt scheint ein Relikt aus einem anderen Zeitalter zu sein. Der Arzt erhebt dann keine Anamnese, führt keine Untersuchung mehr durch, sondern bekommt den vorbereiteten Patienten als Nummer x serviert, an der er Handlung Y durchführt. Gruselvisionen aus einer entmenschten Medizin.
3) Durch den systematischen Einsatz der PA wird es auch in Ausbildungskrankenhäusern weniger Assistenzarztstellen für eine Facharztausbildung geben. Die Zahl der nachwachsenden Fachärzte wird deutlich sinken. Die jetzt noch praktizierte wohnortnahe fachärztliche Versorgung wird somit nicht mehr möglich sein.
Es geht in keiner Weise um eine Qualitätsverbesserung, sondern nur um Einsparungen, die man gut verkaufen will.

#16 |
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Werte Kommentatoren,
als angehende Physician Assistant kann ich einige der hier getätigten Äußerungen nicht guten Gewissens hinnehmen. Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (früher Arzthelferin). Der Zugang zum Medizinstudium hätte für mich, trotz gutem Abitur, eine lange Wartezeit zur Folge gehabt. Ich folgte dem Vorschlag meines Vorgesetzten, eines FA für Strahlentherapie, und begann das Studium zum PA B.Sc., welches ich im Februar abschließen werde. Neben dem Studium arbeite ich nun seit 3 Jahren in der Praxis als PA und helfe meinen ärztlichen Kollegen bei der Versorgung unserer Patienten. Großes Vertrauen, Engagement und ständige Rückkopplung sind der Schlüssel für ein einwandfrei funktionierendes Team aus drei Ärzten und mir als PA. Ich sehe mich selbst hauptsächlich in der Filterfunktion und als Bindeglied und weiß sehr wohl, wo meine Grenzen liegen. Ich trage weder einen Kittel, noch bin ich eine „übermütige Pflegekraft“. Physician Assistant bedeutet im Deutschen übrigens Arztassistent oder Medizinassistent und ist nicht synonym Arzthelfer. Bei jedem Patienten-Erstkontakt stelle ich mich vor, nenne meine Funktion, mache klar, dass ich KEIN Arzt bin und erfrage, ob sie/er einverstanden ist, wenn die Maßnahme durch mich erfolgt. Ich habe noch NIE ein Nein gehört, im Gegenteil. Zu meinen Kernaufgaben gehören, neben einer Vielzahl organisatorischer Dinge, Abrechnung und das Verfassen von Arztbriefen sowie Patientengespräche, Anamnese, körperliche Untersuchungen, das Vorsichten von Befunden, invasive Maßnahmen sowie Visitentätigkeit. Alle Maßnahmen erfolgen nach Rücksprache mit den ärztlichen Kollegen. Die Aussage, dass sie durch meine Anwesenheit wieder Zeit haben, sich ihren Patienten tatsächlich zu widmen, die Patientenversorgung deutlich effizienter ist und Dienstzeiten wieder einzuhalten sind, würden meine ärztlichen Kollegen Ihnen sicher bestätigen.
Die Medizin unterliegt seit jeher einem stetigen Wandel. In den USA und einigen Ländern des europäischen Auslands funktioniert die Interaktion mit dem PA seit Jahrzehnten sehr gut. Deutschland bietet, vor allen Dingen hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen (Delegation), harte Grenzen. Kritisch sein ist meines Erachtens zu jeder Zeit sinnvoll. Wer sich hier als Pflegekraft oder Arzt aber ernsthaft gefährdet sieht, sollte noch einmal darüber nachdenken, warum das so ist und ob es einen greifbaren Grund dafür gibt…
Seien Sie offen und lassen Sie sich auf die neuen Exoten im ärztlichen Team ein! Alles Gute!
Herzlich, die angehende PA

#15 |
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Man merkt, dass hier weitgehend Ärzte und Pflegepersonal negative Kommentare hinterlassen, die noch keine Erfahrung mit PAs gemacht haben.
In unserem Krankenhaus gibt es inzwischen mehrere PAs und sie sind alle eingebunden im Klinikalltag. Sowohl die Mehrheit der Assistenzärzte, als auch Oberärzte arbeiten mit PAs zusammen und empfinden es als Entlastung. Auch das Pflegepersonal gibt größtenteils positives Feedback.
Hier macht man die Erfahrung, dass PAs, die bereits länger im Dienst sind, mehr drauf haben als frische Assistenzärzte aus der Uni bzw. Kollegen aus dem Ausland.
Vielleicht sollten die Ärzte versuchen die Hierarchie ein wenig zu brechen und mehr an Teamwork denken, wie es ein Vorredner bereits andeutete.

#14 |
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Beim US Militär funktioniert das z.B hervoragend. PA sind in der Regel ältere lebenserfahrene Feldwebel, die ein 1 jährige klinische Einweisung bekommen und für Banal Erkrankungen einen Basis Check durchführen. Scho dort wird entschieden, ob der zuständige Arzt den Patient sehen soll, oder ob ein Nasenspray und eine kurze Krankschreibubg ausreicht. Ein PA arbeitet eng mit dem Arzt zusammen. nie würde er eine Punktion machen! Wer sowas plemisiert hat keine Ahnung davon. nein nie! -Das alles funktioniert im Einvernehmen aller. Folge: Kürzere Wartezeiten in der Praxisnlinik uy für den Arzt mehr Zeit, um sich um Wichtiges zu kümmern. Funktioniert seit Jahrzehnten zum. enefit aller. Grenzen müssen natürlich selbstverständlich absolut sicher sein!

#13 |
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Gast
Gast

Mal ein ganz anderer Aspekt: tragen die Damen und Herren, gleich welcher Profession, beim Verbandswechsel keine Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille? Wie sieht das mit den RKI-Richtlinien in den Kliniken aus?
Wir in der Praxis erfüllen diese Richtlinien! Die Händedesinfektion nach der Visite war auch alles andere als korrekt!
Ich als Zahnärztin frage im Krankenhaus nach dem Status der Weißkittel. Ich möchte wissen, wer mich behandelt, frischer Assistent oder Profi. Wir alle mußten lernen- und tun es hoffentlich noch-, aber dann möchte ich wissen, wie ich die Behandlung/ Beratung einzuschätzen habe.
Eine PA sollte sich Kleidungstechnisch von den Ärzten unterscheiden. Ich möchte es sofort wissen, wen ich vor mir habe.
Eine Lumbalpunktion von einer PA würde ich auch ablehnen.

#12 |
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Zum Gegenstand selbst: Der/die Arzthelfer(in) kann sehr nützlich und hilfreich sein. Ich bin jetzt im Ruhestand, zu meiner aktiven Zeit hätteich gerne mit einem (einer) zusammen gearbeitet.

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Gesundheits- und Krankenpfleger

So werden Pflegekräfte und Fachpflegekräfte weiter degradiert.
Zudem wird viel Geld gespart und junge Ärzte werden an dn Kliniken es schwer haben eine Anstellung und Weiterbildung zu bekommen.

#10 |
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Sonstige

Ich kann mich sehr gut an Zeiten erinnern in denen unser Chefarzt zu den Assistenten in der Notaufnahmen gesagt hat: “Macht das was das Pflegepersonal sagt dann seid Ihr auf der richtigen Seite”.
Wir haben den Herrschaften sehr oft gesagt wie es geht und zur Not auch gezeigt.
Also bitte nicht allzu überheblich.

#9 |
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Der physician Assistant hieß früher Arzthelfer(in), warum dieser unnötige Anglizismus?

#8 |
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Gast
Gast

Ich habe mir den Bericht angehört. Bin begeistert. Hier wird an den Patienten gedacht und nicht in Hierarchien. Der Patient steht im Mittelpunkt und die Gesundheit die dadurch entsteht, dass Bereiche übergreifend Hilfe da ist wo sie anfällt, dass Fachkräfte dort ihren erlernten Job machen wo sie gebraucht werden.
Bei den PA´s unter “ärztlicher Aufsicht” nach allen Regeln auch der positiven Belastungsgrößen. Deutschland tut sich eben schwer bei der Überwindung der Hierarchien. Teamwork ist das Schlüsselwort, Freiräume und Verantwortung unter dem Aspekt eines gemeinsamen Anliegens.

#7 |
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R. Kumm
R. Kumm

Nur die Ruhe ! In The Motherland UK (and probably US) gibt es schon lange “Technicians” die z.B. Echokardiegraphien machen, “Nurse Practitioners” die schon mal Patienten in der Notaufnahme entlassen ohne dass Ärzte davon wissen.

Gleichzeitig halten es Schwestern/ Pfleger für unter ihrer Würde Grundpflege oder Prophylaxen zu machen – das ist Sache der ” Care Assistants”. Wundpfle
ge ist Sache der “Tissue Viability Nurse” von der es eine pro Haus gibt…

#6 |
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Ich kann mir diesen Bullshit nicht länger anhören. Hier werden völlige unnötige selbstüberschätzte Fake-Ärzte erschaffen und die Pflege propagandistisch überhöht und wir blöden Ärzte lassen uns durch Sekretärinnenarbeit stressen und Nachtdienste verheizen? Ärzte machen Medizin, Pflege pflegt – basta!

#5 |
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Gast
Gast

Ich stimme meinen Vorrednern zu:
Die Aufgaben passen zum Berufsbild der ArzthelferIn/MfA und für diese mag eine Ausbildung zur PA eine Weiterentwicklung darstellen. Ich möchte als (stationärer) Patient nicht erst nach der Qualifikation des “Weißkittels” fragen müssen.
Unter gar keinen Umständen würde ich eine Lumbalpunktion von einem NICHT-Arzt machen lassen!

#4 |
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Monika Geissler
Monika Geissler

Delegierbare patientenbezogene Tätigkeiten:
Die PA können für allgemeine und spezifische patientenbezogene Tätigkeiten in
verschiedenen Bereichen wie z.B. in der Chirurgie, der inneren Medizin, der zentralen interdisziplinäre Notaufnahme, der Anästhesie und der Intensivmedizin, der Funktionsdiagnostik, im allgemeinmedizinischen Bereich sowie weiteren Bereichen eingesetzt werden.

Ich möchte auf jeden Fall keine PA an mir eine Lumbalpunktion durchführen lassen, auch nicht unter ärztlicher Aufsicht!

#3 |
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Gast
Gast

Das, was hier vorgestellt wird, ist für mich eine weitergebildete Arzthelferin, die spezielle Aufgaben für den Arzt übernimmt. Man sollte also nicht unter den Pflegefachkräften danach suchen, sondern unter den Medizinischen Fachangestellten, für die dieser Beruf sicherlich eine Weiterentwicklung in der beruflichen Laufbahn darstellen kann. Für mich als Pflegefachkraft ist es keine Weiterentwicklung, den ganzen Tag, einfache Arztaufgaben zu übernehmen. Das kann ich auch jetzt schon. In unserem Beruf gibt es mittlerweile sehr unterschiedliche Weiterbildungen, die eine tatsächliche Weiterentwicklung darstellen.

#2 |
  13
Gast
Gast

Dinge, die die Welt nicht braucht. Dieser Beitrag macht mich unfassbar wütend. Für die Patienten ist der Unterschied zwischen AssistenzARZT und Arztassistent, der in der Praxis sich einer ärztlichen Identität anmaßend ebenso im weißen Kittel über den Klinikflur schwebt, oft nicht klar zu erkennen.
Hier werden neue Probleme geschaffen und nicht die alten beseitigt.
Wo sind im Beitrag bei der Visite die Stationsärzte? Kennen diese dann ihre Patienten nicht mehr, weil es ausreicht, dass die PA die Visite mitgeht? Katastrophale Zustände.
Ich kann nur hoffen, dass sich diese Schnapsidee im ohnehin so angeschlagenen deutschen Gesundheitssystem nicht durchsetzen wird.

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