Kranke Ärzte: Augen zu und durch

23. Januar 2018

Arbeiten trotz Grippe – fast jeder Arzt sagt, er sei im letzten Jahr mindestens ein Mal krank im Dienst gewesen. Jeder zehnte Mediziner war sogar über fünf Mal krank arbeiten. Der Grund: Die Befragten hätten sonst ein schlechtes Gewissen ihren Kollegen gegenüber.

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41 Kommentare:

Frau im Gesundheitswesen
Frau im Gesundheitswesen

Ich finde es nicht sehr kollegial, mit einer Triefnase und Husten am Arbeitsplatz zu erscheinen, denn man steckt u.U. die lieben Mitbeschäftigten an. Damit ist niemandem geholfen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie elend man sich mit einer simplen Erkältung fühlen kann. Mein Körper sagt mir dann immer: “Mach dich horizontal und ruh’ dich aus.” In diesen Fällen reicht es oft, sich 1-3 Tage wirkliche (Bett-)Ruhe zu gönnen, denn um so schneller ist man wieder fit und bleibt es (und die KollegInnen auch). Früher gab es nur Erkältungen. Heute heißt das grundsätzlich Grippe. Den Ausdruck gripp. Infekt verwenden nur MedizinerInnen, und er bedeutet etwas ganz anderes. Wenn jeder Mensch mit einer “popeligen” Erkältung eine wirkliche Grippe hätte, wären sicherlich schon einige tot. Auch Leitungen niedergelassener Praxen dürfen krank sein. Sie haben sehr wohl das Recht, sich einige Tage aus dem Verkehr zu ziehen, genau so, wie sie es ihren PatientInnen bescheinigen.

#41 |
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Oberstabsarzt Thomas Olesch-Rawers
Oberstabsarzt Thomas Olesch-Rawers

Vielen Dank für diesen Videioblog. Aus eigener Erfahrung kann ich es nur bestätigen, daß Ärzte und Ärztinnen krank zur Arbeit kommen. Auch vor mir hat es nicht halt gemacht, egal ob es eine akute Tonsillitis mit Fieber, eine Laryngits oder sogar ein damals Tossey III, heute Rockwood 7 war, ich stand im Kreissaal. Auf eine vollständige Aufzählung verzichte ich. Warum?
Natürlich das schlechte Gewissen gegnüber, in meinem Fall fast auschließlich Kolleginnen, aber auch auf Grund des Druckes, der durch das Umfeld aufgebaut wurde ( Schmerzen haben nur Frauen unter der Geburt, Originalton Oberärztin, Name wird wegen befürchteter rechtlicher Konsequenzen nicht genannt). Durch diese Erziehung in der Assistenzarztzeit geht man natürlich hin und opfert sich dann für seine Patienten auf. Heute achtet besonders meine Familie auf meine Gesundheit und zehrt mich zum Arzt.

#40 |
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Nichtmedizinische Berufe

the researchers found a significant association between acute respiratory infections, particularly influenza, and acute myocardial infarction.
The risk may be higher for older adults, patients with influenza B infections, and patients experiencing their first heart attack. The researchers also found elevated risk — albeit not as high as for influenza — with infection from other respiratory viruses.
Acute Myocardial Infarction after Laboratory-Confirmed Influenza Infection. New England Journal of Medicine, 2018; DOI: 10.1056/NEJMoa1702090
Das passt zum Thema

#39 |
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Nichtmedizinische Berufe

Niemals möchte ich von einem akut erkrankten Mediziner behandelt werden!
Wer so etwas für sich von einem Arzt verlangen sollte, besitzt keinerlei Verantwortungsbewusstsein, weder für den anderen noch für sich selbst!
Selbst reflektiert war ich im akuten Zustand auch nur sehr uneffektiv im technischen Bereich unterwegs, war unkonzentriert, machte mehr Fehler und es war zum Schluss nur hochenergetisch betriebene Zeitverschwendung.
Vielleicht sind wir doch schon zu sehr an der 24/7-Lebensunterhaltung gewöhnt, die oftmals nur unter sozial abartigen Bedingungen künstlich beatmet wird…

#38 |
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Gast
Gast

Die Ärzte können einem leid tun. Erst wenn das gelingt, dann die Patienten. Beide Berufsgruppen sind wichtig und .. traurig

#37 |
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Nichtmedizinische Berufe

Die Diskussion hat doch noch einen anderen Verlauf genommen. Anfangs sah es ja bitter aus: “Selbstopfernd”, “eine Frage der Ehre”, ” Sie hätten sonst ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen”. Es ist nicht nur eine Frage der Humanität, es gilt auch Gesetze zu beachten, auch in der medizinischen Behandlung und Pflege. Lenkt diese “Opferlamm-Haltung” nicht vom eigentlichen Problem ab. Hat nicht jeder die Pflicht, alle Regeln und Gesetze einzuhalten? Wenn die Betriebsleitungen gegen diese Pflichten verstossen, warum geht man dann nicht auf die Straße, vor Gericht? Warum sollen andere Menschen darunter leiden, dass Sie nicht Ihrer Pflicht nachkommen? Insbesondere die Kommentare 20 – 22 und 28 – 33 haben gezeigt, dass es auch andere Meinungen gibt, gleichermaßen zwischen Ärzten und Gästen (z T sicherlich auch Ärzte). Am meisten hat mich aber überrascht wie ein Arzt diese Sätze schreiben kann: “Ich würde ja wohl arbeiten, aber dann stecke ich die Anderen ja an” ist doch Quatsch! Alle sind in Zeiten der Wellen von gripp. Infekten krank …”. Dann wäre es ja wohl besser, gleich alle aktiv zu infizieren; die Epidemiologie wäre schneller vorüber! Natürlich wird es immer Ausnahmen geben, wo man abwägen und entscheiden muss. Dann gibt es auch Möglichkeiten besonderer Umsicht. Um diese geht es hier doch nicht. Es geht um die allgemeine Haltung.

#36 |
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Gast
Gast

Ich stimme den Ärzten zu
Es wird schlicht und einfach erwartet, dass man nicht krank ist.
Selbstfürsorge fällt da schwer insbesondere wenn man das Arbeitspensum nacharbeiten muss
@PJler
Soweit ich weiß werden 20 Fehltage toleriert
Das finde ich ausreichend für ein Jahr, schließlich wird in der Facharztaisbildung jeder Tag abgezogen

#35 |
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#33. Ja wahnsinn. Und nirgendwo steht geschrieben, dass Ärzte immer gesund sein müssen und funktionieren müssen. Wo kommt dieses Denken nur her? Eine gute Mischung macht es wohl. Wobei die krankfeiernden Kollegen sowieso früher oder später Ärger bekommen.

#34 |
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Gast nichtmed. Beruf
Gast nichtmed. Beruf

#31 Doch. Ich habe persönlich erlebt, dass mein Hausarzt mit Influenza in der Praxis war. Als er ins Behandlungszimmer kam, dachte ich, da steht ein Intensivpatient vor mir. Er klappte mir sogar zwischendurch in die Arme. Ich habe mir den Mund fusselig geredet, dass er um Gottes Willen nach Hause ins Bett gehöre. Nein, nein, er sei am Vortag einen Tag zu Hause geblieben und habe nun Tamiflu genommen. Das gehe jetzt schon. Als Selbständiger könne man nicht “krank machen”. Noch so ein künftiger Unabkömmlicher auf dem Friedhof und ein leuchtendes Beispiel für seine Patienten in Sachen Selbstfürsorge….

#33 |
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Nichtmedizinische Berufe

Grippale Infekte können immungeschwächten oder chronisch kranken Menschen fast genauso schaden, wie die echte Grippe. Wichtig hier wäre vor allem, dass man in der ersten Phase des Infektes zu Hause bleibt oder Schutzmaßnahmen ergreift. Es ist unverantwortlich als lebende Virenschleuder Patienten zu behandeln und die restlichen gesunden Kollegen auch noch anzustecken.

#32 |
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Gast
Gast

“Arbeiten trotz Grippe” , Herr Wimmer? Im Ernst? Was soll der blöde Spruch? Mit echter Grippe arbeitet kein Arzt weiter.
1. Weil er platt ist.
2. Weil es fahrlässige Gefährdung der Patienten und Kollegen wäre.

Die unaufgeklärte Unwissenheit von Laien, die jede Erkältung, jeden grippalen Infekt als ‘Grippe’ bezeichnen, hat uns viel von der Unwilligkeit zur Grippeschutzimpfung eingebracht (“Hilft ja nicht ich hatte trotzdem ‘Grippe’!”).
Wenigstens in Fachkreisen sollten wir solche Fehlbezeichnungen wohl vermeiden können.

#31 |
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Sylvia
Sylvia

Ehrlich gesagt, das ist bei den Hebammen u7nd in der Pflege genauso, allerdings eben trifft das nicht auf alle zu. Und das ist das wirkliche Problem. Die einen machen bei jeder Minimaleinschränkung krank, die anderen schleppen sich bis zum letztmöglichen noch in den DienstEs gibt da viele Varianten und so ist es letztendlich sicher in den meisten Berufsfeldern-also kein ausschliessliches Ärzteproblem. Bei uns hat vor kurzem eineÄrztin krank gemacht mit angeblich schwerwiegenden familiären Problemen. Alle hatten sich große Sorgen um sie gemacht. Die Ärztin die deren Dienste fast komplett stemmen mußte,war wirklich sehr erkältet und mit ihren Kräften am Ende. Erstere kam nach 8 Wochen bestens erholt wieder in den Dienst, berichtete voller Stolz, dass sie 6 kg abgenommen hat und einen Umzug hinter sich gebracht hatte. Und genau diese Einstellung, immer schön auf Kosten der anderen, jeder ist sich selbst der nächste, greift leider immer mehr um sich. Daran ändert auch das bisschen Leistungs-gerechte Bezahlung nichts, dass widerum ohnehin die älteren Arbeitnehmer bestraft. Vielleicht sollten die Berufsgruppen auch mal an einem Strang ziehen, denn das betrifft alle. Und wenn das System derart hinkt und Mitarbeiter ständig aus ihrem Frei geholt werden, um die Kranken ( seien sie nun krank oder nicht!) zu vertreten,l dann ist das schon von vornherein kein Gesundheit-erhaltendes Prinzip. Und für ältere Arbeitnehmer sollte es wie in manchen skandinavischen Lädern andere Konzepte geben. Ab 50 merkt man schon, dass man da nicht mehr so powern kann, seine Pausen braucht und auch längere Erholungsphasen.

#30 |
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Dr. K. Fischer, Kelkheim
Dr. K. Fischer, Kelkheim

Was für ein Dienst im Rahmen des Krankseins ist das? Wenn man richtig krank ist, darf und kann man den Dienst nicht ausüben. Oder sind Ärzte anders krank als normale Arbeitnehmern? Warum muss man immer wieder Selbstbeweihräucherung ableiten?

#29 |
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Gast
Gast

Ganz ehrlich, liebe Ärzte, ich möchte möglichst NICHT von einem kranken Chirurgen operiert werden, sondern von einem ausgeschlafenen, gesunden, fiten und gutgelaunten Operateur

#28 |
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Gast
Gast

Lieber Herr Dr. Leschnik, Menschen sind nun mal sehr unterschiedlich ,vor Allem auch im Schmerzempfinden. In meinem Fall, bin ich leider zu Absolut nichts zu gebrauchen, wenn ich einen grippalen Infekt oder andere Erkrankungen habe und bin dann auch zu meinen Mitmenschen unausstehlich. Deshalb bleibe ich bei Krankheit lieber Alleine zu Hause um den Schaden so gering wie möglich zu halten.

#27 |
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Ärztin

Liebe Frau Baller, warum immer so auf Krawall gebürstet? Mit Dauer-AU und Rentenbegehren hat man als Gutachter ja immer viel zu tun, aber Ärzte? Die werden nie als berufsunfähig anerkannt, außer bei Demenz. Selbstfürsorge und Psychohygiene sind wichtig, das habe ich allerdings auch erst nach vielen Jahren Klinik erkannt, dort ist man ja unabkömmlich – wird zumindest suggeriert ;-)

#26 |
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@22. Da geht es doch schon damit los, wenn man fragt welcher Kollege eigentlich einen Hausarzt hat dem er vertraut und zu dem er regelmäßig geht. Das ist doch schon die erste Hemmschwelle. Und nein, alles können wir bei uns/Familie/Freunden nämlich nicht behandeln. Selbst wenn es “nur” um klinische Untersuchung oder BE geht ist man da emotional viel zu dicht dran. Oder würde man sich/seinen Freunden Burn-out wirklich eingestehen?
Gut Leben und Überleben im Arztberuf, das ist das Thema.

#25 |
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Gast
Gast

Ist in Österreich auch so. Und ich bin auch nicht besser….

#24 |
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Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dr.Leschnik, ich bin leider auch so „Opferfreudig“( bin kein Arzt) für meine Tiere würde ich auch mein letztes Hemd geben ,oder auch schwer krank ,sofern ich noch irgendwie mobil bin , mich um die Fellnasen kümmern und aufopfern. Manchmal frage ich mich schon, ob das Alles so sinnvoll ist, wie und was ich da Alles so mache?

#23 |
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Gast
Gast

Ich habe während 4 Jahren Arbeit in Skandinavien sehr entspanntes Umgehen mit Krankheit von Kollegen erlebt. Wir sollten uns da einiges abgucken! Und richtig, der Friedhof ist voll von unabkömmlichen… Eine Endokarditis nach verschleppter Erkältung habe ich zum Glück vor 30 Jahren überlebt, vielleicht nur, weil mich eine Patientin, die sah, wie ich (herzinsuffizient) auf der Treppe japsend stehen blieb, fragte, was denn mit mir los sei. Da dachte ich, vielleicht ist es doch nicht nur die Urlaubsreife und die mit tgl. 2-3 g ASS einigermaßen kontrollierten Kopfschmerzen doch nicht normal; ich bat eine Krankenschwester, mir mal Entzündungsmarker ab zu nehmen (sowas ging damals noch). Niemals hat mich ein Kollege gefragt, was eigentlich mit mir los ist. Ich hätte ja tatsächlich ausfallen können…

#22 |
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@13. Klingt plausiblel. Als Freiberufler ist das ein hartes Brot. Aber haben Sie mal an die chronisch Kranken, die Schwangeren und Mütter gedacht. Die MÜSSEN sich teilweise einfach mal um sich selbst und ihre Gesundheit oder ihre Kinder kümmern. Verschleppt man etwas und wird noch kränker oder verliert eine Schwangere wegen der Arbeit ihr Kind- es dankt einem keiner. Ihre Sprechstunden sind voll klar, aber überlegen Sie mal sie würden vom Auto überfahren und wären plötzlich nicht mehr da (Gott bewahre, es möge Ihnen natürlich nix passieren)- die Patienten würden das vielleicht ein, zwei Wochen bedauern, dann wird wieder zur Tagesordnung übergegangen. Es gibt immer auch andere die den Job erledigen können.

#21 |
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@#13
Ich bin auch seit 20 Jahren Arzt, allerdings erst seit 11 Jahren Landarzt (in einem strukturschwachen Gebiet) und ich kann mir Krankheitstage sehr wohl erlauben.
Mein ehemaliger Oberarzt sagte immer: Die Friedhöfe sind voll von unabkömmlichen Menschen.
Wenn sie aus der Praxis auf die Intensivstation kommen, wird ihnen das keiner danken. Selbstschutz und Verantwortung für das eigene Wohlergehen gehört auch zu unserem Beruf.

#20 |
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Philipp Bastos
Philipp Bastos

@ #17 Frau Dr. Nitsche, schonmal was von kurvenförmigen Rissen gehört? Oder das Spiel “Snake” auf alten Nokia Handys gespielt?

Man glaubt gar nicht wieviel Risslänge sich auf kleinster Fläche Platz hat… tststs

#19 |
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Katharina Münstermann
Katharina Münstermann

Halte ich für “normal” (natürlich nicht in jedem Zustand begrüßenswert) bei Leuten mit einem hohen Arbeitsethos – nicht nur bei Ärzten.

#18 |
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@ #1 – Herr Steuer, nur aus Neugierde … wie lang und wie breit ist Ihre Netzhaut insgesamt? Ich bin beeindruckt!

#17 |
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Gast
Gast

Dr. med. Jürgen Leschnik :
Selten so einen Quatsch gelesen.
Das dankt Ihnen keiner.

#16 |
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Es ehrt alle KollegInnen zwar sehr, wenn sie krank zur Arbeit gehen. Doch sinnvoll ist es nicht! Eigentlich wäre soogar der Arbeitgeber (!) gut beraten, das möglichst zu verhindern. Der Grund ist sehr einfach: “Präsentismus”, wie das Phänomen heisst, richtet mehr Schäden an als Krankschreibungen. Das ist mehrfach bewiesen von Wirtschaftsinstituten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sentismus

#15 |
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Gast
Gast

Ich arbeite seit Jahren nebenbei in der Integration und Nachhilfe für bedürftige Kinder und Jugendliche. Entsprechend muss auch ich sehen, dass ich fit bleibe, egal wie angeschlagen oder krank die Kinder bereits sind. Mein Tipp: Vorsorglich bei Ansteckungsgefahr Schüssler Salze Nr. 3 nehmen, dann wird eine grippale Ansteckung in jedem Fall wie eine kleine Erkältung ablaufen. Sollten die Nebenhöhlen oder Bronchien mit betroffen sein, so kann mit einer entsprechenden Kombination entsprechend entgegengewirkt werden. Zumindest kann man in der Regel Antibiotika vermeiden und die Krankheitsphase erheblich verkürzen und abschwächen.

#14 |
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Ich bin seit 20 Jahren Arzt und seit 15 Jahren niedergelassen als Hausarzt (Landarzt). Natürlich war auch ich schon öfter krank: Aber nicht ein einziger Fehltag! Sicherlich hätten die Patienten “Verständnis” dafür, dass auch der Doktor mal krank wird. Aber verständlicherweise würden sie nach einem neuen Termin fragen: “Ist völlig ok, dann geben Sie mir einen neuen Termin”. Aber im Normalfall sind die Wartezeiten doch schon 6 Monate auf ein Checkup und 2 Stunden im Wartezimmer. Alles pickepackevoll und doppelt belegt! Ich hätte keinen Schimmer einer Idee, was man den Patienten dann anbieten soll, wenn mal ein vollbestellter Tag ausfällt? Die Helferinnen würden mich fragen: “Was sollen wir den Patienten sagen?” Da ich keine Idee hätte, was ich antworten soll, schleppe ich mich also auch krank zur Arbeit! Und wenn ich mal 2 Wochen wirklichen Urlaub im Jahr habe wartet die Familie, die wenigstens jetzt den Papa mal braucht! Da kann ich auch nicht mal eben zum Zahnarzt oder zur Vorsorge-COlo! Geschweige denn die Idee, dass man da was finden könnte und Zeit wäre, der Sache nachzugehen oder für Folgertermine. Also kümmert man sich gar nicht um die eigene Gesundheit, verdrängt die Tatsache, dass man auch nur ein Mensch ist, schleppt sich jeden Tag auch krank in die Praxis und hört sich das Gemecker über lange Wartezeiten und schlechte Organisation an, weil Arzthelferinnen auch krank werden können und dann auch zu Hause bleiben! Das dankt uns kein Patient! Die fragen sich gar nicht, wie es sein kann, dass man sich dieses Jahr als Patient schon die fünfte AU wegen Schnupfen holt, der Arzt aber immer da ist! Keine Idee, wie das anders zu lösen sein soll in einer Landarztpraxis heutzutage! Alle werden sagen: “Aber so viel Zeit muss seinm sich um sich selbst zu kümmern!” Dann sagen Sie mir: Was soll ich den Patienten antworten, wann sie ihren neuen Termin bekommen sollen??
Davon mal ganz abgesehen: Man kann sich durch Isolation sowieso nicht vor grippalen Infekten schützen. Es ist quatsch, sich nur krankschreiben zu lassen, um “die anderen nicht anzustecken”. Man hat das Recht, sich zum Selbstschutz zu schonen, oder weil es einfach für den Kranken selber unzumutbar ist! Aber dieses selbstlose: “Ich würde ja wohl arbeiten, aber dann stecke ich die Anderen ja an” ist doch Quatsch! Alle sind in Zeiten der Wellen von gripp. Infekten krank (mehr oder weniger!) und die Welt würde regelmäßig zu dieser Jahreszeit zusammenbrechen, wenn sich nicht Einige auch zusammenreißen und trotz grippaler Beschwerden versuchen den Arbeitstag durchzustehen- da bin ich mir ganz sicher!

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Es liegt meiner Meinung nach überwiegend an der Struktur, dass überall in den Kliniken mittlerweile mit minimalem Personal gearbeitet wird, das nicht die geringsten Fehltag zuläßt ohne die Versorgung der Patienten zu gefährden. Die Politik fährt mit ihren Nichtmassnahmen seit Jahren in puncto Personalmangel unser Gesundheitssystem in einem technisch modernen Land wie Deutschland an die Wand. Und wir schauen aufgrund unseres Verantwortungsgefühls immer erst nach den Patienten und erst dann nach uns. Die Klinikstrukturen machen uns es nicht leicht, zu Hause zu bleiben. Die krankschreibenden ärztlichen Kollegen im Übrigen auch nicht. “Sie haben 40 Grad Fieber ? Dann schreibe ich Sie mal für drei Tage AU.”

#12 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ist nicht eine angesteckte Kollegin, nicht ein angesteckter Patient schon einer zu viel? Häufig bleibt es nicht bei den einen. Es breitet sich aus. Für viele Menschen ist aber schon eine zusätzliche Grippe schwer zu ertragen. Es scheint wirklich so zu sein, dass Kindergärten, Schulen und medizinische Einrichtungen zu den wichtigsten Herden der Verbreitung von verschiedenen Infektionskrankheiten zählen. Ist das den noch nicht infizierten Mitmenschen gegenüber überhaupt zu vertreten? Es kann schließlich auch Todesfälle in der Folge geben! Betrachten wir das nur als Statistik? Wir werden ja den Toten nicht mit eigenen Augen sehen.

#11 |
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Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

@ Gast #4

ja, Migräne ist so ein gern genanntes Leiden, das wohl so vieles unmöglich macht… und sicher oft als Ausrede herhalten muss

anderseits kann ich jedem, der sich über “Migräne” lustig macht, nur mal “freundlich wünschen”, das selbst mal zu erleben, erfühlen, was es heisst, sich mit Licht und Geräuschempfindlichkeit samt einseitigem Kopfschmerz durch den Tag zu schleppen, hin und wieder mal unterbrochen vom “dem Keramikgott opfern” – würde vielleicht dem einen oder anderen den geistigen Horizont etwas erweitern, und das eine oder andere Vorurteil beseitigen..

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Ärztin

Tja, liebe Kollegen, hängt ja wohl vor allem damit zusammen, wie sehr wir unseren Diagnosen trauen und denen einen Stellenwert zuschreiben.
Pillepalle, dafür legt man sich nicht mit seinen Kollegen über’ s Kreuz…
Bitte alle so weitermachen und damit dann demnächst die ” Burn- out” Ziffer und Berufsünfähigkeit in die Höhe treiben….
Nicht schlimm, wir haben ja all die hochmotivierten Kollegen aus dem Ausland im Nacken, die machen das schon und unsere ” Wehwechen” gleichzeitig lächerlich…
Volle Kraft ins ” Aus”!!!!

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Judith Robertz
Judith Robertz

Ich habe die Erfahrung gemacht das man wenn man krank ist von den Kollegen in keinster Weise geschont wird. Man schreibt Patienten zu Recht krank und selber geht man zur Arbeit, weil Krankmeldung nicht gerne gesehen werden. Ich finde das ziemlich verwerflich. Unsereins gehört auch mit einer Grippe ins Bett um sich auszukurieren und nicht an den Schreibtisch um Briefe zu diktieren statt Patienten zu versorgen. Ärzte haben das gleiche Recht auf Genesung wie Patienten!

#8 |
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Sandra Masuch
Sandra Masuch

Für mich ist das ein Problem des Stellenplans. Wäre der entsprechend besetzt, könnte man sich auch ordentlich auskurieren ohne schlechtes Gewissen…. Ansonsten wird das Klima im Team ganz schnell schlecht. Das habe ich in 11 Jahren in drei Häusern erlebt. Die schlecht gelaunte Stimmung ist ja auch nachvollziehbar, wenn man zum x-ten Mal einen Dienst eines/einer kranken Kollegen/gin übernehmen muss. Allerdings dauern grippale Infekte oft auch länger, wenn man sie nicht korrekt auskuriert…. Und steckt dann noch mehr Kollegen an…. Wäre bestimmt mal ein gutes Thema für eine Promotion….

#7 |
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Gast
Gast

Genau das hatte ich heute beim Zahnarzt. Das ganze Team war am Husten und am Nase schnäutzen. Nur ich als Patient war gesund und da ich das auch bleiben möchte habe ich den Termin sofort abgesagt.

#6 |
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Regina Preysing
Regina Preysing

… scheint mir ein bißchen eine Frage der Ehre zu sein – was sollen denn Patienten (Kollegen, andere…) denken, wenn man sich schon nicht selbst helfen kann; oder dass man in der Lage wäre sich selbst gut zu schützen vor Ansteckung oder Effekten ungesunder Lebenweise. Den Gegenbeweis möchte man lieber nicht liefern ….

#5 |
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Gast
Gast

Das ist von so vielen Faktoren abhängig… Natürlich kann man sich mit Schnupfen zum PC setzen und Briefe und anderen Bürokram erledigen. Während es extrem sinnvoll ist, z.B. der Transplant- Station mit dem selben Schnupfen fern zu bleiben. Manch einer kann sich die Arbeit umplanen, manch einer hat entweder seinen Arbeitsablauf oder muss zuhause bleiben. Der eine muss an seine Umsätze, die Angestellten, die Miete usw denken, der andere hat sichere Lohnfortzahlung. Dem einen rinnt ein bisschen die Nase, der andere hat Fieber oder einen Migräneanfall, der jegliche Konzentration unmöglich macht….

#4 |
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Gast
Gast

Ich glaube es gibt da zwei Lager. Die einen, die sich in jedem Zustand in die Klinik schleppen und dann halt mal nicht in den OP gehen und versuchen, zumindest vom Schreibtisch viel zu regeln. Und auf der anderen Seite diejenigen, die beim kleinsten Anflug eines Schnupfens zu Hause bleiben. Ich persönlich arbeite lieber mit den Ersteren zusammen. Da kann man sich dann auch gegenseitig stützen, denn man weiß, dass alle so denken und dann halt auf den Kranken mehr Rücksicht nehmen; der hat sich ja immerhin hierhin bewegt.
Ich habe festgestellt, dass es sehr an der Kliniksmoral liegt. Wenn das Kollegium stimmt, kommen auch die angeschlagenen Kollegen. Wenn die Stimmung aber ohnehin angekratzt ist, reichen auch Zimperlein für Fehltage

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Student der Humanmedizin

Nicht zu vergessen, der PJler, der keinerlei Arbeitnehmerrechte hat und krank in der Klinik erscheint, weil er die “freien Tage” zum Schluss aufheben muss, um sich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten.

PJler stecken damit den Rest des Personals an, denn der Gesetzgeber gibt ihm keinerlei Freiraum.

Wäre die Approbationsordnung dahingehend nicht so antiquiert und würde den Studenten die gleichen Rechte einräumen, die jeder Praktikant hat, ließe sich damit sicherlich auch schon ein kleiner Teil des Krankenstandes verhindern.

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Ich bin seit 37 Jahren im Beruf. Allgemeinmedizin u.a., 72-Stundendienste, Notarzttätigkeit. Sehr oft krank, manchmal ziemlich. Bislang insgesamt ca. 10 Tage im Krankenstand, Bei einem 7cm langen Netzhautriss mit OP 3 Tage. Der Oberarzt in der Klinik meinte, er würde jetzt wohl mindestens 3 Monate in den Krankenstand gehen. War wir das machen, ist unklar. Schwäche zeigen, Kollegen vergraulen, als “Arzt krank zu sein”, wäre angesichts unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten “ja gar nicht möglich”, Umsatzeinbußen, wir finden immer einen Grund. Ich glaube nicht, dass ich damit allein bin.

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