Blickdiagnose: Bildgebende Verfahren

23. April 2010
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Ein neues Semester bedeutet auch immer, sich auf neue Fächer einzustellen und sich an eine bis dahin meist noch völlig unbekannte Materie heranzuwagen. Ein Fach, das vielen zunächst etwas fremd erscheint, soll hier einmal näher betrachtet und vorgestellt werden: die Radiologie.

Auf den ersten Blick

Zu Beginn der Radiologie-Veranstaltungen muss man sich häufig zunächst mit Bestimmungen zum Strahlenschutz statt mit Röntgen-Thorax-Aufnahmen befassen. Und als würde das nicht schon genug abschrecken, muss man sich als nächstes mit den physikalischen Grundlagen der verschiedenen Verfahren vertraut machen. Da heißt es durchhalten und nicht aufgeben!

Hat man diese ersten Hürden aber genommen, entwickelt sich „Bildgebende Verfahren“ zu einem äußerst spannenden Fach, da es sehr vielseitig ist und fächerübergreifendes Wissen vermittelt. Hat man es bis hierher geschafft, weiß man auch, warum man sich zunächst durch die trockene Theorie und die Grundlagen der verschiedenen Verfahren arbeiten musste. Ohne dieses Wissen lassen sich die rätselhaften schwarz-weißen bzw. grauen Bilder kaum erschließen.

Die Verfahren

Unter einem klassischen Röntgenbild kann sich so ziemlich jeder Student etwas vorstellen, denn damit kommt man häufig schon im Alltag oder spätestens in den ersten Praktika in Berührung. Das konventionelle Röntgenbild ist das Basisverfahren in der Traumatologie, bei Erkrankungen der Atemwege und des Herzens, aber auch bei der Diagnostik des (akuten) Abdomens.

Die Computertomographie (CT) ist ein Röntgenverfahren mit dem transversale Schichten erzeugt werden. Es gehört also zu den Schnittbildverfahren. Die CT wird zur Basisdiagnostik bei Schlaganfällen oder Schädel-Hirn-Trauma sowie zur Beurteilung von Lunge, Mediastinum und Abdomen eingesetzt. Durch Kontrastmittelgabe können Gefäßanomalien und Aneurysmen sichtbar gemacht werden. Besonders gut eignet sich das CT außerdem zur Beurteilung räumlich-komplexer, knöcherner Strukturen, wie z.B. des Beckens. Ein Nachteil dieses Verfahrens ist allerdings die relativ hohe Strahlenbelastung, der der Patient ausgesetzt wird.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) schließlich ist durch seine etwas kompliziertere Bild-Entstehung und die diversen unterschiedlichen Sequenzen schon eher etwas für Fortgeschrittene oder Interessierte. Es gehört ebenfalls zu den Schnittbildverfahren und eignet sich insbesondere zur Darstellung von Weichteilprozessen. Besonders gut beurteilen lassen sich Gehirn und Myelon, aber auch Muskeln, Sehnen und Gelenke sowie Tumore und Entzündungen. Ein großer Vorteil dieses Verfahrens ist die fehlende Strahlenbelastung. Nachteile sind die Kontraindikationen (Herzschrittmacher, magnetisierbare Implantate) sowie der hohe zeitliche und apparative Aufwand.

Fazit

Die Radiologie ist ein sehr umfangreiches, aber gerade deshalb auch sehr spannendes Fach. Es befasst sich mit fast allen Organen des Menschen und schlägt so eine Brücke zwischen unterschiedlichen Fachrichtungen. Es lohnt sich also, auch wenn man einmal Internist oder Chirurg werden möchte, sich mit den Bildgebenden Verfahren anzufreunden.

Artikelbild: Georg Graf von Westphalen / DocCheck Pictures

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