Geldstrafe für den Autogramm-Chirurgen

15. Januar 2018

Gezeichnet: Ein britischer Chirurg hinterließ bei der Durchführung mehrerer Transplantationen seine Initialen auf den Organen. Nun ist er zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Geldstrafe von £ 10.000 verurteilt worden.

Der Laser, der während Operationen normalerweise zum Verschließen von Blutgefäßen verwendet wird, verursachte bei den Patienten keine gesundheitlichen Schäden. Trotzdem sei dieses Vorgehen ein massiver Vertrauensbruch und Missbrauch von Macht, so der Richter.

Er begründete seine Entscheidung weiter: „Die Operationen waren langwierig und schwierig. Ich akzeptiere, dass Sie danach müde und gestresst waren und ich akzeptiere, dass dies möglicherweise Ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt hat. Trotzdem war dies ein Verhalten, das von professioneller Arroganz einer derartigen Größe zeugt, dass es sich um kriminelles Verhalten handelt.“

Der Anwalt des Arztes hatte zuvor erklärt: „Er wusste, dass die Aktion dem Patienten keinen Schaden zufügen konnte. Er sagte auch, dass dies im Nachhinein naiv und leichtsinnig gewesen sei – ein falsch eingeschätzter Versuch, die Anspannungen im Operationssaal aufzulockern.“ Aufgefallen waren die Signaturen, nachdem bei einem der Patienten die Leber aufgrund von Abstoßungsreaktionen wieder entfernt werden musste.

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25 Wertungen (4.8 ø)

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23 Kommentare:

Gast
Gast

Also jetzt bleibt mal auf den Boden Leute, also wenn bei einer OP nichts schlimmeres passiert… Ihr habt Sorgen.

#23 |
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Gast
Gast

Entschuldigung, wenn ich jetzt etwas spießig daherkommen mag, aber solch ein Verhalten geht überhaupt nicht. Die Strafe ist viel zu milde, und es hätte berufsrechtliche Konsequenzen geben müssen!

#22 |
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Gast
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Erinnert es nicht an den Fall des Dr. Zorro, der an einer Frontotemporalen Demenz erkrankt war? https://www.deutsche-alzheimer.de/fileadmin/alz/pdf/ftd/ftd-angehoerigenkonferenz_2016_dokumentation_deutsch.pdf – Seite 7

#21 |
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Gast
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# 2 Sorry, aber für so ein Charakter-Ekel ,hätte ich niemals weiter arbeiten können ,auch hätte ich Alle vor diesem Schreckgespenst gewarnt

#20 |
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Christian Goergen, Neurochirurg
Christian Goergen, Neurochirurg

Das Autograph stellt einen Vertrauensbruch dar. Es kann beim Lasern auch Komplikationen geben und die OP-Zeit wird, wenn auch nur kurz, verlängert. Zu Lasten des Patienten. Das Verhalten war unärztlich. Die Kolleginnen und Kollegen, die dies toleriert haben, haben auch versagt.

#19 |
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Gast
Gast

# 16 Ich stimme Ihnen vollkommen zu, würde mich nicht wundern, wenn einige noch abwegigere Phantasien hätten ,um ihr Halbgott in Weiß Image zu demonstrieren

#18 |
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Gast
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Mein dominanter Rüde, markiert auch Alles und jeden ,um zu zeigen ich bin hier der Chef im Revier, ähnliches Verhalten soll es leider auch bei den Homosapiens geben

#17 |
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Medizinjournalist

Das eigentlich Erschreckende: Wie viele Kommentierende dieses Verhalten als Bagatelle abtun. Schaden hin oder her. Der Patient mag das Verhalten als entwürdigend empfinden. Parallelen zu Brandzeichen bei Tier und Mensch ergeben sich. Und selbst das außen vor gelassen: Von besonderer charakterlicher und gar ärztlicher Güte zeugt das nicht. Die eigene Eitelkeit durch derart zu befriedigen ekelt mich persönlich an.

#16 |
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Gast
Gast

Von meinem Lieblingschirurgen jederzeit gerne seine Initialen auf meinen Organen, hat was spezielles. Trägt auch schneller zur Genesung bei

#15 |
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Gast
Gast

Ich denke, man sollte vorher fragen, bevor etwas getan wird, dass vielleicht nicht im Sinne des Patienten ist, Alles andere wäre Arrogant und Respektlos. Vielleicht ist auch deshalb, das Organ abgestoßen worden

#14 |
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Dipl.Ing. Winfried Duven
Dipl.Ing. Winfried Duven

Ethisch sicher fragwürdig. Aber, wenn es nicht aufgefallen wäre : quen jucat ?

#13 |
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Gast
Gast

Für mich ein Fall von Größenwahn und mangelndem Respekt vor den Patienten!

#12 |
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Carsten Backes
Carsten Backes

Es ist niemandem ein Schaden entstanden, alles nur ein Sturm im Wasserglas.

#11 |
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Gast
Gast

1 Jahr auf Bewährung! Wenn jede Körperverletzung so konsequent geahndet werden würde, dann fände ich das Urteil gerecht. Aber wenn Männer, die ihre Frauen Krankenhausreif schlagen, mit deutlich weniger davon kommen, dann ist das ein typ.anti-Arzt-Urteil.

#10 |
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Meine Güte, ein skurriler Einzelfall, so bleibt zu hoffen. Ich trage seit meinem 6 Lebensjahr an meinem Unterarm Narben, nachdem ein 3-fach Bruch des Radialis eingegipst, aber die Fäden dazumal nicht oder verspätet entfernt wurden. Das trage ich äusserlich, für jedermann oder -frau sichtbar. Aber mein Arm funktioniert super!

Und zumindest kann man sagen, der Operateur hat eindeutig Spuren hinterlassen. Und um ehrlich zu sein, wenn er seinen Beruf versteht, dann wären mir seine Macken als Patient gleich. Zumal es offenbar nicht meine Leber gewesen wäre mit dem “Branding”. Schade, dass sie abgestossen. Wenn nicht, dann würde es dem Patienten und dem Chirurgen besser gehen. Aber offenbar geht es hier einigen mehr ums Prinzip und nicht um die Sache. Fremdschäm…

#9 |
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Gast
Gast

Also, wenn der Chirurg mir sympathisch wäre, hätte ich nichts dagegen seine Initialen auf meinem Bauch zu tragen. Wären meine Organe noch Wertvoller

#8 |
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Im Jahr 2000 wurde von einem vergleichbaren Fall berichtet: Der New Yorker Geburtshelfer Dr. A. Z. war nach einer von ihm durchgeführten Sectio caesarea von dem postoperativen Ergebnis so begeistert und voreingenommen, das er seine Initialen “A Z” in die Bauchdecke der Patientin einritzte, nachdem er dies gegenüber dem Personal im Krankenhaus angekündigt hatte. Seine Arzt-Lizenz wurde ihm umgehend entzogen. Er plädierte allerdings später auf Grund eines angeblichen Hirnschadens auf seine eigene Unzurechnungsfähigkeit.
[“Thursday, 10 February, 2000, 10:17 GMT: Doctor who carved initials is charged:
The doctor’s victim wants $5m damages: A doctor who carved his initials on a patient’s abdomen has been arrested and charged in New York. Dr Alan Zarkin used his scalpel to carve his initials on the stomach of Liana Gedz. He said he believed the caesarean section he had performed on her was a work of art worthy of signing. ‘I did such a beautiful job, I will initial it,’ Dr Zarkin told hospital workers in the delivery room. Dr Zarkin has already lost his medical licence over the incident.”]
http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/637705.stm

#7 |
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Gast
Gast

Da passt das Klischee, Chirurgen sind Aufschneider

#6 |
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Jens Voss
Jens Voss

Bei manchen teuren Fahrzeugen ist der Name des Monteurs in eine silberne Platte auf der Motorverkleidung eingraviert.
Vielleicht hat der Surgeon die Inspiration beim Blick unter die Hood seines teutonischen Dampfhammerboliden erlangt ¿

#5 |
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Facharzt
Facharzt

Gerechtes Urteil für eine absolute hirnverbrannte Tat. Aber schon melden sich die HP wie Frau Heyden und es gibt nicht nur einen Einzelfall sondern “viele Kollegen und medizinisches Personal”, die “sich sowas ansieht ohne etwas zu unternehmen”. Überflüssiger Seitenhieb! Was haben Sie denn damals bei dem Gynäkologen gemacht? Sich mitschuldig gemacht? Bestenfalls ein Riesen- Eigentor!

#4 |
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Gast
Gast
#3 |
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Heilpraktikerin

Was für Idioten gibt es! Erschreckend, dass viele Kollegen und medizinisches Personal sich sowas ansieht ohne etwas zu unternehmen. Welche Arroganz den PatienInnen gegenüber!
Als Krankenschwester habe ich in meiner Ausbildung vor langer Zeit erlebt, wie ein Gynäkologe den Patientinnen, über die er die ganze Zeit während der OP negative Bemerkungen machte, wenn sie dick waren oder einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen liessen, die Schamlippen abschnitt, wenn sie für seinen Geschmack zu groß waren. Natürlich hat auch hier niemand etwas gesagt. Auch die Patientinnen nicht.

#2 |
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Gast
Gast

Coole Idee, ich hätte nichts dagegen einzuwenden , wenn mein behandelnder Chirurg sich auf meinen Organen verewigen würde. Von mir aus auch mit Foto

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