Anästhesie – Ein Fach zum Wegdämmern?

23. April 2010
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Nach der neuen Approbationsordnung zählt das Fach Anästhesie und Intensivmedizin zu den 22 Hauptfächern des Medizinstudiums. Neben der Fülle der großen Fächer wie Innere oder Chirurgie geht das Fach jedoch oft unter. Viele Studenten stellen deshalb oft erst gegen Ende des Studiums fest, dass sie der perioperativen Medizin zu wenig Bedeutung beigemessen haben.

In den Kursen und Praktika des eher kleinen Hauptfaches Anästhesie und Intensivmedizin stehen vor allem die Themen Schmerzausschaltung, perioperative Medizin, Narkosen und intensivmedizinische Betreuung auf dem Stundenplan eines jeden Medizinstudenten. Dabei sollen die Wirkung und der Einsatz verschiedener Narkosemittel und Notfallmedikamente sowie der Alltag auf einer Intensivstation vermittelt werden.

Neben Kursen, Praktika und Vorlesungen hat ein Medizinstudent im klinischen Abschnitt auch im Rahmen einer Famulatur die Gelegenheit, das Fach Anästhesie und Intensivmedizin kennen zu lernen. Denn spätestens bei der späteren ärztlichen Tätigkeit wird jeder einmal Patienten betreuen, die sich einer Operation unterziehen oder auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Im Rahmen der anästhesiologischen Praxis sollen Studenten deshalb Verständnis für die perioperative Medizin entwickeln. Präoperative Untersuchungen und Einstufung des Patienten, die Durchführung einer Narkose sowie die postoperative Überwachung und Behandlung sind die wichtigsten Themenblöcke im Fach Anästhesiologie.

Wichtiges Wissen für Notsituationen

Zudem lassen sich durch eine Famulatur oder ein PJ-Tertial in der Anästhesie auch eine Vielzahl technischer Fertigkeiten erlernen, mit denen man in anderen Fächern nur bei Notfällen in Berührung kommt. Beispiele dafür sind vor allem die orotracheale Intubation, das Legen von großlumigen Zugängen und ZVKs, arterielle Punktionen, der Umgang mit Notfallmedikamenten und vieles mehr. Somit bietet dieses Fach in besonderem Maße Gelegenheit, sich in Ruhe und unter erfahrener Anleitung auf spätere Notfallsituationen vorzubereiten.

Fazit

Im Teil Intensivmedizin können die wichtigsten Krankheitsbilder kennen gelernt werden, wie respiratorische Insuffizienz, Sepsis, Schock und Koma. Zudem hat man oft erstmalig Berührung mit verschiedenen Beatmungsformen und Formen des Monitorings.
Nicht zuletzt ist im Fach Anästhesie und Intensivmedizin zur Meldung für den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ein benoteter Schein vorzuweisen.

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