Restless Legs: Frauen sterben den Herztod

11. Januar 2018
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Bei Frauen, die am Restless-Legs-Syndrom leiden, kommt es vermehrt zu kardiovaskulären Todesfällen. Das zeigt eine neue prospektive Studie. Woran das liegt, ist bisher unklar. Ärzten bleibt derzeit nur, Patientinnen besonders intensiv zu betreuen.

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) äußert sich durch starken Bewegungsdrang, unwillkürliches Zucken, Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen – vor allem nachts oder wenn die Beine längere Zeit nicht bewegt werden. Es handelt sich dabei um eine Störung des extrapyramidalmotorischen Systems (EPMS) und zählt zu den Hyperkinesen. Bei Frauen, die daran leiden, sollten Ärzte einen achtsamen Blick auf das Herz-Kreislauf-System haben. Denn RLS-Patientinnen sind in Bezug auf kardiovaskuläre Erkrankungen gefährdeter als Männer, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten prospektiven Kohortenstudie.

Die Ursachen eines RLS sind noch nicht vollständig geklärt. Aktuell geht man von einem Defekt im Dopaminstoffwechsel und im endogenen Opioidsystem aus. Die Autoren der zugehörigen Leitlinie schätzen, dass drei bis zehn Prozent aller Menschen kaukasischen Abstammung am RLS leiden. Damit handelt es sich um eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Umso wichtiger ist, damit in Verbindung stehende Erkrankungen zu erfassen.

Bekannte Komorbiditäten

In der Leitlinie werden einige Komorbiditäten genannt:

  • Der Zusammenhang zwischen einem RLS und einem Eisenmangel gilt als gesichert.
  • Bei fortgeschrittenen Nierenerkrankungen kommt es häufiger zum RLS.
  • Periphere Neuropathien könnten ebenfalls mit einem RLS assoziiert sein. Hier gibt es noch nicht allzu viele Studien.
  • Forscher diskutieren, inwieweit die Parkinson-Krankheit mit dem RLS in Verbindung steht. Derzeit gibt es keine gesicherten Daten.
  • Angststörungen und zu Depressionen treten bei RLS-Patienten öfter auf. Ob tatsächlich kausale Zusammenhänge bestehen, ist unklar.

Die Kohortenstudie zeigt mögliche Zusammenhänge mit kardiovaskulären Erkrankungen bei Frauen auf. Erstautorin ist Yinge Li von der Pennsylvania State University.

Höhere kardiovaskuläre Mortalitäten

Li arbeitete mit Daten der Nurses’ Health Study, einer großen Kohorte mit mehr als 280.000 weiblichen Pflegekräften. Von ihnen wurden 57.417 Frauen im Alter von durchschnittlich 67 Jahren ausgewählt. Sie litten bei ihrer Rekrutierung im Jahr 2002 weder an Krebs noch an Nierenversagen oder an kardiovaskulären Erkrankungen. Innerhalb von zehn Jahren starben 6.448 Teilnehmerinnen. Ihre Gesamtmortalität stand nicht mit einer RLS-Diagnose in Zusammenhang. Allerdings fanden Wissenschaftler ein um 43 Prozent höheres Risiko bei der kardiovaskulären Mortalität.

Schloss Li sonstige RLS-Komorbiditäten aus, fand sie sowohl bei der Gesamtmortalität (43 Prozent) als auch bei der kardiovaskulären Mortalität (127 Prozent) signifikante Zusammenhänge. Dieser Zusammenhang traf für andere Erkrankungen wie etwa Krebs nicht zu. „Diese Studie legt nahe, dass RLS ein neuartiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Todesfälle sein könnte“, sagt Co-Autor Xiang Gao von der Pennsylvania State University.

Kein Hinweis auf Kausalitäten

Jede Kohortenstudie kann lediglich Assoziationen, aber keine Kausalitäten belegen. Auch zu pathophysiologischen Mechanismen sind keine Aussagen möglich. Da Lis Kohorte bisher nur Frauen umfasst, bleibt offen, ob die Aussagen für Männer ebenfalls zutreffen. Bis weitere Daten vorliegen, sollten Neurologen RLS-Patientinnen und -Patienten regelmäßig keim Kardiologen untersuchen lassen.

17 Wertungen (4.29 ø)
Bildquelle: Garrett Rooney, flickr / Lizenz: CC BY
Forschung, Medizin, Neurologie
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7 Kommentare:

Ärztin
Ärztin

@Sylvia: Meine Rede

#7 |
  1

“Wissenschaftsjournalismus”, der wie DocCheck immer verkündet, eine Dienstleistung ist, ist schon faszinierend.

Wird im letzten Absatz richtigerweise zwischen Korrelation und Kausalität unterschieden und eine Kausalität zwischen RLS und Herztod aufgrund der vorliegenden Datenlage als nicht beweisbar angesehen, konterkariert die Überschrift des Artikels das Ganze durch die sprachliche Verknappung “Restless Legs: Frauen sterben den Herztod” und insinuiert eine Kausalität.

Ähnlichen Unsinn durch Sprachschluderei mußte ich kürzlich in der vom BiermannVerlag herausgegebenen “Kompakt Urologie” Heft 5-6/2017 lesen.

Aus saisonal (!) gehäuft auftretenden Harnsteinepisoden in den wärmeren Monaten, die sich in einer Metaanalyse diverser Studien in 9 Ländern der Welt zeigten, wurde auf eine “globale Bestätigung des Trends” geschlossen und dann durch Sprachschluderei in der Überschrift “Mehr Urolithiasis durch Klimaerwärmung”.

Zu Recht bestätigte der, von mir gern mit seinen Unstatistiken zitierte, Statistikprofessor Walter Krämer mir in einer mail, daß es sich bei diesem Artikel der KompaktUrologie um einen heißen Anwärter auf die “Unstatistik des Monats” handelt. Meine diesbezüglichen Interventionen bei Biermann fruchteten dort nicht in Selbstkritik. Auch der angeschriebene Herausgeber des Blattes äußerte sich nicht dazu.

Ich kann nur hoffen, daß DocCheck bei den nächsten Überschriften präziser und weniger marktschreierisch agiert.

#6 |
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Sylvia
Sylvia

Also wenn man hört, dass Pflegekräfte untersucht wurden, dann wundert einen gar nichts mehr. Ich leide selber am RLS, zumindest immer in sehr stressigen Phasen und erschwert bei Nachtdiensten. Und damit dürften die Zusammenhänge deutlich werden, denn Stress und fehlender Biorhythmus können sehr wohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Und das, was den Patienten am besten helfen würde, sind Entspannungs- und Atemtechniken wie z,B.Yoga sowie Homöopathie, die regulierend hilft. Aber das wird ja von den Kassen oft nicht bezahlt.

#5 |
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franz laudenbach
franz laudenbach

Als Privat-Gast in familiärer Vermietung, in Bergisch Gladbach:
Der Vermieter sah nicht nur traurig aus, er weinte.
Auf Frage: Seine Frau leidet an RLS!
Bei der all-5-jährigen GKV-verbindlichen Darmuntersuchung unter Narkose, wurde, weder RLS noch Schlafapnoe, an dem seine Frau leidet, berücksichtigt.
Unter Narkose, schlug seine Frau mit; Beinen, Po, Unterleib, wild um sich!
Sodass das Untersuchungsgerät im Darm eingeführt (platziert), im Darm schwerste Verletzungen auslöste.

Seine Frau, nun mit einen künstlichem Darmausgang, leben muss.
Erneut begann er zu weinen.

Dazu: RLS, Parkinson, MS, Bechterew, Rheuma, Alzheimer, Tumor, Hörsturz, Hörschädigung, Tinnitus, usw., sind mehr als wahrscheinlich;
Schwerwiegende Folgen, schwerster Fehlbehandlung betreffend;
Bluthochdruck (essentielle Hypertonie), im Schlaf.
Verursacht auf Grund; Sauerstoffmangel im Schlaf!
Unbehandelte Grunderkrankung Schlafapnoe Syndrom (OSAS/ZSA), in Kombination mit sogenannten ‘blutdrucksenkenden Medikamenten’, plus: Schlafmittel, Opiate, Narkotika, Alkohol, Psychopharmaka, etc., weiten die Problematik des Problems Schlafapnoe Syndrom (OSAS/ZSA), erheblich.
Dazu: Ersticken im Schlaf, wird mittels Not-Wecken aus dem Schlaf (Arousel genannt) eigentlich, behoben.
Leider; Arousel verzögert sich auf Basis;
Hirn benebelnder Beeinflussungen wie z.B.: Alkoholrausch, Narkotika, Opiate, Schlafmittel, etc., was immer, erheblich.
Ganz einfach, Sie benebeln die Hirnreaktion (Beobachten sie bitte einen Betrunkenen; Wie er schwankt, in sich kreist auf seinem Nachhauseweg, oft stolpert!).
Blutdrucksenkende Medikamente-, Alkohol-, Opiate-, Narkotika- usw. bedingt, verzögern mehr als viele Hirn-Prozesse, die die Blutsauerstoffsättigung im Blut, relativ korrigieren sollen/könnten.

Was geschieht wirklich?:
Schlaf in Apnoen, heißt; Ersticken im Schlaf!
Folge: Hohe, bis höchste Herzfrequenz,deshalb hoher/höchster Blutdruck! Dieses, allein deshalb, dass endlich erhöhter Blutvolumenumsatz zu Stande kommen kann!
Motto; Mehr Blut mit wenn auch geringerem Sauerstoffgehalt, muss zu Zellen, zu Sauerstoffgroßverbraucher Hirn!
Aber: Bluthochdruck im Schlaf wird überwiegend fälschlich, mit sogenannten blutdrucksenkenden Medikamenten aller Art, behandelt!
Bluthochdruck im Schlaf wird dadurch schwerwiegend, fehlbehandelt!
Warum: Blutdrucksenkende Medikamente senken nicht den Blutdruck!
Alles was sie können, sie machen erhöhten Blutdruck überflüssig.
Überflüssig, indem sie die Herzfrequenz ausbremsen, niedrig halten, einfrieren sozusagen! Vom Arzt, mittels Wirkstoffmasse sogenannter blutdrucksenkender Medikamente, so eingestellt.
Folge: Sinkt die Sauerstoffsättigung des Schlafenden, sagt das Hirn, ‘Hallo’;
Der Blutvolumenumsatz, damit die Herzfrequenz muss sofort ansteigen. Dieses, funktioniert blutdrucksenkender Medikamente, damit eingefrorener Herzfrequenz (Puls) bedingt, nicht.
Folge: Die Blutsauerstoffsättigung sinkt tiefer und tiefer.
Irgendwann, schon ab Blutsauerstoffsättigung um 128 ansteigen!
Damit soll der Blutvolumenumsatz, entsprechend ansteigen.
Genügt dieses nicht, um die Blutsauerstoffsättigung anzuheben kommt
es in > 90% aller Fälle, zum Arousel (Not-Wecken aus dem Tiefschlaf)! Im Normalfall atmet der Betroffene kurz, tief ein. Und; Er/Sie schläft sofort ohne es jemals selbst feststellen zu können das er/sie eben not-geweckt worden war, wieder ein.
Problem: Ab-Atmung!
Funktioniert Ab-Atmung nicht korrekt, sammelt sich im Blut, Kohlendioxidgas! Kohlendioxidgas in Masse, löst sich im Blut in Kohlensäure.
Kohlensäure überwindet die Bluthirnschranke, und;
Löst, zerstört, Hirn-, Nervenstränge schützendes Eiweiß auf.
Ersichtlich via MRT (Z.B., an Alzheimer Erkrankten)!

Hinweisen bezüglich Frauen:
Allein im engeren Kreis familiärer Umgebung, leiden/litten, zwei Frauen an der Grunderkrankung Schlafapnoe Syndrom; ZSA!
Schlafapnoe Syndrom; ZSA, wird bei unterschiedlichsten Vorträgen, Diskussionen kaum, bis nie erwähnt. Aber, warum trifft es gerade Frauen zu ?
Ganz Einfach: Viele Frauen die Kinder geboren haben, leiden mit hoher, bis mittlerer Wahrscheinlichkeit, vergleichbar an Borreliose Geschädigten, an Zwerchfellschädigung.
Heißt; Die Ab-Atmung im Schlaf, ab Alter um 55 (nach der Menopause), funktioniert nicht mehr korrekt (was mit geschwächten Bindegewebe stärkenden Hormonen im Alter zu tun hat (bei Männern ab Alter um 35, oft)!
Ein-Atmung im Schlaf, bedeutet Bauch aufblähen. Bei Ab-Atmung im Schlaf, senkt sich der aufgeblähte Bauch, drückt so verbrauchte Luft (Kohlendioxidgas) über Lunge und Atmungsorgane ins Freie.
Funktioniert die Ab-Atmung nicht korrekt, verbleibt Kohlendioxidgas im Blut, das sich im Blut, in Kohlensäure löst.
Einzige Hilfe für dermaßen Geschädigte: Zusätzliche Sauerstoffzufuhr über Nasenbrille, bzw., nCPAP Luftüberdruck gestützter Atmung im Schlaf!
Ab bestimmten Alter, nützt Sauerstoffzufuhr über Nasenbrille, gleich Null.
Warum?; Die zusätzliche Sauerstoffzufuhr mittels Nasenbrille erhöht zwar denn Sauerstoffgehalt in der Lunge, verhindert leider nicht die geschwächte
Ab-Atmung, an ZSA-Betroffen-Leidender!
Dazu Die Luft/Sauerstoff-Zufuhr kann nur funktionieren, wenn die Ab-Atmung einwandfrei funktioniert !
Einzig hilft im Schlaf in Apnoen, grundsätzlich nCPAP (nasal Continuous Positive Airway Pressure).
Anm.: Nur die wenigsten unsere Mitmenschen wissen, das sie an Schlafapnoe (mehr oder weniger) leiden! Sie auf Basis schwerwiegender Fehlbehandlung mit Blutrucksenkenden Medikamenten wie auch sogenannten Psychopharmaka,
schwerwiegend fehlbehandelt werden/sind!
Empfehlung: Lassen Sie, bevor Sie irgendwelche, sogenannte Blutrucksenkende Medikamente in eurem Schlaf, hinsichtlich Schlafapnoe untersuchen!
HNO-, Pneumologie-Facharzt!

Etliche Erfahrungen sind gesammelt, auch aus engerem Familienkreis!
Mehr?, Kein Problem: flc@live.de;

#4 |
  12
Gast
Gast

Es ist ohnehin längst bekannt, dass Frauen bei einem Myokardinfarkt die unscheinbareren, leichter zu übersehenden Symptome, -verglichen mit Männern, die nahezu brutale verengte Brustschmerzen bekommen können:Also das sollte übrigens jeder Mensch inzwischen gelernt haben, um Erste Hilfe anfordern oder leisten zu können.Nicht nur medizinisches Fachpersonal.Nur: Wäre ich nicht davon betroffen, ich wüßte wenig davon:

#3 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ist die Herztodwahrscheinlichkeit bei medizierten oder nichtmedizierten RL- Patientinnen höher oder ist die gleich?

#2 |
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Ärztin
Ärztin

Ohh meine Güte… Pflegekräfte…mit RLS alles klar oder? Es ist bekannt dass Schlafstörungen und Schichtarbeit unter anderem die Nachtabsenkung des Blutdrucks stören und den Stoffwechsel beeinträchtigen was wiederum das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse erhöht. Die Antwort auf diese Frage liegt auf der Hand. Ockhams Rasiermesser.

#1 |
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