Hochsensibilität: Muss man das ernst nehmen?

16. Januar 2018

Die Umgebung zu laut, die Menschen zu viel, das Licht zu grell. Viele glauben, hochsensibel zu sein. Online-Tests mit suggestiven Fragebögen bestätigen den Eindruck. Dabei fehlen nicht nur klare Definitionen für Hochsensibilität, sondern auch objektive Tests.

Hochsensibilität liegt derzeit im Trend. Wer nach entsprechender Ratgeberliteratur sucht, findet mehr als 80 deutschsprachige Treffer. In sozialen Medien häufen sich Beiträge zu dem Thema, verschiedene Websites bieten Online-Selbtsttests mit Ergebnissen innerhalb weniger Minuten an. Momentan fehlen jedoch nicht nur klare Definitionen für das Persönlichkeitsmerkmal, sondern auch objektive Tests. Wo die Grenze zur Empfindsamkeit im normalen, etwas erhöhten Rahmen überschritten wird, lässt sich nicht eindeutig sagen. Skalen zeigen nicht, was auf neurophysiologischer Ebene tatsächlich abläuft. Manche Experten lehnen das Konzept deshalb ab.

Aus Patienten werden Forscher

Dabei hat der Bias Tradition: Nach einer Operation im Jahr 1987 litt die US-amerikanische Psychologin Elaine Aron laut eigenen Angaben unter starken seelischen Befindlichkeitsstörungen. Eine Therapeutin fand bei ihr nichts auffälliges. Ob es weitere Untersuchungen oder gar Diagnosen gab, bleibt unklar. Aron ging jedoch davon aus, dass sich ihre Empfindungen grundlegend vom Ottonormalverbraucher unterscheiden. Kurz darauf gründete sie zusammen mit ihrem Mann ein neues Forschungsfeld, nämlich die Hochsensibilität. Bis heute zählt das Ehepaar Aron zu den Pionieren, obwohl schon ihre erste große Arbeit Anlass zur Kritik bietet.

Basis waren sieben Serien von Interviews. Per Annonce suchten Forscher nach Probanden, die sich selbst als introvertiert, überstimuliert und überfordert bezeichneten. Sie rekrutierten 30 Psychologiestudenten und neun Künstler: eine Kohorte, die sich kaum als repräsentativer Bevölkerungsdurchschnitt bezeichnen lässt. Alle Teilnehmer wurden nach unterschiedlichen Lebensbereichen befragt, etwa zur Kindheit, zu Beziehungen, zur Weltanschauung oder zu Orten, an denen sie sich besonders wohlfühlten. Der Myers-Briggs-Typenindikator und ein Fragebogen zum Bindungsstil kamen hinzu. Auf dieser mehr als wackligen Basis entstand schließlich ein bis heute gültiger Fragebogen zur Hochsensibilität nach Elaine N. Aron. Die Forscherin hat ihr umstrittenes Tool selbst bei weiteren Interviews eingesetzt.

Allerweltsfragen zur Diagnose

Deutschsprachige Versionen sind unter www.hochsensibel-test.dewww.zartbesaitet.net oder www.hochsensibilitaet.ch zu finden. Viele der Fragen sind sehr allgemein formuliert. Ein Großteil aller Teilnehmer würde die entsprechenden Punkte wahrscheinlich ankreuzen:

  • Ich scheine schmerzempfindlich zu sein.
  • Lärm ist mir unangenehm.
  • Mein Traumleben ist mir wertvoll.
  • Harmonie ist mir wichtig.
  • Mit meiner beruflichen Situation bin ich glücklich und zufrieden.
  • Ich meide Fernsehsendungen und Spielfilme mit Gewaltszenen.
  • Es bringt mich leicht aus der Fassung, wenn ich in kurzer Zeit viel erledigen muss.

Wer bewusst oder unbewusst Teil der hochsensiblen Community sein möchte, wird den Fragebogen dementsprechend ausfüllen. Die Prophezeiung erfüllt sich quasi von selbst. Manche Tests wie www.zartbesaitet.net  geben in der rechten Spalte suggestiv an, wo die richtigen Kreuzchen gesetzt werden sollten. Das Symbol (+++) steht den Autoren zufolge für einen Hinweis auf hochsensible Persönlichkeiten und ist auf den ersten Blick erkennbar. Ohne jegliche Verblindung verlieren Scores ihren Wert.

Fragwürdige Fragebögen

Nicht nur Laien arbeiten gern mit Fragebögen. Auch Wissenschaftler bedienen sich dieser Instrumente und fördern dabei wenig Erhellendes zu Tage. David E. Evans vom H. Lee Moffitt Cancer Center & Research Institute in Tampa, Florida, arbeitete mit einer Stichprobe von 297 Studierenden. Er und sein Team fanden außer den – wie sie schreiben – „negativen Affekten“ wie Angst, Ärger oder Traurigkeit auch die „ästhetische Sensitivität“, also die Feinfühligkeit in Bezug auf neue Sinnesreize.

Karin Sobocko, Forscherin an der Carleton University im kanadischen Ottawa, bestätigt diese Erkenntnis. Sie arbeitete mit Daten von insgesamt 272 Probanden. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht alle sensiblen Verarbeitungssensitivitäten mit unerwünschten Lebensereignissen verbunden sind“, schreibt die Expertin. Das heißt, Hochsensibilität auf Leiden zu reduzieren, ist zu kurz gesprungen. „Manche Menschen haben vielfältige Interessen und profitieren von neuen Sinneseindrücken.“ Es ist schwer, sich darunter etwas Konkretes vorzustellen.

Empfindlicher auf chemische Reize?

Forscher untersuchen nicht nur die sensorische oder ästhetische Sensibilität. Margrit Schreier von der Jacobs University Bremen hält eine Assoziation zwischen Hochsensibilität und multipler Chemikaliensensibilität (MCS) für recht wahrscheinlich. Personen mit MCS reagieren auf geringe Mengen bestimmter Substanzen, etwa in der Umwelt, in Gebäudeinnenräumen oder in Kosmetika. Als typische Symptome nennt das Umweltbundesamt (UBA) Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Atemprobleme, Symptome des Magen-Darm-Traktes und weitere Störungen diverser Organsysteme. Basis von Schreiers Studie war eine Kohorte mit 113 Personen. Die Forscherin arbeitete sowohl Fragebögen zur Hochsensibilität (HSP Scale, Adult Temperament Questionnaire) als auch zur MCS (Adult Temperament Questionnaire) aus.

Andere Experten sehen Zusammenhänge zwischen Hochsensibilität und Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). In seinem Buch „Zart besaitet – Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen“ beschreibt Georg Parlow, Vorsitzender des Vereins „zartbesaitet“ für hochsensible Menschen, weitere somatische Auffälligkeiten, nämlich überaus viele Allergien, häufigere Reaktionen auf Arzneistoffe und öfter auftretende Stresskrankheiten.

Elaine Aron erklärt, Hochsensibilität sei nicht dasselbe wie Introversion, Neurotizismus oder Schüchternheit. Im Unterschied dazu spricht der deutsche Psychologe Jens Asendorpf bei Hochsensibilität sogar von einer Unterklasse des Neurotizismus. Einmal mehr zeigt sich, wie schwammig die Begrifflichkeiten sind.

„Schonraum erhalten, ohne als krank gelten zu müssen“

Zu den Kritikern gehört Dr. Andreas Meißner, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aus München. „Das Konzept erinnert stark an den Begriff des Burnout, der es ebenso ermöglicht, Schonraum zu erhalten, ohne als krank gelten zu müssen“, fasst der Experte zusammen. Durch neue – wie er es nennt – „Störungsetiketten“ werde indirekt die gewünschte Rücksichtnahme eingefordert.

Meißner zufolge gebe es keine eindeutigen Forschungsergebnisse, um hochsensible Personen per se klar abzugrenzen. Von Fragebögen hält er wenig: „Zu vage und zu beliebig sind die zahlreich angeführten Eigenschaften, in denen sich mühelos die meisten Leser wiederfinden können.“

„Die Gruppe der Hochsensiblen mag es geben, eine neue Diagnose nach ICD oder DSM wird aus dem Begriff der Hochsensibilität jedoch nicht entstehen“, so Meißner. Vielmehr handele es sich um ein „wohl überflüssiges Störungskonzept“. Er verweist auf bestehende Möglichkeiten der Psychotherapie, um gezielt Angststörungen  oder Depressionen zu therapieren, sollten diese Beschwerden eine zentrale Rolle einnehmen.

Die Neurobiologie betritt Neuland

Gehirnaktivitäten bei Hochsensibilität

(A) bis (D): Austausch von Bildern glücklicher Partner gegen glücklicher Fremder: (A) Anteriore Inselregion, (B) somatosensorische Cortex, (C) ventrales tegmentales Areal (VTA), (D) dorsolateraler präfrontaler Cortex (DLPFC); (E) bis (F): Austausch von Bildern trauriger Partner gegen trauriger Fremder: (E) Inselrinde (Insula), (F): ventrales tegmentales Areal (VTA) © Bianca P. Acevedo et al., CC BY 3.0

 

Von neurobiologischer Seite kommt derzeit jedenfalls keine große Hilfe. Bianca P. Acevedo, Forscherin an der University of California, Santa Barbara, zeigte zusammen mit Elaine und Arthur Aron, dass es im Gehirn auffällige Vorgänge gibt: Gemeinsam untersuchten sie 18 Probanden mit Hochsensibilität laut klassischer Skala per funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT). Mit dem Verfahren lassen sich Durchblutungsänderungen von Hirnarealen und damit neuronale Aktivitäten sichtbar machen.

Acevedo präsentierte ihren Studienteilnehmern unterschiedliche Portraits. Tauschte sie Aufnahmen fremder Personen gegen Fotos des Partners, wurden bestimmte Gehirnregionen (Pfeile; Bild links) stärker aktiviert als bei Personen ohne Hochsensibilität. Einge Jahre zuvor fand Jadzia Jagiellowicz von der Stony Brook University New York ebenfalls Hinweise im fMRT, die dafür sprachen, dass als hochensibel eingeschätzte Probanden Details und Feinheiten in Bildern anders bzw. stärker wahrnehmen als Probanden, die als nicht hochsensibel einstuft wurden. Jedoch liefern bislang weder Acevedo noch Jagiellowicz Argumente, die ein neues Krankheitsbild rechtfertigen würden.

75 Wertungen (3.71 ø)

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52 Kommentare:

Altenpfleger

Ein Freund von mir ist Wirtschaftspsychologe. Ich hatte vor ein paar Jahren in einem Gespräch das Wort Hochsensibilität in den Mund genommen und er rief mich zu Ordnung und Wissenschaft zurück:
Eine Anpassungsstörung auf Grund einer Hyperreaktion des Nervensystems mit traumatischer (und in diesen Kreisen auch genetisch benannter) Ursache.
Unbearbeitete psychische Traumata lassen den Betroffenen über eine Verschiebung von Neurotransmittern in ständiger Alarmbereitschaft herum laufen.
Natürlich sind da bestimmte Hirnareale mehr aktiv. Das biologische Programm sieht vor den lautlosen Tiger im Wald hören zu müssen (um es überspitzt zu sagen). Kleines Schmankerl: bei Borderline ist die Amygdala hyperreaktiv, Stresshormone werden ausgeschüttet und die Sicherung fliegt raus (Betroffene laufen auf Reptilienhirn).
Als selbst Betroffene wende ich Strategien aus der Logotherapie an und halte mich an Training (Menschenmengen, laute Umgebung, Verhaltensmodifikation) und nutze die Veränderung schamlos im Job und zur heimlichen medizinischen und psychiatrischen Weiterbildung, was mich zu einem der entspanntesten Menschen überhaupt macht.
Wie Sie sehen arbeite ich völlig Ressourcenorientiert im Job und privat.
Inzwischen bin ich sogar der Meinung, daß der defizitäre Betrachtungsansatz im psychiatrischen Bereich die Menschen kränker macht als sie sind. Der Versuch der Betroffenen eine gesellschaftlich weniger stigmatisierende Terminologie zu erfinden erscheint mir da nur natürlich. Burnout klingt halt fleißig und Hochsensibel klingt schick.
18 Probanden sind für eine Querschnitt Studie zu wenig und in diesem Bereich fehlen mir zu 100% die kompletten anamnestischen Daten um die Ursachen auf einen Nenner zu bringen. Ohne vernünftige Studie kein ICD Schlüssel!

#52 |
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anonymer gast
anonymer gast

#R.H. Hessen. Ja, es gibt ein Netzwerk-Nahtoderfahrungen Hessen.de
den nächsten Termin will ich wahrnehmen. Es ist im Taunus.
Frida Stern: Ich gebe ihnen vollkommen recht. Mir ist beides annehmbar, die
Naturwissenschaft, wie andere Dimensionen.

#51 |
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Nichtmedizinische Berufe

Nehmen wir einmal die positive Seite: Nicht alle Menschen reagieren gleich auf Musik, die Schönheit der Natur, als schön empfundene Bilder u.v.m.

Sinneseindrücke führen nicht bei allen Menschen gleichermaßen zu Glück oder Unbehagen.

Die Intensität von Sinneseindrücken unterscheidet sich gewaltig von Mensch zu Mensch.

Nicht alle Menschen nehmen die Gefühle anderer Menschen in gleicher Weise wahr.

Und natürlich gibt es Menschen, die in hohem Maß sensibel sind. Wenn man mit offenen Augen (und Sinnen) durch das Leben geht, dann erkennt man diese Menschen ebenso wie die weniger Sensiblen.

Und natürlich gibt es präkognitive Träume, die sich aus der gesteigerten Wahrnehmung vieler Indizien erklären ließen.

#50 |
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R.H., Hessen
R.H., Hessen

… ja, wenn man so sensibel ist, dann beschäftigt man sich auch mit Themen, die von der Wissenschaft einfach negiert werden (insbesondere von der “Schulmedizin”). Auch ich kenne diese “präkognitiven Träume”, die wahr werden bzw. sind. Und dann kommt man an Bereiche der Quantenphysik und findet solche Wissenschafts(!)-Artikel auf welt.de, in denen es um das unsterbliche, universale Bewusstsein geht als Grundelement des Seins wie auch Materie, Zeit, Raum und Energie. (Siehe “https://www.welt.de/wissenschaft/article1938328/Die-Seele-existiert-auch-nach-dem-Tod.html”) Vielleicht haben Hochsensible ja auch Zugang zu dieser “Dimension”… Aber das ist natürlich nicht mit den begrenzten “irdischen, evidenzbasierten” Mitteln nachweisbar… (ich weiß schon: Einige werden jetzt sagen: “Mmh, kann gut sein”, andere sagen jetzt “der spinnt ja, dieser R.H. …”. Aber, wie gesagt: “Eure Begrenztheit geht mich nichts mehr an.”)

#49 |
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anonymer gast
anonymer gast

#R.H., Hessen. Vielen Dank für so viel Offenheit. Ja, ich habe präkognitive Träume. Den Suicid eines (lieben) Kollegen träumte ich 10 Jahre im vorhinein.
Ich erinnere noch den Ärger, den ich über mich selbst empfand, ob meiner
Überdehtheit. Als es dann passierte, war ich perplex. Kapierte aber, dass es die hohe Sensitivität tatsächlich gibt. Nein, damit sollte man zu keinem Mediziner gehen. Einzig und allein Therapeuten nach C.G. Jung können mit so etwas umgehen. Leider gibt es davon so weinige.

#48 |
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Krankenpflegehelferin

Schwierig wird es bei der Abgrenzung zu hochempfindlich, also nur die eigene Person betreffend. Dennoch trifft ” es ” teilweise auch hier zu..

#47 |
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R.H., Hessen
R.H., Hessen

Ach, Leute…. Es sind immer wieder die sog. Schulmediziner, die nur und eben ausschließlich “evidenzbasierte Fakten” zulassen wollen und damit das vollständige Wahrnehmungsspektrum für sich beanspruchen und alles über ihre Mess-Möglichkeiten hinausgehende negieren und sich dann verächtlich darüber äußern. Arroganz bis zum Anschlag. Das ist mir zu anstrengend. In diesem Zusammenhang möchte ich sagen: “Wenn Du Hochsensibilität nicht mit Deinen beschränkten Mitteln messen kannst, heißt es nicht dass es diese nicht gibt. Es heißt nur, dass Du sie nicht messen kannst.” Seit ungefähr drei Wochen habe ich für diese (meine) Gabe eine Bezeichnung: “Hochsensibilität”. Und ich fühle mich eher befreit als krank. Viel zu groß war der Anpassungsdruck. Ich kann Windräder in 5 km Entfernung wahrnehmen (kann sogar die Umdrehungen zählen), “höre” die ca. 2 km entfernte Kläranlage durch Abflussrohre (alles Infraschall), beim Hören von hochauflösender Musik (HD-Tracks) tun sich für mich ganze Universen auf, während meine Frau sagt, da sei kein wahrnehmbarer Unterschied zur (guten) CD. Schwingungen zwischen Menschen nehme ich beim Betreten eines Raumes schlagartig wahr. Burnouts/Depressive erkenne ich am Gesamtbild (Körperhaltung, Stimme etc.), Übergewichtige erzeugen in meiner Wahrnehmung massive Dissonanzen bis hin zu Schmerzen etc. Und, nein, ich bin nicht krank, ich fühle das alles wirklich. Und da kommen irgendwelche dahergelaufenen Schulmediziner und sagen, was sie nicht messen können, das gibt es nicht. Ehrlich: Das ist mir egal. Eure Begrenztheit geht mich nichts mehr an.

#46 |
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Dipl.-Psych Frauke-Maria Eidam
Dipl.-Psych Frauke-Maria Eidam

….also doch aus psychologischer Sicht noch zwei Anmerkungen:
1. Fragebogen ist nicht gleich Fragebogen. Wichtig ist wie reliabel ein Fragebogen ist und wie valide, ob er auch das misst was er zu messen vorgibt, das muss bewiesen werden. Fehlerabweichungen müssen mit statistischen Methoden geschätzt und angegeben werden. Um eine Persönlichkeitseigenschaft zu deklarieren und valide zu beschreiben ist das Führen von Interviews bestenfalls eine Methode im Vorfeld der eigentlichen statistisch akzeptablen Untersuchung, sie kann zur Erstellung von Hypothesen führen, die in z.B. Faktorenanalysen oder auf andere Weise zunächst so unbeeinflusst wie nur geht von konfundierenden Variablen festgemacht wetrden muss. Niemals kann derjenige, dem etwas auffällt einfach über Interviews allein eine Untergruppe des Neurotizismus (als eine Kategorie der Faktorenanalytisch genau begründeten Big Five-Persönlichkeitsdimensionen) ausrufen.
2. es gibt bestimmt neurologisch feststellbare Unterschiede in den Reizschwellen verschiedener Menschen und die sind auch z.B. für Depressive und besonders für Menschen mit einer hohen Trait-Angst belegt. Mich stört eher, wenn Menschen mit Verweis auf ihre Hochsensibilität es an Sensibilität anderen Menschen gegenüber fehlen lassen und nur Rücksicht auf sich selbst einfordern. Dies ist für mich auf jeden Fall eine andere Eigenschaft. Die würde auch u.U. konträr zu Empathiefähigkeit liegen.

#45 |
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Gast
Gast

Meiner Auffassung nach gehört es zu den Sozialwissenschaften. Es ist ein
Lebensstilkonzept und dieser, der Lebensstil wird in den Therapien viel zu wenig beachtet. In der Medizin wird der Hochsensible keinen Ansprechparter finden –
Mediziner sind genau das Gegenteil von hochsensibel.

#44 |
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Gast
Gast

Mit Verlaub – sie können sich in noch so viele Fachtermini und ähnliche Konstrukte versteigen, und ich kann mich nur wiederholen:
HS ist ein Konstrukt, das in der Medizin `nichts verloren hat´, um es mal umgangssprachlich auszudrücken.
Wenn ein Mensch meint, er sei hochsensibel `belastet´ ist das ein Fall für den Psychologen. Und erst wenn das nicht hinreicht und zu keiner Besserung führt, kommt die Medizin (Psychiatrie) in`s Spiel.
Vielen Dank!
J. Helmerichs

#43 |
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Beate Zilske Gast
Beate Zilske Gast

…jeder Mensch ist einzigartig auf dieser Welt und keiner gleicht dem anderen, sei es im körperlichen- geistigen oder psychischem Dasein. Wenn ein Mensch seit seiner Kindheit im tiefsten Inneren empfindet, dass er nicht richtig auf dieser Welt ist und er auf sehr viele Lebensbereiche anders als ,, normal erwartet ,, agiert und reagiert, wenn er jedes Leid und jede Freude intensiver am eigenen Leib erfühlt, wenn er innere Bilder hat wenn er einen Menschen erspürt, dann ist er sehr wohl hochsensibel.
HP hat sicher nichts mit den Fragen- lebe ich mein Traumleben oder bin ich mit meinem Job zufrieden- zu tun. HP liegt auf der gleichen Ebene wie Empathie. Ein Großteil der Menschheit lässt sich heutzutage sein menschliches Empfinden aberziehen- er wird still gelegt. Die Neurowissenschaft tappt im Dunkeln und das ist für mich auch gut so. Die Psychiatrie hat viel Schindluder mit solchen HP`s getrieben. Ihnen wurde Psychopharmaka verabreicht und sie wurden in öffentlichen Einrichtungen eingeliefert und als ver- verückt erklärt.
Warum muss auf allem von der Wissenschaft nicht erklärbar herumgeritten werden?? Wenn die Traumatherapie betrachtet wird wurde festgestellt, Kinder in 3. oder 4. Generation träumen vom Krieg und bekommen Panikattacken, obwohl sie nie etwas derartiges erlebt haben. Spielen nicht viele Faktoren zusammen warum ein Mensch anders denkt und fühlt?? Alles ist im Unterbewusstsein gespeichert- kann ich es sehen?? Ich selbst habe einen langen Irrweg hinter mir- wurde als Simulant hingestellt und mit Psychopharmaka ruhig gestellt, da ich unter großen Panikattacken litt. Alles zu vereinen- Körper- Geist und Seele mit einem – meinem normalen Menschenverstand betrachtet, hat mir Heilung gebracht.
Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die nicht unbedingt von der Wissenschaft erklärbar ist und das ist auch gut so.

#42 |
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Psychotherapeutin
Psychotherapeutin

“Schonraum erhalten wollen ohne dabei als krank zu gelten ” ist ein wichtiges Motiv, dem ich nach meinem Eindruck schon oft begegnet bin, wenn bei Patienten eigentlich eine Auseinandersetzung mit maladaptiven Erlebens- und Beziehungsmustern und die Aufarbeitung schmerzhafter biografischer Erinnerungen angestanden hätte. In meiner Praxis erlebe ich bemerkenswerter Weise bisher ausschließlich Patienten, die Borderlinestruktur oder narzisstische Persönlichkeit haben zusätzlich zu ihren Depressionen oder Angsterkrankungen, dass sie darauf bestehen falsch diagnostiziert worden zu sein und “nur eine Hochsensibilität” hätten. Verbunden wird das mitunter mit einer Abwertung der dump und grob erscheinenden Mehrheit der sogen, Normalen, die nicht den Feinsinn und nicht die Rücksicht auf die besagten Personen besäßen. Ebenso beeindruckend ist, dass ich von Patienten mit Depressionen und Ängsten allein ohne Akzentuierung der Persönlichkeit (also mit relativ gesundem Beziehungamustern) niemals die Idee präsentiert bekomme, sie gehörten zu dem Kreis der Hochsensiblen. Diese bezeichnen sich oft als “zu” sensibel oder sehr anfällig, eher im Sinne einer Selbstabwertung. Das ist doch schon bedenkenswert und stützt die Hypothese, dass einige durch neues Labeling ihres Leidens, die Auseinandersetzung vermeiden wollen und sich lieber mit einer neuen, nicht behandelbaren Eigenschaft ausstatten, die Rücksichtnahme anderer fordern würde und Veränderungsmotivation beim Patienten quasi nicht verlangt.

#41 |
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Gast
Gast

Ich stimme dem zu, dass eine erhöhte Sensibilität keinen Krankheitscharakter hat. Aber Menschen, die Sinneseindrücke viel stärker wahrnehmen und diese auch nicht filtern können, werden mitunter deshalb krank, weil sie versuchen so zu sein, wie andere sie haben wollen. Ich selbst habe vor einigen Jahren in einer Migräneklinik erfahren, dass bei manchen Menschen die Filterfunktion des Gehirns schlechter ausgeprägt und eben auch nicht trainiere ist.

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#2: Ich stimme Ihnen zu: in dem an sich m. E. sehr interessanten und gescheiten Artikel fehlt die – wünschenswerte – Unterscheidung zwischen mentaler (bzw. “psychischer”) und sensorischer “Empfindlichkeit”. – Vermutlich dürfte es schwierig sein, mittels noch so schlau elaborierter Fragebogen eine Differenzierung zu ermöglichen. – Und jedenfalls sollte von fachkundiger Seite klar gestellt werden, dass “hochsensible Sensoriker” nicht krank sind sondern Menschen mit beonderen Gefährdungen aber auch Möglichkeiten. – Wunderbar, wenn man als solcher selbstständig ist und seinen Tagesablauf individuell gestalten kann (so lange man physisch gesund ist). – Mental sehr sensible Menschen sind im Umgang problematischer.
Dr. Horst Landau, Zahnarzt i.R.

#39 |
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Nichtmedizinische Berufe

Was hat die immer! an den Körper gebundene Ausdrucks- und Kommunikationsgröße, fehlbesetzt und immer wieder missbraucht als Psyche, auch hier wieder mit dem körperlichen Ausdruck eines nur relativ zu bewertenden Begriffs einer gesteigerten Sensibilität zu schaffen?
Und warum schwadroniert dann niemand über eine herabgesetzte Sensibilität, die im selbigen relativen Kontext beurteilt werden müsste?
Aus eigener Erfahrung, die immer wieder von gestandenen Medizinern bestätigt wird, gibt es im fast unendlich auszudehnenden Wissensbereich zur Medizin gemessen daran nur extrem wenige Erkenntnisse, die wiederholt und übertragbar validierbar sein könnten.
Warum wird dann aber auch hier wieder so sehr sicher über die Existenz von sogenannter Hochsensibilität bestimmt oder abgelehnt?
So ein Verhalten wird auch in anderen Themenbereichen als arrogant bewertet.
Und Arroganz war schon immer der Ausdruck von Hilflosigkeit und Unsicherheit.
Ich könnte viele unbeantwortete Themen anführen.
Nehmen wir nur einmal das Bindegewebe, von dem als mittlerweile nur vage bekanntes auch senso-sensibles Gebilde immer noch nichts richtig geschlussfolgert werden kann.
Allein nur dieses ausgedehnt auf die ZNS-Hüllstrukturen angewandt, fälschlicherweise als Hirn- und Rückenmarks-“häute” bezeichnet, würden sich schlagartig so viele Unbekannte abbilden lassen, dass ich in dem Sinne auf eine wirklich standsichere Behauptung zum Sensibilitätsgrad sehr gespannt wäre…

#38 |
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Gast
Gast

Die menschlichen Gefühle bzw. Emotionen sind (ausgerechnet) in der Psychologie am wenigsten erforscht. Die Neurobiologen, wie zB der ehrenwerte Prof Dr. Dr. Gerhard Roth, wissen darüber mehr.
Ich habe mich lange mit den sog. HSP`s befasst und meine, dass der o.a. Artikle alles dazu sagt, was gesagt werden muss. In dieser Hinsicht ist das `Phänomen´ HS nichts mehr als eine `Erfindung´, die viele Anhänger gefunden hat und vielleicht sogar geschäftsmäßig propagiert wird.
Es hat schon immer mehr oder weniger sensible Menschen gegeben, wobei auch hochsensible Persönlichkeiten keine signifikanten Störungen im Sinne einer psychischen Krankheit rechtfertigen. Das liegt auch nicht im Interesse der HSP`s, sondern unterliegt dem Streben der `Fachkollegen´, die die Hochsensibilität `erfunden´ haben und Beachtung finden wollen.
Man könnte entsprechend auch ein HE (High Empathy) Syndrom definieren, denn sensible Menschen verfügen meist auch über ein erhöhtes Empathie-Empfinden.
Ich selbst bin auch ein hochsensibler Mensch und war viele Jahre wegen einer schwerwiegende Depression mehrfach in klinischer Behandlung.
Letztlich konnte ich mir nur selbst helfen, meine `Gefühlslagen´ richtig einzuordnen und in meinem Leben als Hobbypsychologe und – Neurologe erfolgreich umzusetzen.
MfG
J. Helmerichs (`Pete J Probe´ als Blogger)

#37 |
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Gast
Gast

Etwas mehr Ruhe und Achtsamkeit würde uns allen guttun. Unsere individuellen Bedürfnisse zu erkennen und Strategien zu erarbeiten die uns erlauben unsre Akkus auch mal wieder aufzuladen und nicht auf dem Zahnfleisch durchs Leben kriechen zu müssen sollte jeder lernen und gewissenhaft praktizieren.

HSP gibt es viele in unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen. Wer erst den HSP-Fragebogen ausfüllen muss um bei sich anzukommen und sich klarzumachen dass seiner Erholung am Wochenende laute Discobesuche und Alkoholkonsum im einer großen Menschenmenge eher abträglich sind, meinetwegen, solange es hilft ist es doch egal. Und wenn der Fragebogen tatsächlich eine gewisse Fehlerquote aufweist und viele zu den HSP rechnet die es eigentlich nicht sind… na und? Was könnte schon schreckliches passieren? Es IST keine Diagnose, es führt weder zur Rente noch zu einer nebenwirkungsreichen Therapie. Die Betroffenen achten auf mehr individuelle Schonung im Alltag und bestärken sich gegenseitig in Selbsthilfeforen. Ist doch super! Täte uns allen gut. Nur keine Sorge, unsere Gesellschaft neigt sowieso dazu den Mitgliedern mehr abzuverlangen als ihr eigentlich zusteht… da könnten sich manche ruhig etwas mehr rausnehmen. Der Krug geht nur zum Brunnen bis er bricht… na dann gehen manche Krüge eben etwas seltener und langsamer… Hauptsache sie brechen nicht. Dieses overachieverhafte sich-immer-noch-ein-Extrabein-ausreißen dürfen wir getrost jenen überlassen die dafür auch entsprechende Topmanagergehälter bekommen.

Dass es immer Leute gibt die sich ganz rausnehmen und sich vollständig auf Kosten der Gemeinschaft durchfüttern lassen obwohl sie durchaus imstande wären einen eigenen Beitrag zu leisten werden wir so oder so nicht ändern, egal ob wir HSP nun anerkennen oder nicht.

#36 |
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Wenn Herr Dr. Meißner nichts von Fragebögen hält, wie erledigt er dann seinen Job? Sämtliche (!) psychische “Störungen” werden über Fragebögen ermittelt! Auch das von ihm benannte Burn-out. Oder hält er nur nichts von Fragebögen, die Dinge ermitteln, die nicht in sein Konzept passen?
Im übrigen haben Aron & Aron in ihren Studien VOR Veröffentlichung ihrer These nicht nur 39, sondern 1.136 (1.137?) Probanden interviewt. Das waren in den 1990er Jahren wesentlich mehr, als so manche Studien zu Störungsbildern vorweisen konnten.
Gute Recherche, gute Artikel!

#35 |
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F. Neumann (Ärztin)
F. Neumann (Ärztin)

Ich bin nach einigen Jahren der Tätigkeit (überwiegend in der psychosomatischen Reha) von einer Psychologen-Kollegin darauf aufmerksam gemacht worden mich einmal über das Thema Hochsensibilität zu informieren. Weder im Studium noch in meiner Assistenzarzt-Zeit habe ich über dieses Thema im medizinisch/psycholoigschen Kontext gehört – es sei denn vielleicht einmal abfällige Bemerkungen.
Ich wäre auch nie selbst auf die Idee gekommen, dass es mich betreffen könnte.

Der Hinweis der Kollegin war ein Augenöffner für mich. Plötzlich wurde mir einiges klar und konnte ich manche meiner Schwierigkeiten (z.B. Orientierungsprobleme in für mich neuen Gebäuden, schlechtes Gesichter-Gedächtnis – ein Gesicht ist für mich nur ein kleiner Bruchteil der wahgenommenen Information über einen Menschen, intensive Träume, Außenseiterrolle, Überempfindlichkeit gegenüber Lärm, Überforderung in großen Menschengruppen, Überforderung bei viel Input z.B. auf dem Basar, kein Multi-Tasking möglich) besser einordnen und ganz anders damit umgehen.

Im Studium war bei den Seh- und Hörtests im Physik-Praktikum aufgefallen, dass ich außergewöhnlich gut sehe und höre. Seit meiner Schwangerschaft ist mir selbst mein guter Geruchssinn klar geworden.

Seitdem ich mir meiner Schwächen und Stärken dank der Beschäftigung mit dem Thema deutlicher bewust bin gehe ich ganz anders damit um. Ich habe mir eine Stelle gesucht, die besser zu meinen Fähigkeiten und Schwierigkeiten passt und nutze meine gute Wahrnehmung und Intuition. Ich ärgere mich nicht mehr über meien Schwächen, sondern schaue, wie ich sie ausgleichten kann und ich freue mich über die Stärken und fördere sie.

Natürlich trifft man in den Internet-Foren auch auf Depressive, ADHSler, Neurastheniker, Menschen mit somatoformen Störungen, Narzisten und andere Persönlichkeitsstörungen etc., etc.
Aber das bedeutet für nicht, dass HSP etwas mit Krankheit zu tun hat!

Ich gehe davon aus, dass es “gesunde” Menschen mit HSP gibt und “kranke”Menschen mit HSP und sehr viel zwishen diesen Polen. Und bei jeder Persönlichkeit mit HSP zeigt sich diese auch anders!

HSP als Folge von Trauma wird auch diskutiert. Aber ich kenne genügend traumatisierte Menschen, die keine HSP haben. HSP ohne Trauma zu finden ist selten – aber ganz ehrlich, irgend ein Trauma hat doch jeder erlebt?!

Natürlich kann eine HSP auch “vorgeschoben” werden um Aufmerksamkeit zu bekommen, eine Vermeidung zu erklären, sich besonders zu fühlen oder Rücksichtnahme einzufordern. Aber das pauschal vorzuwerfen wird viele Menschen vor den Kopf stoßen und nützt keiner sachlichen Diskussion.

Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren noch mehr seriöse und zuverlässige Forschung in dem Bereich gemacht wird!

#34 |
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Ulrike Reuter
Ulrike Reuter

Hochsensibilität ist eine besondere Gabe,
auf gar keinen Fall ein Krankheitsbild.
Bestimmt gibt es bald auch die Gegengruppe dazu ” Die Holzklötze”

#33 |
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Gast
Gast

Es ist gut, wenn Hochsensible sich eine berufliche Nische suchen. Wenn sie es denn tun. Ich hatte gerade heute zur Begutachtung eine solche, die einen eigentlich schonenden kaufmännischen Beruf hat, natürlich auch eine “Fibromyalgie”, eine Erwerbsminderungsrente mit Anfang 50 beantragt und in ihrem Rapport sehr lebhaft und aggressiv war wegen eines in ihren Augen fehlerhaften Vorgutachtens, das ist typisch. Aber früher oder später ist die Rente durch, dank der Hartnäckigkeit solcher Leute. Ich bin immer nett, aber es nervt mich, dass der Beitragszahler für so viele Jahre Versorgung aufkommen muss.

#32 |
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Gast
Gast

Wer Hochsensibilität im ICD oder DSM verorten möchte, von Krankheitsbild, Störung und HSP´s als Erwerbsminderungsrentnern spricht, hat schlichtweg nicht verstanden, was Hochsensibilität bedeutet. Vielleicht bringt für Euch der von Schweizer Forschern verwendete Begriff der Neurosensitivität mehr Klarheit.

#31 |
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Gast
Gast

Ich denke die dislikes lagen an dem versehentlich verwendeten Begriff Homophobie…

#30 |
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Gast
Gast

# 19 Meinte Misanthrop

#29 |
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Gast
Gast

Fortsetzung… und außerdem was gibts da zu disliken, schließlich kann ich mir keine starken Nerven anoperieren lassen. Würde ich sofort machen, wenn die Möglichkeit bestehe

#28 |
  4
Gast
Gast

# 19 Ja, sorry, meinte nicht Homophobie sondern bin kein großer Menschenfreund. Wenn man die Menschen kennt, dann liebt man die Tiere.

#27 |
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Nils Voss
Nils Voss

Hochsensibilität hat nichts mit Krankheit im Sinne einer psychischen Störung und somit auch nichts mit ICD oder DSM zu tun. Es handelt sich schlicht und ergreifend um ein Persönlichkeitsmerkmal aufgrund eines hochempfindlichen Nervensystems. Reize, die für die meisten Menschen gerade recht sind, können für den Hochsensiblen extrem sein. Da ist es schnell mal zu laut, zu hell, zu hart, zu kratzig, zu hektisch…. Andererseits können aber auch schon Dinge als angenehm empfunden werden, die der durchschnittlich Empfindsame vielleicht noch gar nicht wahrgenommen hat oder niemals wahrnehmen wird.
Tests sind ja manchmal ganz unterhaltsam, aber nicht nötig, um die eigene Sensibilität oder die von nahestenden Menschen beurteilen zu können.

#26 |
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Gast
Gast

Es scheint heute Mode zu sein, eine psychische Störung für sich zu beanspruchen und daraus besondere Bedürfnisse abzuleiten sowie deren Beachtung einzufordern. In den sozialen Netzwerken wimmelt es von vermeintlich Hochsensiblen, die sich den ganzen Tag darüber austauschen und darin ihre Nische gefunden haben. Als Handlungsansatz versteht dort irgendwie keiner die Diagnose, so es sie denn gibt und es sich nicht um Selbsterkenntnis handelt. Schlimm ist es für diejenigen, die tatsächlich eine psychische Erkrankung haben. Ich gehöre dazu und habe mit jahrelanger, anstrengender Therapie sehr viel erreicht. Eine deutliche Beeinträchtigung bleibt dennoch. Wenn ich dann hochnotpeinlich bei der Arbeit ansprechen muss, dass ich eingeschränkt bin (ich kann mich z.B. oft nicht länger als ca. 30 Minuten mit anderen in einem Raum aufhalten, danach kippe ich schlicht um, was bei Teambesprechungen natürlich irgendwie auffällt…), ist es total toll, wenn mir dann von kerngesunden Menschen entgegenschallmeit, dass sie ja viel, viel schlimmer dran sind. DIE reden dann auch äußerst gerne über ihre Befindlichkeiten. Und wer wirklich um Nachsicht ob bestimmter Einschränkungen bitten muss und täglich Angst hat, deswegen den Job zu verlieren, steht aus Sicht der Führung in einer Reihe mit den Selbstdiagnostizierten und wird- nachvollziehbar – nicht erst genommen.

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Alles was ein anderer Mensch, insbesondere ein Patient, sagt, sollte man ernst nehmen. Aber glauben muss man es nicht. Wenn es wichtig ist, wird man ihm auch gegebenenfalls angemessen widersprechen und ihn aufklären.

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Jörg Schnorr
Jörg Schnorr

Ihren Bericht finde ich ebenso sehr fragwürdig, wie Sie die Tatsache, das es sensible Menschen gibt, in Frage stellen.
Warum nur muss alles immer als Krankheit deklariert werden? Schon in der Frühzeit (aber auch jetzt bei noch nicht “zivilisierten” Volksgruppen) gab es Menschen, die das Wetter besser fühlen konnten wie andere, also eine höhere Sensibilität hatten. Das war hochverehrt. Und wir machen aus allem, was nicht in unsere Zivilgesellschaft normengerecht passt, eine Krankheit draus. Schlimm!!
Und die Menschen, mit denen ich über eine mögliche HS spreche, sind meist sehr dankbar, endlich eine Schublade f,ür sich gefunden zu haben um entsprechend ihrer Fähigkeit (und um nichts anderes handelt es sich – genauso wie ander Menschen eine schnellere Muskulatur wie andere haben) zu leben, sich einen entsprechenden Job suchen, entsprechend wohnen und, und, und.
Eine krankheit ist das ganz und gar nicht. Aber unsere Gesellschaft macht es daraus, anstatt sich diese Fähigkeiten zu Nutze zu machen, wie es unsere Vorfahren gemacht haben.

#23 |
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Gast
Gast

Ein wirklich Hochsensibler ist meist sehr empfindlich was Strahlung, sei es von Handy Strahlung von Sende Masten öder ähnlichem, betrifft. Und das ist messbar!

#22 |
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Zu erwähnen ist auch die Multiple Chemische Überempfindlichkeit. Damit einher gehen drei Risikofaktoren: Elektrosmog, Stress und Angstneigung. Vor allem unsere Jugendlichen werden dadurch abnormalisiert.

#21 |
  19
Gast
Gast

@ # 12 Ich bezweifle, dass Sie Homophobie meinten…

#20 |
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Dr. K. Fischer, Kelkheim
Dr. K. Fischer, Kelkheim

Den Deutschen fehlt Sensibilität. So hieß es immer schon! Wird Ihnen jetzt eine Hochsensibilität angedichtet? Wird schon wieder bewusst eine neue Krankheit gewollt gesucht statt Menschenverstand gelten zu lassen? Aber wichtig für die Leut’, irgendeine Definition muss her, damit man später die geistige Schublade finden kann, wo das Wort gut gedanklich archiviert und wieder gefunden und ab und zu vom Staub der Zeit befreit werden kann.
Übrigens zu Massenaufläufen geht man bewusst. Früher wurden wir immer wieder vor einer Teilnahme gewarnt.
Und was sind schon 18 Probanden in Beziehung gesetzt zu Milliarden Mitmenschen Erdbevölkerung?

#19 |
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Dr. Michael Seidel
Dr. Michael Seidel

HSP | “Krankheitsbild”
Wer für sich einnimmt, in der Mitte der Gaußschen-Normalverteilung zu sitzen, deklariert Andere gerne als fehlerbehaftet.

Lesenwert sind diese Artikel zum Thema:
http://www.spektrum.de/news/hochsensibilitaet-der-streit-um-die-feinfuehligkeit/1412989
https://gedankenwelt.de/hochsensible-menschen-und-ihr-wundervolles-gehirn/
http://www.wissenschaft.de/archiv/-/journal_content/56/12054/809882/Zu-viel-Welt-fürs-Gehirn/

Würden sich Mediziner und Forscher mit KINDERN beschäftigen – die keine Sterne in Fragebögen beachten – dann wäre die Verifizierung eines HSP-Anteils zweifelsfrei möglich.

#18 |
  6
Gast
Gast

Ein hervorragender Beitrag. Danke Michael von den Heuvel. HS ist eine soziale Diagnose, also eine beschreibende, verstehende und unterstützende Herangehensweise an ein Befinden. Am besten beschrieben wurde die Personengruppe unter Neurasthenie, was heute als Diagnose nicht mehr verwendet wird. Die Personengruppe gehört auch zum großen Kreis der sozial verträglichen Narzissten und das Konzept kann außerordentlich hilfreich sein, in dem Moment, wenn man anfängt besser für sich zu sorgen, Reizüberflutung zu minimieren und den Druck rausnimmt. Der Glanz ist in allen.

#17 |
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monic flores
monic flores

Vortrag Hochsensibilität Vortrag im Talhaus 2008 Wiesbaden Oktober von Evelyn Rittmeyer

Muss es wieder auf englisch?? sieht ja wichtiger aus gell??

#16 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Ein Großteil aller Teilnehmer würde die entsprechenden Punkte wahrscheinlich ankreuzen:

Ich scheine schmerzempfindlich zu sein.
Lärm ist mir unangenehm.
Mein Traumleben ist mir wertvoll.
Harmonie ist mir wichtig.
Mit meiner beruflichen Situation bin ich glücklich und zufrieden.
Ich meide Fernsehsendungen und Spielfilme mit Gewaltszenen.
Es bringt mich leicht aus der Fassung, wenn ich in kurzer Zeit viel erledigen muss.”

Das die Mehrheit aller Befragten diese Aussagen bejahen würden, ist selbst eine Aussage, die nicht belegt wird. Wie viele Menschen halten sich für hart, mögen laute Musik, erinnern sich nicht an ihre Träume, streiten oft, hassen ihren Job, lieben Splatter und haben gerne viel um die Ohren?

#15 |
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Nichtmedizinische Berufe

ich finde die Idee eines Krankheitbildes oder gar einer ICD-F- Ziffer nicht gelungen. HS ist eben KEINE Krankheit, so wenig wie hohe Intelligenz. Aber sie kann (und das gilt ja für hohe Intelligenz auch) zu Überforderung, Stress und dann eben im Gefolge zu Depressionen führen, doch sie IST keine Depression. Ca. 10% der Bevölkerung sind hochsensibel. Das bedeutet aber NICHT.: empfindlich oder empfindsam , also die sprichwörtliche Mimose, sondern dass Sinnesreize stärker wahrgenommen werden. Das müssen auch nicht alle Sinnesreize sein, sondern kann sich auf Sehen, Hören etc. beschränken. Soziale HSP gibt es auch, sind nicht die Regel. Wenn man Reizoffenheit als Kriterium nimmt, sieht die Reihenfolge wohl so aus: Asperger, ADHS und dann HS ohne Krankheitswert. Es ist ein psychologisches Konzept, kein medizinisches.

#14 |
  28
Gast
Gast

Ich weiß nicht, ob ich hochsensibel bin, ich weiß nur, dass ich sehr schwache Nerven habe. Mich nervt meistens Alles vom Straßenverkehr, Babygeschrei vom Nachbarn auch Zuviel Gelabber meiner Mitmenschen und grelles Licht kann ich nicht ertragen. Ich bin mit BPS diagnostiziert und habe Allgemein eine Homophobie, die sich auch in massiven Aggressionen umwandeln kann.

#13 |
  26

Ich begrüße es, dass Hochsensibilität thematisiert wird. Damit einher geht die Entwicklung von Produkten, die einem das Leben erleichtern, wie Kopfhörer mit aktiver Geräuschdämpfung, nicht kratzende Kleidung, benutzerfreundliches Arbeitslicht usw. Damit lassen sich etliche störende Außenreize leichter ausblenden. Die “Tugenden” des Hochsensiblen, wie seine Detailwahrnehmung und hohe Konzentrationsfähigkeit, kommen dann richtig zur Geltung.
Wie Alex habe ich mir auch gewünscht, einfach – wie bei einem technischen Gerät – einen Vorwiderstand zwischenzuschalten und dann alles aushalten zu können wie die anderen.

#12 |
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Dr. Theo Payk
Dr. Theo Payk

Stimme den Ausführungen des Koll. Meißner voll und ganz zu. Der Trend scheint ungebrochen, individuelle Befindlichkeitsstörungen als neue, quasi bislang unentdeckte Krankheitsbilder zu deklarieren, gefolgt von weiter wachsenden Ansprüchen an unser Versorgungswesen.

#11 |
  55
Gast
Gast

Beitrag #2 v. 15.01.18 bringt es für mich auf den Punkt. In meinem Fall wurde wenigstens mal die Hörfähigkeit untersucht und es stellte sich heraus, dass diese einem Luchs entspricht. Im ersten Moment meinte der HNO, dass dies doch ein super Ergebnis wäre. Dann jedoch revidierte er seine Meinung und erkannte, dass ich Dinge höre, die eigentlich nicht für das menschliche Ohr bestimmt sind. Mit einen solchen Hörvermögen ist man wirklich schnell überfordert und nimmt Frequenzen wahr, die im Verlauf des Tages irgendwann das Reizlimit übersteigen. Ich schliesse mich jedoch jenen an, die das nicht als Krankheitsbild sehen. HSPs aber als zukünftige Erwerbsunfähigkeitsrentner einstufen, halte ich für übertrieben.

#10 |
  3
Nichtmedizinische Berufe

Tja, da schreit die Wissenschaft nach Objektivität und wenn es so etwas gibt, wird doch nur wieder geschwiegen.
So geschehen in eigener Sache, als ich über die teutonischen Höhenzüge mit dem ICE fuhr und mehr unterwegs Hirndruckmesskurven (Auszug: http://humanprojekt.de/media/study/icp/ice.icp.journey.tour.id.2.jpg http://humanprojekt.de/media/study/icp/ice.icp.me.jpg http://humanprojekt.de/media/study/icp/ice.icp.datalogger.gif http://humanprojekt.de/media/study/icp/xray.me.cranial.config.jpg ) mit meiner damals implantierten Telemetrie-ICP-Sonde protokollierte.
Interessant war dann ja, dass meine Hochsensibilität, die sich berufsbedingt an verschiedenen Orten mit mehreren Hundert Metern Höhenunterschied immer zeigte, so offenbar wurde.
Und weil es so umständlich ist an höhenverschiedenen Orten vergeblich die Druckstufe einstellen zu lassen, baue ich mir gerade einen eigenen und mobilen Stellmechanismus, es geht bald weiter damit, um immer sofort auf Umgebungsdruckveränderungen reagieren zu können. https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1966675586937047&id=100007838746774

#9 |
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Inga Berkensträter
Inga Berkensträter

an Gast #3: Ja, Sie einfach zu unsensibel.

Hochsensibilität muss nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden, diejenigen, die betroffen sind, spüren es und es ist eine große Erleichterung zu lesen, dass es andere gibt, denn es auch so geht.
Niemand braucht ein Etikett, dass er etwas Besonderes ist.

#8 |
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Alex
Alex

Hallo,

Ich habe mich seit 2010 mit dem Thema beschäftigt und muss sagen, es fühlte sich damals wie eine Offenbarung an.
Endlich wusste ich, wieso ich seit Kindertagen so “anders” bin.
Aber es ist eben eine Eigenschaft und keine Krankheit.
Betroffene (was in dem Zusammenhang übertrieben klingt), haben für sich selbst eindeutige “Anzeichen” im Vergleich zu den “Anderen/Normalen” und diese Anzeichen sind fast immer gleich, egal wie alt jemand ist oder welcher Herkunft.
Das zeigt meiner Meinung nach, dass es sich wirklich um eine Andersartigkeit handelt und nicht um Einbildung.
Schwierig wird das Ganze allerdings, wenn es einen Krankheitswert bekommt bzw. wenn es dazu verleitet, sich von anderen abzuheben/emporzuheben.
Hochsensibilität ist keine Hochintelligenz, wobei das eine und/oder andere auch zusammen auftreten kann.

Meine persönliche Vermutung ist, dass die Hochsensibilität mit dem Thalamus zusammenhängt, dieser regelt die Reizfilterung, es wäre denkbar, dass dies bei Hochsensiblen nicht effektiv genug funktioniert, sie dadurch mehr Reiz wahrnehmen und nur unzureichend filtern können.
Bei emotional sensiblen Menschen hat man eine Vergrößerung der Amygdala festgestellt, was wiederum für eine vermehrte Aktivität in diesem Bereich spricht. Bei Psychopathen wurde hingegen festgestellt, dass viele eine vergleichsweise kleinere Amygdala besitzen, ergo weniger aktive Prozesse dort und somit entsprechendes Verhalten.

#7 |
  7
Gast
Gast

So ganz klar ist mir nicht geworden, wer jetzt genau eine Einstufung als Krankheitsbild fordert. Ich bin hin und wieder mit Leuten konfrontiert, die ich zumindest als sensibler als die Masse der Bevölkerung einstufen würde und keiner derjenigen fühlte sich als krank oder wollte das “Störungsetikett”. Im Gegenteil, sie fühlten sich vorher krank, als sie noch nichts von HSP hörten. Denn irgendwie waren sie ja doch so viel anders als andere. Aber wie die körperliche Sensibilität kann doch genauso die psychische von Mensch zu Mensch variieren ohne das gleich als pathologisch anzusehen. Warum wird bei körperlichen Schmerzen nach einer Skala 1-10 gefragt, um entsprechend die Medikamente zu dosieren? Wenn 2 Leute sich den Arm brechen und einer gibt Schmerzskala 2, der andere 8 an, dann ist der 8-er doch nicht sensibel gestört. Ich sehe das zur mentalen Sensibilität ähnlich. Und so ein Quatsch (sorry), dass das auf dem Arbeitsmarkt teuer wird. Jemand, der mit Lärm, vielen Geräuschen, vielen Menschen oder was immer nicht gut zurechtkommt, wird entsprechend nicht in einem Spaßbad als Bademeister arbeiten oder im einem Call Center-Großraumbüro mit 200 Leuten, sondern entsprechend einen geräuscharmen Job erledigen. Ich finde eher wichtig, dass Leute mit einer wesentlich stärker ausgeprägten Sensibilität, davon wissen und sich nicht wundern warum die anderen (für sie) so “unsensibel” sind oder warum sie selbst so anders sind. Entsprechend können sie mit dieser Eigenschaft umgehen, verstehen sich und die anderen dadurch besser. Es muss nicht alles krank sein, was anders ist.

#6 |
  3
Gast
Gast

Toller Beitrag! Ich habe selbst ADHS und kann bei mir Hochsensibilität feststellen. Zum guten Glück ergeben sich bei mir dadurch nur positive Wirkungen. Ich stimme jedoch zu, dass die Forschung hier noch nicht ausgereift ist.

#5 |
  8
Gast
Gast

Hochsensibel zu sein ist ja an sich in Ordnung. Man kann aber nur hoffen, dass sich nicht zu viele darauf berufen, um einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen, weil sie zu zartbesaitet für den Arbeitsmarkt sind, denn dann wird’s teuer.

#4 |
  57
Gast
Gast

Ich kann das Argument der Störungsetiketten von Dr. Meißner gut nachvollziehen. Tatsächlich hat es den Anschein man wolle nicht nur besonders geschont werden, sondern desweiteren bietet die Community ein neues Zuhause für jene die sich liebend gerne überfordert und unverstanden fühlen wollen und dort belobhudelt man sich gegenseitig dafür wie gut man mit der Realität zurechtkommt… „Nur die harten kommen in den Garten“ war gestern. Heute kommt jeder in den Garten und diejenigen welche sich ausdrücklich zu den nicht-harten zählen bekommen sogar noch einen Extra-Applaus. Oder bin ich einfach zu unsensibel?

#3 |
  64
Gast
Gast

Ich finde die Ausarbeitung nicht sehr gelungen. Es wird nicht zwischen mentaler und sensorischer Sensibilität (Empfindlichkeit) unterschieden. Es werden verscheidene Dinge miteinander vermischt, die nicht vermischt gehören.
Viele, die sich als hochsensibel bezeichnen, meinen besonders einfühlig zu sein und auf fremde Stimmungsschwankungen zu reagieren. Das hat jedoch nichts mit einer überdurchschnittlichen sensorischen Empfindsamkeit zu tun, die natürlich auch von neuronalen Prozessen abhängig ist. Ein physischer Reiz, der für viele Menschen erträglich erscheint, kann eben für manche Menschen doch unerträglich wirken. Geht es doch letztlich um die Grenzen des Erträglichen für das Individuum.
Es fehlt einfach noch entsprechende Forschung auf diesen Gebieten, wie richtig angemerkt wurde.
Zwei Gruppen von Menschen fallen mir zu erhöhter Sensibilität ein: Hochbegabte und Autisten. Beides sind Menschen, deren neuronales System vom Durchschnitt abweicht.
Hier sollte ernshaft der Thematik nachgegangen werden und klar von gewissen Lifestyle-Trends unterschieden werden.
Nur auf die Schnelle mal noch zwei Links zu einem alten Denkansatz für die erstere Personengruppe, die zeigen, dass bereits Tools ausgearbeitet wurden, die auf Anwendung oder aber auch Ergänzung warten:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24079958
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4689874/

#2 |
  3

“Von der wissenschaftlichen Psychologie wird der MBTI (Myers-Briggs-Typenindikator, psychologischer Test. M.W.) abgelehnt, weil er den Mindestanforderungen an Gültigkeit und Verlässlichkeit nicht entspricht.”

Wer eine ganze Theorie auf solch schwache Beine stellt, kann von vornherein damit rechnen, von der scientific community nicht ernst genommen zu werden.

Somit ist das Konzept gestorben, selbst wenn etwas dran sein sollte.

#1 |
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