ADHS bleibt selten allein

18. Januar 2018

Erwachsene mit ADHS haben häufig auch andere Erkrankungen. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten liegt eine psychiatrische Komorbidität vor. Diese Begleiterkrankungen machen es schwer, den Patienten richtig zu behandeln. Was raten Psychiater, Neurologen und Psychologen?

Erwachsene mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben häufig auch andere Erkrankungen. DocCheck sprach mit Psychiatern, Neurologen und Psychologen, die Experten auf dem Gebiet der ADHS sind. Einer davon ist Bernhard Kis. Er ist stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Göttingen. „ADHS bei Erwachsenen ist mit einer Vielzahl an komorbiden psychiatrischen Störungen assoziiert“, sagt er. „Bei mehr als 80 Prozent der Patienten liegt eine begleitende psychiatrische Komorbidität vor, welche das Management hinsichtlich Erkennung, Diagnosestellung und Behandlung erschwert.“ Dazu zählen affektive Erkrankungen wie depressive Erkrankungen, Anpassungsstörungen, Angststörungen, Substanz- oder Persönlichkeitsstörungen. ADHS gilt als prototypisches Störungsbild mit sehr heterogenem klinischen Erscheinungsbild. „Man sagt, ADHS ist nicht gleich ADHS“, erklärt der Psychiater und Neurologe Kis.

Es liegt in der Familie

Ein weiterer Experte ist der Psychologe Christian Mette. Er leitet seit 2014 die Forschungsgruppe ADHS bei Erwachsenen am LVR-Klinikum Essen. Er sagt, es gebe eine Verbindung zwischen diesen Störungen.  Am LVR-Klinikum hätte eine Studie ergeben, dass das serotonärge System bei ADHS in Mitleidenschaft gezogen sei, erklärt er. Zudem gebe es scheinbar eine genetische Prädisposition für ADHS und komorbide psychische Störungen.

„ADHS ist unabhängig von der Lebensphase, in der die Störung erkannt und behandelt wird, eine Erkrankung mit hoher familiärer Häufung“, betont auch Kis. Sowohl genetische Zusammenhänge als auch verschiedene Umweltfaktoren seien mit dem Störungsbild in großen Kohorten assoziiert: „Eine Zwillingsstudie zeigte erstmalig einen engen Zusammenhang zwischen ADHS und emotionalen Störungen bei Vorschulkindern, der hauptsächlich durch genetische Ursachen erklärt wird. Bei Erwachsenen fehlen derzeit vergleichbare Studien, die eine Übertragung auf den Erwachsenenbereich erlauben.“

Die Ärztin Alexandra Lam arbeitet mit Patienten, die sowohl unter einer ADHS als auch unter einer BPS leiden.

Die Ärztin Alexandra Lam arbeitet mit Patienten, die sowohl unter einer ADHS als auch unter einer BPS leiden.

Auch der Zusammenhang zwischen ADHS und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) wird mit einer genetischen Veranlagung in Verbindung gebracht: „Bei der diagnostischen Abklärung sollte immer auch eine Familienanamnese erhoben werden, da ADHS eine hohe Erblichkeit besitzt“, sagt Alexandra Lam, Ärztin an der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Oldenburg. Auch bei der BPS allein gehe man von einer erblichen Komponente aus: „Die jeweilige Störung muss sich aber in der nächsten Generation nicht zwangsläufig ausprägen. Eine Verbindung beider Störungen zueinander auf genetischer Ebene kann auf Grundlage der derzeit vorhandenen Studien nicht klar abgeleitet werden.“

Für das Auftreten von BPS als auch von ADHS werde eine multifaktorielle Ätiopathogenese angenommen, sagt Lam: „Das bedeutet, dass bei beiden Erkrankungen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielen. Hierzu zählen sowohl erbliche als auch umweltbedingte Einflüsse.“ Umweltbedingungen würden als wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen betrachtet, so die Ärztin weiter. So könne, wenn zum Beispiel der Umgang mit einem Kind traumatisierend und auch die sonstigen Bedingungen im Leben des Kindes ungünstig seien, die Pathogenese einer BPS getriggert werden.

Forschung schaut auf Erziehungsstile von Kindern mit ADHS und BPS

„Zudem deuten Ergebnisse aus Studien an, dass eine schwere ADHS in der Kindheit die Vulnerabilität für die Entwicklung einer BPS erhöhen könnte“, erklärt Lam. „Es gibt auch Hinweise darauf, dass das Umfeld einen Einfluss auf die Schwere einer komorbiden BPS bei ADHS-Patienten haben könnte. Aus einer retrospektiven Untersuchung von Ni & Gau aus dem Jahr 2015 ging unter anderem hervor, dass eine geringe mütterliche Fürsorge bei Jungen mit ADHS mit stärkeren Symptomen einer Borderline-Störung assoziiert war.“ Aus diesem Grund seien auch Erziehungsstile von Kindern mit ADHS und/oder BPS in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt.

„Die Erziehung eines Kindes mit ADHS stellt Eltern vor besondere Herausforderungen”, sagt Alexandra Philipsen, Klinikdirektorin der Uniklinik Oldenburg. Aufgrund der erblichen Komponente der ADHS liege eine erhöhte Wahrscheinlichkeit vor, dass mindestens ein Elternteil selbst betroffen sei: „In diesem Fall kann dies dazu führen, dass der Erziehungsstil weniger effektiv ist, beispielsweise wenn die Eltern, durch ihre ADHS bedingt, weniger konsequent oder gar impulsiv sind.“ Eine 2015 veröffentlichte Studie beweise, dass hier bestimmte Eltern-Kind-Trainings positiv auf das Outcome der Eltern wie auch des Kindes einwirken würden.

Gleiche Störungsbilder

„Klinisch hat man meist zunächst aus diagnostischen Gründen mit beiden Störungsbildern BPS und ADHS gleichzeitig zu tun“, sagt Lam. „Da es eine Überlappung im Symptomspektrum gibt, kann die Differenzierung erschwert sein. Es gibt aber auch einen gewissen Anteil an Patienten mit BPS unter den ADHS-Patienten und umgekehrt.“ In Studien variiere dieser Anteil stark je nach untersuchter Population, doch eine mögliche Komorbidität sei von klinischer und therapeutischer Relevanz, so Lam: „Andere Studien deuten darauf hin, dass beim Vorliegen beider Störungen das Risiko für weitere psychische Erkrankungen erhöht sein kann.“

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„Als Erstes muss die ADHS nachgewiesen werden, dann kommt alles andere“, sagt der Psychologe Christian Mette.

„Das Problem ist, dass die Kernsymptome der Unaufmerksamkeit, Unruhe und Impulsivität bei fast jeder psychischen Störung in irgendeiner Art und Weise gegeben sind“, sagt Psychologe Christian Mette. Um die richtige Störung zu diagnostizieren, müssten also die richtigen Ursachen gefunden werden: „Wir nehmen uns Zeit für unsere Klienten und diagnostizieren die Störungen getrennt voneinander nach der gängigen Norm. Danach schauen wir, ob und wo es einen Zusammenhang gibt und was im Vordergrund steht, um in die Behandlung zu gehen.“

Zunächst gelte es, die ADHS nachzuweisen, so Mette: „Wenn die ADHS sauber diagnostiziert worden ist, kann man auch die anderen Störungen diagnostizieren. Aber davon hängt es ab.“ Die Symptomatik müsse in der Kindheit nachgewiesen werden. Zum Einen geschehe dies durch Gespräche mit Klienten und Angehörigen, in denen das Verhalten und die Probleme in der Kindheit beschrieben würden. „Zum Anderen versuchen wir, den Abruf von Erinnerungen aus dem Gedächtnis zu verbessern und mögliche Störvariablen und Verzerrungen beim Erinnern zu kontrollieren“, so Mette.

Der Blick auf die ADHS kann versperrt sein

Von der Entwicklung der ADHS-Diagnostik aus betrachtet, hätten Menschen, die vor rund 15 Jahren und früher geboren wurden, keine Behandlung bekommen, sagt der Psychologe. Es könne durchaus sein, dass sie aufgrund von Misserfolgserlebnissen in ihrem Leben eine Depression entwickelt hätten. Kis wiederum weist darauf hin, dass der Blick auf die ADHS verdeckt sein könne: „Die Symptomüberlappung zum Beispiel durch eine Depression kann eine Unterdiagnostizierung und -behandlung verursachen“, sagt er.

Patienten mit einer ADHS erlebten in ihrer Biografie Fehlschläge aufgrund der kognitiven Defizite, vor allem durch die Konzentrationsprobleme. Diese hätten Auswirkungen auf den schulischen, beruflichen aber auch privaten Alltag, was das Risiko für die Entwicklung einer Depression erhöhe. Dabei könne sowohl die ADHS als auch eine komorbide Depression familiär gehäuft auftreten, sagt Kis. „Meist empfiehlt der Kinder- oder Jugendpsychiater dann, sich als bisher nicht diagnostizierter Elternteil beim Fachmann bezüglich einer ADHS-Abklärung vorzustellen.“

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Die Behandlung beider Erkrankungen muss aufeinander abgestimmt sein, sagt der Göttinger Arzt Bernhard Kis.

ADHS und Depression multimodal behandeln

Als Therapie gelte bei der ADHS plus komorbider Depression das multimodale Behandlungsprinzip, so Kis, also der Einsatz pharmakologischer, psychotherapeutischer und komplementärer Behandlungsmaßnahmen. „Eine zentrale Frage ist die der Behandlungshierarchie, ob zuerst die ADHS oder erst die Depression behandelt werden soll“, sagt er. „Man sollte beachten, dass bestimmte Antidepressiva wie dual wirksame Antidepressiva oder Trizyklika auch einen Effekt auf die ADHS haben, umgekehrt wirkt Methylphenidat nicht antidepressiv, kann aber bestimmte depressive Domänen, wie emotionale Verarbeitung oder Apathie positiv beeinflussen.“

Depression und BPS sind jedoch bei weitem nicht die einzigen komorbiden Erkrankungen einer ADHS. „Substanzstörungen müssen, zum Beispiel, auch beachtet werden“, sagt Mette. „Hier überwiegen Alkohol, Cannabis und Amphetamine. Angst- und Essstörungen sind vergleichsweise selten. Alkohol wirkt dämpfend, damit kann man die Hyperaktivität ein bisschen abmildern und Cannabis wirkt ähnlich. Das sehen wir vor allen Dingen bei den jungen Erwachsenen.“ Bei der Sucht gebe es verschiedene ähnliche Marker, so der Psychologe, etwa die Impulsivität: „Sie tritt sowohl in der Gruppe der Patienten mit ADHS als auch in der Gruppe der Patienten mit Abhängigkeit auf.“

ADHS und narzisstische Persönlichkeitsstörung

In die ADHS-Ambulanz kämen zudem überdurchschnittlich häufig Menschen mit einer narzisstischen Grundstruktur, so Mette. „Sie haben anhand ihrer Biographie häufig die Annahme erworben, ein Versager zu sein und in Beziehungen abgewertet zu werden. So versuchen die Klienten häufig, Erklärungen für Misserfolge zu finden.“ So etwas könne auftreten, müsse aber nicht, sagt Mette: „Manche Patienten haben nur eine ADHS. Aber wenn eine narzisstische Persönlichkeitsstruktur bei einer ADHS vorhanden ist, dann lohnt es sich, zu schauen, ob und wodurch dies entstanden ist. Häufig sind es Misserfolge in der Schule, im Beruf, in der Familie, in der Interaktion mit anderen Menschen. Bei einer interaktionellen Familienstruktur kann das zu einer Verstärkung der Probleme führen und die Störungen aufrecht erhalten.“ Darum sei es bei Persönlichkeitsstörungen erforderlich, diese verhaltenstherapeutisch mit zu behandeln.

Dies bestätigt auch Lam für die BPS und fügt hinzu: „Für die therapiebedürftige ADHS im Erwachsenenalter ist laut Leitlinien eine Behandlung mit Stimulantien die erste Wahl.“ Dies seien Methylphenidat-haltige Medikamente. „Man kann beide Störungen nie voneinander getrennt sehen“, so Mette, „man muss sie immer gemeinsam im Blick haben und auch gemeinsam behandeln.“

All diese Feinheiten und Zusammenhänge im hausärztlichen Bereich zu diagnostizieren und zu behandeln, sei sicher schwierig, sagt der Psychologe: „Patienten mit solchen Problemen gehen nicht unbedingt zum Hausarzt. Psychische Störungen sind immer noch stigmatisiert. Ich würde einem Hausarzt immer raten, einen Psychiater mit ins Boot zu holen oder sich an eine der Spezialambulanzen zu wenden.“

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Medizin, Psychiatrie

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39 Kommentare:

Gast
Gast

Nicht behandeltes (starkes) ADHS zieht Leid hinter sich her.
Ich bereue nur eines: dass ich meinen Kindern nicht früher Medikamente gegeben habe.

#39 |
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Annika Diederichs
Annika Diederichs

Kurz mal etwas zum Artikel: Darin steht über ADHS weniger als nichts. Was ist bitte berichtenswert daran, daß es Komorbs gibt bei ADHSlern? Außerdem sind alle Zeitangaben frei erfundener Blödsinn. Offenbar hat man hier nur einen Aufhänger gesucht, um mal wieder eine ADHS-Diskussion loszutreten und – oh Wunder – dutzende Leser beißen an.

#38 |
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Nichtmedizinische Berufe

Danke für die Daumen runter.
ADHS ist nicht die eigentliche Erkrankung, sondern nur ein Symtom.
Der Auslöser ist etwas ganz einfaches, und ich habe aus meinen Erinnerungen den auslösenden Moment hervorgeholt.
Der Titel des Buches von Prof. Birbauer und Jörg Zittlau lautet: Dein Gehirn weiß mehr als Du denkst !!!

#37 |
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Gast
Gast

https://www.psiram.com/de/index.php/Gerald_H%C3%BCther :
Nicht einer, wie in „stern“-Artikel und ZDF-Reportage zum Zeitpunkt ihres Entstehens mitgeteilt, sondern vier der Jungen nehmen inzwischen wieder Medikamente. Ihre Eltern sind nicht zu „sehr mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt“, so dass sie ihre Kinder „nicht auffangen können“, wie es der „stern“ im Fall des einen Jungen suggeriert. Sie stehen nur an derselben Stelle, an der sie vor dem Alm-Camp waren, das zumindest diesen Kindern nicht allzu viel geholfen hat.
Die Mutter eines Jungen, der am Projekt teilgenommen hat, berichtet:[45]

Ich wähnte die Kinder oben am Berg in einer gemütlichen, warmen Hütte und war entsetzt, als wir nach drei Wochen zum ersten und einzigen mal zu Besuch kommen durften und ich feststellte, dass oben auf dem Berg 16 Menschen in einer winzigen Hütte von etwa 40m² ohne Strom, ohne sanitäre Anlagen und ohne Heizung lebten. Die kleine Hütte war völlig verrußt und verraucht, weil der Ofen immer wieder eine dicke Portion Rauch in die Hütte blies. Die Kinder waren verwahrlost: Sie kämmten sich in der ganzen Zeit so gut wie nie die Haare, putzten nur höchst selten die Zähne, da dies bei zuckerfreier Ernährung angeblich nicht so wichtig sei, und wuschen sich nur gelegentlich an einem Kuhtrog. Die wenigen Kleidungsstücke, die sie dabei hatten, wurden in den 8 Wochen kein einziges Mal richtig gewaschen.
Auch die Gesundheitsfürsorge stimmte nicht. Obwohl in den ersten 2 Wochen fast alle Kinder Durchfallerkrankungen hatten und später eine hochfieberhafte Streptokokkenangina die Runde machte, wurde weder ich als Kinderärztin, die sich erboten hatte und außerdem ein „medizinisches Notfallpaket“ auf Bitten des Veranstalters zusammengestellt und mitgegeben hatte, noch ein anderer Kinderarzt je um Rat gefragt. Mein Kleiner unternahm fünf Wochen lang mit einer Streptokokkeninfektion körperliche Höchstanstrengungen. Antibiotika lehnte man nämlich genauso ab wie MPH. All dies erfuhr ich jedoch erst im Nachhinein, da man uns Eltern jeglichen Kontakt zu unseren Kindern untersagte. Angeblich habe man auf der Alm auch keinen Handyempfang – meine Kinder berichteten jedoch, dass man einige Meter von der Hütte entfernt durchaus gut hatte telefonieren können.
Am Elternbesuchswochenende sind einige Kinder komplett dekompensiert. Sie schüttelten sich vor Heulkrämpfen oder blickten apathisch ins Leere und flehten ihre Eltern an, sie mitzunehmen. Ein 13-jähriger drohte mit Suizid, wenn seine Eltern ihn nicht mitnähmen, was mir als nicht völlig zu unterschätzende Gefahr erschien. Man nahm diese Gefühlsabstürze der ADHSler aber gar nicht wirklich ernst.
Im Übrigen erschütterte mich auch, wie wenig informiert die Projektleiter über ADHS waren. Man versicherte uns Eltern, man habe ein Ärzteteam im Hintergrund, falls es zu Entzugserscheinungen nach Absetzen der Medikation kommen sollte, was medizinisch ein Quatsch ist. Auch erzählte man mir, meine Söhne hätten gewiss kein ADHS, da sie stundenlang ganz konzentriert Kaulquappen aus dem Bächlein vor der Hütte retten könnten. Man betonte immer wieder, wie wunderbar und einzigartig diese Kinder alle wären, und kehrte die Probleme im Alltag und in der Schule schlichtweg unter den Tisch. Ganz subtil wurde uns wiederholt suggeriert, dass die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder nur durch mangelnde Akzeptanz durch uns Eltern und unsere Erziehungsunfähigkeit zustande kämen.
Bei den so genannten Elterntrainings handelte es sich im Wesentlichen um spirituelle Kreise, in denen wir angehalten wurden, „traumatische Erlebnisse mit unseren Kindern“ zu berichten und uns alle als Gruppe zusammengehörig zu fühlen. Sie wirkten sehr ideologisch, dabei wenig sachlich und seriös.

#36 |
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Gast
Gast

@#34: über den angeblichen Wunderdoktor Gerald Hüther ohne jegliche medizinische und ohne pädagogische Ausbildung ist hiermit fast schon alles gesagt:

zu den Hintergründen über Gerald Hüther sind vor allem folgende Quellen erwähnenswert: http://www.zeit.de/2013/36/bildung-schulrevolution-bestsellerautoren und https://www.psiram.com/ge/index.php/Gerald_H%C3%BCther und https://www.weltanschauungsfragen.de/informationen/informationen-a-z/informationen-s/sinnstiftung/lange-version/ welche unrühmliche Rolle die Medien in der Vergangenheit bei der Hüther-Hofberichterstattung eingenommen haben, verdeutlicht die Live-Schalte mit Hüther im Heute Journal zur besten Sendezeit: https://www.youtube.com/watch?v=A6vtFS_CwkA

am heftigsten sind ja noch die Schilderungen Mutter auf der Sekten-Beobachtungs- und Anti-Esoterik-Seite psiram (dem früheren Esowatch) darüber, wie es wirklich zuging bei dem Almprojekt, ansonsten auch noch hier:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/5671-gerald-huether-irrt-sich-adhs-medikamente-schaden-dem-hirn-nicht/

#35 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich habe allerdings oft erlebt, dass ADHS- Kinder fröhlich und aufgeweckt eingeschult werden – und 1,2 Jahre später depressiv, ängstlich und was ja die Kehrseite davon ist – aggressiv geworden sind. Es führt gewiss zu Depressionen, wenn man ständig bei Lehrern und Mitschülern aneckt, ohne das man das groß ändern kann bzw. ohne dass man so genau weiss, was man ändern kann. Unser Schulsystem und unser Umfeld ist für ADHS nicht gemacht , eigentlich für keinen Außenseiter.
Leider ist das Almprojekt von Gerald Hüther aus verschiedenen Gründen in Misskredit geraten , aber der Ansatz ist ja: Selbstwirksamkeit, reizarme Umgebung, viel Bewegung – davon geht ADHS nicht WEG, die sozialen Folgen werden aber aufgefangen.

#34 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ja und da stellt sich wieder die Frage, wie entsteht ADS/ ADHS?
Ich beschreibe das Gehirn mal als großes Faß, mit einer milchigen Flüssigkeit in der Fisch schwimmen, mit der Zeit werden es immer mehr Fische.
Am Anfang gibt es fast nur gesunde Fische, aber mit der Zeit verschiebt sich bei einigen Menschen, das Verhältnis zu ungunsten der kranken Fisch, werden es zu viele kranke Fisch, übernehmen diese das Zepter.
Also muss man nur die kranken Fische entfernen, man kann diese von außen aber nicht richtig sehen.
Ich habe im Faß gesessen, und alle kranken Fisch aus meinem Gehirn entfernt.
Auf einmal kann ich ganz frei von Zwängen leben!!!
Prof. Dr. Dr. Niels Birbaumer, ist der Sache schon ein Stück näher gekommen.

#33 |
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Gast
Gast

Ein Vorwurf, der sich in weiten Kreisen leider immer noch hält, ist, ADHS sein ein westliche Wohlstandskrankheit im verweichlichten 21. Jahrhundert, dazu empfehle ich diese BBC-Dokumentation über ADHS in Ägypten:

https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg

nebenbei ist ADHS im arabischen Raum alles andere als selten:
http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html

in der Türkei genau so wenig:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410
( “…Our results confirmed a substantially higher ADHD prevalence rate (more than double) than the suggested pooled worldwide prevalence…”)

ADHS ist also keineswegs ein westliches Wohlstandsproblem…

oder Thailand: http://englishnews.thaipbs.or.th/1-million-thai-children-suffer-adhd/ etc. etc.

#32 |
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Johanna
Johanna

Bei meiner Tochter wurde vor 22 Jahren, damals noch Grundschülerin, ADHS diagnostiziert. Es war ein langer und steiniger Weg, bis wir eine klare und auch für uns medizinische Leihen verständliche Antwort für unser “Chaoskind” hatten. Und dann begann der Spießrutenlauf erst, denn nach damaligem Recht bekamen nur die Kinder Förderung und Therapie, die einen “Mindest-IQ” hatten. Nachdem dann am SPZ unserer Tochter ein IQ von 122 bestätigt wurde bekamen wir auch recht schnell einen Therapieplatz. Die ganze Familie kann ein laaaanges Leidenslied mitsingen – verständnislose Lehrer, bescheuerte Verwaltungsmenschen, Ignoranten auf breiter Bahn. Letztendlich haben wir sicher weit über 30.000,00 DM damals noch privat in therapeutischen Beistand gesteckt um unser Kind möglichst professionell in´s Erwachsenenleben zu begleiten. Staatlich hat man seinerzeit nichts oder nicht viel bekommen – vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass heute gerade bei jungen Erwachsenen die ADHS noch immer nicht diagnostiziert ist und sie noch immer verzweifelt und hilflos versuchen, ihr Leben irgendwie zu meistern. Unserer Tochter hat in ihren schlimmsten Phasen auch nur Ritalin & Co geholfen. Heute ist sie weg von Pharmaka, heute versuchen wir es auf orthomolekulare und natürliche Weise. Dank der “Anerkenntnis” ihrer Krankheit ADHS konnte sie selbst ihren “Mangel” anerkennen und akzeptieren und hat gelernt, mit sich und ihrer Lebensproblematik um zu gehen. Als langjährig leidgeprüfte Eltern einer heute auch beruflich und beziehungstechnisch erfolgreichen jungen ADHS´lerin kann ich nur sagen: Danke an die Ärzte und Therapeuten und letztendlich auch Danke für Medikamente, die uns geholften haben, die schlimmste Zeit zu überbrücken.
An alle Ignoranten dieser TATSÄCHLICHEN Krankheit: ich bin überzeugt, viele ADHS-geplagte Eltern leihen euch gerne mal ihre Chaoten aus – ein paar Stunden würden wohl schon reichen ;-) Gäbe es weniger Oberschlaue, die diese Krankheit mit hirn- und substanzlosen Floskeln verleugnen, gäbe es mehr Hilfe für Betroffene, gäbe es weniger Suizide, gäbe es weniger Drogenabhängige, gäbe es…. mehr glückliche ADHS´ler.

#31 |
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Gast
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Anders als Dr. Kis im Artikel oben sagt, sind Essstörungen insbesondere bei Frauen und Mädchen mit ADHS alles andere als selten… neulich hat eben unser Doccheck-ADHS-Advokat Dr. Martin Winkler einen Vortrag zu Essstörungen bei ADHS gehalten, den ich hier verlinke:

https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-presse-medien/52580-vortrag-m-winkler-adhs-esssta-rungen-ma-nsinger-symposium.html

https://de-de.facebook.com/KollegDATeV/videos/1541310289238180/

Ich selber kenne eine sogar Ärztin mit Anorexie und ADHS , leider wurde sie als Kind und Jugendliche nicht mit ADHS diagnostiziert mit verhängnisvollen Folgen…

Man KANN eben fast das gesamte Spektrum der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität finden und ADHS KANN dabei eine kausale Ursache sein, oder aber nur als Komorbidität unabhängig und parallel vorliegen… Kurt Cobain z.B. hatte Bipolare Störung und unabhängig davon ein komorbides ADHS … Das, was über die Quantität von ADHS bisher sichtbar ist, das ist nur die Spitze des Eisbergs…

#30 |
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Gast
Gast

Der niemals substantiell begründet gewesene Hype um Neurofeedback bei ADHS ist schon längst wieder abgeflaut, zumal wissenschaftliche Untersuchungen die Nicht-Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS mittlerweile weitgehend bewiesen haben. Auch in der ADHS-Community war die Resonanz dazu meist “verhalten”:

https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erwachsene-diagnose-behandlung/40226-neurofeedback-taugt-2.html

Der Ansatz bei Neurofeedback war, man könne ADHS wegtherapieren (durch bestimmte Trainings-Methoden, u.a. Neurofeedback). Das offenbart bereits ein grundsätzliches Unverständnis von Ätiologie und Pathogenese von ADHS … man kann ADHS nur managen (und auch dafür bringt Neurofeedback fast gar nichts), aber niemals “heilen”. Neurofeedback bei ADHS reiht sich ein in eine lange Liste von wissenschaftlich substanzlosen Hypes und Säuen, die durchs Dorf getrieben wurden, wie phosphatarme Diät (dem wurde ich Anfang der 90er unterzogen, ohne jeden Erfolg), Fidget Spinner oder neuerdings Sandwesten und und und…

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Mela Eckenfels
Mela Eckenfels

Und da natürlich in den Kommentaren Werbung für Neurofeedback auftaucht …

Man kann das Geld für den Neurofeedbacktherapeuten auch einfach verbrennen. Dann hat man es einen Moment warm und immerhin _etwas_ davon.

https://www.psychologytoday.com/blog/brain-myths/201302/read-paying-100s-neurofeedback-therapy-0

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Mela Eckenfels
Mela Eckenfels

ADHS gibt es nicht, aber man kann es gut mit Antidepressiva behandeln? Manche mögen doch bitte erst mal selbst lesen, was sie eigentlich schreiben.

Ich selbst wurde lange Zeit mit Antidepressiva behandelt: Ergebnis, keine Lebensqualität, keine Produktivität.
Seit ADHS ursächlich behandelt wird ist meine Lebensqualität gut und ich konnte einen Hochschulabschluß nachholen – um nur eine der Leistungen zu nennen, die ich seitdem geliefert habe.

Wer jenseits jeder belegten Fakten, rein auf Basis der eigenen Vorurteile praktiziert, sollte nicht praktizieren dürfen.

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#26 |
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Gast
Gast

https://adhs-chaoten.net/

Dort stehen fast eine 3/4-Million Erfahrungsberichte und Beiträge von ADHS-Betroffenen für Interessierte zur Verfügung. Das empfehle ich auch insbesondere für unsere vielen Zeitgenossen, die schnell beurteilen und urteilen, ohne sich jemals ernsthaft mit der Thematik befasst zu haben. Wer dann noch nicht genug hat, dem empfehle ich dann noch die über 33.000 nach wissenschaftlichen Standards erhobenen Publikationen zu ADHS bei Pubmed:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=adhd

oder auch für Leute, die sich lieber über Videos informieren, das fernsehjournalistische Standardwerk zu ADHS, die Spiegel-TV-Dokumentation “Zappelphilipp und Traumsuse – Leben mit ADHS”:

http://www.spiegel.tv/videos/140142-leben-mit-adhs

#25 |
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bertold Klemperer
bertold Klemperer

M.E. alles Blödsinn. In Wirklichkeit gibt es ein EDS ( ErziehungsDefizitSyndrom
Das sog. ADHS ist in 99% der Fälle die Komorbidität und lässt praktisch auch gut z.B. Antidepressiva behandeln,wenn man die eigentlich zugrunde liegende Krankheit behandelt.
Lange Jahre eigene praktische Erfahrung.
B. Klemperer

#24 |
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Gast
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Ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen.
Meine Tochter (inzwischen 20 Jahre) hat ADHS – vor 11 Jahren diagnostiziert.
Sie ist in einer Familie mit viel Liebe, aber auch klaren Regeln und Grenzen aufgewachsen. Und Herr Dettmann, sie hat trotzdem (und sicherlich nicht deshalb) ADHS.
Ohne Medikamente war unser Familienleben extrem anstrengend: gefühlte 1000fache Wiederholungen um regelmäßig sich wiederholende Tagesabläufe einzuhalten und Normen durchzusetzen. Tag für Tag, Woche für Woche, … Von Pädagogen im Kindergarten und Schule hörten wir, auf unsere “sorgenvolle” Anfragen, immer nur: “Sie ist eben ein aufgewecktes, lebhaftes und temperamentvolles Kind.” oder “Das verwächst sich.” Auch später mit der Wissen der Lehrer um die Diagnose ADHS bekamen wir von ihnen keine Informationen von Lehrern zu Auffälligkeiten unserer Tochter im sozialen Verhalten (gute Zensuren, freundlich und zuvorkommend zu Lehrern = alles gut) Ab dem 18. Lebensjahr wurde nur noch mit Patientin, aber nicht mehr mit den Bezugspersonen, die gemeinsam mit ihr den Alltag meistern. Von Bekannten, einigen Medien (und Herrn Dettmann) wird ADHS als Modeerscheinung abgetan und Medikamente verpönt. Wie soll sich da ein junger Erwachsener zurechtfinden. Leider gibt es viel zu wenig Ärzte, die sich dem Thema angenommen haben. Unsere Informationen über ADHS haben wir vorrangig aus dem Internet. Unsere Tochter kümmert sich seit Monaten nicht um einen Termin, Hilfe von uns mag sie nicht annehmen. Ohne professionelle Behandlung läuft ihr Leben an die Wand: Freund und engste Familie, aber keine (!) anderen sozialen Kontakte, wenig Struktur und Organisation im Alltag, niedrige Stresstoleranz, Aggressivität, sehr leichte Ablenkarkeit u.v.a.m.
Und selbst wenn ADHS Modeerkrankung genannt wird, weil sich Sichtweisen in den letzten Jahrzehnten geändert haben, so ist es doch eine Erkrankung, die behandelt werden muss!

#23 |
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Gast
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Mit gemischten Gefühlen muss man dagegen betrachten die Entwicklung des Attributs ADHS als Hipster- und Lifestyle-Thema. Die Dunkelziffer der Prominenten mit ADHS dürfte gigantisch sein, auch in Deutschland (zu Prominenten mit ADHS hier: https://www.adhspedia.de/wiki/Bekannte_Pers%C3%B6nlichkeiten_mit_ADHS )

ADHS wird mehr und mehr gebraucht eben als Hipster und Coolness-Attribut , das wird aber dem Leidensdruck und dem Krankheitswert von ADHS bei der Mehrheit der Fälle nicht gerecht , nichts desto trotz hat z.B. Hollywood in entsprechenden Kreisen schon den Beinamen ADHD-City

#22 |
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Außerdem findet sich die bisher älteste bekannte kulturhistorische Schilderung von ADHS nicht erst im Struwwelpeter von 1844, sondern bereits um 250 v. Chr. in einer Ode von Herondas . Dort klagt eine Mutter über einen Jungen, der ihr den letzten Nerv raubt, nicht richtig lesen kann, die Tafel mehr verkratzt, als schön darauf zu schreiben, keine Hausaufgaben macht, mühsam Gelerntes schnell wieder vergisst, überall herumturnt, ständig irgendwelchen Blödsinn macht und falsche Freunde hat.

ADHS gibt und gab es seit Anbeginn der Menschheit, und auch schon zuvor, bei Tieren, gab und gibt es Äquivalente von ADHS – so z.B. den Zappelhund, der nur Gassi gehen kann, wenn er das Ritalin vom Herrchen frisst und spezielle “Persönlichkeiten” bzw. “Typen” bei Schimpansen . In der ADHS-Forschung wird auch sehr viel am Tier-Modell geforscht.

Das die komplexe Realität etwas simplifizierende Modell der Jäger und Sammler in einer Gesellschaft von sesshaften Bauern, auch damit wird ADHS beschrieben.

zum auch wieder bei Psychiatern quantitativ massiv unterschätzten Thema ADHS bei Frauen (die Patientinnen werden dann beim Psychiater vorstellig mit Borderline, Essstörungen, Depressionen und “Burnout”, nach dem zu Grunde liegenden ADHS wird meist nicht einmal sondiert) hier:

http://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs

Man sollte dazu vielleicht noch sagen, dass man das Thema ADHS nur dann wirklich zu 100% verstehen kann, wenn man es mehr oder weniger selbst hat. Nicht umsonst sind die meisten der weltweit führenden Wissenschaftler zu ADHS Blutsverwandte von ADHS-Betroffenen oder subklinisch oder leichtgradig manifest selbst von ADHS betroffen.

#21 |
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Unser ADHS-Advokat schlechthin auf Docchecknews Dr. Winkler hat sich zur Thematik Unterdiagnostik bei ADHS (insbesondere adulter ADHS) auf Docchecknews auch schon einmal geäußert:

http://news.doccheck.com/de/blog/post/5098-adhs-geballte-inkompetenz-und-ignoranz-der-psychiater/

#20 |
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Eine Kinderpsychologin, die für unseren damals 9-jährigen Sohn in der (stationären) Kinderpsychiatrie zuständig war, sagte mir ca. 3 Wochen nach der (von mir veranlassten) Einweisung (wegen Äußerungen von Suizidgedanken) am Telefon (nachdem wir von ihr zuerst nichts hörten): ADS sei eine “Modediagnose”, “Ritaline eine gefährliche Droge”, die sie “niemals Kindern verabreichen würden”. Eine leitliniengerechte ADHS Diagnostik fand nicht statt, 6 Wochen später musste unser Sohn wegen der Ehestreite und der mütterlichen Depressionen ins Internat. Sein Umfeld sei also Schuld an den Verhaltensstörungen (übrigens seit der Geburt bestehend, denn unser Sohn durchlitt eine AD(H)S typische “Laufbahn”: Schreibaby mit schlimmen Schlafstörungen,usw.) Da 50% der Kinder mit AD(H)S zusätzlich an oppositionellem Trotzverhalten leiden, 50% der Eltern von Kindern mit AD(H)S sich trennen und 40% der Müttern irgendwann an Depressionen leiden, war der (jungen) Dame offenbar nicht bewusst.

#19 |
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Und das ADHS eben nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr verschwindet, sondern bis zum Lebensende besteht, sieht man z.B. am Medicus-Autor Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/803168/medicus-autor-noah-gordon-wird-90-jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Triloge, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “

#18 |
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Ich sehe das so: mit ADHS in der Psychiatrie verhält es sich so wie mit der Nutzung von Pornoseiten im Internet. Beides ist der große, blaue Elefant mitten im Raum , den irgendwo jeder sieht bzw. dessen Präsenz fühlt, aber keiner redet darüber und will was damit zu tun haben.

Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.

Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:”…Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner…”…das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als “ADHS-Gegner”…die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der “konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2016) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen.

#17 |
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Gast
Gast

Man muss dazu noch sagen, dass bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 und einer Persistenz von zumindest einer Restsymptomatik in in Wahrheit 100% der Fälle die Prävalenz von ADHS in Deutschland bis zu 10% der Bevölkerung beträgt.

Natürlich ist ADHS nicht Alles-oder-Nichts, sondern eine dimensionale wie auch eine kategoriale Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle und es gibt auch bei ca. gleichem Schweregrad Unterschiede auch in der Neurobiologie. Zudem KÖNNEN (nicht müssen) FAST alle anderen Störungen der Psychiatrie bei ADHS als Komorbidität vorkommen. Z.B. wird geschätzt, dass mehr als 1/3 der Patienten mit Schizoaffektiver Störung / Schizophrenie ebenfalls ADHS hat, bei Depression, “Burnout”, Borderline, Alkoholismus etc. ist es ähnlich.

Der angeborene Part bei den multifaktoriellen Erklärungsmodellen zur Pathogenese Psychischer Erkrankungen geht auch mehr und mehr zu den Hirnentwicklungsstörungen und ADHS ist die mit Abstand häufigste Hirnentwicklungsstörung aufgrund der evolutionären Vorteile, die ADHS-Gene bzw. mitunter auch phänotypisch manifestes ADHS haben können.

Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html

Der evolutive Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutiv begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan .
Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls.
So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
Was die Akzeptanz von ADHS erschwert, ist der sperrige Begriff aus 4 Großbuchstaben. Der Begriff “Autismus” (hier noch erwähnenswert: bis zu ca. 50% der Patienten mit Asperger sollen ebenfalls ADHS haben) z.B. ist viel weniger sperrig und flüssiger.
Es wird mitunter von ADHS-Gegnern diverser Couleur argumentiert, dass sich hinter ADHS diverse andere Psychische Störungen verbergen können und es ADHS somit quasi gar nicht gäbe. Die Wahrheit ist viel eher: Hinter FAST allen anderen Diagnosen in der Psychiatrie KANN sich ADHS als kausale oder komorbide Störung verbergen. So auch z.B. die Prognose von Russel Barkley , dem weltweit renommiertesten Wissenschaftler zu ADHS , dass sich das ADHS-Spektrum irgendwann einmal als das zentrale Thema in der Psychiatrie insgesamt herausstellen wird.

Wenn nun argumentiert wird: “Patient X kann gar kein ADHS haben, der will nur Stoff zum Hirndoping” , so sei auf die hiermit ausgeführte hohe Relevanz von ADHS auch gerade quantitativ verwiesen.

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Endlich ! ADHS ist keine Erkrankung / Diagnose sondern ein Symptom im Rahmen einer uebergeordneten Erkrankung – bei Erwachsenen aber nicht bei Kindern

#15 |
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Gast
Gast

Schade, dass meist diejenigen Personen den Mund sehr vollnehmen, in Psychiatrie und Psychotherapie evidenzbasiertes Vorgehen abwerten und schlecht recherchierte mediale Schwarz-Weiß-Darstellungen wiederkäuen, die ganz offensichtlich am wenigsten Ahnung von der Thematik haben, gerne aber auf diese Weise Feindbilder aufbauen und sinnfreie Paranoia begünstigen. Arme ADHS-Betroffene und Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher, die können ja so kaum anders als sich ausschweigen über ihre Situation!

#14 |
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Gast, dem oft der Kragen eng wird
Gast, dem oft der Kragen eng wird

.. so seltsam, dass hier mit keinem Wort das jeweilige Elternhaus als einer der massgeblichsten Auslöse-, bzw. Reifefaktoren für psychische Störungen, auch ADHS, genannt wird. Und #8, Frau Kirsten Dobinsky, hat sicher recht, dass hier viel fehldiagnostiziert wird. Es wird lediglich diskutiert, welche Probleme Eltern mit bzgl. der jeweiligen Erziehungsstile habe, nicht aber, dass die Eltern Teil, wenn nicht sogar der entscheidende Teil, des Problems sind.
Fälle, wie von #3, PD Dr. Hans-Jürgen Agricola, berichtet, nehmen leider zu, da Eltern, die eigentlich die Ursache sind, in ihrer unglaublichen Arroganz, external attribuieren und die “Welt” für alles verantwortlich machen. Und mit der “Gabe” des richtigen Medikaments vom richtigen Dok, klappt das schon wieder. Leider sind mir aus der Praxis zu viele dieser Eltern bekannt, die dann die, von ihnen, aufgrund ihrer Selbstsucht während der wichtigsten ersten Jahre der Kids, sich lieber ihrer Karriere widmeten, ausgelöst bzw. verursacht haben.

#13 |
  39
Gast
Gast

Schade, dass die Salicylatunverträglichkeit bzw andere Lebensmittelsensibilitätsreaktionen und diverse Nährstoffmängel nicht als Ursache (oder verstärkende Faktoren für die Vulnerabilität) für ADHS genannt werden.

#12 |
  22
Nichtmedizinische Berufe

@#9, da solche “persönlich” geprägten Beiträge ohnehin hier wieder verschwinden werden:
Was Sie als Segen bezeichnen, ist nur die Bedienung der Bequemlichkeit der Verantwortlichen von Heute und führt mit dieser pillen-induzierten Abhängigkeit in das Elend von Morgen.
Ihre Unterstellungen zum Substanzmissbrauch sollten allein schon zum Löschen Ihres und meines Beitrages führen.
Keine Sorge, ich kam mit meinem Leben mit vielen Ecken, Kanten, Höhen und Tiefen immer sehr gut klar und daran wird sich auch bis zum Ende rein gar nichts ändern, ohne Psychiatrie-Seuche-Erfindungen und die dazu passend generierten “Drogen” oder umgekehrt…

#11 |
  40
Gast
Gast

#3 Diese Möglichkeiten gibt es und zwar in der Form der Aufsuchenden Familientherapie nach Sozialgesetzbuch SGB VIII;$ 28, Abs. 2
Bei diesem Hilfeangebot nach dem KJHG arbeitet man mit 2 Therapeuten
(Mann/Frau) welche regelmäßig in die Familie kommen und therapeutisch in die
familiäre Dynamik eintauchen. Das Modell ist sehr hilfreich und hat sich bestens bewährt.

#10 |
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Egbert Kuno
Egbert Kuno

# Herr Dettmann, ich lese nur Glückspille und Pharma-Lobby und muss meinen Speisebrei vom Mittag zurückhalten. Manch Schlaumeier bezeichnet ja sogar z.B. Fluoxetin als Glückspille. Dass sehr viele Floxetin-Nutzer die Lust auf Sex verlieren ist dann das Glück? Und Rialin: Richtig angewendet ein Segen für verzweifelte Schüler, Eltern und Lehrer. Außerdem, wovon leben Sie denn so? Die meisten Menschen verkaufen direkt und indirekt irgendetwas, um davon zu leben oder sie leben auf Kosten anderer, wie z.B. Finanzbeamte. By the way, die ZEIT, das Lieblingsblatt von Dr. Lieschen Müller, ist keine Referenz für Fragen der Medizin oder der Psychotherapie.

#9 |
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Kirsten Dobinsky
Kirsten Dobinsky

Wer als Kind ADHS und Legasthenie/Dyskalkulie hatte, wird auch als Erwachsener ADHS und Legasthenie/Dyskalkulie haben (Legasthenie / Dyskalkulie wird der Betroffene wie ADHS sein Leben lang haben). Internationale Forschungen über Legasthenie im Erwachsenenalter gibt es genug. Und diese auch von ADHS im Erwachsenenalter sauber trennen zu können (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24460949).
Ich verstehe es nicht. Es werden sich alle möglichen psychischen Störungen angeschaut. Aber da, wo es bekannt ist, das da eine hohe Komorbilität existiert wie bei Legasthenie und ADHS, da schauen die Diagnostiker bewusst weg – und wollen vom Thema Legasthenie auch nichts mehr wissen. Wenn die Forscher eine Legasthenie von einem ADHS nicht auseinander halten können wollen, wie kann man sicher sein, dass deren restlichen Forschungsergebnisse stimmen? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass einige die ADHS-Diagnose bekommen haben, obwohl sie das gar nicht nicht haben, sondern eine Legasthenie und deren Folgen… Ich traue den Experten da oben zu, dass sie nicht sehr selten falsch diagnostiziert haben bei den Erwachsenen und deren Ergebnisse in ein paar Jahren revidiert werden müssen. Weil nicht “sauber” gearbeitet wurde.

#8 |
  8
Nichtmedizinische Berufe

Mit den vier Dekaden und mehr passt ja gut zum Beginn des US-amerikanischen Hysterie- und Hype-Zeitalters, auch mit eingeläutet durch die Psychiatrie-Erfindungen, in den Anstalten allein konnte nicht genug Umsatz gemacht werden.
Bisher hatte ich noch in keine der publizierten internationalen medizinischen Datenbasen herausfinden können, dass es jemals eine Heilung von den erfundenen Psychiatrie-Erfindungen gegeben hätte.
Ich bleibe dabei, dass diese mitunter gefährlichen Chemikalien nicht aufgrund solcher fadenscheinigen Studien?, die ja doch alle gegenseitig angezweifelt werden, verantwortungsvoll Menschen gegeben werden sollte, schon gar nicht wehrlosen Kindern!
Und jetzt kommt auch noch der nächste für mich kunter-bunte Klamauk mit den frei erfundenen Kombis von Psychiatrie-Erfindungen, um wohl eine zuverlässige lebenslange “Kundenbindung” wirklich erreichen zu können?
Die unbequeme und zeitaufwendige Konditionierung unserer Kinder, mit allen Höhen und Tiefen des normalen Lebens, war und ist der einzig nachhaltige Weg, um auch noch in den nächsten Jahrzehnten in einer handlungsfähigen Gesellschaft leben zu dürfen.
Allerdings sehe ich jetzt schon schwarz, wie spät die jungen Erwachsenen heute erst erwachsen werden, falls überhaupt noch, also ich meine damit das wirkliche Erwachsensein…

#7 |
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Egbert Kuno
Egbert Kuno

#3 Herr Privatdozent, Dr. Hans-Jürgen Agricola, das ist doch nichts, was nicht mit ein paar guten alten Backpfeifen von beherzten Mitschülern geregelt werden könnte ;-)

#6 |
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Dr. med. Abiodun Ogundare
Dr. med. Abiodun Ogundare

ADHS war bereits seit über 40 Jahren in der Kinderheilkunde bekannt und wurde vielfältig behandelt. Die Erkenntnis und Therapie bei Erwachsenen ist erst in den letzten 5-10 Jahren bekannt (s. Einführung von Ritalin und co im Erwachsenenalter). Bitte fragen Sie die Paediater um ihre Erfahrung!!

#5 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ach ja, unsere Zeit der Hypes, wozu die zugegeben sehr kreativen Psychiatrie-Seuche-Erfindungen zweifellos führend zählen.
Und vor allem ist es ein Milliardengeschäft!
So, was war denn nun mit der Geistesschöpfung ADHS, von dem der Erfinder noch vor seinem Abschied vom Diesseits gebeichtet haben sollte, dass ja alle nur geleimt wurden.
Und andere Berichte möchten das ja auch auf anderen Wegen bestätigen wollen, wie nur einer von vielen unter http://www.zeit.de/2013/37/adhs-ads-modekrankheit-psychische-stoerung
Außerdem: Zappelphilipp und Transuse gibt es doch schon ewig.
Warum wird nun das wie vieles andere auch, plötzlich pathologisiert?
Ich sah doch eigentlich die gute Entwicklung, dass es seit Jahren in der wissenschaftlich geprägten Psychologie zunehmend um die Betrachtung der Resilienten gehen sollte und nicht um die, die sich in Scheinwelten, ins Irreale flüchten wollen, modisch bequemlichkeitsgeprägt mit emsiger Unterstützung durch Psychiater + Pharma-Lobby und deren Konzept der “Glückspille”.
OK, dies scheint nun tatsächlich der Weg des persönlichkeitsunterentwickelten Menschen zu sein, der z.B. nie etwas wirklich schlimmes erlebte und daran gewachsen wäre, also nur darüber wirklich lebenssicher hätte werden können und vor allem wollen, letzteres die wichtigste Voraussetzung immer ist.
Über die ebenso modisch geprägten Ursachen für diese rapide gewachsene und noch exorbitant wachsende Psychiatrie-Seuchen-Kundschaft, könnte sich lange ausgelassen werden, angefangen bei mangelnder bis fehlender Erziehung, fehlender Frustrationstoleranz, und, und…

#4 |
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PD Dr. Hans-Jürgen Agricola
PD Dr. Hans-Jürgen Agricola

Und wie soll man einem Schüler begegnen, der mit allen Mitteln um Aufmerksamkeit buhlt. Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung ist bei dem Schüler vom Hausarzt diagnostiziert. Eine Therapie wird von der Mutter abgelehnt.
Als Anwältin versucht die Dame, selbst hochgradig gestört, die Lehrer der Schule aufgrund von Formfehlern, zu attackieren und ihren Sohn gegen die Schule aufzubringen. Einen Schulwechsel lehnt sie ab, wohl wissend, dass es mit ihrem Sohn nur schlechter werden kann. Die Klasse leidet unter den bewußten Provokationen des Schülers. “Meine Mutter ist Anwältin, ich habe immer Recht”.

Welche rechtlichen Möglichkeiten gibt es, dem Kind von schulischer Seite zu helfen, wenn psychische Störungen durch die Eltern eben nicht als behandlungsnotwendige Krankheit angesehen werden?

#3 |
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Gast
Gast

Im Rahmen der multimodalen Behandlung hat sich Qeeg basiertes Neurofeedback als solide Option in unserer Praxis bewährt.

#2 |
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PD Dr. Hans-Jürgen Agricola
PD Dr. Hans-Jürgen Agricola

und

#1 |
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