Krebsrisiko: Selber schuld

22. Februar 2018

Mehr als 40 Prozent aller krebsbedingten Todesfälle könnten verhindert werden – und zwar vom Patienten selbst. Das behaupten die Autoren einer aktuellen US-Studie. Ist also ein großer Teil der Krebskranken am eigenen Schicksal schuld?

In den vergangenen Jahren hat die Krebsforschung verschiedene Stoffe und Risikofaktoren identifiziert, die eine Krebserkrankung begünstigen können. Ein wichtiger Risikofaktor ist dabei der Lebensstil. 42 % aller Krebserkrankungen und 45 % aller krebsbedingten Todesfälle haben ihre Ursache in einem gesundheitsschädlichen Lebensstil.

Damit ist konkret gemeint: Rauchen, ungesunde Ernährung, zu starke Sonnenexposition. So lautet das Ergebnis einer retrospektiven Studie der Wissenschaftler um Farhad Islami von der American Cancer Society. „Von den meisten Risikofaktoren ist der kausale Zusammenhang belegt. Einmal durch epidemiologische Analysen, dann durch präklinische, direkte mechanistische Analysen oder durch Mutationsanalysen“, erklärt Keilholz. Nur bei einem hergestellten Zusammenhang zwischen Übergewicht oder ungesunder Ernährung (wenig Obst/Gemüse, zu viel rotes/verarbeitetes Fleisch) handele es sich um statistische Assoziationen.

Rauchen kann tödlich sein – öfter, als man denkt

Als besonders gefährlich entpuppte sich das Rauchen. „Zigarettenrauchen war mit weit mehr Krebserkrankungen und Todesfällen assoziiert als jeder andere einzelne Risikofaktor. Es war für fast 20 % aller Krebserkrankungen und 30 % aller krebsbedingten Todesfälle verantwortlich“, schreiben die Autoren. Insbesondere Lungen-, Kehlkopf– und Speiseröhrenkrebs hatten ihre Ursache sehr häufig im Rauchen. Auf den Plätzen zwei bis fünf der gefährlichsten, jedoch vermeidbaren Krebsrisiken lagen Übergewicht, Alkoholkonsum, UV-Licht und körperliche Inaktivität. Besonders riskant war jedoch die Kombination aus Übergewicht, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Bei Frauen ließen sich 22 % und bei Männern 14 % aller Krebserkrankungen darauf zurückführen.

 

S

Prozentanteil der Krebserkrankungen, die sich auf modifizierbare Risikofaktoren zurückführen ließen (nach F. Islami et al.: Proportion and number of cancer cases and deaths attributable to potentially modifiable risk factors in the United States)

Nicht nur das Verhalten der Patienten wurde untersucht, die Autoren üben auch Systemkritik aus: Aus ihrer Sicht hätten effektive Präventionsmaßnahmen wie beispielsweise Verbrauchssteuern auf Zigaretten oder HPV-Impfungen viele der Krebserkrankungen und krebsbedingten Todesfälle verhindern können.

Nicht neu aber besser als je zuvor

„Die Studie ist interessant, obwohl nichts wirklich neu ist“, sagt Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Kommissarischer Direktor des Charité Comprehensive Cancer Centers in Berlin. Interessant ist sie vor allem deshalb, weil sie die größte ihrer Art ist. Die amerikanischen Wissenschaftler hatten Daten über etwa 1,5 Millionen Neuerkrankungen mit invasiven Tumoren und über knapp 600.000 krebsbedingte Todesfällen berücksichtigt. Die Zahlen hatten sie von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und dem National Cancer Institute erhalten. „Das Besondere der Arbeit ist, dass aktuelle Schätzungen, Trends und Analysen unter Hinzunahme des aktuellen Krebsregisters berücksichtigt worden sind, um diese Zahlen zusammenzustellen. Das gibt eine relativ präzise Einschätzung der Situation in den USA“, so Keilholz. „Studien in der Qualität gibt es in Deutschland nicht.“

Melanome: Es zählen die Sonnenbrände in der Kindheit

Natürlich kann das Ergebnis der amerikanischen Studie nicht einfach auf Deutschland übertragen werden. Grund hierfür ist, dass die einzelnen Risikofaktoren in Deutschland und den USA unterschiedlich häufig vorkommen. Übergewicht beispielsweise war laut der Studie von Farhad Islamis Team der zweithäufigste Risikofaktor für Krebs. Am häufigsten hatte es Uteruskarzinome verursacht. „So stark übergewichtige Frauen wie in den USA sind in Deutschland selten. Das ist wirklich etwas Spezifisches,“ sagt Keilholz. Übergewicht und damit auch Tumorerkrankungen, die mit überflüssigen Pfunden assoziiert sind, spielen in Deutschland daher eine deutlich kleinere Rolle.

rr Univ.-Prof. Dr. Ulrich Keilholz

Ulrich Keilholz ist Kommissarischer Direktor des Charité Comprehensive Cancer Centers in Berlin © Univ.-Prof. Dr. Ulrich Keilholz

„Die UV-Strahlenbelastung ist hier wie in den USA regional unterschiedlich“, so Ulrich Keilholz weiter. Prinzipiell ist das Ergebnis aber auf Deutschland übertragbar. In den USA hatte die UV-Strahlenbelastung knapp fünf Prozent aller Krebserkrankungen und annähernd 95 % der Melanome verursacht. Senken lässt sich das Risiko, an einem Melanom zu erkranken, indem man UV-Licht meidet. „Im Erwachsenenalter ist es [das Melanom-Risiko] allerdings kaum noch beeinflussbar. Entscheidend sind die Sonnenbrände in der Kindheit“, erklärt Ulrich Keilholz. „Für Krebspatienten ist es daher von geringer Relevanz. Aber das Wissen ist wichtig, um das Verhalten der Erwachsenen zu verändern. Denn diese müssen versuchen, bei ihren Kindern Sonnenbrände zu verhindern.“ Nicht berücksichtigt hatten die amerikanischen Wissenschaftler die nicht-melanomen Krebsarten wie beispielsweise das Plattenepithelkarzinom. „Diese Tumoren sind relativ häufig, werden jedoch nicht berücksichtigt, da sie in Deutschland und in den USA nicht im Krebsregister erfasst werden“, so Ulrich Keilholz. „Das sind einfach viel zu viele.“

„Wenn niemand rauchen würde, wäre die Hälfte der Krebserkrankungen weg“

Der größte Unterschied in diesem Zusammenhang besteht beim Rauchen. „In Deutschland ist die Zahl der Raucher und damit auch die Zahl der dadurch verursachten Krebsfälle und Todesfälle viel höher als in den USA“, erklärt Keilholz. Grund hierfür sei, dass seit den 1980er Jahren immer weniger Amerikaner rauchen. In Deutschland sei die Zahl der Raucher jedoch weiter angestiegen. Erst in den letzten Jahren sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen, da die jüngeren Leute weniger zum Glimmstängel greifen. Die Raucherprävalenz in Deutschland ist laut dem Experten mindestens doppelt so hoch wie in den USA. „Wenn in Deutschland niemand rauchen würde, wäre die Hälfte der Krebserkrankungen weg“, ist der Onkologe überzeugt.

Es braucht mehr Hausärzte mit Biss

Sind die Patienten also selbst schuld, wenn sie beispielsweise rauchen, Übergewicht nicht abbauen oder sich zu wenig bewegen und dann an Krebs erkranken? „Jeder lebt wie er lebt. Von dieser Lebensweise hängt das Risiko für eine Krebserkrankung ab“, ist Keilholz sicher. Die Krebsprävention ist eine ganz wichtige Kernaufgabe für die Hausärzte vor Ort. „In meiner hausärztlichen Praxis gehört eine Lebensstilberatung, eine verbale therapeutische Intervention, zum so zu nennenden täglich Brot,“ erklärt Dr. Philipp Ascher, der eine Hausarztpraxis im Süden Münchens betreibt. „Ich kläre Patienten täglich zu ihren Risiken auf und arbeite manchmal jahrelang z. B. auf einen Rauchverzicht hin – und das gar nicht so selten erfolgreich.“  Der Facharzt für Innere Medizin, Notfallmedizin und Echokardiografie ist fest davon überzeugt, dass „die Effektivität, die Erfolgsrate dieser Gespräche in offiziellen Studien konsequent unterschätzt wird, da das Pfund der langjährigen ärztlich-persönlichen Verbundenheit und die Nutzbarkeit für eine sinnvolle und notwendige Lebensstilveränderung in Studien von Universitäten sich nicht abbilden lässt.“

99 Wertungen (4.18 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

57 Kommentare:

Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Sehr gute Formulierung: Wenn keiner mehr rauchen würde, hätten wir nur die Hälfte an Krebsfällen.

#57 |
  1
Arzt
Arzt

Ich finde schon dass der gelungene Beitrag von Herrn Dr. Scheer noch eine kleine Ergänzung vertragen könnte, bloß der Vollständigkeit halber. Eigenverantwortlichkeit komplett zu negieren hilft auch niemandem. Ganz besonders der Suchtkranke Patient braucht oft eine Erinnerung an die eine Selbstwirksamkeit, die Erfahrung seiner eigenen Kompetenz sein Leben zu gestalten. Das ist ein wesentlicher Punkt jeder Therapie. Und auch der noch-nicht-Suchtkranke kann und soll nicht die Kontrolle über sein Konsumverhalten abgeben. Eigenverantwortung ja, Schuldzuweisung nein.

#56 |
  0
Gast
Gast

#43 Herr Scheer: Danke! Dem ist nichts hinzuzufügen.

#55 |
  0
Gast
Gast

Seit wann gibt es einen Facharzt für Innere Medizin,Notfallmedizin und Echokardiografie?Bitte um exakte Formulierungen.Da werden Facharzt und Einzelqualifikationen vermischt.

#54 |
  1
Gast
Gast

@#51: was für ein arroganter und selbstgefälliger Kommentar.
Natürlich bleibe ich für mich selber verantwortlich. Trotzdem bin ich nicht zwangsläufig Verursacher meiner Erkrankung. Ist Ihnen eigentlich bewußt, was Sie damit sagen? Und vorallem widerlegen Sie damit Ihre erste Aussage hinsichtlich “Schuld” … übrigens kein reiner Begriff der Jurisdiktion.
Sie widersprechen sich auch, wenn Sie auf z.B. auf Kommentar #41 antworten, dass man sich nicht ins “Himmelreich essen …” kann, dann aber wieder von der eigenen Verantwortlichkeit reden. Denn wenn Sie mit dem von Ihnen ständig wiederholten Hinweis auf die Eigenverantwortlichkeit Recht hätten, dann müssten Ernährung, Bewegung, Meditation etc. eben doch helfen und davor schützen, zu erkranken. Tun sie aber nicht notwendigerweise, wie einem die Realität täglich zeigt. Also, was nun?
Eine Person hat zwar alles, von außen gesehen, durch einen bewußten Lebensstil (inklusive spirituell-geistiger Arbeit) “richtig” gemacht und erkrankt trotzdem und bleibt damit Verursacher der eigenen Erkrankung?
Also, doch irgendetwas “falsch” gemacht, ansonsten stimmt Ihre Aussage nicht, dass man immer Verursacher der eigenen Erkrankung bleibt …
In Ihrem Kommentar steckt viel Unlogik und die Katze beißt sich in den Schwanz …
Und übigens gibt es auch andere Bereich, in denen die Eigenverantwortlichkeit ihre Grenzen hat, z.B. liegt es nicht immer in der Verantwortung eines Betroffenen, wenn er entlassen wird und auch nicht, wenn er im weiteren Verlauf keine neue Arbeitsstelle finden kann. Etwas anderes zu behaupten, ich wiederhole mich, aber ganz bewußt, ist arrogant und zeugt von erheblicher Weltfremdheit. Es gibt äußere Umstände, die der einzelne Mensch eben nicht durch eigenes Verhalten beeinflussen kann, die aber ihn beeinflussen.
Herrn Werner kenne ich persönlich und ich bin mir mehr als sicher, dass er diesen Satz nicht in jeder Lebenslage so gelten lassen würde.

#53 |
  2
Gast
Gast

Sehr geehrter Dr. Komp, welch ein hochmütiger Kommentar! Gehören die verschiedenen Präventionsbereiche nach Caplan nicht zum medizinischen Curriculum? Oder ist es schon zu lange her? Als da wären: Primäre Prävention, die wie sekundäre Prävention bei Vorsorgeuntersuchungen (je nachdem welcher) eine Rolle spielt, sowie tertiäre Prävention. Selbstverständlich ist Prävention auch Aufgabe des Arztes. Nun gut, wer mit Hahnemann heilen will… Selbstverständlich sollten Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitswesen die Aufgabe der Prävention nicht vernachlässigen, die Politik eine bessere Grunlage dafür bieten, dass Vermittlungsarbeit gelingen kann und die Situation des Einzelnen nicht monokausal betrachtet werden. Wer sagt, dass Götz Werner nicht irren kann? Dass er diesen Satz zum ersten Mal behauptet hat, wage ich ohnehin zu bezweifeln. Der Wille allein ist es nicht, der Veränderung bewirkt, oft genug muss eine breite Basis erst geschaffen werden. Glücklich, wer allein aus Willen sein Leben gestalten kann (oder eben jenes glaubt, aber vielleicht auch eine Menge glücklicher Umstände hatte)…

#52 |
  2

Mit dem Begriff der Schuld Erkrankungen und deren Folgen zu beurteilen bzw. bewerten zu können ist – Entschuldigung – Nonsens.
Schuld ist ein juristischer Begriff und entstammt der Jurisdiktion – also medizinischen Gegebenheiten fremd und daher tunlichst zu vermeiden !
#29 – Einzige Aufgabe des Arztes ist es, einen kranken Menschen gesund zu machen, was man heilen nennt ! (Haahnemann)
Prävention kann nur jeder Mensch für sich selbst betreiben, bei Kindern die verantwortlichen Eltern o.ä. , daher ist der Begriff der Vorsorgeuntersuchung etc. Humbug und in sich selbst falsch. Ein Arzt kann lediglich Früherkennung betreiben…nicht mehr, aber auch nicht weniger…Die Verantwortung für sich selbst bleibt IMMER beim einzelnen Menschen – sowohl was seine Wirkung in Bezug auf sich selbst , wie auch seine Wirkung auf andere Menschen und seine Umwelt betrifft
#41 – man kann sich weder ins Himmelreich essen, noch sporteln oder andere Versuche dahin unternehmen – gewissermaßen als Garantie und Belohnung für selbst eingeschätztes Verhalten (?) – immer bleibe ich Verursacher und Verantwortlicher für mich selbst (und meinen Zustand)
#43 – weder Krankheit noch Gesundheit ist “Kismet”, Zufall, Ungerecht oder gerecht ..oder oder oder…
#44 – überall bin ich selbst für mich veraantwortlich – so sehen wir es in unserer Gesellschaft im Allgemeinen – nur wenn es um Gesundheit oder Krankheit geht , sollen diese selbstverständlichen Annahmen nicht mehr gelten ? – eine durchaus merkwürdige und zugleich inkonsequente und kontradiktische Einstellung
#40 – es ist richtig – Änderung um der Änderung willen bringt letztlich keinen Erfolg , ich muss erst einmal verstanden haben, warum ich was tue und welchen Gewinn ich mir ursprünglich daavon erhofft hatte bzw. welche eigene Handlungen ich nicht in der Lage war zu vollziehen und daher zu “maladaptiven” mir schädlichen bzw. mich beeinträchtigenden Ersatzlösungen ich gegriffen habe ! Erst wenn ich Fragen an mich selbst habe – kann ich auch meine eigene AAntworten finden und mich aus einem möglicherweise “Teufelskreis” lösen bzw. befreien.
Götz Werner schreibt in seiner Autobiographie : wer etwas will, tut es – wer es nicht will , findet Gründe”
das mag für jeden ganz unterschiedlich schwer oder fast unmöglich erscheinen, aber es ist der eigentliche “Königsweg”

#51 |
  6
Arzt
Arzt

Facharzt für Echokardiographie? Gibt es. Schimpft sich Kardiologe. ;-)

#50 |
  0
Gast
Gast

Facharzt für Echokardiographie (:

#49 |
  0

@#8: In bezug auf den von Ihnen negierten Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Rauchen irren SIe sich gewaltig! Die kausal durch Rauchen induzierte epigenetische Blockierung von Tumorsuppressorgenen wurde bereits mehrfach nachgewiesen. Unabhängig von der Eindeutigkeit eines Kausalzusammenhanges zwischen Rauchen und mehreren – auch nicht direkt mit dem Atemsystem in Verbindung stehenden – Krebsarten, halte auch ich jegliche Schuldzuweisungen für den falschen Weg. Früh mit Aufklärungsarbeit (Kinder und Eltern) beginnen und das nicht den Kindergärtnerinnen und Grundschullpädagogen überlassen, sondern Fachpersonal in die Schulen schicken.

#48 |
  0
Zahnärztin

Ich finde, die Ärzte sollten mehr Mut zu kurzen klaren Ansagen haben. Mir erzählte ein Patient, dass ihm beim Entlassungsgespräch aus dem Krankenhaus (nach einem schweren Herzinfarkt mit Anfang vierzig) der Oberarzt gesagt habe: „Herr K., sie haben jetzt zwei Möglichkeiten: weiter zu rauchen oder weiter zu leben.“ Das ist jetzt fünfzehn Jahre her und dieser Mann hat nie wieder eine Zigarette angerührt!
Und: natürlich funktioniert es so nicht bei jedem. Und: selbstverständlich garantiert mir ein gesunder Lebensstil nicht ein langes Leben ohne Krankheiten. Aber obgleich ich trotz Anschnallen im Auto bei einem Autounfall sterben kann, tue ich es trotzdem!

#47 |
  0
Gast
Gast

Nicht das was ist so entscheidend, sondern das wie.Rauche seit meinem 17 LJ mein Pfeifenchen ,bin 78 Jahre alt und habe eine gesunde Lunge und keinen Infarkt.Rasputin war durch Arsen nicht zu töten, weil er wußte wieviel er vertrug.
Angst vor Strahlung?In einem Versuch wurden 2 Generationen Fliegen in 2 Gefässen beobachtet.Die absolut strahlenfreie Generation war nach einer gewissen Zeit abgestorben.In unserem Körper finden sich alle Mineralien unseres Planeten .Wir vertragen deshalb auch alles, nur in der richtigen Menge und Art.Das ist das WIE

#46 |
  15
Gast
Gast

Es gibt meines Wissens keinen Facharzt für Echokardiografie.
Ich wüsste auch nicht warum notfallmedizin in diesem Zusammenhang eine besonders erwähnenswerte Qualifikation sein soll.
Der Artikel rekapituliert altbekanntes.

Patientenbashing ist keine Lösung.

#45 |
  7

Ich persönlich bin Fan und Verfechter des Solidaritätsprinzips. Es ist gut zu wissen, dass man im Falle des schlimmsten Falles von der Gesellschaft aufgefangen wird. Ein Negativbeispiel sind immer die USA und auch jedes andere Land ohne Versicherungsschutz (z.B. Entwicklungsländer) wo Überleben zuerst an Einkommen und sozialem Status hängt, und nicht an medizinischer Versorgung. Allerdings gibt es eben auch Menschen, die genau jenes Solidaritätsprinzip wissentlich und unwissentlich ausnutzen. Es sind nicht alle Raucher, sondern auch Menschen mit Angststörung, oder Menschen, denen Langweilig ist und denen die kleine Dosis “Doktor” einfach guttut und wegen jedem Zipperlein diagnostisch auf den Kopf gestellt werden, mit mehrfachen (unnötigen) MRTs oder CTs pro Jahr, Facharztbesuchen, und Rehabilitationen. Hier ist einzig eine größere Kontrolle durch behandelnde Ärzte und Krankenkassen zu wünschen, welche von unnötigen Maßnahmen absehen.

#44 |
  7

Wieder sind wir bei einer Diskussion, wo Übergewicht und Suchtverhalten als persönliche Schuld des Erkrankten dargestellt werden.
Man müsse sich nur “zusammenreißen” und “am Riemen reißen”, endlich mal den “Arsch hoch kriegen” und “vernünftig sein”.
Genau diese Argumente bekommen Patienten mit Depressionen und anderen psychischen Problemen auch ständig zu hören.
Preußische Tugenden mit modernem Anstrich, aber trotzdem überholt….
Thema verfehlt, setzen, 6.
Jemand, der in seinem Leben noch nie Übergewicht hatte,als Lehrer in die Ernährungsschulung zu schicken, ist genauso sinnvoll wie Eheberatung durch einen katholischen Geistlichen oder einen Malkurs durch einen Blinden abhalten zu lassen.
Vielleicht sollte man mal überlegen, ob die Zunahme gesundheitsschädlichen Verhaltens und die dramatische Zunahme psychischer Erkrankungen und Suchterkrankungen nicht Ausdruck der gleichen Problematik sind.
Überall wird Grundlkagenforschung betrieben, aber welche gesellschaftlichen Veränderungen oder Entwicklungen diese Krankheiten vorantreibt, schein allgemein nicht interessant genug zu sein, um hier Zeit oder gar Geld zu investieren.
Da redet und denkt man lieber vom tumben, trägen, phlegmatischen Adipösen oder uneinsichtigen Rauchern, die eigentlich ja nur zu blöd sind, was zu ändern.
Wie wärs denn mal, wenn man die Ursachen der Ursachen betrachtet? Den Alkoholiker der mit Absicht oder durch Leichtsinn in seine Erkrankung geraten ist, habe ich noch nie erlebt. Gleiches Gilt für Depressive, Amphetaminabhängige, Peradipöse, Diabetiker usw.
Schuldzuweisungen scheinen ja langsam die Krone der Medizin zu werden…..

#43 |
  2
Gast
Gast

Es gibt also gute Krebspatienten und schlechte Krebspatienten… Hm

#42 |
  0
Gast
Gast

Das Problem bei solchen Studien ist auch, dass plötzlich überlesen wird, dass es sich bei diesen angeblich “selbstverschuldeten” Krebsfällen bloß um einen Teil, nämlich 42%, handelt. Und dann sieht man sich als Krebspatient auf einmal diesem Vorwurf und dieser Stigmatisierung ausgesetzt, dass man wohl etwas falsch gemacht haben muss in seinem Leben, wenn man nun an Krebs erkrankt ist.
Als selber Betroffene kann ich es, wie so viele andere auch, nicht mehr hören.
Nein, ich habe in meinem Leben nie geraucht. Alkohol habe ich so gut wie nie getrunken. Bin schon als Kind sehr bewußt ernährt worden und habe diesen Ernährungsstil beibehalten. Habe immer viel Sport getrieben. Kurz, ich habe angeblich alles richtig gemacht und bin trotzdem an Krebs erkrankt.
In meinem Umfeld kenne ich inzwischen eine ganz Reihe anderer Krebspatienten, auf die ähnliches zutrifft. Und die meisten von uns kennen diese völlig überflüssige und eher hilflos wirkende Stigmatisierung in Form der Frage oder des Vorwurfes, was wir wohl “falsch gemacht” haben in unserem Leben… Tja, wer weiß das schon? Vielleicht einfach bloß Pech gehabt? Oder exogene Noxen, auf die man keinen Einfluß hat, wie z.B. eine volle Dröhnung Tchernobylregen, weil man nichtsahnend durchgeradelt ist und hinterher erfahren hat, dass man in einer Gegend mit relativ hoher Belastung wohnt? Oder, oder, oder?
Nichts genaues weiß man nicht! Das wäre ein ehrlicher Umgang, denn die Ursachen sind vermutlich viel zu vielfältig, um sie wirklich für jeden Fall erkennen zu können.

#41 |
  0
Gast
Gast

Das Aufhören zu rauchen als eine Änderung des Lebensstils zu bezeichnen, ist eine Untertreibung, mit der es sich viel zu einfach gemacht wird. Wir sprechen hier von einer Sucht! Vielleicht sollten sich einige hier erst mal intensiver mit dem Thema Suchterkrankung befassen, ehe sie behaupten, das Rauchen sei etwas, das man doch einfach (!) bloß lassen könne. Es ist definitiv NICHT EINFACH! Auch sind wahrscheinlich die wenigsten adipösen Menschen aus Spaß an der Freude so dick. Da stecken so häufig weitere Grunderkrankung, Medikamenteneinnahme, Essstörungen, schlimme psychische Beeinträchtigungen etc. dahinter. Gibt es tatsächlich irgendeinen Mediziner, der glaubt, es würde etwas Positives bewirken, wenn er/sie sagt: „Ändern Sie Ihren Lebensstil (sonst kriegen Sie auch noch Krebs)“? In meinen Augen wird da verkannt, dass es sich um behandlungswürdige Erkrankungen handelt und nicht einfach um „Lebensstile“. Der Raucher hört nicht zu rauchen, nicht weil er „bockig“ ist, sondern weil er süchtig ist. Und die extrem übergewichtige Person ist das in den meisten Fällen nicht geworden, weil sie halt einfach so gerne zu viel isst.

#40 |
  1

Diese Zahlenschubserei läßt leider 2 wichtige Aspekte außer acht:

1. Die Menschen, die nicht an Krebs sterben, müssen zwangsläufig an etwas anderem sterben. Der Endpunkt ist immer der gleiche, nur die Dauer bis dahin und die Ursachen unterscheiden sich.

2. Krebs ist eine Erkrankung des Alters, d.h. dass ein Anstieg der Lebenserwartung zwangsläufig mit einem Anstieg der Krebsrate einergehen wird. Somit wird wird es rein rechnerisch wahrscheinlich einen Punkt geben, an dem die Änderung des Lebensstils keinen Enfluß auf die Krebsrate mehr haben wird.

Sinkt dann schließlich die Zahl der Krebstoten, muß die Zahl anderer Todesursachen zunehmen, insbesondere die neurodegenerativen Erkrankungen werden dann die wichtigste Todesursache sein. Ob ich das erstebenswert finde, weiß ich noch nicht.

#39 |
  0
Dagmar Lemmen
Dagmar Lemmen

Rauchen verursacht Lungenkrebs

und was macht es mit einem Jugendlichen, der seit ein paar Jahren heimlich raucht und eigentlich aufhören möchte, wenn er im Supermarkt an der Kasse all die Ekelbilder über Rauchen gefährdet die Gesundheit sieht?

Er bekommt Angst, er fühlt sich gestresst und macht sich draußen erst mal eine Zigarette an…

#38 |
  3
Biokosmetikerin Monika Pause
Biokosmetikerin Monika Pause

Alkohol und Nikotin raubt die halbe Menschheit hin!
Ohne Alkohol und Rauch stirbt die andere Hälfte auch!

#37 |
  12

Krebsentstehung – Schuld und Sühne als Krebsrisiko?
Zunächst sollte angesprochen werden, dass es sich bei der hier vorgestellten Studie: “Proportion and number of cancer cases and deaths attributable to potentially modifiable risk factors in the United States” von Farhad Islami et al.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.3322/caac.21440/full
um eine rein retrospektive Akten-, Daten-, Morbiditäts- und Mortalitäts-Statistik-Studie handelt, ohne auch nur einen einzigen Patienten selbst untersucht, detektiert, befragt und im zeitlichen Verlauf beobachtet zu haben [“Materials and Methods | Data Sources | Risk factors and cancer types | We used reports published by the International Agency for Research on Cancer (IARC) and the World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer Research (WCRF/AICR) to identify potentially modifiable risk factors with sufficient or strong (either convincing or probable) evidence for causing cancer in humans and for which risk factor exposure and cancer outcome data were available (Table 1). When a risk factor was evaluated more than once, we prioritized the more recent evaluation.“…”Cancer occurrence | Numbers of new invasive cancer cases in 2014 in the United States by sex and age group (ages 30-79 years in 5-year increments and 80 years and older) were obtained from the Centers for Disease Control and Prevention’s (CDC’s) National Program of Cancer Registries (NPCR) and the National Cancer Institute’s (NCI’s) Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER) program, which collectively provided complete coverage of the US population in 2014. The corresponding numbers of cancer deaths were obtained from the CDC’s National Center for Health Statistics”].
Ins gleiche Horn stößt ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt vom 20. Mai 2016: „Krebsvorsorge: Ein gesunder Lebensstil könnte Sterberate mindestens halbieren“, der wenigstens eine halbwegs prospektive Studienpublikation als „Original Investigation | Preventable Incidence and Mortality of Carcinoma Associated With Lifestyle Factors Among White Adults in the United States“ von Mingyang Song und Edward Giovannucci präsentiert
https://jamanetwork.com/journals/jamaoncology/article-abstract/2522371
Die beiden letztgenannten Autoren setzen sich wenigstens mit der Stammzell-Mutationshypothese auseinander, nach der zufällige Mutationen währen der Teilungsphase von Stammzellen Hauptverursacher der Karzinomentstehung beim Menschen sein könnten [„Importance Lifestyle factors are important for cancer development. However, a recent study has been interpreted to suggest that random mutations during stem cell divisions are the major contributor to human cancer”].
Um die Verwirrung komplett zu machen, schreibt das Deutsche Ärzteblatt zu der Studie: “Variation in cancer risk among tissues can be explained by the number of stem cell divisions” von Cristian Tomasetti und Bert Vogelstein
http://science.sciencemag.org/content/347/6217/78
in seinem Titel am 2. Januar 2015: „Medizin | Studie: Die meisten Krebserkrankungen sind dumme Zufälle“
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61336/Studie-Die-meisten-Krebserkrankungen-sind-dumme-Zufaelle
Aber “Dumme” Zufälle sind nicht nur semantisch fragwürdig, denn müsste es dann nicht auch “kluge” Zufälle geben? Was B. Vogelstein und C. Tomasetti, Johns Hopkins University, Baltimore, Maryland/USA publiziert und vorgeschlagen haben, sind zufällige Irrtümer, die während der DNA-Replikation in normalen Stammzellen vorkommen. Sie seien Hauptfaktoren, die wesentlich zur Krebsentwicklung beitrügen [“This suggests that random errors occurring during DNA replication in normal stem cells are a major contributing factor in cancer development.”]
Es sei bemerkenswert, dass diese unglückliche Komponente eine weitaus größere Zahl von Krebskrankheiten erkläre, als es Erb- und Umwelt-Faktoren täten [“Remarkably, this “bad luck” component explains a far greater number of cancers than do hereditary and environmental factors.”]
Auch im Abstract ist nicht von “dumm” (engl. stupid) die Rede, sondern von “Unglück” (engl. bad luck): Die Ergebnisse legen nahe, dass nur ein Drittel der unterschiedlichen Zellgewebe-Krebs-Risiken Umweltfaktoren oder vererbten Prädispositionen zuzuordnen ist. [“These results suggest that only a third of the variation in cancer risk among tissues is attributable to environmental factors or inherited predispositions. The majority is due to “bad luck,” that is, random mutations arising during DNA replication in normal, noncancerous stem cells. This is important not only for understanding the disease but also for designing strategies to limit the mortality it causes.”]. Die Mehrheit ist durch Unglück verursacht, was bedeutet, dass Zufalls-Mutationen während der DNA-Replikation in normalen Stammzellen ohne Krebs auftauchen. Dies ist nicht nur für das Krankheitsverständnis wichtig sondern auch, um Strategien zur Begrenzung der dadurch verursachten Mortalität zu entwickeln.
Jetzt bleibt hier die Frage, warum den “unintelligenten” Stammzellen ihre erfolgreiche DNA-Replikation überhaupt so oft gelingt und welche zusätzlichen „repair“-Mechanismen uns vor weiteren Krebs-Entwicklungen schützen. Die entscheidende Zusatzfrage ist, welche hintergründigen allgemeinen und speziellen Risikofaktoren (Lebensstil, Ernährung, Lebensart, Stressfaktor, Reflexionsfähigkeit, Wahrscheinlichkeit, Alterung, Degeneration, Erb- und Umweltfaktoren) wiederum fehlerhafte DNA-Replikationen kausal verursachen könnten, darauf geben die genannte Veröffentlichung in “Science”, wie auch alle anderen Lebensstil- und Ernährungs-Schnellschüsse, keine Antwort.

#36 |
  3

Die Hausärzte “mit Biss” sind schon recht und gut. Nur wenn das mit sprechender Medizin verbunden ist, müsste diese Art von Medizin auch honoriert werden. Das wird sie aber im Vergleich zur Gerätemedizin so gut wie nicht.

#35 |
  0
Vera Benjamin
Vera Benjamin

Lebensmittel sind mit Gift verseucht, genmanipuliert und die arme Masse von Menschen hat keine finanziellen Möglichkeiten sich überhaupt gesund zu ernähren. Es bringt Nichts viel Gemüse und Obst zu essen die extrem mit Pestiziden ( sogar in Kombination die nicht nach EU Standarden verboten ist) belastet sind. Deswegen liegt die Schuld bei Nahrungskonzernen und Politik und nicht an hilflosen Konsum
enten

#34 |
  13
Gast
Gast

Sehr geehrter Herr Dr. Krischer,

“Selbst vorleben” – Ihnen glaube ich es. Aber sehen Sie doch mal die z.T. adipösen Kollegen im TV an, die groß tönen, wie man sich zu ernähren hat……

#33 |
  3
franz laudenbach
franz laudenbach

1. Meine Nichte ist im Alter von 56 gestorben (Lungenkrebs auf Grund Rauchen)!
2. In den Schulen wird den Kindern (ab Alter 11 etwa) nicht beigebracht was Rauchen bedeutet. Z.B.; Das die Flimmerhärchen die den eingeatmeten Schmutz normalerweise bei der Ab-Atmung auswerfen, auf Grund des eingeatmeten Rauches austrocknen. Deshalb eingeatmeten Schmutz nicht auswerfen können. Das der Schmutz deshalb in den Atemwegen, in der Lunge verbleibt.
Die Leistungsfähigkeit der Lunge sinkt auf 91 -98% ansteigt (Nachweisbar mittels Pulsoximeter)!

Mehr?: flc@live.de;

#32 |
  4
Arzt
Arzt

Hier wird fortwährend argumentiert dass ein erkrankter Mensch er gar nicht gebrauchen könne zu allem übel auch noch mit (möglicherweise sogar unberechtigten) Schuldzuweisungen befeuert zu werden und das ist auch richtig. Denn erstens bringt es diesen Patienten nicht weiter sich selbst zu zerfleischen und zweitens ist die Entstehung einer Tumorerkrankung (oder COPD oder KHK) ein multifaktorielles Geschehen zu dem neben dem Nikotinkonsum auch noch andere Ursachen beitragen auf die der Mensch keinen Einfluss hat. Andererseits sind wir auch jenen verpflichtet die noch nicht erkrankt sind und die verdienen eine gute Prävention und dazu gehört einfach eine gnadenlose Aufklärung. Jeder muss Verantwortung für sich und seinen Körper übernehmen unabhängig davon dass es immer zu schicksalhaften Erkrankungen kommen kann an denen das eigene Verhalten keinen Anteil hatte. Egal ob es um Alkohol, Nikotin, Bewegungsmangel oder Fehlernährung geht, jeder kann Einfluss nehmen… für sich selbst, das eigene Wohlbefinden. Eine Selbstkasteiung ist oft gar nicht nötig oder eher kontraproduktiv. Etwas mehr Selbstliebe für manchmal schon zu wichtigen Verhaltensänderungen und damit zu besserer Gesundheit.

#31 |
  0
Gast
Gast

Eine Anekdote: Blut kam aus der Nase, hoch oben im Bereich der Nasenwurzel innen drinnen blutete es. Tagelang. Vor 7 Monaten das Rauchen aufgegeben gehabt. Sorge, es könne bösartig sein. Der HNO-Arzt schaut hinein, beruhigt, schreibt in die Akte, man habe 20 Jahre geraucht, das sei der Grund. Die Frage, warum das nach 7 rauchfreien Monaten nun ein Grund sei überhört.
Ein lokal wirksames Mittel vorordnet. Tagelang unveränderte Situation, Heilwirkung nicht vorhanden.
Dann plötzlich eine Eingebung: umzugsbedingt stand eine Pflanze in Bettnähe, ein Einblatt. Das Einblatt entfernt, am nächsten Tag war der Spuk vorbei. Der HNO-Arzt erfuhr nicht davon. Übrig bleibt seine unberichtigte Aktennotiz.

#30 |
  4
Dr. med. Michael Traub
Dr. med. Michael Traub

Vornehmliche und vornehme Aufgabe des Arztes ist die Prävention. Die gesetzliche Grundlage hierfür ist die RVO, dh das Nachtarocken ist implementiert, und jede präventive Maßnahme wie zB die Bestimmung und Behandlung von Fettstoffwechselstörungen muß extra genehmigt werden. Oder nehmen wir ein Hauptübel, die Adipositas. Einzelne Krankenkassen und einzelne Bundesländer unterstützen Versuchsprogramme – nirgends ist
ein Gesamtkonzept erkennbar, von der Finanzierung ganz zu schweigen. Die sträfliche Vernachlässigung der Volksgesundheit durch die Politik ist nicht nur beim Problem der Luftverschmutzung durch Dieselabgase erkennbar.

#29 |
  2
HP Gertraud Schmid
HP Gertraud Schmid

Alter Wein. Kausalität dürfte schwer zu beweisen sein. Schuldzuweisung ist wohl das Letzte, das ein schwer erkrankter Mensch gebrauchen kann um die Kraft zu finden, sein Leben zu ändern.

#28 |
  8

Im Universum gilt das Verursacherprinzip. D.h. wer eine Ursache setzt, hat die Verantwortung für die Wirkung und muss die Ursache bearbeiten und beseitigen. Krebs ist regelmässig eine Wirkung. Ursachen können auf allen Ebenen existieren, also organisch, toxisch, psychisch, gedanklich, emotional, traumatisch etc. Die Kunst des Arztes besteht darin, die Ursache zu identifizieren und dem Patienten einen Weg zur Lösung aufzuzeigen.

#27 |
  4

Als ich noch rauchte konnte ich meinen Pat. dies viel leichter abgewöhnen
Als Nichtraucher hörte ich dann das Argument:”Ich wisse ja nicht wovon ich spreche!”
Dr. Volker Rärt

#26 |
  5
Dr. med. Ines Prager
Dr. med. Ines Prager

Die Studie bringt nichts, was nicht schon längst bekannt wäre. Aber, mit Verlaub, hier in einem Kommentar zu schreiben, “Krebskranke auch noch mit dem unbewiesenen Nonsens zu belasten ist einfach nur unfair und sollte auch von keinem Arzt aufdringlich vor dem Patienten vertreten werden”, das geht in eine völlig falsche Richtung. Der Artikel zeigt, völlig berechtigt, ganz klar und eindeutig die eminente Bedeutung p r ä v e n t i v e r Maßnahmen auf. Ärzte, die schädlichen Lebensstil ihrer Patienten nicht ansprechen, versäumen einen Teil ihrer Verpflichtung. Es geht und ging doch gar nicht darum, Kranken eine moralisierende Vorlesung zu halten.

#25 |
  2
Manfred Kloep
Manfred Kloep

Krebs durch Psychische Belastungen.
Bereits 1402 schrieb Dr. Maestro Lorenzo Sassoli in einem Brief an einen Patienten:
“lassen Sie mich zu Ihnen über Dinge sprechen vor denen Sie sich in acht nehmen müssen. Sie können ruhig manchamal zornig sein und schreien, denn das wird Ihnen ihre natürlichen Hitzen bewahren; was ihnen jedoch schadet, ist, wenn sie sich krämen und alles zu Herzen nehmen. Denn gerade das zerstört, wie uns die gesamte Physik lehrt, unseren Körper mehr, als alles andere”.

#24 |
  2
Gast
Gast

Krebskranke auch noch mit dem unbewiesenden Nonsens zu belasten
ist eifach nur unfair und sollte auch von keinem Arzt aufdringlich vor dem Patienten vertreten werden.

#23 |
  21
Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Puh, wie viel Geschrei um teils doch längst Erwiesenes. Meine Mutter starb 7 Wochen nach Diagnose an PancreasCa. Unverschuldet. Aber: 9 von 10 Lungenkrebskerkrankten haben geraucht. Was ist so schwierig daran, die bekannten und individuell sehr wohl beabeitbaren Erkrankungsfaktoren beim Namen zu nennen und die schon mal weg zu lassen? Es tut mir im (ärztlichen) Herzen weh, wenn jemand Drogen nimmt, raucht, säuft, frisst. Und andere kämpfen um ihr Leben. Und was immer dazu kommt an Faktoren (Diesel? Umweltgifte etc.) bedürfen selbstverständlich auch der Bearbeitung, aber Individual-Zerstörer wie Nikotin oder Drogen (Psychose-Auslöser!) kann jeder selbst angehen, ganz ohne großes politisches Geschrei. Mal ehrlich.

#22 |
  9
Sylvia
Sylvia

Es gibt so viele verschiedene Ansichten zum Thema Krebs und dessen Entstehung, dass diese Vorgehensweise praktisch ausscheidet, da nicht ausreichend beweisbar! Aber es gäbe viele gute Möglichkeiten, um besser vorzubeugen. Dafür sollten durchaus Gelder investiert werden. Ist wohl aber leider nicht zu erwarten in einer Gesellschaft, die von Politikern angeführt wird, die lieber wieder Geld für Waffen und Krieg ausgeben. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Intelligenz diesmal nicht schläft!

#21 |
  6
Nichtmedizinische Berufe

Sehr geehrter Herr Doctor Kirschke ” Wer nichts gegen sein massives Übergewicht macht hat Mitschuld an Diabetes und Hypertonie mit Folgeschäden. Das ist kein Patienten Bashing sondern traurige Wahrheit.
Als betreuender Arzt ist man verpflichtet, das schonungslos dem Patienten zu
vermitteln. ”

Ich habe durch Neuroleptika ( und zwar durch alle , außer den Typica , aber da habe ich eine Akathisie entwickelt, ging also auch nicht ) 60 Kilo zugenommen. Kein Arzt konnte mir helfen, obwohl ich das Thema von mir aus sehr oft angesprochen habe.
Heute, wo ich diese Medikamente nicht mehr nehme, überlege ich, was geschehen wäre, wenn ich das volle Hilfeprogramm angefordert hätte , dabei ging es bei mir weniger um Ernährungsberatung, sondern um Psychotherapie wegen der neu aufgetretenen Essstörung.
Aber ansonsten gibt es doch einiges außer der schon erwähnten Ernährungsberatung :
Therapie, Reha, Rehasport, Formula-Diät-Programme, Psychosomatische Klinik, bariatische OP.
Wenn jeder Adipöse das alles einfordern würde, wäre das auch ganz schön teuer .
So kann der Arzt mit mir schimpfen, aber geändert hätte das nicht viel – außer dass ich mich nicht mehr hingetraut hätte, was auch nicht Sinn der Sache ist.

#20 |
  2
Nur ein Gedanke
Nur ein Gedanke

Es lohnt sich über die Frage nachzudenken, ob der Krebs die Folge von der ungesunden Lebensweise (meistens meint man damit ja selbstzerstörerisches Verhalten jeglicher Art) ist, oder ob Krebs und die ungesunde Lebensweise möglicherweise eine gemeinsame Ursache haben. Diese Ursache müsste in der Psyche des Patienten zu finden sein (Biographie, Traumata, etc). So könnte man auch die vielen “Abweichungen” (z. B. 80 Jahre alt werdende Kettenraucher oder Supersportler mit Lungenkarzinom) erklären. Klar schadet Rauchen dem Körper. Das streitet niemand ab. Aber es gibt ja auch (psychische) Gründe, warum ein Mensch raucht. Vielleicht ist die Ursache für Krebs vielmehr dort zu suchen, als in der Zusammensetzung von Tabakrauch.

#19 |
  11
Nichtmedizinische Berufe

Besondere Schuld an Krebs haben die Leute jedoch, weil sie so alt werden – und nicht wie ihre Vorfahren früher an Tbc oder Diphtherie oder Blutvergiftung sterben. …..

#18 |
  3

Hausärzte mit Biss? Ärzte/Hausärzte mit Interesse und Wissen, was Prävention betrifft, das wäre gut. Das wird doch nicht bezahlt, also lassen sie es.

#17 |
  2

Die Aufklärung über die Selbstverantwortung sollte auch der Staat übernehmen, denn letztendlich zahlt er bzw. der Steuerzahler die Zeche der Zivilisationserkrankungen. Leider werden aber die Konzerne gefüttert und der Trend zu Fastfood, konfektionierter Fertigware mit viel Zucker, Computerspielen statt Bewegung etc. ist der Trend.Milch-und Fleischindustrie werden nicht müde, ihre Bedeutung zu unterstreichen, statt Ernährungsumstellung wird die Pharmamafia bedient etc. etc. Das bedeutet, dass wir uns auf noch mehr Zivilisationskrüppel einstellen müssen. Klingt hart, aber ist so. Was wir säen, ernten wir, wenn wir nicht umdenken und endlich das umsetzen, was wir eigentlich wissen.

#16 |
  2
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Herr Dr, Krischeke, vielleicht überdenken sie nochmal ihren Begriff von Schuld im Sinne von Kausalität.
Mit einer Änderung des Lebensstil kann man bestenfalls das ErkrankungsRISIKO verändern. Weder kann man dadurch eeine konkrete Erkrankung sicher verhindern noch sicher auslösen.
Insofern also von “Schuld” zu reden ist Blödsinn, denn das würde eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Bezeihung voraussetzen.

#15 |
  3
Gast
Gast

60 Packjahre, hustet wie ein Irrer, schnauft die Treppe mit mehreren Pausen hoch, pafft weiter – und der Herr Doktor sagt sanft, es wäre vielleicht mal zu überdenken, das Rauchen zu reduzieren (sic!) und verschreibt wieder mal ein paar teure Medikamente. Wieso schmeißt ihn der Herr Doktor nicht mal aus der Praxis und sagt ihm, er dürfe wieder kommen, wenn er bereit sei, sich vom Rauchen zu befreien oder wenn er als Notfall eingeliefert werde?!

#14 |
  30
Dr Wolfgang Kirschke
Dr Wolfgang Kirschke

Liebe Kollegen,
warum gleich meckern anstatt diese Ergebnisse sacken zu lassen.
Eigentlich ist uns das doch nicht fremd! Wieviele Diabetes Typ 2, Hypertoniker u.ä. chronisch Kranke ändern ihren Lebensstil, geschweige ihr Gewicht?
Wer raucht und viel Alkohol trinkt ist schuld an den daraus folgenden Erkrankungen.Wer nichts gegen sein massives Übergewicht macht hat Mitschuld an Diabetes und Hypertonie mit Folgeschäden. Das ist kein Patienten Bashing sondern traurige Wahrheit.
Als betreuender Arzt ist man verpflichtet, das schonungslos dem Patienten zu
vermitteln. Aber man muß das auch selbst das vorleben!

#13 |
  13
Wolfram Kugelstadt
Wolfram Kugelstadt

Ganz ungute Tendenz in Richtung totalitär. Wie wird denn dann z.B. das hochgradige Übergewicht einer schwersttraumatisierten Patientin “bewertet”? Sich einigermaßen in affektiver Balance zu halten, ist für sie eine Aufgabe, die sie zwar langsam immer besser bewältigt, bei der sie aber auch immer wieder an Grenzen stößt. Wenn jetzt der Selbsthaß und das Versagenserleben noch durch die Krankenversicherung mitverstärkt wird, ist das nicht hilfreich und kolportiert den Einsatz, den die Solidargemeinschaft zur Unterstützung ihrer Gesundheit leistet.
Und was ist mit mir, der ich vielleicht stellenweise andere Vorstellungen von gesundem Lebenswandel habe, als derzeit als wissenschaftlich erwiesen gilt? Muß ich dann unnötige Untersuchungen, Änderungen in der Ernährung oder Behandlungsmaßnahmen auf mich nehmen, um die Versicherungskosten erträglich zu halten?

#12 |
  4
Gast
Gast

Warum kommen die US-Amerikaner immer zu konkreten Ergebnissen (siehe Lipobay, usw. )
Erstaunlicherweise haben wir kein System um Krankheiten mit den Lebensstilen zu erfassen. Es scheint sogar, es wird bewußt verhindert. Das ganze Gesundheitssystem ist ein System um die Krankheit zu pflegen, denn die Gesundheit zu erhalten ist aus politischer und medizinischer Sicht nicht gefragt. Siehe Herrn Seehofer als Gesundheitsminister – Interview von ZDF-Frontal auf youtube …

#11 |
  10
Dr. Joachim Gehrig
Dr. Joachim Gehrig

Ja. Der Patient ist schuld. Und wenn der alles macht und er erkrankt.. Wer ist dann schuld…. Ah die Autos.. Dann Kraftwerke… Dann die Chinesen…
Spass gibt es auch nicht mehr… Warum soll der Patient leben. … wir werden alle älter… Da nimmt das Risiko für Krankheiten zu.. Einfach das mal akzeptieren… sonst bräuchte man keine Ärzte und keine Medis…und lässt die Menschen machen was sie wollen. Der dauernde moralfinger hat lange ausgedient

#10 |
  11
Dr. Sabine Dettling
Dr. Sabine Dettling

Entschuldigung, das war ein Versehen!

#9 |
  1
Gast
Gast

Das ist ein ganz schön reißerischer Titel. Wenn man einzelne Krebsarten, wie z. B. Brustkrebs, betrachtet, fallen die als Ursachen Rauchen, Übergewicht und Sonnenbrände in der Kindheit doch wohl aus? Von “selber Schuld” kann dann ja wohl keine Rede mehr sein. Mannomann…

#8 |
  11
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Victim blaming führt zu nichts, außer zu weiteren Belastungen der sowieso bereits genug gebeutelten Betroffenen und zu Neiddebatten der – noch – nicht Betroffenen (selbst schuld, warum soll ich für dich mit bezahlen).

Gegen vernünftige Aufklärung über Risiken und Bemühungen wie die von Herrn Dr. Wurst ist hingegen nichts einzuwenden.

Selbst wenn es so einfach wäre jedem Fall genau eine eindeutige Ursache zuzuordnen, was es nicht ist, ist diese Kenntnis für einmal Betroffene im wesentlichen sinnfrei und hat allenfalls einen Nutzen, wenn es um die Sekundär- Tertiärprävention geht, aber eben nicht im Sinne von Schuldzuweisung sondern ebenfalls im Sinne von Aufklärung über die Möglichkeit Risiken zu mindern.

#7 |
  2
Arzt

Wieviele “%” der Sterbefälle könnten vermieden werden,
wenn man jemandem anderen die Schuld geben könnte?

Meine böse These:
“An 100 % der Sterbefälle” sind die
Eltern der Verstorbenen schuldig.

Ob wir dieses Thema auch
“politisch korrekt” erörtern könnten?

Nur wer gezeugt wurde kann sterben!
Und alle, die gezeugt wurden werden sterben!

#6 |
  19
Gast
Gast

#4 Wenn die “harten Zahlen” endlich dazu führen, dass auch in Deutschland nicht mehr fürs Rauchen geworben werden darf, wäre es das Geld allemal wert. Die offensichtlichen Erkenntnisse allein sind ja für die derzeitige und die vorherigen Regierungen nicht ausreichend gewesen.

#5 |
  0
Heilpraktikerin

Es ist der einzig logische Weg, die Ursache für eine Krebs- oder andere Erkrankung zu suchen/ zu erkennen und … zu beheben. Therapie ist gewissermaßen sinnfrei, wenn die Ursache beibehalten wird.

Ein weiteres Mal stellt sich aber auch hier die Frage, ob es wirklich vonnöten war, für diese “neue Erkenntniss”, also das Offensichtliche, (vorsichtig formuliert) nicht wenig Geld den Bach hinunter zu schubsen.

#4 |
  19
Dr. med. Wurst
Dr. med. Wurst

Fortsetzung von #2 (falsche Taste erwischt).
… adäquate Therapien anbieten können. Bis dahin bewirken solche Zeigefingeraktionen nichts anderes als ein stupides Aufbringen des einen gegen den anderen und ein Ablenken von eigentlichen Problemen. Es gibt leider genügend Beispiele, in den Menschen, die lebenslang asketisch gelebt haben, spontan an Krebs erkranken. Was die blödsinnige Implikation “du hast Krebs, selber Schuld” bei diesen ohnehin bedauernswerten Menschen bewirkt, darüber sollte so mancher vorher seinen Kopf einschalten.

#3 |
  3
Dr. m,
Dr. m,

Die Suche nach kausalen Zusammenhängen in der Krebsentstehung ist nach wie vor ein gehöriges Stochern im Nebel, welches auch die benannte Studie nicht wirklich zu entkräften vermag. Sicherlich gibt es für einzelne Krebsarten und Noxen belegte Zusammenhänge, aber man stößt auch hier überwiegend auf korrelative statt kausale Zusammenhänge. Ich denke, wenn wir eines Tages sagen können, Noxe X bzw. das Zusammentreffen von Noxe X und Y löst bei jedem Individuum kausal Krebs Z aus, dann sich Mediziner den gehobenen Zeigefinger leisten. Umso mehr, wenn sie dann noch

#2 |
  3
John Dee
John Dee

Noch mag übergewicht in Deutschland vieleicht ein geringerer Risikofaktor sein als in den USA, aber wir steuern genau in die Richtung.
Leute die massives (wir reden hier nicht von “ein parr kilo zuviel”) übergewicht als “schön” bezeichnen und vorallem postulieren enorm übergewichtig zu sein wäre Gesundheitlich absolut unkritisch nehmen immer mehr zu.

Solchen “Aktivisten” mit wissenschaftlichen Fakten zu kommen ist auch nicht möglich, alles was “Fat pride, “health at every size” und andere Bewegungen kritisiert oder von diesen als Kritik an ihrem “Lebensstil” wahrgenommen wird, wird als Hetze und Diskriminierung diskreditiert.

Da sind mir die Raucher fast schon lieber.
Bis auf die üblichen Anekdoten von Leuten die trotz rauchen bis ins hohe alter gesund geblieben sind, habe ich noch von keinem Raucher gehört es wäre unkritisch für die Gesundheit.

#1 |
  14


Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: