Fahrtauglichkeit: Sollte es den Rentner-Test geben?

8. Januar 2018
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Senioren bemerken nicht immer, wenn ihre Sinne schwinden oder ihre Reaktionsfähigkeit nachlässt. Umso wichtiger ist es, die Verkehrstauglichkeit älterer Menschen gegen mögliche Unfallrisiken abzuwägen. Inwiefern sollen Ärzte hier eingreifen? Die Meinungen gehen auseinander.

Fellbach: Rentner rammt acht Autos“, „Wendlingen: Rentner verwechselt Gas und Bremse“, kaum eine Woche vergeht ohne solche Meldungen. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) warnt jedoch, alle Senioren vorzuverurteilen oder verpflichtende Tests einzuführen. Gegenpositionen finden sich dennoch genug.

Dem ADAC zufolge sind Menschen ab 65 eher selbst gefährdet, als dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Fast jeder zweite getötete Radfahrer oder Fußgänger fällt in die Altersklasse. Und laut Informationen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats steigt das statistische Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, erst ab 75 Jahren stark an. Erste gesundheitliche Beeinträchtigungen stellen sich schon weitaus früher ein.

Individuelle Gesundheitschecks

„Um wirklich einen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr zu leisten, sind gerade im Alter regelmäßige und vor allem individuelle Gesundheitschecks unumgänglich“, sagt Dr. Dirk Wolter, Chefarzt der Abteilung Gerontopsychiatrie an der LVR-Klinik Bonn. „Denn nimmt das Hör- oder Sehvermögen ab und ist die Reaktionsgeschwindigkeit eingeschränkt, kann ein älterer Fahrer tatsächlich zur Gefährdung im Straßenverkehr werden.“ Gleichzeitig rät der Mediziner, regelmäßig Herz, Leber und das Nervensystem zu untersuchen. Gerade chronische Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen werden zur Gefahr. Einschränkungen des Bewegungsapparats kommen noch hinzu.

„Für diese speziellen Fälle sind Geriater ausgebildet und kennen die Bedürfnisse älterer, oft mehrfach erkrankter Patienten ganz genau“, so Wolter. Das Ziel aller beteiligten Kollegen müsse es sein, die Mobilität der Älteren so lange wie möglich zu erhalten. „Andernfalls verlieren viele Menschen zu früh an Autonomie und Selbstbewusstsein, was im Alter schwerwiegende Gesundheitsfolgen haben kann.“

Beim Thema Fahrtauglichkeit spielen auch Arzneistoffe eine große Rolle. Patienten über 65 schlucken oft mehrere Präparate in Dauertherapie. Manche Wirkstoffe senken den Blutdruck, andere machen müde. Besonders kritisch sind Benzodiazepine, Neuroleptika und manche Analgetika. Ärzte sollten von sich aus auf mögliche Gefahren hinweisen. Sind ihre Probleme eher pharmazeutischer Natur, hilft vielleicht eine Umstellung ihrer Medikation. Geeignete Wirkstoffe lassen sich anhand der Beers Criteria Medication List beziehungsweise in der PRISCUS-Liste finden.

In vielen Fällen hilft die Technik weiter. „Senioren können auf Automatik-Getriebe umsteigen, um so ihre volle Aufmerksamkeit dem Straßenverkehr zu widmen“, so Wolter. „Außerdem sollten Stoßzeiten vermieden werden, ebenso das Autofahren bei schlechten Wetterbedingungen oder in der Dunkelheit.“ Verpflichtende Untersuchungen lehnt die DGG ab, es müsse jeder Fall individuell betrachtet werden.

„Niemandem wird der Führerschein entzogen“

Diese Einschätzung teilen nicht alle Experten. Beim letzten Verkehrsgerichtstag sagte Verkehrsanwalt Christian Funk: „Spätestens ab dem 75. Lebensjahr sollen Untersuchungen verpflichtend sein.“ Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr müsse ähnlich wie beim Führerscheinerwerb von neutralen Stellen überprüft werden.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung des Versicherungsverbands GDV, unterstützt diese Sichtweise: „Die Alten sollen bei einer begleiteten Fahrt von etwa einer Stunde ihre Fahrtauglichkeit testen.“ Anschließend würden die Ergebnisse vertraulich mit einem sachkundigen Begleiter analysiert. Dieser könne Hinweise geben, etwa nicht mehr im Dunkeln zu fahren oder Innenstädte zu meiden. „Aber niemandem wird der Führerschein entzogen“, betont Brockmann.

40 Wertungen (4.15 ø)
Bildquelle: Denis Dervisevic, flickr / Lizenz: CC BY
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62 Kommentare:

Dr. med. Barbara Egg
Dr. med. Barbara Egg

Ist es tatsächlich so, dass es in Deutschland keine obligatorischen Fahreignungstests für Senioren gibt? Ist ja interessant… das wusste ich gar nicht! In der Schweiz ist das schon sehr lange so, dass Senioren ab 70 Jahren alle 2 Jahre aufgefordert werden, ihre Fahreignung (inkl. Sehtest) vom Arzt bestätigen zu lassen. In den nächsten Jahren wird der Cut-Off auf 75 Jahre angehoben, die Tests sind aber in den letzten zwei Jahren insgesamt eher strenger geworden. Die Patienten (bzw. eigentlich Probanden) bezahlen die Kosten für den Test selber. Dies ist nicht Aufgabe der Krankenkasse.

#62 |
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Ich bin 86, über 1 Mill Km. mit z.T. ungeeigneter Bereifung ( DDR 1958 -1980) Tag und Nacht bei Nebel, Schneetreiben, Glatteis und umgeräumten Straßen Hausbesuche gefahren. Ohne Unfälle. Verwehre mich strengstes dagegen, dass Pauschalurteile über ältere Autofahrer gefällt werden und ein generelles Fahrverbot gefordert wird. Wer verkehrsauffällig wird oder fahrlässigen Unfall verursacht, sollte medizinisch und fahrtauglich untersucht werden. Erlebe täglich von jüngeren Fahrteilnehmern Rotlichtverstöße. Geblinkt wird wegen Überlastung des 5. Fingers überhaupt nicht mehr.

#61 |
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Gast
Gast

Ich wohne in einem Kurort wo sich viele Pensionäre niedergelassen haben. Der Altersdurchschnitt liegt hier irwo zwischen 40-50. Das Autofahren verkommt hier zu einer Farce mit minimalem Verkehrsaufkommen ist es hier definitiv stressiger Auto zu fahren als in einer Großstadt. Verkehrsinseln werden als Zebrastreifen angesehen es wird ohne zu gucken über die Straße gegangen. Die älteren Autofahrer fahren ohne zu gucken in die Kreisverkehre ein und zwingen mich regelmäßig zum abbremsen. Mit den fetten SUV einparken klappt meist auch nicht mehr so gut. Die Kommentare die ich hier lese zeigen dann immer mit dem Finger auf die jüngeren als ob das irwas am Problem ändern würde. Ich hatte vor kurzem einen schweren Autounfall bei dem beinahe mein Beifahrer getötet worden wäre. Ein 77 jähriger hatte übersehen dass ich geblinkt hatte und ist mir mit über 100kmh in die Seite gefahren und hat mich quer über die Straße geschleudert. Ich wette sobald die Babyboomer Generation ausgestorben ist und keinen relevanten Wähleranteil mehr hat wird die Restriktion ganz schnell eingeführt. Noch dazu die vielen älteren Menschen die mir im Job begegnen die offen zugeben dass sie beeinträchtigt sind aber trotzdem weiterfahren. Hinzu kommt der Medikamentencocktail jeder Kiffer wird bei einem positiven Test zur MPU geschickt aber mit Neuroleptika und anderen Geschichten darf ich ganz normal am Straßenverkehr teilnehmen?

#60 |
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Dr. med. Hans-Jürgen Ziegelasch
Dr. med. Hans-Jürgen Ziegelasch

Mindestens jeder ab 65jährige, aber auch die jungen Menschen bis zum 25. Lebensjahr benötigen jährlich 1 Stunde Fahren mit einem Fahrschullehrer.
Fallen dabei deutliche Fehler auf, müssen Konsequenzen gezogen werden.

#59 |
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Gast
Gast

Es wäre ja schon ein Fortschritt, wenn Hinweise aus der Familie oder der Nachbarschaft zur stark reduzierten Fahrtüchtigkeit von Ordnungsamt und Polizei ernstgenommen würden, bevor Menschen zu Schaden kommen. Abgefahrene Spiegel reichen als “Unfall” nicht.

#58 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

#56 An Berufskraftfahrer werden besondere Anforderungen gestellt: Es ist absolut verschieden, ob ich max. fünf Personen in einem PKW durchschüttle, oder eine ganze Bus. Auch sind weitgreifendere Sicherheitsmaßnahmen auszuführen (z.B. wo parke ich einen Bus, wenn dann die Massen aussteigen – nicht dass diese alle einfach auf die Straße rennen…… etc). Das ist u.a. mit einem Gesundheitscheck verbunden, weil dann erkannt wird, ob dieser Personenkreis den zusätzlichen Anforderungen gewachsen ist. Piloten sagen immer: Fliegen ist wie Autofahren. Das ist nicht ganz so…….

#57 |
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horst.pomp@gmx.de
horst.pomp@gmx.de

Warum müssen Berufsfahrer für Bus und Bahn und Piloten Gesundheitscheck von unabhängigen Arzten in regelmäßigen Abständen duchführen lassen
und Autofahrer eines privaten PKW´s nicht ?
Unsere Gesellschaft leidet hier unter Realitätsverlust ( Trumpismus )!
Unterstützt dabei von einer großen Autobranche .
Dr. med. Horst Pomp

#56 |
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Gast
Gast

Vom verpflichtenden Test profitiert die Allgemeinheit wie auch von Leitblanken. Also soll der Staat den Test zahlen, würde auch die Akkzeptanz erhöhen!
Ja und dafür soll die Allgemeinhei zahlen, betrifft ja auch diese und sie Profitiert davon, ggf. durch Unversehrheit! Also Gebühr übernimmt der Staat, sozusagen von den KfZ-Steuerngezahlt! Und dabei bleibt noch genug übrig!

#55 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Ergänzung II: Verkehrsunfalltote De 2016: 3214, No 135
umgerechnet auf die Einwohnerzahl: De 3214, No 2133

#54 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Ergänzung: Wesentliche die Verkehrstauglichkeit betreffende Krankheiten bzw. Medikationen werden altersunabhängig beurteilt. Die eigentliche Freiheit ist eben doch mehr die Freiheit des Anderen (auch Verkehrsteilnehmers).

#53 |
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dipl. med. Rainer Hansen
dipl. med. Rainer Hansen

Kurzer Bericht aus Norwegen: Tauglichkeitsuntersuchung durch den Hausarzt ist obligatorisch ab dem 70. Lebensjahr. Der Arzt entscheidet über die ein- oder zweijährigen Wiederholungen. Die evtl. auffälligen Untersuchungsresultate werden einer unabhängigen medizinischen Behörde übermittelt, die über den Behalt des Führerscheins entscheidet und ihren Entschluß der Polizei übermittelt. Bei bestimmte Krankheiten werden einjährige Abstände eingehalten (z.B. Diabetes) bzw. Facharztuntersuchungen verlangt (z.B. Epilepsie).
Die Haupptverursacher von Verkehrsunfällen sind neben Elchen :-) auch hier die 18-30 jährigen Männer. Verkehrssünden werden aber bestraft so daß es wirklich weh tut und somit mehr vor Wiederholungstaten schützt. Z.B: Geschwindigkeitsübertretungen von mehr als 30 km/h mit 3-6 Wochen Gefängnis (hinterher natürlich mit Status vorbestraft) plus ca. 6 Monate Fußgänger plus Geldstrafe (max. 2,5 Monatsgehälter, brutto) und alls bereits auch ohne Unfall !!!

#52 |
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Christina Heisig
Christina Heisig

Ich muss als Krankenschwester bis 67 arbeiten, aber werde ab 60 auf meine Fahrtauglichkeit geprüft? Gibt es dann auch im Job Reaktionstests? Und wenn ich die nicht bestehe, darf ich dann ohne Abschläge in Frührente?

#51 |
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Gast 75 Jahre
Gast 75 Jahre

es ist doch völlig normal daß der Mensch im Alter Defizite bekommt.Wenn es dann nicht mehr reicht um sicher Auto zu fahren sollte man es sein lassen. Hier sind auch unsere Ärzte gefordert die beratend zur Seite stehen um so eine Entscheidung zu treffen. Außerdem ist es auch gut vorstellbar, daß die Versicherungen ab einem bestimmten Alter einen Gesudheitsstest verlangen.

#50 |
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Gast
Gast

Die Lösung von Nr 35 hört sich doch gut an?!

#49 |
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Gast, 67.
Gast, 67.

Das kann man nicht pauschal sagen.Es muss, wenn man Gesund ist keine großen Alterszipperleins hat alles freiwillig sein.
Wenn ich merke die Reaktion lässt nach, werde tappelig höre ich alleine auf.
Noch kann ich auch für andere mitdenken.

#48 |
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Weitere medizinische Berufe

Wenn eine Person im Straßenverkehr auffällig wird, dann macht es eventuell Sinn, die Fahrtauglichkeit infrage zu stellen – unabhängig vom Alter. Alleine ein bestimmtes Alter rechtfertigt weder eine Untersuchung noch einen Führerscheinentzug. In der Praxis kann vielleicht darauf hingewiesen werden, dass das Fahren durch körperliche Beeinträchtigungen für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr so sicher ist. So groß kann die Gefahr aber nun doch nicht sein, wie ja auch der Eingangssatz des ADAC besagt. Es wäre eine unnötige Einschränkung der Freiheit, verpflichtende Untersuchungen anzuordnen.

#47 |
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Gast
Gast

Am Ende wird es Abzocke werden.

#46 |
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Medizinphysiker

Einstreng überwachtet Tempolimit wäre in der Unfallverhütung effektiver!
Und die Umwelt dürfte auch noch profitieren!

#45 |
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Gast
Gast

In Schweden müssen alle Autofahrer alle 5 Jahre einen Test machen und den Führerschein verlängern lassen.

#44 |
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Dr. Hans Stange
Dr. Hans Stange

Autofahrtauglichkeitskontrolle, mit unterschiedlichen “Messlatten” d.h. Prüfern in jedem Bundesland oder vielleicht jedem Landkreis ? Ist die Objektivität gesichert ? Was ist mit den Rentnern die aufs Land ziehen mussten, weil sie sich die hohen Mieten mit der niedrigen Rente nicht mehr leisten können aber trotzdem auf Mobilität nicht verzichten können ? In meinem Seniorenclub ist so eine fanatische “Messlatte” für Buslenker, der alles daransetzt Busfahrer über 60 Jahre aus dem Verkehr zu ziehen. Da findet er schon was, nach dem Motto, wer gesund ist nicht genug untersucht. Aber vielleicht gibt’s doch hoffentlich auch bald eine EU Richtlinie, mit göttlicher Eingebung, die sowas dann auch regelt.

#43 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

…. eines noch :-) Wen ich mit 60km/h durch die Stadt fahre, werde ich von den Meisten als Verkehrshindernis wahrgenommen. Und es sind nicht die Alten, die mich dann rechts und links überholen. Und es sind auch nicht die Alten, die bei rot mit 70 oder 80 km/h in der Stadt über eine Kreuzung brettern. Und diese Leute sollen geschützt werden, indem man von ihnen ablenkt und die Alten zum Arzt schickt?

#42 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Gast #40: genau das meine ich: “Wenn ich an meinen Opa denke”……: Einzelfälle werden generalisiert. Ebenso könnte ich sagen: Wenn ich an meine SeminarteilnehmerInnen denke: Völlig überfordert mit Familie und Beruf, ständig vom Handy abgelenkt: 1/4 von denen sollten auch lieber die Bahn nehmen, um nach Hause zu fahren. Aber da spricht keiner drüber, das ist gesellschaftlich akzeptiert. Auch das immer noch die meisten Leute beim Autofahren mit dem Handy in der Hand telefonieren, obwohl sie alle mindestens eine Lautsprecherfunktion zum freisprechen haben. Aber ein Handy in der Hand halten ist cool und wirkt “leistungsfähig”.

#41 |
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Gast
Gast

Niemand will den Senioren den Führerschein entziehen, nur weil sie alt sind. Aber wenn ich an meinen Opa denke, käme ein verpflichtender Test auf Fahrtaugleichkeit einer Bombenentschärfung gleich. Er sieht nicht mehr gut, hört fast gar nichts mehr, kann nicht mehr schnell reagieren und schneidet fast jede Kurve. Auf seine Kinder und Enkel hört er nicht, denn das Auto ist für ihn Mobilität und Freiheit. Falls er einen Unfall mit Personenschaden verursacht, wird auch er nicht mehr froh, aber das “passiert doch ihm nicht, er passt ja immer auf”. Gegen diesen Altersstarrsinn muss man etwas tun!

#40 |
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Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke
Dipl. Sozialökonom Olaf Steinke

Klasse, jetzt sind wieder die Alten dran, obwohl hinlänglich nachgewiesen wurde, dass die jüngeren die meisten und tödliche Unfälle verursachen. Ich bin sehr viel mit dem PKW unterwegs und habe viel Unfälle gesehen. Alles nur Leute, die jung oder im mittleren alter sind. Aber so, wie im Mittelalter die Hexenverfolgung, sollen nun die alten Menschen von den Straßen gefegt werden. O.K., die Menschen sind eben so: Sie brauchen etwas, auf das die einschlagen können. Einzelfälle werden generalisiert, kleinere Gruppen kriminalisiert.

#39 |
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Gast
Gast

@Dr Otto: Da haben Sie allerdings recht. Die Politik wird von den Alten bestimmt, wir werden von Senioren wie Seehofer regiert und alle Macht geht von den Senioren aus. Traurig, aber wahr. Als junger Mensch sind Sie hauptsächlich Melkvieh für Staat und Rentner.

#38 |
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Gast
Gast

Nein Herr Goeb Sie irren sich. Der Führerschein hat nichts mit dem Selbstwertgefühl zu schaffen, wohl aber mit der Verantwortung, an der er unvermeidlich gekoppelt ist. Ab einem bestimmten Alter muss man sich einfach fragen: Gefährde ich meine Mitmenschen? Eigne ich mich überhaupt noch für den stressigen Straßenverkehr? Beeinflussen meine zwölf Arzneimittel und das Fentanyl meine Reaktionsfähigkeit? Diese Fragen müssen und dürfen gestellt werden, es geht um Menschenleben.

#37 |
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Gast
Gast

Herr Stein, wenn Senioren halb blind und taub, parkinsongeschüttelt und demenzgeplagt noch am Steuer eines meist höher motorisierten Autos sitzen, ist das eine Gefahr für wirklich jeden Verkehrsteilnehmer. Da fällt mir Toleranz und Rücksichtnahme ehrlicherweise schwer, speziell wenn ich Angst um die Kinder haben muss. Es gibt alternative Lösungen.

#36 |
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Gast
Gast

Senioren am Steuer sind eine tödliche Gefahr im Straßenverkehr! Es wird endlich Zeit, dass dieses Problem erkannt und nachhaltig behandelt wird. Vorschlag: Die Untersuchung findet ab 60 alle zwei Jahre verpflichtend statt. Wer sie nicht besteht, gibt seinen Führerschein ab, zahlt aber weiterhin die Steuer fürs Auto. Diese wandert in einen separaten Topf, dem Fond für nicht mehr fahrtüchtige Senioren. Jeder Senior bekommt einen aus diesem Topf finanzierten Ausweis und darf fortan kostenlos alle Beförderungsmittel nutzen, die für das alltägliche Leben erforderlich sind, inklusive Taxen und ICE. Da viele Senioren ohnehin große Autos wie Mercedes oder SUV fahren, ist ein solcher Fond die optimale Lösung für das Problem. Die Kinder bleiben am Leben, die Umwelt wird geschont und alle sind glücklich und zufrieden.

#35 |
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Medizinisch-Technischer Assistent

@ Dr. Kirschke: Ich befürchte, daß in einer zunehmend egoistischer werdenden Gesellschaft, in der Toleranz und Geduld zu Fremdworten verkommen sind, die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr immer mehr abhanden kommt.

#34 |
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Medizinisch-Technischer Assistent

@ # 30: Das sind leider die Fälle, wo das System versagt. Diese vielen “Einzelfälle” können aber doch nicht Anlaß sein, jetzt alle älteren Autofahrer unter Generalverdacht zu stellen (wird an anderer Stelle gern vehement abgelehnt) und sie zu Testen zu zwingen, die sie u. U. schon vor lauter Aufregung nicht bestehen. Und ob so ein Test wirklich die Fahrfähigkeit in der Praxis testen kann, darf gern angezweifelt werden. Anscheinend kennt jeder irgendeinen Fall von Fahruntüchtigkeit von älteren Leuten und überträgt diesen auf die Gesamtheit der älteren Autofahrer. Meine Frage wäre “Kann diese Gesellschaft eigentlich noch mit Risiken umgehen?” Bereits mit der Geburt beginnt das “Risiko Leben”. Einige Risiken findet man später im Arbeitsleben, einige Risiken geht man freiwillig ein (Freizeitgestaltung, Teilnahme am Straßenverkehr usw.), andere Risiken werden einen von anderen angetragen (Kriminalität). Keines dieser Risiken ist vermeidbar. Konstruieren wir doch auch einmal einen Einzelfall. Ein älterer Autofahrer wird getestet, bsteht diesen Test mit Bravour, setzt sich in sein Auto und fährt los – nach bestandenem Test frohgemut und zügig. Mitten in seiner frohen Fahrt ereilt ihn der plötzliche Herztod und er fährt in eine Gruppe Menschen. Und nun? Nun wird man sagen, daß das ja der Ausnahmefall ist. Wenn man Berichte über schwere Unfälle von älteren Fahrern liest, ist aber der Herzinfarkt keine sehr seltene Uunfallursache in dieser Altersgruppe. So bedauerlich es ist und so kalt es auch klingen mag, wir werden mit solchen Risiken und Schicksalen leben müssen; wir können das Leben nicht durchregulieren und damit eine Pseudosicherheit schaffen – wir würden uns nur etwas vormachen und würden – wenn die Unfälle immer noch passieren – nach neuen und immer wieder neuen Gesetzen rufen und die Risiken doch nie ausschalten können; wohl aber unsere Freiheit verlieren.

#33 |
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Dr Wolfgang Kirschke
Dr Wolfgang Kirschke

@28
Es bringt nichts für eine rationale Beurteilung wenn man extreme Einzelfälle
verallgemeinert. Ich bin z.B. im Notdienst zu oft zu Unfällen mit jungen Fahrern
gerufen worden, häufig nicht angepaßte Geschwindigkeit +/- Alkohol.
Ich könnte daraus folgern, daß Fahrer bis zum 30.LJ alle 2 Jahre zur Fahrüberprüfung sollten.
Für viele ältere Autofahrer ist es ein Problem, daß sie von jüngeren Autofahrern,
die es immer sehr eilig haben bedrängt und verunsichert werden.
Mit einem allgemein entspannterem Fahrstil könnte man manchen Unfall der
Senioren vermeiden.

#32 |
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Gast
Gast

nun fahre ich seit über 40 Jahren unfallfrei und mir graust davor,wenn andere behaupten,ich könne irgendwann nicht mehr fahren nur wegen meines Alters.
Bin 63 und kann es mir mittlerweile erlauben,nicht mehr lange Fahrten in der Nacht zu machen.Sowas merkt man doch selber,dass es anstrengender und stressiger wird.Allerdings gibts da Unterschiede zwischen Frauen und Männern.Mein persönlicher Eindruck ist,dass Frauen vorsichtiger und unsicherer fahren wenn sie älter werden und dadurch eher den Verkehr leicht behinern,Männer hingegen einfach ab durch die Mitte mit viel Tempo so nach dem Motto,andere sehen doch,wenn ich komme….

#31 |
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Gast
Gast

Entschuldigung, wie sieht es mit jemanden aus der unter anderem Pflegegeld wegen Demenz erhält, aber immer noch weiter Auto fährt. Darf man da nicht von mangelnder Einsichtsfähigkeit reden? Ich habe auf der einen Seite tiefstes Mitgefühl mit dieser Person, auf der anderen Seite habe ich auch jetzt schon Mitgefühl mit den Personen, die seine Opfer werden könnten. Entweder diese Person ist nicht dement und hätte dementsprechend keinen Anspruch auf Pflegegeld oder aber er ist dement und er muss den Führerschein abgeben.

#30 |
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Sorry, das (#28) schrieb die Ehefrau, hatte nicht bemerkt, dass mein Mann eingeloggt war.

#29 |
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Warum ist in Deutschland das Autofahren so stark emotional überfrachtet, dass sogar das “Selbstwertgefühl” leiden muss, wenn der Führerschein fällig ist? In anderen Ländern ist es völlig selbstverständlich, dass man ab einem bestimmten Alter zum Fahrtest muss, einfach, weil die körperlichen Voraussetzungen schlechter werden. Und völlig richtigerweise ist das auch bei anderen Führerscheinklassen so, wie unten richtig erwähnt.

Ich habe bereits bei mehreren älteren Angehörigen erlebt, dass das Fahrvermögen wegen Demenz oder miserablem Sehvermögen massiv eingeschränkt war, aber das Fahren nur unter massivem Druck von uns unterlassen wurde. Und das, nachdem bereits mehrere Unfälle (gottseidank blieb es beim Blechschaden, aber wer garantiert das?) passiert waren. Die behandelnden Hausärzte hatten übrigens das Fahren weiterhin erlaubt trotz offensichtlicher Fahrunfähigkeit, erst der Hinweis auf eine nicht mehr zahlende Versicherung durch die juristisch tätige Tochter und meinen Mann (Arzt) hat nach langen Diskussionen zum Erfolg geführt. So viel zu einer Selbstregulierung, die in den meisten Fällen nicht funktioniert. Hier ist der Gesetzgeber gefragt. Denn welcher Hausarzt will schon einen gut zahlenden Privatpatienten verlieren, nachdem er ihm das Autofahren verbietet… und mein Vater (88, herzkrank, Diabetiker) hätte sicherlich lieber den Hausarzt gewechselt, als seinen PS-strotzenden neuen Mercedes zu verkaufen, mit dem er durch ganz Europa gerast ist nach dem Motto: “Die anderen sehen doch, dass ich komme, dann können sie auch Platz machen.” Und komischerweise geht es jetzt auch ohne Auto. Er hat sogar festgestellt, dass das Laufen von der Bushaltestelle für seine Gesundheit sehr förderlich ist. Und ein paar Taxifahrten sind allemal billiger als der Unterhalt für ein teures Auto.

#28 |
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Führerschein ab 21 bis 65 und dann alle 2 Jahre Prüfung mit Reaktions- und Sehtest. Viele Eltern und Enkelkinder würden es begrüßen. Wäre durchaus machbar, aber politisch ungewohlt. Ich habe persönlich eine Dame mit 10% / 30% (!) Visus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen.

#27 |
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Dr Christoph Molz
Dr Christoph Molz

@24:
“Frau Studentin” hat völlig recht!
Ich frage mich auch, was ein Führerscheinbesitz mit Selbstwertgefühl zu tun hat. Für mich persönlich nichts! Ich bin jetzt 61, und werde, wenn an meiner Fahrtauglichkeit irgendwann mal gezweifelt wird, meinen Führerschein selbstverständlich abgeben, um nicht “in Versuchung” zu kommen! Einen Sehtest habe ich vor einem halben Jahr gemacht, und werde den auch regelmäßig wiederholen. Ich bin absolut für Fahrtauglichkeitsprüfungen ab 70 Jahre, und werde mich denen auch unterziehen. Ein regelmäßiger Eignungstest für alle ist keine schlechte Idee, aber wohl schwierig umzusetzen.

#26 |
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Gast
Gast

Vielleicht besser einen Eignungstest für alle?
Am Alter generell liegts nicht, uneinsichtige Menschen gibts in jeder Altersgruppe.
Ab 65 nur bedingt geeignet für den Straßenverkehr wär zu pauschal.
Ü 65 im OP, in der Pflege, auf RTW…

#25 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

@ 21 !!!
Doch, sehr geehte Frau Stundentin, gerade das hat etwas mit Selbstwertgefühl zu tun ! Dem alten Menschen wird etwas abgesprochen , ein Wert genommen! Wie viele unserer Mitmenschen kümmern sich um die Anderen ??? gerade in der heutigen Zeit !!! Meschen liegen Wochen und Monerte mumifiziert in ihren Wohnungen und das sind Nachbarn. Das ist die Realität, wie ist es da erst im Straßenverkehr ?? Wo Rasserei, Rücksichtslosigkeit und Trunkenheitsfahrten an der Tagesordnung sind ???
es ist auch ein Selbstwertgefühl, daß man Verantwortung und Rücksich gegenüber seinen Mitmenschen hat, diese Gedanken hatte mein Vater.
Nicht Selbstständigkeit hätten Sie hier einbringen sollen, sonder Selbstbestimmung !!! Und Pflichtbewußtsein !!!

#24 |
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Heilpraktiker

Ja, es sollte den Rentnertest geben. Denn nicht jeder Rentner ist zu objektiver Selbsteinschätzung fähig, manche neigen sogar zu einem Altersstarrsinn, zur Uneinsichtigkeit.
Aber woran soll man den Zeitpunkt festmachen? Welcher Zeitpunkt ist für wen der richtige?
Bei Personenbeförderern u. Lkw-Fahrer hat der Gesetzgeber befunden: A 50 Jahren muss er alle 5 Jahre besondere (nicht Klasse B) Fahrerlaubnis erneuern. Sie wird nur nach entsprechenden Untersuchungen erneuert. Warum wohl?
Damit Geld verdient wird, wäre nur eine dumme Antwort. Der Verkehrssicherheit wegen. Und das ist verständlich, weil Gesundheit und Leistungsfähigkeit nachlassen KÖNNEN. Bliebe das unbemerkt …

Aber für die Klassen A + B? Auch da kann’s im Alter gefährlich werden. Aber ab welchem? Ich könnte mir vorstellen, z.B. ab 70 alle fünf Jahre verkehrsärztliche Nachschau, ab 80 alle 3 Jahre, ab 89 alle zwei (mit Option auf 1 Jahr runterreguliert zu werden, wenn der Arzt ansonsten “ungeeignet” feststellen müsste. Gerecht kann die Altersfestsetzung ebenso wenig sein wie bei den Klasse C + D. Aber es individueller zu gestalten ist nun ´mal nicht möglich. Vernunft und Verantwortungsgefühl müssten dafür Verständnis haben.

Vielleicht wären auch “weiche Nein” möglich, individuelle Begrenzung bzw. Limitierungen?

#23 |
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Gast
Gast

Hier winkt dem TÜV/ DEKRA doch nur wieder ein Geldgenerator.

#22 |
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Studentin der Humanmedizin

Führerschein hat doch nix mit Selbstwertgefühl zu tun, vielleicht verwechseln Sie das mit Selbstständigkeit? Man sollte auch Verantwortung gegenüber anderer Verkehrsteilnehmer übernehmen können….zb Kinder, die über den Zebra gehen. Ich habe es schon oft erlebt, dass sich ältere Senioren einfach überschätzen. Ein Test wäre sinnvoll, wenn er super bestanden wir, dann macht das vielleicht ein tolles Selbstwertgefühl!

#21 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Mein Vater hat mit 70 mit seinem Arzt gesprochen , dann ist er kurz danach nicht mehr gefahren. Diese Zeit hat er gebraucht …….
Doch seinen Führerschein hat er behalten, er wurde 84 !!!
Auch sein Selbstwertgefühl hat er behalten !!!
Ich werde es einmal genau so machen.
Jeder sollte auch daran denken mal alt zu werden.
Hoffentlich darf er dann auch sein Selbstwertgefühl behalten.

#20 |
  3
Lothar Dorow
Lothar Dorow

Ich selber (65) hätte kein Problem mit Sehtest und Fahrtauglichkeitstest. Ich gehe ohnehin alle zwei Jahre zum Optiker oder Augenarzt. Check-Up ist auch alle zwei Jahre. Wenn man da ein Stempelheft machen würde ähnlich wie beim Zahnarzt, warum nicht. Es sind viel zu viele “Maulwürfe” im Straßenverkehr unterwegs.

#19 |
  1
Dr Wolfgang Kirschke
Dr Wolfgang Kirschke

Wozu erstellt man Unfallstatistiken wenn man sie doch ignoriert.
Die Gruppe der 18-30 Jährigen verursacht proportional die meisten tödlichen
Verkehrsunfälle- Ursachen:nicht angepaßte Geschwindigkeit, Alkohol-.
Bei Senioren sind es mehr Blechschäden, bei unterproportionalen Zahlen.
Wenn schon verpflichtende Untersuchungen dann für Alle im 5 Jahres Abstand.
Oder ist der 40jährige mit Alkohol Problemen oder Stress mit Psychopharmaka
oder Analgetika Mißbrauch kein Risiko im Straßenverkehr?
Oder der schlecht eingestellte Diabetiker oder Hypertoniker?
Interessanterweise ist diese Altersgruppe die vehement regelmäßige Kontrollen
bei Senioren fordert.

#18 |
  3
Rettungssanitäterin

2011 hatte ich schon mal beim Verkehrssicherheitsrat nachgefragt: “Immer wieder wird von schweren Unfällen – verursacht durch Senioren – berichtet, und die Presse schreit jedesmal auf und fordert Konsequenzen.
Gibt es schon Studien über das “motorisierte Vorleben” dieser Unfallfahrer?
Lassen sie sich in Gruppen einteilen? Vielfahrer mit Fahrpraxis und Erfahrung – contra – lediglich Sonntagsfahrer, die unter der Woche nur mit dem Bus zur Arbeit fahren. Manager, die mit BMW Mercedes Audi schon oft mit Bußgeldern (oder sogar Fahrverboten) belegt wurden – contra – ausgeglichene Fahrer, die mit Volvo oder Saab gemütlich cruisen und in der Flensburger Kartei unbekannt sind? Die Ergebnisse wären vielleicht ganz interessant.”

Bei Auswertungen aktueller Senioren-Unfälle fällt mir immer wieder auf: Bisher nur Schaltwagen gefahren, jetzt Umstieg auf Automatik und noch dazu viel zu übermotorisierte Autos.

#17 |
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Carsten Severin
Carsten Severin

Wenn schon Fahrtauglichkeitstests dann für alle Fahrer und ganz wichtig: alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs.

#16 |
  3
Heilpraktiker

Wenn schon Fahrtauglichkeitsüberprüfungen, dann bitte für alle verpflichtend, aber den Hausärzten würde ich ans Herz legen, die Medikation und den Einfluß derselben, unabhängig vom Alter, regelmäßig auf ihren Einfluß auf die Fahrtüchtigkeit zu überprüfen, auch in Hinsicht auf Wchselwirkungen. Da sind sicher die geriatrischen Patienten eher im Fokus, da sie nicht selten 5 oder mehr verschiedene Medikamente täglich nehmen “müssen”.

#15 |
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Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

Nein, es sollte keinen Fahrtauglichkeitstest für Rentner geben sondern einen regelmäßigen für alle, unabhängig vom Alter. Und bitte inklusive einer kleinen MPU, damit ein paar unreife und zur verantwortungsvollen Teilnahme am Straßenverkehr nicht geeignete Rambos aus dem Verkehr gezogen werden.
Auch deutlich vor dem Rentenalter gibt es genügend Führerscheinimhaber, die eigentlich besser nicht mehr auf der Straße wären.
Finanziert sollte es von der Gemeinschaft werden, weil sie es ist, die mit mehr Sicherheit davon profitiert.

#14 |
  4
Theologin und Psychotherapeutin H. Düll H. Düll
Theologin und Psychotherapeutin H. Düll H. Düll

Ich bin eine passionierte Autofahrerin und Rentnerin (80) und beobachte mich ziemlich intensiv: die lange Fahrpraxis rettet mich oft im engen Verkehr, aber die Orientierung braucht manchmal zu lange. Zum Glück bleibe ich ruhig und fahre weiter, um bald umzukehren, wenn eine Abzweigung zu plötzlich kam oder ich ein Schild nicht lesen konnte.
Was zum Verhängnis werden kann, ist Stress und Eile, Druck von Mitfahrenden und Konflikte. Das würde ich nicht mehr gut aushalten und schon mal Gas und Bremse verwechseln.
Also: das eine ist die lange Fahrpraxis und das andere ist das brüchige Nervenkostüm. Das müsste regelmäßig mitgetestet werden! Ich schlage vor, die älteren VerkehrsteilnehmerInnen ab 75 Jahren jährlich zu einem Test zu verpflichten. Vielleicht müsste auch ich dann den Führerschein abgeben. Freiwillig schaffe ich das nicht.

#13 |
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Paul Kernen
Paul Kernen

Ab 70 oder vielleicht 75 sollte es obligatorisch sein bei einem Fahrlehrer einen Kurs zu besuchen. Auch wenn ein Alter Mensch den Test beim Arzt besteht ist noch lange nicht gesagt dass er noch fahren kann. Ich selber 70 mache das jdes Jahr.

#12 |
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Gast
Gast

Es ist bewährte Praxis, dass Angehörige dafür sorgen, dass altersschwachen Opis der Führerschein entzogen wird. Wie man entwa in der Provinz in Ostdeutschland ohne Auto zureckt kommen will, ist undenkbar. Ein pragmatischer Sinn für die Realität statt Diktatur der Spießer ist angebracht.

#11 |
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Tja, #7, das Leben ist lebensgefährlich. Also einfach zu Hause bleiben. Und am besten noch an jeder Straßenecke ein Polizist wegen verkehrsuntüchtigen Fahrern, Terroristen und anderen Widrigkeiten des Lebens. Die Ansicht von Herrn Siegfried Brockmann im Artikel ist durchaus akzeptabel. Im Übrigen können ältere Menschen ihre Fahrtüchtigkeit nach meinen Erfahrungen recht gut einschätzen – Ausnahmen davon gibt es in jedem Alter…

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Gast
Gast

Auch ich finde, das es dringend Fahrtauglichkeitstests für Rentner geben sollte. Nicht nur, weil die älteren Menschen immer mehr werden, sondern weil die allermeisten ihre Fahrtauglichkeit selbst völlig falsch einschätzen bzw. überschätzen. Habe selbst jemanden im Bekanntenkreis ( Ende 60), der so schlecht sieht, das der eine Armbanduhr in Blindenschrift trägt, aber noch Auto fährt. Hallo!? Muß es erst Tote oder Verletzte geben?? Und ich verstehe auch den ADAC nicht, der sagt, das man auf die Einsicht der Menschen setzen soll. ich kenne niemanden, der seinen Führerschein freiwillig abgeben würde.
Und der PKW muß doch auch alle 2 Jahre zum TÜV, um zu prüfen, ob er noch straßenverkehrtauglich ist. Warum also nicht auch der Fahrer?
Bei unseren holländischen Nachbarn geht das übrigens ganz einfach. Ab dem 50. Lebensjahr wird der Führerschein auf 5 Jahre befristet und für die Verlängerung muß ein ärztliches Gesundheitszeugnis vorgelegt werden. Warum geht so etwas nicht bei uns?

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Medizinisch-Technischer Assistent

Es vergeht auch kaum eine Woche, wo junge Leute in Unfälle verwickelt sind – leider oft mit tödlichem Ausgang, auch für die Beifahrer. Es wird immer Unfälle mit dem Kfz geben und es werden immer alle Altersgruppen daran beteiligt sein. Die Ursachen sind allerdings von Altersgruppe zu Altersgruppe sehr unterschiedlich, Überschätzung und Imponiergehabe in jüngeren Jahren, “Zeitmangel” in den mittleren Jahren und dann die altersbedingten Ausfälle. “Geschrei” gibt es nur bei den Älteren, die auf Grund ihrer “bedächtigen Fahrweise” meist Blechschäden verursachen oder Überholvorgänge der “Zeitmangler” provozieren. Sollten tatsächlich Demenzprobleme erkennbar werden, wäre es an der Zeit, auch einmal über die ärztliche Schweigepflicht nachzudenken, die man gegenüber Behörden anscheinend bednenkenlos opfern will. Ein Gespräch mit den nächsten Angehörigen über diese Problematik kann aber wegen der Schweigepflicht angeblich nicht geführt werden. Hier “beißt” sich etwas. Das, was an Reaktionsverlangsamung bei älteren auftritt, wird in aller Regel durch defensiveres und vorausschauenderes Fahren ausgeglichen. Wenn jedesmal nacuh irgendwelchen Vorkommnissen irgendwelche neue Gesetze und Vorschriften gefordert werden, opfern wir sehr viel an Freiheit.

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Fachkrankenpfleger Rainer Mahlstedt
Fachkrankenpfleger Rainer Mahlstedt

Die Frage müßte doch lauten, wollen wir die Gefährung aller Verkehrsteilnehmer hinnehmen? Ist es nicht legitim zu sagen, alle Verkehrsteilnehmer haben die humane Verpflichtung (leider bisher nicht rechtliche) einen Gesundheitscheck und das Reaktionsvermögen sowie bei Verdacht auf körperliche und geistige Einschränkung vornehmen zu lassen?
Jeder über 65 Jahre sollte diesen Check nachweisen können. Wer hat das Recht das Leben und die Gesundheit, sowie Chancen und Entwicklungen der Opfer und deren Angehörige, oft so leichtfertig zu gefährden bzw. zu vernichten. Evtl. nur um nicht mehr verkehrssicher und beeiträchtig den Einkauf fürs Wochenende zu erledigen.

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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Alleine in meinem engeren Bekanntenkreis sind mehrere Menschen mit beginnender oder manifester Demenz, teils schon diagnostiziert, teils noch nicht. Kein einziger Betroffener davon hat bis dato den Führerschein abgegeben. Aber es muss wohl – wie immer- erst ein wirklich tragischer Unfall publik werden, bevor die zunehmende Demenz-Problematik mit der gebotenen Objektivität behandelt wird. Ohne verallgemeinernde Verurteilung, aber mit konstruktiv- sachlicher Überprüfung, wie es z.B. jeder Busfahrer und jeder Pilot auch über sich ergehen lassen muss, zum Schutze Unschuldiger.

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Dipl.-Kfm. Rolf Magnusson
Dipl.-Kfm. Rolf Magnusson

als Patient (68 J) möchte ich zum Arzt gehen können, ohne zu befürchten das dieser dafür sorgt, dass ich meinen Führerschein verliere. gegen Ratschläge ist sicher nichts einzuwenden, aber bitte keine Zwangsmaßnahmen durch den arzt. Der eine oder andere geht dann im zweifelsfall lieber gar nicht zum Augenarzt was die Fahrfähigkeit sicher nicht dient.

Gegen eine generelle pflicht ab z. B. 70 jede 5 Jahre nachzuweisen, dass die medizinische Voraussetzungen für den Führerschein weiterhin erfüllt sind, hätte ich aber nichts.

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….und meine Erfahrungen zeigen beweiskräftig, dass viel mehr Gefahr von jungen Fahrern ausgehen. Unnötige Raserei…Wettfahrten auf Straßen…aggressives fahren…Angabe… Fahrunsicherheit um nur einige Probleme zu nennen

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Dr. Corinna Spott
Dr. Corinna Spott

Sehr wichtiges Thema, das Risiko wird m.E. unterschätzt.

#3 |
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Ich verstehe nicht warum die Juristen das Instrument der Fahrerlaubnisverordnung für Taxi LKW und Bus nicht auf PKW und Motorrad ausdehnen wollen, nur Ärzte können die Fahrtauglichkeit beurteilen, bei den o. G. geht das doch auch. Rentner sind Wähler da kommt es auf überfahrene Menschen nicht an.

#2 |
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Gast
Gast

Meine Erfahrung zeigt, dass tendenziell Personen ab dem 75. Lebensjahr durchaus ein Risiko im Straßenverkehr darstellen – sowohl als aktive Verkehrsteilnehmer als auch passiv z.B. als Fußgänger. Beispielsweise lässt das Sehvermögen stark nach – zum Beispiel bei AMD – aber niemand stellt die Frage, ob der Betroffene eigentlich noch Auto fahren dürfte. Selbst entscheiden Senioren mit beginnender Demenz dann, dass sie aus Bequemlichkeit doch noch gerne selbst fahren würden. Was ist, wenn die Reaktionsfähigkeit aufgrund von Medikamenten eingeschränkt ist und eine unvorhergesehene Situation eintritt? Ich möchte mir das nicht vorstellen müssen …

Deshalb würde ich es begrüßen, wenn z.B. Augenärzte oder auch der Allgemeinmediziner die Möglichkeit hätte einen behördlichen Test anzuordnen, wenn der Verdacht besteht, dass eine Person nicht mehr fahrtauglich ist.

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