Mangelware Landapotheker

22. Dezember 2017

In ganz Deutschland müssen viele Dorfapotheken ihre Türen endgültig schließen, weil die Nachfolger fehlen. Junge qualifizierte Leute zieht es in die Städte – doch woran liegt das eigentlich? Die Apothekerin Ann-Kathrin Kossendey-Koch diskutiert die möglichen Gründe.

8 Wertungen (4 ø)

12 Kommentare:

Gast
Gast

Frau Störmer ich freue mich, dass Sie in einem Illusionsland leben, in dem aus den Wänden der Apotheke Milch und Honig fließen.
Gerade aber dem nichtapprobiertem Personal geht es in den letzten Jahren immer schlechter. Die Entwicklung ist progredient und evident. Und ja, ich werde meine Arbeit mit Freude fortsetzen. Für gut ausgebildetes Personal ist die Industrie die beste Wahl. Gute Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und geregelte Arbeitszeiten, wo niemand bis 20 Uhr arbeiten muss.

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Angestellte Apotheker

Och dieses blöde IPhone kennt Offizin nicht und macht einfach Offizinal draus…. Das ist wie mit den Rezeptscannern immer noch ein Auge draufhalten.

#11 |
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Angestellte Apotheker

An den Gast , der seit Jahren pharmazeutisches Personal berät nicht in der Offizinal zu arbeiten: sollen wir den alle bei den Krankenkassen oder als getriebener Außendienstler in der Industrie landen? Ich liebe meinen Beruf und freue mich auf jede positive Resonanz bei den Patienten.

#10 |
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Gast
Gast

Gibt es nur in Amtzell, ist doch klar.

#9 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Als Pächter einer Landapotheke habe ich 28 Jahre lang ohne Not mein Personal mit bis zu 25% über Tarif vergütet, sie sind 20 bis 10 Jahre treu geblieben und sie sind mir heute noch dankbar. Wir denken noch immer gern an das gute Betriebsklima. In dieser Landgemeinde sind wir wohlgesehen und anerkannt. Wo gibt es soetwas in einer Großstadt mit ihrem Konkurrenzkampf?

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Gast
Gast

Keine zankenden Apotheker? Weihnachten?

#7 |
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Gast
Gast

Ländliche Gegend? Kein Problem für mich. Ich bestelle per Internet. Gute Preise – Schnelle Besserung.

#6 |
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Gast
Gast

Ich betreibe seit Jahren Aufklärung für Apotheker und PTA.
Ich kläre sie mit Herz und Verstand über die Zustände in öffentlichen Apotheken auf und zeige ihnen Alternativen.
Beide Berufe sind viel zu kostbar, um am HV verheizt zu werden.
Schuld haben dabei vor allem die Inhaber selbst, die ihre Mitarbeiter sehr oft wie bessere Sklaven behandeln. In dieser Kategorie schneiden die Approbierten weit besser ab als die PTAs.
Gut zu wissen, dass meine Bemühungen endlich Früchte tragen!

#5 |
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Gast
Gast

Ich lebe auf dem Dorf, welches von Dörfern umzingelt ist. Hier musste noch keine Apotheke schließen. Auch Nachfolger im Amt lassen sich hier finden. Man wohnt preiswert und verdient als Apotheker im oberen Drittel und gehört zur Dorf-Elite, was will man mehr.

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Walter Swoboda
Walter Swoboda

Hallo,
ich war Landapotheker in der 3. Generation. In meinem Einzugsgebiet praktizierte ein Arzt mit Dispensierrecht, der ausnahmslos selber alle Medikamente verteilte. Als dieser Arzt aus Altersgründen aufgab, machte sein Sohn damit in einer sogenannten Gemeinschaftspraxis weiter. Alle weiteren Ärzte in der Nachbarschaft eiferten diesem Kollegen mit Mustern nach. Eine der Hauptaufgaben der Arzthelferinnen war, alle Pharmafirmen um Muster per Handschrift anzuschreiben.

Von fast allen Ärzten bekam ich laufend unseriöse Angebote. Beispielsweise ich solle statt der verschriebenen Medikamente doch Sonnenschutzmittel für den Familienurlaub abgeben. Einer meinte, er wolle seine Miete mit nicht auszuführenden Rezepten bezahlen. Ein anderer: Er würde fleißig Muster abgeben, dafür aber von der Krankenkasse nichts bekommen. Ich solle doch seine fingierten Rezepte einreichen.

Das ganze System ist so verfahren und korrupt, dass nur eines hilft: Verstaatlichung !!!, so wie es Schweden gemacht hat. Ich kann Politikern ganz wertvolle Tipps geben. Auch das Arztstudium muss sich ändern. Nicht das Einserabitur qualifiziert um auf den kranken Menschen losgelassen zu werden.

Ob unsere kommenden Staatsoberhäupter, die sich schon um Kleinigkeiten streiten, damit fertig werden, muss man bezweifeln.

Fröhliche Weihnachten und heiterhin viel Mut zum Durchwursteln und Durchhalten.

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Margarete Heidl
Margarete Heidl

Lieber Kollege Dietwald, Sie haben mit Ihrem Einwand schon recht, nur glaubt es von den jungen Leuten so recht keiner. Und die Problematik, die Frau Kossendey-Koch schildert ist auch nicht von der Hand zu weisen.
Wir haben ein Nachwuchsproblem, weil es in der öffentlichen Apotheke immer unattraktiver wird, sei es wegen des Gehaltes, aber noch viel mehr wegen der Rahmenbedingungen., v.a. der überbordenden Bürokratie. Mit jeder Entbürokratisierungsvorlage haben wir am Ende des Tages eine Doku-Ordner mehr im Regal stehen. Als ich vor 35 Jahren in dem Beruf angefangen habe, sind auch nicht reihenweise die Menschen gestorben, weil wir kein ausgeklügeltes QMS-Doku-System hatten. Natürlich braucht man Qualitätssicherung, aber so, wie es im Moment läuft? Da ist sicherlich Luft nach unten drin und bei den Gehältern sollte man dringend für Luft nach oben sorgen.
Fröhliche Weihnachten

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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

In der Nähe von Landapotheken und deren Unterkünften für Angestellte findet man leicht eine Parkplatz, um in die nächste Stadt oder Arbeitsstelle zu fahren. Geschwindigkeitbegrenzungen und Einbahnstraßen sind selten, so dass fast kein Zeitvorteil gegenüber Stadtbevorzugern besteht, außer Rad- und Omnibus- und U-Bahnfahrern vielleicht. Die Auswahlmöglichkeit bei Besuch kultureller Veranstaltungen ist durch zentrale Lage zwischen großen Städten auch besser, sowie die Anzahl diverser Ärzte zum Gedankenaustausch.

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