Schlafstörungen: Melatonin-Mumpitz

27. Dezember 2017

Das Thema Schlaf scheint besonders zum Jahreswechsel die Menschen zu beschäftigen. Über 22.000 Nennungen findet man bei Google zum Thema „An Silvester länger wach bleiben“. Mehr als zwei Millionen Ergebnisse gibt es allerdings beim Stichwort „Schlafstörungen“.

Seit 2010 sind Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen. Das zeigt der aktuelle und sehr ausführliche DAK-Gesundheitsreport mit dem Titel „Deutschland schläft schlecht – ein unterschätztes Problem“. Das Angebot von Produkten, die bei Schläfstörungen helfen sollen, ist schier unerschöpflich: „Schlaftinte“, Soundkissen, Tiefschlafband, Apps und ein Spray für die Füße versprechen „sichere Hilfen“ bei Schlafstörungen zu sein. Mehr Schein als Sein? DocCheck prüft die Produkte und zeigt anhand von Studien, was wirklich hilft. 

Wenn GABA mit dem Thalamus spielt, werden wir müde

Der Einschlafprozess: An der Schlafeinleitung sind die Formatio reticularis im Hirnstamm sowie der Thalamus  (gr. „Schlafgemach“) und der Hypothalamus im Zwischenhirn beteiligt. Die Formatio reticularis agiert als Signalgeber für den Wachzustand. Er gehört zum aufsteigenden reticulären aktivierenden System (ARAS). Die Kommunikation mit anderen Hirnregionen und die Einleitung des Schlafes sowie das Aufwachen werden über Neurotransmitter vermittelt. Das „Tor zum Bewusstsein“, der Thalamus, wird durch Noradrenalin und Acetylcholin beeinflusst. Auch die Raphekerne spielen mit ihrem Transmitter Serotonin eine wichtige Rolle beim Schlaf-Wach-Rhythmus. Der Transmitter GABA bremst den Hirnstamm vom Thalamus aus. Melden die Augen „Dunkelheit“ an den Hypothalamus, weiß unser Hirn, dass es Zeit ist, zu schlafen.

Dies geschieht über Verbindungen mit dem Auge bzw. der Sehbahn. Der Hypothalamus produziert nun weniger von dem Transmitter Histamin und dem Peptid Orexin. Orexin führt zu gesteigerter Aufmerksamkeit. Auch Melatonin aus der Zirbeldrüse ist am Vorgang des Einschlafens beteiligt. Es wird aus Serotonin gebildet. Der Neuromodulator Adenosin ist erst in jüngerer Zeit in den Blickpunkt der Schlafforschung gerückt. Er hat eine sedierende Wirkung, die beispielsweise durch Coffein aufgehoben wird.

Ursachen für Schlafstörungen

Die „6 Ps“ können eine Hilfestellung bei der Ursachenforschung sein. Der Grund für mangelhafte Schlafqualität oder –quantität kann physischer, physikalischer, physiologischer, psychologischer, psychiatrischer oder pharmakologischer Natur sein. Das Schlafbedürfnis ist sehr individuell. Napoleon brauchte vier Stunden, Einstein mehr als zehn, um sich ausgeruht zu fühlen.

L-Tryptophan ist die Muttersubstanz von Melatonin und Serotonin (5-Hydroxytryptamin). Es kann die Einschlafzeit verkürzen und bei Depressionen stimmungsaufhellend wirken. Für die Wirkung sind sehr hohe Dosen von 1.000 bis 2.000 mg notwendig. Das Pharmakon muss 20 Minuten vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Keinesfalls darf es gemeinsam mit Antidepressiva wie MAO-Hemmern und Serotoninwiederaufnahmehemmern verabreicht werden. Die Folge könnte ein bedrohliches Serotoninsyndrom mit Verwirrtheit, Tremor, Diarrhoe und Hypertonie sein. Das Hausmittel „Heiße Milch mit Honig“ basiert auf dem Wirkprinzip von L-Tryptophan. In der Milch sind größere Mengen dieser Substanz enthalten.

Melatonin: wer hat an der Uhr gedreht?

Das „Chronotherapeutikum“ Melatonin wird zur Behandlung von zirkadianen Rhythmusstörungen beispielsweise bei Blinden oder bei Zeitzonenverschiebungen bei Transmeridianflügen mit nachfolgendem „Jet lag“ eingesetzt. Besonders ältere Patienten weisen einen Melatoninmangel auf.

Ein Startup-Unternehmen aus Berlin hat eine „Schlaftinte“ mit Melatonin kreiert. Der Hersteller verspricht: „Sleep.ink ist der erste natürliche Schlafdrink mit Melatonin zur Verkürzung der Einschlafzeit“. Weiter heißt es: „Du musst Sleep.ink nicht über einen längeren Zeitraum nehmen, damit es wirkt. Es eignet sich damit auch sehr gut für alle, die nur gelegentlich Probleme mit dem Einschlafen haben“. 7 Trinkfläschchen des als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) deklarierten Produktes gibt es für knapp 40 €, macht für einen Monat fast 160 € – wenn das mal keine schlaflosen Nächte bereitet.

Hilft das Produkt? Hauptzutat ist 1 mg Melatonin, „verstärkt“ von 50 mg Melissenextrakt, 50 mg Passifloraextrakt und 35 mg Hopfenextrakt. Alles gelöst in Kirschsaft, der sich durch seinen zusätzlichen Melatoningehalt als Booster qualifiziert. Alle Pflanzenextrakte werden als Phytopharmaka bei Schlafstörungen eingesetzt – dann aber in erheblich höherer Konzentration.

Kirsche statt Kapsel?

Der Saft der Sauerkirsche ist in der in der Lage, die Einschlafdauer zu verkürzen. In einer Studie von Losso et al. wurde bestätigt, dass durch die Gabe von Montmorency Sauerkirschsaft die empfundene Schlafqualität verbessert wurde und die Schlafdauer um 84 Minuten zunahm.

Als Wirkmechanismus wurde identifiziert, dass der Inhaltsstoff Procyanidin B-2 in die Bildung von L-Tryptophan eingreift, der Vorstufe des Melatonins. Das L-Tryptophan  abbauende Enzym Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) wird gehemmt. Ist Sleep-Ink damit rehabilitiert? Nein, die Probanden der „Kirsch-Studie“ tranken zwei mal 240 ml Saft über einen Zeitraum von zwei Wochen. In einer Flasche Sleep-Ink sind nur 40 ml und der Hersteller verspricht, es wirke sofort. Hauptinhaltsstoff ist jedoch Melatonin. Seine Wirkung bei bestimmten Formen von Schlafstörungen bei betagten Patienten ist erwiesen.

Orale Dosen im Bereich von 1 bis 5 mg führen zu Plasmaspiegeln, die zwischen dem 10- und dem 100-fachen der physiologischen nächtlichen Spiegel liegen. Oral verabreichtes Melatonin führt aber zu sehr stark schwankenden Wirkstoffspiegeln, wie eine Studie von Proietti et al. belegte.

Hinzu kommt, dass Melatonin nur eine sehr kurze Halbwertszeit von etwa 30 Minuten und eine Wirkdauer von circa zwei Stunden hat. Deshalb wäre es nur bei Einschlafstörungen sinnvoll. Melatonin ist in Deutschland als rezeptpflichtiges Arzneimittel für Patienten über 55 Jahren mit Melatoninmangel induzierten Schlafstörungen zugelassen und setzt seinen Wirkstoff retardiert über die gesamte Schlafdauer frei.

Melatonin – Arzneimittel oder NEM

Unabhängig von der Wirksamkeit ist fraglich, ob ein Produkt mit Melatonin und klarem Wirksamkeitsversprechen überhaupt außerhalb der Apotheke ohne Rezept vertrieben werden darf.

Eine Health-Claims-Zulassung verhindert nicht die Einstufung eines Produktes als Arzneimittel. Dies hat das OLG Celle in seinem Urteil vom 02.02.2017 (Az. 13 U 153/15) zu Melatonin entschieden.

Für die Abgrenzung von Lebensmitteln und Arzneimitteln kommt es darauf an, ob ein Stoff in der angegebenen Dosierung eine pharmakologische Wirkung hat oder nicht. Arzneimittel bedürfen im Gegensatz zu Lebensmitteln der Zulassung (§ 21 I AMG). Ohne Zulassung sind sie nicht verkehrsfähig. Werden solche nicht zugelassenen Arzneimittel beworben, verstößt dies auch gegen § 3 a HWG.

Das Gericht ist der Auffassung, dass Kapseln, die 5 mg Melatonin enthalten, als Arzneimittel im Sinne von § 2 Arzneimittelgesetz (AMG) und nicht als Lebensmittel eingestuft werden müssen. Mitentscheidend war für die Begutachtung, dass das rezeptpflichtige Produkt Circadin ® mit 2 mg Tagesdosis als Arzneimittel zugelassen sei und die zu dem Produkt vorliegenden Fachinformationen eine therapeutische Wirkung belegen würden. Zudem würden Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Bundesinstituts für Arzneimittel aus den Jahren 1996 bzw. 2011 vorliegen, wonach es sich bei Produkten mit dem Wirkstoff Melatonin um zulassungspflichtige Arzneimittel handelt.

Das VG Köln hat entschieden, dass zum Verzehr bestimmte Kapseln in einer Dosierung je Kapsel von 0,5 mg bis 5 mg Melatonin stets Funktionsarzneimittel im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 2 a) AMG sind. In einem Positionspapier des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird ebenfalls die Auffassung vertreten, dass Melatonin überwiegend eine pharmakologische Wirkung hat.

Auf Anfrage teilte die Kammeranwältin Kathi Tomann der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern mit: „Darüber hinaus gelten gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 1 AMG ebenfalls Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen als Arzneimittel, die zur Anwendung im oder am menschlichen Körper bestimmt sind und als Mittel mit Eigenschaften zur Heilung oder Linderung oder zur Verhütung von menschlichen oder tierischen Krankheit oder krankhaften Beschwerden bestimmt sind. (Präsentationsarzneimittel) Erwecke ich also mit der Werbung den Eindruck, dass mein Produkt geeignet ist Krankheiten zu heilen, zu lindern oder zu verhüten, dann fällt dieses Produkt ebenfalls in den Anwendungsbereich des Arzneimittelgesetzes“.

APP ins Bett

Nach Meinung des sehr umfangreichen DAK-Gesundheitsreports 2017 werden Apps und Geräte zur Schlafkontrolle und -optimierung von etwa jedem Siebten verwendet. „Von Expertinnen und Experten aus Schlafforschung und schlafmedizinischer Praxis werden diese jedoch weit überwiegend als nicht nützlich bewertet“, heißt es in dem Bericht.

Dennoch existieren auch Studien, die derartigen technischen Hilfsmitteln sehr wohl einen Nutzen zuweisen. Eine Arbeitsgruppe untersuchte, ob Smartphone-Apps, Schlaftracker, fest-installierte oder tragbare Hilfsmittel die Schlafqualität verbessern können. „Diese Technologien haben das Potenzial, sowohl die kollektive als auch die individuelle Schlafgesundheit je nach Implementierungsmethode zu verbessern“, so das Ergebnis der Studie. Apps wie Deep Sleep oder Dream On verstehen sich daher als Schlafmonitor und motivieren mit guten Ratschlägen.

Beat an – Licht aus

Zahlreiche elektronische Hilfsmittel versprechen durch eine Beeinflussung der Hirnwellenaktivität die Einschlafdauer zu reduzieren und die Schlafqualität erheblich zu verbessern.

Das Soundkissen Aivi soll für 190 Euro mit Geld-zurück-Garantie eine effiziente Einschlafhilfe sein. „Die Technologie basiert auf der Neurowissenschaft. Es ist schon länger wissenschaftlich bewiesen, dass akustische Signale, sogenannte Binaurale Beats, die Aktivität des Gehirns messbar beeinflussen. So können wir auch mittels sehr niedriger Frequenzen den Entspannungs- und Schlafbereich im Gehirn direkt ansprechen und messbar herunterfahren“, so der Hersteller.

Seit ihrer Entdeckung durch den Physiker Heinrich Wilhelm Dove 1839 ist die Wirkung der binauralen Beats unter Wissenschaftlern umstritten. Während die Erfahrungsberichte überwiegend vielversprechend klingen, sind die Studienergebnisse dagegen ernüchternd. Das vom Hersteller angeforderte und binnen einer Stunde gesendete Studienmaterial ist leider ein Flopp: Die meisten Studien sind veraltet, mit kleiner Probandenzahl und viele Arbeiten wurden nicht publiziert, sondern nur in Kongressbänden veröffentlicht.

Musik als Medizin?

„Das SoundLife Sleep System wirkt positiv auf schlafstörende Faktoren und optimiert so den individuellen chronobiologischen Rhythmus der Schlafpatienten“, verspricht der Hersteller Samina. Insgesamt stehen vier Basis-Musik-Medizin-Programme zur Verfügung, darunter ein Langzeit-Programm von über acht Stunden sanfter Musik-Medizin.

„Die einzigartigen Klänge sprechen das vegetative Nervensystem an und stimulieren, im Noradrenalinrhythmus, den Parasympathikus“. Da hat aber einer in Pharmakologie nicht aufgepasst. Erstens hat Noradrenalin keinen Rhythmus und zweitens agiert der Transmitter im Sympathikus das Nervensystem, das für Wachheit und nicht für Schlaf und Entspannung sorgt. Der Firmengründer Prof. Dr. med. h.c. Günther W. Amann-Jennson ist überzeugt: „So werden im Schlaf wieder die richtigen Gene zur richtigen Zeit ein- und abgeschaltet“. Komisch, dass dieser Hochschullehrer nicht eine einzige Studie publiziert hat.

Schläfer am Band

Wenn man denkt, mehr Humbug geht nicht, dann irrt man. Physikalische Wirkung verspricht auch das Tiefschlafband von Swiss Harmony gegen Schlafstörungen. Es sorgt für tiefen Schlaf, sofern die Schlafstörungen eine Folge von elektromagnetischen und geopathischen Umwelteinflüssen sind, also bei Belastung durch Elektrosmog und Erdstrahlen. So ein technischer Hochleistungsartikel hat seinen Preis zwischen 185 und 275 Euro.

In den Schlaf gesprüht

Preiswerter ist da das „Schlafmittel Magnesium Tiefschlaf Spray“. Der Hersteller verspricht: „Genießen Sie erholsamen Schlaf ohne starke Schlaftabletten. Schlafen Sie durch die Nacht mit Magnesium-Öl, Zedernholz, Lavendel, Majoran und Muskatellersalbei.“ Darüber, dass Magnesium nicht in nennenswerten Mengen über die Haut resorbiert wird, berichtet Doccheck bereits ausführlich. Das gilt auch für die „Sleep Well Magnesium Bade Flakes“ und ähnliche Produkte.

Ätherische Öle als Aromatherapeutika per se als unwirksam einzustufen, wäre hingegen zu einfach. Bestimmte Inhaltsstoffe des Jasmins wirken an GABA-Rezeptoren und ähnlich wie Benzodiazepine. Das hat einer der führenden Duftforscher, Prof. Hanns Hatt, mehrfach bewiesen.

Die S3- Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf“ gibt sich skeptisch: „Hinsichtlich der Aromatherapie liegt eine Meta-Analyse vor, die zwar eine hoch signifikante Schlafverbesserung berichtet, die allerdings ausschließlich auf in koreanischer Sprache publizierten Studien mit Stichproben aus Korea basiert, sodass eine Übertragbarkeit fraglich bleibt“.

Statt Spray, Soundkissen, App oder Schlaftrunk sollte man lieber auf eine gesunde Schlafhygiene achten. Licht aus, Fernseher raus und warme Füße. Die New York Times titelte kürzlich: „Schlaf ist das neue Statussymbol“. In diesem Sinne: Gönnen Sie sich was.

131 Wertungen (4.18 ø)

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46 Kommentare:

Gast
Gast

@#45: Bitte RICHTIG lesen, bevor man schnell ein Vorurteil hat.
“…die nicht NUR pharmakologische Grundlagen haben…”
Gast 44

#46 |
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Gast
Gast

Nebenwirkungen haben keine pharmakologische Grundlage und sollten nicht Gegenstand der Diskussion sein?? Gast 44 ist wohl ein Kollege von Herrn Dr. Fischer.

#45 |
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Gast
Gast

@#36:

haben Sie neue Erkenntnisse zu den immunogenen Eigenschaften des Melatonins, die eventuell eine Anwendung bei Autoimmunerekrankten verbieten würde?

Ich gehe mit Ihnen, dass Inhalte von Beipackzetteln (Gast 37), die nicht nur pharmakologische Grundlagen haben, nicht Gegenstand unserer Diskussion sein sollten.

Bin auch nur zufällig hier als Gast, nicht angemeldet.

#44 |
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Gast
Gast

Hallo # 35,

vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.
Doch, Ihre Erfahrungen haben mich interessiert, denn Erfahrungen gehören mit zur Wissenschaftlichkeit.
Sicher ist Ihre Lage kompliziert, aber ich denke, dass Sie die Weichen richtig gestellt haben und wünsche Ihnen, dass sie dauerhaft zielführend werden.

Gast #27, #30

#43 |
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Gast
Gast

Ganz einfach, weil ich nicht angemeldet bin. Faktisch machen Sie sich über Ihre Kunden lustig, das spricht für sich. Und so einfach wie in dem von Ihnen angegebenen Artikel ist die Sache dann doch nicht.

Schönes Wochenende.

der Gast

#42 |
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Dr. Roland Fischer
Dr. Roland Fischer

Hallo “Gast”,
warum schreiben Sie eigentlich anonym?
Ich verstehe, dass Patienten beim Lesen von Beipackzetteln Angst bekommen.
Vielleicht hilft Ihnen der Beipackzettel von Schokolade um über diese Angst hinweg zu kommen:
http://www.heizmann-huberty.de/Beipackzettel-Schokolade.pdf

#41 |
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Gast
Gast

Vielleich sollte man auch mal erwähnen, dass der Herr Dr. Fischer vermutlich bei der Firma arbeitet die das Circadin verkauft.

#40 |
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Gast
Gast

Niedrige Melatoninspiegel gehen nicht zwangsläufig mit einer Schlafstörung einher. Das hier als Allheilmittel zu verkaufen finde ich nicht richtig. Darüber hinaus ist es nur für Patienten ab 55 Jahren zugelassen.

#39 |
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Gast
Gast

Warum wurde Circadin® zugelassen?

Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) gelangte zu dem Schluss, dass, obwohl für Circadin® nur eine geringe Wirkung auf eine relativ kleine Zahl von Patienten nachgewiesen wurde, die Vorteile gegenüber den Risiken überwiegen, und empfahl, die Genehmigung für das Inverkehrbringen von Circadin® zu erteilen.

#38 |
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Gast
Gast

Circadin:

Häufigkeit: 1 bis 10 von 1.000 Patienten („gelegentlich“):

Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Insomnie (Schlaflosigkeit), Alpträume, Angstzustände, Migräne, Lethargie (Antriebslosigkeit), psychomotorische Hyperaktivität (Ruhelosigkeit mit gesteigerter Aktivität), Schwindel, Somnolenz (Schläfrigkeit), Hypertension (Bluthochdruck), Bauchschmerzen, Dyspepsie (Sodbrennen), Mundulzera, Mundtrockenheit, Hyperbilirubinämie (erhöhte Blutspiegel von Bilirubin, eines Abbauproduktes der roten Blutkörperchen, die eine Gelbfärbung von Haut und Augen hervorrufen können)……..

Liste nicht vollständig!

#37 |
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Dr. Roland Fischer
Dr. Roland Fischer

dr.roland.fischer@t-online.de
Schade, dass der Autor nicht berücksichtigt hat, dass es nicht nur völlig unterdosierte und fragwürdige Melatonin-NEMs aus dem Internet gibt, sondern auch ein zugelassenes verschreibungspflichtiges Arzneimittel mit Dosisfindungsstudien und hervorragender Evidenzdokumentation: Die Wirksamkeit und Sicherheit von Circadin® wurde in zahlreichen Studien an insgesamt 3194 Patienten in Studien nachgewiesen, 1931 davon in kontrollierten Studien und 794 Patienten erhielten Circadin® für ein Jahr oder länger (Literatur auf Anfrage beim Verfasser dr.roland.fischer@t-online.de
erhältlich)

Im Gegensatz zu den häufig verordneten Hypnotika führt Circadin® zu natürlicher Schlafarchitektur und damit zu guter Schlafqualität. Circadin® ist ein Retardpräparat und imitiert das natürliche Melatoninprofil schlafgesunder jüngerer Menschen, in dem es das Melatonin über 8 Stunden freisetzt. Das ist ein großer Vorteil gegenüber den im Artikel zu Recht kritisierten unsinnigen Mittelchen.

In direkten Vergleichsstudien konnte gezeigt werden, dass Zolpidem einen negativen Einfluss auf Gedächtnis und morgendliche Vigilanz hat, während Circadin® sich diesbezüglich nicht von Plazebo unterscheidet. Ganz im Gegenteil verbesserte Circadin® die morgendliche Wachheit und Tagesfunktionalität (Literatur auf Anfrage beim Verfasser erhältlich)

Die Verkürzung der Einschlafzeit ist in direkten Vergleichsstudien genauso gut, wie bei der Einnahme von Zolpidem.

Circadin zeichnet sich auch durch gute Verträglichkeit und große therapeutische Breite aus. Bei der Auswertung der Zulassungsstudien wurden die Daten von mehr als 1900 Patienten erfasst, die mit Circadin behandelt wurden. Die Nebenwirkungsrate pro 100 Patientenwochen war unter Circadin mit 3.013 deutlich niedriger als unter Plazebo mit 5.743 (EPAR, Assessment Report for Circadin. Procedure No. EMEA/H/C/695. 2007.).

Es ist schade, dass der Autor beim Thema „Melatonin“ nicht differenziert hat. Lag dem Autor Herrn Bastigkeit eventuell nur „Informations-Mumpitz“ auf dem Schreibtisch vor?

Roland Fischer

#36 |
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Ärztin

Hallo#27#30
Hatte gerade viel Arbeit und mich deshalb nicht an den Computer gesetzt.
Erfahrung: mit 10mg Diazepam sehr schnell müde und eingeschlafen.(Im Bett gelesen, etwa 1,5 Seiten) Dann nach Weckerklingeln, je nachdem wann ich mich zur Arbeit bereit machen mußte, aufgestanden. Allerdings knapp 1l Kaffee.
Dann wach zum Autofahren und zum Arbeiten und Konzentrieren.
Ich habe das Diazepam aber nicht regelmäßig genommen, sondern nur an den Tagen, wenn ich arbeiten mußte und dafür zu einer bestimmten Zeit aufstehen und auch dann nicht immer. Dazwischen viele Tage gar nicht. Nie Dosissteigerung.
Den Sekundenschlaf hatte ich nie morgens, sondern wenn, dann gelegentlich bei der Heimfahrt.
Alle anderen Z und sonstigen Substanzen konnte ich nie so steuern, d. h. ich bin viel schlechter eingeschlafen und war auch schwieriger wieder wach.
Den beschriebenen hangover hatte ich bei allen Antidepressiva, auf die mich diverse Ärzte umstellen wollten. D. h. Schlafen kaum, dafür aber das Gefühl, am nächsten Tag “neben mir zu stehen” nicht denkfähig, arbeitsfähig und “wach ” zu sein. Konnte mich auch nicht aufs Lesen konzentrieren.
Lebensqualität bedeutet für mich nicht Fernsehen, sondern Bücher lesen. Wenn ich dazu nicht mehr fähig bin, z.B. dement oder so schmerzkrank, daß ich Opioide brauche, dann habe ich keine mehr.
Nach 3 Versuchen mit Tramadol habe ich es aus diesem Grund nicht mehr genommen (abgesehen von der Übelkeit) und werde trotz Schmerzen wegen meiner Muskelerkrankung auch deshalb keine anderen Opioide nehmen, außer im finalen Stadium.
Ich habe niemals illegale Drogen ausprobiert. Depressiv fühle ich mich nicht,
allerdings antriebsloser im Winter, weshalb ich mir schon vor Jahren eine medizinische Tageslichtlampe mit hoher LUXzahl gekauft habe.
Glücklicherweise habe ich keine Erfahrung mit Panikattacken und habe das Diazepam nur genommen zum Schlafen, auch nicht zur Muskelrelaxion.
Für meine angeborene sehr seltene Muskeldystrophie, die erst vor 4 Jahren per Gentest genau diagnostiziert wurde, wäre dies kontraindiziert.
In meinem Leben habe ich immer gekämpft und soviel gearbeitet, wie möglich.
Es mag sein, daß ich noch tagelang einen gewissen Wirkspiegel des Diazepams im Blut hatte und es deshalb nur selten benötigte. Auch eventuell der Grund des Sekundenschlafs an manchen Tagen bei der Heimfahrt, auch wenn ich tagelang vorher nichts eingenommen hatte.
Was ich in meinem ersten Beitrag geschrieben habe, war, daß ich meine Beschwerden aushalten werde, so wie ich schon seit Jahrzehnten Muskelschmerzen habe und trotzdem früher Bergsteigen, Klettern, Skitourengehen, Skifahren, Wandern, Radfahren, Segeln und viele Sportarten unternommen habe und meine schönsten Erlebnisse hatte, einfach, weil ich es wollte, auch wenn ich danach 2 Tage im Bett liegen mußte und mich nicht bewegen konnte, wegen der Schmerzen und dies war vor der Einnahme von Diazepam.
Ich habe aber geschrieben, daß ich um die Abhängigkeit weiß und nie mehr ein Schlafmittel nehmen WILL und auch sämtliche Schmerzmittel tagelang gar nicht nehme bis höchstens 1x bis 2x mal am Tag, wenn es absolut nicht mehr anders geht, weil alle diese NSAR auch sehr starke Nebenwirkungen haben und auf lange Dauer Schaden anrichten.
Wie viele andere Patienten auch, muß man eben mit diesen angeborenen Erkrankungen leben, bei mir mit Neuromuskulärer Dystrophie und Schmerzen gehören seit Jahrzehnten dazu. Ich kann das ertragen, wenn ich nur etwas WILL, wozu auch ein 10 tägiger Urlaub in St.Petersburg ganz alleine gehörte, bei dem ich den ganzen Tag in der Stadt herumgelaufen und in allen Museen und Kathedralen gestanden bin. Als ich zurückkam, konnte ich 2 Tage nicht mehr Gehen.
Dieses und viele andere ähnliche Erlebnisse sind das wichtigste und schönste, was ich erfahren durfte.
Ich will so wenig Medikamente nehmen, wie es gerade noch erträglich ist, weshalb ich in den letzten Monaten alle diese Medikamente abgesetzt habe, bis auf ein Minimum.
Damit geht es mir besser, weil das intensive Erleben von Bewegung, Natur etc. eher stärker geworden ist.
Ich finde es selber erstaunlich, wieviel der Körper leisten und ertragen kann, wenn er seine Freude jedenfalls aus gewissen Quellen schöpfen kann, womit ich bei mir Literatur, Kunst, Kultur, Meditation, Natur, Interesse an allem und Bewegung meine.
Medikamente sind schlechte Krücken. Es sei denn, man ist so schwer krank, daß man sie unbedingt benötigt. Palliativ wäre ich wohl auch mit Opioiden einverstanden, obwohl ich mir da noch nicht sicher bin, ob ich nicht lieber bei vollem Bewußtsein sterben möchte, als “zugedröhnt” dahin zu dämmern.
Sorry an alle, die meinen Thema verfehlt. Wen interessieren denn meine Erfahrungen und Meinung. Ist ja nicht wissenschaftlich!
Wünsche jedenfalls allen ein interessantes, erfolgreiches Jahr 2018 und auch Gesundheit, Freude, Zufriedenheit, Erlebnisfähigkeit und Achtsamkeit
Helga

#35 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Lieber Jürgen Schwertner,
vielen Dank für den Hinweis.
Wir haben den Text entsprechend angepasst. Wir wünschen weiterhin viel Spaß beim Lesen unserer Artikel.
Ihr DocCheck News Team

#34 |
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Heiko Barz
Heiko Barz

Ich möchte Ihren medizinischen Exkurs nicht stören, aber nach der Deutschen Rechtschreibung heißt es immer noch “ZU” Silvester und nicht “AN” Silvester.
-Zu- ist eine Zeitbestimmung und -An- eine Ortsbestimmung. Silvester ist aber kein Ort!!

#33 |
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Gast
Gast

Wieso werden hier nicht die gravierenden Nebenwirkungen von Melatonin besprochen. Circadin ist im übrigen zugelassen für die Behandlung der primären Schlafstörung, d.h. die Ursache ist nicht klar, zumindest soweit ich weiß.

#32 |
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Juergen Schwertner
Juergen Schwertner

Der Hypothalamus ist Bestandteil des Zwischenhirns und nicht des Mittelhirns!

Jürgen Schwertner

#31 |
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Gast
Gast

#18 (Frau Reichenow) : Könnten sie bitte die Fragen von #27 beantworten?

#30 |
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Ivory
Ivory

Habe gerade das Pro für Melantonin gelesen. Auch das habe ich ausprobiert, es haben mir Freunde aus Polen mitgebracht. Bei mir hat es leider nicht geholfen.

#29 |
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Ivory
Ivory

Lange Zeit probierte ich alles mögliche, was mir Schlaf versprach aus. Die berühmte Milch mit Honig (die ich “runter würgen ” musste) Tees, Tropfen, versch. Aromen auf dem Kuschelkissen, spezielle Musik über Kopfhörer, entfernen aller Stromquellen aus dem Schlafbereich, schlaffördernde Farben, totale Dunkelheit (das löste bei mir aber ungute Gefühle aus, ich konnte mich nicht mehr orientieren) Schlafentzug.
Da ich arbeiten musste und Konzentration und “Nerven” für mich sehr wichtig waren, verschrieb mir mein Arzt versch. Schlafmittel. Er warnte mich immer wieder vor Abhängikeit, Leberschäden etc. Diazepam half mir zumindest für durchgehende 4 Std. Schlaf.
Als Rentner setzte ich die Schlafmittel ab, dachte, ich könnte dann schlafen wenn ich müde bin. Ich bin pernament müde, aber schlafen kann ich nicht. Das Aufstehen fällt mir sehr schwer, dann gibt es kurze Zeiten, wo ich richtig wach bin, aber ich bin nicht leistungsfähig und meine Konzentration ist bald bei Null.
Jetzt habe ich mein Radio wieder ins Schlafzimmer geholt, lege eine Musik Kassette oder ein Hörspiel ein und schlafe sehr schnell ein. (höre immer nur ein Stückchen vom Anfang und schlafe dann ein) Gut, ich kann nicht durchschlafen, aber es sind 4-5 Stunden mit Unterbrechungen, die ich nicht mehr ganz so quälend empfinde.

#28 |
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Gast
Gast

Sehr geherte Frau Kollegin Reichenow,

Ihre Selbsterfahrung mit dem Diazepam ist für mich überraschend. Dass es gut zum Ein- und Durchschafen wirkt, ist bekannt und nicht nur deswegen das wohl meistgenutzte Benzodiazepin auf der Welt. Das Problem, es macht abhängig und die Wirkung lässt mit der Zeit auch etwas nach (schnellerer Abbau, cerebrale Anpassung). ABER es hat auch eine sehr lange HWZ, wirkt also weit in den nächsten Tag u.a. entspannend. Ja, und könnte dann auch zu den gefährlichen Sekundenschlaf bei Ihnen beigetragen haben. Oder trat der nicht bei Diazepam-Einnahme auf? Hangover hatten Sie offensichtlich nicht mit Diazepam erlebt?

#27 |
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Nichtmedizinische Berufe

Wird mir keiner glauben, gebe es explizit als Einzelerfahrung weiter: Mir hat eine Zeitschaltuhr geholfen, die auf einen Schlag im ganzen Schlafzimmer den Strom wegnimmt ( es gibt nur eine Steckdose). Seitdem schlafe ich wieder durch.

#26 |
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Dr. med. Martin Friedrich
Dr. med. Martin Friedrich

morgendliche Lichttherapien (5700K, 10.00 Lux, 15 min) gleich nach dem Wachwerden, noch im Bett, sollen helfen munterer und besser synchronisiert den Tag zu schaffen …

#25 |
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Dr. med. Martin Friedrich
Dr. med. Martin Friedrich

Weiß jemand etwas über eine zureichende Lichtmenge am Tag. Ich habe einmal gelesen, dass man mindestens 10.000 Lux über etwa 20 min (Tageslichtqualität) über die Retina konsumieren muss, dies induziert über verschiedene Wege via Zirbeldrüse die Synthese von Vorstufen von Melatonin, was man dann braucht, um einschlafen bzw. durchschlafen zu können. Sind diese Lichtdosen tagsüber nicht konsumiert, wird es auch mit dem Schlafen schwierig … Dass die Skandinaviere “Lichträume” anbieten, die dann auch antidepressive Effekte zeigen, passt zu dem o.g. Aufsatz. Auch das Thema Depressionen in der dunklen Jahreszeit und “Frühjahrsmüdigkeit” erklärt sich si auch etwas besser. Vielleicht helfen ja doch Lichttherapien, die den natürlichen Schlafrhythmus fördern? Weiß jemand, ob es in Äquatornähe weniger Schlafstörungen gibt (weil tags heller und nachts dunkler)?

#24 |
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Ärztin

#18 leider irren Sie sich Herr Dr. Klaschik.
Seit etwa 25 Jahren muß ich mit dem Auto zum Termin fahren, dann bei der Arbeit komplett denkfähig sein, um ja keinen Fehler zu machen, und dann noch spät abends etwa so 2 Stunden wieder heimfahren. Dann hatte ich zusätzlich auch noch Vormittagstermine zu denen ich so vor 8 weggefahren bin.
Wer kann gleich schlafen, wenn er beim Autofahren sehr aufmerksam sein muß?
Sekundenschlaf hatte ich mehrmals, glücklicherweise nie einen Autounfall.
Ich habe sämtliche Schlaftabletten der verschiedensten Wirkstoffgruppen über die Jahre versucht.
Unbrauchbar für mich waren die, mit denen ich nicht einschlafen konnte, wozu auch das Melatonin gehörte, das ich beim Urlaub in den U.S.A. gekauft hatte.
Vollkommen inakzeptabel war alles, was am nächsten Tag so einen hangover ergab, daß ich nicht aufmerksam und denkfähig war.
Das einzige, das ich einigermassen steuern konnte, war Diazepam. In etwa konnte ich damit so 4 Stunden schlafen, und wenn ich aufstehen mußte und 1 l Kaffee in mich hineingeschüttet hatte, war ich wach und aufmerksam.
Um diese Abhängigkeit los zu werden, habe ich seit Monaten nichts genommen, wenn ich die nächsten Tage nicht arbeiten mußte und dann eben gar nicht geschlafen und auch sonst nur noch an wenigen Tagen, an denen ich unbedingt wenigstens 4 Stunden Schlaf brauchte um am nächsten Morgen wieder komplett wach zu sein.
Es geht schon ganz gut, und ich hoffe, daß ich bald komplett ohne Medikamente auskommen kann! Auch ohne starke Schmerzmittel, die ich leider auch brauche, und die ich genauso gerade sehr langsam und vorsichtig reduziere.
Ich kenne alle Wirkungen und sämtliche massiven Nebenwirkungen, weshalb ich beschlossen habe, alles zu ertragen und mich auf ein Medikamentenminimum zu beschränken und meinen Körper alles alleine selber regulieren zu lassen.
Ansonsten würde mich interessieren, was Sie Ihren Patienten mit “wirklichen” Schlafstörungen empfehlen und auch denen mit chronischen Schmerzen z.B. wegen eines angeborenen äußerst seltenen Gendefektes.
Mir wünsche ich ein erträgliches neues Jahr mit so wenigen Medikamenten, wie möglich und Ihnen wünsche ich, daß Sie gesund bleiben und so etwas niemals mitmachen müssen!
Helga

#23 |
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Selbstständiger Mediziner
Selbstständiger Mediziner

Ein wirklich schlechter, einseitiger Artikel. Ich kann jedem nur empfehlen, Melatonin dennoch einmal auszuprobieren. Sowohl bei mir als auch bei manchen Bekannten hilft es mit 1mg ganz hervorragend.

#22 |
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Dr. Sven Klaschik
Dr. Sven Klaschik

#18: Das kann auch nur jemand schreiben, der selber keine wirklichen Schlafstörungen hat….

#21 |
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Gast
Gast

Was aber hilft,wenn der Schlaf durch jahrzehntelangen Schichtdienst gestört ist?

#20 |
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ich habe melatonin 3mg anlässlich einer USA reise bei jetleg als hochwirksam
und(für mich) nebenwirkungsfrei kennengelernt.
in meiner praxis hatte ich mehrere migränepatientinnen,die mir glaubhaft versichtérten,unter melatonin 3mg nahezu anfallsfrei zu sein.
die therapeutisch sicherheit von melatonin lernteich bei einer 90jährigen patientin kennrn,die wegen schlafstörungen erfolgreich von oxazepam
auf melatonin umgestellt war : anlässlich zunehmender pflegebedüürftigkeit
nahm sie aus suizidaler absicht ca 100tbl. melatonin 3mg.nach ca 24 std erwachte sie gut ausgeschlafen ohne erkennbare folgeschäden!

#19 |
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Ärztin

Alte Hausmittel helfen, nur nicht in dem Sinn, in dem sie gedacht sind, wenn man ein intelligentes Kind hat. Seitdem ich einmal heiße Milch mit Honig trinken mußte, war ich nie wieder krank, nur um dieses ekelhafte Zeugs nicht nochmals nehmen zu müssen.
Zum Schlafen hat es allerdings nicht geholfen, da ich mich länger anderswo befand, um die Milch wieder aus meinem Körper hinauszubefördern. (Laktoseintoleranz)
Bei Schlafproblemen empfehle ich: Keine Zeitung, kaum Radio, keinen Fernseher (habe ich seit Jahren nicht). Eben einige Nächte wenig oder gar nicht schlafen und normal arbeiten. Nach einiger Zeit holt sich der Körper selber sein Recht, wird müde und dann schläft man, ohne irgendwelche Medikamente.
Der Körper reguliert das ganz von sich aus und viele Menschen werden erstaunt sein, wie gut man arbeiten und fit bleiben kann, mit wie wenig Schlaf. Vor allen Dingen jenen Zwang nicht zulassen, daß man unbedingt eine bestimmte Anzahl von Stunden schlafen muß.
Funktioniert sehr gut ohne teure Medikamente, Therapien und Nahrungsergänzungsmittel usw.
In diesem Sinne wünsche ich allen: wenig aber dann wunderbar erholsamen Schlaf. Er stellt sich von selbst ein. Der Körper ist viel weiser als der Kopf. Er befriedigt seine Bedürfnisse, wie er sie braucht, ohne sonstige Hilfsmittel!
Helga

#18 |
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Die Neurotransmittertherapie ist sehr individuell. Ich messe die organischen Säuren. Die meisten meiner Patienten schlafen besser durch mit Melatonin in retardierter Form bzw ein mit unretardiertem Melatonin, dann besser als Lozenge in kleiner Dosis (0,2-1mg). Grundlage sind stets Stressreduktion, Ernährungsanpassung (abends wenig Darm-Belastendes) und Bewegung (aber kein abendliches “Auspowern”, das ist Unsinn). Die Langzeit-HRV kann die Schlafqualität schön darstellen. Magnesium oral, Theanin, Passionsblume, GABA, Progesteron (bei Mangel) und 5-HTP (selten setze ich Truptophan ein wg IDO-Fehlregulation) oder Ashwaganda können helfen. Selten auch Trimipramin, nie Benzos/Z-Substanzen. Buchtipp: Melatonin von Fauteck und das Manual von Müller.

#17 |
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Reinhild Ehnert, Masseurin med. BM
Reinhild Ehnert, Masseurin med. BM

DANKE FÜR DEN BEITRAG VON KARL – HEINZ LICHT !!! Ich meine damit wird den betroffenen Menschen ein LICHT aufgehen.. Dankeschön.

#16 |
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Gast
Gast

Komisch ist doch: kein Wort über die meist (miss)-gebrauchten Pillen, z-Serie etc.

#15 |
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Medizinjournalist

Jesus hilf. Ein Satz gefällt mir: wenn es dunkel wird…..

Darüber hinaus, muss der Körper angemessen belastet worden sein. Der Körper, nicht der Kopf. Wenn eine angemessene körperliche Leistung erbracht wurde, macht das Fernsehprogramm den Rest, und man kann schlafen. Die Unausgeglichenheiten kommen sehr wohl vielfach, aus dem Missverhältnis zwischen unserer geistigen / emotionalen Belastung und der viel zu geringen körperlichen Anstrengung. Das Missverhältnis zwischen, den ganzen Tag sitzen, dann lange liegen und auf der anderen Seite das Elend der ganzen weiten Welt angereichert mit Reisen im Urwald, und den längsten Flüssen, wandern in der Arktis, klettern am Mount Everest und Hungersnot, Erfindungen, Astronomische Nachrichten, Wetter, alle krassen Unfälle und Katastrophen der Welt, Obdachlosenelend, Kinderleid – einfach alles. Auch was zum Hundertsten Mal präsentiert wird, aktiviert unser gesamtes emotionales System und sortiert das in die Erinnerungswelt mit Aufregung. Leid und Not und Elend komprimiert in einem fort. Eine Belastung in einem Maße, die ein normal lebender Mensch in seinem ganzen Leben nicht erfahren hat, serviert man uns in vier Stunden fernsehen. Das ist das Schlaf raubende Missverhältnis. Unweigerlich werden wir fernsehtechnisch begeistert, geärgert von Mitleid gepackt, vor Zorn rot wegen politischem Lügensermon und albernem Schwachsinn und Shows, die einem den Schlaf rauben ob der Unsinnigkeit all der irren Probanden. Man entgeht dem nicht. Eine Milliarde Tonne Hirnmüll am Tag und keine einzige Treppe hochgelaufen. Das ist das Schlafproblem: Ein drastisch unausgewogener Lebensstil. Wir gieren nach Aufregungen, sind an Aufregungen gewöhnt und haben unser metabolisches System vergessen. Der Körper ist eigentlich der, der den Alltag leisten muss. Bei uns „modernen“ Menschen gibt es alles Sensorische im Überfluss, ohne jeden Zusammenhang mit der körperlichen Belastung. Krieg im Kopf und der Körper sitzt nur dumm da. Na wenn das kein Grund für Schafprobleme ist. Mit Medikamenten wird das Missverhältnis freilich nochmal größer. Jetzt kriegt der unbenutzte Körper auch noch Dämmmaterial in Chemieform eingetrichtert und schreit verzweifelt nach Sport und Leistung und selbst erlebtem Gerenne und wilden Kämpfen und nicht nach dem Bildschirmsport. Den hochgeheizten Zustand wird er doch nur los, wenn er das Adrenalin aus sich herausrennt. Also bei den meisten Konsumenschen niemals.

#14 |
  4
Gast
Gast

Aus dem Artikel ist leider nur raus zu lesen, was angeblich nicht hilft.

“Licht aus, Fernseher raus und warme Füße.” scheint wohl das Patentrezept gegen Schlafstörungen zu sein…. Dies verhöhnt Personen mit wirklichen Schlafstörungen.

Dieser Satz klingt ein eher nach einem Scharlatan und weniger nach fundierter Journalistik.

#13 |
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Friedbert
Friedbert

Dieser Artikel ist viel Soße und wenig Fleisch. Hier wird angekündigt, dass Produkte bewertet werden anhand von Studien – was eigentlich passiert ist ein Aneinanderreihen mittelmäßig recherchierten Online Common Knowledges.

Ich bin mit 1mg Melatonin vor dem zu Bett gehen extrem zufrieden. Nicht umsonst sind auf dem Zeug EU Healthclaims für die Verkürzung der Einschlafzeit! Wunderbar in Deitschland erhältlich als NEM!

#12 |
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Ooch, schon wieder ein Placebo kaputt.
Aber Ihr habt Ja recht, es gibt billigere.

#11 |
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Gast
Gast

Nehme seit 18 Jahren 3mg Melatonin ohne Rezept und schlafe seither prächtig ein.
Wenn ich an die verordneten Versuche mit Chemie zuvor denke, bin ich froh mich selbst zu therapieren.

Man kann die Kollegen über dem großen Teich nur beneiden für die unrestriktive Freigabe von Melatonin und Co, die man der Bevölkerung in D vorenthält, bzw nur über Rezept zugute kommen lässt, wenn ich den Artikel richtig interpretiere.

Ich hatte zumindest noch kein Problem es in D zu bestellen und mit DHL liefern zu lassen.

#10 |
  7
Gast
Gast

NEM mit Melatonin? Ist der Stoff nicht generell verschreibungspflichtig?

#9 |
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Gast
Gast

Es ist einfach unfassbar. Über was man sich hier Gedanken macht. Ja, da ist wieder einer auf den Trichter gekommen, dass Melatonin in Deutschland nicht frei erwerblich ist. Vielleicht kann man da richtig Kasse machen…..
MELATONIN ist in sehr vielen Ländern frei verkäuflich und wird seit Jahrzehnten von Flugreisenden mit sehr gutem Erfolg genommen. Die Dosis ist meist individuell zw. 1 und 5 gr. Und es wirkt aus eigener Erfahrung zum Einschlafen absolut zuverlässig. Der wahre Grund, warum es in D nicht freigegeben wird, wird sicher in irgendeinem Hinterzimmer ausgebrütet. Irgendjemand hat sicher einen Vorteil davon. Wer’s haben will, bestellt es halt im Internet..
Aber abgesehen davon. Der Kommentar #1 hat 100%ig recht. Ich denke, wem die Verwendung / Freigabe von Melatonin Sorgen macht, hat vielleicht noch ganz andere Sorgen…

#8 |
  8
Gast
Gast

Agomelatin als Medikament hat durchaus in bestimmten Bereichen seine Berechtigung. Einseitiger Artikel und immer schön Pharma-Bashing betreiben, nicht wahr? Wiesi kriegt es die Gegenseite eigentlich nicht mal? Wer Patienten bei für bestimmte Indikationen wirksame Medikamente verweigert, weil angeblich die Kosten für das System zu hoch wären, der handelt nicht minder unmoralisch als die angeblich weltumspannenden Pharmakartelle.

#7 |
  9
Gast
Gast

Guter Sex hilft meistens

#6 |
  7
Dr. Götz Huttel
Dr. Götz Huttel

Ich finde den Artikel gut. Er hilft, Entscheidungen gegen unsinnige Ausgaben zu fällen. Natürlich gebe ich auch Dr. Strangelove Recht, der an die gesunde Schlafhygiene erinnert. Außerdem lässt sich auch was mit Autogenem Training erreichen, mit dem rechtzeitigen Abschlaten aller möglichen Geräte. Aber all das erfordert, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzen muss. Mund auf, Pille rein, kommt unserem konsumorientierten Geist viel mehr entgegen.

#5 |
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Student der Humanmedizin

Unsachlicher Artikel, einseitig recherchierter Artikel ohne Belege. Hier werden Zahlen genannt, die weder nachvollziehbar noch belegt sind.

Es mag keiner bestreiten, dass ein Produkt mit viel zu niedrig dosierten Inhaltsstoffen und vollkommen überzogenem Preis keinen Nutzen erzielt, jedoch ist die Darstellung von Melatonin weder sachlich, noch objektiv beschrieben. Ferner ist Melatonin weniger als reines Schlafmittel anzusehen, sondern vielmehr die Wirksamkeit gegen oxidativen Stress.

Melatonin vermindert oxidativen Stress und kardio-metabolische Risiken bei Typ-2-Diabetikern.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29275919

Melatonin 4 mg als prophylaktische Therapie bei primären Kopfschmerzen
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27027892

Fehler in Zahlen und Fakten.

Beispielweise benötigt der Körper etwa 5 mg Tryptophan je Kg Körpergewicht pro Tag, um seinen Verbrauch zu ersetzen. Bei 70 Kg Körpergewicht ist das also eine gesamte Tagesmenge von etwa 350 mg Tryptophan. Nur ein Beispiel, welches im krassen Gegensatz zu hier genannten Zahlen von 1000-2000 mg steht.

Das Schlafbedürfnis ist sehr individuell, jedoch ist ausreichender Schlaf von essentieller Bedeutung. Mehrere aktuelle Studien belegen, dass eine unzureichende Schlafdauer (

#4 |
  18

Ich setze erfolgreich die Kombination von GABA und Melatonin ein. Sind es doch körpereigene und preiswerte Stoffe. Es wäre für Schlaflose einen Versuch wert.

#3 |
  4
Gast
Gast

Dieser Artikel ist ja schön lang und scheint informativ zu sein. ABER: Was hilft denn nun gegen Schlafstörungen? Quintessenz für mich: Lange gelesen, viel nachgedacht, überhaupt nicht profitiert. Schade!

#2 |
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Dr. Strangelove
Dr. Strangelove

Seit 2010 ist auch der abendliche Gebrauch von Smartphones, sogar im Schlafgemach, kurz vor dem (Nicht)Einschlafen um weiß-ich-wie-viel-Prozent angestiegen. Der blaue Lichtanteil der Leuchtdisplays (LEDs) ist praktisch helles Tageslicht und verschiebt den Anstieg des körpereigenen Melatonins.

Wenn Blaulicht den Schlaf raubt: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/schlafstoerungen/article/809562/wenn-blaulicht-schlaf-raubt.html

Google: Blaulichtfiler / blue light filter etc.

Diese Filter gibt es sowohl für Smartphones, als auch für Betriebssysteme von Desktop-PCs, Laptops usw.
Bei einigen Geräten gibt es die Funktion der Blaulichtreduktion oder -deaktivierung schon im Lieferzustand und diese kann z.B. zu bestimmten Tageszeiten automatisch aktiviert werden, wenn das vom Benutzer so eingestellt wird (z.B. von 18 bis 6 Uhr etc.).

Was mich vor allem Anderen schlecht schlafen lässt, ist aber diese Meldung vom Heiligabend: http://www.spiegel.de/politik/ausland/us-general-stimmt-soldaten-auf-grossen-krieg-ein-a-1184888.html (“Nach Worten des US-amerikanischen Generals Robert Neller sollen sich die Streitkräfte des Marinekorps der Vereinigten Staaten auf einen “verdammt großen Kampf” (“bigass fight”) vorbereiten. “Ich hoffe, dass ich falsch liege. Aber es wird Krieg geben. Vergesst nicht, warum ihr hier seid”, sagte der oberste General der Marinestreitkräfte in Norwegen vor 300 Soldaten bei einem Truppenbesuch.”)

Und dazu auch das Schweigen der ̶L̶̶ä̶̶m̶̶m̶̶e̶̶r̶ Ärzte.

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