Pneumonie: Unterschätzt und übersehen

15. Januar 2018

Lungenentzündungen werden vom Arzt häufig übersehen. Dabei profitieren Patienten selbst bei leichten Formen von einer Antibiotika-Einnahme. Um Pneumonien schnell von anderen Infektionen unterscheiden zu können, sollte man im Praxisalltag auf bestimmte Punkte achten.

Weltweit auf Platz eins der Todesursachen durch Infektionen stehen sogenannte CAP (Community aquired Pneumonia), also ambulant erworbene Pneumonien. Das Spektrum reicht von hausärztlich gut therapierbaren Krankheiten bis zu medizinischen Notfällen mit hoher Letalität. Wichtig ist, schwere Verlaufsformen rasch zu erkennen. Doch so mancher Fall bleibt womöglich unentdeckt.

Viele Patienten sind ahnungslos

Zu dem Ergebnis kommt Privatdozent Dr. Lutz P. Breitling vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Er hat zusammen mit Kollegen über zehn Jahre hinweg Daten der ESTHER-Studie analysiert. Im Zeitraum von 2000 bis 2002 wurden 9.949 Probanden im Alter von 50 bis 75 Jahren rekrutiert. Ärzte boten ihnen im Rahmen der Studie routinemäßige Gesundheits-Check-ups an. Breitling konnte davon ausgehen, dass seine Teilnehmer nicht an akuten Beschwerden litten, da sie ansonsten rascher ärztliche Hilfe benötigt hätten. Eine Auskultation war Teil des Programms. Außerdem erfassten Ärzte die Lebensgewohnheiten aller Teilnehmer. Weitere Untersuchungen fanden nach je zwei, fünf, acht und elf Jahren statt.

Pneumonie

Röntgenbild einer Lobärpneumonie im linken Oberlappen © Hellerhoff, Wikipedia

 

Das Ergebnis: In der Kohorte traten insgesamt 435 Pneumonien auf, das entspricht einer Zehn-Jahres-Inzidenz von 4,5 Prozent. Die Verteilung überrascht. 128 Fälle wurden von den Teilnehmern selbst angesprochen (etwa frühere Erkrankungen), 131 vom Studienarzt beim Check-up erkannt (ohne dass der Patient davon wusste) und 176 durch Teilnehmer und Arzt gleichermaßen bestätigt.

Generell zeigt die prospektive Beobachtungsstudie Assoziationen, aber keine Kausalitäten. Als unabhängige Risikofaktoren identifizierte Breitling das Alter, Rauchen und Herzinsuffizienzen. Ein Zusammenhang mit Diabetes mellitus war nicht statistisch signifikant. Mit diesen Ergebnissen könnte es Ärzten besser gelingen, besonders gefährdete Personengruppen zu identifizieren. Bei der Diagnose ist die Sache nicht ganz so einfach.

Diagnose: schwierig

Pneumonie-Patienten leiden häufig an einem allgemeinen Krankheitsgefühl, sie fühlen sich schlapp und haben Fieber. Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Husten, eitriger Auswurf oder Atemnot kommen hinzu. Allerdings haben die Symptome nur wenig Aussagekraft, weil sie auf diverse Erkrankungen zutreffen. Bei der Untersuchung fällt oft eine Dyspnoe mit erhöhter Atemfrequenz auf.

Weitere Hinweise liefern eine Tachykardie beziehungsweise Hypotonie, Auffälligkeiten beim Abklopfen oder Rasselgeräusche beim Abhören. Privatdozent Dr. Arne Schneidewind vom Universitätsklinikum Bonn berichtete bei einem Vortrag, dass der positive Vorhersagewert dieser Symptome jedoch unter 50 Prozent liege. „Entsprechend sollte auch im ambulanten Bereich bei Verdacht auf CAP ein Röntgen-Thorax angestrebt werden“, lautet seine Empfehlung.

Als Möglichkeit, Risiken einfach zu bestimmen, setzen Ärzte auf den CRB-65-Index. Er ist ein Maß für die Schwere von Pneumonien und setzt sich aus vier Kriterien zusammen:

  • Confusion (Desorientiertheit)
  • Respiratory rate (Atemfrequenz) ≥ 30/min
  • Blood pressure (Blutdruck) diastolisch ≤ 60 mmHg oder systolisch < 90 mmHg
  • Alter ≥ 65 Jahre

Daraus ergeben sich wiederum drei Risikogruppen:

  • Bei 0 Punkten im CRB-65 liegt die Gesamtletalität bei einem Prozent. Patienten können ambulant versorgt werden.
  • Die Letalität erhöht sich bei 1 bis 2 Punkten auf bis zu acht Prozent. Patienten sollten zur weiteren Abklärung in die Klinik eingewiesen werden.
  • Ergeben sich 3 bis 4 Punkte, ist eine sofortige stationäre, gegebenenfalls intensivmedizinische Therapie, erforderlich. Patienten haben eine Gesamtletalität von bis zu 31 Prozent.
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CRB-56-Index © SlideShare

 

Leichte Fälle werden leicht übersehen

In der Praxis ist die Einteilung von Pneumonien anhand der CRB-65-Kriterien nicht immer einfach. „Akute unkomplizierte Atemwegsinfektionen gehören zu den häufigsten akuten Erkrankungen in der hausärztlichen Versorgung, und ein großer Teil wird antibiotisch behandelt“, sagt Professor Dr. Michael Moore von der University of Southampton. Eine Cochrane-Review zeigt, dass Patienten mit der Differenzialdiagnose Bronchitis kaum von diesen Arzneimitteln profitieren. Anderseits übersehen Ärzte bis zu zwei Drittel aller Pneumonien bei Patienten mit wenig ausgeprägten Symptomen.

Dass auch diese Gruppe von Pneumonie-Patienten, mit wenig ausgeprägten Symptomen, von Antibiotika profitiert, fand Jolien Teepe vom University Medical Center Utrecht heraus. Sie hat 2.055 Patienten mit akutem Husten in eine randomisierte kontrollierte Studie aufgenommen. Von ihnen wurden 20 ausgeschlossen, da es keine Röntgenbilder von ausreichender Qualität gab. Radiologisch nachweisbare Lungenentzündungen waren in 56 von 1.885 Personen (3 Prozent) vorhanden. Sie wurden randomisiert zwei Gruppen mit Amoxicillin (n = 23) oder Placebo (n = 33) zugeordnet. Unter Verum besserten sich die Beschwerden signifikant rascher als unter der Scheinmedikation. Der Unterschied lag bei 5 versus 8 Tagen. Gerade zu Beginn der Erkrankung waren die Symptome auch weniger schwerwiegend, verglichen mit der Placebo-Gruppe.

„Patienten mit radiologisch nachgewiesener, klinisch nicht auffälliger Lungenentzündung profitieren von einer Antibiotikabehandlung hinsichtlich der Symptomdauer und der Symptomschwere“, fasst Teepe zusammen. „Dies deutet darauf hin, dass es sich lohnt, selbst mildere und weniger eindeutige Fälle in der Primärversorgung zu erkennen.“

Wann sind Antibiotika sinnvoll?

Moore bestreitet nicht, dass Antibiotika bei der klinischen Therapie von Pneumonien ihre Relevanz haben. Er befürchtet jedoch, dass Hausärzte schon bei trügerischen Anzeichen, die eher auf eine akute Bronchitis viralen Ursprungs hindeuten, ihren Rezeptblock zücken. Um Ärzten eine schnelle Entscheidung zu erleichtern, hat der Forscher knapp 29.000 Patientenakten inklusive 720 Röntgenuntersuchungen des Brustraums ausgewertet. In allen Fällen gab es Anhaltspunkte für Infektionen. Bei 115 Patienten bestätigte sich Pneumonie als richtige Diagnose. Zudem lagen umfangreiche Aufzeichnungen zu Vitalparametern vor. Antibiotika sollten demnach bei folgenden Warnsymptomen verordnet werden:

  • Körpertemperaturen über 37,8 Grad Celsius
  • knisternde Geräuschen in der Lunge
  • ein Puls von mehr als 100 pro Minute
  • eine Sauerstoffsättigung des Blutes unter 95 Prozent

Sonal N. Shah interessiert sich für ähnliche Fragestellungen speziell bei Kindern. Sie arbeitet am Boston Children’s Hospital und an der Harvard Medical School Boston. Ihr Team hat 23 prospektive Kohortenstudien mit insgesamt 13.833 Kindern im Alter von einem Monat bis zu 21 Jahren ausgewertet. In allen Fällen gab es neben detaillierten klinischen Befunden ein Röntgenbild des Thorax. Obwohl kein einzelnes Symptom Pneumonien zuverlässig von anderen Atemwegserkrankungen unterscheidet, geben eine Hypoxie und eine erhöhte Atemarbeit mögliche Hinweise. Tachypnoen oder auskultatorische Befunde eignen sich weniger.

Weder Moore noch Shah können mit ihren Kriterien eine Lungenentzündung zweifelsfrei ausschließen. Sie sehen den Mehrwert ihrer Screenings darin, Patienten mit niedrigem oder hohem Risiko rasch zu identifizieren, etwa in der hausärztlichen Praxis.

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Medizin

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31 Kommentare:

Gast nichtmedizinischer Beruf
Gast nichtmedizinischer Beruf

#26
Stimmt doch so einfach gar nicht: Die Schwäche von der Lunge her wird bei einer verdeckten Pneumonie zuerst mal gar nicht erkannt:Was auftritt, ist eine erstmal rein allgemin empfundene totale körperliche Schwäche:Und von da her wird erst zurück zu schließen sein können, dass sie von der Lunge herrühren könnte.Eben das ist das völlig Heimtückische hierbei:Es ist zwar die totale körperliche Schwäche vollauf empfunden worden:Woher diese rührt, woher sie kommt-hier nämlich von der Lunge- das herauszufinden ist das Weitere.

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Gast nichtmedizinischer Beruf
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#29
Entschuldigen Sie bitte , dass ich zu # 26 schrieb: Das war ein Versehen.

#30 |
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Gast nichtmedizinischer Beruf
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#26
Was soll ich hierzu denn zu sagen wissen?Es wird jederzeit nicht leicht zu klären sein, ob die Indikation Pneumonie vorliegt oder nicht.Ich schrieb zwar aus meiner erfahrung:Und eindeutig war zu ersehen, dass bei einer schweren Symptomatik eindeutig eine Diagnose zu erstellen sein konnte:Die Thematik, um die es uns heute hier geht, lautet aber: Diese Diagnose ist nicht einfach so leicht immer ausfindig zu machen.Da werden wir lange auf uns zu warten haben.Nun: Die Symptomatik dürfte leicht klar geworden sein: Auch nur eine Kurzatmigkeit, totale Körperschwäche(also sehr schwer eine Bettlägerigkeit): Genügen often schon für eine Indikation zumindest-wenn denn schon -auch nur im schweren Verdacht.Diese total schwere Lungenschwäche mitinsgesamt dem gesamten Körper ist oft Hinweis genug.

#29 |
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Gast nichtmedizinischer Beruf
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Naja, wie es oben steht:”Likely suitable for home treatment”:Zu Hause eben auskultierbar.Aufpassen wird hierbei jeder müssen.Lasen wir american treatment, wissen wir hiermit schon, wie wir zu verfahren haben werden.Schwache Pneumonien werden auch künftiglich schwer erkannt sein wollen:Die Symptome sollte aber inzwischen jeder kennen gelernt haben:Ohne lange darauf zu warten müssen, bis er ersah, wo er steht.Alles nicht so leicht.

#28 |
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Gast nichtmedizinischer Beruf
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#11
Nun ja, nachdem ich die sehr eindeutig und stark ausgeprägte Symptomatik einer Pneumonie + Begleitpleuritis mit Pleuraergüssen schilderte, so komme ich auf das hier eigentlich angeschlagene Thema einer völlig asymptomatischen Pneumonie zurück:Diese Pneumonie, die lebensgefährlich ebenso ist oder sein kann, die aber allzuleicht übersehen werden kann:Da ich aus einem nichtmedizinischen Berufe komme, werde ich mich raushalten.Dennoch werden alle nunmehr zu wissen haben, dass diese versteckten, nicht sofort eindeutig offenbaren Pneumonien zu vbeobachtern sein werden: Verlaufen doch Pneumonien immer schon zwieästig: Mit hohem Fieber oder nur schwachem (max. 38,7 °) etc.So eine Pneumonie kann bei aller heimtückischen Verhaltenheit dennoch stark lebensgefährlich werden.Dies denke ich mir aber als einer, der aus einem nichtmedizinischen Berufe kommt, aber gerne ein strenger Beobachter immer schon sein wollte.Ich bitte Sie darum, mir mein Interesse nicht zu verübeln,nur weil ich ein sog. Laie heiße.Also ich hatte da so eine Erfahrung, bei der ich nicht genau urteilen konnte, ob ich eine schwächere Form der Pneumonie hatte: Dass dieser Artikel klar erwies , dass wir damit zu tun bekommen können, danke ich für den aufschlußreichen Text.

#27 |
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SCHLUßFOLERUNG für mich als Hausarzt: Häufiger an den Rö Thorax denken, oder nur bei denjenigen, die ich nicht einweise oder antibiotisch behandele?
Und soll ich jetzt alle über 65 jährige mit Pneumonie einweisen?

#26 |
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Gast
Gast

Wie ist denn die Evidenz bei der Bronchophonie?

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Gast
Gast

Es wird sehr oft gespart, vernünftige Diagnostik zu machen. Wie würde der CRB-65 bei einer alten Patientin>65 mit hwi und Bakteriämie aussehen? Solche Patienten sind auch wegen der Bakteiämie kurzatmig und erfüllen alle CRB-65 Kriterien.

#24 |
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Gast nichtmedizinischer Beruf
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Ich wollte doch mal darauf hingewiesen haben, dass wir uns hier auf einer journalistischen Seite befinden.Es scheint nämlich, dass so Mancher das noch nicht erkannt haben dürfte.

#23 |
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Gast nichtmedizinischer Beruf
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#10
“Aus meiner Erfahrung ist die Auskultation bei Erwachsenen sehr unzuverlässig. Ich höre meißtens die Pneumonien nicht !!!”
Ich aber verließ mich stark auf Auskultionen meines Arztes.Ich schreibe aus der Perspektive eines Patienten, um darauf hinzuweisen, dass jeder Arzt selbst Patient wird werden können.Seltsam, dass die Lungengeräusche oft nur in der Nacht sehr deutlich auftreten, tagsüber aber wie weggefegt sind-unhörar weil verschwunden.
Ich kaufte mir also ein Stetoskop, so ein kleines, das für Schwestern, die ich eine jede von Ihnen immer schon zuhöchst höher als mich selbst mir erliebte:Und nun: Da dachte ich, mein Stetoskop läßt gar nicht alles hören und sei nicht so gut, wie das der Ärzte:Ein Rasseln hörte ich eh noch nie. Nachts pfiff es laut in der Lunge: Tags war alles verschwunden.Ich als Nichtmediziner fing an, mich zu fragen, was meine geehrten Ärzte da je zu hören bekamen:Ich glaube, dass eine Pneumonie zu erhören ist:Denn ich selbst erhörte mir auch nicht so schwere, wie durch Pneumonie verursachte Lungenstörgeräusche, selbst nur so bei Nacht: Da pfiff es einfach schlimm.Also, des tags waren die völlig verschwunden.Und dass ich seitdem auf eine versteckte Pneumonie audfpassen werde, verdanke ich diesem Artikel.

#22 |
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Ergänzung:
Ich hatte, wie vielleicht Viele von Ihnen, einen Hochschullehrer, der immer wieder sagte: “Was auch immer Sie tun, Sie brauchen ein Konzept”. Zu diesem Konzept gehört es beispielsweise nicht, jedem hüstelnden jungen Erwachsenen Antibiotika einzutrichtern, bis die Schwarte kracht. Damit ist jetzt niemand persönlich gemeint. Aber es ist leider der überwiegende Usus. Und an die Adresse meiner radiologischen Zunft gerichtet: Wenn man mit dem Auto in die Werkstatt fährt, möchte man wissen, darf ich mit der Kiste weiterfahren oder nicht? Eine Antwort wie: “die Veränderungen da und da sind wie hinweisend auf blablabla, wobei berücksichtigt werden sollte, blablabla…, sodaß u.U. blablabla…” Damit kann keiner was anfangen, auch kein überweisender Arzt.
Er will von uns wissen: hat der Patient was oder nicht. Das mal auf unsere Fahnen geschrieben! Schließlich heißt es Radiologie und nicht Radiolalie!

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@ #10
Sehr geehrter Herr Schwarz,
das konventionelle Röntgenbild bei V.a. Pneumonie ist entgegen Ihrer Meinung sehr sensitiv und zwar bei jeder Art von Pneumonie. Eine CT ist primär in den allermeisten Fällen nicht erforderlich und sollte auch in der Primärdiagnostik unterbleiben. Insbesondere bei einer (Teil-) Atelektase) oder auffälligem Hilus oder Mediastinum sollte allerdings z.A. einer poststenotischen Pneumonie nach Abschluß der Therapie ein Kontroll-Röntgen durchgeführt werden. Bei der konv. Radiologie bedarf es allerdings dreier verlässlicher Partner: den Patienten (Anamnese, evtl. Hand auf die Stirn legen – wohlgemerkt auch vom Radiologen), Hausarzt, der nicht nur auf die Überweisung schreibt “A. Pneumonie” und einen Radiologen, der den A. in der Hose hat, nicht aus jeder krummen interstitiellen Zeichnung ein “könnte u.U. hinweisen auf…” macht.

#20 |
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Gast
Gast

#14
Entschuldigen Sie, ich bin orthographisch eigentlich fit:Ich will mich darum
nicht als dement erkannt haben, nur weil ich dies “Dass” flasch schrieb: Es ist freilich ein einfaches “Das”

#19 |
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Gast
Gast

#14
Weiß nicht , ob Sie das alles zu mir diesbezüglich schrieben: Dann aber sage ich, dass Sie Sich nicht weiter zu sorgen haben: Dass wurde, also alles , was Sie nahelegten, wurde alles durchgeführt.Nur keine Sorgen zuviel hier.Bin gut versorgt.

#18 |
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Gast
Gast

Vielen Dank für diesen aufschlußreichen Beitrag zu zwar schwachen, aber dennoch potentiell gefährlichen, unentdeckten Pneumonien!
von #11 , nicht zu 11, aber von #11,mit Vermerk!)

#17 |
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Gast
Gast

#11
Übrigens, wenn Sie es mir vornehmst erlauben möchten, dies nicht nur parenthetisch, sondern durchaus substanziell hinzuzufügen:
1.-:Eine Diagnose bei starkem Husten bedeutet sicher nicht sofort die der Pneumonie.Klarstellen wollte ich aber, dass ein trockener Reizhusten antitussiv zu behandeln ist, nämlich gegen das falsche Vorurteil, dass jeder Husten prnzipiell dazugehöre , um Abhusten zu können. Stimmt leider nicht.Ein starker schleimloser, also trockener Reizhusten, der nicht antitussiv behanbdelt wurde, kann zur Genese einer Pneumonie wesentlich beitragen
2.-:Um eine gewisse Kohärenz mit anderen Beiträgen hier bei Doc Check zu wahren,so erlauben Sie es mir bitte, Bezug zu nehmen etwa zum Beitrag: “Ein Notarzt, der Angst vor Fentanyl hat”.Hier ging es um die Opiodphobie.Und ich füge an aus Erfahrung, dass eine anscheinend nur unerwünschte atemdepressorische Nebenwirkung bei der stark schmerzverstärkenden Wirkung eines jeden Atemzuges bei Pneumonie und /oder auch Pleuritis hier wirklich sehr indiziert ist.Verstehe hoffentlich nicht nur eine/einer, der das selbst durcherleben musste.Also ich plädiere entschieden, diese vorurteilsbeladene Opiatphobiem allein schon dadurch kontrainzidiert zu überwinden, weil eine Atemdepression bei Pneumonie die Schmerzen ebenso deswegen schon sehr senkt, weil die Bewegungen im Lungensack selbst Schmerz verstärkt provoziern.
Vielen Dank!

#16 |
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Tierärztin

Unterscheidung von bakteriellen und viralen Infektionen anhand des CRP-Wertes? Hier nochmal nachzulesen:
http://m.flexikon.doccheck.com/de/C-reaktives%20Protein

#15 |
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Gast
Gast

Könnte auf eine Herzinsuffizienz hindeuten, zumindest wäre
ein Untersuch bei einem Kardiologen sehr zu empfehlen. Wenn
dem so wäre, würde der Arzt nach eingehender Untersuchung
eine entsprechene Medikation anordnen.

#14 |
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Gast
Gast

Wasser in der Lunge
Therapie?

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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Eine sehr gute Diskussion: Genau da liegen die Probleme. Gut, dass die meisten Pneumonien auch unentdeckt gut ausgehen.
Aber Puls messen und abhorchen bringen schon weiter.

#12 |
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Gast
Gast

Ich hatte vor zwei Jahren eine Pneumonie.Zuerst nur einen sehr, sehr starken, nahezu ununterbrochenen Husten.Eine Pneumonie wurde in diesem frühen Stadium noch nicht eindeutig diagnostiziert, ich erhielt aber vorbeugend ein Antibiotikum, das ich zuerst nicht nahm, weil ich schon Resistenzen habe. Dann
kamen sehr starke Schmerzen in der Brust, was mich zuerst schrecklich erschrak, weil ich schon einen Myokardinfarkt hinter mir hatte und einen abermaligen befürchtete.Es kam dann ein sehr starker Schüttelfrost hinzu, so dass ich erkannte, dass es sich nicht um einen Herrzinfarkt handelte.Mir erging es schrecklich.Dann weiteten sich die Schmerzzen bis in den linken Bauch aus. Kurzatmigkeit stellte sich ein, jeder Atemzug verstärkte den Schmerz stark.Ich vermutete dann eine Pzusätzliche Pleuritis und nahm das Antibiotikum,was aber eben nicht mehr half.Analgesie mit Novaminsulfon, was aber viel zu schwach war. Ins Krankenhaus ging ich dennoch nicht, weril ich meinte, ohnehin kein Morphium zu bekommen (ich kannte eine Patientin mit sehr starken Schmerzen und Wasser in der Lunge, die aber kein ausreichend wirksames Analgetikum erhielt.Ein Röntgen ergab schließlich eindeutig eine Pneumonie mit Begleitpleuritis und Pleuraergüssen sowie Bullae und Lymphknoten.Ich kurierte die schwere Pneumonie zuhause aus, Fieber max. 38,5 °, später ein anderes Antibiotikum, was ebenso die Symptome lange nicht beseitigte.Hier war die Symptomatik also sehr ausgeprägt.Schwere Bettlägerigkeit, nach über 2 Wochen noch eine schwere Schwäche sind weiterhin zu nennen.

#11 |
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Dr. Gero Schwarz
Dr. Gero Schwarz

Man würde denken, es wäre ein banales Problem. Ist es aber nicht.
Aus meiner Erfahrung ist die Auskultation bei Erwachsenen sehr unzuverlässig. Ich höre meißtens die Pneumonien nicht !!! (liegt es daran, daß die Patienten dicker geworden sind, verglichen mit den Zeiten in denen man angefangen hat, die Medizinlehrbücher chronologisch voneinander abzuschreiben?). Auch das Röntgenbild sehe ich kritisch, insbesondere bei Dicken. Ebenso gibt bei den Lungenaufnahmen falsch positive Befunde. Ein CT würde das genauer klären aber für die Primärdiagnostik schon ganz schön viel Strahlung.
Absolut hilfreich ist für mich die quantitative Messung des CRP in der Sprechstunde und wird tapfer von meinem Honorar bezuschusst. Die Kosten sind deutlich höher als die Vergütung durch die Krankenkassen.
Indikatoren für die Durchführung eines CRP-Testes für mich sind inspiratorische Schmerzen oder Tachykardie oder Auswurf (grau oder rötlich; wogegen der gelbe oder grüne eher eine Brochitis anzeigen) oder ein unsicheres / oder schlechtes Gefühl des Arztes (z.B. bei vorgeschädigter Lunge).

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Was ist mir Procalcitonin? IL-6? iNOS? etc

#9 |
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Bringt mich nicht weiter. Die Scores sind seit Jahren bekannt, die möglichen atypischen Verläufe auch. Antibiose setze ich nach klinischem Verlauf und so wenig wie möglich ein, da sie neben den Mitochondrien auch die Darmflora ziemlich schnell und dauerhaft in Ihrer Diversität schädigen, dort sitzt bekanntermassen ein wichtiger Teil des Immunsystems.

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Nichtmedizinische Berufe

Dr. Hauswald, ich hatte als 16jährige eine Lungenentzündung ohne Fieber. Mir tat nur der Rücken weh; meine Eltern dachten, es läge an der Matratze und tauschten sie aus.
Erst als der Kreislauf schlapp machte, wurde eine Pneumonie entdeckt.

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Dr. med.vet. Beat Bigler
Dr. med.vet. Beat Bigler

Ich vermisse Resultate von C-RP. Wäre doch sicher hilfreich, virale und bakterielle Infektionen tendenziell zu unterscheiden.

#6 |
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Dr. med.univ. Helmut Benda
Dr. med.univ. Helmut Benda

In der Praxis stellt sich das Problem etwas anders dar. Husten und Fieber, gelblicher Auswurf (der ist oft serös-gelblich, kaum rahmig-putrid) sieht man oft. Fragt sich: schick ich den mit 38,5°C auch noch zum Röntgen? Vielleicht auch Alter um 80 und Rollator. Da hör ich eben auf die Lunge. Und wenn ich denke, dass da was ist (was nach meiner Klinikerfahrung nicht immer dem Röntgenbild entspricht), schreibe ich lieber mal Antibiose auf. Fragt sich auch, wie man die Strahlenbelastung sieht, wenn jemand herzinsuffizient/COPD hustet, seine Skelettröntgen und vieleicht auch noch Abdomen und/oder SchädelCT bekommten hat. Seinen Tumor erlebt er davon ja nicht – auch mit 60?. Also mach mal? Rö-Ko danach wird empfohlen. Ist LUFU dann nicht sinnvoller?

#5 |
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Gast
Gast

Als Student hatte ich bei ansonsten sehr gutem Allgemeinbefinden und ohne Einschränkung der sportlichen Leistungsfähigkeit alle paar Wochen einen plötzlich einsetzenden und wenige Stunden andauernden Anfall von Schüttelfrost, und das über einen Zeitraum von über einem Jahr. Dann kam ein Reizhusten hinzu. Bei ansonsten unauffälligen Untersuchungsergebnissen brachte erst eine Bronchoskopie mit Biopsie die Auflösung, nämlich eine Pneumonie.

#4 |
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Paul Fischer, Dr. med.
Paul Fischer, Dr. med.

Habe nicht verstanden: Was ist jetzt die Definition einer “richtigen” Pneumonie? Eine oder mehr von 4 aufgeführten Befunden? Oder nur “radiologisch nachweisbare” Pneumonien? Wenn genannte Befunde ein- oder mehrfach positiv sind aber Röntgenbild negativ?

#3 |
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Rolf Muckel
Rolf Muckel

Hallo

hatte gerade eine solche Pneumonie..ohne Auswurf auch nicht eitrig. Das der Notarzt das entdeckt hat, habe ich wahrscheinlich nur der Tatsache zu verdanken einen hohen Puls (habe ich oft) zu haben. Kein Fieber gar nichts, nur schlapp.
Nach drei Tagen Kombiantibiotika Klinik ohne Erguss in der Lunge wieder verlassen

Nur mal so zur Info

#2 |
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Dr. med. Angelika Hauswald
Dr. med. Angelika Hauswald

Es gibt auch Pneumonien ohne Fieber, ohne Husten, aber mit Oberbauchbeschwerden. Welcher Arzt bestimmt pO2 im Rahmen eines Hausbesuchs bei einem betagten Patienten mit Oberbauchbeschwerden?! – Gerade betagte Patienten mit eingeschränkter Immunität zeigen eher untypische Symptome, die oftmals „in die Irre“ führen.
Allerdings sind Perkussion und Auskultation nach wie vor wichtige Instrumentarien eines Arztes! Aber man hört auch nicht jede Pneumonie.

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