Zirkumzision: Vorschnell an der Vorhaut

20. Dezember 2017
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Die Gründe für eine Zirkumzision sind vielfältig: Religiös motiviert oder medizinisch indiziert, manchmal auch aus hygienischen oder ästhetischen Gründen. Es ist ein brisantes Thema. Bisher gibt es weder gesellschaftlich noch medizinisch einen beständigen Konsens.

Erst im Oktober dieses Jahres musste sich ein Vater vor Gericht verantworten, der seinen siebenjährigen Sohn illegal beschneiden ließ. Das Kind litt nach der Durchführung des Rituals monatelang unter Schmerzen. Der Vater wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, das Verfahren damit eingestellt. Bis zu einem Alter von sechs Monaten darf die Beschneidung der Jungen auch in Deutschland von einem rituellen Beschneider vorgenommen werden. Anschließend muss der Eingriff von einem Arzt durchgeführt werden.

Obwohl man sich beim Thema Beschneindung von Jungen argumentativ auf einem schmalen Grat zwischen dem Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes und dem Recht auf „ungestörte Religionsausübung“ der Eltern bewegt, hat Deutschland juristisch einen ganz eindeutigen Weg gewählt.

So ist der Paragraf 1631 des Bürgerlichen Gesetzbuches am 28. Dezember 2012 um zwei Absätze erweitert worden. Nachdem das Kölner Landgericht die religiöse Beschneidung erst als Straftat deklariert hatte, wurde das Urteil wenig später durch den Bundesgerichtshof gekippt. Der Bundestag verabschiedete daraufhin einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der die „medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes“ legalisierte, solange diese den „Regeln der ärztlichen Kunst“ entsprechend durchgeführt wird.

Frank-Walter Steinmeier (SPD), zu diesem Zeitpunkt Vorsitzender der SPD-Fraktion, betonte damals, die Gesetzesänderung sei nötig gewesen, um die Rechtssicherheit für Juden und Muslime in Deutschland wieder herzustellen. Dennoch ist die Debatte seitdem keineswegs vorbei. Gegenstimmen gibt es genug.

Medizinische Uneinigkeit bei Diagnosestellung

„Eine nicht-medizinisch indizierte Beschneidung kann auch als Verletzung der körperlichen Unversehrheit aufgefasst werden“, sagt Kinderchirurg Dr. Kolja Eckert vom Universitätsklinikum Düsseldorf. Die Zirkumzision zählt zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen beim Mann. Jedes Jahr werden circa 13,3 Millionen Männer weltweit beschnitten. Wie viele der in Deutschland lebenden Jungen beschnitten sind, ist nicht eindeutig erfasst. So belegt eine Publikation aus dem Jahr 2007, dass 10,9 Prozent der Jungen in den Jahren von 2003 bis 2006 beschnitten wurden. Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages bezogen sich im Jahr 2012 auf Zahlen der AOK, die angab, bei 14.000 ihrer Versicherten, die sich 2009 in stationärer Behandlung befunden hatten, sei ein Zirkumzision abgerechnet worden.

Die WHO hatte ebenfalls im Jahr 2007 eine Weltkarte zur Beschneidungsprävalenz bei Männern ab 15 Jahren erstellt. Für Deutschland wurde damals angemerkt, dass nur eine Schätzung vorgenommen wurde.

Der wohl häufigste Grund für eine medizinisch indizierte Beschneidung sei die Phimose, erklärt Eckert, wobei in vielen Fällen zwar tatsächlich eine Vorhautverengung vorliege, die jedoch zumeist keine Beschwerden verursache. „Es scheint also, dass die Diagnose Phimose äußert großzügig und die Indikation zur Vorhautentfernung sehr leichtfertig gestellt wird“ , sagt Eckert.

Jungen können bis zum Ende der Pubertät eine natürliche Vorhautenge aufweisen, das Präputium ist dann nicht retrahierbar, was dem Schutz der Eichel dient. Viele Eltern verunsichere das, denn auch unter Medizinern habe sich lange das Gerücht gehalten, die Vorhaut müsse bis zum dritten Lebensjahr vollständig zurückzuschieben sein. „Zwischen einer natürlichen und beschwerdefreien Vorhautenge und einer pathologischen Vorhautenge, also einer Phimose, sollte genau unterschieden werden.“ Da Beschneidungen auch häufig außerhalb von Kliniken oder ärztlichen Praxen ohne eine adäquate Anästhesie durchgeführt würden und der Eingriff so schwerwiegende Komplikationen mitsichbringen kann, sei es verständlich, dass einige Ärzte nachgeben und eine Beschneidung zugunsten ihrer jungen Patienten unter klinischen Bedingungen durchführen, so Eckert.

Wolfgang Bühmann, Inhaber einer urologischen Privatpraxis, führt die weit verbreitete Ungenauigkeit in der Diagnosestellung auch auf die jahrzentelange Handhabung der Thematik zurück. So hätte der vermeintlich unkomplizierte Ausbildungseingriff lange am Beginn jeder urologischen Laufbahn gestanden, sagte Bühmann anlässlich einer Fachtagung zum Thema Beschneidung in Düsseldorf. Mit der Indikation hätten die jungen Assistenten sich nicht wirklich auseinandergesetzt. „Der Eingriff stand einfach auf dem OP-Plan und jede(r) freute sich, endlich einmal mit dem Skalpell aktiv werden zu dürfen.“

Viele Beschneidungen trotz Beschwerdefreiheit

In letzter Zeit scheint sich die Einstellung zum Thema Beschneidung aber teilweise geändert zu haben. Eckert, der bis 2016 am Elisabeth Krankenhaus in Essen tätig war, wertete Zahlen der letzten Jahre aus: Von 2011 bis 2014 wurden dort im Durschnitt 200 Beschneidungen im Jahr durchgeführt, 2015 waren es nur noch 30 und im vergangenen Jahr kam das Klinikum auf 15 Beschneidungen. „Im Grunde ging erst von dem Kölner Gerichtsurtel 2012 ein Signal aus, [den Eingriff] kritisch zu reflektieren“, so Bühmann.

Wer nach deutschen Publikationen zu dem Thema sucht, stellt schnell fest, dass es wenig Veröffentlichungen gibt. „Dieses Thema erscheint zu banal und zu wenig relevant, um sich damit intensiver zu beschäftigen“, berichtet Eckert. Aufgrund der gesellschaftspolitischen Brisanz, die dieses Thema automatisch mit sich bringe, rufe eine Beschäftigung damit eher Skepsis und äußerste Zurückhaltung bei Kollegen und Vorgesetzten hervor. „Vor allem, wenn man sich kritisch damit auseinandersetzt.“

Dennoch unternahm Eckert einen Versuch: Gemeinsam mit Kollegen untersuchte er im vergangenen Jahr die Daten von 176 Jungen, bei denen eine Vorhautentfernung durchgeführt worden war. Die Jungen waren zwischen sechs Monaten und 17 Jahren alt. Dabei wurde der klinische Untersuchungsbefund, die Beschwerdesymptomatik, die angewandten konservativen bzw. operativen Therapiemaßnahmen und der histopathologische Befund der resezierten Vorhaut der Jungen berücksichtigt.

Die Untersuchung bezieht sich lediglich auf die Daten einer einzelnen kinderchirurgischen Praxis, weshalb die Ergebnisse nicht als repräsentativ einzuordnen sind. Dennoch stimmen sie nachdenklich. Bei 80 Prozent der Jungen war die Vorhaut nicht-retrahierbar – der häufigste Grund, der präoperativ für den Eingriff angegeben wurde. Bei allen Jungen lag also eine medizinische Indikation für die Vorhautentfernung vor, obwohl knapp 80 Prozent der Jungen  keine präoperativen Schmerzen aufwiesen.

Beschneidung als Krankheitsprävention

Ein weiterer Grund, der häufig für eine Beschneidung angeführt wird, sind die verminderten Risiken, sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken oder an einem Peniskarzinom zu erkranken. So unterstützt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2007 groß angelegte Initiativen in Afrika, die sich die Beschneidung von Jungen zum Ziel gesetzt hat, um einer Ansteckung mit HIV vorzubeugen. Dabei bezieht sich die WHO unter anderem auf eine Studie, in der es heißt, die Entfernung der männlichen Vorhaut könne das Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, um 60 Prozent senken.

Eckert sieht das kritisch: „Zunächst erschließt sich mir kein nachvollziehbarer medizinischer Grund einen Jungen noch vor Erreichen der Geschlechtsreife vor Geschlechtskrankheiten schützen zu wollen“, gibt Eckert zu bedenken. Außerdem bestünde ja nach der Beschneidung immer noch ein 40-prozentiges Restrisiko, weshalb die WHO auch nach der Beschneidung empfielt, Kondome zu benutzen. „Andererseits ist es schwierig, Studien, die in und für Afrika durchgeführt werden, als Argumentationsgrundlage für eine prophylaktische Beschneidung von minderjährigen Jungen zum Beispiel in Europa zu nutzen.“

Tatsächlich ist die Beschneidungskampagne der WHO mitunter stark kritisiert worden. Von mangelhafter medizinische Nachsorge und unvollständiger Aufklärung über die Notwendigkeit von zusätzlicher Verhütung ist die Rede. Sogar Beschneidungen von minderjährigen Jungen ohne Zustimmung und Wissen ihrer Eltern werden von dem VMMC Experience Project, einer Non-Profit-Organisation, berichtet.

Abgesehen davon kann die Beschneidung des Mannes allenfalls – wenn überhaupt – ihn selbst vor einer eventuellen Ansteckung schützen, nicht aber die Frau. Auch unter diesem Aspekt ist die Vorgehensweise der WHO fraglich, findet Eckert. Die Studie weist auch einige methodische Schwachpunkte auf. So durften die Männer, die beschnitten wurden, nach dem Eingriff sechs Wochen keinen Geschlechtsverkehr haben. Jene Männer, die nicht beschnitten wurden, liefen also theoretisch sechs Wochen länger Gefahr, sich anzustecken, während die anderen Männer pausierten.

Sexuelles Missempfinden, weil die Vorhaut fehlt?

Immer wieder werden auch die Konsequenzen, die eine Vorhautentfernung auf das Sexleben des Mannes haben kann, diskutiert. Bislang ist umstritten, ob das Sexualleben durch eine Beschneidung beeinträchtigt wird. Von Betroffenen liest man in Foren Einträge wie: „Inzwischen ist es, als hätte ich dort eine Art weiches Gummi, gefühlloser als die Stelle auf dem Rücken meines linken Daumens, den ich mir mal versehentlich beinahe abgeschnitten hatte“ oder „ Das mit dem länger können empfinde ich tatsächlich als Qual. Beim Verkehr dauert es teilweise elendig lange, dass ich schnell die Motivation und den Spaß verliere“.

In einer Studie von 2006 wurden 159 Männer auf die Empfindsamkeit ihrer Eichel untersucht, 68 Männer davon nicht beschnitten, 91 waren beschnitten. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Eichel nach einer Beschneidung deutlich weniger sensibel auf leichte Berührungen reagiert als die eines unbeschnittenen Penis. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2013 widerlegt dieses Ergebnis zumindest für die medizinische Beschneidung. So heißt es, eine medizinische Zirkumzision habe keine nachteiligen Auswirkungen auf die Sexualfunktion, Empfindlichkeit oder Befriedigung. Eckert sieht das anders: „Ein Großteil der Nerven befindet sich in der Vorhaut. Ich verstehe nicht, warum man sich rausnimmt, da einfach einzugreifen?“

Nicht-medizinische Beschneidung verbieten?

Sicherlich sei es eine Möglichkeit, medizinisch nicht indizierte Beschneidungen einfach zu verbieten, so Eckert. Doch so leicht ließe sich ein jahrtausendealtes und fest in kulturellen Traditionen verankertes Ritual nicht abschaffen. Ein Verbot könne ein umso beharrliches Festhalten an diesem Ritual hervorrufen. „Meiner Meinung nach sollte das Recht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes über dem der elterlichen Religionsfreiheit stehen.“

Dem schließt sich die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin an, die anlässlich des fünften Jahrestages des Beschneidungsgesetzes eine Pressemitteilung veröffentlicht hat. Beschneidungen veränderten den Körper irreversibel und stünden bei nicht einwilligungsfähigen Jungen nicht im Einklang mit Gesundheitsschutz und Kindeswohl. Matthias Franz, Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ergänzt, man wisse aus entwicklungspsychologischer Sicht mit Gewissheit zwei Dinge: „Erstens, man tut Kindern nicht weh, man beschädigt sie nicht, weil jeglicher Schmerz Spuren hinterlässt. Zweitens, Erwachsene haben an den Genitalien von Kindern nichts zu suchen. Das gilt auch für Jungen.“ Ist also am Ende doch ein Konsensus in Sicht?

Was den Umgang mit Eltern angeht, so sagt Eckert, habe er in der Sprechstunde unterschiedliche Erfahrung gemacht. Viele Eltern, denen eine Beschneidung auch aus religiösen Gründen wichtig ist, würden auch nach einem entsprechenden Gesprächen nach Möglichkeiten suchen, den Eingriff durchführen zu lassen. „Ich glaube, hier bringt nur ein offener und öffentlicher Diskurs etwas, der nach und nach den Blick auf die Thematik bei allen Beteiligten verändern kann. Für mich gilt: als Arzt bin ich zuerst dem kindlichen Wohl verpflichtet und dazu gehört es für mich auch, seine genitale Unversehrtheit zu respektieren. Also werde ich erst dann therapeutisch tätig, wenn tatsächlich ein klinisches Problem besteht. Liegt kein Problem vor, muss auch nicht ge- und behandelt werden.“

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70 Kommentare:

Gast
Gast

Die lebhafte Diskussion hier zeigt, wie umstritten das Thema der rituellen Zirkumzision ist. Es wird nicht gelingen, Befürworter und Gegener (letztere lehnen den Eingriff scheinbar mit geradezu fanatischem Eifer ab, wahrscheinlich auch bei einer medizinischen Indikation mit dem Wunsch nach Alternativen wie einer plastischen Zirkumzision oder Präputioplastik, welche langfristig nachgewiesener Maßen weniger erfolgversprechend sind) unter einen Hut zu bringen. Falsch ist es Urologen diesbezüglich pauschal zu verteufeln. Die urologischen Leitlinien zu diesem Thema sind bezüglich der Indikationsstellung strenger als hier unterstellt wird und sehen insbesondere bei Kindern zunächst einmal konservative Therapien vor. Über die Frage, bis zu welchem Alter eine Phimose physiologisch ist, kann man vortrefflich streiten. Statistisch ist eine nicht retrahierbare Vorhaut bei vielen Säuglingen tatsächlich normal und erübrigt sich in den meisten Fällen bis zum Ende des zweiten Lebensjahres. Dass es danach (bis zum Ende der Pubertät) hingegen zu einer “Spontanheilung” kommt ist hingegen eher die Ausnahme. Es liegt im Ermessen der Eltern und irgendwann des Betroffenen, wann man einen Therapiebedarf sieht. Die psychische Belastung durch eine Zirkumzision dürfte aber bei einem Kleinkind geringer sein als bei einem Jugendlichen, bei denen das Genitale stärker schambehaftet ist und der wahrscheinlich auch bei Problemen eher den Gang zum Urologen scheut. Eine Phimose, die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursacht, kann die sexuelle Entwicklung stören. Man sollte daher die rituelle und die medizinisch indizierte Zirkumzision inhaltlich trennen. Unabhängig davon stimme ich zu, dass es besser ist, auch einen religiös motivierten Eingriff (und dieser ist nach geltender Rechtsprechung legal und sollte es IMHO auch bleiben) unter optimalen Bedingungen und nicht im Hinterhof stattfinden.

#70 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

@Dr. Rolfes #37
Ich stimme Ihnen zu.
Nur eine kleine Anmerkung: für den “Produzenten” der Religion (sind wie es scheint alle von Menschen gemacht) ist das Ganze schon rational: Macht, Einfluß und Massenbeherrschung und dies über viele Generationen! Würde mir die Psychologie liegen, würde ich vielleicht eine Sekte gründen.

#69 |
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herr Kassem Al-ani
herr Kassem Al-ani

(Was ist das für ein Glaube der dort stehen geblieben ist wo er angefangen hat?
Was ist das für ein Glaube dass Generationen von (intelligenten) Menschen das glauben und nachplappern was ein ungebildeter Beduine fernab jeglicher Zivilisation im heißen Wüstensand (Fieberwahn?) von sich gegeben hat?)

Hätten Sie sich selbst aufgeklärt über das, was die Propheten von Mose bis Jesus in der Bibel über diesen (ungebildeten Beduinen) gesagt haben, hätten Sie sich gut getan.
Ohne den Quran zu lesen oder sich über die Biographie des ungebildeten Beduinen zu informieren, einen Urteil zu sprechen, bleibt vage.
Der Glaube ist nicht dort geblieben ist, wo er angefangen hat. Er hat Europa Kultur, Zivilisation und Wissenschaft über 500 Jahrhre gebracht. Ein Vergleich zwischen Spanien unter dem Islam und Europa in der damaligen Zeit, würde genügen Ihnen zu zeigen, wozu der Islam fähig war.
Dass die Moslems heute in so einem Zustand leben, der Ihnen nicht gefällt, liegt nicht an dem Islam als Glaube in sich, sondern nur daran, dass die Moslems seit langer Zeit nicht so leben, wie ihr Glaube von ihnen fördert.

#68 |
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@Rerun: Danke für Ihre qualifizierten Beiträge und die Links!
Sie werten die Diskussion erheblich auf.

#67 |
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Gast
Gast

Wie viel Hirnwäsche sollten Eltern eines Kleinkindes erhalten haben, um es einer Genitalverstümmelung unter Schreien und Weinen zu unterziehen? Es wäre höchstinteressant solche “Methoden” zu studieren, um sie dann zu verwenden um, zum Beispiel, die Schwerstverbrecher zu umerziehen und wieder gesellschaftstauglich zu machen. Bloß gerade zu diesen Zwecken funktioniert die Hirnwäsche leider nicht. Für die Leute, die glauben, sie tun ihrem Kind mit einer Beschneidung etwas Gutes, wäre es günstig, im Rahmen einer anderen Religion wiedergeboren zu werden, und zwar möglichst nicht als Stein oder Glasscherbe, was angesichts von solcher Handlungen nicht unwahrscheinlich wäre… Glaube an Gott, den Allmächtigen, und an den sonstigen Schmarrn nicht.

#66 |
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Rettungssanitäter

Ich finde man sollte Religion und Politik und Medizin trennen.

Es gibt KEINEN Grund Kindern die Vorhaut zu entfernen, mit Brandmalen zu zeichnen, Halsringe anzulegen etc.
Zumindest nicht in aufgeklärten Staaten.
Die USA und mindestens Westeuropa zähle ich dazu.

Es sind überlieferte Rituale sehr alten Glaubens, dennoch hat sich die Zeit verändert: Menschen glauben nicht mehr an Gott, Muslime rauchen, trinken Alkohol und töten was Allah nie so in Auftrag gegeben hat, Israel ist heutzutage ein Land der Hochtechnologie geworden, fast jeder Mensch in Hochzivilisationen fährt Auto (mit Anlasser), wir haben automatische Heizungen und Klimaanlagen, aber sie GLAUBEN einer tiefst mittelalterlichen Ideologie?

Was ist das für ein Glaube der dort stehen gebleiben ist wo er angefangen hat?
Was ist das für ein Glaube dass Generationen von (intelligenten) Menschen das glauben und nachplappern was ein ungebildeter Beduine fernab jeglicher Zivilisation im heißen Wüstensand (Fieberwahn?) von sich gegeben hat?

Egal wer und was, der Irrglaube der Eltern hat vielen Kindern schon geschadet, seien es die Methoden des Ryke Geerd Hamers (Olivia Pilhar), der Masseensuizid in Jonestown “Jonestown-Massaker” vom 18.11.1978,
der Koresh-Anhänger vom 19. April 1993 oder anderer, immer müssen die Kinder darunter leiden weil die Eltern verblendet sind.

Und ich dachte bisher immer wir leben in einer aufgeklärten Welt…

BTW: Wenn die Vorhaut nicht weit genug zurück kann evtl. auch nur das Frenulum zu kurz sein, entweder einen “Cockring” verwenden oder dieses Bändchen durchschneiden, schon können viele Probleme gelöst sein.

#65 |
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Urolüge
Urolüge

#56
“Also , ich hatte schon sexuellen Kontakt mit mehreren Männern , die beschnitten waren, die haben mir aber nichts davon berichtet, dass sie weniger fühlen.”
Alle diese Männer ließen sich als Erwachsene selbstbestimmt und freiwillig beschneiden? Hätten also von einem Unterschied bezüglich des Fühlens und sexuellen Erlebens berichten können?
@Elias
Beschnitten in welchem Alter, warum…und auch wie? Es gibt nicht DIE Beschneidung, sondern auch Teilbeschneidungen bis hin zu Totalentfernung der Vorhaut (Reduktion des Penis auf Eichel und Schafthaut…)

Der Eingriff wurde an Milliarden von SÄUGLINGEN/JUNGEN vollzogen, nicht an Männern. Momentan ist ungefähr 1 Milliarde Männer beschnitten…doch wie viele kennen Sex mit und ohne Vorhaut?

#64 |
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Urolüge
Urolüge

Frage an alle Mediziner, die beschneidenden und auch die beschnitten glücklichen: Widerspricht nicht jeder, nicht med. indizierte Eingriff, an nicht einsichts- und einwilligungsfähigen Menschen, den Regeln der ärztlichen Kunst? Habt ihr keinen Eid darauf geleistet, eure Kunst nur zum heilen, nie um zu zerstören, anzuwenden? Primum non nocere?

#63 |
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Rerun
Rerun

@Elias, was glauben Sie eigentlich warum FGM die Zeit überdauert und warum es beschnittene Mütter sind, die das ihren Töchtern antun und diese wiederum ihren Töchtern?

Weil die Praxis so völlig harmlos und unbedenklich ist?
Weil Sie von bösen alten Männern den Frauen mit Gewalt aufgezwängt wird?
Oder vielleicht weil der Mensch so angelegt ist, dass er sich mit dem unabänderlichen zu arrangieren weiß, es eine erhebliche kognitive Disssonanz erzeugt, sich einzugestehen, dass die eigenen Eltern, also die Bezugspersonen die einem am nächsten stehen, hier vielleicht einen Fehler begangen haben? Wer möchte das schon glauben? Natürlich gehen Menschen daher den vermeintlich einfachen Weg und sehen die positiven Seiten an der Beschneidung. Und zwar Männer wie Frauen.

Ist die Indoktrination erst groß genug, akzeptieren Menschen auch Füße binden, Tellerlippen und Brandings von ihren Eltern.

Es sind beschnittene Frauen, die sagen, dass sie sich nicht verstümmelt fühlen, weil sie sich nicht verstümmelt fühlen wollen:

““I am 47 now and I can say to you my vagina was not mutilated.” – ““I have gone through the process. I don’t feel mutilated””

http://aa.com.tr/en/africa/anti-fgm-activists-struggle-to-be-heard-in-sierra-leone-/640883

Es sind Frauen, die sich durch die Indoktrination bereitswillig beschneiden lassen:

“Getting circumcised was one of the happiest days of my life,” Nyasuma says through a translator. “I was so happy as I waited in line, and I felt like I was reaching a life goal.”

https://www.thestar.com/news/insight/2016/04/11/a-mothers-plea-let-me-cut-my-daughter.html

Und es sind dieselben Eltern, die für ihre Kinder das vermeintlich beste wollen:

https://web.archive.org/web/20130307104149/http://aandes.blogspot.com/2010/04/circumcision.html

Wer da nicht erkennt, dass das völlig vergleichbar ist und dass da dieselben Mechanismen am Werke sind, dem muss ich schlicht und ergreifend Ignoranz vorwerfen.

Aktivisten, die vor Ort gegen FGM kämpfen, sagen schon lange, dass unsere westliche schizophrene und unterschiedliche Haltung bzgl. FGM und MGM ihren Kampf gegen FGM behindert:

“So activists were saying, “Look how terrible this is.” And the people in these communities were like, “Well, that might be true in Somalia, but we don’t do that here.” There was a real credibility gap.”

https://www.theatlantic.com/international/archive/2015/04/female-genital-mutilation-cutting-anthropologist/389640/

Nein, es kommt überhaupt nicht auf die Schwere und Art der Verletzung an, um eine Menschenrechtsverletzung zu sein, es reicht völlig aus, dass es ein nicht notwendiger Eingriff am Körper eines unmündigen Kindes ist. Bei Frauen und bei allen andern vergleichbaren Eingriffen, seien es Tattoos,Brandings,Piercings oder was auch immer sind wir bereit diese schlichte Tatsache zu akzeptieren. Warum bei Jungen und der Beschneidung nicht?

Wenn Sie mit Mitte 30 da glücklich und zufrieden mit sind, freue ich für Sie. Nehmen Sie aber bitte zur Kenntnis, dass es viele andere nicht sind und gerade auch die Frage, ob man über seinen Körper selber bestimmen konnte oder über einen bestimmt wurde, bei der eigenen Bewertung der Beschneidung durchaus maßgeblich relevant sein kann.

Und wie Sie schon sagen: Es ist keine Religion bei Muslimen, es ist schlicht Tradition, wobei das im Grunde eh beides dasselbe ist.

#62 |
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Elias
Elias

Ich verstehe nicht, wie man aus einem simplen Eingriff, der seit Jahrtausenden an Milliarden Männern vollzogen wurde, etwas verbotenes andichten möchte. Die Entfernung der Vorhaut ist keine Verstümmelung des Genitals, die sexuelle Befriedung wird in keinerlei Weise beeinträchtigt, ebenfalls führt es nicht zu psychischen Problemen. Oder hätten ansonsten zwei Weltreligionen bzw. Kulturen seit über 2000 Jahren bestand? Staat und Religion gehören getrennt. Ja. Aber ein demokratischer Staat sollte auch den Erhalt der Religionen schützen und die Ausführung des Glaubens erst Recht nicht verbieten (solange das Miteinander gewährleistet ist).

In einem Punkt muss ich den Kinderchirurgen Recht geben: Ja, Hinterhofbeschneidungen können schief gehen, das anschließende Resultat habe ich selbst im OP erleben dürfen. Dabei sollte man jedoch generell im Hinterkopf haben, wie oft wir Mediziner auch die Fehler unser werten Kollegen der Nachbarhäuser/anderen Fachabteilungen ausbügeln müssen. Aber gerade deshalb, darf die Beschneidung männlicher Säuglinge/Kinder nicht offiziell verboten werden, sondern sollte auch bei religiöser “Indikation” durch Ärzte durchgeführt werden dürfen. Selbstverständlich darf ein Arzt aber auch die Durchführung aus eigener Überzeugung ablehnen, genauso wie er den Abort ablehnen darf.

Die Diskussionen mit Gegnern der Zirkumsion sowie deren Argumente erinnert mich desöfteren an die “Impfgegner”, so wie auch den unteren Kommentaren entnehmbar.

Es gibt kein richtig oder falsch in dieser Diskussion, es ist einfach eine Tradition. Ansonsten müsste auch öffentlich das kurzzeitige Ertränken eines Säuglings angeprangert werden und der daraus folgende psychische Schaden am besten noch statistisch durch die steigende Zahl der Nichtschwimmer bewiesen werden…

Ich, männlich, beschnitten, Mitte 30, Mediziner.

#61 |
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herr Kassem Al-ani
herr Kassem Al-ani

von Kassem
an Dr. Schätzler
„Bedenkenträger des Islams und des Jüdischen Glaubens kommen mit Jahrtausende alten Traditionen.“
Das ist keine „alte Tradition“. Es ist eine Religion; Ein Glaube an den Schöpfer, der uns für sein Anbeten geschaffen hat und der uns im Jenseits danach zur Rechenschaft ob zum Guten oder Schlechten zieht.
Was Gott von uns will, haben die Propheten uns schon längst gesagt und steht in den heiligen Büchern (AT, NT und das letzte Testament, Quran) geschrieben.
Im Islam bedeutet die Religion: Dogma, Ethik und Handlungen.
Dogma: ist die Gebote und Verbote, die die Beziehung zwischen Gott und den Menschen regelt. Das höchste Gebot dabei ist der Monotheismus; Gott ist Eins! so vermittelte Mose, Jesus und Mohammed: Gott ist eins, weder zwei noch drei!
Die Ethik ist die Lebensweise, die durch das Praktizieren des Dogmas entsteht.
Die Handlungen sind wie man sich am besten anstellt, sich gegenüber, seiner Familie gegenüber, seinen Verwandten, Nachbaren, anderen Leuten ja sogar der Natur, weil sie Gottes Schöpfung ist, gegenüber.
Das ist keine alte Tradition, sondern Maßstab an dem, bei dem Moslem wenigstens, alles im Leben gemessen wird, weil er eben ein göttlicher Maßstab ist.
Nun was ist edler? sich an Gottes Maßstab oder an menschliche Maßstäbe, die dagegen
sprechen zu, halten?
Moslems sagen an Gottes Maßstab. Daher irren sie nicht, sondern bleiben bei Gott und bei ihrer Religion und bedanken sich dafür 5 Mal am Tag, in denen sie ihren Kopf vor ihm demütigt auf den Boden legen. „wie im Himmel so auf Erden“
Friede, Demokratie, Gleichheit, Nächstenliebe, Toleranz, Menschenrechte, gesunde gesellschaftliche Ordnungen sind Anforderungen der Religion. Aber für jeden dieser Begriffe hat Gott Gesetze festgelegt, damit die Menschen nicht zur unermesslichen Ausschweifung kommen, und letztendlich in die Irre gehen.
Manche Menschen schweifen aber davon ziegellos aus bis zur Kollusion mit dem göttlichen Maßstab im Namen der Menschenrechte!
Gott ist kein Schmuck, womit man sein Aussehen verschönert. Der Glaube an ihn, durch Befolgung seiner Gesetze, ist eine ernste Sache, die zum Heil oder Verderben der Seele führt.
Eine Religion, die angibt, Gott zu präsentieren, muss sich auf keinen Fall diesen weiten Ausschweifungen anzupassen. Tut sie dies dann ist sie keine Religion mehr, in der man seine innere Frieden findet!

#60 |
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Gast
Gast

Es ist ein sehr wichtiger Artikel, Frau Knauf, vielen Dank dafür. Es war mir bis Dato gar nicht klar, wie unzureichend der rechtliche Schutz der Kinder in Deutschland ist! Ihr Artikel macht darauf aufmerksam. Es ist sehr bedenklich, dass in unserer aufgeklärten Gesellschaft solche Dinge überhaupt zum Diskussionsgegenstand werden.

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dipl. oec. troph. Michaela Günther
dipl. oec. troph. Michaela Günther

Ich sehe das genauso wie der nette Kinderchirurg Dr. Kolja Eckert, Erwachsene haben bei den Genitalien von Kindern nichts zu suchen. Die sogenannte medizinische Indikation ist ein weites Feld und kann mal eben bei Bedarf herbei interpretiert werden. In Sachen Beschneidung wird so oft gelogen, wie bei keinem anderen Eingriff. Ärzte scheinen von Beruf Lügner zu sein. Wer nicht gut genug lügen kann, ist kein guter Arzt?

Was ich überhaupt nicht ertragen kann ist aber, wenn Leute anfangen, die Genitalverstümmelungen von Mädchen zu verharmlosen, weil sie Jungen schützen wollen. Wann kommt es denn mal vor, dass da jemand wirklich angezeigt wird? Die Fälle sind ja meist in Frankreich, bei uns doch nicht. Ich möchte gar nicht wissen, in wie vielen Deutschen Arztpraxen gutmeinende Ärzte den Eingriff an Mädchen vornehmen, weil sie es so schlimm finden, dass es ja sonst in Afrika mit Glasscherben gemacht wird. Dass der Eingriff in Afrika auch immer öfter mit Hilfe medizinischem Personal durchgeführt wird, das ist schlimm. Und unlängst hat man festgestellt, dass es in sogenannten westlichen Ländern, von denen man großkotzig annimmt, sie seien zivilisierter, genauso ist.

Und die gleichen Leute, die sagen “Pfui, Afrikanische Rituale” finden es dann in Ordnung, wenn erwachsene Frauen sich die Genitalien kaputt operieren lassen, weil sie den Lügen der Chirurgen, die damit Geld verdienen, glauben. Und dass es bei uns in den sogenannten westlichen Ländern auch schon lange eine medizinische Tradition zur Genitalverstümmelung gibt, wird auch totgeschwiegen. Freud kannte diese Eingriffe und hat sie vermutlich auch selbst durchgeführt.

Man muss nur mal über das Thema lesen, dann wundert es einen gar nicht mehr, diese Erlaubnis zur Kindesmisshandlung. Denn das ist es, wenn man seinen Kindern ohne medizinische Indikation (oder einer erfundenen, an den Haaren herbegezogenen) einem genitalverstümmelnden Ritual unterzieht. Staatlich geförderte Kindesmisshandlung. Ob das Jungen oder Mädchen sind, ist wirklich egal. In einer beschneidungsfreundlichen Kultur aufzuwachsen (damit meine ich auch und besonders unsere westliche angeblich zivilisierte Welt), traumatisiert Kinder, die das hilflos über sich ergehen lassen müssen und gar nicht begreifen, was da mit ihnen gemacht wird. Von sogenannten geschlechtsangleichenden Operationen will ich hier gar nicht anfangen zu sprechen.

#58 |
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Zeit für eine Neubesinnung auf die genitale und körperliche Selbstbestimmung.

Blutige Eingriffe an blutjungen Menschen passen nicht mehr in unsere Zeit. Eine verbreitete deutsche Religionsmüdigkeit trifft auf die rechtstheoretische Ansicht, eine wirkliche Religionsmündigkeit entwickele sich erst mit selbstreflektierendem Denken, Fühlen, Wollen und Handeln ab der Pubertät.

Bedenkenträger des Islams und des Jüdischen Glaubens kommen mit Jahrtausende alten Traditionen. Aber gerade diese führten uns im Christentum zu Gesinnungsterror gegen Andersdenkende, kolonialistischem Genozid in Mittel- und Südamerika, zu Pogromen, Glaubenskriegen und erbarmungslosen Kreuzzügen gegen Islamgläubige bzw. Juden. Hexenverfolgung, Folter, Exorzismus, Züchtigung und sexueller Missbrauch wirken bis heute nach.

Rituelle Beschneidungen von Kindern sind willkürlich. Bei Mädchen und Frauen sind sie weltweit geächtet, bei männlichen Säuglingen und Kindern können sie nicht einfach propagiert werden. Sie sind keine Präventiv- oder Heileingriffe. Dann wäre der nicht beschnittene Rest der Männerwelt in seiner Gesundheit akut bedroht und hätte lebenslang etwas völlig falsch gemacht.

In unser aufgeklärten, säkularisierten Bundesrepublik Deutschland mit Trennung von Staat und Kirche bzw. Abkehr vom fundamentalistischen Gottesstaat sind rein religiös begründete Zirumzisionen (Beschneidungen, Vorhautentfernungen) keine bei Säuglingen und Kindern einwilligungsfähige Eingriffe. Wir leben in einer demokratischen, von individuellen Menschenrechten und Achtsamkeit geprägten postmodernen Industriegesellschaft.

Alle Religionsgemeinschaften, die rituell beschneiden wollen, sind am Zug. Sie müssen ihren Ritus erklären, reflektieren und unseren gesellschaftlichen Regeln anpassen, wie sich auch das Christentum jahrhundertelang angepasst hat. Unsere politische und soziale Rechtsordnung gebietet: “Weniger Beschneidungen bzw. mehr Demokratie und Selbstbestimmung wagen!”

#57 |
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Gast
Gast

Also , ich hatte schon sexuellen Kontakt mit mehreren Männern , die beschnitten waren, die haben mir aber nichts davon berichtet, dass sie weniger fühlen.

#56 |
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herr Kassem Al-ani
herr Kassem Al-ani

An Gast natürlich ist es absurd und rassistisch zu behaupten, “Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.”
Unterschiede der Kulturen dürfen den Menschen nicht so weit treiben. In den islamischen Ländern gibt es viele ausländische Ärzte, die Alkohol trinken, Schweinefleisch essen, das Essen von Rindfleisch als verboten betrachten. Niemals hat ein moslemischer Arzt sie als ein Problem betrachtet.
Würden heute die moslemischen Ärzte aus dem Dienst ausgrenzen, weil sie problematisch sind, wäre das Gesundheitssystem in Deutschland in Kollaps gegangen. Betrachten sie die Ärzte in ihrer Klinik, dann werden sie merken, dass das ein Fakt ist.
Die Beschneidung von moslemischen Jungen ist keine Körperverletzung für Moslems, sondern ein Ritual, das zur Ausübung der Religion gehört.
Fragen sie nach! Sie werden keinen erwachsenen Moslem finden, der es seinen Eltern übelnimmt, weil sie ihn im Kindesalter beschnitten haben. Fragt man sie im Nachhinein, werden sie sie sich sogar dankbar äußern, weil ihre Eltern sie als Moslem erzogen haben.
Dass die Beschneidung die Sexualtätigkeit negativ beeinträchtigt, ist nicht wahr. Fakt ist
Die Moslems bleiben bis ins hohe Alter zeugungsfähig. Die leicht verminderte Sensibilität an der Glanz nach der Beschneidung sorgt sogar dafür, dass der Geschlechtsakt länger dauert und nicht zu praecox kommt, was den Partnern Freunde macht.

#55 |
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Rerun
Rerun

Dass die Beschneidung von Mädchen ungleich verstümmelnder sei ist so pauschal eine recht kühne Behauptung. Für die schweren Fälle gilt das sicher, aber auch nur weil man Praktiken wie die Subinzision bei Jungen nicht mit unter den Terminus “Beschneidung” subsumiert. “Die Beschneidung” gibt es bei Mädchen nicht, sondern viele sehr unterschiedliche Formen mit sehr unterschiedlichem Schweregrad und unterschiedlichen Folgen. Die häufigsten (und vor allem die in den westlichen Ländern und von der dortigen Legislative überhaupt erfassbaren tatsächlich praktizierten Beschneidungsformen) sind mit der Beschneidung bei Jungen sehr wohl vergleichbar, oft wie der “Ritual Nick” sogar klar weniger invasiv. Trotzdem hat der Gesetzgeber alle, auch die leichtesten Formen, bei Mädchen unter einen gesonderten Straftatbestand gestellt und dort auch keinerlei Probleme damit gehabt, Eltern zu kriminalisieren und das ganze sogar als Auslandsstraftat anzusehen. Das Argument mit dem Hinterhof hat man da keinen Deut gelten lassen.

Wir sind in der Situation, dass wir dieses hier als “schwere Menschenrechtsverletzung” und Genitalverstümmelung einstufen:

https://www.vice.com/en_us/article/4w7ja9/female-circumcision-is-becoming-more-popular-in-malaysia

während uns das Schicksal von Jungen (http://ulwaluko.co.za/Photos.html , https://www.theguardian.com/commentisfree/2014/aug/25/male-circumcision-ceremonies-death-deformity-africa) nicht wirklich zu kratzen scheint, siehe auch die bereits verlinkten Fälle, bei denen auch in Deutschland nach 2012 wieder schwer verletzt wurden. Wäre das ein Mädchen gewesen hätten sich sämtliche Ministerien sofort mit Pressekonferenzen an die Öffentlichkeit begeben. Bei Jungen wird das totgeschwiegen.

Weiterhin ist die Beschneidung von Mädchen sehr wohl ein religiöses Gebot, da kommt es halt nur darauf an, wen sie fragen, zumal die Grenze zwischen Religion und Kultur sehr fließend ist. Religionsfreiheit ist zudem auch keine Handlungsfreiheit, sondern eine Glaubensfreiheit, sie berechtigt im Grunde zu nichts, was die allgemeine Handlungsfreiheit aus nichtreligiösen Gründen nicht auch zuließe. Darum fragt §1631d BGB ja auch erst gar nicht nach einer religiösen Begründung der Eltern. Jedenfalls sehen durchaus nicht wenige Muslime die Beschneidung von Mädchen sehr wohl als Bestandteil ihrer Religion an:

http://www.ceylontoday.lk/print20170401CT20170630.php?id=35549

Und da sind wir wieder bei dem Punkt: Wir haben zum einen was die Wertigkeit der Geschlechter angeht, eine ganz klar nicht neutrale Haltung. “Mädchen sind klein, zart und müssen geschützt werden, Jungen sind hart im Nehmen und werden durch soetwas zum erst zum Mann” ist die dahinterstehende Haltung. Und zum anderen haben wir ein klare Wertigkeit der Religionen und Weltanschauungen, die verfassungswidrigerweise in gute und schlechte Religionen unterteilt und dazu führt, dass wenn zwei das Gleiche tun wollen, es noch lange nicht dasselbe ist. Den 12 Stämmen hätte man dergleiches jedenfalls nicht zugestanden. Das ist bis zu einem gewissen Punkt zwar durchaus verständlich, aber trotzdem nicht korrekt.

#54 |
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Gast
Gast

Würden sich die vielfältigen Beschneidungsfreunde und Beschneidungsbefürworter auf erwachsene, einwilligungsfähige, und selbstbestimmte Männer beschränken, hätten wir diese ganze Diskussion nicht. Zumindest nicht in diesem Ausmaß.

Die Debatte “pro oder gegen Beschneidung” ist eigentlich eine Debatte “pro oder gegen Zwangs-Beschneidung”.

Aber das können diese Herrschaften offenkundig nicht. Sie müssen sich immer wehrlose und schwache Kinder als Zielscheibe aussuchen. Kinder, die nicht “Nein” sagen können. Kinder, die gar nicht wissen, was mit ihnen geschieht. Und Kinder, die auf das Wohlwollen und die Informiertheit ihrer Eltern angewiesen sind. Das ist nur noch unerträglich.

Es ist kein Zufall, dass die Beschneidung fast überall auf der Welt – egal ob sie nun ein kulturelles Ritual oder aber eine pseudophrophylaktisch-medizinischen Gründen– nahezu immer nur an Babys und Kindern vorgenommen wird.
Es ist auch kein Zufall, dass in Deutschland “medizinische” Zirkumzisionen wegen Phimose bei Kindern viel häufiger durchgeführt werden als bei Erwachsenen – und das obwohl eine behandlungsbedürftige Phimose eigentlich eine Erwachsenenkrankheit ist, weil die Nicht-Zurückziehbarkeit der Vorhaut bei Kindern bis zum Abschluss der körperlichen Entwicklung am Ende der Pubertät ganz von selbst “herauswächst.”

#53 |
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Gast
Gast

@Gast
“Die Aussage “Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.”– diese Aussage finde ich dafür problematisch.” ist rassistisch.”

Entschuldigung. Aber Sie belegen einmal aufs Neue, dass „Rassismus“ heutzutage nur allzu oft nichts weiter als ein hohler Kampfbegriff ist, den man herausholt, wenn man keine echten Argumente mehr hat.

Was ist daran „rassistisch“, wenn jemand darauf hinweist, dass wenn kinderchirurgisch tätige Ärzte, aus einer Kultur stammen, in der die Beschneidung als normale Selbstverständlichkeit angesehen wird, dies die Behandlung und Diagnosestellung beeinflussen kann – zu Ungunsten der genitalen Unversehrheit des Patienten.

Zumal wenn selbst viele Urologen und Kinderchirurgen ohne kulturelle Beschneidungstradition diesem Eingriff unkritisch gegenüberstehen, das Recht auf körperliche Unversehrheit ihrer kleinen Patienten nicht respektieren, und die Indikation sehr leichtfertig stellen, wie die extrem hohe Zahl unnötiger, fälschlich indizierter Beschneidungen bei Kindern beweist.

#52 |
  2
Gast
Gast

Musste mich im Alter von 59 Jahren aus medizinischen Gründen einer Zirkumzision unterziehen. Seitdem ist die sexuelle Empfindsamkeit sehr stark eingeschränkt, wenn der Eingriff medizinisch nicht notwendig ist kann ich auf Basis meiner Erfahrung nur abraten.

#51 |
  1
Gast
Gast

Die Aussage “Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.”– diese Aussage finde ich dafür problematisch.” ist rassistisch.

#50 |
  4
Gast
Gast

Zunächst einmal ist das Thema hier die Zirkumzision der Vorhaut und die die Beschneidung von Mädchen, die im Übrigen ungleich verstümmelnder ist. Zudem ist die Beschneidung von Mädchen kein religiöses Gebot wie die von Jungen im Islam und Judentum, welche auf das von Gott geforderte Opfer von Abrahams Sohn zurückzuführen ist.

#49 |
  3
Gast
Gast

@ #48
““Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.”– diese Aussage finde ich dafür problematisch.”

Wieso “problematisch”? Ich denke, es ist ganz einfach realistisch.

Kulturelle Voreingenommenheiten können die medizinische Praxis beeinflussen und eine klare, rationale Urteilsfindung ganz generell in vielen Lebensbereichen beeinträchtigen. Das ist die menschliche Natur.

#48 |
  4
Gast
Gast

@# 46, 47,

“Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.”
– diese Aussage finde ich dafür problematisch.

#47 |
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Calimero
Calimero

@#44
»“Da ist es doch besser, der Eingriff findet in Narkose durch einen Arzt statt als unter fragwürdigen Umständen durch einen Beschneider mit unklaren Kompetenzen.”
Vielleicht sollte der Leser wissen, dass der Herr Dr. Rolfes Urologe ist, und als Oberarzt einer urologischen Klinik arbeitet, in der auch Kinder behandelt werden.
Merkwürdigerweise haben von 6 in dieser Klinik tätigen Assistenzärzte arabische/ muslimische Namen – stammen also aus traditionell beschneidenden Kulturen.«

– Dass mit den hohen Anteil muslimischer Assistenzärzte ist tatsächlich ein Problem.

Es besteht die Gefahr, dass solche Ärzte dann mit Freude auch deutsche Kinder beschnippeln.
Wie kann man sich verlassen, dass ein Arzt ein Kind mit echten (auch nur vermeintlichen) Vorhautproblemen möglichst schonend Übereinstimmung mit dem aktuellen medizinischen Kenntnisstand behandelt, wenn er aus einem Kulturkreis kommt, in dem die Vorhaut als „sündiger Körperteil“ gilt und die Beschneidung als religiöse Pflicht. Deutsche und andere nichtmuslimische Kinder zumindest genital zu Moslems zu machen das könnte ihnen vielleicht gefallen.

Sie haben ja einen deutschen Oberarzt, der sogar Beschneidungen an Minderjährigen gänzlich ohne medizinische Indikation offenbar für tolerierbar hält und pseudo-moralisch rechtfertigt.

#46 |
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Calimero
Calimero

@#42

“hier wird aus der Mücken einen Elefanten gemacht. Es sind Millionen Männer beschnitten und die meisten sogar freiwillig, s. USA. Ich kenne keinen Einzigen, Der damit unzufrieden ist.”

Ich habe so meine Zweifel, dass Sie ein Arzt sind. Und das sie die rund 100 Millionen beschnittener US-Amerikaner persönlich kennen, wage ich auch sehr zu bezweifeln. Aber was sie auch immer sind, sie geben ausgesprochenen Unsinn von sich. “Fakt ist”, in den USA assen sich Männer nicht “freiwillig” beschneiden. Amerikanische Männer werden jeher unfreiwillig und als Kinder beschnitten – in aller Regel als Babys. “Fakt ist”, sehr viele amerikanischen Männer sind damit unzufrieden, so unzufrieden, dass sie öffentlich auf den Straßen dagegen protestieren: http://assets.nydailynews.com/polopoly_fs/1.2373405.1443125914!/img/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/article_750/bloodstained25n-4-web.jpg

#45 |
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Gast
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@Dr. Rolfes #37

“Da ist es doch besser, der Eingriff findet in Narkose durch einen Arzt statt als unter fragwürdigen Umständen durch einen Beschneider mit unklaren Kompetenzen.”

Vielleicht sollte der Leser wissen, dass der Herr Dr. Rolfes Urologe ist, und als Oberarzt einer urologischen Klinik arbeit, in der auch Kinder behandelt werden.
Merkwürdigerweise haben von 6 in dieser Klinik tätigen Assisantärzte arabische/ muslimische Namen – stammen also aus traditionell beschneidenden Kulturen.

Ich frage mich, wieviel diese Klinik, für die Herr Rolfes arbeitet, jährlich an medizinisch unnötigen Beschneidungen an wehrlosen Kindern verdient? Zumindest deuten seine Aussagen darauf, dass diese Klinik solche Eingriffe vornimmt.

#44 |
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Rerun
Rerun

“Lasst Gott in Ruhe” hieße ja wohl auch, man lässt seine Schöpfung in Ruhe.

Kleine Finger braucht auch kein Mensch und das mit dem Blinddarm, nun ja, dass eine derartige Aussage von einem angeblichen Arzt kommt, nun ja, man weiß inzwischen, dass der Blinddarm sehr wohl eine Funktion hat und niemand käme auf die Idee ihn prophylaktisch zu entfernen. Alleine schon aufgrund des allgemeinen Operationsrisikos nicht.

http://www.spektrum.de/frage/hat-der-blinddarm-eine-funktion/1322729

Schon unfreiwillig komisch ist ihre sich im selben Satz widersprechende Aussage: “Das Gegenteil ist bei Unbeschnittenen. Auf der Sexualität hat es langfristig keinen Einfluss. das ist einfach individuell.”

Was denn nun? Hat es keinen Einfluss oder ist es individuell?

Ganz ehrlich: Mediziner wie Sie es zu sein scheinen machen mir Angst und Bange.

#43 |
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Gast
Gast

hier wird aus der Mücken einen Elefanten gemacht. Es sind Millionen Männer beschnitten und die meisten sogar freiwillig, s. USA. Ich kenne keinen Einzigen, Der damit unzufrieden ist. Religion hin,Phimose her. Fakt ist, das ist ästhetischer, hygienischer und gesunder. Ich, als Arzt sehe fast nie einen Beschnittenen mit Mycose, Palanitis, Herpes, ecetera. Das Gegenteil ist bei Unbeschnittenen. Auf der Sexualität hat es langfristig keinen Einfluss. das ist einfach individuell. Lasst Gott in Ruhe. noch Was, Blinddarm braucht auch kein Mensch.

#42 |
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Gast
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man sollte die Kirche im Dorf lassen.

#41 |
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Gast
Gast

Leider auch hier, wenn auch nur wenige religiöse Hardliner unterwegs.
Wir leben in einer aufgeklärten Welt. Wer die Körper von Kindern ohne medizinische Notwendigkeit verletzt, begeht schwere Körperverletzung.
Und in der Bundesregierung ist man in der Sache offensichtlich schlecht beraten worden.

Mein Tipp an die Parlamentarier: Hört nicht auf die Kirchen.

#40 |
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Gast
Gast

In den Medien werden die Beschneidungen von Mädchen eindeutig als Genitalverstümmelung verurteilt und kritisiert. Die Beschneidungen von Jungen sind jedoch ein Diskussionsgegenstand. Es entbehrt doch jeglicher Logik. Die Religionsausübung sollte sich nicht barbarischer Rituale bedingen. Im Mittelalter waren Scheiterhaufen an der Tagesordnung, heute sind wir doch hoffentlich weiter.

#39 |
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Rerun
Rerun

@Hr. Rolfes:

Ich frage mich natürlich, warum Sie diese Sorge bei Mädchen nicht umtreibt, aber dieses Ziel hätte man auch erreichen können, wenn man eine Regelung ähnlich der bei der Abtreibung gefunden hätte, also Beschneidung ist verboten, sie ist aber in bestimmten Fällen (vorherige neutrale und umfassende Beratung, Karenzzeit, effektive Anästhesie etc) straffrei.

Was der Gesetzgeber aber hingegen versucht hat, ist ein explizites Recht darauf zu schaffen, dass Eltern ihre Kinder verstümmeln dürfen. Die Botschaft lautet nicht, wir stimmen dem zähneknirschend im Interesse des Kindes zu, weil ihr es sowieso tut (vergleiche auch das Beispiel Somalia weiter unten), es ist zwar widerrechtlich aber wir können und wollen euch als Eltern nicht bestrafen. Nein, die Botschaft lautet: Beschneidung ist legal, ihr dürft das, nein, ihr habt sogar ein Recht darauf.

“Ihr dürft das” ist die Botschaft die wir abgegeben haben und alleine das ist, was bei den Eltern ankommt, wie diese Fälle leider belegen:

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/baby-auf-kuchentisch-beschnitten-ermittlungen-gegen-arzt-1.6399360
https://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/illegale-aktion-herzlos-vater-laesst-sohn-in-kueche-beschneiden-29001128

#38 |
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Ein gesetzliches Verbot der rituellen Zirkumzision würde höchst wahrscheinlich nicht Verlassen dieser Praxis führen, sondern lediglich zu einem Abwandern in dubiose Kanäle, da es nun einmal ein religiöses Gebot ist. Religion hat aber nun einmal nichts mit Rationalität zu tun, so dass eine Diskussion über den (medizinischen) Sinn oder Unsinn dieses Ritus nicht weiterhilft. Ein gläubiger Moslem oder Jude wird sich dem “göttlichen” Gebot nicht wiedersetzen, nur weil es in Deutschland illegal wäre. Da ist es doch besser, der Eingriff findet in Narkose durch einen Arzt statt als unter fragwürdigen Umständen durch einen Beschneider mit unklaren Kompetenzen.

#37 |
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Zwangsbeschnittener
Zwangsbeschnittener

“So belegt eine Publikation aus dem Jahr 2007, dass 10,9 Prozent der Jungen in den Jahren von 2003 bis 2006 beschnitten wurden”.

– Und schon nach Veröffentlichung dieser Publikation hätte es zu einem Aufruhr unter Medizinern, Politikern und Gesundheitsbehörden kommen müssen.

Dieser Anteil ist noch konservativ geschätzt: Weil es sich dieser Wert auf eine Population von Jungen unterschiedlichen Alters von 0 bis 17 Jahren bezieht. In diesem Wert sind auch Jungen in den jungen Altersgruppen enthalten, die nicht beschnitten sind, aber es im Laufe im Lebens noch wurden. Mit zunehmenden Lebensalter steigt auch die Wahrscheinlichkeit beschnitten worden zu sein. Dieser Wert gibt also NICHT den Anteil der Jungen an, die irgendwann in ihrer Kindheit und Jungend bis zu ihrem 17 Lebensjahr beschnitten worden sind .

Aber selbst wenn 10,6% die realistische Beschneidungsrate bei Minderjährigen angeben würde, wäre dieser Wert ein eindeutiges Indiz, dass etwas gewaltig schief läuft im deutschen Gesundheitswesen. Diese 10,6% sind nämlich anormal hoch. Schon der gesunde Menschenverstand sollte uns sagen, dass nicht jeder 10. Junge mit einem derart fehlgebildeten Genital zur Welt kommen kann, dass er einer chirurgischen Korrektur bedarf.

Wenn die Evolution bei Jungen und Männern tatsächlich so viele Fehler hervorgebracht hätte, wie deutsche Chirurgen wegoperieren, wäre die Menschheit wahrscheinlich schon längst ausgestorben. Gerade bei einem für den Fortbestand einer Art so sensiblen Körperteil wie den Sexualorganen erlaubt die Evolution keine hohe Fehlerquote.

#36 |
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Gast
Gast

Danke an Frau Mira Knauf für diesen Artikel.
Der Artikel spricht einen sehr wichtigen, und gerne übersehenden Aspekt des Themas an: Das Thema „unnötige Beschneidung an Kindern“ betrifft in Deutschland längst nicht nur Muslime oder Juden. Die Zahl der aber unnötigen Beschneidungen an nicht-muslimischen u. nicht-jüdische Jungen übersteigt die Zahl der muslimisch-motivierten Beschneidungen bei weitem. Die Gründe hierfür wurden im Artikel von genannt: Es sind die leichtfertig und fälschlich gestellten medizinischen Indikationen zur Zirkumzision. Den meisten Leuten ist das, so denke ich, überhaupt nicht bewusst – dass auch nicht-muslimische Jungen massenweise unnötig beschnitten werden.

#35 |
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Bernd Hoppe
Bernd Hoppe

Man muß den einzelnen stärken, denn die Macht der Gruppe (Religionen, Gewerkschaften, Parteien, Mafia etc.)
zulasten des Unorganisierten ist nichts positives und Ursache großer Unterdrückung.
Der beste Weg: Anonymisierung wie bei Uni Klausuren => Anonymisierte Gerichtsverfahren, anonymisierte öffentliche Auftragsvergabe,
anonymisierte Bewerbungsverfahren etc. und wichtig, algorythmuskontrollierte Wahlverfahren, denn Wahlen sind anonym, aber bei der Auszählung manipulierbar.
Dann werden die Fälle von Lobbyismus, Rechtsbeugung und unlauterer Einflußnahme, um die es hier wohl im Kern geht, stark nachlassen.

#34 |
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Gerhard Willms
Gerhard Willms

“Wer darüber entscheidet, was gut oder schlecht ist, ist und bleibt derjenige, der das am besten kennt”, schreibt Kassem.
Der Mythos eines persönlichen Gottes ist im Nahen Osten entstanden. Dazu gehörten sowohl im Judentum als auch im Islam viele lebenspraktische Regeln: Du sollst dir mehrmals am Tag die Füße waschen (wenn du damals in Sandalen auf staubigen, nicht gepflasterten Wegen unterwegs bist).
Du sollst kein Schweinefleisch essen (weil es damals keine Trichinenbeschau gab durch Veterinäre, weil Schweinefleisch schneller bei Hitze verdirbt in einer Zeit, in der es keine Kühlschränke gab, weil zur Schweinezucht viel mehr Wasser verbraucht wird, als z.B. für die Aufzucht von Ziegen oder Schafen.) Dies sind gewichtige Argumente in Ländern, die zum guten Teil aus wasserarmen Sandwüsten bestehen. Diese Argumente sind in einer wasserreichen Gegend wie Mitteleuropa aber nicht stichhaltig.
Das gleiche gilt für die Beschneidung, ein Ritus, der älter ist, als diese Religionen. Gibt es kaum Wasser zum Waschen, mag eine Beschneidung hygienischer sein. Ist genug Wasser vorhanden, sollte man die Jungen lieber zum regelmäßigen Gebrauch von Wasser und Seife erziehen.
Was heißt hier “Freiheit der Religionsausübung der Eltern”? In die Diskussion 2012 hatte sich ein Oberrabbi aus Israel namens Mezger (sic) eingeschaltet: “Die Beschneidung ist ein unauslöschlicher Stempel, den man nicht ablegen kann”. Was hat das mit Religionsfreiheit zu tun für den Jungen?
Religionsfreiheit muß doch auch bedeuten, daß sich der entscheidungsfähige Mensch für eine Freiheit VON Religion entscheiden kann. Dies kann er nicht, wenn er schon als Säugling oder als achtjähriger solch einen “Stempel” aufgedrückt bekommt.
Sicher ist auch die Kindertaufe im gewissen Sinne eine Vergewaltigung. Allerdings kann man doch wohl nicht das bißchen Wasser mit der irreversiblen Amputation eines Körperteils gleichsetzen.
Danke Mira Knauf für diesen sachlichen Artikel der zur Diskussion anregt.

#33 |
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Gast
Gast

@Kassem: Sie haben ja so recht! Der Schöpfer allein weiß was gut ist und was schlecht. Wenn Gott also wollte dass Männer keine Vorhaut haben dann würde er Kinder ohne Vorhaut erschaffen. Wer sind wir an seiner Weisheit und Güte zu zweifeln und maßen uns an ein von ihm erschaffenes perfektes, reines neues Wesen einfach zu verstümmeln?

#32 |
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herr Kassem Al-ani
herr Kassem Al-ani

Zu Apothekerin Heike
Das ist es, was ich gemeint habe.
Nicht Paulus der Mensch, sondern Gott und seine Propheten halten die Wage des Rechtes und Unrecht.
Wie kann eine Beschneidung in der Vorhaut, wie Gott sagte, zu einer geistlichen Beschneidung werden. Jesus als Israelit wurde selbst beschnitten.
Die Beschneidung kam als Bundzeichen zu Abraham und ihre Beschreibung und Bedeutung auch dort. Das ist ein Gesetz „Gebot“ von dem kein Mensch wie Paulus befreien kann.
Der Auftritt von Jesus galt den Israeliten allein. Er war gesandet worden um die Abtrünnigen Israeliten zu Gott wieder zu bringen. „Kehrt um „ hat er gesagt.
Mit den (Anderen) hatte er nicht zu tun. Ich bin nur den verlorenen Schaffen der Israeliten gesandet worden!
Seinen Jüngern sagte er: Geht nicht zu den Heiden!
Paulus hat die Lehre Christi zu den Heiden genommen. Mit welcher Macht ? fragt man sich?
Bis zum Ende haben ihm weder die Juden noch die Jünger Jesus diesen Schritt verziehen.
Mit dieser Übertragung aber schaffte er eine „Religion“ , die aus verschiedenen Kulten und Ritualen der Völker im römischen Reich enthielt aber den Namen von Jesus trägt. Er selbst sagte den Korinthern in seinem ersten Brief, dass er Leute nur gewinnen wollte:
Den Juden bin ich ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe, einer unter dem Gesetz geworden, um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen. Den Gesetzlosen war ich sozusagen ein Gesetzloser – nicht als ein Gesetzloser vor Gott, sondern gebunden an das Gesetz Christi -, um die Gesetzlosen zu gewinnen. Den Schwachen wurde ich ein Schwacher, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.
Wie nennt man so einen?
Natürlich sagte Paulus gegen die Beschneidung aus, um die Unbeschnittenen zu gewinnen!
Jesus hat gegen Beschneidung nicht gesagt:

Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5:18-19)

Welcher Lehre soll ein Christ folgen? Die Lehre Christus oder die Lehre von Paulus, der von allen (von Jesus Jüngern) verstoßen war?
Jesus hat Menschen wie Paulus schon prophezeit: Paul als Form von Paulus ist lateinischen Ursprungs und heißt „klein“ oder „gering“. (Wikipedia)

#31 |
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Apothekerin Heike Lengsfeld
Apothekerin Heike Lengsfeld

zu Kassem #26 Meine Argumente aus dem Glauben gegen die Beschneidung heute!
Dieser alte Bund, die hier erwähnte Bibelstelle bei Mose(ca. 2000 v.Ch.) wurde im Neuen Testament ersetzt. Der neue Bund, den Jesus mit seinen Jüngern geschlossen hatte, hat 3 Bestandteile, erstens, die Anerkennung Jesus als den Messias, zweitens, der Glaube an die Wiederauferstehung, drittens, die Liebe-Nächstenliebe. Für diesen neuen und ewigen Bund braucht es keine über 600 Gesetze und demnach auch keine Beschneidung. Der neue Bund wurde schon durch den alttestamentlichen Propheten Jeremia im 7 Jhr. vor Christus angekündigt. Viel lebensnäher und ehrlicher ist, was im Römerbrief zu lesen ist:
Bibelzitat: Römer 2, 25 – 29
„25 Die Beschneidung ist wohl nütz, wenn du das Gesetz hältst; hältst du aber das Gesetz nicht, so bist du aus einem Beschnittenen schon ein Unbeschnittener geworden. 26 So nun der Unbeschnittene das Recht im Gesetz hält, meinst du nicht, daß da der Unbeschnittene werde für einen Beschnittenen gerechnet? 27 Und wird also, der von Natur unbeschnitten ist und das Gesetz vollbringt, dich richten, der du unter dem Buchstaben und der Beschneidung bist und das Gesetz übertrittst. 28 Denn das ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, auch ist das nicht eine Beschneidung, die auswendig am Fleisch geschieht; 29 sondern das ist ein Jude, der’s inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Eines solchen Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott.“
Die Beschneidung im christlichen Sinne, ist also eine geistliche, indem man seine Gedanken und sein Handeln nach Jesus Christus richtet, nach dem Evangelium. Die Beschneidung im jüdischen und muslimischen Sinne ist eine fleischliche. Was bringt es für das Seelenheil eines Gläubigen, wenn er beschnitten ist aber im Alltag alle Gesetze übertrete. Viel wichtiger ist es im Geiste beschnitten zu sein, damit man möglichst nicht das Gesetz übertritt. Dieses Phänomen der geistigen Beschneidung nennt man auch geistige Widergeburt. Bei vielen Menschen ist es so, dass sie durch eine sogenannte geistige Widergeburt zum überzeugten Christ in Wort und Tat werden. Diese Widergeburt bedeutet, dass du dein Leben auf Jesus einstellst, also auf das Evangelium. Gelebter Glauben im Alltag in Frieden und Liebe bei allen Religionen auch ohne Beschneidung oder Kopftuch.

#30 |
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Gast
Gast

Wir Ärzte haben leider Nichts zu melden.
Politik sowie Zentralrat der Juden entscheiden über solche Vorhaben.
Allein dieses Artikel könnte bereits die Gefühle der Menschen verletzt haben.
Ich kann mich an meinen Einsatz in Somalia erinnern.
Entweder ihr Ärzte amputiert diesen Mann die Hände oder Wir tun es mit Schwert. ( der Mann war lediglich ein Dieb)

#29 |
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Gast
Gast

Beschneidung ohne medizinische Indikation ist eine perverse Körperverletzung. Jeder, der an Kinder-Penisen herumschnippelt und auch jeder, der das in Auftrag gibt, gehört ins Gefängnis.

#28 |
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Zunächst vielen Dank für diesen Artikel. Die Diskussion über das Thema ist im Interesse des männlichen Kindes notwendiger denn je. Wieso wird die Beschneidung von Mädchen verurteilt, die Beschneidung von Jungen aber gesetzlich erlaubt?
Wäre es nicht an der Zeit unzeitgemäße und archaische Praktiken zur Diskussion zu stellen? Wieso kann ein unbeschnittener Mann nicht Jude sein? Ohne eine Religionsbeschimpfung auszusprechen, aber da muss doch eine Schraube locker sein.

#27 |
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Kassem
Kassem

Manche sagen Beschneidung ist gut, die anderen sagen sie sei schlecht.
die Menschen werden sich ewig über gut und schlecht streiten. Dies deswegen, weil gut und schlecht sich von Zeit zu Zeit, von Volk zu Volk ändert.
Wer darüber entscheidet, was gut oder schlecht ist, ist und bleibt derjenige, der das am besten kennt.
Das ist der Schöpfer der Menschen. Er weist es besser, was gut oder schlecht für seine Geschöpfe ist und hat sie ihnen als Offenbarung gegeben.
Die Beschneidung hat ER im 1. Buch Moses bei den Männlichen Wesen befohlen. Bei den Frauen hat er das nicht befohlen. Das gibt es nur bei primitiven Völkern.
Daher ist die Beschneidung gut aus den positiven Gründen die wir kennen.
Bei den Frauen ist sie nicht gut aus den negativen Gründen, die wir kennen.

Jeder der an Gott glaubt, muss seine Befehle gehorchen. Sonst seine Glaube eine Heuchelei.

#26 |
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Dr Gregor Viethen
Dr Gregor Viethen

Die o. zitierten Beschwerden gesunder circumzidierter Männer (“weniger Gefühl”, “mangelnde Erregbarkeit”) deckt sich mit den Äusserungen in meiner Praxis. Auch werden als Nebenwirkungen sekundäre Strikturen, Narbenbildung bis hin zum schmerzhaften Coitus genannt. Die Beschneidung ist längst nicht so trivial in ihren Folgen, wie es nach Außen den Anschein hat.

#25 |
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Sie
Sie

Saubere Lösung für die Partnerin, viel attraktiver, geringere Empfindlichkeit kann sich ja auch positiv auf die Länge des Aktes auswirken ;)

#24 |
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#23 |
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Gast
Gast

Dr.Krebs
Es ist freiwilige Entscheidung,
Genau wie Gewaltige Belästigung mit Heilige – Wasser bei Taufe.
Eltern dürfen entscheiden.

#22 |
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Gast
Gast

Wenn man liest, das ” Thema erscheint zu banal und zu wenig relevant” und deswegen gebe es wenig Publikationen, dann sei das (allerdings englische) Buch von D. A. Bolnick et al. “Surgical Guide to Circumcision” empfohlen.
Hier werden auf ca. 300 Seiten nicht nur wie der Titel vermuten lässt, chirug. Aspekte behandelt, sondern quasi alles, von der Embryologie des Penis bis zu OP-technischen Spezialfragen. Inklusive auch “The Case Against”, “The Case For” und soziale Hintergründe, von der Prähistorie bis zu diversen religiösen Betrachtungsweisen.

#21 |
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Nichtmedizinische Berufe

#Die hier zugrunde liegende Vermutung einer besseren Hygiene und einem dadurch besseren Schutz wird hier durch einen doccheck-Artikel behandelt,aus dem ich zitiere:
“Bedenken, dass bei Phimose nicht oder nur schwer entfernbare Smegma könnte zu einem erhöhten Risiko für Penis- oder Gebärmutterhalskrebs beitragen gelten als widerlegt, da Smegma keine karzinogene Substanz ist. Eine Zirkumzision als Prophylaxe gegen Penis- oder Gebärmutterkrebs ist keine sinnvolle Behandlungsoption. “

#20 |
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Rerun
Rerun

@B.A Cathrin Zajber: Welchen Körperteil lassen Sie sich denn zwangsweise abschneiden, wenn es anderen hilft? Wer sich vor Gebärmutterhalskrebs schützen möchte, sollte Vorsorge treffen, aber bitte nicht Kindern Teile der Sexualorgane amputieren.

Dies hier sind die gültigen Leitlinien Phimose und diese sind eindeutig: Es gibt keine präventiven Gründe für irgendwas, die ein Vorhautentfernung rechtfertigen könnte. Alles andere ist ein klarer Verstoss gegen die “ärztliche Kunst”.

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/006-052l_S2k_Phimose-Paraphimose_2017-12.pdf

#19 |
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PD Dr. med. Martin Weihrauch
PD Dr. med. Martin Weihrauch

!!Folgendes Gedankenexperiment ist hier hilfreich: Ich gründe jetzt eine Religion, bei der wir Neugeborenen den 4. Zeh des linken Fusses als Gottesopfer amputieren. Der 4. Zeh ist funktionell ubedeutender als die Vorhaut mit ihren 20.000 Nerven. Bis zum 6. Monat darf auch ein Nicht-Arzt den Zeh abknipsen.

Werde ich dafür die Erlaubnis erhalten? Und wenn nicht, warum ist Beschneidung erlaubt? Nur weil diese beiden Religionen 2.000 Jahre alt sind??

#18 |
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Dr. med. Lothar Markus
Dr. med. Lothar Markus

Es gibt einige Leute, leider auch Ärzte, die argumentieren der Art “ideologisch” borniert, daß sie nicht einmal zwischen Beschneidung von Jungen und Mädchen unterscheiden. Solche Leute sollte man von vornherein in die Ecke stellen. Und dort können sie mit dem Gesicht zur Wand reden.

#17 |
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Dr. Valentin Barko
Dr. Valentin Barko

Wenn sich der Staat schon mal nicht im Stande sieht die Kinder vor diesen atavistischen Vesrummelungen zu schützen, sollten zumindest die Krankenkassen rigoros und konsequent die Übernahme der Kosten verweigern, auch für die Behandlung von Folgekomplikationen.

#16 |
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Gast
Gast

„Dabei bezieht sich die WHO unter anderem auf eine Studie, in der es heißt, die Entfernung der männlichen Vorhaut könne das Risiko, sich mit dem HI-Virus zu infizieren, um 60 Prozent senken.“

Aja… und wenn man den Penis und die Hoden im Kindesalter entfernt, dann sinkt das Risiko um 99,99%! Man stelle sich nur die Möglichkeiten vor! Also alles weg und wir haben HIV in weniger als 30 Jahren ausgerottet!

@B.A Cathrin Zajber: Man stelle sich nur vor wir könnten gegen HPV Impfen. Bleibt wohl noch ein Zukunftstraum…

#15 |
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Gast
Gast

Es gab mal eine Zeit, da hieß es: Staat und Religion bleiben getrennt. Das Gesetz steht über der Religion. Religionsfreiheit kann nur soweit gehen, dass andere in Ihren Rechten nicht beschränkt werden. Und wie sieht es aus. Aus unerfindlichen Gründen wird vor religiösen Riten bestimmter Religionen gekuscht. Warum darf der eine schächten, der andere nicht ?
Es gab mal klare Grundsätze zur Beschneidung. Scheinbar werden diese Dinge langsam über Bord geworfen. Und da wundern sich die Politiker und Journalisten über den Rechtsruck in Europa.
Verstümmelungen sind – ausser aus medizinische Sicht – Relikte aus der Steinzeit bis hin zum letzten Jahrhundert, in der einige Vertreter einiger Religionen heute noch verweilen. Und unser Staat schaut zu. Das ist sehr sehr traurig.

#14 |
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Nur die echte Phimose muss operativ behandelt werden und das sind die wenigsten. Es wareben auch auch eine sichere Einnahmequelle für die Urologen.
Mein Sohn hatte vor 12 Jahren eine – physiologische – Phimose und konsekutiv einmalig eine Balanitis. Ich habe damals ausführlich in der pubmed recherchiert. Erst der zweite Pädiater geruhte mir, mit genervtem Blick, eine Östrogensalbe zu verschreiben, die noch extra aus den Niederlanden bestellt werden musste.
Nach vier (!) Tagen Anwendung, 2x tgl. ließ sich das Präputium, bis auf eine winzige restliche Adhäsion, problemlos reponieren. Bei guter Compliance der Eltern liegt die Erfolgsquote bei 90%! Zum Thema Beschneidung aus religiösen Gründen : wäre es nicht konsequent, dann auch die Genitalverstümmelung bei Frauen, bis hin zum “großen Siegel” aus kulturell-religiösen Gründen zuzulassen? Ich finde eine Beschneidung bei wehrlosen Säuglingen und Kindern, ohne handfeste medizinische Indikation, einfach nur barbarisch. Abgesehen von
Problemen mit der Narbenbildung, Beschwerden bei Erektionen und einer herabgesetzten Sensibilitätsschwelle im späteren Erwachsenleben, erleben viele Kinder den Vorgang als Kastrationsandrohung. Hierzu noch ein Link zu einem ausführlichen Artikel
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4903926_2?src=emailthis

#13 |
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Student der Humanmedizin

Ich bin selber im Jugendalter wg. leichter asymptomatischer Phimose beschnitten worden, kenne also beide Zustände aus dem bewussten Teil meines Lebens, ehrlicherweise muss ich sagen, dass es sich in beschnittener Form sehr viel angenehmer und reinlicher anfühlt. Auch beim Sex habe ich keinerlei Probleme weder mit über noch unterempfindlichkeit und meine Freundin findet einen beschnittenen Penis sehr viel angenehmer wenn es bspw. um Oralverkehr geht…

#12 |
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Dr.B
Dr.B

Genitalverstümmelungen an Kindern sollten bestraft und geächtet werden. Bei Mädchen sieht das jeder ein, zumindest hierzulande, bei Jungen offensichtlich nicht. Das muss aufhören! Freie Religionsausübung sollte nicht über der Unversehrtheit eines kindlichen Körpers stehen. Manchmal weiß man nicht was auch ein deutscher Bundesgerichtshof für Flausen im Kopf hat.

#11 |
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Christine Hipp
Christine Hipp

Ob Tätowieren oder Ohrloch Stechen, Zahn behandlung ohne Schmerzmittel, auch Beschneidung(männlich,weiblich)ist und bleibt Körperverletzung!Und daher nach BGB Strafbar. Da gab es einen fall eines HIV invizierten Rabiner der nach jeder Beschneidung den Säuglings Penis in den Mund nahm und so sehr viele Säuglinge Invizierte. Noch 1 GRUND mehr solche Scharlatane zu Melden den sie haben nicht mal eine Aprobation. Jeder Heilpraktiker ja sogar Fußpflegr muß um seine ZULASSUN/APROBATION fürchen und so ein Scharlatan darf alles machen.

#10 |
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Gesundheits- und Krankenpfleger

Interessanterweise drängen häufig Mütter auf eine Circumcission aus unterschiedlichen Gründen. Weil es hygienischer sei, weil die Jungs dann nicht so oft masturbieren, wenn sie in die Pubertät kommen etc.
Ich selbst bedaure mit 15 Jahren dem Eingriff zugestimmt zu haben. Alternativen wurden mir nicht aufgezeigt. Mit fast 60 Jahren habe ich mich dann mit der Vorhautwiederherstellung auseinandergesetzt und auch begonnen. Allerdings würden die Nervenenden dann immer noch nicht wieder vorhanden sein und die Eichel weiter trocken bleiben.
Was die Religion betrifft: Die Circumcission wurde ja durch die Erkenntnis mangelnder Hygiene in den arabischen Völker aufgrund ungünstiger Bedingungen (Wassermangel) als religiöses Ritual aufgenommen. Wir haben die Möglichkeit zum Waschen – so wie die arabische Welt heute auch. Da darf man sich auch mal weiterentwickeln.

#9 |
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Gast
Gast

Frau B.A Cathrin Zajber, das (wenuger Gebärmutterhalskrebs) lässt sich auch mit Hygieneerziehung der Männchen erreichen. Abgesehen davon geht es hier um Deutschland und nicht um die Länder, die Sie im Auge haben.

#8 |
  4
Gast
Gast

Mir sehr (!) großer Sympathie für die Juden sage ich: Die Vorhautbeschneidung an Minderjährigen ohne med. Grund gehört verboten, denn sie ist eine Verstümmelung an Personen, die nicht einwilligen können. Das religiöse Opfer (darum geht es) kann meinetwegen erbracht werden, wenn der Gläubige 18 ist. – Die Krankheitsverhinderung ist ein in der Regel blödsinniges Scheinargument, erst recht der HIV-Unsinn der WHO: Zum einen ist in Deutschland regelmäßige Hygiene möglich, zum anderen gibt es zuverläßigere HIV-Verhinderung als die Beschneidung – die übrigens nur dem Mann nützte…

#7 |
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Pflegepädagogin

super, das statistisch gesehen geringere Risiko für Frauen, z.B. an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, welches für Länder, in denen Männer mehrheitlich beschnitten sind, bleibt gänzlich unerwähnt

#6 |
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Markus Renius
Markus Renius

Es fehlen leider die Hinweise auf alternative Behandlungen bei Phimose, von der Cortisoncreme bis zum Längsschnitt.

Die krasse juristische Fehlleistung, Körperverletzung wegen der wahnhaften Vorstellung eines unsichtbaren Freundes, der die Verstümmelung von Kindern befiehlt zu legalisieren zeigt einmal mehr, dass man jedes Verbrechen begehen kann, wenn man sich in einer mächtigen Gruppierung befindet.

#5 |
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Gast
Gast

#2 ist vollkommen i.O.: Medizinische Indikation

#4 |
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Genitalbeschneidungen bei Jungen und Mädchen aus nicht medizinischer Indikation sollten per Gesetz verboten werden.
Ausnahme:
Wer volljährig ist, kann mit seinem Körper nach eigenem Ermessen verfahren.

#3 |
  7
Gast
Gast

Oh mann! Und mein Sohn war wirklich einer der massive Probleme hatte wegen seiner Phimose und wir haben nicht leichtfertig entschieden die Operation durchzuführen, sondern haben das erst mmit dem 9. Lebensjahr gemacht als er selber entschieden hat ihm reicht es so langsam mit ständigen Entzündungen.

#2 |
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Gast
Gast

Beschneidungen aus religiösen Gründen zu erlauben, halte ich für Körperverletzung und so sollte es bestraft werden.

#1 |
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