NC: 1, Aussagekraft 0

8. Dezember 2017

Ein NC von 1,0 reicht nicht – er ist weder ein Garant für die Zulassung zum Medizinstudium, noch kann er gewährleisten, dass besonders gute Schüler auch sozial kompetente Ärzte werden. Wie schätzen Studenten das Thema ein? DocCheck hat auf dem Campus nachgefragt.

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44 Kommentare:

Nervenarzt
Nervenarzt

Ein Abiturdurchschnitt von 2,9 heutzutage dürfte etwa einem Realschulabschluss aus den 1980ern entsprechen …

#44 |
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Gast
Gast

Ich habe gesehen, dass einige geschrieben haben, dass es ja „noch“ die 60% Auswahlquote gäbe. Ich schreibe bewusst „gäbe“ und das will ich auch jetzt erklären. Niemand soll ich angegriffen fühlen. Das Thema NC ist etwas, was mich seit Jahren belastet.
Ich erkläre erst mal warum ich meine, dass die Auswahlquote nicht wirklich da ist.
Wenn ihr auf die Seite Hochschulstart.de geht und euch die Auswahlgrenzen von WS 17/18 anschaut, dann werdet ihr sehen selbst schon bei der Vorauswahl von manchen Universitäten scheitert man. Nämlich gibt dort es eine Vorauswahlgrenze von 1,3/1,4 in den Universitäten wie Göttingen, Oldenburg, Essen, Hannover und Jena und eine Grenze von 1,8 in ein paar anderen Universitäten. Eine Grenze von 2,5 gibt es auch noch, ob es in Ordnung ist, darüber könnte man noch diskutieren. Aber 1,4 Vorauswahl?..
Wenn ich mir dann die 1. Nachrückverfahren von Auswahlverfahren der Hochschulen mir anschaue, sehe ich nur NC’s von 0,9 bis 1,5 und viele H’s, wobei die H’s nicht unbedingt eine Hoffnung für die mit „schlechteren“ DN bedeutet z.B. steht da auch bei Essen, Oldenburg, Göttingen, Hannover ein H… Aber wie man in den Vorauswahlgrenzen sehen kann, hat man dort eh keine Chancen. Um eine Zulassung in den Universitäten zu bekommen, die die Note von dem Test berücksichtigen, müsste man bei einem Abischnitt von 2,0 einen Test von 1,0 haben, wobei das auch nur in Uni Ulm klappen würde. Also damit der Test sich lohnt, braucht man wieder eine Abinote von ca. 1,5 (vorausgesetzt man bekommt eine 1 in dem Test).
Also was ich sagen möchte, selbst in dieser Quote ist die Durchschnittsnote das, was wirklich zählt. Und selbst bei einem DN von 1,6-1,9 sieht es mit der Zulassung nicht gut aus.

Zu meiner Situation..
Ich habe 2012 Abi gemacht mit einem Schnitt von 2,9. Selbstverständlich wurde ich nicht angenommen. Danach habe ich mich für Pharmazie beworben. Das hat ja noch zum Glück geklappt. Wer über das Pharmaziestudium Bescheid weiß, weiß auch wie schwierig es ist. Neben der allgemeinen Schwierigkeit haben wir auch 2 Staatsexamen + noch eins, wenn man die Approbation für Apotheker haben möchte. Das erste hab ich schon hinter mir und das zweite kommt in einem Jahr. Ich habe mal von einer Freundin ,die gerade fürs Physikum lernt, die Physikfragen gesehen, und muss sagen unsere Fragen waren genauso. Habe aber mit einem Abischnitt von 2,9 trotzdem geschafft. Außerdem Ich hatte auch noch in der Schule Chemie abgewählt. Mit Nullkenntnissen in Chemie, habe ich es angefangen zu studieren. Ja es war/ist schwierig, aber klappt‘s trotzdem. Und ich bin nicht die Einzige.
Ich bin mir sicher, dass die mit 1,0 etc. sehr gute Studenten sind. Sind schlau und fleißig und wie andere Menschen sozial. Die Frage ist eher, ob Menschen mit schlechteren DN, wirklich so krass benachteiligt werden müssen. Es gibt ja für Sie Wartezeitquote…14 Wartesemestern. Ist das wirklich deren ernst? Als ich Abi gemacht habe, hieß es 12. Wenn es so weiter geht, wird es für die, die erst jetzt angefangen haben zu warten ja noch mehr sein. Noch lustiger ist, wenn man studiert (in Deutschland), dann sammelt man keine Wartesemester. Ok die Idee dahinter verstehe ich. Man soll nicht umsonst andere Studienplätze „wegnehmen“, wenn man eh nicht vor hat, in dem Bereich weiter zu arbeiten. Aber man wird sozusagen gezwungen, sich nicht weiter zu bilden. Man kriegt keine Zulassung, weil man „schlecht“ ist und dann darf man sich ja nicht verbessern? (Diejenigen, die Ausbildung machen/gemacht haben bitte nicht falsch verstehen. Ich meine damit, die Weiterbildung im akademischen Sinne.) Ich bin froh, dass ich mich doch fürs Studium entschieden habe, auch wenn es meine Chance je einen Studienplatz in Medizin zu bekommen sehr verringert (Hatte davor 5 Monate Praktikum in einem Krankenhaus gemacht). Auch mit 2,9 verstehe ich, wie und weshalb ein Medikament wirkt, warum sich Resistenzen bilden, was man dagegen machen kann… Welche Krankheitsbilder es gibt, wie man eine Tablette herstellt und wie man die Freisetzung von Arzneimittel ändern kann…

#43 |
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Gast
Gast

In dem Video wird das Auswahlverfahren zum Medizinstudium völlig falsch erklärt. Nur 20% werden allein über die Abinote bestimmt. 60% werden über ein Verfahren festgelegt, bei dem jede Uni eigene Kriterien hat – hier gibt es eigene Tests, Auswahlgespräche usw. Weitere 20%werden über die Wartezeit ausgewählt. Man hätte das Video also genauso auch aufziehen können 12-13 Wartesemester – wird man durch warten ein /e bessere/r Arzt/Ärztin? Das wäre auch kein falscherer Einstieg gewesen. Dass man eine Abi Note von 1,0 braucht, ist schlichtweg eine falsche Aussage!

#42 |
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Gast X
Gast X

Soziale Kompetenz hat nichts damit zu tun dass Ihnen die Patienten am Herzen liegen. Soziale Kompetenz haben Sie wenn Sie es tatsächlich aufrichtig und authentisch schaffen es den Patienten zu vermitteln dass sie Ihnen am Herzen liegen. Dass Sie in Rekordzeit unter maximalem Zeitdruck eine umfassende Anamnese aus ihnen rausquetschen und eine vollständige Untersuchung durchführen aber nicht gehetzt oder abgelenkt wirken, ihnen dabei das Gefühl geben dass Zeit keine Rolle spielt und sie in diesem Augenblick das einzige sind was zählt. Das wünschen sich die Patienten, dann vertrauen sie uns. Wie sie sich nun denken können ist das bei zunehmender Arbeitsbelastung jedoch nicht leicht, so fällt es selbst den sozial kompetenten unter uns immer schwerer diese Stärke für unsere Patienten einzusetzen.

#41 |
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Gast
Gast

Was ist denn überhaupt soziale Kompetenz? Ich (Innere, 1. Ausbildungsjahr, tägliche Arbeitszeit ca. 10 h) kenne in meinem Umkreis keinen Kollegen, dem das Schicksal seiner Patienten egal wäre. Vermutlich ist gemeint, dass sich viele zu wenig Zeit für die direkte Kommunikation mit den Patienten nehmen, weil dafür einfach keine Zeit ist und nach einer ordentlichen Anamnese erstmal nicht mehr so viel rauszuholen.
Und was den Punkt angeht, dass viele in weniger belastende Fachrichtungen abdriften oder sich aus der Patientenversorgung zurückziehen: ist Kinderwunsch ein Zeichen sozialer Inkompetenz?

#40 |
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Gast
Gast

Auch noch zwei Punkte, die schon genannt wurden, die ich aber nochmal unterstreichen will:
1. Soziale Kompetenz und Empathie sind natürlich wichtig, aber wie soll man das halbwegs objektivierbar machen? Das kann nur auf lächerliche Pseudo-Psychotests rauslaufen… oder total subjektive Auswahlgespräche. Niemand kann durch ein paar Minuten Gespräch beurteilen, ob jemand ein guter, sozial Kompetenter Arzt werden kann. Dazu müsste man die Person schon wirklich kennen. Und: Sozialompetenz kann und muss sich auch noch entwickeln.
2. Aufklärung über den Arztberuf und Hilfen für Anwärter, das mit anderen Berufen/Studienrichtungen zu vergleichen, vielleicht sogar eine Art verpflichtende Berufsfindungs-Beratung?
Außerdem sollte man sich überlegen, wie man es verhindern kann, dass Leute vorrangig fürs Prestige studieren, sondern aus Überzeugung. Und: wie kann man gezielt die Talente für den Arztberuf finden und fördern? Das gibt es doch für andere Sparten auch. Da müssen sich doch Tools finden lassen…
Ein “Problem” ist in dieser Hinsicht natürlich: Die Medizin ist so vielseitig, von dem Praktiker über Spezialisten, die verschiedensten Fächer, bis zur Grundlagenforschung oder Gesundheitspolitik. Da können sich freilich die verschiedensten Typen wiederfinden und nicht alle müssen die Sozialkompetenz besitzen, die ein praktischer Arzt braucht. Vielleicht könnte man sich überlegen, ob es sinnvoll wär, da die Ausbildung auch schon früher zu differenzieren? Wie wärs mit einer Art wissenschaftlichen Basisstudium (1-2 Jahre) mit einem “Rundumschlag”, einem Überblick über und Einblick in alle medizinischen/biochemischen Gebiete, währenddessen man, auch mithilfe von Praktika, herausfinden kann, was einem am meisten liegt. Und dann können die Leute, die praktische Ärzte werden wollen, gezielt viel praktischer und etwas weniger ausführlich in den Grundlagenfächern ausgebildet werden.

#39 |
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Gast
Gast

Ein par Monate bis 1 Jahr Praktikum oder FSJ-mäßige Freiwilligenarbeit im gesundheitlichen/medizinischen Bereich als Bewerbungsvorraussetzung fände ich auch eine der sinnvollsten Ideen – würde nach Motivation und Einsatzbereitschaft aussieben statt der super medizin-unspezifische Abi Note. Zusätzlich vielleicht noch andere Maßnahmen, die ähnlich wirken. Ein TMS-ähnlicher Test mit fachspezifischen Grundlagenwissen, auf den man sich vorbereiten kann/muss ist auch sinnvoll. Ich denke wenn man verschiedene solcher Verfahren, die an den richtigen Stellen ansetzen kombiniert, könnte man schon ganz gut die richtigen Leute rausfiltern. Abi Note könnte man hingegen komplett weglassen oder wenn nur sehr gering gewichten.

#38 |
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Gast
Gast

Auswahlmodell in Hamburg:
-20% NC – hierbei sollte man vielleicht die “Berechnung” des Abischnitts verändern: irrelevante Fächer wie Sport/Musik nicht einrechnen, dafür aber relevante Fächer wie Biologie/Chemie
-20% Wartezeit
-60% Auswahltests: Zunächst ein naturwissenschaftlicher Wissenstest, dessen Punkteergebnis auf den Abischnitt addiert wird (evtl. auch hier “Neuberechnung”, ansonsten erneut obiges Problem). Anschließend für eine große Zahl an Bewerbern, die es noch nicht geschafft haben, ein Auswahlgespräch mit verschiedenen Aufgaben zB in Form von Rollenspielen.

Das bei weitem beste Auswahlverfahren, das ich bisher gesehen habe, könnte ein Beispiel sein für die Reformen 2020.

#37 |
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Student der Humanmedizin

Es bedarf wirklich eine Änderung. Die Zahlen liegen auf der Hand : 43.184 Bewerber auf 9.176 Studienplätze. Diese Bewerbermasse muss überdacht werden. 40-60% der Bewerben sehen den Beruf “Arzt” als hohes Prestige; da gehört aber mehr dazu & DAS muss auch den jungen Erwachsenen vermittelt werden.

Das 3 Monat andauernde Pflegepraktikum ist eine Voraussetzung des 1. Staatsexamens. Wieso setzt man dieses nicht als Bewerbungsvorraussetzung voraus? Würde definitiv 15.000 Bewerber weniger sein und die Krankenhäuser profitieren auch davon.

#36 |
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Christian
Christian

Ein total faires System ist bei der gigantischen Menge an Anwärtern nicht möglich! Wenn sich auf 9000 Plätze 40000 beswerben, dann muss es nunmal irgendeine Regelung geben.
Soziale Kompetenz spielt vorher doch gar keine Rolle, fast 50% der Studenten sind bis zum 5 Semester raus. Während der Studienzeit entwickelt sich ein jeder, vielleicht kommt die soz. Kompetenz erst dann. Trotzdem gibt es auch viele gute Ärzte ohne irgendeine soziale Kompetenz.
Allerdings ist unser System zu veraltet, 80% gehen über die Abinote und nur 20% über Wartezeit! Das muss stark geändert werden! Und medizinische Ausbildungen haben in Deutschland für die Studienbewerbung quasi keinen Stellenwert! Ich hatte nach zwei medizinischen drei-jahres-Ausbildungen inklusive med. Weiterbildungen, also 12 Wartesemestern, denselben Stellenwert wie jemand, der 6 Jahre Taxi gefahren ist. FSJ etc. sind sinnvoll und sollten mehr an Anerkennung gewinnen!!
In der Schweiz zählt nur der TMS, dort EMS, allerdings muss man da zu den besten 800 gehören, von knapp 6000 Bewerbern – was meiner Meinung nach das deutsche System fairer macht.
Das NC System ist notwendig, allerdings in vielen Punkten zu veraltet!

#35 |
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Gast
Gast

Ich bin auch der Meinung der NC sagt nichts aus, denn er gibt nur an wie gut jemand auswendig lernen kann. Als ich angefangen habe zu studieren war ich schockiert wie wenig meine Kommilitonen Zusammenhänge verstanden haben und über den Tellerrand gucken konnten. Ich denke solche Kompetenzen sind es, die wir in medizinischem Berufen benötigen. Zu lernen, dass es kein “Schema F” gibt, das man auswendig lernen kann, sondern dass einem das “Talent im auswendig lernen” nichts bringt. Aber dass lernt man eben nur in der Praxis! Deswegen wäre ich für ein Jahrespraktikum o.ä. im Krankenhaus als Voraussetzung. Dann würden die ganzen “ich studiere es weil es beliebt ist” Abiturienten schnell abspringen.

#34 |
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Dr. med. Thomas H.
Dr. med. Thomas H.

Die Abbrecherquoten in der Humanmedizin sind mit 5-10% je nach Quelle deutlich unter denen fast aller anderen Studiengänge, eine mangelnde Motivation der Studenden kann also nur schwer untestellt werden:

http://www.mft-online.de/presse-standpunkte/pressemitteilungen/2010/-sinkende-abbrecher–und-steigende-absolventenzahlen-bei-medizinern

Soziale Kompetenz ist sicher ein gutes zusätzliches Auswahlkriterium, wenn Sie nach fairen und objektivierbaren Maßstäben geprüft wird – einfache Auswahlgespräche sind extrem anfällig für Bias und Manipulationen. Ich habe im Laufe meines Studiums und Berufslebens viele Beispiele für engagierte, empathische und sozial hochkompetente Menschen kennengelernt die ein Einserabitur und / oder -Examen abgelegt hat. Wer behauptet, dass Intelligenz und Leistungsfähigkeit mit einer niedrigen Sozialkompetenz gekoppelt ist soll das bitte belegen!

#33 |
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Gast
Gast

Ich finde ein einser Abi sagt nicht viel aus. Sehr viele Einser Abiturienten sind vielleicht Hochbegabt und musste eher weniger f

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Ich plädiere auch für eine einjährige Wartezeit i. S. eines obligaten Vorbereitungsjahres vor Studienbeginn. Damit würden sich manche der hier genannten Probleme rasch auflösen.

#31 |
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Studentin der Humanmedizin

Eins verstehe ich gerade nicht – hier wird immer von Einserabiturienten gesprochen und denen ohne Einser-Abitur. Alle behaupten, dass ein Einserabitur etwas über die Motivation und Eignung fürs Studium etc. aussagt.
Was ist mit jemandem mit 1,5 – ist der so viel schlechter und weniger motiviert als jemand mit 1,0? Momentan kommt man ohne 1,0 nicht mehr rein. Da reicht schon eine einzige Sport-/ Kunst-/ Musik- … Note aus damit der Traum vom Medizinstudium platzt. Ist das fair?!

#30 |
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Pillendreher
Pillendreher

In der DDR gab es ein Vorbereitungsjahr (Pflicht) im Krankenhaus. Man hatte da zwar schon die Zulassung, aber man wußte, was auf einen zukommt. Junge Ärzte mit 1,0 Abi sind als Assistenten oft total arrogant, lassen sich von einer 30 – Dienstjahre Oberschwester gar nix sagen, glauben, sie sind die Götter in Weiß. Dabei können sie noch gar nix! Junge Leute mit hoher Motivation, aber “schlechteren” Noten (1,5 – 2,0) sind die Verlierer im System, wären aber exakt jene Ärzte, die wir dringend brauchen. Ärzte, die nach teurem Studium nicht Richtung Ausland gehen, sondern erst mal hier ihren Dienst am Menschen versehen. Der NC ist total bescheuert, veraltet und sagt wenig über die Qualifikation aus (in jedem Studienfach!)

#29 |
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Gast
Gast

Und wie ein Vorschreiber erwähnte, auch diese Abbruchzahlen würden ganz sicher verschwindend gering werden weil die jenigen die nach einem Wartejahr noch immer Medizin studieren wollen, wollen das halt wahrscheinlich wirklich mehr als jemand der direkt von der Schule kommt.

#28 |
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Gast
Gast

Ich fände eine der besten Ideen wäre, wenn man einfach ein Jahr warten muss.
So würden schon mal die ganzen “oh ich studiere mal Medizin mit 1,0 weil ich nicht weiß was ich machn soll” weg fallen.
Außerdem ist es echt wertvoll wenn man in dem einen Jahr z.B was anderes Studiert, ne Ausbildung anfängt, Pflegepraktikum macht etc.
Viele Kommilitonen haben in ihrem Leben nichts anderes gemacht als Medizin zu studieren.
Ich selber hab Zivi gemacht und ein Jahr Wirtschaft studiert und dann wusste ich zu 100% ich will Medizin machen.
Direkt nach dem Abi weiß man einfach oft noch nicht was ma eigentlich will.

#27 |
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Student der Humanmedizin

Wir brauchen mehr Aufklärung über den tatsächlichen Beruf des Arztes/der Ärztin. Die Abbrecherquote nach der ersten Woche im Präppsaal ist hoch und diese Plätze dann für besser geeignete Menschen verloren. Das Arzt-Image zieht leider zusätzlich auch noch viele falsche Leute an. Den Spruch “mit meinem 1,0er Abi kann ich doch nicht “nur BWL” studieren” ist an unserer Uni leider zu oft gefallen. Wir haben mit 184 Studenten angefangen – davon sind (im 11. Semester) nun noch 38 da… . Besser Aufklären und erst dann die Zugangsvorraussetzungen anpassen!

#26 |
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cand. med. Michael
cand. med. Michael

Ein wirklich faires gutes Verfahren gibt es zur Zeit nicht. Die soziale Komponente ist wahrscheinlich garnicht abprüfbar. Ein Medizinertest, egal welcher Art, ist unfair ohne Ende denn alle Tests prüfen nur eine Tagesform. Der Aufbau gleicht einem IQ-Test, allerdings sind die Aufgabentypen meist bekannt und es gibt Vorbereitungsseminare. Das ist teuer, aufwendig und manipulierbar.
Die Abiturnote ergbit sich wenigstens aus der Leistung und Motivation über einen längern Zeitraum (2 Jahre). Insgesamt empfinde ich sie als aussagekräftiger. Eventuell sollte man einen Landes- und Jahrgangskorrekturfaktor berücksichtigen um Niveauunterschiede auszugleichen. Auch wenn mein Schnitt heute nicht mehr für einen Studienplatz auf Anhieb reichen würde. Es gibt einfach nicht genug Plätze für alle und die, die das Nachsehen haben, werden immer meckern.

#25 |
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Student
Student

Was sagt das Abitur aus bezüglich der Eignung fürs Medizinstudium?
Ich kann euch/Ihnen aus meiner Erfahrung im Medizinstudium an der HHU (7.Semester) sagen: Nichts!
Einfühlungsvermögen und echtes Interesse beobachte ich eher bei Kommilitonen/innen, die bereits eine Ausbildung im medizinischen Bereich haben.
Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen nem 1,5er Abi (haben manche von den Wartezeitlern) und 1,0??? Irgendwie ist das System total bescheuert :-)
Schönen Tag noch

#24 |
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Dr. Alexandra Buehler
Dr. Alexandra Buehler

Bin Veterinärmedizinerin und selbst über 10% Besten-Quote beim TMS reingekommen. Mit meinem Abi hätte es sicher nicht gereicht, vorallem, da ich in der Oberstufe keine Lust mehr auf Schule hatte…
Und damals war es schwieriger ein VetMed Platz zu bekommen als ein Med-Platz…
Nicht nur deshalb denke ich, daß Abi-Noten alleine nichts aussagen über die (späteren) Fähigkeiten als Mediziner.
Die Soziale Komponente bleibt leider sehr oft außen vor ;-/

#23 |
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Gast
Gast

Die Chirurgie ist doch eher martialisch veranlagt, kann man von einem Chirurgen Empathie erwarten

#22 |
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Gast
Gast

Zu #20: Die aktuellen Rahmenbedingungen, egal ob in Kliniken oder in der Ambulanz können einem tatsächlich die Freude am Arztsein verderben. Nach wie vor schrubben wir Stunden ohne Ende, denn in der regulären Zeit ist die Arbeit nicht zu schaffen. Auch für erfahrene Kollegen, die parallel eine 30-Betten-Station betreuen, eine zweite Station beratend mitbetreuen (in Ermangelung eines zweiten approbierten Kollegen),Funktionsdiagnostik durchführen und Konsile machen, zumindest teilweise die Notaufnahme mit versorgen, da der dort eigentlich tätige Kollege gerade Rettung fährt, …, ist dies nicht zu machen. Ach ja, hab noch DRG-Kodierung und Qualisicherung vergessen. Und Dokumentation aller durchgeführten Gespräche, Angehörigen-Gespräche, durchgeführter Maßnahmen, …
Aber die Bezahlung ist mittlerweile besser geworden, sicher nicht adäquat im Vergleich zu anderen Bereichen, aber besser. Ich habe 1998 als AiP 1345,08 DM bekommen, 2006 als Facharzt 1600€ (mit Diensten, nach denen nicht nach Hause gegangen würde). Das war echt mies. Für meine Begriffe könnte ich mich mit weniger Geld abfinden, wenn ich dafür bessere Bedingungen hätte und wieder mehr leben könnte. Also bedarf es außerdem einer gehörigen Portion Idealismus und Leidenschaft, um Arzt zu sein.

#21 |
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Gast
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Ganz wichtiger Punkt: die heutigen Bedingungen und Bezahlung im Arztberuf verdienen nicht diese Mühen und diese Aufopferung.

#20 |
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Gast X
Gast X

@ Dr. Peveling: natürlich nicht, aber es gibt auch überdurchschnittlich intelligente Menschen die kein Einserabitur erreichen. Und es gibt überdurchschnittlich intelligente Menschen die zwar ein Einserabitur erreichen können aber für den Arztberuf vollkommen ungeeignet sind. Nicht zu vergessen die vielen hochintelligenten Einserabiturienten die sich nicht für den Arztberuf interessieren und lieber einen anderen Beruf erlernen.
Wer nur kleine Genies als zukünftige Mediziner akteptieren will soll doch bitte einmal nachrechnen wieviele Genies es wohl gibt, wieviele Ärzte wir brauchen und wieviele Genies kein Interesse daran haben sich das anzutun. Auch wenn hier jeder gerne von Prof. Dr. Unfehlbar behandelt werden möchte… die meisten von uns sind Menschen und damit nicht perfekt.

Und nur mal so am Rande: kann sich noch jemand erinnern welchen völlig unwichtigen Schwachsinn er für seine Abiturprüfung lernen musste?

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Eine hochstehende Intelligenz ist allerdings auch nicht unbedingt hinderlich.

#18 |
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Gast
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Natürlich meine ich up to date

#17 |
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Gast
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Ein Studium der Medizin kann man sicher auch mit einem nicht so perfekten Abi bewältigen. Na klar braucht es Motivation, die Fähigkeit und den Willen, sich Wissen anzueignen und das Studium, die Facharztausbildung durchzuziehen, immer Update to date zu bleiben. Aber zum Arztberuf gehört auch Achtung und Respekt vor dem Leben, dem Menschen, dem Patienten, vor anderen, vor der Arbeit anderer. Es braucht natürlich auch soziale Kompetenz, wenn mit Menschen gearbeitet wird. Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine Ausbildung in einem medizinischen Beruf, insbesondere in der Pflege, eine gute Basis für den Arztberuf ist. Eine „Berufsausbildung mit Abitur“, so wie das es früher gab und in anderen Ländern gibt, wäre echt gut. Vielleicht nicht in 3, sondern in 4 Jahren, da hat man eine abgeschlossen Berufsausbildung und ein (Teil)Abitur. Und noch ein Jahr, um auch persönlich zu reifen. Dazu kommt, dass man auch noch eine andere Perspektive bekommt. Und sollte es doch nicht ganz die richtige Wahl gewesen sein, merkt man das recht früh und kann noch umschwenken. Dafür müsste natürlich unser Schulsystem mal überdacht werden.
Und für diejenigen, die vordergründig Freude am Wissen und der Wissenschaft haben und gar nicht so sehr am Patienten arbeiten möchten, gibt es auch Möglichkeiten und auch diese Leute werden (dringend) gebraucht und verdienen Respekt.

#16 |
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Gast
Gast

Mich stört diese Schwarz-Weiß-Einstellung in den Kommentaren. Als hätten sich hier entweder nur 1-oder Mittelmaß-Studenten, nur überempfindliche oder doch hoch pragmatische Patienten versammelt. Die Ärzte sind wie alle anderen Menschen sehr farbenreich verschieden. Und es ist nun mal die Wahrheit, dass sehr viel Selbstdisziplin für das Studium und für den Job notwendig sind. Selbstdisziplin bedeutet vor allem ein enormer Verzicht, der nur durch eine noch höhere bewertete Motivation möglich ist. Knapp gesagt- alle fertigen Ärzte mussten durch irgendeine Hölle durch (ob Abi oder später Studienplatzsuche) und wir als Patienten müssen dankbar und respektvoll sein. Wenn man höflich und taktvoll ist, wird man seltenst schlecht behandelt.

#15 |
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Christine Ihl
Christine Ihl

#12 ich kann Ihnen gar nicht sagen wie sehr Sie mir aus der Seele sprechen.

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Gast X
Gast X

Gespür natürlich ohne h ;-)

#13 |
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Gast X
Gast X

@Dr. Robotka-Rau: Sie haben Recht. Um den Stoff zu bewältigen und sich das wichtige Grundverständnis anzueignen braucht man ein gutes Gedächtnis, eine starke Auffassungsgabe und viel Disziplin und Freude am Lernen. Der Umkehrschluß dass diese Voraussetzungen nur bei 1,0-Abiturienten im nötigen Ausmaß vorhanden sind trifft jedoch nicht zu. Man mag es nicht glauben, aber auch um ein 1,7 oder 2,0 Abitur zu bekommen braucht man all diese Fähigkeiten. Nicht jeder der kein Einserabi hat ist deshalb faul, lernbehindert oder begriffsstutzig. Im Gegenteil: wer noch andere Interessen ausserhalb der Schule pflegt (z.B. freiwillige Jugendarbeit, Jugendsanitäter, Sportverein, THW, Musik usw.) entwickelt früh ein dringend erforderliches Gespühr für eine ausgewogene Work-Life-Balance und schult ausserdem seine sozialen Fertigkeiten. Alles wichtige (unter Umständen überlebenswichtige) Eigenschaften im Arztberuf. Wer bereits in seiner Jugend die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden übertriebenem Ehrgeiz unterordnet und keinerlei Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse entwickelt, keinerlei Frustrationstoleranz für Fehlschläge und eigene Schwächen entwickelt, wer nur seinen Intellekt aber nicht seinen Charakter festigt und weiterentwickelt kann sich vielleicht irgendwann zur “Elite” rechnen und hat bestimmt eine großartige Karriere vor sich, wird aber dadurch nicht unbedingt ein guter Arzt.

#12 |
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Dr Gabriela Robotka-rau
Dr Gabriela Robotka-rau

Ein 1er Abi sagt nichts über die empathischen Fähigkeiten aus, aber es sagt immerhin aus, dass diese Person willig und fähig ist, sich eine Menge an Wissen in den Kopf zu schaufeln.
Ohne diesen Willen und die Fähigkeit dazu ist die verdammt große Wissensmenge und Komplexität nicht zu bewältigen. Was nützt mir ein netter Internist, der aber nicht genug Fachwissen hat????
Und was soll das Vorurteil, dass fleißige und einigermaßen intelligente Menschen nicht empathiefähig sind???
Wer uuuuunbegingt Mediziner werden will, aber leider dramatisch sein Abi verhauen hat, der muss halt den längeren und vielleicht steinigeren Weg gehem. Irgendwie wie vom Arzt erwartet, er muss alles können, alles wissen, alles tun und noch dabei total lieb sein. Selbst für Halbgötter ist das zuviel verlangt!

#11 |
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Claus Gotzmann
Claus Gotzmann

Und wie fast immer in der Medizin, man kann das (med.) Problem so oder so lösen und wenn man dem Anderen mit echtem Interesse und bis zum Schluß (!) zuhört, kann man in den verschiedenen Argumentationsketten oft auch eine nachvollziehbare Logik finden.
Es bedarf keiner 1er NC, sondern eines echten Interesses am Wohl des Menschen, am kritische Hinterfragen seiner eigenen Fähigkeiten und der Bereitschaft bei neuen Informationen oder Ideen den eigenen Vorschlag zu verwerfen.

Wir brauchen Mediziner, die Menschen lieben, die das Leben lieben und Krankheiten oder Leiden verabscheuen und doch genug Kraft haben sie mit dem Pat. durchzustehen ggf. bis zum Ende.

#10 |
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Dipl.Ing. Otmar Mauritius
Dipl.Ing. Otmar Mauritius

Herr Dr. Troendle,
wer reagiert sich denn hier ab? Das Fischersche Zitat gebe ich gerne zurück. Wenn Zahnärzte wie die von Amedis soziale Kompetenz mit Witze machen und Trinkfestigkeit interpretieren, dann ist das schon bezeichnend, dass sie dort fehlt. Übrigens war ich sehr gut bedient bei Zahnärzten, die sowohl hohe soziale Kompetenz, neben hervorragender medizinischer und manueller Kompetenz aufwiesen.

#9 |
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Gast
Gast

Leider ist es doch so,dass zumindest einem Zahnarzt mit einem 1 er Abi nicht unbedingt geholfen ist.Er benötigt dringend handwerkliche Fähigkeiten und die lernt man nun mal nicht auf dem Gymnasium.So ein Zahnarzt muss Präzisionsarbeiten mit den Händen anfertigen können und es ist leider so,dass man das wirklich suchen muss. Habe viele Zahnmedizinstudenten erlebt,welche in einem Labor versuchten,handwerklich zu arbeiten und sich dabei bald die Finger verbogen haben.Und leider nur sehr wenige Zahnärzte kennengelernt,welche wirklich hochpräzise Arbeiten anfertigen können und diese auch mit viel Geschick perfekt abdrücken können.Mit solchen handwerklich begabten und geschickten Zahnärzten macht die Zusammenarbeit als Zahntechniker übrigens auch wirklich Spaß und das Ergebnis kann sich dann sehen lassen.Das alles hat mit einem Einser Abi nichts aber auch gar nichts zu tun.Beitrag 4 hat absolut Recht.

#8 |
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Die oben genannten Fachgebiete brauchen für ihr angestrebtes Studium ein Prädikatsabitur.
Juristen- Voraussetzung für den diplomatischen Dienst-,die als Diplomaten unser Land in der Welt vertreten können das auch mit einem „rite“ tun.
Manches, was da so passiert, findet darin eine Erklärung !!
Ein tüchtiger Veterinär auf dem Lande braucht dagegen ein „summa cum laude“
Absurd dieser NC.
O tempora o mores

#7 |
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Gast
Gast

Ich finde, Empathie ist dann wichtig wenn die Prognose für den Patienten aussichtslos ist, wenn ich nur den Blinddarm entfernt haben muss, na dann hoffe ich auf einen kompetenten Chirurgen, der sein Handwerk versteht. Empathie spielt da eher eine untergeordnete Rolle

#6 |
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Herr Dipl. Ing. googeln Sie mal, was unser Ex-Aussenminister Fischer einmal zum Parlamentspräsidenten sagt : „ Mit Verlaub, Sie sind ein ……….
Hatten Sie mal schlechte Erfahrungen bei Zahnärzten und müssen sich jetzt so abreagieren ??

#5 |
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Dipl.Ing. Otmar Mauritius
Dipl.Ing. Otmar Mauritius

nachdem ich gegoogelt habe und sah dass die Ärztegemeinschaft Amedis eine Zahnärzte- Gemeinschaft ist , wurde mir klar, dass diese Ärzte keine Ahnung haben was Soziale Kompetenz ist und bedeutet. Bei denen ist das wichtigste die handwerkliche Fähigkeit, Empathie brauchen die kaum.

#4 |
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Ärztegemeinschaft Amedis
Ärztegemeinschaft Amedis

Die Konditionen sind ja klar. Wer also Medizin studieren will kann sich danach richten und eben die Leistungen bringen. Ich denke, dass die AbiNote einen hohen Vorhersagewert hat für den erfolgreichen Abschluss des Studiums. So werden Studienplätze schon mal nicht an Leute verplempert, die im Studium scheitern. Was sind bitte soziale Kompetenzen? Das man gut Witze erzählen kann? Trinkfest ist? DAs klingt gut, aber was soll es bedeuten. Ist der Mensch mit 18, der das Studium aufnimmt noch der gleiche wie der 40 jährige Arzt. Mir ist das zu schwammig. Hat so was von Trostpflaster für die, die es sonst nicht packen.

#3 |
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Gast
Gast

Im Übrigen sind die “Soldaten” und die hierarchischen Strukturen in der Ärzteschaft auch hinderlich, was die Etablierung einer Fehlerkultur in Medizin bzw. Ärzteschaft angeht. Denn dann müsste der ganz oben dran, nämlich der Herr Prof. Dr. , ja zugeben, dass er fehlerhaft ist wie jeder andere auch. Und dann werden möglicherweise darauffolgend die hierarchische Strukturen per se in Frage gestellt. Und eines geht beim Herr Professor ja nun mal gar nicht: Dass man ihm widerspricht.

#2 |
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Gast
Gast

Das Problem ist nicht der NC. Entsprechende Ärzte sind meist fachlich kompetent. Allerdings nicht unbedingt menschlich. Der Preußische Militärarzt ist ein viel größeres Problem. Und menschliche Wärme, soziale Kompetenz, fachliche Kompetenz und Führungsstärke schließen sich eben nicht aus. Das wird nur von der entsprechenden Kultur der Ärzteschaft so vorgelebt und so suggeriert, dass das nicht ginge.

#1 |
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