Oh Wunder! Heilung durch Vitamin B17

2. Februar 2018

Jede Krankheit ist heilbar – so lautet zumindest das Versprechen dubioser Anbieter im Internet. So lasse sich etwa Krebs durch Aprikosenkern-Extrakt heilen. Schuld daran, dass die angepriesenen Therapien nicht längst bei allen Patienten eingesetzt werden, sei die Pharmaindustrie.

Besonders Krebspatienten sind empfänglich für alternativmedizinische oder komplementäre Verfahren. Befragungen in Deutschland ergaben, dass 21 bis 78 Prozent der Krebspatienten – je nachdem, in welchem Krankheitsstadium sie befragt wurden, die konventionelle Behandlung mit komplementären Methoden ergänzen. Bei manchen Tumorerkrankungen, wie beispielsweise dem Mammakarzinom, steigt der Anteil sogar auf 90 Prozent an. Grund hierfür ist häufig der Wunsch der Patienten, aktiv etwas gegen die Erkrankung zu tun und alle möglichen Therapieoptionen auszunutzen.

Die Begriffe „Komplementärmedizin“ und „Alternativmedizin“ werden häufig synonym verwendet. Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Die American Cancer Society versteht unter „Komplementärmedizin“ alle Maßnahmen, die ergänzend zur Standardtherapie durchgeführt werden. Sie sollen die Lebensqualität verbessern oder Nebenwirkungen reduzieren. Alternativmedizinische Verfahren dagegen ersetzen die konventionelle Behandlung.

Unsere Ur-Großeltern hatten kein Krebs …

Alternativmedizinische Maßnahmen reichen von Nahrungsergänzungsmitteln über Hyperthermie bis hin zu Geistheilungen. Viele der Maßnahmen bauen auf Theorien auf, die schon im 19. Jahrhundert oder Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden.

Besonders beliebt ist in diesem Bereich der deutschamerikanische Arzt Max Gerson (1881–1959). Dieser hatte behauptet, dass Krebs „keine lokale, sondern eine allgemeine Krankheit [ist], deren Ursache vor allem Nahrungsmittel sind, die durch moderne Anbaumethoden und die Nahrungsmittelindustrie vergiftet wurden“. Und die Alternativ-Mediziner können auch beweisen, dass die Gerson-Therapie wahr ist: So gab es im Jahr 1900 weder künstliche Düngemittel noch industrielle Landwirtschaft. Zu dieser Zeit starb nur ein Prozent der Menschen an Krebs. Mittlerweile sind es jedoch über 35 Prozent. Dank Dr. Gerson ist also ein Heilmittel gegen Krebs schon seit langer Zeit bekannt, wird jedoch bis heute von der Pharmaindustrie und der Schulmedizin vehement unterdrückt, so die Verfechter der Theorie.

… dafür aber Tuberkulose

Es mag wohl stimmen, dass heutzutage deutlich mehr Menschen an Krebs erkranken und daran sterben als noch vor 120 Jahren. Doch dies liegt wohl weniger an den Lebensmitteln, sondern vielmehr an der gestiegenen Lebenserwartung. Während 1870 eines von drei neugeborenen Babys noch vor seinem ersten Geburtstag starb und jedes zehnte Kind seinen fünften Geburtstag nicht erlebte, ist der Tod vor dem 60. Lebensjahr in Deutschland mittlerweile selten geworden – dank des Fortschritts der Medizin.

Auch Infektionskrankheiten als Todesursache sind deutlich seltener geworden. An Tuberkulose beispielsweise starben Ende des 19. Jahrhunderts jedes Jahr etwa 160.000 Menschen. Immer mehr Menschen werden daher so alt, dass sie ihre Krebserkrankung noch erleben.

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Wirksamkeit: unbewiesen bis toxisch

Um die Wirksamkeit ihrer Wundermittel zu untermauern, picken sich die Anbieter eine Theorie bzw. eine Publikation aus der Vielzahl der Veröffentlichungen heraus, die in ihr Konzept passt. Andere Studien werden ignoriert. Häufig werden auch die unterschiedlichsten Verschwörungstheorien rund um die Pharmaindustrie aufgestellt.

Ein Beispiel: Amygdalin, oder Vitamin B17, wie es in alternativmedizinischen Kreisen genannt wird, ist ein cyanogenes Glykosid, das unter anderem in Aprikosenkernen vorkommt. Nehmen Menschen mit Krebs diesen Stoff zu sich, gelangt er über die Blutbahn auch zum Tumor. In den Krebszellen, so die Theorie, spaltet das Enzym beta-Glucosidase die tödliche Blausäure ab. In der Folge sterben die Krebszellen.

Entdeckt wurde Amygdalin in den 20er Jahren von Ernst Krebs. In Tierversuchen konnte der Substanz eine antitumorale Eigenschaft nachgewiesen werden. Immer wieder erscheinen zudem Publikationen, die der Substanz in vitro eine gewisse Wirksamkeit gegen Krebs nachweisen [1, 2]. Da Amygdalin nicht patentierbar ist, so die Argumentation eines Anbieters, sei keine Pharmafirma bereit, die Forschung zu finanzieren. Ein weiterer Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, darunter auch Amygdalin, schreibt, dass von der Lobby der Pharmafirmen haarsträubende Gesetzesvorlagen durchgesetzt wurden.

Dass mehrere Studien keine Antitumorwirkung bei Krebspatienten finden konnten [z. B. 1, 2], wird von den Anbietern verschwiegen. Zudem wurde 1982 Amygdalin in einer Phase-II-Studie an 178 Menschen mit Tumorerkrankungen getestet. Die Substanz war damals den Menschen über 21 Tage intravenös verabreicht worden. Das Ergebnis: Amygdalin konnte weder die Lebenszeit verlängern, die Beschwerden verbessern oder das Krebszellenwachstum in Schach halten. Dafür besteht – vor allem bei oraler Einnahme – die Gefahr einer Cyanid-Vergiftung.

Der Glaube an das Übernatürliche

Einige Alternativmediziner versuchen mit der Kraft des reinen Bewusstseins, der sogenannten Quantenheilung, Krebs und andere Erkrankungen zu heilen. Andere schwören auf eine ganzheitliche Therapie auf körperlicher Ebene – also Entgiftungsmaßnahmen und spezielle Ernährung – sowie auf geistiger und seelischer Ebene durch mentale Arbeit. Wieder andere sehen eine Krebserkrankung als den Fluchtweg einer gepeinigten Seele an und setzen daher auf Hypnosetherapien, Heilmagnetismus und Schamanismus.

Eine weitere große Gruppe besteht aus den sogenannten Geistheilern. Dies sind Menschen mit vermeintlich übernatürlichen Kräften, die sich als „Kanal“ für Energie oder Kraft verstehen. Diese Energie oder Kraft geben sie an ihre Patienten weiter. Zusätzlich hierzu wenden die Heiler auch Entspannungsübungen, Meditation, suggestive Techniken oder ähnliches an. Auch Fernbehandlungen sind möglich. Erkrankungen wie Krebs werden häufig als eine Botschaft Gottes verstanden. Der Heilerfolg hängt demnach auch vom Bewusstseinszustand, dem Glauben und dem Willen des Patienten ab.

Früherer Tod mit Alternativmedizin

Ob die Anbieter selber an ihre alternativmedizinischen Verfahre glauben oder ob sie nur aus Profitgier handeln, ist schwer bis kaum zu beurteilen. Dass alternativmedizinische Verfahren jedoch nicht das halten, was Anbieter versprechen, zeigt folgende Untersuchung:

Für ihre Studie haben Skyler Johnson und Kollegen von der Yale School of Medicine etwa 280 Menschen mit nicht-metastasierten Krebserkrankungen (betroffen waren Brust, Prostata, Lungen und Darm) analysiert, die versuchten, ihren Tumor mit alternativen Methoden zu behandeln. Welche alternativmedizinischen Verfahren die Betroffenen angewendet haben, wurde allerdings nicht untersucht. Als Vergleich dienten den amerikanischen Wissenschaftler 560 konventionell behandelte Patienten mit merkmalsgleicher Erkrankung.

Fünf Jahre nach der Erkrankung lebten noch 55 Prozent der alternativmedizinisch behandelten Patienten und 80 Prozent der konventionell Behandelten. Nach Abgleich klinischer und soziodemografischer Einflussfaktoren war die Wahrscheinlichkeit innerhalb der fünf Jahre zu versterben für alternativmedizinisch behandelte Brustkrebspatienten fünfmal, für Patienten mit Darmkrebs viermal und für Menschen mit Lungenkrebs doppelt so hoch im Vergleich zu konventionell behandelten Tumorpatienten.

Allein bei Prostatakrebs wirkte sich die Form der Behandlung, also Alternativmedizin oder konventionelle Behandlung, nicht auf die Mortalität aus (86 % vs. 92 %). Verwunderlich sei dies jedoch nicht, so die Autoren, da dieser Tumor nur langsam wachse und das Follow-up von median 66 Monate im Vergleich dazu zu kurz war. „Alles in allem haben wir herausgefunden, dass für Krebspatienten, die sich für eine alternativmedizinische Behandlung ohne konventionelle Therapie entschieden haben, die Wahrscheinlichkeit höher war, früher zu sterben,“ so die Schlussfolgerung der Mediziner der Yale School of Medicine.

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44 Kommentare:

Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

Danke, lieber Anonymus Gast, da kommen wir jetzt aufeinander zu. Wenn man dann noch privat versichert ist, wird es manchmal noch krasser auf beiden Seiten. Ich selbst habe natürlich auch von Kollegen gehört, die Rechnungen über 1000ende von Euro ausgestellt haben, aber den Patienten geht es von mal zu mal schlechter, durch nutzloses Zeug. Da kann auch ich wütend werden. Ich selbst bemühe mich, beide Seiten dem Patienten darzustellen, stelle aber immer fest, dass die Patienten in den Onko Praxen und Kliniken nicht über alle Methoden aufgeklärt werden. So habe ich schon vor über 10 Jahren – damals noch revolutionär – Patienten zur Lasertherapie zum Prof. Vogl nach Frankfurt geschickt. Er garantierte, dass an der Lebermetastasen Behandlungsstelle kein neuer Krebs auftritt. Später hat er Lungenmetastasen auch gelasert mit sehr gutem Erfolg. Der Eingriff war so erfolgreich, dass sogar die gesetzlichen Kassen den Eingriff bezahlt haben. Viele gute Verfahren sind weitgehend unbekannt, und deshalb habe ich den Patienten, die mich anfragen, alle Verfahren in einer Info zusammengestellt, die sind dann oft überrascht, was es alles gibt. Was auch oft verschwiegen wird: Cybernife und Protonenbestrahlung sowie Lasertherapie mit luminiszierenden Stoffen. Die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. So können Sie und ich doch gemeinsame Werte finden, das freut mich, bei aller Kontroverse.

#44 |
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Gast
Gast

Als Ergänzung vielleicht der Hinweis, daß ich beide Seiten der Medaille kenne: Sowohl die von der Arroganz des Machbaren berauschten Hämatoonkologen, die einem Patienten mit einem KI von 40% noch eine Chemotherapie einflößen wollen (und ihn dabei noch nicht einmal um seine Meinung fragen), die Chirurgen, die ein multimorbides Öhmchen auf Teufel komm raus pneumonektomieren müssen, aggressive Chemotherapieprotokolle, die zwar jede Menge Tox machen, aber keine Lebensqualität bringen. Und auf der anderen Seite Patienten, die nicht nur eine realistische Heilungschance vertan haben, weil sie die Hochschulmedizin ablehnen, sondern auch noch ausgenommen werden wie Weihnachtsgänse: Denn der nutzlose Mist, den sie in Anspruch genommen haben, ist elend teuer. Ich verabscheue aus meiner tiefsten Seele beide Seiten, die eine solch pervertierte Medizin betreiben. Und deswegen will ich Fakten, klinische Fakten, haben, bevor ich irgendwelche Therapien an meinen Patienten anwende – nicht einen Haufen Spekulationen und heiße Luft!

#43 |
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Gast
Gast

Herr Aschoff, entweder, Sie verstehen mich mit Absicht falsch, oder Sie lesen noch nicht einmal die Zusammenfassungen der Quellen, welche Sie zitieren: Es geht mir darum, welchen konkreten klinischen Nutzen die von Ihnen benannten Substanzen und Parameter haben, und da bleiben Sie weiter alle Antworten schuldig, wenn z.B. im Abstract der ersten Arbeit steht: “IL-10 expression levels might be used as a prognostic indicator for the recurrence, metastasis, and survival of breast cancer patients.” Schauen Sie mal nach der Bedeutung des Verbes “might” nach! Die “entzündete Meldung” hier bei Doccheck wird ja bereits heiß diskutiert. Daß Inflammation eine relevante Rolle spielt, ist ja nicht ganz so neu, wenn es um die Carcinogenese geht. Und daß nun insbesondere die Leber (dort entstanden in Ristows Mäusen ja die Tumoren), sich erstaunlich gut regenerieren kann, wenn sie nicht gerade schon zirrhotisch ist, wissen wir doch hoffentlich noch alle aus dem Studium, ebenso, daß die Zirrhose der Leber ein Zeichen einer fortgeschrittenen Schädigung durch Entzündungsprozesse ist, die in einen Krebs münden kann.

Es tut mir leid, Herr Aschoff, Sie sind weder ein klinischer, noch ein präklinischer Forscher, Sie haben noch nicht einmal ein kritisches Instrumentarium bewertet, eine wissenschaftliche Arbeit zu lesen. Sie verwursten aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, um Ihre Behauptungen, an die Sie wie eine Religion glauben, zu stützen. So erweisen Sie allerdings jedem, der sauber eine etwas abseits gelegene These oder ein kontroverses Thema kritisch erforschen will einen Bärendienst: Wenn er auf solche Bundesgenossen, wie Sie trifft, dann wird er das Weite suchen, um nicht siene Reputation aufs Spiel zu setzen.

Die Motive ihrer Patientin tun in der Tat nichts zur Sache, aber daß insbesondere in der Onkologie ziemlich viele Strohhalme der “Naturheilkunde” (was subsummieren sie denn eigentlich darunter?) für teures Geld verkauft werden, da dürften wir uns wohl einig sein…

#42 |
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Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

An den anonymisierten Facharzt und den Anonymus gast: Das man von THC zu DCA und IL 10 kommt, ist eigentlich klar, da das Spektrum eben bei individueller Betrachtung, wie eigentlich überall gefordert, groß ist. Das Sie sich nicht mit Immunologie befasst haben, sieht man daran, dass Sie Literatur von mir fordern zu IL 10 und Treg Zellen, eigentlich Grundbegriffe der Immunologie, die jeder kennen sollte. Um das aber nachzuholen: https://link.springer.com/article/10.1007/s13277-014-2249-6 (IL 10 als Prognosefaktor) und Treg Zellen: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1044579X12000533
Wie man solche Zellen dann beeinflusst, dass weiß man sowohl in der Naturheilkunde, als auch in der Immunologie, teils heute überschneidend in beiden Fachbereichen, siehe Darmmikrobiom, ein klassisches Naturheilthema. Das Immunsystem unbeachtet zu lassen, halte ich aber für einen sehr schwerwiegenden Fehler. Die zitierte Arbeit vom Gast ist übrigens sehr gut, und selbstverständlich gibt es da – wie zu erwarten war – Unterschiede von Tumor zu Tumor und selbst im Tumorgewebe. Weshalb ich die Arbeit von Ristow zitierte, hat den Grund in der Umkehrbarkeit der Karzinogenese. Da mir schon lange klar war, dass man in der Onkologie diesen Faktor über mehr als 80 Jahre vernachlässigt hatte, war das eben gerade für regulatorisch denkende Therapeuten endlich der Wendepunkt, Krebs wurde bis dahin überhaupt nicht verstanden. Zumindest ist gerade der heutige Artikel in doc check genau in meine Richtung zielend: Also Berücksichtigung der Tumorimmunologie, Berücksichtigung des Tumor microinvirement. Siehe: Onkologie: Am Anfang war die Entzündung
Übrigens ganz nebenbei: Die von mir zitierte Patientin hat sich bevor sie mich kannte gegen Chemotherapie entschieden, weil sie für ihre damals noch sehr jungen Kinder ungeschwächt zur Verfügung stehen wollte. Danach suchen sich diese Patienten Therapeuten, die eben dann noch Konzepte vorschlagen, wo viele Onkologen-Kollegen die Patienten einfach fallenlassen, bzw. sogar mit schlechten geäußerten Prognosen, teils mit erwähnter Restlebenszeit, nach Hause entlassen. Aus diesem Grunde, aber auch, weil viele Ergebnisse der Onkologie noch sehr zu wünschen übrig lassen, gibt es eben auch andere Verfahren, auch wenn diese Ihnen noch so wenig passen. Es wird z. B. zwar ein PET CT gemacht, der Zucker reichert sich massiv im Tumorgewebe an, aber bei der Frage nach der Ernährung heißt es dann oft: Sie dürfen selbstverständlich alles essen.

#41 |
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Medizinischer Fachhändler

@Fau im Gesundheitswesen
Leider ist es eben nicht billig.
Das man als Betroffener nach Strohhalmen jeder Art greift, dass wird hier niemand verurteilen… Zu verurteilen sind die die aus dem Elend und der Verzweiflung Kapital schlagen, nicht um zu helfen sondern einzig und allein um zu verdienen, da ist’s völlig Wurscht welcher Kaste selbige angehören.

#40 |
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Medizinischer Fachhändler

Also ehrlich…
Ich bin kein Mediziner ABER wenn jemand ernsthaft behauptet THC ist der nicht süchtig machende Bestandteil des Hanfes… Äh dann würde ich sogar mit meinem Tumor schnell woanders hin…
Bitte keine Diskussion über Hanf und Gras… Meine ja nur, war bisher froh wenn die Kräuterzigaretten genügend THC enthielten… Also als ich noch jung und dumm war… Heute nehm ich Opiate, keine Angst auf Rezept, die machen ja nun wirklich nicht süchtig…

#39 |
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Facharzt
Facharzt

Ich verfolge das Treiben der Alternativmedizin schon seit Jahren und es ist zu über 90% leider schlicht Abzocke ahnungsloser und verzweifelter Patienten. Ein Konglomerat aus grottenschlechten FakeNews (verbreitet von Heilpraktikern und Seiten wie Zentrum-der-Gesundheit, bewußt-vegan-froh, Kopp-Verlag usw.), Verschwörungstheorien, Esoterik und Geschäftsinteressen. Wer sich damit “komplementär” behandelt verliert Geld und sinnvoll verbrachte Lebenszeit, wer sich damit “alternativ” behandelt (weil Chemo ist ja “Gift”, genauso wie Impfungen und Kondensstreifen am Himmel…), wird einen hohen Preis zahlen. Meine persönlichen Spitzenreiter der FakeMedizin: MMS, Neue Germanische Medizin, Homöopathie, Anthroposophie, Bioresonanz, “Ausleitung”, “Darmsanierung”, Wundervitamine, kolloidales Silber, Geistheilung…

#38 |
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Gast
Gast

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/89093/Brustkrebs-Wie-die-Ernaehrung-die-Metastasierung-bremsen-koennte
Also einfach Proteine und Kohlenhydrate weglassen, dann wächst gar nichts mehr!

#37 |
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Gast
Gast

Ergänzend ein aktuelles Review zum Warburgeffekt (Sie, Herr Aschoff, sollten sich einmal auch neuere Paper und nicht nur die PM zu Ristow aus 2006 durchlesen): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5095922/ – ist halt doch alles ein wenig differenzierter zu betrachten, als Sie es gerne hätten…

#36 |
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Gast
Gast

In Ordnung, ich sehe zumindest, daß Sie es nicht wirklich schaffen, meine einzelnen Punkte zu widerlegen. Macht aber bestimmt Spaß, von THC zu DCA, dann zu IL-10 und danach noch zum Warburgeffekt zu springen. Natürlich ohne brauchbare Bequellung. Im übrigen: Selbst Yu stellt in dem von Ihnen zitierten paper fest, daß In-vitro-Tests derzeit noch beforscht werden sollten und wohl nie 100% der Weisheit letzter Schluß sein werden. Andererseits sind auf clinicaltrials.gov mehrere Studien zum Thema Cannabis als Antineoplastikum zitiert. Ich weiß nicht, ob Ergebnisse dieser Studien es je in ein journal schaffen werden, aber sollte man dies nicht erst mal abwarten, bevor man aus einem Einzelfall irgendein Prinzip ableiten möchte? Ansonsten kann ich Ihnen nur empfehlen, diesen Fall zur kritischen Bewertung freizugeben und als case report zu publizieren (sofern noch nicht geschehen).

Ob ich ernsthaft von allen guten Geistern verlassen bin? Nö, ich fordere nur saubere Studien, sei es die konventionelle Therapie gegen eine neue, das etablierte Schema gegen dasselbe Schema zuzüglich einer weiteren Substanz usw. usf. Wie es in der Onkologie seit Jahrzehnten üblich ist. Denn m i r ist schon klar, wo die Grenzziehungen der Medizinethik verlaufen.

#35 |
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Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

Hallo Anonymus Gast,
die Patientin hat keine “konventionellen” Therapien erhalten, also weder antihormonelle Therapie, Antikörper, Chemo oder sonstetwas. Wie üblich hört man dann aus Kreisen, zu denen Sie offenbar auch gehören, das sind Spontanheilungen. Ich muss allerdings sagen, dass die Tumoren nach wie vor nachweisbar sind, auch geringgradig gewachsen sind. Aber in 6 Jahren, nun ja, keine wirklich massives Wachstum.(CT-kontrolliert) Zu den Chemosensitivitätsmessungen, da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Man erwähne z. B.: Journal of Cancer Therapy
Vol.5 No.7(2014), Article ID:46771,8 pages DOI:10.4236/jct.2014.57076
Cancer Chemosensitivity Testing: Review
Das beste ist aber immer noch, sich auch um einen NK Stimulationstest zu kümmern, und im Idealfall hat man mit der gleichen Substanz sowohl Tumorreduktion, als auch NK Stimulation. Unsinnigerweise wird das Immunsystem in der klass. Onkologie überhaupt nicht beachtet. Hat man z. B. hohes Interleukin 10 und hohe Treg Zellen, dann wird der Kampf gegen Krebs nicht gelingen. Da sind ganz eigene Konzepte gefragt. Wie wollen Sie eigentlich beweisen, dass die Tumorlast auch ohne Therapie zurückgegangen wäre, bzw. konstant bleibt? Sie sind wirklich von allen guten Geistern verlassen, wenn Sie ernsthaft solche Forderungen aufstellen, wer beweist eigentlich, dass nicht auch ohne Chemotherapie vielleicht Tumoren zurückgehen? Die gleiche Forderung müsste man andersherum ja dann genauso stellen. Ihre zitierten Ausnahmen in der Forschung können trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen, dass hauptsächlich hochpreisige Pharmaka, wie man inzwischen weiß, meistens mit geringem Zusatznutzen, hauptsächlich beforscht werden. Da reichen die 2 oder 3 Substanzen sicher nicht als “Gegenbeweis” aus.
Überhaupt stammt die ganze Rethorik in der Krebstherapie noch aus Kriegszeiten, von denen ja auch erste Chemotherapeutika entwickelt wurden. Wenig wird darüber geforscht, wie man durch Erkenntnisse des Warburg Effektes die Tumorzellen wieder resozialisiert. Nach den Forschungen von Ristow u. anderen: “Wie man Krebszellen von innen verbrennt”https://idw-online.de/de/news142232
hätte man die alten Zerstörungsstrategien ernsthaft überdenken müssen, und eine ganz andere Forschung starten müssen.
DCA wird übrigens genau dem Aspekt, der zuvor besprochen wurde, gerecht. LG,J.A.

#34 |
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Gast
Gast

Falsch, Herr Aschoff, ich muß hier gar keine Patientenschicksale zitieren, sondern Sie müßten hier belegen, daß ihre Patientin
1. auch keinerlei anderen “konventionellen” Behandlungen erfahren hat (denn ich habe auch schon schöne Remissionen bei Brustkrebs gesehen, wo Bestrahlungen, eine andokrine Therapie, Antikörper etc. zum Einsatz kamen), und “anerkannte” Verfahren (wie CT, MRT usw.) zur Beurteilung der Tumorlast zum Einsatz gekommen sind;
2. tatsächlich nicht zu den Einzelfällen mit Spontanremission gehört und die Tumorfreiheit auch ohne Ihre Behandlung eingetreten wäre.
3. Ihr Vergleich von Krebszellen mit Bakterien und Antibiogrammen in der Petrischale hinkt gewaltig, allein schon, weil beide Zelltypen komplett unterschiedlich aufgebaut sind. Unabhängig davon gibt es jede Menge Antineoplastika, die ganz toll in vitro wirken – und in vivo enttäuschen.
4. Es ist daher auch nicht zielführend, Laborresultate 1:1 auf Patienten umzusetzen!
5. Sie haben also auch für Dichloressigsäure (DCA) keine klinischen Studien, aber Sie wertschätzen diese Substanz über alle Maßen – von wissenschaftlichen Standards ist das weit entfernt…
6. Sie postulieren, es werde für “Naturstoffe” (wie z.B. die Industriechemikalie DCA…) nie klinische Studien geben, weil sich mit diesen Substanzen nichts verdienen ließe. Falsch! Taxolderivate aus der Eibe, Mitomycine, alles “Naturprodukte”, die nach entsprechender Patentierung erfolgreich vermarktet wurden. Selbst schon patentfreie Wirkstoffe können für bestimmte Indikationen eine Nachzulassung mit Patentschutz erlangen – vergleichen Sie mal Sandoz Schmerzgel mit Solaraze. Dieses Argument wird also regelmäßig gebracht, ist aber, mit Verlaub, Quatsch.

Es würde mich freuen, wenn Sie mich Punkt für Punkt zu widerlegen versuchen. NB: Sind Sie der FA für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren mit Privatpraxis in Wuppertal?

#33 |
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Tierarzt

ja dann doch lieber
Hylandia Dockrillii und Sulfsonoraphan oder sonstige

#32 |
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Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

Hallo Anonymus Gast, ich weiß nicht, was die Diskussion mit “dünnhäutig” zu tun haben soll. Es geht hier um Argumente. Eine individuelle Tumortherapie wird zwar überall gefordert, aber kaum umgesetzt, denn dafür müsste man Tumormaterial auch systematisch gegen pharmakologische Stoffe testen, ähnlich, wie es komischerweise ja für Infektionen üblich ist (Antibiogramm). Warum denn dann eigentlich nicht bei Krebs? Noch etwas: ich hatte nicht behauptet, dass es randomisierte, plazebokontrollierte Studien zum Thema gibt. Die wird es für Naturstoffe auch nie geben, es sei denn, staatliche Stellen finanzieren das, denn mit diesen Stoffen lässt sich ja nichts verdienen. Mit DCA, hochwirksam, wird es ähnlich gehen. Haben Sie den selbst Fälle, die mit multiplen Lungenmetastasen ohne Chemotherapie nach 6 Jahren noch leben? Das würde mich interessieren, und Sie dürfen gerne hier Ihre Tipps loswerden. Einen schönen Abend, J. A.

#31 |
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Gast
Gast

Nun, Herr Aschoff, wenn Sie hier so dünnhäutig reagieren, dann mag das wohl seinen Grund haben – Fakt ist, daß der mehr als 10 Jahre alte Review in Nature zwar eine hochwertig publizierte Fleißarbeit ist, jedoch über viel in vitro und wenig Tiermodell nicht hinauskommt. Dasselbe wird in den folgenden etwas aktuelleren Papers deutlich herausgearbeitet – jede Menge interessante präklinische Daten, leider keine gescheiten Studien:
https://doi.org/10.1016/j.pnpbp.2015.05.010
https://www.ima.org.il/FilesUpload/IMAJ/0/228/114215.pdf

Und solange hier keine klinischen Daten (und damit meine ich Studien, und nein, n=1 ist keine Studie) vorliegen, erlaube auch ich mir, skeptisch zu bleiben.

#30 |
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B.J.
B.J.

@Aschoff: Ich hatte ja freundlichst nach Ihren Quellen gefragt, man darf ja wohl noch eine sachliche Diskussion hier anfangen. Danke für den Link, werde ich mir mal anschauen. Aber bitte nicht gleich so defensiv werden nur weil ich etwas anzweifle wovon ich bisher noch nie was gehört habe und gegenteilige Sachen gelesen habe. Und ich habe nie behauptet ihre Patienten besser zu kennen als Sie selbst. Und nur weil ich meinen Namen nicht gerne rumposaune müssen Sie auch nicht gleich mich angehen.

#29 |
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Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

An den anonymen Gast, der “scheinbar” über meine Patientin besser Bescheid wissen will, als ich: THC wirkt antitumoral, selbstverständlich kann man es auch zur Appetitanregung nehmen, was aber am Hauptziel vorbeiführt, den Tumor zu destruieren. Also ich habe die Unterlagen von Prof. Bojar vorliegen, und Sie können hier nicht einfach das Gegenteil behaupten. Setzen Sie sich lieber mit dem Wirkmechanismus auseinander: in der renomierten Cancer reasearch dürfen Sie Ihr Wissensdefizit aufbessern: http://cancerres.aacrjournals.org/content/68/2/339.short Für die anderen genannten Stoffe gibt es ebenfalls zahlreiche internationale Publikationen.
Ich hoffe, Sie recherchieren, insbesondere als anonymer Nutzer, demnächst, bevor Sie handfeste Labordaten von mir anzweifeln. Gruß, J. A.

#28 |
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Gast
Gast

@Frau im Gesundheitswesen: Wenn ein Patient “besser mit dem Krebs klarkommt” hat er eben noch den Krebs und ist nicht geheilt. Natürlich ist die seelische Verfassung wichtig, das Coping, die Lebensqualität, das bestreitet doch keiner. Deswegen KANN ja die Komplimentärmedizin eine gute Ergänzung sein. Aber halt kein Allheilmittel. Es ging mir in meinem Kommentar eher um diejenigen die eine Wunderheilung versprechen: “Essen sie 10 Mandelkerne am Tag und besiegen sie den Krebs”. Das funktioniert nicht. Fakt. ABER: Wenn es dem Menschen durch die Mandelkerne subjektiv besser geht oder er einfach so etwas mehr isst oder wenn die bei der Verdauung helfen, sind Mandelkerne eine gute Komplimentärmedizinische Ergänzung des aktuellen Konzeptes (sei es nun kurativ oder palliativ) Es wird halt nur kritisch wenn der “Geisterheiler” (oder wie auch immer sie ihn nennen wollen) verspricht er allein könne unheilbares heilen (natürlich gegen eine gute Summe Geld) und sogar evidenzbasierte Medizin dem Menschen ausredet. DAS ist das gefährliche. Die zusätzlichen Mandelkerne kann sonst gerne jeder mit bekommen der es möchte.

#27 |
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Frau im Gesundheitswesen
Frau im Gesundheitswesen

@#16 “Komplementärmedizinische Maßnahmen können hingegen eine gute Ergänzung sein. Heilen werden sie die Krebserkrankung allerdings nicht.”
Wenn ein Patient zu einem “Geistheiler” geht und sich danach besser fühlt und leichter mit seinem Krebs zurecht kommt, dann ist der Zweck doch erfüllt. Es ist nicht immer nur der streng medizinische Blick auf den Krebs wichtig, sondern auch die seelische Verfassung des Patienten spielt eine große Rolle. Wenn vermeintlich sonderbare Heilmethoden die Genesung bzw. die letzten Lebensjahre/-wochen unterstützen und den Patienten halbwegs glücklich in der seelischen Balance halten: Warum denn nicht?

Das Wort “Geistheiler” ist ziemlich plakativ. Nicht jeder, der die Hände auflegt (und Energie überträgt), ist gleich ein Heiler des Geistes. Wer großes Brimborium und Werbung für seine geistheilerischen Dienste macht, mag für viele vielleicht merkwürdig und unglaubwürdig scheinen, aber so lange die Anhänger damit glücklich sind, ist es doch okay.

Bei der Diagnose Krebs ist es nur recht und billig, wenn man nach jedem Strohhalm greift. Zusätzlich zur Chemo habe ich nichts gegen andere Heilmethoden. Ich betone das ZUSÄTZLICH.

#26 |
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Ivory
Ivory

Mit sogenannten Wundermittel aller Art ist der Markt überschwemmt. Wie soll sich der Laie da durch finden?

#25 |
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Gast
Gast

https://xkcd.com/1217/ – nur mal so nebenbei zum Anregen von Gedanken und Lachmuskeln.

#24 |
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Gast
Gast

@Juergen Aschoff: Uh… THC wurde zwar in Zusammenhang als Komplimentärmedizin bei der Tumorbehandlung getestet… aber nicht als Medikament GEGEN den Tumor sondern zur Unterstützung und Symptomkontrolle. Eine häufige Sache bei einer Krebserkrankung ist nämlich die Appetitlosigkeit und gleichzeitiger hoher Energiebedarf des Körpers. THC steigert das Hungergefühl und hilft die Lebensqualität (und je nach Studie auch Lebenszeit) zu steigern (Lebenszeit dabei aber im range von Wochen, nix wirklich großes). Das war der Grund warum ein THC-haltiges Medikament auch auf dem Markt ist. Wenn sie entsprechende Links zu ihren Studien haben bzw. was es mit den ganzen “THC-sensistiven Carzinomen”auf sich hat (auch das mit der Hyperthermie will ich lesen. Ich kenne ein paar Sachen aber ich weis nicht ob das das ist was sie meinen) werde ich sie mir aber gerne mal ansehen.

#23 |
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Juergen Aschoff
Juergen Aschoff

Diese pauschale “Abrechnung” mit natürlichen Wirkstoffen ist nicht haltbar. Es muss halt individuell getestet werden, was die Tumorzellen wirklich angreift, und da kann es durchaus sein, dass THC (nicht suchtbringender Anteil des Canabisöls) stärkere Antitumorwirkung hat als die Chemotherapie. Ich selbst betrachte eine Patientin, Mitte 40, die 2012 multiple Lungenmetastasen eines Mammacarzinoms aufwies. Sie lebt heute noch, und es findet praktisch kein Metastasenwachstum mehr statt, dank zuvor vom Institut für molekulare Pathologie Düsseldorf, Prof. Bojar, nachgewiesener Sensibillität für THC. Wichtig nur: Man muss wirklich bei der OP schon Tumorzellen tieffrieren, oder hinterher über zirkulierende Tumorzellen an Material kommen, damit man die Wirkstoffe züchten kann. Dann ist es gut möglich, dass neben Canabis auch mal Curcurmin, Artesunat, DCA, Amygdalin mal die stärkste Waffe sein kann.
Eine solche wenig fundierte Stellungnahme der Autorin zeigt, wie wenig Kompetenz sie mitbringt. Es gibt nebenbei auch zahlreiche Studien, die eindeutig belegen, dass die Anwendung der Hyperthermie 25% Rezidivverringerung bringt. Mir scheint, dass die Autorin selbst den Fehler macht, und nur Arbeiten zitiert, die in ihr eigenes, extrem enges Weltbild passen. Nicht zu vergessen: next gen oncology, die eine Immunantwort mit gegen den Tumor erzeugen soll.
Also nächster Artikel bitte von kompetenteren Autoren verfassen lassen, das ist mein Rat an doccheck.

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Apothekerin

@10
Was Sie hier behaupten, ist gefährlicher Blödsinn mit frei phantasierten Zahlen.
Wer anfängt, auch nur ein bisschen zu recherchieren, wird ziemlich genau das Gegenteil feststellen. Fragen Sie z.B. einfach mal in ein paar Krebs-Selbsthilfegruppen nach, gehen Sie zu ein paar Onkologen.
Von der Vielzahl an seriösen Studien zu diesem Thema will ich mal gar nicht reden, kann man z.B. auf Univadis schön mitverfolgen.

#21 |
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Mitarbeiter von DocCheck

Liebe Leser, übers Wochenende ist für uns die Moderation der Kommentare nicht möglich. Deshalb schießen wir sie und öffnen das Tool wieder am Montagmorgen. DocCheck News Redaktion

#20 |
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ZM
ZM

Es gibt viele Wege, die nach Rom führen können.
Krebs kann durchaus heilbar sein;
und natürlich muss es einen geistigen Weg geben nebst dem physischen.
Mens sana in corpore sano!
Herausforderungen auf dem Lebensweg, denen sich jeder unterschiedlich stellt.
Gerson ist vielleicht radikal aber er ist sehr erfolgreich.
Dinshah mit seiner Lichttherapie ebenso.
Wollf mit seiner Enzymtherapie.
Ernährung spielt durchaus eine wichtige Rolle.
Lebensumstände, Epigenetik, spielt eine weitere.
Stress kommt hinzu, weil unser Lebensstil durch high Cortisol-Level unser Immunsystem lahm legt;
wir essen zuviel, wir essen falsch, wir essen Radikalbildner (Sonnenblumenöl, Rapsöl, etc.) anstatt Olivenöl, Butterreinfett, Kokosöl.
Zuviel billiges Massentiehaltungsfleisch, Milch voller Hormone, denn sonst gäbe keine Kuh ganzjährig Milch von den heutigen Mengen mal ganz zu schweigen;
keine Bewegung, durchzechte Nächte, etc.
Abendfüllend.
Wir sind selbst Schuld, so einfach ist das.
Wir ernten, was wir säen.
Mich verwundert das alles null.

#19 |
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@15
Eine Seite ohne Impressum ist immer suspekt! (Ich hab da zumindest keins gefunden.)
Man sollte dann aber nicht den Fehler machen und in seiner, für mich verständlichen, Ablehnung des Gelesenen, eine willkürliche Zuordnung der Urheberschaft vornehmen. Das ist menschlich verständlich, aber wissenschaftlich gesehen unseriös. Logisch gesehen analog eines Fehlschlusses ad hominem.
Ansonsten gehe ich mit, die Seite ist Schrott und nicht zitierwürdig.

@6/7

Vorsicht bei dem Artikel von ntv. Es wird wieder mal mit relativen Risiken und nicht mit absoluten gerechnet. Man erkennt das immer, wenn die Bezugszahlen fehlen.

Zur Verdeutlichung:
http://www.rwi-essen.de/unstatistik/48/

Zur Krebshäufigkeit:
http://www.rwi-essen.de/unstatistik/28/

#18 |
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Gast
Gast

@Anja: Krebs ist nicht gleich Krebs und unsere Diagnostik ist wirklich besser. Sie sprechen Krebs bei Kindern an: ein sehr häufiger Krebs bei Kindern ist der “Blutkrebs”, die Leukämie. Und betroffene Kinder haben davon ein insuffizientes Immunsystem. Kombinieren sie das mit den unzureichenden Möglichkeiten mit Infektionskrankheiten um zu gehen vor so 100 Jahren und sie haben eine Menge tote Kinder die offiziell an Infektionskrankheiten gestorben sind, der Krebs als Ursache aber gar nicht wahrgenommen wurde. Ein paar Krebsarten sind definitiv Umweltsfaktor-abhängig (Formen von Lungenkrebs durch Asbest, oder andere durch Rauche, Leber-CA und Pankreas-CA durch Alkohol-Konsum u.s.w.) aber das wiederum sind wieder andere Sachen. (und z.B. der spezielle Lungenkrebs bei Asbest-Belastung geht aktuell stark zurück und das Cervix-Karzinom kann durch die HPV-Impfung auch in der Inzidenz gesenkt werden)

#17 |
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Gast
Gast

Alternative Medizin Komplementärmedizin sind ein Riesenunterschied. Wenn die rationale naturwissenschaftliche “Schulmedizin” eine sinnvolle Therapiestrategie hat, sollte von der “alternativen Medizin”, abgeraten werden, da keine Wirksamkeitsnachweise vorliegen.
Komplementärmedizinische Maßnahmen können hingegen eine gute Ergänzung sein. Heilen werden sie die Krebserkrankung allerdings nicht.

#16 |
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@#10/11 Sie posten hier allen Ernstes einen Link zu einer absolut durchgeknallten Verschwörungstheoretiker-/AfD-/ Fake news- Website, um Ihre völlig frei erfundene und absurde Behauptung zu untermauern. Man weiß angesichts der bizarren Inhalte und der Themenkombination, die man dort vorfindet gar nicht, ob man lachen oder weinen soll.

@alle User: Bitte nicht darauf klicken, damit helfen Sie ungewollt, die Finanzierung eines weiteren gefährlichen Internet- Auswuchses zu sichern.

@doccheck: Bitte entfernen Sie diesen Link!

#15 |
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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Liebe Autorin, bitte erlauben Sie mir ein offenes Wort von Autorin zu Autorin: So ziemlich alles in einen Topf zu werfen und dann kräftig zu rühren, zuletzt noch “gewürzt mit einer Prise Gott”- das ist journalistisch mehr als unsauber. Sachliche Auseinandersetzung bedeutet, sich auf EIN Thema zu fokussieren, dieses fundiert zu recherchieren und dann sachlich wieder zu geben. Ansonsten gießen Sie nur Öl aufs Feuer der “Alternativ”-Anhänger. Das wird all’ den seriös komplementär arbeitenden KollegInnen nicht gerecht und vor allem bringt es keine sinnvolle Aufklärung oder Hilfe für die von Krebs Betroffenen.

#14 |
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Gast X
Gast X

Die Lebensqualität ist natürlich vom Patienten und der Art des Tumors abhängig. Die Lebensqualität der Aprikosenkernpatien dürfte mit denen ohne jegliche Therapie vergleichbar sein. Bei den schulmedizinisch Sbehandelten hängt es von der Therapie ab. Wer nach einer OP tumorfrei ist und bleibt dürfte nach 5 Jahren eine weitgehend gute Lebensqualität haben. Je nachdem welches Organ betroffen war. Chemo und Bestrahlung hat deutliche Nebenwirkungen. Aber diese Therapien erstrecken sich meist nur über kurze Zeit. Wer sich trotz mehrfacher Rezidive und fehlender Aussicht auf Heilung immer wieder Chemotherapie und Bestrahlung unterzieht leidet oft jahrelang unter heftigen Nebenwirkungen. Eine ehrliche und umfassende Aufklärung ist essenziell. Einige Tumorarten verursachen bis wenige Monate vor dem Tod so wenig Beschwerden dass sie oft viel zu spät entdeckt werden und ohnehin nur noch eine Palliative Therapie möglich ist. Auch hier sind die Möglichkeiten sehr vielfältig. Eine gute Schmerztherapie ist das A und O. Auch hier kann man die Lebensqualität nur schwer in einen Topf werfen. Man muss es differenziert betrachten. Auch Aprikosenkernpatienten haben ein Anrecht auf eine optimale Schmerztherapie und sollten sich wegen ihrer Entscheidung nicht gänzlich von der Schulmedizin abwenden. Wir sind für jeden da. Wir versuchen auch die Entscheidung zu alternativen Heilverfahren zu verstehen und bestmöglich unsere Patienten zu unterstützen, aber man darf nicht verlangen dass wir es gutheißen.

#13 |
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Gast
Gast

@#6 Es werden ganz allgemein immer mehr und immer frühere Krebserkrankungen *diagnostiziert*. Das liegt auch bei Kindern an besseren Diagnosemöglichkeiten und immer umfangreicheren Untersuchungen.

Das früher weniger Krebserkrankungen diagnostiziert wurden heißt nicht zwangsläufig das bezogen auf ein bestimmte Alter tatsächlich weniger Karzinome vorhanden waren.

Betroffene werden nicht inzwischen nur alt genug ihre Krebserkrankung zu erleben, sie werden auch früher und vor allem überhaupt diagnostiziert.

Beispiel Schilddrüsenkarzinom:
Aus Autopsiestudien weiß man, dass bis zu 25% aller über 70 jährig an anderen Ursachen verstorbenen Menschen ein differenzierts SD-Krzinom tragen, allesamt indolent und nie klinisch auffällig geworden. Diagnostiziert wird nur ein kleiner Bruchteil davon im Laufe des Lebens, das SD-Karzinom zählt insgesamt bei uns noch immer zu den seltenen Erkrankungen. Wird duch Zufall, zum Beispiel aufgrund einer Ultraschalluntersuchung solche meist sehr kleinen Karzinome entdeckt, werden sie auch behandelt, obwohl der größte Teil von ihnen den Träger in seinem Leben nie belästigt hätte. Schon ist jemand zum Krebspatienten geworden, der es vielleicht in seinem Leben sonst nie geworden wäre.
Mit mehr Untersuchung werden auch mehr Karzinome gefunden. Das mag in vielen Fällen die Behandlung erleichtern und die Prognose verbessern. Erzeugt aber ebe auch zusätzliche Betroffene und Übertherapien.

#12 |
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Gast
Gast
#11 |
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Gast
Gast

Wie immer in diesem Forum Interessante Ansätze, jedoch nur schwarz – weiß denken.
Wenn es schon um Statistiken geht. Die klassischen Therapien sind, erwiesener Maßen, in unglaublichen 98% aller Fälle vollkommen ineffektiv.
Warum beantworten Onkologen. Die Frage ob sie, wenn sie persönlich oder nähere Angehörige betroffen wären, sich einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen würden. 9 von 10 negativ?
A. Hirsch

#10 |
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Gast
Gast

Ich möchte jetzt sicher kein Statement für Geistheiler abgeben, die meisten sind wirklich Scharlatane, die die Situation von schwer kranken Menschen ausnutzen. Wenn man aber einerseits die geistigen Kräfte belächelt und dann jeden Patienten mit einem Achselzucken zum Psychologen schickt, weil angeblich alles nur psychosomatisch ist, dann stimmt irgendwo etwas nicht.

#9 |
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Zum Amygdalin: Die Seriosität der Gegenstudie aus dem Jahre 1982 ist zu hinterfragen, insbesondere die Auswahl der Vergleichsgruppe.
Die angebliche Gefährlichkeit oder ein Hinweis auf die Kosten (noch dazu im Verhältnis zu anderen Medikamenten eher lächerlich) haben mich nicht davon abgehalten, Amygdalin in Form bitterer Aprikosenkerne seit meinem Mamma-Carcinom vor 7 Jahren (multizentrisch, Tripple-negativ, G3) zusätzlich zur konventionellen Therapie zu nehmen.

#8 |
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Anja
Anja
#7 |
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Anja
Anja

Das Argument, dass Krebs ja nur deshalb ansteigt, weil die Menschen immer älter werden, stimmt nicht so ganz, wenn man die Zahlen der Kinderkrebsfälle anguckt: “Die Wissenschaftler von Wohltätigkeitsorganisation Children with Cancer Uk fanden bei einer Untersuchung heraus, dass die Anzahl der Krebsfälle bei Kindern stark zunimmt. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre erkrankten etwa 40 Prozent mehr Kinder an Krebs.”

Wie kann man das erklären?

#6 |
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Hebamme

Das würde mich auch sehr interessieren, #2.
Wie ist war die Lebensqualität?

#5 |
  4
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

@#3
Was soll uns dieses Zitat jetzt genau sagen?

Laetrile, Vit. B 17 oder wie immer man es grad bezeichnen will, ist die Pest unter den sogenannten “alternativmedizinischen” Krebstherapien.
Es bringt nichts, ist wahlweise gefährlich und/oder teuer, weckt flasche Hoffnungen und hält Betroffene von mancher wirksamen Therapie ab bis es zu spät dafür ist.

#4 |
  13
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann
Dr. rer. nat. habil. Willibald Schliemann

Amygdalin wurde 1830 von französischen Chemikern zum ersten Mal identifiziert und isoliert
und 1845 in Russland als Krebsmedikament eingesetzt. In den 1920er Jahren hatte Amygdalin
auch die USA erreicht, doch galt die frühe Darreichung in Pillenform als zu toxisch und wurde
nicht weiter angewendet. In den 1950er Jahren entwickelte der Chemiker Ernst T. Krebs dort
eine anscheinend nicht-toxische, semisynthetische intravenöse Darreichungsform von Amygda­
lin, die unter der Bezeichnung Laetrile bekannt wurde. In den 1970er Jahren gewann Laetrile
entweder in alleiniger Gabe oder im Rahmen eines „metabolischen Therapieschemas“, das
auch hochdosierte Vitaminsupplemente und Enzyme umfasste, an Popularität [2].

#3 |
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Nichtmedizinische Berufe

“Fünf Jahre nach der Erkrankung lebten noch 55 Prozent der alternativmedizinisch behandelten Patienten und 80 Prozent der konventionell Behandelten.”
Wäre ich zynisch , würde ich sagen: immerhin.
Was mich allerdings mehr interessiert: Wie ist die Lebensqualität der Betroffenen während der Behandlung gewesen und wie ist sie jetzt? “noch leben” kann ja alles bedeuten, vom Koma im Pflegeheim bis zum Rückkehr in den Beruf.

#2 |
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Altenpflegerin

Zitat: Die Substanz war damals den Menschen über 21 Tage intravenös verabreicht worden

Eine Studie über 21 Tage?
Ist in meinen Augen kaum verwertbar. 2 Monate wäre bzw ist schon eine Mindestdauer für Studien.

#1 |
  46


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