Allergietherapie: Besser volle Polle

27. Mai 2010
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Alle Jahre fliegen sie - die Pollen. Jeder fünfte Deutsche leidet dann. Allgemeinmaßnahmen, symptomatische Behandlung und spezifische Immuntherapie können helfen. Und das ist auch nötig. Denn Heuschnupfen ist keine Bagatellerkrankung - eine Übersicht.

Rund 20 Millionen Deutsche sollen von Allergien betroffen sein – Tendenz steigend – unter anderem als Folge des Klimawandels und der Umweltverschmutzung. „Wir beobachten Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Pollenflug und dem Auftreten von Allergien”, sagt etwa Professor Karl-Christian Bergmann, Vorsitzender der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.

Jeder Heuschnupfen-Geplagte kennt die empfohlenen Allgemeinmaßnahmen:

  • Fenster im Schlafzimmer geschlossen halten
  • sich nicht im Schlafzimmer ausziehen, damit Pollen an der Kleidung nicht verstreut werden
  • vor dem Schlafengehen Haare waschen
  • Mund-Nasen-Maske
  • Nasenduschen
  • Stress und Alkohol meiden

Bekannter Standard ist auch die symptomatische Therapie mit cortisonhaltigen Nasensprays und modernen Antihistaminika. Bei Hinweisen auf einen „Etagenwechsel“ hin zu einem Asthma sind antientzündliche Medikamente erforderlich. Seit einiger Zeit im Gespräch sind Leukotrienantagonisten. Aufgrund einer Metaanalyse von 2006 kamen die Autoren jedoch zu der Schlussfolgerung, dass bei Heuschnupfen eine Monotherapie mit Leukotrienantagonisten zwar ebenso wirksam ist wie mit oralen Antihistaminika, aber nicht so gut wie intranasale Steroide. Nach Einschätzung der Autoren eines neuen HTA-Berichts ist gegenwärtig eine endgültige Bewertung der Therapie mit Leukotrienantagonisten in der Monotherapie und in Kombination mit Antihistaminika aber noch nicht möglich.

Gute Erfahrungen mit Nadel, Globuli und EPD

Einige Ärzte berichten über positive Erfahrungen mit der Akupunktur. Die wissenschaftlichen Daten hierzu seien allerdings nicht eindeutig, erklärt ein Forscherteam um Professor Edzard Ernst von der Universität von Exeter. Auch zur Homöopathie gibt es teilweise gute Erfahrungen. „Homöopathische Arzneien, meistens Globuli, sind eine gute Methode, um Heuschnupfen entgegenzuwirken”, sagt zum Beispiel Mirko Berger, Allgemeinmediziner in Hamburg.

Eine erfolgreiche Therapie sei die „Enzym-Potenzierte Desensibilisierung“ (EPD), erklärt der Münchener Arzt für Naturheilverfahren Dr. Michael Hess. Die Methode werde seit gut 20 Jahren in England, seit 10 Jahren in zunehmendem Maße auch in den Vereinigten Staaten angeboten. Die EPD ist eine Immuntherapie, bei der eine extrem hohe Verdünnung von Allergengemischen (0,0000001 bis 0,0000000000001 g) in Kombination mit einem körpereigenem Enzym, der Beta-Glucuronidase, verwendet wird. Der Wirkmechanismus der EPD ist laut Hess noch nicht vollständig geklärt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit induziere die EPD die Produktion von aktivierten T-Suppressorzellen. Nach Ergebnissen der „North American EPD-Study” geben 60 – 80 Prozent der Patienten (je nach Allergie/Intoleranz) eine Verbesserung ihrer Symptome von über 50 Prozent bis hin zur Beschwerdefreiheit an. Weitere 15 Prozent erreichten eine Verbesserung ihrer Symptomatik von 25 bis zu 50 Prozent.

Ab auf den Bauernhof?

Viele Wissenschaftler sehen alternative Methoden allerdings mit einiger Skepsis an. So sagt etwa Dr. Gundi Willer von der Hochgebirgsklinik in Davos: „Für keine der alternativmedizinischen Methoden ist eine diagnostische Aussagekraft (z.B. Bioresonanz, zytotoxologischer Lebensmitteltest, Elektroakupunktur, Haaranalyse) oder eine signifikante therapeutische Wirkung (z.B. Bioresonanz, Akupunktur, Homöopathie, Eigenbluttherapie) wissenschaftlich erwiesen.“ Schon eher Konsens gibt es dazu, dass eine Exposition gegenüber Krankheitserregern während der frühen Kindheit vor der Entwicklung von Allergien wie Heuschnupfen schützen kann. Als entscheidend gilt dabei die Exposition als solche, nicht aber der Ort der Exposition (ländliche Umgebung, Bauernhof). Einen geringen präventiven Nutzen soll die Ernährung im frühen Kindesalter haben, wie Autoren in einer aktuellen Studie aus den Niederlanden berichten.

Ein kausaler Ansatz: die spezifische Immuntherapie

Was therapeutisch als unstreitig gesichert gilt, ist die spezifische Immuntherapie (SIT). Sie ist auch die einzig verfügbare kausale Therapie. Professor Hans Merk, Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen (ÄDA): „Wir wissen, dass der therapeutische Effekt vor allem bei der klassischen subkutanen Immuntherapie über den Behandlungszeitraum hinaus anhält und das Asthma-Risiko verringert”. Eine SIT lohne sich auch bei über 50 Jahre alten Patienten. „Die SIT kann bei allergischer Rhinitis gegen saisonale Pollen helfen, Symptomatik und Medikamentenverbrauch zu vermindern.“ Zu diesem Fazit sind auch die Autoren des vom DIMDI veröffentlichten HTA-Berichts (Health Technology Assessment) gekommen, in dem ausgewählte SIT-Varianten betrachtet werden. Allerdings sehen die Autoren für die vielen verschiedenen Behandlungsformen und die Kosteneffektivität noch enormen Forschungsbedarf.

HTA-Bericht: mangelhafte Datenlage zur SLIT

Für den Bericht werteten die Autoren vor allem Arbeiten zur subkutanen und sublingualen Therapie aus. Die Wirksamkeit der SIT sehen die Autoren bei Gräserpollen als belegt an. Auch bei anderen saisonalen Allergenen wie Baumpollen könnten beide Therapieformen helfen. Aufgrund der mangelhaften Datenlage betrachten die Autoren hier jedoch vor allem die sublinguale Variante nur mit Zurückhaltung. Insgesamt sei die Wirksamkeit der SIT mit der vorhandenen Literatur nicht für alle Therapieformen und Allergene zu beurteilen. Forschungsbedarf sehen die Autoren vor allem zur Nichtgräserpollen-assoziierten SIT. Zu prüfen sei zudem, ob die Therapie bei der Vorbeugung von Asthma helfen könne. Auch für die Kostenwirksamkeit der SIT fehlten entsprechende Nachweise.

Immerhin befinden sich, sagt Professor Ludger Klimek, derzeit viele Ansätze zur Weiterentwicklung der SIT in Erprobung, um Nebenwirkungsraten zu senken und Compliance zu erhöhen. Die Entwicklung depigmentierter und polymerisierter Allergoide habe dazu beigetragen, die Sicherheit der subcutanen Immuntherapie (SCIT) bei guter Wirksamkeit zu erhöhen, erklärt der Experte vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden. Damit würden auch eine schnellere Dosissteigerung und eine präsaisonale Kurzzeit-SCIT möglich – was die Bereitschaft von Patienten für eine SIT verbessere.

Enorme Kosten, enormer Forschungsbedarf

Weitere Forschung gilt als erforderlich, denn allein die Behandlungskosten seien enorm, betont GA2LEN, ein europaweites Netzwerk von Allergie-Experten, Forschungszentren und Patientenverbänden. In einem 2009 publizierten Positionspapier von GA2LEN (Global Allergy and Asthma European Network) heißt es: „Die direkten Kosten für das Gesundheitssystem sind abhängig von dem Krankheitsstadium. So kostet die Behandlung einer allergischen Rhinitis im Durchschnitt meist weniger als 30–50 Cent pro Tag. Dagegen schlägt die tägliche Behandlung von schwerem allergischem Asthma bronchiale mit über 30 Euro/Tag zu Buche…Trotzdem gilt die allergische Rhinitis in vielen EU-Staaten nicht als eine schwere Krankheit…Weniger als die Hälfte aller Patienten mit einer allergischen Rhinitis werden korrekt diagnostiziert und behandelt – mit erheblichen indirekten Kosten: Vergleichbar mit einer gewöhnlichen Erkältung beeinträchtigt eine unbehandelte allergische Rhinitis die mentale Leistungs- und Lernfähigkeit um bis zu 30 Prozent…Jüngste Schätzungen rechnen allein durch verlorene Arbeitszeit für die europäische Industrie mit einem Verlust von rund 100 Milliarden Euro jährlich. Im Durchschnitt könnten tägliche Behandlungskosten von 50 Cent helfen, tägliche Kosten von über 50 Euro aufgrund von Arbeitszeitverlusten einzusparen.“ Angesichts solcher Zahlen sollte von einer Bagatelle tatsächlich nicht gesprochen werden.

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30 Kommentare:

Heilpraktikerin

Sehr geehrter Herr Langemeier,
bereits vor über 50 Jahren wurde Viktor von Weizsäcker des Zynismus bezichtigt, als er lehrte, dass jede Krankheit aus der Biographie eines Menschen zu erklären und als anstehendes Thema einer Lebenskrise zu bewerten sei. Erst wenn der Patient diesen Hintergrund versteht und bei der Bewältigung seiner Krise unterstützt wird, können medizinische Maßnahmen greifen und zu einer wahren Gesundung führen. Ein Symptom so verstanden, setzt den Patienten in den Mittelpunkt einer Therapie und nicht seine Symptome.
Dazu meine Literaturempfehlung: Viktor von Weizsäcker: Warum wird man krank? oder/ und Rüdiger Dahlke: Krankheit als Weg und Krankheit als Symbol. Louise L. Hay: Heile Deinen Körper.
Die hauptsächliche Hilfestellung für meine Patienten besteht in der Aufklärung von Zusammenhängen und Übersetzung der Krankheitssymbolik. Der so aufgeklärte Mensch erkennt auf diesem Weg, dass er sich selbst aus seiner Situation befreien kann und benutzt dann die angebotenen Hilfen – gleich ob aus Schul- oder Alternativmedizin – zu seiner Gesundung von innen heraus. Aus einem Behandelten wird ein im wahrsten Sinne bewußt hmariannandelnder, also mündiger Patient. Durch diese Revolution unseres bisherigen, kausalen, deterministischen Denkens könnte unser Gesundheitssystem von Grund auf reformiert und saniert werden. Seit über 100 Jahren hat sich dieses alte Weltbild durch die Erkenntnisse der Quantenphysik in unserer Technologie verabschiedet. Alle modernen Errungenschaften von Internet bis Raumfahrt, GPS und Atomforschung beruhen auf diesem neuen Wissen. Doch es ist an der Zeit, unser Denken und Handeln zu aktualisieren und auch einem Update zu unterziehen.
Jeder Mensch schafft sich unbewußt, eben aus seiner biographischen Prägung, seine Realität selbst.
Kant verstand zu seiner Zeit unter Aufklärung etwas anderes, doch gerade heute stimmt seine Aussage: “Aufklärung ist das Hervorgehen des Menschen aus seiner selbstgewählten Unmündigkeit.” Heben wir gemeinsam den Schleier, der unser Bewusstsein vernebelt und verhelfen unseren Patienten durch Aufklärung zu Mündigkeit und Bewusstheit. Die Anforderungen unserer krisengeschüttelten Zeit können nur aufgeklärte, bewußte Menschen meistern.

#30 |
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Heilpraktikerin

Sehr geehrter Herr Langemeier,
Ihre Argumentation ist beeindruckend.
Was aber nun, wenn ich davon ausgehe, dass generell JEDE Krankheit unbewusst in der Biographie, also der Psyche oder eben dem Unterbewusstsein eines jedes Menschen ausgelöst wird?
In diesem Sinne wäre jede Therapie erst dann hilfreich und auch im wahren Sinne heilend, wenn der Mensch die Krankheit als notwendigen Entwicklungsschritt begreifen und auch angehen würde. Die Hilfestellung zur Lebensbewältigung liegt dann in der Übersetzung/ Verdeutlichung des anstehenden, bisher blockierten Themas und erst dann in medizinischen, also äußeren Maßnahmen.

#29 |
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Dr. Stefan Gesell
Dr. Stefan Gesell

@ Jörg Langemeier
Danke für Ihren Kommentar.

#28 |
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Gabriele Wickermann
Gabriele Wickermann

Zu Kandidat 28! Komisch das die Chinesen schon seit hunderten von Jahre Erfolg haben mit dem “Sticheln”, genannt Akupunktur. Wer keine Ahnung hat, sollte den Mund halten,und hat hoffentlich nicht mit kranken Menschen zu tun.

#27 |
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Dr. Stefan Gesell
Dr. Stefan Gesell

@Gabriele Strelau

Es gibt also 1. Schulmediziner, die nicht an die Selbstheilungskräfte glauben und 2. Alternativmediziner, die alle alternativen Methoden parat haben und genau die richtige Therapieform für jedes Individuum heraussuchen und innerhalb dieser Therapieform genau das richtige individuell wirksame Mittel in der individuell wirksamen Dosis verabreichen?

zu 1. Die Placeboforschung ist ein unglaublich interessantes Gebiet der Medizin.Jeder Arzt sollte sich intensiv damit beschäftigen.

Gerade die Placeboforschung, bei der es um die Selbstheilungskräfte des Individuums geht, wird von Alternativmedizinern eher abgelehnt.

zu 2. ich dachte immer, dass nur in der Homöopathie die Patienten individuell in “Kategorien” eingeteilt und die Mittel danach ausgewählt werden, also z.B. ein Mittel, das bei einem impulsiven Menschen bei einer bestimmten Krankheit das Richtige wäre, wäre bei einem schüchternen/in sich gekehrten Patienten mit gleicher Krankheit nicht hilfreich. Dass das jetzt auf alle Alternativheilungsmethoden zutrifft, also dass der eine homöopathisch behandelt, der nächste “genadelt und der übernächste mit sonst irgendwas behandelt werden muss und es jemanden gibt, der TCM, Hömöopathie, Schüssler-Salze, Bachblütentherapie usw. usw. für jeden individuell passend anbieten kann und damit weit bessere Ergebnisse erzielt, als ein Placebo, ist mir neu.

#26 |
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karl-heinz stingel
karl-heinz stingel

es ist mir ziemlich wurscht ob wissenschaftlich bewiesen oder nicht- wenn`s hilft.

#25 |
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@ Herr Murr: Eifriges Kopfnocken bei einem unzufriedenen Patienten, der für die therapie selbst zahlen muss? Eine Selbstzahlerpraxis, die sich seit Jahren am Markt behuptet ohne das die Patienten zufrieden sind? Das Argument “self commitement” klingt gut, dürfte hier aber kaum passen. Vielleicht reden Sie mal mit ein paar Kollegen, die eine Privatpraxis betreiben, dann verstehen Sie, was ich meine…

#24 |
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Maren  Siems-Bührmann
Maren Siems-Bührmann

Sollten sich nicht alle zum Wohl des Patienten verhalten? Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht. Ansonsten gilt immer noch “wer heilt hat Recht”!

#23 |
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Heilpraktikerin

Wie gehabt – nichts Neues unter der Sonne! Sondern der alte “Kampf” zwischen Heilpraktikern und Ärzten et al.
Ich dachte, es geht um das Wohl der Patienten?!

#22 |
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Naturwissenschaftler

Frau Vogler,
habe in meinem nächsten persönlichen Umfeld eine Person mit Allergie gegen Lieschgras- und eine Person mit Allergie gegen Birkenpollen.
Welche Saaten würden Sie empfehlen zur Applikation mit Pflastern?
Danke,
/EG

#21 |
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Heilpraktikerin

In all den interessanten Kommentaren finde ich keinen, der den Menschen in seiner Einheit als Körper,Geist und Seele betrachtet und behandelt. Hier empfehle ich z. B. Viktor von Weizsäcker:”Warum man krank wird?” oder Dr. Rüdiger Dahlke: “Krankheit als Symbol”! Trotz Erkenntnis der Quantenphysik, denkt und handelt nicht nur die Medizin immer noch nach dem alten mechanistischen, lebt aber von den technischen Errungenschaften des neuen holistischen Weltbildes1!

#20 |
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Heilpraktikerin

Ich behandle “meine” heuschnupfengeplagten PatientInnen mit Ohrakupunktur: erfolgreich und nebenwirkungsfrei!
Oft wirkt eine Serie von 6 – 10 Behandlungen (am Besten noch vor dem Start der Pollensaison) sogar noch im Folgejahr nach. Diese Fälle verblüffen mich sogar selbst. Oder auch eine, jahrelang durch allergisches Asthma geplagte Frau, die allein schon durch die äußerliche Dauer-Applikation von Pflastern mit Saat-Körnchen an Allergie- und Bronchienpunkten im Ohr, symptomfrei durch die Saison kommt. Ohne jegliche Beigabe von Antihistaminen oder Cortison wohlgemerkt.

#19 |
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Anne Laubner
Anne Laubner

Es gibt bereits seit einigen Jahren die Möglichkeit, mit Blut aus der Fingerbeere /Ohrläppchen und ohne ein Injizieren von Allergenen mit dem Schnelltest FastCheckPOC innerhalb von nur 30 Minuten zu erfahren, ob eine Allergiebereitschaft vorliegt (verschiedene Reaktionsstufen werden angezeigt). Dieser Test deckt ca. 90 % der vorkommenden Nahrungsmittel- und Inhalations-allergene ab und kann, da die Messung extern erfolgt, auch bei Kleinkindern eingesetzt werden.
Von großem Vorteil ist, dass der Test direkt durchgeführt werden kann, man in kurzer Zeit die Ergebnisse erhält und entsprechende Maßnahmen /Vorkehrungen sofort ergriffen werden können.
Nachteil: der Test “FastCheckPOC” wird von den Krankenkassen nicht erstattet.
Verfügbar ist der Test bereits in einigen Präventions-Apotheken oder Arztpraxen (IGEL-Leistung).

#18 |
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Naturwissenschaftler

# Ad Hr.n Noschinski (12):
Das geht, insbesonder wenn man keine Quellen und quantitaive Daten sondern nur allgemeine Aussagen trifft natürlich auch andersrum, lassen Sie es uns mal versuchen:
– Ernsthaft hat doch niemand aus der Heilpraktiker-/Alternativheiler-Szene Interessen daran, dass stoffliche Pharmaka oder wissenschaftlich abgesicherte Methoden bei Allergien wirken – ergo findet sich auch niemand, der ernsthafte und faire wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema akzeptiert.

# Ad Hrn. Ersfeld (11):
Mich plagt bei Empfehlungen wie der Ihren immer die Frage: es ist also egal, ob das Mittel s.c. injiziert oder oral verabreicht wird, es ist also egal, ob ich es in direkt und vollständig an den Wirkort bringe oder es über den gastro-int. Trakt schicke, es wird dort weder verstoffwechselt, noch verdünnt, noch …. ?
Würde mich über eine Erklärung dieses Phänomens freuen. Danke!

#17 |
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Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent

@ kommentar 12

“.. bei selbstzahlerleistungen..” wirkt definitv die psyche mit – denn wer gibt schon gerne zu, das er/sie (viel) geld für nichts investiert hat? self commitment würde das der psychologe nennen – also wird auf rückfragen immer eifriges kopfnicken auftreten, wenn man nach linderung nachhakt..

#16 |
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Naturwissenschaftler

Wenn nur die alternativen Heilmethoden so wirksam wären wie ihre Befürworter aktiv!
Ich habe vor einigen Wochen erlebt, wie ein auf chinesische Medizin und Akkupunktur spezialisierter Arzt im Notdienst versucht hat, den akuten Hexenschuss meiner Frau zu linderen: Zwei Spritzen einer selbst gebrauten Flüssigkeit in die Ohrenläppchen… Er hat sich tatsächlich gewundert, dass sie nicht vor Freude aufgesprungen ist.
Danach noch die gleichen Spritzen ein paar mal ins Kreuz – wieder nichts!
Ein paar Tage später kam die Rechnung über ¿60.-
Das hat mein Vertrauen in alternative Methoden ziemlich nicht sonderlich gestärkt!

#15 |
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@ Skeptiker: Wenn einem die Argumente ausgehen…

#14 |
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Heilpraktikerin

Warum es keine Therapie für diese oder jene Krankheit gibt: jeder Mensch ist individuell und man kann nur mit einer auf ihn abgestimmten Therapie helfen, sich zu heilen, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. D.h. auch bei alternativen Therapien muß man als Therapeut das zu dem Menschen passende Medikament, Homöopathikum, die Nadelung, etc. heraussuchen. Findet man sie nicht, gibt’s auch keine Heilung oder nur Besserung. Das haben auch einige Wissenschaftler in der Schulmedizin erkannt. Was bei dem einen gut wirkt, hilft noch lange nicht dem anderen und beim dritten gibt’s nur Nebenwirkungen ohne Ende. Das ist auch der Grund, warum nicht alle zum Homöopathen oder Akupunkteur oder oder laufen. Die ganze teure Forschung sollte sich deswegen auf die individuelle Anregung der Selbstheilungskräfte und Präventivmedizin konzentrieren. Dann würden Menschen gesünder und die Krankenkassenbeiträge sinken.
Noch ein Tip für hier mitschreibende Ärzte: Auch Heilpraktiker können durchaus das große Latinum inne haben.

#13 |
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Interessant: “¿Für keine der alternativmedizinischen Methoden ist eine diagnostische Aussagekraft (z.B. Bioresonanz, zytotoxologischer Lebensmitteltest, Elektroakupunktur, Haaranalyse) oder eine signifikante therapeutische Wirkung (z.B. Bioresonanz, Akupunktur, Homöopathie, Eigenbluttherapie) wissenschaftlich erwiesen.¿

Hier werden – wie so oft – Äpfel mit Birnen verglichen und alles zu einer undurchsichtigen Suppe vermischt. Ernsthaft hat doch niemand aus der Pharma Interessen daran, dass Akupunktur, Homöopathie oder Eigenblut bei Allergien wirken – ergo findet sich auch niemand, der ernsthafte und faire wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema finanziert.
Das Argument von Herrn Dr. Gesell hinkt leider auch. Es kann keine pauschal stets erfolgreiche Therapie gegen Allergien geben. Denn das Problem ist nicht das Allergen, sondern die/der Betroffene. Und die/der ist so individuell wie die für sie/ihn passende Therapie. Genau deswegen ist Naturheilkunde bei Allergien so erfolgreich: weil Sie – anders wie die Schulmedizin – individuell auf den Betroffenen eingeht und nicht auf das jeweilige Allergen.
Gottseidank stimmen die Patienten mit den Füßen ab: Bei Selbstzahlerleistungen zählt alleine der Erfolg. Deswegen konsultieren von Jahr zu Jahr immer mehr Allergiker/innen in Naturheilpraxen.
Die Zunahme an Allergiepatienten liegt m.E. daran, dass die Problematik von Jahr zu Jahr zunimmt und dass die rein symptomatische Sichtweise einfach nix bringt.

#12 |
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Adolf Ersfeld
Adolf Ersfeld

Seit ca. 30 Jahren verwende ich ein homöopathisches Komplexmittel in Ampullenform, dass nach Angaben des Herstellers des Präparates REGASINUM antallergicum s. c. injiziert werden soll.Kindern und Patienten mit Spritzenphobie gebe ich es als Trinkampulle. DS. 3 mal wöchentlich 1 Ampulle. Im akuten Zustand täglich 1 Ampulle. Es ist auch sehr sinnvollden Ampulleninhalt mit Eigenblut zu mischen. Aber hiervon nur max. 2 ml.Die Erfolgsquote liegt bei mir bei ca. 70 %. Nebenwirkungen habe ich in keinem Fall beobachtet.

#11 |
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Heilpraktikerin

Jeder Mensch ist ein Induvidium. Ich bin Heilpraktikerin und Imkerin. In der Apitherapie wird es versucht mit Honig, Frühjahrsblüte aus der Region. Man nimmt täglich ein bis drei Löffel Honig und er Korper gewöhnt sich langsam an die Pollen. Dies wird begonnen im Herbst.
In der Naturheilkunde gibt es viele Wege, die helfen können und jeder hat einen ganz persönlichen Aspekt.
Da ist es egal ob man Arzt oder Heilpraktiker ist.

#10 |
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Dr. Andreas Klobukowski
Dr. Andreas Klobukowski

Pecunia, si uti scias, ancilla est, si nescias, domina

#9 |
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Dr. Andreas Klobukowski
Dr. Andreas Klobukowski

Nihil novi sub sole

#8 |
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Dr. Stefan Gesell
Dr. Stefan Gesell

Immer wieder der gleiche Reflex, wenn es um Berichte über Krankheiten geht, die schwer zu behandeln sind und deren Ursache nicht vollständig geklärt ist.

Obwohl mit unzähligen Behandlungsmethoden “gute Erfahrungen gemacht” werden, ist die Zahl der Menschen, die z.B. unter Heuschnupfen leiden, größer werdend. Für mich unlogisch.

Krankheiten, bei denen von vielen unterschiedlichen Therapieformen berichtet wird, sind noch nicht so weit erforscht und verstanden, dass es eine gute Behandlungsmethode gegen sie gibt. Sonst hätte sich genau diese Methode längst durchgesetzt. Dann würde man seit 200 oder 3000 Jahren mit genau dieser Methode behandeln. Wäre z.B. die Homöopathie wirkungsvoll gegen Heuschnupfen, dann würden sich die meisten Menschen homöopathisch behandeln lassen. Dann müßte nicht die Akupunktur (die nicht nebenwirkungsfrei ist!) eingesetzt werden, oder sonstige Alternativheilungsversuche.

Auch die Schulmedizin hat noch nicht das richtige Mittel gefunden, so wirkt Kortison als wirksames Medikament lindernd, ist aber nicht heilend und mit Nebenwirkungen behaftet. Das weiß wohl jeder Arzt und es wird dem keiner widersprechen.

Es darf also weiter geforscht und informiert werden…

#7 |
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Heilpraktiker

“Viele Wissenschaftler sehen alternative Methoden allerdings mit einiger Skepsis an.”…¿Für keine der alternativmedizinischen Methoden ist eine diagnostische Aussagekraft (z.B. Bioresonanz, zytotoxologischer Lebensmitteltest, Elektroakupunktur, Haaranalyse) oder eine signifikante therapeutische Wirkung (z.B. Bioresonanz, Akupunktur, Homöopathie, Eigenbluttherapie) wissenschaftlich erwiesen.¿

Mein Gott, was für Schützengräben haben wir denn noch: Es wird langsam mal Zeit, Empirie über Jahrheunderte und Jahrtausende wissenschaftlich zu akzeptieren. Diese Klüfte zwiwchen universitärer Medizin, klinischer Medizin und praktischer Medizin gehen doch auf Kosten der Patienten. Und während sich die ‘Experten’ die Köpfe heiß diskutieren, leiden die Patienten weiter…
Was sicher nicht sinnvoll ist, sind pauschale Lösungsansätze wie “ich gebe dann nur XYZ. Wäre ja schön, wenns so simpel wär.
‘Alternative Therapie” erofdert zumindest ich einen deutlich individuelleren, ganzheitlichen Ansatz und nicht solche lachhaften Kochbuch-Tipps.

#6 |
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Heilpraktikerin

Ich habe als Akupunkteurin jedes Jahr mit Pollenallergien zu tun und kann von vielen erfolgreichen Behandlungen berichten.
Ohne Nebenwirkungen.
Es ist allerdings sinnvoll, die Behandlung im Herbst als vorbeugende Maßnahme durchzuführen.

#5 |
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Boris Ebernickel
Boris Ebernickel

Die alternativen Möglichkeiten gewinnen immer mehr an Bedeutung! Dies ist deutlich aus dem Bericht zu entnehmen.
Ich persönlich nehme ein pflanzliches Produkt.
Es ist ein kaltgepresstes Öl (Omega3Fettsäure!!!)
Dieses wird auch schon in einigen Kliniken zur Bekämpfung von Neurodermitis eingesetzt.
Das Allerprill macht mich nicht müde und hat auch keine Nebenwirkungen.

#4 |
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Ich finde dies ist ein gut übersichtlicher Artikel, was aber ist mit der vor längerer Zeit angekündigten IgE-Impfung. Auf die habe ich, die ich gegen alle Pollen, gegen Tierhaare und Hausstaub/Milben allergisch bin, gehofft?

#3 |
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Nicole Rosenow
Nicole Rosenow

Dank eines gut ausgesuchten homöopathischen Einzelmittels habe ich seit Jahren schon keine Beschwerden mehr seit der ersten Einnahme.
Früher litt ich von Mai bis September.
Inzwischen nehme ich das Mittel schon gar nicht mehr und der Heuschnupfen ist noch nicht wieder da.

Frühere Desensibilisierungen waren erfolglos.

#2 |
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auch wenn die sublinguale spezfische Immuntherapie noch mit Zurückhaltung betrachtet wird, kann ich aus eigener Erfahrung über positive Ergebnisse berichten. Bei meiner Allergie gegen Frühblüher brauchte ich früher immer Antiallergika, nasele Kortikoide, häufiher auch bronchialerweiternde Medikationen oder gelegentlich orale Kortikoide. Jetzt komme ich mit gelegentlicher bedarfadaptierter Einnahme von Antiallergika zurecht. Mit der Therapie (Allerbio)habe ich vor drei Jahren begonnen. Die lange Therapieedauer ist vielleicht ein Nachteil, ansonsten eine für mich hilfreiche Methode und einfach durchzuführen ohne Zeitverluste!

#1 |
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