Fettstoffwechselstörung: Die neuen Lipidversenker

1. Dezember 2017
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Weltweit suchen Forscher nach neuen Therapien für erhöhte Blutfettwerte. Bereits Anwendung findet der PCKS9-Inhibitor, der in Studien das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle erfolgreich senken konnte. Vielversprechend erscheint auch eine cholesterinsenkende Impfung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Europa die Todesursache Nummer eins. Etwa jeder zweite stirbt daran. Ein wesentlicher und zugleich behandelbarer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Fettstoffwechselstörungen, an denen etwa 65 % der Deutschen leiden[Paywall].

Unter dem Begriff Fettstoffwechselstörung versteht man eine veränderte Zusammensetzung der Lipoproteine. Je nachdem, welche Lipidkonzentration verändert vorliegt, kann zwischen verschiedenen Störungen unterschieden werden:

Die Ursachen sind vielfältig. Sie können unter anderem durch Diabetes, Übergewicht, Rauchen, eine Schilddrüsenunterfunktion, Essstörungen oder Lebererkrankungen hervorgerufen werden. Aber auch die Wirkung von Medikamenten z. B. Glucocorticoide, können die Zusammensetzung der Lipoproteine beeinflussen. In solchen Fällen spricht man von einer sekundären Fettstoffwechselstörung. Primäre Fettstoffwechselstörungen sind  dagegen erblich bedingt.

Die genaue Ursache für die Entstehung der Arteriosklerose durch Fettstoffwechselstörungen ist noch nicht vollständig geklärt. Laut der Response-to-injury-Hypothese sollen Risikofaktoren wie Bluthochdruck das Endothel schädigen. Es kommt es zu einer subintimalen LDL-Anhäufung mit nachfolgender Entzündung. Die angelockten Makrophagen nehmen das LDL auf und wandeln sich in Schaumzellen um. Dadurch entstehen atherosklerotische Plaques, wodurch die Durchblutung des Blutgefäßes erschwert wird. Im schlimmsten Fall verschließen die Plaques das Gefäß vollständig und der Betroffene erleidet einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Vorbeugung nach ESC/EAS-Leitlinien

Die Therapie bei erhöhten Bluttfettwerten zielt in erster Linie auf die Umstellung des Lebensstils ab. Im August 2016 wurden die Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS) dazu überarbeitet. In der aktualisierten Leitlinie finden sich folgende Empfehlungen zu Lebensstil und Ernährung:

  • Mediterrane Ernährung (Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Fisch, angereichert mit Olivenöl und Nüssen). Begründet wird diese Empfehlung mit der PREDIMED-Studie, in der eine mediterrane Kost mit vielen pflanzlichen Fetten Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % senken konnte.
  • Rauchverzicht
  • Körperliche Bewegung (2.5 bis 3 Stunden pro Woche)
  • Normalgewicht (Body-Mass-Index von 20 bis 25 kg/m2) sowie ein Taillenumfang von unter 80 cm für Frauen und unter 94 cm für Männer

Walnüsse senken Non-HDL-Cholesterin

Den positiven Einfluss von Nüssen auf erhöhte Blutfettwerte konnten Mediziner unter der Leitung von Klaus Parhofer vom Klinikum der Universität München zeigen. Der Verzehr von 43 Gramm Walnüssen (etwa eine Handvoll) pro Tag über acht Wochen senkte das Non-HDL-Cholesterin um 7 %. Non-HDL-Cholesterin ist die Differenz von Gesamtcholesterin und HDL. Dabei werden neben LDL auch die atherogen wirksamen Very Low Density Lipoprotein (VLDL)- und Intermediate Density Lipoprotein (IDL)-Lipoproteine gemessen. Dies ermöglicht eine bessere Risikoeinschätzung als eine alleinige LDL-Messung.

Kürzlich erschien nun in der Zeitschrift Nutrients die Nachfolgestudie, in der Ärzte um Charlotte Bamberger und Klaus Parhofer untersucht hatten, ob der Effekt der Walnüsse durch Kohlenhydrate oder Fette beeinflusst wird. Charlotte Baumgartner hatte circa 200 gesunde Frauen und Männer mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren untersucht. Die Teilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt. Alle Teilnehmer verzehrten nun jeden Tag 43 Gramm Walnüsse. Die erste Gruppe sollte dabei die Kohlenhydrat-Aufnahme, die zweite Gruppe die Fett-Aufnahme und die dritte beides reduzieren.

Nach acht Wochen hatte sich das Non-HDL-Cholesterin um etwa 5 % gesenkt. „Und das unabhängig davon, ob man bei der Ernährung Fette oder Kohlenhydrate anstelle der Walnüsse weglässt“, erklärt Klaus Parhofer. „Interessanterweise haben sich die Probanden auch nur begrenzt an die ihnen vorgegebene Diät gehalten. Aber selbst dann, wenn man sich die Personen anschaut, die unsere Empfehlungen konsequent umgesetzt haben, sieht man keinen Unterschied bezüglich der Verbesserung des Cholesterinspiegels. Es spielt also keine Rolle, ob man Fette oder Kohlenhydrate reduziert, während man täglich eine Handvoll Walnüsse isst.“ Unerheblich war auch, ob die Walnüsse zur Hauptmahlzeit oder als Snack zwischendurch gegessen wurden.

Reicht eine Lebensstilumstellung nicht aus, werden die Patienten medikamentös mit Statinen, aber auch Fibraten, Ezetimib, PCSK9-Inhibitoren oder andere Wirkstoffklassen behandelt. Die teuren PCSK9-Inhibitoren sind eine Option, wenn die LDL-Cholesterinwerte unter einer Statin plus Ezetimib-Behandlung nicht ausreichend gesenkt werden können oder der Patient Statine nicht verträgt.

Evolocumab senkt LDL-Cholesterin um bis zu 60 %

Im März 2017 wurde die FOURIER-Studie veröffentlicht, in der die Wirkung des PCSK9-Hemmers mit dem Handelsnamen Evolocumab untersucht wurde. Für die Untersuchung hatten im Zeitraum zwischen Februar 2013 und Juni 2015 etwa 27.500 Hochrisiko-Patienten mit einer atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankung zusätzlich zu einer Statin-Therapie alle zwei Wochen bzw. einmal im Monat Evolocumab oder ein Placebo injiziert bekommen. In der Evolocumab-Gruppe sank der LDL-Cholesterinwert um etwa 60 % von 90 mg/dL auf 30 mg/dL. Zudem reduzierte sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kardiovaskuläre Todesfälle, Herzinfarkte, Krankenhausaufenthalte aufgrund einer instabilen Angina und Schlaganfälle traten in der Evolocumab-Gruppe 15 % seltener auf.

Die Wirkung von Evolocumab beruht dabei auf der Inhibierung des sogenannten PCSK9-Signalwegs. Normalerweise löst die Bindung des PCSK9-Proteins an den LDL-Rezeptoren der Hepatozyten den Abbau dieser Rezeptoren aus. Die Inhibierung durch Evolocumab führt dazu, dass der Rezeptor vermehrt zurück an die Zelloberfläche der Leberzellen gelangt. In der Folge nehmen die Zellen mehr LDL auf und die Konzentration im Blut nimmt ab.

Impfung gegen zu hohen Cholesterinspiegel

Doch PCSK9-Hemmer sind teuer und wirken relativ kurz. Zudem können sich Antikörper gegen den Wirkstoff bilden, wenn der Hemmer über einen längeren Zeitraum verabreicht wird. Das kann die Wirkung beeinträchtigen. Aus diesem Grund suchten Wissenschaftler um Marianne Pouwer von der Universität Leiden in den Niederlanden nach neuen Wirkstoffen. Entwickelt haben sie den Impfstoff AT04A. Dieser veranlasst den Körper, gegen PCSK9 Antikörper zu bilden.

Die Wissenschaftler haben ihren Impfstoff an genetisch veränderten Mäusen getestet, die durch eine kalorien- und fettreiche Ernährung (Western Diet) innerhalb von 18 Wochen an Arteriosklerose erkrankten. Verglichen mit der Kontrollgruppe hatten die Nager der AT04A-Gruppe einen 50 % niedrigeren Cholesterinspiegel. Zudem waren Marker für Gefäßentzündungen reduziert und atherosklerotische Schäden traten 60 % seltener auf. Die Antikörper konnten die Wissenschaftler noch bis zu einem Jahr in den Nagetieren nachweisen. Der Impfstoff wird derzeit an der Medizinischen Universität in Wien in einer klinischen Phase-1-Studie getestet.

siRNA wirkt langfristig

Die Wissenschaftler um Ulf Landmesser von der Charité am Campus Benjamin Franklin und Kausik Ray vom Imperial College London setzen dagegen auf eine Therapie mit einer Ribonukleinsäure – einer small-interfering RNA (siRNA). Die doppelsträngige siRNA verbindet sich in Hepatozyten mit der mRNA des PCSK9-Gens. Die von der mRNA codierten PCSK9-Proteine werden daraufhin nicht mehr produziert.

Für ihre Studie hatten die Mediziner etwa 500 Hochrisiko-Patienten eine siRNA (Inclisiran) oder ein Placebo verabreicht. Es zeigte sich, dass die siRNA den LDL-Cholesterinwert um bis zu 50 % reduzierte. „Besonders interessant ist für uns der langanhaltende Effekt der Behandlung, der bereits nach einer einmaligen Gabe noch über neun Monate lang sichtbar war“, so Ulf Landmesser in einer Pressemitteilung. „Im nächsten Schritt wollen wir die Behandlung jetzt in einem großen klinischen Studienprogramm als neue Therapie zur Vermeidung des Herzinfarkts und Schlaganfalls bei Hochrisiko-Patienten weiter entwickeln“, fügt er hinzu.

70 Wertungen (3.93 ø)

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25 Kommentare:

Gast
Gast

Da ich immer sehr sportlich und schlank war ebenso wie Nichtraucher , machte ich mir nie Gedanken zu Blutfette. Irgendwann brannte es in der Brust. Eine Koronar-Angiografie zeigt eine Dreigefäßerkrankung. Es folgten rasch 5 Bypässe, ein Statin und insgesamt 3 Antikoagulatien. Meine Cholesterinwerte hatten sich nach der OP unter Statin normalisiert. Die Brustschmerzen blieben. Nach 3 Monaten war 1 Bypass vollständig verschlossen und 2 andere Bypässe schon wieder fast verschlossen. Es folgten 2 Stents. Und leider kein Rat von Ärzten. Sie wirkten ehrlich gesagt recht hilflos. Das war sehr deprimierend.
Erst dann und nachdem mir ein entsprechendes Buch durch Zufall in die Hände fiel, stellte ich meine Ernährung radikal um. Kein Fleisch, keine Milchprodukte, keine Fette, keine Nüsse. Mein tgl Kalorienanteil der Fette liegt zwischen 8 und 12%. Nach 8 Wochen waren die Brustschmerzen fast weg. Da diese Art der Ernährung Risiken birgt, supplementiere ich: Calcium, Vit.D, B12, Ubichinon und Omega 3- Fettsäuren.
Blutwerte und mein Zustand sind gut.
Also: ich denke schon, das Cholesterin spielt eine Rolle. Es wäre aber falsch sich ausschließlich darauf zu fokussieren.

#25 |
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Dr. med. Karl Fleischmann
Dr. med. Karl Fleischmann

Ja, um Himmelswillen, nein!! Sie wollen doch weiter gesund bleiben! Das ist ja das Übel in diesem System, dass per Beschluss einer bezahlten “Expertenrunde” Werte deklariert werden, die viele Gesunde krankstempeln und zu Kunden der Pharmaindustrie machen.

#24 |
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Gast
Gast

Ich habe da mal eine ganz einfache Frage zu diesem Thema:
„Ein 64- Jähriger Mann, kein Bluthochdruck, kein Diabetes, sollte der wenn das Cholesterin erhöht ist (LDL 200) zu solchen Mitteln greifen?“
Vielen Dank für eventuelle Antworten;-))

#23 |
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Gast
Gast

Wieso verordnet man zu den unsäglichen Statinen nicht wenigstens Ubichinon??

#22 |
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Dr. Wolfhard Spiewok
Dr. Wolfhard Spiewok

Zu diesem Thema kann ich nur empfehlen:
https://www.youtube.com/watch?v=xmE8-Pk2vRw

#21 |
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Gast
Gast

Ich hoffe, dass die neue Erkenntnis der heilenden Unterstützung dient und nicht schon wieder einer frisierten Studie, wie mittlerweile mehr und mehr bekannt wird, wodurch die Ärzte sich von der Pharmalobby abhängig macht, wie z. B. in Sachen Statine

#20 |
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Da hat der Professor recht, aber dem Individuum hilft die mathematisch korrekte 30% Angabe mehr bei der Umstellung. Viel wichtiger: Das absolute Risiko ist klein. Und damit zeigt sich der Unsinn der Behandlung von “Risiken” (im Gegensatz zu Krankheiten): Wir verpulvern viel Geld und nehmen unerwünschte Wirkungen bei sehr vielen Gesunden in Kauf, nur weil der Konsens der gut bezahlten Leitliniengeber die Grenzwerte des Risikos immer weiter senkt.

#19 |
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Martin Bökenkamp
Martin Bökenkamp

“Weltweit suchen Forscher nach neuen Therapien für erhöhte Blutfettwerte”
Wäre es nicht sinnvoller, nach einer Therapie gegen erhöhte Blutfetttwerte zu suchen? ;-)

#18 |
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Prof. Dr. U. A. Müller
Prof. Dr. U. A. Müller

Die Erwartungen an die Mediterrane Ernährung sind durch verzerrte Darstellung der Ergebnisse vollkommen überzogen. Im obigen Artkel wird mitgetielt, daß in der “PREDIMED-Studie, eine mediterrane Kost mit vielen pflanzlichen Fetten Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 30 % senken konnte”. Das ist die relative Risikoredution. Die absolute Risikoreduktion, also daß was der einzlene Patient erwarten kann, ist 0.3%. Die einhundertfache Übertreibung des Nutzens der Ernährungsumstellung ist keine vertrauenserweckende Information für die Leser von DocChek News.
Hier die absoluten Zahlen aus der Orginalarbeit (Estruch R, NEJM 2013; 368: 1279–90):
Absolute Risikoreduktion Olivenöl vs. Kontrolle:
Primärer Endpunkt (Myokardinfarkt, Apoplex oder KHK-Tod) 0.31% (0.81 statt 1.12%) p=0.009.
Die einzelnen Bestandteile des kombinierten Endpunktes sehen so aus: Schlaganfall 0.18% (0.41 statt 0.59%), p=0.03; Herzinfarkt 0.08% (0.31 statt 0.39%), p=0.31; Kardiovask. Tod 0.09% (0.22 statt 0.31%) p=0.15; Gesamtsterblichkeit 0.17% (1.0 statt 1.17%) p=0.11.

#17 |
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In der Fitzgerald-Studie heißt es zu Inclisiran:
“CONCLUSIONS – In this phase 1 trial, no serious adverse events were observed with inclisiran. Doses of 300 mg or more (in single or multiple doses) significantly reduced levels of PCSK9 and LDL cholesterol for at least 6 months. (Funded by Alnylam Pharmaceuticals and the Medicines Company; ClinicalTrials.gov number, NCT02314442.)” – signifikant reduzierte PCSK9- und LDL-Cholesterin-Spiegel für mindestens 6 Monate. Aber was kommt danach? Wie sehen die harten Endpunkt-Ergebnisse einer dann lebenslangen Intervention aus?
A Highly Durable RNAi Therapeutic Inhibitor of PCSK9
Kevin Fitzgerald et al.; NEJM doi:10.1056/NEJMoa1609243; 2017

In der Kausik-Studie werden die Schlussfolgerungen zu Inclisiran ebenso vage formuliert:
“CONCLUSIONS – In our trial, inclisiran was found to lower PCSK9 and LDL cholesterol levels among patients at high cardiovascular risk who had elevated LDL cholesterol levels. (Funded by the Medicines Company; ORION-1 ClinicalTrials.gov number, NCT02597127.)”
Inclisiran in Patients at High Cardiovascular Risk with Elevated LDL Cholesterol
Kausik K. Ray et al.; NEJM, doi: 10.1056/NEJMoa1615758; 2017

Das ist lupenreine Pharma-Industrie-Auftrags-Forschung!
Außerdem fehlt der Vergleich mit den bereits vorhandenen PCSK9-Antikörpern wie Alirocumab und Evolocumab bzw. deren möglicherweise diabetogenen und neurokognitiven Nebenwirkungs-Potenzialen.

#16 |
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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

11) Und dann haben Tiere und Menschen diese gurten pflanzlichen Fette in schädliche umgewandelt und dann Pflanzen und Bakterien diese wiederum in nützliche Fette reaktiviert! Seltsamer Weise haben nicht alle Tiere und Menschen Hypercholesterinämie. Also ist eine Veranlagung schuld, die sich vornehmlich bei alten un adipösen Menschen zeigt, denn Tiere haben weiterhin keine erhöhte Altersstruktur, wurden aber als Sclachttiere gemästet, doch heute im geringerem Maße. Folglich sollte man nach Faktoren im Muskelfleisch suchen.

#15 |
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Gast
Gast

Die Predimed-Studie sollte man nicht unbedingt dazu heranziehen, wenn man eine Mediterrane Kost begründen will. Die absolute Risikoreduktion lag lediglich bei etwa 1%.

#14 |
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Ärztin

#8
Die Pneumonie bei pulmonaler Kachexie und COPD gibt es auch heute noch. Dafür hat die Zigarettenindustrie schon gesorgt. Preisfage: Wer hält länger durch: Der kachektische Pink Puffer oder der voluminöse Blue Bloater?

#13 |
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Ärztin

Und wie verfährt Herr Esselstyn mit den fettlöslichen Vitaminen?

#12 |
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Ärztin

#10
Ja dann nur zu! Ich wünsche guten Appetit und Rückmeldung zur Bekömmlichkeit dieser Ernährung in – sagen wir mal – 5 Jahren.
Als mehrwöchige Kur kann ich mir das schon vorstellen, aber als vollständige Ernährungsumstellung …. Ich glaube nicht daran.
Übrigens gibt es eine ähnliche Diät auch hierzulande. Das Basenfasten nach Wacker.

#11 |
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Gast
Gast

#8 Woher um Himmels Willen haben wir in unserer 8,5 Millionen Jahren Evolution außer in pflanzlicher Kost Fett herbekommen? (Bevor Feuer verwendet wurde)

#10 |
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Gast
Gast

Ich habe mir ein Buch letzte Woche aus NYC mitgebracht. Bisher kannte ich diesen Autor nicht, aber es lohnt sich ein Blick hineinzuwerfen. Esselstyn hat ein Programm zur Behandlung der koronaren Herzerkrankung auf der Basis einer strikten veganen Ernährung mit einem hohem Rohkostanteil und einem geringen Fettanteil entwickelt. Die Ernährung verzichtet auf alle tierischen Produkte, aber auch auf der Nahrung zugesetzte pflanzliche Fette und Öle, ist zudem ebenfalls salzarm und zuckerarm. Die Erfolge sind sehr beachtlich. Er beschreibt, wie er bei vielen Patienten eine Rückgang der arteriosklerotischen Plaque erreicht wurde, ganz ohne Stadien.
Ich glaube, das sehr viele von uns, zu diesem Thema eine sehr starke Meinung haben, aber eben keine Ahnung. Wir begründen unsere Meinung auf Studien, die zum großen Teil mit Geldern der Pharmaindustrie gesponsert worden sind. Wir verfallen dann in den Zustand der kognitiven Dissonanz, weil wir nicht wahrhaben wollen, das es da jemanden drüben gibt, der eine Lösung für Plaqueablagerungen hat

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Ja ja. die bösen Statine. Jedenfalls die einzige Medikamentengruppe, von der bekannt ist, dass sie eine Plaquebildung auch reduzieren kann. Und wenn ich es nicht vorher weiß und einen Patienten nach dem Carotis-Verlaufssono frage, (nachdem ich mit Erstaunen festgestellt habe, dass die Plaques rückläufig sind): “Nehmen Sie etwas ein gegen Blutfette?”, dann kommt obligat: “Ja, X-statin.”
Nicht vergessen: Hohe Lipide sind evolutionär von Vorteil: Infektionen verlaufen milder. Blöd nur, dass in den 30ern der Bayer-Konzern die Sulfonamide erfunden hat und in den 40ern Penicillin handelsreif wurde. Daraufhin hat sich sogar das Schönheitsideal geändert: Von “Die ist bestimmt schwindsüchtig, die kannst doch nicht heiraten” hin zu Twiggy als erstem Kontrapunkt. Der millionenalte Evolutionsbonus der Lipide und des mäßigen Übergewichts (aus heutiger Sicht) ist dahin. Wegen der Pneumonie, die die Leute – vor allem die Dünnen, die keine “Reserven” hatten – früher noch regelhaft dahingerafft hat, geht heute kaum noch einer ins Krankenhaus und selten mehr einer tagsüber ins Bett. Dafür kommen die Menschen in ein Alter, in denen die alten Freunde Lipide auf einmal zu Feinden im Gefäßsystem werden. Mach das mal deinen Genen klar, die seit Millionen Jahren drauf programmiert sind, dass hohe Lipidwerte gut gegen Infektionen sind …

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Die Ernährungsempfehlungen sollte insoweit modifiziert werden, als nicht Getreide, sondern Gemüse die Basis sein sollten. Dazu sind vor allem zu vermeiden: Weizen, Milch und jede Art von Zucker, d.h. nicht nur Glukose, sondern auch Fruktose. Gut geeignet sind: Trennkost, ketogene Nahrung und Paleo-Kost. Schnelle Blutzucker-Anstiege sind gefährlicher als Fette und Oele.

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Werner Wöhrle
Werner Wöhrle

Es gibt eine hervorragende Therapie, die nicht nur nix kostet, sondern auch noch viel Geld spart, sie braucht auch weder Krankenhaus noch Arzt noch Apotheker noch Industrie und sämtliche Therapeuten gehen auch leer aus:

FdH

Friß die Hälfte…

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ich kann mich den früheren Kommentaren nur anschließen. Nachdem so allmählich die Nachteile der Statine auch für langsamere Medizinerhirne unübersehbar geworden sind, sucht die Pharmaindustrie nach passenden Nachfolgern, mit denen der profitable Cholesterin-Mythos weitergeführt werden kann.

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Dr. med. Karl Fleischmann
Dr. med. Karl Fleischmann

Wahnsinn, die Verdummung zum Wohle der Pillenmafia geht immer weiter, obwohl mittlerweile die Mechanismen bekannt gemacht sind.” Die Cholesterinlüge” auf Arte am 27.11.2017 . In” arte mediathek” einsehbar

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Apotheker

Die Fourier Studie schließt meines Wissens nach Patienten in der Sekundär- prävention ein, d.h. diese Patienten hatten bereits einen Infarkt o.ä.
In der Primärprävention ist die Bedeutung der Cholesterolsenker mehr als umstritten. Jedenfalls hat die Pharmaindustrie mit den Statinen u.a. Milliarden verdient. Ob es wirklich genutzt hat sei dahingestellt. Da die Patente für Statine auslaufen sind die PCSK9 Hemmer natürlich gern gesehene Nachfolger.
Allein schon die kritiklos übernommene Aussage der DEGS1 Studie, dass angeblich 65% der Deutschen an Fettstoffwechsel leiden erhöhen nicht die Glaubwürdigkeit des Artikels. Das Risiko des hier angesetzten niedrigen Cholesterolgesamtwerts vom 190mg/dl ist kaum belegbar. Hier von “Störungen” und damit “Krankheit” zu sprechen ist die übliche Panikmache.
Demnächst leiden nahezu 100% der Deutschen an Hypertonie und viele müssen dann dringend einen nutzlosen ACE Hemmer oder AT1 Blocker bekommen.

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Mitarbeiter von DocCheck

Lieber User, vielen Dank für deinen Hinweis. Wir haben den Text entsprechend angepasst. Dein DocCheck News Team

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Coventina
Coventina

Hübsche Zusammenfassung, allerdings standen mir beim letzten Abschnitt die Haare zu Berge. siRNAs sind in der Regel gegen Nukleinsäuren gerichtet, an die sie aufgrund ihrer Sequenz spezifisch binden können, nicht gegen Proteine. Ein kurzer Blick in das dankenswerterweise verlinkte Paper bestätigt, daß das Ziel die PCSK9-mRNA ist, deren Abbau schließlich in weniger Protein resultiert. So viel Genauigkeit kann man bei einem Arikel für Fachpublikum eigentlich erwarten. Zumal der Satz “Gelangt die doppelsträngige siRNA in die Zelle, wird diese gebunden und kann so schädliche Proteine beseitigen.” auch sprachlich unverständliches Chaos ist, weil die Bezüge nicht stimmen. Etwas mehr Sorgfalt, dann wird ein guter Artikel richtig gut.

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