Polymedikation: Ein tödliches Durcheinander

24. November 2017
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In Deutschland wird die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Polymedikation auf 16.000 bis 25.000 pro Jahr geschätzt. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 starben etwa 3.400 Menschen im Straßenverkehr. Eine Suche nach Ursachen und Lösungen.

Sieht man sich die zahlreichen, zum Teil tödlich endenden, Komplikationen an, die durch Polymedikation entstehen, drängt sich die Frage auf: Wer ist Schuld? Der Arzt, weil er zu leichtsinnig den Rezeptblock zückt? Der Apotheker, weil er nicht zwischen Arzt und Patient vermittelt? Der Patient, weil er gern Mediziner-Hopping betreibt? Oder die Leitlinien, weil sie zwangsläufig zur Polypharmazie führen müssen?

Auf dem Weg des Arzneimittels durch den Körper ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Arzneimittelwechselwirkung. Bei der Resorption, der Verteilung, der Umwandlung, der Ausscheidung und bei der Wirkung können Arzneistoffe durch andere Reaktionspartner beeinflusst werden. Mit Hilfe einer einfachen Formel lässt sich die Anzahl der maximal zu erwartenden Interaktionen berechnen:

I = (n2-n)/2

I steht dabei für die Anzahl möglicher Interaktionen, n für die Anzahl der eingenommenen Medikamente. Bei sechs verschiedenen Medikamenten kann es so bis zu 15 mögliche Interaktionen geben ((6 x 6 – 6) : 2 = 15 ), bei 10 Medikamenten bis zu 45!

Krank durch Polymedikation 

In einer Studie von Hoffmann et al. nahmen etwa 70  % der Heimbewohner fünf oder mehr Wirkstoffe pro Tag ein. Die Querschnittsstudie ergab, dass 63,6 % der Bewohner eine Niereninsuffizienz aufwiesen. Die 685 Bewohner erhielten insgesamt 4.316 Arzneimittel als Dauermedikation. Davon sind potenziell 2.184 bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert beziehungsweise in der Dosierung anzupassen wären (50,6 %). Am häufigsten betraf dies die Wirkstoffe Ramipril, Simvastatin und Torasemid. Besonders häufig überdosiert waren Metformin, Ramipril sowie Kaliumchlorid.

Ein zu hoher Spiegel der cholesterinsenkenden Statine kann Myopathien und im schlimmsten Fall eine Rhabdomyolyse, also den Zerfall von Muskelgewebe, auslösen. Diuretika in zu hohen Dosen steigern das Risiko für Gicht und Diabetes und bringen die Elektrolytbalance aus dem Gleichgewicht. Ein zu hoher Kaliumspiegel kann lebensbedrohliche Rhythmusstörungen auslösen. Wenn neben dem Kalium auch noch ACE-Hemmer gegeben werden, steigt das Risiko einer Hyperkaliämie dramatisch an.

Laut Hoffmanns Studie erhielten insgesamt 135 Bewohner, also 19,7 Prozent mindestens ein nicht adäquat dosiertes oder kontraindiziertes Arzneimittel bei vorliegender Nierenfunktion.

Leitlinien können Polymedikation fördern

Polymedikation ist keine Ausnahme, sondern eher fester Bestandteil im Therapiealltag. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Patienten werden immer älter, multimorbider, die Palette der Pharmakotherapie immer größer und Leitlinien immer wichtiger.

Wie groß das Problem der Polypharmazie ist, ergab die Untersuchung der Handelskrankenkasse (hkk). Mehr als ein Viertel der Versicherten (26,7 Prozent) nehmen fünf und mehr Medikamente gleichzeitig ein. In Deutschland ist bei 30% der über 65-Jährigen von einer Polypharmazie auszugehen; die Prävalenz steigt mit dem Alter und ist bei Frauen höher als bei Männern. So die Aussage einer Arbeit von Juliane Bolbrinker der Charité Berlin. Novaes et al. bezeichnen das Problem „iatrogene Trias“ – ein vom Arzt verursachter Symptomkomplex aus Polypharmazie, Drug-Drug-Interaktion und potenziell nicht geeigneten Medikamenten.

Eine geriatrische Patientin mit fünf Erkrankungen mittlerer Schweregrade wie Osteoarthritis, Osteoporose, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) hat sicherlich eine geminderte Lebensqualität, aber bestimmt keine Langeweile. Würde sie streng nach den jeweiligen Leitlinien therapiert werden, nähme sie 12 Medikamente in 19 Einzeldosen zu fünf unterschiedlichen Tageszeiten. Sollten die täglichen Selbstkontrollen von Blutzucker und Lungenfunktion mittels Peak Flow und das Lesen, Verstehen, Behalten und Umsetzen von zahlreichen Ratschlägen noch Zeit lassen, besucht sie regelmäßig Haus- und Facharzt. Sie nimmt an evidenzbasierten Schulungen zu allen ihren Krankheiten teil und ist gern gesehener Gast in Selbsthilfegruppen.

Tütenkontrolle in der Apotheke

Nach einer Studie von Waltering et al. klafft bei den Medikationsplänen zwischen ärztlichem Anspruch und Realität der Einnahme oft eine große Lücke: Nur jeder 16. Patient hält sich exakt an den ärztlichen Medikationsplan. Zur Studie wurden 500 Patienten herangezogen. Die Adhärenz wurde dabei von jenen 80 Prozent der Patienten untersucht, die einen Medikationsplan hatten. Danach nahmen sie im Schnitt neun verschreibungspflichtige und ein frei verkäufliches Arzneimittel ein. Die Apotheker prüften mit einer „Brown-Bag-Analyse“, welche Medikamente die Patienten tatsächlich eingenommen haben. Die Patienten brachten dazu alle Medikamente in einer Tüte in die Apotheke. Dabei stießen die Pharmazeuten auf insgesamt 2021 Abweichungen von den Medikationsplänen, das sind fünf pro Patient, vor allem bei den verschreibungspflichtigen Mitteln.

41 Prozent der Abweichungen betrafen den Austausch mit einem wirkstoffgleichen Arzneimittel. In 30 Prozent der Fälle nahmen die Patienten ein Mittel, das im Medikationsplan nicht aufgelistet war. 18 Prozent hatten mindestens ein Medikament ohne Wissen des Arztes abgesetzt. Besonders Antihypertonika, Analgetika und Antidepressiva wurden nicht therapietreu eingenommen. “Wenn der Plan älter als drei Monate ist, steigt die Fehlerquote um 50 Prozent“, warnt die Autorin.

Die Kunst des Absetzens

Ein Forscherteam um Katharine Wallis vom Institut für Allgemeinmedizin der Universität Auckland, Neuseeland, befragte 24 Hausärzte, ob sie die Therapiepläne regelmäßig überprüfen und auch Medikamente absetzen.

Die befragten Ärzte sahen ein, dass ein Absetzen von Medikamenten durchaus sinnvoll und notwendig sein kann, gaben aber auch an, dass dies eine große Hürde sei. Zu groß sei die Angst, den Patienten unterzuversorgen und ein „schlechter Arzt“ zu sein. Bemängelt wurde auch, dass die Leitlinien ein Absetzen einer Medikation in den meisten Fällen gar nicht vorsehen. Die Ärzte gaben an, dass eine große Unsicherheit in der Versorgung multimorbider Patienten bestehe, was beim Mediziner Ängste auslöse. Diese führen dazu, lieber mehr als weniger Medikamente zu verordnen.

Depressive sind häufig von Polypharmazie betroffen

Ärzte der Universität Groningen stellten bei älteren Patienten einen Zusammenhang zwischen Depression und Polypharmazie-Risiko fest. Für die Studie wurden Daten von 4.477 Niederländern über 60 Jahren ausgewertet, die sich in primärärztlicher Versorgung befanden. 1.512 Patienten hatten eine diagnostizierte Depression, bei 1.457 war eine andere psychische Erkrankung dokumentiert und 1.508 Kontrollpatienten waren psychisch gesund. Die Wahrscheinlichkeit einer Polypharmazie war bei depressiven Älteren höher als bei Personen mit anderen psychischen Erkrankungen. Sie wurden dreimal häufiger mit mindestens fünf Medikamenten gleichzeitig behandelt verglichen mit Personen der Kontrollgruppe.

Besonders problematisch sahen die Ärzte die häufige Verordnung von Wirkstoffen mit anticholinergen und sedierenden Eigenschaften. Dies wurde mithilfe des Drug Burden Index (DBI) erfasst. Zu den Wirkstoffen gehören u.a. sedierende Antihistaminika wie Doxylamin und Wirkstoffe gegen Harninkontinenz. Anticholinergika können die Kognition beeinflussen, wirken sedierend oder können gar ein Delir auslösen.

Top Ten der FDA

Nach Daten der Pharmakovigilanz der FDA sind folgende Substanzen besonders häufig in Arzneimittelinteraktionen bei Polypharmazie betroffen, wobei die Häufigkeit von oben nach unten abnimmt:

Polypharmazie ist vermeidbar

Die hausärztliche Leitlinie “Multimedikation” hat eine praktikable Übersicht über häufige Interaktionen unter dem Aspekt der Polypharmazie erstellt, die in der Praxis sehr hilfreich ist. Auch die BARMER-Krankenkasse hat den Arzneimittelinteraktionen bei der Polymedikation den Kampf angesagt. Das Projekt AdAM („Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagement“) agiert als Schnitt- und Kontrollstelle. Wenn der Patient zugestimmt hat, erhält der Hausarzt Informationen über sämtliche Verordnungen aller Ärzte, die an der Behandlung beteiligt sind. Außerdem informiert ein Software-Programm den Arzt über Kontraindikationen, Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen. Die Idee ist gut, denn nur, wenn die Medikation aller an der Behandlung des Patienten beteiligten Ärzte geprüft wird, können Interaktionen vermieden werden. Eine mögliche Schwachstelle gibt es allerdings. Im Rahmen der Selbstmedikation in der Apotheke erworbene Arzneimittel werden nicht automatisch erfasst.

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Bildquelle: yumikrum, flickr

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61 Kommentare:

Gast
Gast

Herrn Bastigkeit grüße ich voll Dank für diesen sehr anregenden Artikel. War wirklich anregend und sehr gut und möchte uns weiter bringen.

#61 |
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Gast
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#33-Ich zitiere:
“Ich kann z. Bsp. Viele Medikamente, die in ydeutschland verschreibungspflichtig sind, im Ausland beziehen. Auch ohne Rezept: zum Beispiel Diazepam.”
Also ich hab so eine Beziehungsquelle noch nicht erfahren.Und weiter frage ich mich, ob Diazepam -psycho-wie organotoxisch- überhaupt so schlimm ist, wie oft vermutet.Darüber bilde ich kein Urteil, weil ich angemessen an meinen schweren Leiden Diazepam als schwach, fast unwirksam halten konnte: Hilft nichts !Oder: Zu wenig, kaum was.Also wer da keine Hilfe fand, muß wirklich -wenigstens akut- schwer krank gewesen sein.Diazepam war in den frühen Jahren des ersten Ersacheinens hochwillkommen und gelobt und wirkte(war ja Valium)-: Und soll seine harmlose Zeit nun abgelaufen schon sein?Ich kann denjenigen, der Diazepam nicht auf ordentlichem Wege verschrieben bekommt, somit illegal sich es besorgt , gut verstehen: Es liegt nämlich eine Phobie gegen dieses wirklich gute Pharmazeutikum vor-aus lauter Vorurteil: Es mache süchtig. So einfach läßt sich das aber nicht abtun. Da können wir noch lange darüber diskutieren, meine ich.Bloß nicht das Gute in Schlechtes verkehren: Die Verkehrer könnten sich schnelle als die selbst Verkehrten erwiesen haben.Die Sache ist einfach den Einfachen, problematisch den Problematisierten.Wie auch immer: Lockerheit wird vom Gesetz der Naturwissenschaft nicht einfach gleich fernab liegen.Und Geist ist über Irdischem.

#60 |
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#58
Und dann werden wir uns immerzu und jederzeit bewegen zwischen dem Apriorischen und dem empirisch Aposteriorischen: Und werden irgendwann keine Differenzen, sondern Einungen finden, wie sie so oft eh schon gefunden wurden:
Da wird die Empirie unser Denken begleiten ebenso,wie wir von Ur her wußten, was uns wahr erschien.Da schwanken wir zwischen den Beiden, dem Apriorischen, und dem Aposterioschern, herum.Man kann doch nicht immer nur Hinundherschwanken,man muß mal fest da stehen: Sicher und freilich-So tue das, wer sein will: Sein nicht ohne Tun.

#59 |
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Wer hat keine Logik gelernt- da die Logik doch alles Reale durchdringt- in jeglicher Hinsicht, der des Sein Selbst oder naturaliter in Polypharmazie.Logik ist a priori

#58 |
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MEINE OMA
In den frühen siebziger-Jahren wunderte ich mich schwer darüber , dass meine Oma 18 Pillen pro Tag einnahm.Ich war damals ja noch ein Bube.Und damals war man ja aus ökonomischem Wohlstand sehr verschreibungsfreudig.Dennoch wunderte sich der damalige Bube darüber, dass man so viel einnehmen könne. Sie sehen, dass sogar ein Bube sich wunderte, wie so eine hohe Polymedikation möglich war. Sie hatte Herzinfarkt(damals gab es noch keine plastischen Eingriffe in die Koronararterien), Diabetes mit der Folge der Amputaion eines Unterschenkels.Sie litt Qualen-sie war leidensfähig.Sie litt an ihrer Kranbkheit im Alter,sie nahm ihre Arznei.Bis sie dann verstarb: So mit 74 .Die Bekanntschaft mit meiner Oma war auch eine pharmazeutische: Denn die hatte freie Tabletten parat, als ich als Kind noch schlimm schmerzende Bauchblähungn hatte: Da fand ich Abhilfe.Ja.Meine Oma war polymedikamentiert.Heutzutage wird jeder die chirurgoplastischen Eingriffe in den Koronargefäßen bewundern.Wir sehen: Eine ungeheuerliche , äußerst subtile Dialektik wird unsere Logik hier beflügeln: Dies Hin-und-Wieder bei der Anwendung (Praxis): Philosophisch gesagt, also damit ontologisch gesagt, sei Denken Sein.Oder, was wir denken, habe Wahrheit.

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Keithicess
Keithicess

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#56 |
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#54
Sorry, spontanchemische, simple Reaktionen freilich, so meinte ich das , die nach der Einnahme simpel im Körper einfach ablaufen, eben wie die Löschung des Sodbrennens durch ein Antacidum. Also simle chemische Reaktionen , da aber nicht in vitro, sondern real im Corpus ablaufen.Die anderen Interaktionen sind oft sehr komplex, nahezu undurchschaubar, schwer, aber auch doch nachvollziehbar.

#55 |
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Gast
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Direkte , spontane chemische Reaktionen
stellte ich mir schon als Spätjugendlicher mal so vor, wie wenn man auf Natron Zitronensaft gibt und das heftig, sofortreaktiv aufbraust:Nun, so was findet etwa statt, wenn wir ein Antacidum gegen Sodbrennen geben:Die reagieren sofort und schnell.Da findet im Körper eine direkte chemische Neusynthese statt.In der höheren Pharmazie-Chemie scheint das fern zu liegen: Aber, die metabolischen Prozesse laufen ab, es bilden sich neue Kombinationen,die aber sehr viel subtiler sind und von unserem Wissen nicht immer einfachin von vornherein schon erfaßt werden können. Hier wird es durchaus intransparent komplex.

#54 |
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Gast
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KATH
Ichlas heute mal wieder einen Artikel über den Schmuggel von Kath, dieser Arzneidroge, die gekaut wird:Hierzu wurde berichtet, dass Kath seit Jahrtausenden schon etwa in Äthiopien als gemeine Alltagsdroge gilt,so wie bei uns etwa Kaffe oder Tee.Läßt sie sich zu anderen Pharmaka kombinieren? In Deutschland läuft dies Zeug als Betäubungsmittel, was ich, ohne es zu kennen, von vornherein als für ziemlich übertrieben halte.Ich glaube, dass in der deutschen Drogenpolitik noch so maches es zu klären gibt.Eben gerade z. B. Paracetamol, das ich zu den ineffektivsten und somit gefährlichsten frei verkäuflichen Pharmaka zähle: Eine simple Polymedikation mit zu viel Alkohol-etwa einer hat viel getrunken und dann Schmerzen und greift zu Paracetamol-kann schnell tödlich enden.Usw…usw..

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Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

Nur die Krankenkassen haben neben dem Patienten eine vollständige Datenlage der Einnahme von Medikamenten. Warum fordert niemand, dass Krankenkassen bei übermässigem Gebrauch oder bei daraufdeutende schwere Krankheitsbilder oder Tod aktiv werden müssen, um Arzt und später Apotheke auf Gefahren hinzuweisen oder mit ihnen zu diskutieren? Vorbeugen geht nur mit kontrolliertem Wissen auch bei “Unfehlbaren”.

#52 |
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Ärztin

Der Liste polypragmatisch verordneter Medikamente könnte man getrost auch Metformin zufügen. Oft sogar gnadenlos überdosiert.
Es könnte schon helfen zu alten Grenzwerten bei Diabetes, Cholesterin und Blutdruck zurückzufinden um den Verordnungswahnsinn zu minimieren. Ebenso die statistischen Überlebenzeiten bei Verordnung zu überdenken, wie z.B bei den Statinen und den neuen Antikoagulanzien. Es gibt schließlich auch andere Todesursachen als den Herzinfarkt.

#51 |
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Gast
Gast

#45
Ach, da kaufe man sich endlich ein wirklich gutes, super Auto!Eine Super-Maschine.

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Gast
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#45
Geschwindigkeitsbegrenzungen wie Begrenzungen bei Pharmaka?

Ha, super ist es, einen Ferrari, BMW oder Mercedes AMG zu besitzen und mit gut 300 km/h über eine deutsche Autobahn fahren zu können: So eine glückliche Freiheit eben!Die gibt es noch.

#49 |
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#40
Für mich gibt es hier nur eine Lösung: Und die sieht bei schwer chronischer Schmerzerkrankung nur so aus: Zum Schmerzarzt gehen, ansonsten wird keiner ordentlich bei schlimmen chronischen Schmerzen behandelt!Und wenn es Morphium sein muß: Wogegen der Hauisarzt eine schwere Phobie hat: Zum Schmerzarzt muß gehen, wer chronisch starke Schmerzen hat.

#48 |
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Gast
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zu #45
Letale Dosis von Diazepam? Ich weiß gar nichts davon, dass das Ding letal je werden könnte?.Das ist doch gar nicht so letal, tödlich giftig, odfer ?Oder gibt es da wirklich eine letale Dosis? Hab ich noch nichts davon gehört.Das müßte eine mehr als zehnfache Überdosis oder mehr sein.Da müßte ich mal nachlesen.Ich frage mich vielmehr, ob diese Benzodiazepine nicht als harmlose Pharmaka verabreicht werden könnten, -: Stelle das ebenso schwer in Frage.Klärungsbedürftig das alles eben.

#47 |
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Gast
Gast

Dem Autor dieses Artikels möchte ich einen persönlichen Gruß zukommen lassen.
T.Günther

#46 |
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PTA
PTA

Letale Dosis von Diazepam ist nicht das Problem, eher die Nebenwirkungen und vor allem die enorme Suchtgefahr. Es gibt Menschen, die bringen aus den genannten Ländern Benzos und andere Leckereien mit und verkaufen diese dann hier einzeln mit gutem Gewinn. Das ist leider Realität. Die unkritische Selbstversorgung mit verschreibungspflichten Substanzen sehe ich höchst kritisch, das hat dann auch nichts mehr mit Bevormundung der Menschen zu tun. Nach der gleichen Logik dürfte es dann auch keine Geschwindigkeitsbegrenzungen mehr geben.

#45 |
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Gast
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@Dipl.-Psych. Gisela Klauck:
Was Sie da nicht alles schrieben!
die Interaktionen zur Darstellung kommen: Z.B. hinsichtlich Interaktionen von Antikonvulsiva und bestimmten Calziumantagonisten (zur Antihypertension), wie Lercanidipin und Amlodipin, letztere Hauptsubstrat von CYP 3A4/5/7.!
Oi, da werdee ich alles überdenken müssen, was ich einnehme: Da ist aber alles sehr gut:Gerade mit dem Calciumantagonisten Amplodipin: Wie bin ich froh, den verordnet bekommen zu haben!Mein Herz!Jetzt geht es wieder besser.

#44 |
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Gast
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#35
Da redete mir endlich mal einer, der Pharmazeut ist, vom Herzen!
Vielen Dank sage ich Ihnen!

#43 |
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Gast
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Polymedikation mit Codein oder Coffein
Dass schwach wirksame , nichtsteroidale Analgetika mit Codein kombiniert werden, heiße ich nur gut: Immerhin werdfen 10 Prozent des Dimethylmorphins zu Morphium metabolisiert. Wie auch immer:Toxische Schäden erwarte ich hier nicht. Ich erwarte, dass das zugelassen bleibe, denn ansonsten erführen so manche keine Scvhmerzfreiheit mehr. Ich erfuhr eine solche Analgesie immer als nicht nur wohltuend, sondern als einzig wirksam eben.Dass eine Kombination mit Coffein zuweilen tödlich enden konnte, geht mir hiermit zu weit.

#42 |
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Gast
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POLYMEDIKATION IN NUR EINEM PRÄPARAT
Ich erzähle halt mal noch so eine kleine Anekdote, eine kleine Begebenheit aus meinem Leben::
Das schlug bei mir ein wie ein Blitz:
Der Tag wurde zum Feierabend, ich bummelte so durch die Einkaufsstraßen im Zentrum der Großstadt Stuttgart und kam an einer Apotheke vorbei, die vor der Tür einen Korb mit Büchern aufstellte:Da sah ich ein Buch und kaufte es sofort:
Das handelte von der Toxizität nichtsteroidaler Analgetika und insbesondere von der noch größeren Toxizität von Kombinationspräparaten.Als schlimmst wurde hierbei die Kombination mit Coffein gerechnet.Nierenschäden-Nierendialysepatienten zur Folge nach langjährigem Gebrauch. Das schockierte mich. Eine kurzfristige Anwendung, weniger als 6 Tage, schätze ich als völlig harmlos ein.(Wie auch andere Fachleute)Das war so ungefähr im Jahre 1994: Also lange schon her. Diese frei verkäuflichen Mulitpräparate gelten eben als sehr organotoxisch- Nierenversagen schnell dabei.Opioide, also steroidale Analgetika sind gut verträglich, Organschäden kaum zu erwarten.Zu diesem Thema kann allerdings endlos diskutiert werden- weswegen ich hiermit ende.
PS:Gegen eine Kombnination schwach wirksamer Analgetika mit Codein (wie etwa in Gelonida) kann ich nichts Gegenteiliges sagen.Im Gegenteil.

#41 |
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Gast
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Das Problem wäre mit Begriff “kumulativer” oder “non-koordinativer” Medikation möglicherweise besser beschrieben.

Gerade chronisch kranke Patienten frequentieren häufig mehrere Ärzte, die nach Diagnosestellung ihre bevorzugten Therapeutika verschreiben. Eine Koordinierung durch den Hausarzt bleibt, aus Unkenntnis der Medikation oder aufgrund von Zeitfaktoren, mitunter aus.

So sammelt sich mit der Zeit pro Patient eine bunte Medikamentmixtur zusammen…

#40 |
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Siegfried Umbreit
Siegfried Umbreit

Bin selber Opfer von Polypharmazie geworden ( in 10/2017 ). Die Folge Rhabdomyolyse , akutes Nierenversagen, Sepsis und Lungenarterienembolie. Die Folge Dialyse und mehrmaligen ITS Aufenthalt.
Ich bin zwar Privatpatient, ( evtl. ist dies ein begünstigender Faktor für die Polypharmazie ) und finde es untragbar das von unterschiedlichen Fachärzten verordnete Medikamente nirgendwo für den Patienten z.B. In der Apotheke oder beim nächsten Arztbesuch gespeichert werden. Leider geh ich nicht immer in die selbe Apotheke, weil ja jeder Facharzt seine im Haus angesiedelt hat. Geht das nicht auf der Versichertenkarte? Diese Ignoranz von vielen Seiten hat mich fast das Leben gekostet. In anderen Ländern gehts ja auch, siehe British NHS

#39 |
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Sylvia
Sylvia

Beifall, dass dieses Thema endlich mal angesprochen wird. So ehrliche Themenbeiträge vermisse ich hier nämlich eher. Und wenn denn schon die Suche nach einem Schuldigen sein muss, dann bitte das Übel an der Wurzel packen! Es ist eine von Lobbyismus geprägte Politik, die ein entsprechendes System installiert hat! An erster Stelle sollte immer der Patient einbezogen werden seinen Lebensstil anzupassen und mit naturheilkundlichen Mitteln und Therapien unterstützt werden. Dazu braucht es aber ein Zeit-aufwändiges wohlwollendes Gespräch und entsprechendes ärztliches Wissen, welöches bereits bei deren Ausbildung einen viel zu geringen Stellenwert hat. Das alles geschieht aber nicht von ungefähr, sondern wurde gezielt politisch dahingehend unterstützt. Ich kenne noch die Zeiten, als erst einmal mit einfachen Mitteln vorgegangen wurde( und diese auch von der Kasse übernommen wurden!), und erst wenn das nicht funktionierte wurden Nebenwirkungs-reiche Medikamente verordnet. Der Patient wird heute in die KK gezwungen, aber er hat fast keine Möglichkeit mitzubestimmen wie er behandelt wird. Große Operationen werden fast immer bezahlt, auch Zytostatika und Medikamente. Das komplette Krankheits-System gehört umfunktioniert in ein Gesundheits-System.

#38 |
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PTA
PTA

Barbara: Die eigenmächtige Medikation mit Diazepam aus irgendeiner europäischen oder am besten noch nichteuropäischen Hinterhofapotheke ist bestenfalls ziemlich, nun ja, dämlich. Im schlimmsten Falle aber tödlich.

#37 |
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PTA
PTA

Das allergrößte Problem sind die Ärzte, die jede Zusammenarbeit zwischen ihnen und der Apotheke konsequent ablehnen. Wechselwirkungen werden mit dem Hinweis auf umfassende Allmacht einfach ignoriert. Da herrscht bei den Ärzten noch enormer Nachholbedarf!

#36 |
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Apotheker

Richtig, aber…
Dem Artikel kann man nur voll und ganz zustimmen. Aber unsere moderne Medizin und auch die neuen Medikamente führten in den letzten Jahren zu einer deutlichen Steigerung der Lebenserwartung mit hoher Lebensqualität auch im hohen Alter. Diese wissenschaftliche Leistung kann nicht hoch genug bewertet werden und sollte auch so oft wie möglich publiziert werden. Die Feinjustierung ist leider noch in den Kinderschuhen und muss dringend verbessert werden. Dies muss nur von allen Beteiligten bewusst erkannt und in der täglichen Routine beachtet werden. Außerdem sollten Hilfen (Medikationspläne, individuelle Blister, offensive Beratungsangebote,…) sowohl von der Politik als auch den Krankenkassen offensiv gefördert werden und von den beteiligten Heilberuflern (Ärzte, Apotheker) so oft wie möglich eingesetzt werden. Die Mittel zu einer weiteren Erhöhung der Lebenserwartung um geschätzte 5 Jahre sind bereits vorhanden, werden aber leider noch nicht optimal eingesetzt.

#35 |
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Dr. Theo Payk
Dr. Theo Payk

Es vergeht keine Woche, in der ich keinen übermedizierten Patienten sehe, insbesondere bei psychischer Erkrankung im Alter; über 8-10 verschiedene Medikamente sind keine Seltenheit. Der – eigentlich koordinierende – Hausarzt traut sich keine Modifikation zu, hält sich wahrscheinlich an unpraktikable Entlassungsmedikationen nach stat. Aufenthalt oder hat keine Kenntnis über die Verordnungen mitbehandelner Kollegen/innen.

#34 |
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Barbara
Barbara

Warum muss alles statistisch erfasst und der mündige Patient immer mehr unter Kontrollzwang stehen?
Ich bin der Meinung, dass durch Transparenz in der Gesellschaft über die Risiken der Polymedikation informiert wird, die Situation sich positiv verändern kann.
Ständige Kontrollen, welcher Arzt denn nun was verordnet hat, ist keine Lösung.
Ich kann z. Bsp. Viele Medikamente, die in ydeutschland verschreibungspflichtig sind, im Ausland beziehen. Auch ohne Rezept: zum Beispiel Diazepam.
Und schon stimmt die Statistik nicht mehr.

#33 |
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Gast
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zu 8
Außerdem,wenn da der Patient immermündiger wird und dem Arzt den Beipackzettel vorlkiest und auch noch wirklich Recht hat: O Je, dnn könnte der Arzt wirklich böse werden.

#32 |
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Gast
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#8
Gut gemeint,klappt zumTeil bei besser Gebildeten:Denoch sollte der Arzt die Obacht bei der Applikation hegen.Wirdürfen nicht davon ausgehen , dass alle eine akademisch höhere Schulung besitzen: Das geht nicht und wäre verantwortungslos dem einfachen Menschen gegenüber

#31 |
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Gast
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#25
Ich habe mir das heute auch noch mal substanziell durchgehen lassen, ob mein Beitrag #15 wirklich ohne Substanz war, ob er neben dem eigentlichen Thema lag, und ich kam zum Schluß: Nein, gar nicht, die metaphysische Reflexion selbst anscheinend rein empirischer Themen ist nicht ohne Substanz, sondern will zur Substanz erst kommen:Ich könnte korrigieren, indem ich “Dummheit” durch Unwissenheit ersetzte, und mehr noch: Dass bei allem Forscherwillen gar nicht alles transparent wird, Vieles auf Klärung harrt.Dass ” Dummheit”hiermit synonym zu verstehen wäre einfach mit Unerforschtheit.Usf… usf. Ich glaube nicht, dass metaphysische Reflexionen zur Substanz die Substanz, das Substanzielle in der Wahrheit, nicht intendierten.Hier gehören Philosophie und Naturwissenschaft innigst zusammen.Nun ja, und der philosophische und chemische Begriff einer Substanz (was , meinem gymnasialen Chemielehrer sei gedankt, chemisch ja ein definierter, beständiger Stoff ist, wozu ich anmerken mag, dass das viele nicht mehr wissen)inhärieren ja irgendwie.

#30 |
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m
m

Auf dem Beipackzettel sollte aufgelistet sein, wofür ist diese Arznei hilfreich und welche Nebenwirkungen treten auf. Welche Besonderheiten treten bei anderen Krankheiten und deren Behandlung nach derzeitigem bewiesenem (B) und vermutetem (V) Wissensstand auf. Vieles auf den Beipackzetteln wird zwar nach Häufigkeit gelistet, was für ängstliche Patienten Gift bedeutet. Ein Hinweis, dass eine weitere Krankheit eine Abklärung bei Arzt oder Apotheker erforderlich macht, die Relevanz ermitteln können, kann sehr hilfreich sein.

#29 |
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Gast
Gast

In vielen Kliniken gibt es mittlerweile sehr gute Medikationsplansoftware. Hier kann nicht nur die Eingengsmedikation auf mögliche Wechselwirkungen und Kontraindikationen geprüft werden (auch unter Beachtung aktueller Laborwerte), man kann auch den gesamten Plan sortieren, verschlanken und (ganz wichtig) zeitlich begrenzte Einnahmen markieren. Der Klassiker: der PPI der nur für wenige Wochen vorgesehen war wird nicht aus Versehen als Dauermedikation übernommen.

#28 |
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Nichtmedizinische Berufe

Ich benutze einen Internet- Wechselwirkungsfinder und einmal war ich tatsächlich in dem Bereich “Gefährliche Wechselwirkungen”. Nur – ich als Patientin kann nicht abwägen, was schlimmer ist, diese Gefahr oder die Erkrankung? Die behandelnden Ärzte kannten die Medizin-Kombi übrigens, da kam dann auch: “In unserer Praxis sind solche Wechselwirkungen noch nie aufgetreten, das ist extrem selten. ” Was nun?

#27 |
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Claudia Ulbrich
Claudia Ulbrich

Ich finde es sehr schade, dass sowohl scheinbar in das Projekt der Barmer-Krankenkasse AdAM “Anwendung für digital unterstütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungsmanagement” als auch für viele Mediziner nicht die Apotheker als Arzneimittelfachleute und Ansprechpartner mit in die Diskussion und Betrachtung der Polypharmazie eingebunden werden!!! Ärzte und Apotheke könnten fachlich viel enger miteinander zusammenarbeiten, im Sinne des Patienten!

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Dr. med. Thomas Held
Dr. med. Thomas Held

Zu #5, 11, 13-17, 22-24: Wie wäre es, wenn man erführe, wer da schreibt? Nebenbei oft ohne substantiellen Beitrag, z. B. #15. Eine sachliche Diskussion ohne Abschweifungen würde mehr bringen.

#25 |
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Gast
Gast

zu 5
Das mag ich aber nicht, dass bei banalen , vorübergehenden, kurzfristigen Schmerzen keine rezeptfreien Medikamente mehr erhältlich sind.Dann ginge jeder leer aus .Nein, das heiße ich nicht gut.Da sollen leichte Analgetika bei banalleichten Schmerzen erwerbbar bleiben.Bitte!

#24 |
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Gast
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zu 21:
PROPOFOL
Möchte ich kurz so nebenbei anfügen, dass ich mir nichts Schlimmeres als eine Vollnarkose vorstellen konnte:
Dann wurde ich mit Propofol vollnarkotisiert und war sehr erleichtert und überstand diese Vollnarkose super gut.Meine Ängste vor einer Vollnarkose waren völlig verschwunden.Ich wollte nicht zu einer Vollnarkose kommen: Nun, wie gesagt, diese überstand ich super. Mit was? Ich frug ja den Anästhesisten aus: Eben mit Propofol.Michael Jackson starb anscheinend daran.Mißbrauch? Falschbrauch?

#23 |
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Gast
Gast

INTERAKTIONEN BEI POLYMEDIKATION
vielen Dank zu 21
Ich ersehe, dass nicht nur die Wechslwirkungen mehrerer Arzneien problematisch werden können, sondern weit mehr die Eingriffe zu organotoxischen Wirkungen, die sich schlimm bemerkbar machen könnten.Wennplötzlich ein Organ wie Niere, Leber, Magen nicht mehr mit macht:Was nützte dann die Überwachung rein pharmatoxischer Wirkungen: Dann wird das Einwirken auf das Organ zu prüfen sein.Hierzu merke ich parenthetisch noch mal gerne an, dass anscheinende Rauschgifte, etwa Opioide, weit weniger oder so gut wie gar nicht organotoxisch wirken im Vergleich zu schwach oder unwirksamen nichtsteroidalen Analgetika:Das ist auch eine interessante Sache für sich:Dürfen Opioide verweigert werden?Nun, das ist ein anderes Thema für sich.Es bezieht sich nicht nur auf die Interaktivität vieler Pharmnaka, sondern weit mehr auf die Wechselwirkung einzelner Pharmaka auf den Körper.

#22 |
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Psychotherapeutin

Gisela Klauck
Psycholog. Psychotherapeutin
Zur Anfrage von Herrn Böttcher, Arzt: Es gibt einige – kostenlos- online – aufrufbare Programme, u.a. das Programm der „Synopsis der Arzneimittelinteraktionen durch CYTOCHROME P450 (CYP)”,s.u., mittels dessen zumindest die Interaktionen hinsichtlich der Cytochrom P450-Isoenzyme, welche Substanzen jeweils starke oder schwache Induktoren oder Inhibitoren der jeweiligen CYP450 Isoenzyme sind und/oder deren Substrate, sowie zum P-Glykoprotein, PGP, gut erfasst werden können. Man kann mehrere Medikamente eintippen (Wirkstoffe oder Präparatenamen) und erhält schnell eine tabellarische Übersicht, aus der sich problematische Interaktionen leicht und übersichtlich erkennen lassen. Es gibt mehrere, ähnliche solcher Programme.
CYP450-PGP_DrugIA_Checker 20090209 – Kardiolab
http://www.kardiolab.ch/CYP450_2JSI.html
(Als gut verdeutlichendes Beispiel, wie aus den Eingaben der Substanzen tabellarisch die Interaktionen zur Darstellung kommen: Z.B. hinsichtlich Interaktionen von Antikonvulsiva und bestimmten Calziumantagonisten (zur Antihypertension), wie Lercanidipin und Amlodipin, letztere Hauptsubstrat von CYP 3A4/5/7. Problematisch wäre eine Kombination dieser Gruppe von CA-Antagonisten einerseits mit Carbamazepin, das ein starker Induktor dieses CYP Isoenzyms ist, also verstärkte Clearence der Substrate bewirkt, und hochproblematisch Valproat, ein starker Inhibitor von CYP 3A4/5/7, der eine mehr als 50 prozentige Clearence-Verminderung bewirkt und somit kummulativ zu erheblich erhöhtem Spiegel von CYP 3A4/5/7-Substraten führt.
Ebenso hinsichlich Interaktionen mit Protonenpumpenhemmern, Oemprazol ist Hauptsubstrat von CYP 2C19, Carbamazepin auch starker Induktor dieses Isoenzyms.
Zu Medikation bei psychiatrischen Erkrankungen, auch zu Eliminationshalbwertzeiten etc., forscht und informiert die Arbeitsgemeinschaft für Arzneimitteltherapie bei psychiatrischen Erkrankungen (AGATE) Leitung von Prof. Dr. Dr. Ekkehard Haen, Regensburg
http://www.amuep-agate.de
Selbstverständlich ist der Aspekt der Interaktionen hinsichtlich der Cytochrome nur einer, mit dem o.g. Programm werden keine Substanzen erfasst, die überwiegend renal eliminiert werden, etc..
Zu Verstärkungen unerwünschter Wirkungen – unabhängig von enzymatischem Abbau – sind u.a. Veröffentlichungen zur Anästhesie hilfreich, z.B. hinsichtlich der bekannten sich kummulierenden atemdepressorischen Wirkungen von Benzodiazepinen und Opiaten und z.B. Propofol etc..

#21 |
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M.A. Evelyne Hohmann
M.A. Evelyne Hohmann

# Besonders häufig sind Menschen betroffen, die wegen Depressionen oder altersbedingten Funktionstörungen nicht ausreichend für sich selber sorgen können. Oder die einfach nicht ausreichend medinisch gebildet bzw. lesefähig sind, um komplexe Wechselwirkungen bewerten zu können. Ihre Einstellung liegt nahe bei: keine Arme, keine Kekse

#20 |
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Joachim Bedynek
Joachim Bedynek

Ich denke, dass man auch von den Patienten etwas verlangen kann, z.B. Beipackzettel und Apothekenumschau lesen, etwas Internet. Für sein Auto wendet der P. ja auch viele Stunden auf und hier geht es schließlich um die eigene Gesundheit.

#19 |
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Gibt es ein preisgünstiges Programm, das auf Wechselwirkungen und Unvereinbarkeit von Medikamenten hinweist?

#18 |
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Gast
Gast

Die einfachen, gewöhnlichen Leute,die 0815 Menschen, Otto Normalverbraucher etc,die wissen doch nicht einmal , was ein Analgetikum ist: Wer kann denen so viel Fachwissen zumuten? Das geht eben nicht. Wer kann von denen verlangen, den Beipackzettel durch und durch verstanden zu haben? Das geht nicht.Verantwortlich bleibt der Arzt als Verordner der Pharmaka.Vom Patienten kann nicht verlangt werden, polymedikamentöse Komplikationen zu erkennen. Unmöglich, wenn es schon dem Fachmann schwer fällt.

#17 |
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Gast
Gast

zu 12: Dann wird es immer schlimmer
Jetzt drücken sich schon die Fachleute um die Verantwortung und wälzen sie an den Patienten ab: Der solle sich gefälligst selbst informieren und beswser bescheid wissen als der Arzt.Soweit kommt es dann noch: Nur wehe denen, wenn der Patient wirklich mündig wurde und den Arzt vor Gericht bringt wegen fahrlässiger Behandlung,- wenn nicht gar Tötung!

#16 |
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Gast
Gast

“Die Dummheit des Menschen ist unendlich”
Nun, dass dies ein Zitat original von Albert Einstein sei, konnte nicht bewiesen, nicht nachgewiesen werdn: Wie auch immer: Ich sage, wer dieses Sprichwort nachvollzieht, wird sehr , unendlich viel Weisheit finden.Und:WER FAND WEISHEIT? Schauen wir uns um, um zu lernen und zu sehen, wie unendlich dumm der Mensch ist: Schrecklichst dumm! Guck bloß mal, wie viele Atombomben dieser Mensch schon baute: So nicht nur dumm, sondern gefährlich!Ob das Einstein im Original sagte oder nicht: Mich schert das wenig, denn ich weiß: Die Dummheit des Menschen ist leider unendlich.

#15 |
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Gast
Gast

Meine liebe ältere Dame-
So werde ich Sie ansprechen und lieblichst mit ihr umgehen:
Diese Liebe Frau- bedenken Sie, dass die “Liebe Frau” , Notre Dame- ein Hoheitstitel in unserer Kulturlandschaft ist- werde ich sagen, niemand kann von Ihnen verlangen, pharmakologische Gr4undkenntnisse fachwissenschaftlich erworben zu haben– nein, nein:Sie will nur von Fachleuten gut versorgt werden.

#14 |
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Gast
Gast

Wie denn nun, dass sich alles umdreht:
Plötzlich soll der Patient besser Bescheid wissen als der Arzt, wenn es sich um polymedikamentöse Fragen handelt? Das nix geht.Er müsse nur die Beipackzettel gut genug lesen?Die versteht doch gar kein Laie!

#13 |
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Sehr geehrte Leser im Forum,

schon vor Jahren haben Ärzte der Universität Heidelberg
eine Liste speziell für Laien geschaffen,
an der sie sich vorbereiten können
für ein Arztgespräch.
In der Liste sind schädliche Interaktionen von Medikamenten aufgelistet.
Polypragmasie ( bis zu 20 verschiedene Medikamente pro Tag für einen Patienten) sollte nicht vorkommen.

Hier ist der Link:
http://www.umm.uni-heidelberg.de/ag/forta/FORTA_liste_deutsch.pdf

Wichtig ist die Tabelle
auf S. 6:
D meiden!

Beste Grüße
Katharina Gutsche

#12 |
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Gast
Gast

zu 8 Roland Layser
Wir können von den medizinisch ungeschulten Laien unmöglich verlangen, dass sie die oft doch fachwissenschaftlich abgefertigten Beipackzettel alle lesen können:
Man darf es nicht an Laien , Patienten, weitergeben, Interaktionen der Pharmaka, die zu Unverträglichkeiten führen könnten, einfach weiter zu leiten. Das geht nicht.Die Empfänger sind einfache, pharmakologisch total unwissende Menschen: Und wer wird nicht sogar als Experte, ein Fachmann, zum Unwissenden ebenso? Das geht nicht.

#11 |
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Nichtmedizinische Berufe

Meine eigene Erfahrung ist, dass der Patient ziemlich aktiv um einen Ausschleichversuch bitten muss. Sagt der Patient nix und das trifft auf viele Senioren zu, bleibt alles wie gehabt.

#10 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Nach meinem Pharmakologieprofessor sollte ein geriatrischer Patient nicht mehr als 4 Medikamente gleichzeitig bekommen. Nach der o.a. Formel kann man sich die möglichen INteraktionen selbst ausrechnen. Meine Schwiegermutter bekommt 18 (achtzehn) Pillen jeden Tag. Von der 19. fiel sie mittags dann immer um…
Der Nachbar ist Apotheker und hat sich das mal angesehen, nach Umstellung der Einnahmeverschreibungen gings dann. Sie ist jetzt stabil…Das hat ihr wohl ganz zufällig das Leben gerettet. Wie kann es sein, daß verschiedene Fachärzte nichts von gen einzelnen Medikationen wissen oder erfragen ???

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Es ist bekannt, dass die Mehrzahl aller pharmakologisch Behandelten Ihre Gebrauchsinformationen (Beipackzettel) -wenn überhaupt- nur oberflächlich durchlesen.Würden sie diese “studieren”,so würden die Gefahren der Polymedikation drastisch gesenkt. Wichtig in diesem Zusammenhang wäre, dass beim Druck der Beipackzettel die Gefahren der Polymedikation für den Anwender-Laien visuell stärker zu erkennen sind; beispielsweise durch die
Druckgestaltung (andere Schriftart, Rotdruck).Das fällt auf und kann im Zweifel verunsichern. Man wird dann in der Regel den Doc fragen.

#8 |
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Nichtmedizinische Berufe

Beste Frau Ade,
einer geriatrische Patientin mit schwerer COPD, Herzrhythmusstörung und Bluthochdruck empfehlen Sie was? Joggen und Vitamin C?

#7 |
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Udo SCHRÖDER
Udo SCHRÖDER

wie wär’s mal die Hausbesuche besser zu entlohnen.

#6 |
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Gast
Gast

Die zentrale Speicherung der zuu nehmenden Medikamente, auf die jeder Behandelnde Zugriff hat, natürlich mit Einverständnis der Patienten, macht nur Sinn unter der Voraussetzung, daß die frei käuflichen Medikamente drastisch eingeschränkt werden, indem sie wieder Rezeptpflichtig gemacht werden. Damit ist eine bessere Kontrolle der Wechselwirkungen erst möglich.

#5 |
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Woher stammt die Zahl von 16.000 bis 25.000 pro Jahr Tote pro Jahr durch Polypharmazie?

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jAcOb
jAcOb

@Dr. med. Angelica Wegener: Antihypertone Medikation absetzen? Wie sind die Erfahrungen? Wie sind die Erfahrungen mit dem Rebound-Effekt?

#3 |
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Leitlinien sind keine “Vorschriften”. Wir haben alle gelernt, die Patienten ohne jegliche Leitlinien auch korrekt zu behandeln. So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Und selbstverständlich können Medikamente auch wieder abgesetzt werden. Beispiel: Viele Frauen entwickeln in den Wechseljahren eine Hypertonie, die auch medikamentös behandelt werden muss. Nach den Wechseljahren sinkt häufig der Blutdruck wieder und die Medikation muss überdacht werden. Gleiches gilt für die viel zu häufige Behandlung vermeintlicher Schilddrüsenfunktionsstörungen, die gar keine sind. Gerade bei älteren muss auch hier die Dosierung unbedingt überprüft und meistens reduziert werden, was im übrigen sei den sehr alten Patienten fast immer bei allen Medikamenten vonnöten ist. Auch der Einsatz und die Dosierung von Statinen wird viel zu großzügig behandelt und muss immer wieder kritisch überprüft werden. Die Krankenkassen haben die Möglichkeit, den Hausarzt zur Überprüfung aufzufordern – eine solche Anforderung habe ich noch nie erhalten. Klar, kostet ja auch mehr extrabudgetiertes Honorar, das die Kassen nicht ausgeben wollen. Ich mache es trotzdem, regelmäßig zum Nulltarif. Und die Patienten freut es, wenn sie weniger nehmen müssen.

#2 |
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Studentin der Humanmedizin

eben, wie wär‘s mal auf Sport, Paleo, Vitamine und Mineralien umzusteigen?

#1 |
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