Ausländische Ärzte: Die Rein-Rausländer

29. November 2017
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In Deutschland herrscht Ärztemangel. Kliniken versuchen die Lücke mit ausländischen Fachkräften zu schließen. Doch Ärzten aus dem Ausland wird es hier schwer gemacht: Behörden stellen sich stur, viele hängen seit Jahren in der Warteschleife und hoffen auf eine Erlaubnis.

In Deutschland herrscht seit Jahren Ärztemangel. Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) von Oktober 2016 werden bis zum Jahr 2030 rund 6.000 Ärzte in Deutschland fehlen. Am größten ist der Ärztemangel bereits jetzt in Krankenhäusern auf dem Land. Die geringste Arztdichte haben nach der Ärztestatistik 2016 der Bundesärztekammer die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Laut der Fachkräfte-Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit betrifft der ärztliche Fachkräftemangel vor allem die Bundesländer Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bayern, Brandenburg und Thüringen.

Aus diesem Grund werden Ärzte aus dem Ausland immer wichtiger, um diesen Mitarbeitermangel zu kompensieren. Vorwiegend junge Ärzte wandern von Deutschland ins Ausland ab. Befragungen haben ergeben, dass hauptsächlich drei Gründe den Ausschlag dafür geben. Zum einen empfinden die Befragten die Bezahlung hierzulande als nicht leistungsgerecht, zweitens ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mangelhaft und drittens nimmt die ärztliche Tätigkeit immer weiter ab, während bürokratische und administrativen Aufgaben zunehmen.

Diese leeren Stellen werden hierzulande häufig von ausländischen Ärzten besetzt. So kamen laut der Ärztestatistik im Jahr 2016 46.721 berufstätige Ärzte aus dem Ausland – das sind 11 Prozent der gesamten Ärzteschaft. Im Vergleich zu 2015 ist ihre Zahl damit um 9,7 Prozent gestiegen, in den letzten sieben Jahren hat sich der Anteil bereits verdoppelt. Wo hatten die zugezogenen Ärzte ursprünglich gelebt und gearbeitet? Mit 68,6 Prozent stammt der Großteil aller ausländischen Ärzte in Deutschland aus europäischen Ländern, gefolgt von 21,3 Prozent aus Asien, 6,4 Prozent aus Afrika und 3,1 Prozent aus Amerika. Aufgeschlüsselt nach Ländern kommen die meisten ausländischen Ärzte derzeit aus Rumänien (4.285), Griechenland (3.118), Syrien (2.895) und Österreich (2.600). Dabei sind 80 Prozent der ausländischen Ärzte im stationären Bereich tätig.

„Während große Städte kaum vom Ärztemangel betroffen sind, fehlen vor allem in ländlichen Gebieten und kleineren Städten Ärzte“, berichtet Ruth Wichmann, Leiterin des Auslandsreferats beim Ärzteverband Marburger Bund e. V.. „Qualifizierte ausländische Ärzte, die räumlich flexibel sind und nicht auf ein bestimmtes kleines Fachgebiet festgelegt sind, haben dort gute Chancen, eine Stelle zu finden.“

Diese Kriterien müssen Ärzte aus anderen Ländern erfüllen

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Ruth Wichmann, Leiterin Auslandsreferat beim Ärzteverband Marburger Bund e. V. ©Marburger Bund

Um in Deutschland arbeiten zu können, müssen Ärzte aus dem Ausland ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachweisen sowie medizinische Fachkenntnisse, die mit denen des deutschen Studiums vergleichbar sind. Ärzte aus Ländern der EU, des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der Schweiz haben es vergleichsweise einfach: Bei ihnen wird die Approbation meist automatisch anerkannt. Ärzte aus anderen Ländern (sogenannten Drittländern) können die Approbation erhalten, wenn die Gleichwertigkeit ihres Abschlusses mit dem deutschen in der Gleichwertigkeitsprüfung bestätigt wird. „Werden bei dieser Prüfung wesentliche Unterschiede im Vergleich zur deutschen Ausbildung festgestellt, die nicht durch einschlägige Berufserfahrung oder sonstige Fähigkeiten und Kenntnisse ausgeglichen werden konnten, müssen die Bewerber eine Kenntnisprüfung ablegen, die sich auf die Inhalte des deutschen Studiums bezieht“, erläutert Wichmann. „Diese Kenntnisprüfung kann insgesamt zwei Mal wiederholt werden.“

Weiterhin können Ärzte aus Drittländern, die nur temporär in Deutschland arbeiten wollen, eine befristete Berufserlaubnis beantragen. Diese wird meist für zwei Jahre ausgestellt und kann im Einzelfall verlängert werden. Sie beinhaltet aber keine Approbation und kann auf bestimmte Tätigkeitsbereiche beschränkt sein. Viele Ärzte nutzen die Zeit der befristeten Berufserlaubnis, um sich auf die Kenntnisprüfung vorzubereiten und so die deutsche Approbation zu erlangen.

Sprachkenntnisse: Kriterien in jedem Bundesland gleich

Die Anforderungen an die Sprachkenntnisse für eine Tätigkeit als Arzt waren lange Zeit nicht einheitlich geregelt. Erst im Juni 2014 hat sich die Gesundheitsministerkonferenz auf einheitliche Anforderungen geeinigt: Demnach ist für eine ärztliche Tätigkeit in Deutschland ein Sprachzertifikat für allgemeine Sprache auf B2-Niveau (nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen) und ein Fachsprachkenntnis-Zertifikat für Medizin auf C1-Niveau erforderlich. Allerdings sind diese Anforderungen rechtlich nicht bindend – was zu unterschiedlichen Regelungen in verschiedenen Bundesländern geführt hat. „Mittlerweile müssen die erforderlichen Deutschkenntnisse in allen Bundesländern durch eine Fachsprachprüfung auf Niveau C1 nachgewiesen werden. Bayern war das letzte Bundesland, das im April 2017 diese Fachsprachprüfung eingeführt hat“, berichtet Wichmann. „Die meisten Bundesländer verlangen zusätzlich noch ein allgemeinsprachliches B2-Prüfungszertifikat.“ Beide Sprachprüfungen können dabei beliebig oft wiederholt werden.

Inzwischen bieten eine Reihe von Instituten geförderte Ärzteintegrationskurse an, die Ärzte aus dem Ausland auf ihrem Weg zu einer Arbeitstätigkeit in Deutschland unterstützen. Unter den „FAQs – Ausländische Ärzte“ hat der Marburger Bund eine Liste dieser Institute zusammengestellt (siehe Punkt 17).

Als ausländischer Arzt in Deutschland – ein Erfahrungsbericht

Amir Mansour (Name von der Redaktion geändert) aus Syrien ist einer der Ärzte, der seit einigen Jahren in Deutschland arbeitet. Er hat in Jordanien Medizin studiert und kam Mitte 2014 nach Deutschland. Das Schwierigste sei für ihn am Anfang gewesen, gut genug Deutsch zu sprechen, um eine Stelle als Arzt antreten zu können, berichtet der 29-Jährige. „Über das Internet habe ich dann ein Institut für Ärzteintegrationskurse, das Via-Institut in Nürnberg, gefunden“, berichtet er. Die Kosten für die Ausbildung wurden von der Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Er habe zunächst ein Praktikum begonnen, und, nachdem er seine Berufserlaubnis erhalten habe, eine Stelle als Assistenzarzt in der Chirurgie an einem Klinikum im Raum Nürnberg begonnen. „Eine Stelle zu finden, war nicht sehr schwer und die Ärzte und Mitarbeiter im Krankenhaus haben mich sehr gut unterstützt“, berichtet Mansour. „Sehr schwierig war für mich dagegen die viele Bürokratie: Um die Berufserlaubnis zu bekommen, musste ich viele Dokumunte vorlegen, die zum Teil schwer zu bekommen waren – zum Beispiel ein Führungszeugnis aus Syrien.“

Gleich nachdem er im Juli 2016 seine Stelle als Assistenzarzt angetreten hatte, habe er einen Appprobationsantrag bei der bayrischen Regierung gestellt – und bis heute keine Antwort erhalten. „Auch auf meine Nachfragen habe ich keine genaueren Informationen bekommen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist“, sagt Mansour. „In so einer Situation ist es schwierig, weiter zu planen. Mein Arbeitsvertrag und meine Berufserlaubnis laufen bis Anfang 2018 – soll ich nun meine Berufserlaubnis verlängern lassen oder abwarten, ob mir vorher die Approbation erteilt wird?“

Ähnlich geht es ihm mit der Fachsprachprüfung, die in Bayern erst im April 2017 verpflichtend eingeführt wurde. „Ich habe bereits nachgefragt, aber bis jetzt nicht erfahren, ob ich diese Prüfung ablegen muss oder nicht“, sagt der Assistenzarzt. Von anderen habe er gehört, dass die Wartezeiten für einen Prüfungstermin drei bis vier Monate betragen. „Insgesamt sind die Bearbeitungszeiten für diese formellen Dinge zu lange und das Prozedere ist oft sehr kompliziert“, kritisiert Mansour. „Viele meiner Kollegen aus dem Ausland haben Ähnliches erlebt – und oft noch schwierigere Situationen.“

„Vorurteile, wenn Patienten erfahren, dass ich aus Syrien komme“

Mit seinem Arbeitsplatz im Krankenhaus ist er im Großen und Ganzen zufrieden. Der Einstieg sei zwar nicht leicht gewesen – aber inzwischen komme er gut zurecht und habe auch seinen Stil im Umgang mit Kollegen und Patienten gefunden. „Allerdings stört mich, dass ich als Assistenzarzt nur selten und nur bei kleineren Eingriffen operieren darf“, sagt der 29-Jährige. „Außerdem machen die Ärzte viele Überstunden, die nicht bezahlt werden. Wir bekommen dafür nur einen Freizeitausgleich.“ Hin und wieder hat Amir Mansour auch Vorbehalte gegen seine Herkunft erlebt. „Manche Patienten haben Angst oder auch Vorurteile, wenn sie erfahren, dass ich aus Syrien komme“, so der Assistenzarzt. „In diesen Fällen hat es meist geholfen, wenn ein deutscher Arzt mit ihnen gesprochen hat. Das hat meist dazu beigetragen, dass sie Vertrauen entwickeln konnten.“

Wie kann der Einstieg erleichtert werden?

Aus Sicht des jungen Arztes kann einiges getan werden, um ausländischen Ärzten den Einstieg ins deutsche Berufsleben zu erleichtern. „Meiner Erfahrung nach ist es besonders wichtig, dass Ärzte aus dem Ausland gut in ihre Tätigkeit eingearbeitet werden und dabei auch ihre Sprachkenntisse weiter gefördert werden“, sagt er. „Außerdem ist eine gute Zusammenarbeit im Team wichtig. Alle Beteiligten sollten freundlich miteinander umgehen und Geduld und Verständnis mit den Kollegen haben – vor allem, wenn diese noch am Anfang ihrer Tätigkeit stehen.“

Auch Wichmann betont: „Damit ausländische Ärzte sich gut in ihren Beruf integrieren können, ist eine zielgerichtete Einarbeitung und Unterstützung durch den Arbeitgeber unentbehrlich. Hierfür müssen personelle und finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Denkbar sind zum Beispiel die Bereitstellung von speziellen Deutschkursen zur Erweiterung und Festigung der Deutschkenntnisse, interkulturelle Trainings und individuelle Beratungsangebote. Außerdem muss im Betrieb ein Arbeitsklima gepflegt werden, in dem kulturelle Unterschiede nicht als Hemmnis, sondern als Chance für eine allseitige Weiterentwicklung begriffen werden.“

Mindestens 1.000 neue Studienplätze

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Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. ©Pressestelle Bundesärztekammer

Doch können ausländische Ärzte den Ärztemangel in Deutschland wirklich ausgleichen? Inwieweit sind andere Lösungen erforderlich? „Gerade in ländlichen Regionen leisten Ärzte aus dem Ausland einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung. In vielen Kliniken käme es ohne sie zu erheblichen personellen Engpässen“, erklärt Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer. „Wir können und sollten aber nicht versuchen, unser Fachkräfteproblem im ärztlichen Dienst durch Zuwanderung aus dem Ausland zu lösen. Zum einen ist es eine Riesenherausforderung, die für eine gute Patientenversorgung notwendigen Fachsprache-Kenntnisse zu vermitteln und zu prüfen. Zum anderen muss uns bewusst sein, dass die zugewanderten Kollegen in ihren Herkunftsländern fehlen.“

Aus Sicht Montgomerys ist es vor allem wichtig, vernünftige Rahmenbedingungen für die Arbeit von Ärzten zu schaffen. So seien für junge Ärzte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, geregelte und flexibel gestaltbare Arbeitszeiten sowie gute Verdienstmöglichkeiten besonders wichtig. „Hier müssen Politik, Kostenträger und Arbeitgeber ansetzen, damit sich wieder mehr junge Ärzte für eine Tätigkeit in der Patientenversorgung entscheiden“, betont Montgomery. Weiterhin müsse die Reform des Medizinstudiums in Deutschland zügig umgesetzt werden. „Konkret nötig sind neue Auswahlverfahren für das Studium, mehr praktische Anteile und mindestens 1.000 neue Studienplätze“, so der Bundesärztekammer-Präsident.

48 Wertungen (3.54 ø)
Bildquelle: Momentmal, pixabay / Lizenz: CC0

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53 Kommentare:

Gast
Gast

@52: Fairer weise: Weil Ärzte keine Ahnung von BWL haben und realistisch gesehen Medizin halt sehr teuer ist. Aber ich stimme zu dass die BWL-er nicht Alleinige Macht haben sollten. Entweder müssten Ärzte beratende oder mitentscheidente Funktionen haben… oder die BWL-er müssen vor Antritt ihrer Stelle ein Jahr im Krankenhaus in Pflege oder ähnlichem Arbeiten. Sowas wie sonst die FSJ-ler machen am besten. Das schafft mal ein wenig Perspektive. Und soll ja auch Charakter stärken und so.

#53 |
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Gast
Gast

Warum werden Krankenhäuser eigentlich nicht von Ärzten betrieben und geführt und Nicht von BWL-ern , die nur auf Profit aus sind?

#52 |
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Dr. med. Gernot Dr. Eysselein
Dr. med. Gernot Dr. Eysselein

Habe in vielen Jahren ärztlicher Tätigkeit eine ganze Reihe von ausländischen
Ärzten kennengelernt. Meist nette Kerle (und Kerlinnen).
Aber Ausbildung: eher mangelhaft, bes. arabische und afrikanische Kollegen.
Sprache: ungenügend:
Die Schuld liegt aber hier an der völlig unzureichenden Sprachprüfung;
hier kommt offensichtlich jeder durch!
Da das A und O unserer Arbeit neben der physikalischen Untersuchung
auch im Zeitalter von Super-Technik immer noch eine gute Anamnese ist,
sind Defizite (vorsichtig formuliert) an der Tagesordung.
Den profitorientierten Klinikbetreibern ist das aber völlig egal;
Hauptsache: Stelle besetzt und weiterwursteln!

#51 |
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Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths
Dr. med. Irmela Eckerlin-Wirths

Ich bin über 60 und war geschockt, wie wenig ich in Deutschland als Fachärztin im 1. Jahr verdiene. Das war kaum mehr als vorher. Trotz meines Alters lebe und arbeite ich jetzt in der Schweiz. Brutto habe ich das dreifache , netto sogar das vierfache vom deutschen Gehalt ( mein Mann ist Gutverdiener …und ich Lohnsteuer Klasse fünf. So wird dem schlechter Verdienenden die Berufstätigkeit gründlich verleidet.

#50 |
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Ivor
Ivor

wenn ich im Ausland arbeiten möchte, muss ich viele Hürden überwinden. Nicht nur eine besondere Qualifikation, auch die Sprache in Wort und Schrift sind gefragt.
Den Behandlungsarzt in den Praxen kann ich mir aussuchen, aber im Krankenhaus, Notdienst, Altersheimen passiert es immer öfter, dass ich auf Ärzte, Pfleger, Pflegepersonal treffe, die der deutschen Sprache kaum mächtig sind. Sie verstehen mich nicht, ich kann mich nicht verständlich machen. Wo manchmal sogar für einen Laien wie mich, die Untersuchung und die vorgeschlagene Behandlungsmethode sehr zweifelhaft sind.
Alte Menschen sind dem Ganzen hilflos ausgeliefert, dass kann doch nicht sein! Oder?
(das sind oft noch die Menschen, die Deutschland mit aufgebaut haben, die 48zig Std Wo. , kein Kindergeld, keine Sozialleistungen,. Sie möchten erzählen, aber sie werden nicht verstanden, manche werden dann aggressiv und werden dann ruhig gestellt.)

#49 |
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Gast
Gast

Zum Thema Bürokratie: Willkommen in Deutschland, dem Land der Dokumente und Behördengänge. (Beneiden tu ich keinem der frisch nach Deutschland kommt) Aber trösten können sich die ausländischen Kollegen mit einem: für deutsche Ärzte ist es auch immer ein Papierkrieg und der beginnt noch vor dem Studium. Also ein gutes Einstiegsthema für die Kaffeerunde unter Ärzten ist deswegen immer einmal über Papierkram, Bürokratie und Dokumentation zu lästern und stöhnen. Sie werden sehen wie viele solidarisch nicken und mitseufzen.

#48 |
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Gast
Gast

Ich habe gute und schlechte Erfahrung sowohl mit einheimischen als auch Kollegen mit Migrationshintergrund gemacht. Am schluss lief vieles auf 2 Dinge hinaus die entschieden ob der Kollege eine Bereicherung oder eher ein Hindernis wurde: Sprache und Mentalität. Sprache versteht sich von selbst. Jemand der kein Deutsch spricht hat es EXTREM schwer, zumal Anamnese und körperliche Untersuchung, Aufklärung und Instruktionen und ja, auch Dokumentation halt sehr sehr wichtige Bestandteile des Jobs sind. Ich beneide niemanden der Deutsch lernen muss, die Sprache ist fürchterlich zum lernen, aber so ist das halt wenn man hier arbeiten will. Mentalität ist etwas schwammiger aber macht SO viel aus: Arbeitseinstellung und halt wie der Kollege an Sachen heran geht. Ich hab Kollegen erlebt die immer zu spät kamen, gegangen sind wann es ihnen passte und “Niedere Arbeiten” an überlastete Schwestern abdrückten während sie im Internet surften. Das sind Kollegen die will keiner haben, das stört mehr als alles andere. Auf der anderen Seite habe ich auch viele erlebt die wirklich da waren wenn man sie brauchte, die einen Blick für Situationen hatten wo sie auch mal eine Blutabnahme mitmachten oder auch simple Sachen wir Arbeitsplatz sauber halten machten. Solche Leute fallen positiv auf und werden im Team auch sofort integriert. Mein Gegenbeispiel von vorher? Nun, die machen sich nicht schnell Freunde.

#47 |
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Gast
Gast

@ Dr. Spiewok: Ich lebe im ländlichen Raum. Eine große zentrale Klinik ist vorhanden. In dieser hatte ich vor gut drei Jahren ein Erlebnis, das mich sehr, sehr nachdenklich gemacht hat. Bei einem stationären Aufenthalt war ich auf einer Station, auf der ALLE Assistenzärzte ersichtlich ausländische Wurzeln hatten. Einer von ihnen sollte mir nun wichtige Untersuchungsergebnisse erläutern und das weitere Vorgehen mit mir besprechen. Es ist ihm schlicht auf Deutsch nicht gelungen. Ich bat ihn, Englisch mit mir zu sprechen. Das dürfe er nicht; er sei verpflichtet, mit den Patienten Deutsch zu sprechen. Ich habe ihm gesagt, dass ich das auch für essentiell halte, jedoch nicht mit mangelnder Information über meine Gesundheit für seine Sprachausbildung bezahlen möchte, und habe ihn vor die Wahl gestellt, mir entweder einen der Oberärzte zu schicken, um mit mir zu sprechen, oder eben doch Englisch zu sprechen. Er hat sich – nachvollziehbar- für Englisch entschieden. Aber das kann es doch nicht sein, oder? Was machen denn bitte die vielen alten Leute im Krankenhaus? Müssen die nun ihre Enkel als Übersetzer mitbringen?

#46 |
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Gast X
Gast X

Ein wichtiger Aspekt des vermeintlichen Ärztemangels ist das Klinikhopping welches neuerdings sehr oft vor allem von Assistenzärzten betrieben wird, ebenso häufiger Personalwechsel von Fachärzten und Oberärzten der von den Klinken gefördert wird.

Nicht nur dass die Anzahl der zu besetzenden Stellen oft zu niedrig angesetzt wird, zusätzliche Probleme entstehen wenn innerhalb eines Jahres etwa 70% der Assistenzärzte ausgetauscht werden und das ist keine Seltenheit! Neue Kollegen müssen eingearbeitet und beaufsichtigt werden, häufig werden sie noch in der Probezeit wegen ungenügender Leistung entlassen (das trifft häufig auch nicht-deutsche Kollegen deren Sprachkenntnisse sich als völlig unzureichend erweisen) oder gehen von sich aus weil ihnen die Klinik nicht zusagt. Die entlassenen Kollegen hinterlassen für die bleibenden Kollegen oft viel zusätzliche Arbeit in Form von schnell abzufeiernden Überstunden, Resturlaub, Dienstplanänderungen und nicht zu vergessen unerledigte Aktenberge. Für jeden neu-eingestellten und für jeden scheidenden Kollegen fällt somit ein gewaltiger Berg zusätzlicher Arbeit für die Stammbelegschaft an, ausserdem wirft das immer wieder Rotationspläne und somit die Ausbildung durcheinander. Ich zum Beispiel durfte bisher nicht selten innerhalb eines Monats 4 verschiedene Stationen betreuen (also zusätzliche Arbeit und Überstunden weil man sich erst bei allen patienten einarbeiten muss und dann am Ende der Woche eine Übergabe für den nächsten Kollegen organisieren muss).

Ein weiterer Punkt ist dass viele Kliniken sich keine Mühe geben erfahrene Altassistenten bis über die Facharztprüfung hinaus zu fördern und zu halten oder unzufriedenen aber leistungstragenden Oberärzten entgegenzukommen. Wer in einer Klinik keine Perspektive für sich sieht geht eben weg sobald er den Facharzt in der Tasche hat beziehungsweise sucht sich eine neue Oberarztstelle oder geht in eine Praxis. Dabei wäre es gut wenn jemand sich auch der Anfänger annehmen könnte. Die können ja nicht immer wegen jeder Kleinigkeit die Ober- und Chefärzte belästigen. Aber wenn der erfahrenste Altassistent und Assistentensprecher selbst gerade mal im dritten Ausbildungsjahr ist und selbst erst seit 2 jahren in dieser Klinik arbeitet wird die Einarbeitung und Ausbildung der Anfänger dadurch nicht besser.

Unterschätzt nicht die Altassistenten kurz vor der Facharztreife! Sie sind es häufig die den Berieb am laufen halten und den Anfängern direkt auf die Finger gucken.

Dieses “Personalmanagement” betrifft mittlerweie die Mehrzahl der Kliniken und es schafft unzählige zusätzliche Probleme und Kosten. Deshalb liebe Chefs und Klinikleiter: behaltet frische Fachärzte und stellt ihnen die Möglichkeit weiterer Beförderungen offen, kommt unzufriedenen Oberärzten entgegen ihre Forderungen zu erfüllen tut allen meist weniger weh als erfahrene Oberärzte gehen lassen zu müssen und sich um adäquaten Ersatz zu bemühen. Und wenn Ihr beim Vorstellungsgespräch schon das Gefühl habt dass der Bewerber die Anforderungen nicht erfüllt stellt ihn gar nicht erst ein sondern sucht gleich weiter. Ihn nach 3 Monaten Probezeit wieder vor die Tür zu setzen rechnet sich nicht.

#45 |
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Gast
Gast

Die Gesundheiutsindustrie hat Facharbeitermangel – Zum Glück habe ich noch gesunden Menschenverstand . Ich brauch so etwas nur im Ausnahmefall , wie eigentlich jeder normal denkende Mensch . Deutschland hat keinen Ärztemangel – nur unmündige Patienten , welche der Pharmamfia hörig sind !

#44 |
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Gast
Gast

Nachdem ich eine der deutschen Ärzte bin, die ins Ausland (konkret Australien) abgewandert ist, möchte ich zu diesem Artikel aus meiner eigenen Erfahrung einige Aspekte ausführen / kommentieren:

Sprachkenntnisse:
Um nach Australien auszuwandern, muss man für das Visum, das eine hochqualifizierte Arbeit ermöglicht, ein Sprachniveau nachweisen, das dem Level C1, eher C2 entspricht. Dies ist die Grundvoraussetzung, um das Visum zu erhalten. Wer das nicht hat, wandert nicht ein und kann seinen Job nicht antreten.
Hier gibt es nicht die Möglichkeit, erstmal einzuwandern und sich dann evtl. mit Hilfe der dortigen Behörden sprachlich zu verbessern – und hier ist schon gar keine Rede von irgendeiner finanziellen Unterstützung diesbezüglich.
– Wenn Deutschland also anbietet, Sprachkurse zu fördern, dann ist das schon ein relativer Luxus für die Ankömmlinge, die in Australien niemand erhält. Ich habe das alles selbst finanziert.
Natürlich war dies englisch und deutsch ist möglicherweise ein etwas anders gelagerter Fall, aber die Tatsache, dass erst die Sprache erlernt werden muss, ist vor allem in der Medizin meiner Ansicht nach einfach essenziell.

Zudem halte ich ein Sprachlevel B2 – welches beinhaltet, sich zu unterhalten und Inhalte auch fachlich zu verstehen, aber keine explizite Kommunikation in einem beruflichen Kontext laut Definition, denn das wäre C1 – für deutlich zu wenig. Und dass dies bis vor kurzem nicht einmal bindend war, ist einfach nur lächerlich.
Nicht nur ich habe während meiner Arbeit in Deutschland die Erfahrung gemacht, dass die mündlichen und vor allem auch schriftlichen Kommunikationsfähigkeiten der eingewanderten Kollegen häufig schlicht unzureichend sind, um eine volle Arbeitsstelle auszufüllen (d.h. Korrekturlesen der Arztbriefe durch Kollegen nötig, zusätzlichen Gespräche, weil Verständnisprobleme aufgetreten sind / Information deswegen fehlt etc.).

Anerkennung der Ausbildung
Da es in D die limitierte Zulassung gibt – die in Australien auch in dieser Form praktiziert wird – ergibt sich die Möglichkeit, die Fähigkeiten der Kollegen relativ gut zu erfassen. Dem angepasst sollte es dann einen Prozess geben, der zur vollen Anerkennung führt – mit den entsprechend zu erbringenden Zusatzleistungen je nach bestehender Vorerfahrung und Herkunftsland.
Dass dies eine sehr lästige – und in Australien auch noch horrend teure -Angelegenheit ist, ist wohl überall so und hat sicher eine Menge Verbesserungspotential. Dass man nicht arm ist nach diesem Prozess ist sicher ein Vorteil in D.

Arbeitsbedingungen in Deutschland
Die Gründe für Abwanderung von Ärzten – wie im Artikel erwähnt – sind sicher vielfältig. Ob dadurch ein Mangel entsteht – oder ob dieser massgeblich durch Fehlallokation und zu prinzipiell zu wenig Studienplätze begründet ist – sei dahingestellt.
Chronisch schlechte Besetzung mit eher niedrigem Grundgehalt und einer Menge unbezahlter Überstunden – was ja bereits der syrische Kollege erkannt hat – gehören sicher zu den Hauptgründen.
Doppelte Besetzung für Einarbeitung – oder sogar Hilfe für Kollegen, die die Sprache noch nicht beherrschen oder Hilfe beim sich Einfinden in das deutsche System brauchen… – sind schlichtweg nicht vorgesehen und im Alltag auch nicht möglich. Dieser kann ja ohnehin nur mit Überstunden bewältigt werden.

Die Unterbesetzung führt zudem dazu, dass keine Zeit für Weiterbildung / Ausbildung vorhanden ist, das schnelle “Abarbeiten” von Patienten steht stets im Vordergrund. Finanzielle Mittel für die Weiterbildung sind in keinem Vertrag festgehalten (hier sind es zehn (!) Stunden / 14 Tage, die bezahlte Weiterbildungszeit sind) und daher auch einfach nicht vorgesehen. Soviel zum Thema Aus- und Weiterbildung.
– Natürlich ist auch anderswo nicht alles gülden – aber zumindest ist die Wahrnehmung da, dass man als Arzt stets weiter lernen muss und dass dies Zeit und Geld kostet, das man einplanen muss.

Die Orientierung an Gewinnmaximierung steht natürlich hinter all diesen Missständen – und macht das Arbeiten extrem anstrengend und wenig zufriedenstellend. Von den Risiken, die Unterbesetzung und mangelnde Ausbildung bergen – multiresistente Keime, die verschleppt werden, Unterversorgung sich akut verschlechternder Patienten, da zu wenig Fachpersonal vorhanden ist, etc. pp. – mal komplett abgesehen. Eine kompetente “Versorgung” der Patienten – also auch mental und psychisch, oder auch einfach mal konservativ statt gleich zu operieren – macht im aktuellen System vor allem bezüglich der DRG Vergütungen keinen Sinn und ist nicht vorgesehen. Schade und frustrierend – und gefährlich.

Flexibilität bezüglich der Stellenbesetzung – 50% oder 70% etc – ist ein böhmisches Dorf, immer noch. Auch in Australien ist das nicht immer einfach, aber meistens lässt sich ein Konzept stricken, das für alle passt.
– Und es gibt signifikant mehr Frauen in einflussreichen Position. Der aktuelle CEO des größten Kinderkrankenhauses hier ist beispielsweise auch eine Frau.

Ob ich weiterhin in Australien bleibe, weiss ich aktuell noch nicht. Allerdings lernt man schnell, sich für die zukünftigen Stellen die Arbeitsbedingungen genau anzusehen – und da liegt Deutschland lieder sehr weit hinten im Vergleich…

#43 |
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Dr. med. Michael Prange
Dr. med. Michael Prange

Ich kann dem Kollegen Montgomery nur ausdrücklich zustimmen!
Es sollten einfach mehr deutsche Studienbewerber einen Studienplatz bekommen, statt Ärzte aus dem Ausland anzuleiten, die dann in den Heimatländern fehlen, es ist ein absolut kurzsichtige und idiotische Vorgehensweise der politisch Verantwortlichen

#42 |
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Gast
Gast

Die Situation ist traurig.
Besonders traurig aber, dass Akademiker nicht merken was hier gespielt wird.
Fachkräftemangel ist eine Lüge, um unter anderem dem Lohn zu drücken. Man kann als engagierter Journalist offenbar in der ARD darüber berichten (https://youtu.be/lFq2aAcf-8s), jedoch kommt das bei der Bevölkerung nicht wirklich an.
[Kommentar wurde von der Redaktion gekürzt]

#41 |
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Gast
Gast

Es gibt so viele, die gerne Med. Studieren wollen und nicht können. Sei es NC oder zu wenig Plätze. Mein Mann hatte ein Abi von 3,2 . Er ist heute ein fantastischer Arzt. Soviel zu Noten. Seit Jahren wird gejammert. Lasst die Leute doch studieren.

#40 |
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Dr. Wolfhard Spiewok
Dr. Wolfhard Spiewok

… gehen Sie doch mal auf die Webside des Rhön-Klinikums Frankfurt/Oder und dort auf die Liste der Ärzte in Weiterbildung in der Medizinischen Klinik II. Möglicherweise braucht man dort als Patient inzwischen einen Arabisch-Kurs (entschuldigen Sie die Überspitzung).

http://klinikumffo.de/behandlungsangebot/unsere-fachbereiche/medizinische-klinik-ii/unsere-kontakte.html

#39 |
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Sylvia Rotheimer-Hering
Sylvia Rotheimer-Hering

wir sprechen über Ärztemangel – dagegen steht folgendeErfahrung:
junge (deutsche) Ärztin mit Examensnote 1,5 , abgeschlossene Dissertation, findet keine Assistentenstelle. Grund: 2 kleine Kinder, daher ist wegen der Betreuung eine Teilzeitstelle notwendig! Da immer es mehr weibliche Absolventen im Medizinstudum gibt geht die Realität an der Vereinbarkeit von Arbeit und Familienplanung vorbei – hier müsste dringend etwas geändert werden.!

#38 |
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Ferdinand Nießen
Ferdinand Nießen

Ich bin zwar nur Tierarzt, aber ich denke die Situation ist vergleichbar. Zuerst mal ist medizinisches Wissen globales Wissen, anders als zum Beispiel bei den Juristen. Das bedeutet für mich, dass jeder Mediziner auf der gesamten Welt arbeiten kann. Allerdings gibt es enorme sprachliche und kulturelle Barrieren. Um Vertrauen aufzubauen, muss man sich zuallererst verstehen. Also muss mann die Sprache fliessend beherrschen, um eine Kommunikationsebene mit dem Patienten zu haben.
Desweiteren sind die Ausbildungen unterschiedlich und eine Gleichwertigkeit nicht immer gegeben. Deswegen gibt es für Nicht EU Tierärzte die Gleichwertigkeitsprüfungen. Der Vergleich mit den USA hinkt sehr. Aus meiner persönlichen Erfahrung erhalten sie keine Unterstützung in den USA, sie müssen alles selbst organisieren. Und mit einem deutschen Abschluss in Tiermedizin, können sie in den USA nichts anfangen. Sie müssen das nationale Examen machen und ein entsprechendes Examen in dem Staat, in welchem sie praktizieren wollen. Nichts Förderung, sondern sie zahlen alles selbst! Deutschland mag bürokratisch sein, aber wir fördern jeden der hier ankommt. Den Hunger etwas aus sich zu machen muss jeder selbst mitbringen. Übrigends jeder hier Geborene und Aufgewachsene auch.

#37 |
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Sylvia
Sylvia

Es ist unverschämt und keineswegs menschlich, dass Deutschland die Ärzte aus Ländern abzieht,in denen sie wirklich gebraucht werden. Und die Probleme in diesen Ländern sind noch dazu auch von Deutschland mit verursacht ( Waffenexporte, die ständig zunehmen und sogar verherrlicht werden!).
Die andere Seite der Medaille sind die tatsächlich oft existierenden Sprachprobleme, die eine große Gefahr für eine sichere Behandlung sind!

#36 |
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Dr. med. Harald Bliesath
Dr. med. Harald Bliesath

Die Abwanderungsgruende der jungen deutschen Kollegen sind lange bekannt. Den Krankenhausbetreibern ist es aus wirtschaftlichen Gruenden recht, guenstige auslaendische Kollegen anzustellen. Die Sprachkenntnisse werden dabei unzureichend geprueft. Weitere Problem sind manche Kollegen aus osteuropaeischen Laendern. Dort hat es manchmal ausgereicht, wenn gute Beziehungen zum (ex)Parteiapparat bestanden, um einen medizinischen Abschluss zu erhalten auch bei unzureichender Qualifikation. Unsere Patienten baden das aus.

#35 |
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Gast
Gast

sie wollen einfach die Arztpreise niedrigdrücken

#34 |
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Gast
Gast

Um in Deutschland Facharzt zu werden, muß man ein langes Studium erfolgreich absolvieren und danach mindestens 5 jahre Weiterbildungszeit mit etlichen Qualifikationsansprüchen durchstehen. Danach kommt eine nicht ganz leichte Facharztprüfung. In den operativen Fächern muss der betreffende Facharzt dann noch eine mehr oder weniger lange Oberarztzeit hinter sich bringen, bis er sozusagen auf eigenen Füßen stehen kann. Die Weiterbildungsstätten unterliegen hohen Qualitätsstandards, sie müssen ein Curriculum einhalten und apparative und personelle Vorgaben erfüllen. Dies alles wird von den Kammern regelmäßig überwacht. Kommen ausländische Nicht-EU-Fachärzte zu uns, erwarten sie, daß ihre ärztliche Tätigkeit im Heimatland bei uns ohne weitere Nachfrage und Prüfung anerkannt wird. Wir haben aber keinerlei Möglichkeiten, die im eigenen Land geforderten Standards beispielweise in Syrien zu überprüfen. Wenn wir uns unseren eigenen Ärzten gegenüber nicht zur Farce machen wollen, müssen wir zumindest verlangen, dass ins Land kommende ausländische Fachärzte auch die deutsche Facharztprüfung bestehen. Wenn sie die im Ausland erworbenen Kenntnisse tatsächlich haben, werden sie auch die Facharztprüfung leicht erfolgreich absolvieren und könnten dann auch gleich noch beweisen, dass sie die nötigen Kulturtechniken (Sprache, Sicherheit im bürokratischen Verkehr usw.) ausreichend beherrschen. Alles andere geht eigentlich gar nicht.

#33 |
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300 TSD € Ausbildungskosten in Deutschland –
Subventionierung für die Schweiz, USA, Nordeuropa….
30 TSD € Ausbildungskosten in Osteuropa (oder weniger Dank Gebühren)
Subventionierung für Deutschland
??? Ausbildungskosten in der Nicht – EU
Subventionierung NICHT für Osteuropa….
Sondern Billigärzte für Krankenhausvolkswirte.
So funktioniert EU.
Entwicklungshilfe andersrum.

#32 |
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Dr. med. Hanspeter Nölling
Dr. med. Hanspeter Nölling

Gibt es eigentlich auch eine moralische Dimension dieses Problems. Zunächst ist der Ärztemange, in Deutschland doch ein hausgemachtes Problem.Wenn die Zahl der Medizinstudienplätze reduziert wird und die Wetierbildung in vielen, gerade peripher gelegenen kleineren Krankehäusern immer schlechter wird, muss man sich nicht wundern, dass wir einen Ärztemangel bekommen.
Was die asuländischen Ärzte bei uns betrifft, so muss man doch sagen, dass viele (Österreich einmal ausgenommen) aus Ländern kommen, die selbst dringend Ärzte benötigen und selbst viel Geld und Mittel in deren Ausbildung stecken. Wenn jetzt ein reiches Land wie Deutschland diese in ihren herkunftsländern dringend benötigten guten Ärzte abwirbt, halte ich dies für zutiefst unmoralisch. Man löst nicht die selbstcverschuldeten Probleme zu Lasten Ärmerer! ‘Wenn die Ärzte also gut sind, werden sie zu Hause benötigt, wenn sie schlecht sinid, brauchen wir sie auch nicht!

Dr. med. Thomas Otte

#31 |
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Arzt
Arzt

Nur zu erwähnen…
Das Medizinstudium in Syrien ist ein Studium auf hohem Niveau und ist am meisten vergleichbar mit dem Medizinstudium in west Eu Länder. Um ein Platz in der medizinische Fakultät in Syrien bekommen zu können, muss mann die beste Leistung in der Abitur erst schaffen. Die syrische Ärtze haben einen sehr guten Ruf in der deutschen Krankenhäuser sehr schnell entwickeln, weil sie sehr kompetent, arbeitsam und motiviert sind. Der Krieg in Syrien ist kein Grund zu denken, dass das Medizinstudium dort schlecht ist. Das Land ist jetzt richtig zerstört und die syrische ärzte sind nach Deutschland gekommen aus verschiedenen Grunden. Zum ersten ist die Sicherheit und zum zweiten ist wissenschaftlich zu entwickeln. Es ist wirklich Schade, immer zu diskutieren, warum ausländische Ärzte hier in Deutschland arbeiten. Das Medizin hat sich immer entwickelt durch das interkulturelle Umtauschen der verschiedenen Erfahrungen. Gucken Sie bitte die USA. Sie sind ein großer Magnet für alle mögliche Auslandkräfte, um zu entwickeln und besser zu werden. Das gilt für alle Gebiete natürlich, nicht nur Medizin.
So open your mind please

#30 |
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Gast
Gast

Die Ärzte sprechen sehr schlecht deutsch. Wie will man einem solchen Arzt Symptome erklären? Behandlungsfehler sind bei Zeitmangel vorprogrammiert. Geht das nicht über Telekommunikation, Web-Cam? Dann haben wir auch keine Probleme mit MRSA, Pseudomonas… wenn wir sparen, dann bitte richtig….

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Zahnarzt Burkhard Wittje
Zahnarzt Burkhard Wittje

Ärtztemangel herbeigeredet?
Mit dem Ärztemangel ist wie sonst auch in der Medizin. Wenn der Doc sagt, lass das Fußballspielen wegen kommender Athrose oder das Rauchen wegen Lunge, dann kommen die Patienten erst, wenn das Ereignis eingetreten ist. Deutschland ist erzogen “Pille rein und fertig”.
Viele technische Geräte in den Städten und über die Krankenkassen vom Honorartopf bezalte Fahrdienste auf dem Land sprechen eine deutliche Sprache. Die ungläubigen sollen mal das Durchschnittsalter der niedergelassenen Kollegen ansehen und Ärzte fragen, welche seit Jahren auf dem Land einen geeigneten Nachfolger suchen.
Das System ist krank. Machen wir in der heutigen Form weiter, kommen die unübersehbaren Tatsachen vielleicht nur ein bißchen später.
MfG

#28 |
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Der Bericht verlangt Definitionen für den Fachfremden.
Assistenzarzt – specialist registrar: works regular in a hospital
ausländischer Gastarzt – foreign visiting physician: is not working guest
ausländischer Arzt als Hospitant – foreign doctor as guest student: may work, if the conditions of the following slide are fulfilled.

Arzt werden als Mediziner aus einem Drittland:

Goethe Institut kontaktieren und Sprachkurs bis B2 in deutsch absolvieren. Für Bewerbungen ab 1.4.2015 ist zusätzlich das Sprachzertifikat C1 Fachkenntnis Medizin notwendig.
Bei Kliniken in Deutschland mit einem deutschen Bewerbungsschreiben und deutschem Lebenslauf für eine Gastarztstelle bewerben. (beglaubigte Kopie der Approbation gehört dazu).
Berufserlaubnis und befristete Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland erhalten.
Als Gastarzt in Deutschland arbeiten (bis zu 2 Jahre).
Kenntnisstandprüfung (proficiency test) zur Anerkennung der Approbation ablegen.
Eine bezahlte Anstellung als Assistenzarzt in Deutschland finden.
Nach der Assistenzzeit von mindestens 5 Jahren Facharztprüfung auf deutsch ablegen.

[MPW 2017]

#27 |
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Gast
Gast

Hallo,
Ich persönlich finde es sehr schade, dass eine Voraussetzung der sprachzertifikate rechtlich nicht bindend ist. Arbeite derzeit im Raum Bremen, wo es leider nich möglich ist mit quasi null Sprachkenntnissen in deutsch zu arbeiten. Das geht alles zu Lasten der Kollegen…. Hauptsache die Stelle ist besetzt. Wenn ich ins Ausland gehe muss ich da viel mehr erfüllen .
Also im Raum Bremen ist es aus meiner Sicht viel zu leicht eine Stelle zu bekommen… Und nein ich bin nicht ausländerfeindlich. Aber es ist nunmal wichtig ein gewisses Maß an kommunikationsfähigkeit in unserem Beruf zu erfüllen

#26 |
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Max Schlommski
Max Schlommski

Fachkräftemangel, wenn ich das schon lese….
Vielleicht einfach mal vernünftige Arbeitsbedingungen und Umfelder schaffen und schon hauen nicht gleich alle ab.
Aber mit Fachkräftemangel lässt sich vielleicht auch viel zu viel Geld verdienen, nicht schon genug das die Renditenmedizin schon verkommen genug wäre…

#25 |
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Barbara Swinarski
Barbara Swinarski

Ich wude per Notfall Patientin von ausländischen Ärzten. Nichts gegen, aber wie die medizinische technische Geräte (zufällig habe ich etwas Ahnung) bedienen und daraus Diagnosen erstellen ist schon verwunderlich. Und bei fast 40 Fieber kann man OP Erklärungen nicht verstehen. Tut mir leid

#24 |
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tjaja der ärztemangel …
den hat’s wohl insbesondere beim mb
so ein unsinn
hier rennt jedes gleich wegen einem schnupfen zum arzt …
kopfschüttel !!

#23 |
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Gast
Gast

Habe selten so einen Unsinn gelesen der nun gar nichts mehr mit der Realität zu tun hat.
Ich frage mich von wo diese Massen kaum Deutsch sprechender Ärzte die keine Anung von Anatomie geschweige von Krankenbilder oder Verletzungsmechanismen habe (und zwar auf niedrigstem Niveau z. Umknicken auf einer Treppe) eine Approbation bekommen.
Diese sollen dann auf einer Station einem Patienten ein Krankheitsbild erklären und versorgen können.
Dafür können deutsche Bewrber nur mit einem 1,0 examen studierenda viel zu wenig Studienplätze angeboten werden.
In einer Stadt wie Iasi in Rumänien werden 700 Mediziner po Jahr ausgebildet bei etwa 20% derOP Kapazität von Würzburg wo dies aber nur 180 pro Jahr sind.
Nur weil Krankenversorgungs Kosten in das Studium eingerechnet werden ist das Medizinstudium bei uns scheinbar sehr teuer. In Iasi finanziert sich die ganze Uni über die Studiengebühren. In Deutschland gibt es heute weniger Studienplätze für Medizin als vor 1989 in der alten Bundesrepublik. Dies ist der Skandal.

#22 |
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Dr. med.univ. Helmut Benda
Dr. med.univ. Helmut Benda

Als Österreicher mit fast 10 Jahren Berufserfahrung in Deutschland kann ich das oben Geschilderte nur voll bestätigen. Meine Kollegen stammten aus Russland, Irak, Palestina, Vietnam, Ghana und kaum aus Deutschland. Die Zusammenarbeit war immer hervorragend möglich. Und ich gebe zu, mich immer wieder etwas geschämt zu haben, nicht mit gleicher Verve die diversen Fremdsprachen gelernt zu haben, nichtt einmal für eine Minimalkonversation, die mit den Deutschkenntnissen der Kollegen garn nicht vergleichbar gewesen wäre. Ich unterreiche auch ausdrücklich die Anmerkungen Hrn. Montgomery’s. Facharbeitermnagel ist eine logische Folge der eigenen Ausbildungsschwäche. Wir müssten uns schon lange an die eigenen Nase nehmen – nicht nur in der Medizin. Aber wir sind zu hochnäsig geworden, um sie in den Wolken noch zu finden. Die nonchalante Präpotenz, mit der die Kammern ihre “Untergebenen” behandeln, grenzt bisweilen an psychopathologische Zustande, für die eine Normalperson einen Betreuer zur Seite gestellt bekäme.

#21 |
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Eine Überprüfung von Ärzten mit Ausbildung im Ausland ist wichtig. Ich kenne gute syrische Ärzte, habe aber auch von einem syrischen Kollegen erfahren, dass man in arabischen und nordafrikanischen Ländern seine Prüfungen mit Bestechung kaufen kann.

#20 |
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Dr. Andreas Triebel
Dr. Andreas Triebel

Was ist denn ein Ärztemangel?
Wir liegen in Deutschland weltweit mit Abstand an der Spitze mit der Implantation von künstlichen Gelenken und Stents. Und in Uni- und Rehakliniken wird ärztliche Arbeitszeit in ungeheurem Ausmaß verschwendet mit aufwendigen Entlassberichten, in denen sich der Inhalt dauernd wiederholt, weil es so viel garnicht zu berichten gibt, und die kein Mensch jemals durchliest. Schon der Klinikaufenthalt ist zu 80 Prozent fragwürdig und nichtmedizinisch begründet: ein gut ausgebildeter Internist schaftt die diagnostische Abklärung eines Falles in zwei Stunden wofür die Klinik eine Woche braucht.
Also muss man den Begriff Ärztemangel als sehr relativ ansehen.
Montgomery hat natürlich nur die typische Funktionärsdenke parat: noch mehr praktische Auffüllung des ohnehin schon völlig überfrachteten Studiums und Senkung der Anforderungen.

#19 |
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Gast
Gast

Ich mache das Theater seit 5 Jahren mit und irgendwann hat man keine Kraft mehr und auch keine finanziellen Reserven.

#18 |
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Student der Humanmedizin

Bei gleichem oder besserem Ausbildungstand sind ausländische Kollegen gerne willkommen. Aber in der Praxis scheitert es dann oft an den Sprachkenntnissen und hier sehe ich auch das grösste Problem und Nachholbedarf beim Staat. Bei vielen ausländischen Kollegen frage ich mich, wie die Sprachkenntnisprüfung bestanden wurde bzw. wer diese ausgestellt hat? Es erscheint fast so, als ob die Zertifikate ohne Prüfung ausgeteilt werden.

Natürlich ist Deutsch eine wirklich schwer zu erlernende Sprache, aber ohne sehr gute Sprachkenntnisse ist weder Kommunikation mit dem Patienten noch mit den Kollegen möglich. Und das führt unweigerlich zu Fehlern und Komplikationen.

Allerdings kenne ich einen Arzt aus Malaysia und einige syrirische Kollegen, die sich durch die verworrene deutsche Sprache gebissen haben, sehr motiviert arbeiten und viele deutschen Kollegen sowohl in Wissen, bedside manners und klinischen Fähigkeiten weit in den Schatten stellen.

Letztenendes scheitert aber eine “Integration” , die zu schnell, ohne Vermittlung von Sprache und nicht individualisiert durchgeführt wird.

#17 |
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Gast
Gast

Da stutzte ich doch beim Erfahrungsbericht des jungen syrischen Kollegen: „Allerdings stört mich, dass ich als Assistenzarzt nur selten und nur bei kleineren Eingriffen operieren darf“, sagt der 29-Jährige. „Außerdem machen die Ärzte viele Überstunden, die nicht bezahlt werden. Wir bekommen dafür nur einen Freizeitausgleich.“
Warum gleich zieht es deutsche Ärzte scharenweise ins Ausland?? Weil die Ärzte viele Überstunden machen, die nicht bezahlt werden (und oft gibt es nicht mal Freizeitausgleich)…

#16 |
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Gast
Gast

Soll es wirklich eine Lösung sein, Ärzte aus Ländern anzuwerben, in denen ein wesentlich größerer Ärztemangel herrscht als bei uns? Das ist nicht sehr langfristig gedacht, weil so die Schere zwischen armen und reichen Ländern immer weiter vergrößern wird.
Sehr sinnvoll hingegen ist es, Ärzten, die nach Deutschland flüchten müssen, unbürokratisch anzubieten, die Ausbildung zu vollenden und Berufserfahrung zu sammeln, die sie dann in ihren Heimatländern nutzen können, wenn dort der Krieg beendet ist (die meisten, die ich kenne, wollen liebend gerne wieder zurück und ihr Land aufbauen). Das wäre effiiziente Hilfe. Und in der Zwischenzeit profitieren wir sogar davon und können die Zeit nutzen, sinnvolle Maßnahmen zu entwickeln, wie wir “Landarzt-Praxen” lukrativer machen.

#15 |
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Dr. med. Renate Hübner
Dr. med. Renate Hübner

In unseren Krankenhäusern gibt es fast nur noch ausländische, aus einem anderen Kulturkreis, Ärzte!! Das ist Fakt! Ein Schelm, der Böses denkt, Kostenfaktor?
Kümmert euch um Bedingungen unserer Ärzte, dann wandern die auch nicht ab!!

#14 |
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Gast
Gast

Katastrophale Deutschkenntnisse ausländischer Ärzte, vorwiegend aus den
arabischen Ländern, und das in einem Beruf, wo die verbale Interaktion die Grundlage jeden Handelns ist.
wer weiß eigentlich, wie der Ausbildungsstand in einem von Krieg angeblich
völlig zerrüttetem Land wie Syrien ist?
Ist es eigentlich gesichert, daß man dort eine Approbation nicht einfach kaufen kann?

#13 |
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Michaela Metz
Michaela Metz

Und noch etwas: mehr Angebote für Teilzeit arbeitende Ärzte hilft Eltern, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Auch diese Information ist noch nicht bei allen Chefärzten angekommen!!!!

#12 |
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Michaela Metz
Michaela Metz

@5: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Ausbildung (Studium und Weiterbidung zum Facharzt) in Syrien in etwa unserem in Deutschland entspricht. Obligat, um hier arbeiten zu können, sind natürlich sehr gute Deutschkenntnisse und auch hier war ich überrascht über den Einsatz und das vorgelegte Tempo!!!! Die Syrer, die ich kenne, haben im übrigen sehr großen Respekt und Wertschätzung vor unserer Demokratie.

#11 |
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Ich habe vor meiner Niederlassung in Deutschland über 7 Jahre in Schweden gearbeitet, wo ich als Assistenzarzt ganz anders geschätzt und willkommen war, als wie es bei ausländischen Ärzten in Deutschland der Fall war. Ich hatte eine geregelte Ausbildung, Sprachkurs unter Bezahlung, einen Mentor, mit dem ich meine Patientenfälle diskutieren konnte.
In Deutschland sehe ich viele ausländische Kollegen, die als Lückenfüller eingesetzt werden, arbeiten bis zum abwinken, kaum oder gar keine Ausbildung,- hier müssen wir mal anfangen. Anreize, bleiben zu wollen. Das Ganze gilt selbstverständlich auch für einheimische Ärzte. Wer fast jeden zweiten Tag Dienst hat, Überstunden anhäuft und es nicht schafft, sein Ausbildungspensum zu erfüllen, versteht leider viel zu spät, dass er nicht zur Ausbildung, sondern nur zum Arbeiten gebraucht wird. Wer macht das denn auf Dauer mit und wenn alle Stricke reissen kommt vom Oberarzt ein blödes “Lehrjahre sind keine Herrenjahre”. Geht mit den jungen Kolleginnen und Kollegen besser und respektvoller um. Das gilt im Übrigen auch für das Pflegeteam.

#10 |
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Gast
Gast

Das stimmt doch so vorne und hinten nicht. In den Städten gibt es keinen Ärztemangel, nur auf dem Land. Und dort will keiner eine Praxis eröffnen, weil das durch die verhunzte Politik der GroKo nicht mehr wirtschaftlich ist.

#9 |
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Gast
Gast

Es stimmt leider nicht ganz, dass die Approbation der EU bzw. EWR automatisch anerkannt wird. Dies ist schlichtweg falsch.

#8 |
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1000 bis 3000 Ärzte jährlich haben Deutschland in den letzten 10 Jahren verlassen. Schlechte Honorarpolitik, Bürokratie, 60-80 Std. Woche, miserabel honoriert, Schikanen, etc. Auch eine der Hauptursachen in niedergelassenem Sektor : Die Altersvorsorge von Medizinern zerbröselt. Der finanzielle Wert von Arztpraxen ist nach einer Marktbeobachtung der Steuerberatungskanzlei und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPWT Kirschner Wirtschaftstreuhand AG (Passau) in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent gefallen. „Die Ärzte werden eiskalt enteignet“, sagt Dr. Franz X. Kirschner, Vorstandsvorsitzender der KPWT-Gruppe. „Der Arzt einer Einzelpraxis nagt am Existenzminimum“, weiß Kirschner. Findet der Mediziner vor der Praxisübergabe keinen Kollegen, bleibe nur das Verschenken des über Jahre aufgebauten Patientenstamms und der Ausrüstung.
In unserer Kleinstadt wurden zwischen 2008 und 2010 vier Arztpraxen enteignet und verschrottet !

https://www.openpr.de/news/220179/Aerzte-werden-eiskalt-enteignet.html

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Dr. Wolfhard Spiewok
Dr. Wolfhard Spiewok

In der Liste europäischer Länder liegt Deutschland hinter Belgien, Bulgarien, Tschechien und Dänemark auf Platz 5 in Bezug auf die Arztdichte (Quelle eurostat), da von Ärztemangel zu sprechen ist wohl ein journalistischer Missgriff! Allein in Hamburg stehen so viele Kernspintomografen wie in ganz Großbritannien. Bund, Länder und Gemeinden sollten sich lieber Gedanken darüber machen, wie sie den Arztberuf auf dem Land und in den Kliniken wieder attraktiv machen. Mit ein Grund ist auch das von den Kassen geschürte übersteigerte Anspruchsverhalten der Patienten (s. auch Ihre Kolumne über die Situation in den Notaufnahmen). OECD-Daten sagen: 8,9 Arztkonsultationen pro Kopf und Jahr (2010) in Deutschland. In Schweden 2,9! Sind die Schweden so viel gesünder??

#6 |
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Gast
Gast

Was für ein Irrsinn. Anstadt was gegen die Abwanderung in Deutschland für sehr viel Steuergeld ausgebildete Ärzte und Ärztinnen zu tun meint man mit Kollegen aus dem Ausland das Problem lößen zu können. Ich frage mich oft wer macht sich eigentlich Gedanken wer zum Beispiel in Syrien studieren darf?
Das sind doch sicher keine aufrechten Demokraten sondern linientreue Anhänger eines zu tiefst korrupten Systems. Da zählt Stand und Geld mehr als Leistung. Glaubt wirklich jemand, dass der Ausbilungsstand auch nur annähernd unserem entspricht? Oder reicht das bischen für´s blatte Land?

#5 |
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Verbessert Teaching und Arbeitsbedingungen, dann klappt das auch mit Ärzten, die ihre Patienten verstehen. Alles andere ist bullshit!

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Ärztin

…..die auch nicht mehr durch bessere Organisation kompensierbar ist!

#3 |
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Ärztin

In unserer Klinik herrscht erheblicher Ärztemangel.

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Urs Liedl
Urs Liedl

Dass in Deutschland ein Ärztemangel (allenfalls eine Fehlallokation) herrschen würde, wird durch mehrmalige Behauptung nicht richtiger. Das ist schlechter Journalismus, solche Meinungen als Tatsachen verkaufen zu wollen.

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