Gynäkologe oder schon Sexualtherapeut?

14. November 2017

Haben Patientinnen Probleme beim Sex mit ihrem Partner, ist die gynäkologische Praxis meist die erste Anlaufstelle. Dr. Konstantin Wagner erläutert, wie er diese Situation im Alltag handhabt und bis zu welchem Punkt er weiterhelfen kann.

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Gynäkologie, Medizin

8 Kommentare:

Dr. med. Barbara Schütte
Dr. med. Barbara Schütte

Liebe ( Gynäkologen-)Kollegen! Sexualtherapeut darf man sich nur nach entsprechender Weiterbildung nennen. Sexualberatung kann und sollte man sehr wohl in der Sprechstunde leisten. Mit entsprechenden Anfragen sind wir schließlich oft konfrontiert. Ich empfehle jedem , Weiterbildungen der Sexualthereutischen Fachgesellschaften zu besuchen. Die Inhalte sind sehr! interessant, spannend und geben einem praktisches Handwerkszeug mit. Wenn man selber nicht weiter kommt, muss es nicht gleich der Psychologe sein. Paartherapeuten sind da viel hilfreicher oder eben Sexualtherapeuten. Das sind übrigens Leistungen, die die Patienten selber bezahlen müssen ( was sie i.d.R. sehr gern tun).

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Na dann schicken wir mal zum Psycholgen. Nach dem wir ein schlappes Jährchen gewartet haben um nach 500 Anrufen einen Termin zu bekommen, ist das Problem dann reichlich verbockt.

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Nichtmedizinische Berufe

Natürlich ist der Gynäkologe der erste Ansprechpartner. Beispiel “Schmerzen beim Sex”.
Das kann körperlich, aber auch psychosomatisch sein. Erst wenn der Arzt sein Gebiet abgecheckt hat, dann schickt er mich weiter….manchmal aber nicht zum Psychologen, sondern zum Urologen und Orthopäden (!).

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Dipl. Psychologe Rainer Keller
Dipl. Psychologe Rainer Keller

@Dr Brigitte Krings-Ney: Das glaube ich gerne, dass sich Frauen Ihnen gegenüber in offener Atmosphäre öffnen. Auch dass es eine Weiterbildung gibt, die Ihnen hilft, hier Verständnis zu zeigen. Auch der eine oder andere medizinische Rat ist durchaus wichtig. Doch, wenn eine Weiterbildung durch kurze Seminare, das Studium und Therapieausbildung ersetzen.. na, ich weiß nicht. Sobald das Problem als psychisches erkannt wird – und das ist sicher ein Bestandteil der Seminare – sollte hier eine Empfehlung abgegeben werden. Den Partner bei der Schwangerenvorsorge miteinzubeziehen ist absolut wichtig, um ein Verständnis zu generieren. Aber einen Mann zu bitten mit zum Arzt zum Gynäkologen zu kommen… kann im Unterbewusstsein schon Vorhandenes leicht manifestieren. Sexuelle Probleme sind eine andere Abteilung als Schwangerschaften.

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Dipl. Psychologe Rainer Keller
Dipl. Psychologe Rainer Keller

@ Katharina Münstermann: Nun, im Beitrag wird schon auf die beratende Komponenten abgehoben und da beginnt nun mal ein, dem Arzt, fremdes Feld. Er ist hier ebenfalls, wie die Freundin / der Freund, nur ein Laie. In der Tat, die Psychiatrie ist Teil der Medizin. Die organisch bedingten Fälle. Die nicht-organisch Bedingten gehören zum Psychologen/Therapeuten. Aber dass Psychiatrie zur Medizin gehört, bedeutet noch nicht, dass jeder Mediziner psychiatrisch tätig werden darf. Wozu wäre dann das Psychiatriestudium gut?

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Dr Brigitte Krings-Ney
Dr Brigitte Krings-Ney

Hallo, Herr Keller, als Gynäkologin kann ich Ihnen versichern, dass viele Frauen über sexuelle Störungen berichten, wenn eine offene Atmosphäre das ermöglicht. So vielen Patientinnen könnten Sie gar keine Psychotherapie anbieten, dafür gibt es gar nicht die Kapazität. Für Gynäkologen gibt es eine ausgezeichnete Weiterbildung in Sexualmedizin. Ich gebe Ihnen recht, so ein 2-min Video kann keine ausreichende Maßnahme sein, um eine sexualmedizinische Weiterbildung zu ersetzen. Aber warum nicht den Partner mit einbeziehen? Auch bei Gynäkologen macht es Sinn den Partner mit einzubeziehen, in der Schwangerenvorsorge ist das schon längst üblich.

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Katharina Münstermann
Katharina Münstermann

@ Rainer Keller: Genau so wird es aber doch im Beitrag gesagt, niemand will hier jemandem seine Leisten wegnehmen.
Der Hausarzt blockt ja auch nicht jedes Gespräch über psychische Erkrankungen ab, sondern steckt das Feld im Gespräch ab, um dann zu überweisen. Psychiatrie ist eben auch ein Teilgebiet der Medizin.

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Dipl. Psychologe Rainer Keller
Dipl. Psychologe Rainer Keller

Schuster bleib’ bei deinen Leisten…
Der gut gemeinte Rat eines Arztes kann schnell nach hinten los gehen. Und wenn dann das Kind in den Brunnen gefallen ist, steht der Fachmann vor dem Scherbenhaufen. Der Arzt würde es wohl kaum für gut befinden, wenn die Psychologen sich plötzlich als Hobby-Ärzte versuchten und das kleine Geschwür man kurzer Hand mit einem Teppichmesser heraus schnitten. Der psychologische Rat – das hört sich immer so einfach an. Da weiß auch die bester Freundin, oder der beste Freund gleich Bescheid. Wenn’s so einfach wäre, bräuchte man den Berufsstand der Psychotherapeuten nicht. Und .. wenn das Dach morode ist, holt man ja auch keinen Klempner..
Lieber Herr Wagner, wenn das Problem kein medizinisches ist, dann – bitte – schicken Sie die Patientin zu einem Fachmann und bitten nicht den Gatten hinzu. Danke

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