Best of Eselsbrücken

2. Juni 2010
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Manche Dinge, die auf dem Lernplan stehen, wollen einfach nicht in den Kopf rein. Zum Glück gibt es aber Eselsbrücken, die uns das sture Auswendiglernen leichter machen.

Jeder von uns kennt das: Es gibt so Dinge, die man sich einfach nicht merken kann. Man sitzt vor dem Lehrbuch, man hämmert sich den Inhalt in den Kopf, dass es schon raucht wie aus dem isländischen Eyjafjallajökull, doch es soll nicht sein. Einen Tag später (oftmals leider noch früher) ist alles wieder wie weggeblasen und der Teufelskreis beginnt von vorne. Eselsbrücken helfen uns jedoch, diesen Kreis zu durchbrechen und das Wissen dauerhaft zu sichern!

Obstipation

Ihr könnt euch die 5 Hauptgründe für Obstipation nicht merken? Denkt euch einfach:
DOPED: Drugs, Obstruction, Pain, Endokrin (z.B. Hypothyreose), Depression

Neugeborene

Wer sich fragt welche Parameter in den APGAR Score zur klinischen Bewertung von Neugeborenen einfließen – die Antwort liegt schon vor euch!
A = Appearance
P = Puls
G = Grimace
A = Activity
R = Response to stimulation
Damit wären alle 5 Teile des APGAR Scores abgedeckt, nämlich Hautfarbe, Puls, Muskeltonus, Reflexantwort und die Atemtätigkeit (der Vergleich mit „Grimasse“ hinkt zwar etwas, aber man kann es sich doch so halbwegs einprägen).

Herzinfakt

Auch bei einem akuten Myokardinfarkt sollte man als behandelnder Arzt auf Zack sein und wissen, worauf man beim Laborbefund schauen muss. Wer sich nicht merken kann, in welcher Reihenfolge die Enzyme ansteigen, der sagt sich einfach:
“Time to call 911!”
Als erstes Enzym steigt Troponin an, gefolgt von der Herzmuskel-spezifischen CK-MB. Bei dieser gilt ein Anstieg um mehr als das Doppelte als Beweis für einen Herzinfarkt. Diese beiden Enzyme sind bereits innerhalb der ersten 4 Stunden post MCI nachweisbar. Erst frühestens nach 6 Stunden folgt ein Anstieg der unspezifischen Biomarker AST und LDH-1.

Nervenausfälle

Ein Klassiker für alle, die schon mal das Vergnügen hatten, Neurologie und also die Symptomatik bei peripheren Nervenausfällen lernen zu dürfen, ist folgender Merksatz:
Ich schwöre Dir beim heiligen Medianus (jetzt eine Schwurhand machen), dass ich Dir die Augen mit der Ulna auskratze (Krallenhand), wenn Du vom Rad fällst (Hand fallen lassen).”
Und schon hat man die wichtigsten Symptome bei Ausfällen folgender peripherer Nerven: Bei einer Läsion des Nervus Medianus ist die Abduktion bzw. Opposition des Daumens unmöglich. Des Weiteren können die Finger II und III nicht in ihren Interphalangealgelenken gebeugt werden. Gleiches gilt für die Finger IV und V, allerdings in den Fingergrundgelenken. Dadurch entsteht beim Versuch, die Faust zu schließen, das Bild einer Schwurhand.
Ist jedoch der Nervus ulnaris betroffen entsteht das Bild einer Überstreckung der Fingergrundgelenke bei gleichzeitiger Beugung der distalen Interphalangealgelenke. Vor allem bei den Fingern IV und V ist dieses Symptom besonders markant. Gibt der Nervus radialis auf, fällt die Kraft zur Dorsalextension der Hand aus und es entsteht das Zeichen einer Fallhand!

Leukozyten

Auch die Reihenfolge der häufigsten Leukozyten lässt sich leicht einprägen, vorausgesetzt man merkt sich folgende Weisheit:
Never let monkeys eat bananas.”
Die größte Population unter den Leukozyten ist die der neutrophilen Granulozyten (50-70 %), vor den Lymphozyten (20-45%), danach kommen die Monozyten (2-8%), gefolgt von den eosinophilen Granulozyten (2-4%) und den basophilen Granulozyten (0-1%).

JONES-Major-Kriterien

Auch die Jones-Major-Kriterien (Karditis, wandernde Polyarthritis der großen Gelenke, Erythema anulare, subcutane Noduli, Chorea minor) zur Diagnose eines rheumatischen Fiebers werden mit nachfolgender Eselsbrücke vom gefürchteten Prüfungskiller zu einer sicheren Punktequelle:
Karl wandert, er sucht Korea.”
Liegen zwei der Major-Kriterien vor, kann die Diagnose eines rheumatischen Fiebers gestellt werden.

Kardiologie

Zu guter letzt für die Kardiologen oder Teetrinker unter uns:
Not pot, no tea!”
Soll heißen: Kein Kalium (englisch: potassium), keine T-Welle im EKG! Vice versa gilt dann natürlich, dass bei hohen Kaliumwerten eine spitze hohe T-Welle im EKG erkennbar ist.

Fazit

Man sieht also: Mit ein paar kleinen Merkhilfen kann man sich das Lernen doch um einiges Erleichtern. Nur das Einprägen der Eselsbrücken, das bleibt dann wirklich niemandem erspart.

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