Propranolol: Der Beta-Bart ist ab

13. November 2017
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Seit Jahrzehnten wird Propranolol als Betablocker eingesetzt. Neue Studien deuten darauf hin, dass es auch bei anderen Krankheiten indiziert sein könnte. Ein Start-Up-Unternehmen aus den USA plant sogar, das Medikament bei Angst vor öffentlichem Reden zu verschreiben.

Haben Sie Angst, Vorträge vor Kollegen zu halten? Rast Ihr Herz und zittern die Hände? Dann könnte sich vielleicht Propranolol eignen. Kick, ein Startup aus San Francisco, plant, Patienten nach einer Online-Sprechstunde Rezepte für den Betablocker auszustellen.

Die Pille wirke wie Magie; Leute, die sie benutzt haben, sagen, ihre Angst vor dem öffentlichen Reden sei verschwunden. Das berichtet der Kick-Gründer und CEO Justin Ip. „Es handelt sich um einen preiswerten Arzneistoff mit wenigen Nebenwirkungen und mit langjährigen Erfahrungen zur Off-Label-Anwendung.“

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Propranolol macht nervöse Redner sicher. Das denkt Kick, ein US-Startup. Screenshot: DocCheck

„Schmutziger“ Betablocker mit Potenzial

Tatsache ist, dass Propranolol seit Jahrzehnten verordnet wird. Pharmakologen sprechen von einem „schmutzigen“, sprich unselektiven Betablocker. Propranolol bindet an β1– und β2Adrenozeptoren. Zu den klassischen Indikationen zählen arterieller Hypertonien, Herzinsuffizienzen oder die koronare Herzkrankheit. Auch bei der Migräneprophylaxe verordnen Neurologen den alten Wirkstoff. Hinzu kommen Ösophagusvarizen, Hyperthyreosen oder Glaukome. Damit sind die Möglichkeiten lange noch nicht ausgeschöpft, wie einige Veröffentlichungen zeigen.

Patienten schwitzen Blut und Wasser

Vor wenigen Wochen berichtete Roberto Maglie, Arzt an der Uni Florenz, von einer jungen Patientin mit Hämhidrose. Dabei scheidet unser Körper Blut über den Schweiß aus. Wahrscheinlich ist die Ursache eine angeborene oder erworbene Schwäche der Gefäßwände zusammen mit einer Hypertonie. Aber auch bei groß empfundener Angst kann es womöglich zum Platzen feiner Hautgefäße und zur Ausscheidung des Blutes mit dem Angstschweiß kommen. Die Redewendung „Blut und Wasser schwitzen“ lässt sich daher vermutlich auf dieses Krankheitsbild zurückführen. Im Fall der jungen Patientin sei es nach der Gabe von Propranolol gelungen, die Symptome deutlich zu reduzieren. Während sich Ärzte hier zu Lande noch im Rahmen bekannter Indikationen bewegen, hat Propranolol deutlich größere Potenziale.

 

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Hämhidrose © Saugato Biswas et al. / Wikipedia, CC BY SA 3.0

 

Anwendung beim Hautkrebs-Rezidiv

Dazu gehört die Möglichkeit, Melanom-Rezidive zu verhindern. Bei dieser Indikation fehlen bislang geeignete Wirkstoffe. Kürzlich hat Vincenzo De Giorgi von der Uni Florenz Daten einer Kohortenstudie veröffentlicht. Er rekrutierte 79 Patienten mit malignen Melanomen der Stadien IB bis IIIA ohne Hinweise auf Metastasen. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 63 Jahre alt. 53 von ihnen erklärten sich mit der Studienteilnahme einverstanden. Weitere 26 wurden aufgrund von Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten gegen Propranolol oder aufgrund der Ablehnung ausgeschlossen.

Ärzte fragten Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose, ob sie bereit wären, 80 mg Propranolol off label ergänzend zur leitliniengerechten Therapie einzunehmen. 19 Personen signalisierten ihre Zustimmung und wurden in die Propranolol-Gruppe (PROP) aufgenommen. Wer die ergänzende Behandlung ablehnte, konnte sich alternativ über die Kontrollgruppe (No-PROP) beteiligen. Diese Zuordnung ist methodisch als größte Schwäche der Arbeit zu bewerten.

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Propranolol-Enatiomerenpaar (Bild und Spiegelbild) © Wikipedia

Nach drei Jahren schritt die Krebserkrankung bei 14 Patienten (41,2 Prozent) in der No-PROP-Gruppe weiter voran. In der PROP-Gruppe betraf dies nur drei Patienten (15,8 Prozent). Ohne Propranolol starben sechs Patienten, davon fünf aufgrund ihres Melanoms. In der Gruppe mit adjuvanter Therapie waren es zwei Patienten, wobei ein Todesfall direkt mit der Krebserkrankung in Verbindung stand.

Im nächsten Schritt korrigierte De Giorgi prognostische Faktoren aufgrund von Unterschieden beider Gruppen zu Studienbeginn. Er fand heraus, dass Propranolol-Gaben ab dem Zeitpunkt der Diagnose invers mit Melanom-Rezidiven assoziiert ist. Die Medikation verringerte das Risiko signifikant um zirka 80 Prozent. Nach drei Jahren zeigte sich auch ein Trend zur geringeren Mortalität unter dem Wirkstoff. Hier waren die Unterschiede zwischen beiden Gruppen aber nicht statistisch signifikant.

Welche Effekte sich auf molekularer Basis abspielen, könnte eine Arbeit von Eric V. Yang, Forscher am Ohio State University Medical Center, erklären. Er untersuchte in vitro Melanom-Zelllinien. Auf deren Oberfläche fand Yang vermehrt Adrenozeptoren. Noradrenalin führte zur Bildung von Proteinen, welche die Metastasierung fördern. Dazu gehören die Interleukine IL-8 und IL-6 sowie der Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). Nach Zugabe von Propranolol stagnierte deren Expression.

Auch beim Hämangiom hilfreich

Auf einem ganz anderen Mechanismus basiert die Verwendung von Propranolol bei Hämangiomen. Diese speziellen Tumoren der Blutgefäße kommen vor allem in jungen Jahren vor. Zwischen drei und zehn Prozent aller Säuglinge entwickelt „Blutschwämme“, wobei sich viele Läsionen wieder von selbst zurückbilden.

Hämangiom © M. Sand et al., Cutaneous lesions of the nose, doi:10.1186/1746-160X-6-7, Open Access.

Dabei handelt es sich keineswegs um ästhetische Probleme. Große Hämangione am Auge können die Sehkraft schwächen. Sind die Atemwege, allen voran die Subglottis betroffen, droht Lebensgefahr. Nach mehreren Zufallsentdeckungen setzen Kinderärzte verstärkt auf den Wirkstoff.

James R. Dornhoffer, Forscher an der University of Arkansas, vermutet, dass Propranolol Komponenten des Renin-Angiotensin-Aldosteron (RAA)-Systems herunterreguliert. Deren Expression ist in betroffenem Gewebe erhöht. Dadurch würden angiogene Prozesse verhindert, schreibt Dornhoffer. Fragen zum Mechanismus bleiben trotzdem offen.

Umso klarer ist der Mehrwert aus ärztlicher Sicht. Das bestätigte zuletzt Tyler Schwartz vom Medical College of Wisconsin, Milwaukee, anhand einer aktuellen Metaanalyse. Er konzentrierte sich auf besonders gefährliche Hämangiome der kindlichen Atemwege. Von 49 Patienten erhielten 28 nur Propranolol und 28 Propranolol plus Kortikosteroide. In einem Fall kam zur Kombinationstherapie noch eine Laserexzision mit hinzu. Zu Beginn waren die Atemwege um durchschnittlich 69 Prozent verengt. Nach 7-monatiger Therapie lag der Wert nur noch bei 32 Prozent.

Randomisierte, kontrollierte Studien zeigen unabhängig von der Lokalisation hohe Ansprechraten von bis zu 88 Prozent. Der Wirkstoff ist in Deutschland zur Therapie schwerer Verlaufsformen zugelassen.

Es gibt auch Grenzen

Bei aller Euphorie hat Propranolol aber auch mögliche Schattenseiten. Shuchi Mittal von der Harvard Medical School und vom Brigham and Women’s Hospital in Boston fand Hinweise auf bislang unbekannte Risiken.

Er arbeitete eigentlich an einem ganz anderen Thema: Es ging um die Frage, welche häufig verordneten Arzneistoffe die Bildung oder den Abbau von Alpha-Synuclein beeinflussen. Ablagerungen dieses Proteins in Lewy-Körperchen stehen mit Morbus Parkinson in Verbindung. Das Team nahm Daten von 1.000 üblichen Medikamenten unter die Lupe. Patienten, die lange Zeit hinweg Propranolol benötigten, erkrankten mehr als doppelt so häufig an Alzheimer wie Norweger ohne diese Medikation. Assoziationsstudien dieser Art belegen zwar keine Kausalität, geben aber Impulse für weitere Forschungsprojekte.

83 Wertungen (4.53 ø)
Bildquelle: Ben Smith, flickr / Lizenz: CC BY-SA
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30 Kommentare:

Wenn eine Altsubstanz wieder aktualisiert werden soll, die unsere Generation “von jung an” in den genannten Indikationen (Panik Angst/, Migräne, ess. Tremor) verwandt hat(übrigens mit wechselhaftem Erfolg und nicht selten Fragen wegen der Zieldosis), müssen exakte Doppelblind-Studien vorliegen. Der Hinweis von Frau Schuster auf das Risiko ein latentes Asthma bronchiale dramatisch zu verschlimmern ist sehr wichtig, mir ist ein Todesfall bekannt.
Ich hätte einem Patienten mit AV-Block III° beinah einmal einen temporären Herzschrittmacher gelegt, bis ihm schließlich einfiel, dass er Propanolol-Augentropfen nahm. Es kam dann zur Spontanremmission der Bradykardie.
Dr.med. Christof von Gliszczynski

#30 |
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Dr. med. Hermann Rosenberger
Dr. med. Hermann Rosenberger

Propra bei Lampenfieber macht man doch schon seit 30 Jahren

#29 |
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Ärztin

Asthma bronchiale ist auch eine bekannte NW.

#28 |
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Jelonek
Jelonek

ok …aber nach Jaaahren statt Tremor und Angst…Impotenz als Mitgift:-o
Und zu wiederholen- VORSICHT Dopingmittel!

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Dr.med Robert Ploier
Dr.med Robert Ploier

Propranolol und benigner familiärer Tremor

#26 |
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M.A. Evelyne Hohmann
M.A. Evelyne Hohmann

#24 die Zusammenhänge müssen nicht so banal sein und einer Fachdiskussion ist die Kritik ja inhärent. Transparenter und kommunikativer als glaubensbasierte und hermetische Systeme
Gegen Angst und Panikstörungen sind auch für Sartane Erfolge dokumentiert, mit weniger Nebenwirkungen

#25 |
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Gast
Gast

“…Das Team nahm Daten von 1.000 üblichen Medikamenten unter die Lupe. Patienten, die lange Zeit hinweg Propranolol benötigten, erkrankten mehr als doppelt so häufig an Alzheimer wie Norweger ohne diese Medikation.”
Diese Information scheint hier niemanden zu interessieren. Und Egal ob was dran ist oder nicht ich frage mich: ist die Schulmedizin wirklich so blind dass jegliche Kritik ausgeblendet wird?

#24 |
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Birger Kremeyer
Birger Kremeyer

#22 80mg, steht im Artikel.

#23 |
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Dr. med. Martin Johannes Baur
Dr. med. Martin Johannes Baur

Sehr geehrter Herr van der Heuvel,

wie viel mg Propranolol haben die Patienten denn in der Hautkrebsstudie erhalten, können Sie das eurieren.

Mfg
M.Baur

#22 |
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Auch bei posttraumatischer Belastungsstörung wurde Propanolol erfolgreich eingesetzt.

#21 |
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Gast
Gast

Die Anwendung bei Essentiellem Tremor und Parkinson-Tremor ist ja nun auch schon lange bekannt

#20 |
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Gast
Gast

Herr Leyser, BB können keinesfalls SSRI ersetzen, die reduzieren vegetative Begleitsymptome wie Zittern, Herzklopfen usw, haben aber einen ganz anderen Wirkmechanismus

#19 |
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Gast
Gast

Von welchen neuen Studien ist die Rede? Auch Amis wissen längst, dass durch Senkung der HF, betablocker in ein Angstkreis eingreifen und dadurch die Symptomatik mildern. Das ist aber keinesfalls ein Allheilmittel und mehr als sehr gut erforschtes Medikament. Ich verstehe auch nicht ganz von welcher Euphorie hier die Rede ist. Meiner Meinung nach, ist der Artikel an den Haaren herbeigezogen.

#18 |
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Die Verwendung als sog. “Prüfungsmedikament” und Aufregungsblocker vor Vorträgen ist unter Ärzten schon lange bekannt.

#17 |
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Nichtmedizinische Berufe

Kann hier etwas gesagt werden, ob Propanolol in leichten Fällen eventuell auch
anstelle von SSRI bei Angststörungen eingesetzt werden kann ?
Wenn ja: Liegen hier Studien vor ?

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Dr.Max-Georg Kühl
Dr.Max-Georg Kühl

An Frau Dr Werner: Richtig ! Angstlösung mit Propranol ist Usus seit den 70er Jahren, aber keinesfalls vergessen ! ABER PROPRANOLO L IST EBEN KOMPLIZIERT, wegen sehr individueller Verstoffwechslung. Gegenüber Erforschung einzelner Metabolite wäre ich durchaus aufgeschlossen, aber das wollen die US-STARTUPS ja nicht. Die wollen Umsatz und auch geringste Dosierungen garantieren einen Effekt und dann sind auch keine NW zu erwarten… irgendwie richtig fies. Denke da an Homöopathe- vielleicht auch irgendwie fies ?

#15 |
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Propranolol in der Dosierung 10-20 mg vor einer Prüfung haben wir bereits in den 1970er Jahren gegeben, das ist keinesfalls neu, sondern nur in Vergessenheit geraten. In dieser niedrigen Dosierung hat es keinen blutdrucksenkenden Effekt, sondern wirkt positiv auf das vegetative Nervensystem. Darum wirkt es gegen Schwitzen und Herzrasen – eben die Prüfungsangst, jedoch ohne die Nebenwirkung eines Beruhigungsmittels. Auch Menschen mit niedrigem Blutdruck können es in dieser Dosierung nehmen, z.B. Frauen in den Wechseljahren mit diesen Beschwerden.

#14 |
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Gast
Gast

Wenn die Amerikaner ab und zu mal eine europäische Studie lesen würden, bräuchten sie jetzt kein start-up für Propranolol….

#13 |
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Oberstudienrat Udo Eichweber
Oberstudienrat Udo Eichweber

Das erinnert mich an meine 1. und 2. Staatsprüfung und das Referendariat.
3 mal 80 mg Dociton (=Propranolol) waren da hoch und notenmäßig “sehr gut” wirksam.
Udo Eichweber , OStRat a. D. (25 Jahre lang ÄK-Prüfer für MFA.

#12 |
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Dr.Max-Georg Kühl
Dr.Max-Georg Kühl

Propranolo ist ein unselektiver Beta-blocker und als Vertreter der “-ole” eigentlich eher untypisch, weil er ein sehr uneinheitliches PharmakologieProfil hat : mehr als 14 aktive Metabolite, die durchaus nicht alle beta-blockierende Eigschaften sondern auch andere z.B. lokalanästhetische Eigenschaften hat. So könnte es möglich sein,neue Einsatzgebiete zu erschliessen.

#11 |
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Dr.hertting
Dr.hertting

Die “beruhigende” angstlösende Wirkung von Propanolol ist doch schon länger bekannt – alter Hut. Habe ich meinen Patienten bei Prüfungsangst, Angst vor Zahnarzt u.ä. schon immer verordnet.

#10 |
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Das ist ja ein ganz alter Hut
Eine zusätzliche Einsatzmöglichkeit: AAA ( Aortenaneurysma, Studie belegt)
E.U.Voss

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Vorsicht! Doping im Sport

#8 |
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Gast
Gast

Wieder so ein Beispiel dafür, dass “Neue Studien” darauf hindeuten, dass es eine altbekannte Wirkung also tatsächlich zu geben scheint. Die Kollegen, die vor mir Kommentare abgegeben haben, scheinen also richtig beobachtet zu haben, könnte man ironisch bemerken.
Seriöser wäre zu schreiben: neue Studien konnten den Wirkmechanismus aufzeigen, aufgrund dessen Propanolol…..

#7 |
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Kurt54
Kurt54

Ist eigentlich nichts Neues, Musiker und Schauspieler nehmen bei Auftrittsangst seit Jahrzehnten Propranolol in niedriger Dosis als Einzelgabe, oft reichen 10 mg. Ich kenne das seit meinem Studium in den 1970er Jahren.

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Dr. Marc Heydenreich
Dr. Marc Heydenreich

Darüberhinaus wirkt es gut bei essentiellem Tremor und bei Tremor durch Lampenfieber, was bei Musikern besonders hilfreich ist.

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Dr. Marc Heydenreich
Dr. Marc Heydenreich

Uralt Lavendel! Dociton (Propranolol) ist ein unselektiver ß Blocker, der seit 1964 (!) als Mittel gegen “Lampenfieber” und übrigens auch bei Migräne erfolgreich eingesetzt wird.

#4 |
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Sehr geehrter Herr van den Heuvel,
ich habe mich über die Ausweitung der Indikation von Propranolol überhaupt nicht gewundert, weil ich schon in meiner Studienzeit einen Doppelblindversuch mit Propranolol gegen Doberol (Beta-Blocker der FA Boehringer Ingelheim) durchgeführt habe. Damals haben die Kommilitonen, die Propranolol erhielten, in den Vorlesungen über besonderes “Wohlbefinden” und Angstfreiheit berichtet. Das war allerdings nur ein Nebenbefund meiner Arbeit. Ich habe Propranolol später bei Vorträgen mit vorausgehendem gesteigertem Lampenfieber selbst genommen, es war prima!
Mit freundlichen Grüßen
Dr.J.Trarbach

#3 |
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PD Dr. med. habil. Lutz Schaffranietz
PD Dr. med. habil. Lutz Schaffranietz

Leider ist die “Idee” nicht mehr ganz neu, bereits in den 80-iger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden nicht-selektive Betablocker (auch Propranolol) bei Studien zur Stressprophylaxe bei Studenten (Prüfungsangst),bei Angst in der Zahnarztpraxis und bei weiteren Stress-Indikationen eingesetzt.

#2 |
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Ist doch hinreichend bekannt;
unspezifisch wirkende Betablocker wurden schon vor 30 Jahren zur allgemeinen Sedierung des sympathischen Nervensystems eingesetzt… also schwand Lampenfieber u. ähnliches….
PgS

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