Methadon: Hyper, Hyper!

14. November 2017
Teilen

Es ist eine der brisantesten medizinischen Debatten der letzten Monate: Sollte man Methadon in Kombination mit Doxorubicin gegen Tumoren einsetzen? Die Labordaten einer Chemikerin scheinen vielversprechend. Die meisten Experten raten jedoch von Methadon ab.

Bereits im Sommer berichteten wir über den Hype um Methadon. Die Chemikerin Dr. Claudia Friesen vom Universitätsklinikum Ulm hat 2008 In-vitro-Daten zur Wirksamkeit von D,L-Methadonhydrochloride gegen humane Leukämiezellen (CEM und HL-60) publiziert. Ursprünglich wollte man untersuchen, welchen Einfluss Drogen auf eine Krebserkrankung haben. Die Forscherin beobachtete dann wiederholt, dass das Opioid in Kombination mit Doxorubicin die Leukämiezellen abtötete.

2013 folgten In-vitro-Daten mit sehr ähnlichem Outcome in chemo- und radioresistenten Glioblastomzelllinien (U118MG und A172), sowie 2014 eine Publikation, die die Leukämiezell-Resultate im Mausmodell bestätigte. Besonders der doppelte Synergismus zwischen Methadon und Chemotherapeutikum mache die Therapie so erfolgreich. Methadon erhöhe nicht nur die Aufnahme des Medikaments, sondern verhindere auch, dass es durch sogenannte Multidrug-Transporter aus der Krebszelle ausgeschleust wird. Claudia Friesens Studien stießen auf hohe Resonanz: Für die Zusammenfassung in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie erhielt die Wissenschaftlerin vom NATUM e.V. (Arbeitsgemeinschaft für Naturheilkunde, Akupunktur, Umwelt- und Komplementärmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) den „Forschungspreis Komplementärmedizin 2017“.

Medien mobilisieren Krebspatienten

Bei den vielen Medienbeiträgen zu den vielversprechenden Ergebnissen fehlt jedoch oftmals die nötige journalistische Sachlichkeit. Es wird ein bedenkliches Misstrauen gegenüber der Schulmedizin publik gemacht, das einen nahezu verschwörungstheoretischen Charakter aufweist. Da Methadon nicht mehr patentfähig ist, ist das Opioid extrem billig. Laut eines umfangreichen Berichts des ARD Wirtschaftsmagazins plusminus kostet eine Therapie nur wenige Cent am Tag. Die geldgierige Pharmalobby wird demnach als Schuldiger für fehlende klinische Studien ausgemacht und Methadon-Ablehner Prof. Dr. Wolfgang Wick der Universität Heidelberg wegen Sponsorenverträgen denunziert. Auf diesen Zug sind nicht wenige andere Redaktionen aufgesprungen. In einer aktualisierten Version werden nun die Warnungen der Fachgesellschaften in Frage gestellt. Wegen Zuwendungen von Pharmaunternehmen seien sie nicht unabhängig. Konkrete Beweise für Bestechlichkeit liefert plusminus nicht.

Sabine Kloske, eine Patientin, wird oft in den TV-Beiträgen vorgestellt. Vor über zwei Jahren wurde bei ihr ein Glioblastom diagnostiziert. Das schnelle Wachstum des Tumors und die hohe Rückfallquote machen diese Erkrankung so dramatisch. Nach vollständiger Entfernung prophezeiten ihr die Ärzte, dass der Tumor schnell wiederkommen würde und sie maximal noch 15 Monate zu leben habe. Bis heute ist sie tumorfrei und lebt. Sie selbst führt das eindeutig auf die Einnahme von Methadon zurück.

Frau Dr. Friesen hat über 350 Fälle dokumentiert, bei denen sich Tumorerkrankungen mit Methadon drastisch verbessert haben. Das motiviert andere schwer an Krebs erkrankte Menschen ebenfalls Methadon einzunehmen. Die Nachfrage ist seit den Medienberichten enorm gestiegen. Frau Friesen hat über 40.000 Anfragen aus aller Welt erhalten. Prof. Dr. Jutta Hübner, Onkologin vom Universitätsklinikum Jena, findet: „Man könnte darüber allenfalls in Forscherkreisen miteinander diskutieren, aber damit in die Öffentlichkeit zu gehen und Patienten aktiv zu empfehlen, sich eine Substanz zu besorgen die nicht ungefährlich ist, dass ist ethisch absolut nicht akzeptabel.“

Fachverbände raten ab

Jeder Arzt kann das starke Schmerzmittel Methadon verschreiben. Nur möchten es die meisten nicht, weil sie kaum Erfahrungen mit Methadon als Krebsmittel haben. Valide prospektive klinische Studien gibt es bisher nicht. Fallbeispiele reichen nicht, um daraus eine allgemeingültige und vor allem sichere Anwendbarkeit von Methadon ableiten zu können.

Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lehnen den experimentellen Einsatz von Methadon wegen der fehlenden wissenschaftlichen Belege am Menschen ab. Zweifel gibt es auch daran, dass sich die Labordaten 1:1 übertragen lassen. Der Arbeitskreis Tumorschmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft konstatiert unter der Überschrift „Labor ist nicht gleich Klinik“: „ In der Vergangenheit ist eine mögliche Hemmung der Tumorzellproliferation auch in Bezug auf weitere Opioide, NMDA-Rezeptor-Antagonisten, Lokalanästhetika oder andere Substanzen untersucht und publiziert worden, ohne dass eine Übertragung der In-vitro-Ergebnisse auf die Klinik gelang.“ Selbst der Arbeitgeber von Frau Friesen, die Uni-Klinik Ulm, hat eine Stellungnahme gegen Methadon verfasst und mittlerweile sogar jegliche Informationen von der Homepage gelöscht. Sie unterstütze jedoch „nachdrücklich die Durchführung klinischer Studien“.

Gefährliche bis tödliche Nebenwirkungen

Die Menschen, die nur noch wenige Monate zu leben haben, wollen auf die nötigen Studien nicht warten. Wenn Methadon seit Jahren als Schmerzmittel zugelassen ist, kann es doch nicht so schlimm sein, denken sie sich. Die Betroffenen unterstützen sich gegenseitig mit Arztkontakten, bilden Selbsthilfegruppen auf Facebook wie „Wir unterstützen die Methadon-Forschung von Dr. Friesen gegen Krebs.“ Ein Eintrag aus den letzten Monaten lautet: „Nach etlichen Anlaufschwierigkeiten einen Arzt für Methadon zu finden, hat ein befreundeter Arzt von Freunden unsere Hausärztin per Telefon überzeugen können. Wir dürfen uns heute Nachmittag das Rezept abholen. Ich bin sooo erleichtert!“

Die lebensbedrohlichen Nebenwirkungen des Opioids wie Herzrhythmusstörungen, Atemstillstand und Kreislaufversagen werden ausgeblendet. Dazu trägt auch eine Studie der Charité Berlin bei. Lediglich 27 Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungsstadien wurden darin retrospektiv ausgewertet. Kann das repräsentativ sein? Wohl kaum. Trotzdem nutzen Medien diese eine Untersuchung, um zu zeigen wie nebenwirkungsarm Methadon angeblich sei. Die Patienten haben kaum mehr als Übelkeit und Verstopfung, heißt es beispielsweise beim NDR. Einer der Autoren, Peter Vajkoczy, betont jedoch, dass der Fokus der Studie auf der „Verträglichkeit und Praktikabilität des Methadoneinsatzes bei einer zusätzlichen Chemotherapie“ lag und dass die Heterogenität der 27 Fälle nur „anekdotische Aussagen zulasse.“

Die Gefahr einer Überdosierung ist groß. Methadon hat eine lange inter- und intraindividuelle Halbwertszeit zwischen 15 und 60 Stunden. Am Anfang der Einnahme kann es so zu verzögerten Nebenwirkungen kommen und durch zu schnelle Dosissteigerung zum Tode. So berichtet es Prof. Hübner im Fall einer 57-jährigen Patientin. Diese nahm eigenmächtig ohne Kenntnis des Onkologen l-Polamidon ein und war am 3. Tag nach Ersteinnahme zyanotisch. Am 4. Tag wurde sie nicht ansprechbar aufgefunden. Reanimationsversuche blieben erfolglos. „Andere Todesursachen wie Herzinfarkt und so weiter sind ausgeschlossen, die Symptomatik war die einer Opiatüberdosierung“, erklärt Prof. Hübner auf unsere Anfrage. In diesem Fall ist das Experiment schief gegangen. Die Patientin war schneller gestorben, obwohl sie länger leben wollte.

Erste klinische Studie beantragt

Frau Dr. Friesen bekam 2009 für Experimente mit Methadon und Hirntumoren 300.000 € von der Deutschen Krebshilfe. Dann stellte sie 2013 einen neuen Antrag: „Opioide sensitivieren Ovarialkarzinome für konventionelle Therapien“. Dieser wurde unter anderem wegen Kritik am verwendeten Zellmodel abgelehnt. Man hat Dr. Friesen zudem erklärt, dass es innovativer wäre Methadon im Rahmen einer klinischen Studie zu untersuchen. „Ihr wurde somit deutlich signalisiert, dass die Förderung einer klinischen Studie, beispielsweise zur Glioblastom-Therapie mit Methadon, durch die Deutsche Krebshilfe grundsätzlich möglich ist.“ Ein solcher Antrag wurde nicht gestellt. Dr. Friesen begründet es damit, sie könne als Chemikerin keine Studie am Menschen beantragen.         

Mittlerweile hat Prof. Wick aus Heidelberg mit Kollegen anderer Universitäten eine klinische Phase-I/II-Therapiestudie zu Glioblastomen beantragt. Frau Dr. Friesen ist dabei im wissenschaftlichen Komitee. Verträglichkeit und Wirksamkeit von Methadon sollen untersucht werden. Zwei Patientengruppen sollen mit unterschiedlichen Mitteln behandelt werden, um herauszufinden, ob Methadon alleine für die Effekte verantwortlich ist. Frühestens Ende Oktober wird über den Antrag entschieden. Erste Resultate wären dann für 2022 möglich. „Aus dieser Studie wird man allerdings den Wert für Methadon noch nicht sicher ableiten können, sondern allenfalls die Grundlage für eine größer angelegte Folgestudie“, so die Stiftung Deutsche Krebshilfe.

76 Wertungen (4.26 ø)
Bildquelle: Beth Rankin, flickr / Lizenz: CC BY-SA
userImage

Bitte geben Sie Ihren Namen ein.
Bitte schreiben Sie einen Kommentar.

39 Kommentare:

Gast
Gast

Ich kann nicht verstehen wie der Einsatz von Methadon als Substitutionsmittel mit anderen Einsätzen verglichen werden kann. Opioidabusus führt zu ganz ansehnlichen Toleranzentwicklungen, sodass diese Patienten auch höhere Dosen ganz gut vertragen.
Gefährlich ist halt die lange Halbwertszeit. Unsicher wird es dann, sobald zB zur Analgesie ein weiteres Opioid gegeben werden muss. Wie dann safe dosieren? Ist nicht ganz so easy. Einen Patienten auf Methadon setzen geht schnell.

Lieber also erst ordentlich gemachte klinische Studien abwarten und solange nur als ultima ratio/im Einzelfall verwenden bis das Nutzen-Risiko-Verhältnis klar ist.

#39 |
  16
Dr. med. vet. Thomas Grammel
Dr. med. vet. Thomas Grammel

Wenn man sich nicht mit der Biologie genau auseinandersetzt dann sollte man auch keine Stellung zu solch einem heiklen Thema nehmen! Es ist einfach sich an den guten Fallebeispielen mit Patienten und Methadon zu klammern, aber hauptsache man ignoriert die Wahrheit und verspottet promovierte Menschen denen das Wohl der Zivilisation am Herzen liegt und nur das Beste für die Menschen wollen! Vergesst nicht das diese Menschen jegliche positive wie auch negative Wirkungen in Betracht ziehen! Dazu gehören nunmal auch die Nebenwirkungen! Die Welt ist nicht rosa, Methadon auch nicht! Sollen euch die Nebenwirkungen, die auftreten, vorenthalten werden? Das einzig gute ist, wenn Ihr daran versterbt könnt Ihr euch auch nicht mehr beschweren! Ich vertrete gerne Alternativen neben der Chemo und Strahlentherapie! Aber alle bringen auch Ihre Probleme neben den Krebs mit. Teilt gerne eure Meinung zu Methadon, bleibt aber sachlich und klammert euch nicht an ein bis zwei Fallbesipielen die gut ausgegangen sind. Sondern beachtet auch die Menschen, die traurigerweise durch das Methadon früher ihr Leben ließen als ohne.

#38 |
  19
Gast
Gast

Meine Frau hatte BK und hat fast ihr Ende, während der 4.Chemo-Infusion durch einen allergischen Schock, gefunden.
Mit ihr behandelte Patientinnen überlebten die Chemo schon nicht …
Da stellt sich mir immer wieder die Frage ob alle bekannten Alternativen, Methadon-Kombi. Cannabisöl, etc. nicht sofort eingesetzt werden sollten, denn diese führen keineswegs in den Tod …
Doch unser System hat uns gut geprägt!

#37 |
  4
Gast
Gast

Also hat das Medikament mögliche tödliche Nebenwirkungen wie die Erkrankung Krebs. Dann macht es ja Sinn, den Patienten das Medikament vor zu enthalten.
Nicht.
Müssten sich diese verzweifelten Menschen nicht selbst behandeln, wären die Todesfälle vermeidbar gewesen. Wieso dürfen Gesunde darüber entscheiden, was einem schwerst Erkrankten zuzumuten ist, wenn dieser die Behandlung wünscht?
Deutschland, der Land der Bevormundeten.

#36 |
  11
Gast
Gast

DocCheck verkommt immer mehr zu einer PharmaS(ckeck)-Postille. Weiter so… Sarkasmus aus.

#35 |
  4
Ärztin

Hochpalliative Patienten nehmen oft mehrere zentral wirksame Medikamente zu sich, gerade Gliompatienten die nicht selten generalisierte oder fokale Anfälle in der Vorgeschichte haben. Die Aufdosierung von Methadon, aufgrund des derzeitigen Hypes erfolgt nach meinem Wissen und Erleben nicht selten unter wesentlich laxerer Aufsicht des Verordnenden als bei Drogensubstitutierten, wenn diese Aufsicht überhaupt erfolgt ist, weil die Verordnungen aufgrund des Drucks und Flehen von Angehörigen oder Patienten erfolgt ist. Bei Nachfragen an mehrere früheren Kolleginnen der hiesigen Uniklinik ergab, dass die behandlungspflichtigen Überdosierungen deutlich zugenommen haben. Ich selbst fahre nur Rettung im dünn besiedelten ländlichen Raum, warte aber auf den Tag, auf dem ich das Naloxon aufziehen lassen muss.
Auch wenn sich dank Medikamenten (die in vitro alle besser wirken, bzw. Wirkungen zeigen, die in vivo nicht nachweisbar sind) die Lebenserwartung von Gliompatienten zwar erhöht hat, sind vollständige Remissionen meines Wissens bisher nicht möglich.
Und im Bekanntenkreis wurde von dem jungen Patienten selbst nach diesem Methadon-Strohhalm gegriffen mit dem Preis, dass er wochenlang massiv verlangsamt war und nach Absetzen von Entzugssymptomen so gequält, dass eine stationäre Behandlung erforderlich war. Eine erneute Methadon-“Behandlung”, die in meinen Augen nur Lebensqualität raubt, ist hier gottseidank nicht vorgesehen.
Ohne die Notwendigkeit, ein Opioid als Analgetikum einsetzen zu müssen (und ich bin durchaus erfahren in der Schmerztherapie und Palliativmedizin), könnte ich nach ärztlichem WISSEN und GEWISSEN kein Methadon verordnen, wie ich auch kein anderes Opioid, Medikament, oder zu Ohrenkerzen oder Kügelchen raten würde.

Her Cortes, #33: die Therapie ist eben nicht erfolgversprechend, nach derzeitiger Lage definitiv nicht. Und es gibt durchaus Ärztinnen, die Bedenken haben, Medikamente “auszuprobieren”, nicht nur wenn die Studienlage so ist wie hier.

#34 |
  40
Nichtmedizinische Berufe

Ich möchte nicht zynisch sein, aber Ärzte hatten keine Bedenken , an mir 11 verschiedene Neuroleptika zu probieren, mit teilweise dramatischen Nebenwirkungen. Weshalb dann so viele Vorbehalte, bei einem todkranken oder zumindest schwer kranken Menschen eine erfolgversprechende Therapie auszuprobieren?

#33 |
  7
Christin Schauss
Christin Schauss

Opioide bei Tumorschmerzen sind standard, die möglichen Nebenwirkungen damit auch und bei Überdosierung der Opioide ist der Tod durch Atemlähmung die Gefährlichste.
Der Tod bei rezidivierenden Krebserkrankungen ist prozentual vermutlich ähnlich wahrscheinlich, wie der Tod bei Opioidüberdosierung!?
Über welchen Tod diskutieren wir also hier bitte?
War das Ziel der medizinischen Wissenschaft nicht alles zu versuchen um Leben zu retten, selbst wenn es nur Monate des Lebens sind?
Eventuell gibt es eine Möglichkeit das Leben von Krebspatienten zu verlängern – auf – vesuchen wir es, anstatt zu diskutieren während die Menschen neben uns hinüber siechen!

#32 |
  6
Gast
Gast

Ganz ehrlich wenn auch nur geringe Chancen bestehen dass die Überlebensrate und/oder die Lebensqualität verbessert werden kann, werde ich das selbstverständlich rezeptieren, notfalls auf Privatrezept. Solange die Titration unter meiner Aufsicht erfolgt, warum nicht? EBM hin oder her, hier geht es um das nackte Überleben. Nicht um Studien.

#31 |
  9
Juergen Busch
Juergen Busch

Und noch ein Nachtrag zum wissenschfaftlichen Mitarbeiter Ulm:
Beitrag 8 Punkt 4.

Sie erwähnen:
Es gibt andere Studien, in denen Methadon Krebspatienten gegeben
wurde, und keine Auswirkung auf das Überleben hatte.
Quelle:
Reddy, A., Schuler, U. S., de la Cruz, M., Yennurajalingam, S., Wu,
J., Liu, D., & Bruera, E. (2017). Overall Survival among Cancer
Patients Undergoing Opioid Rotation to Methadone Compared to Other
Opioids. Journal of palliative medicine.

Diese Studie haben sie, wie ich vermute, wohl auch nicht richtig gelesen. Schauen Sie sich doch mal das Overal survival an.

Methadon Gesamtüberlegen 3,75 Monate zu Gesamtüberleben 2,62 Monate
anderer Opioide.
Mit Methadon lebt man 1,1 Monate länger.
Die EMA hat die evidenzbasierten Studien und die zugelassenen Medikament
untersucht. Hier geht es um ein Gesamtüberleben von 1,0 bis 5 Monate.
Im Durschnitt 2,7 Monate.
Da ist dieses Überleben von 1,1 Monate länger leben mit Methadon schon relevant.

#30 |
  6
Dr. med.vet. Viola Hebeler
Dr. med.vet. Viola Hebeler

PS: Darüberhinaus wurde die PlusMinus Facebook Seite zensiert. Kritische Beiträge von Tierärzt/innen waren nur noch für die Verfasser, nicht aber für die Öffentlichkeit sichtbar. Empörte Berichte von Tierbesitzern und Schlangenölverkäufern wurden nicht angetastet und ergaben ein völlig falsches Bild. Proteste, auch von oberster Stelle des Berufsstandes, halfen nicht. Das ist ein eigentümlicher Umgang für öffentlich-rechtliche Sender. Dieser Beitrag war vom MDR und verwendete als “Testpersonen” für kritisierte Impfpreise in der Hundeszene bekannte Anti-Vaxxer. Tierärzte, die Betriebskosten als Grundlage für eine Preiskalkulation ins Feld führten, wurden aus dem Off verspottet.

#29 |
  32
Dr. med.vet. Viola Hebeler
Dr. med.vet. Viola Hebeler

PlusMinus ist kein gutes Magazin mehr. Sie scheinen zu viel mit freien Journalisten zu arbeiten und Fremdbeiträge danach auszusuchen, wie reißerisch sie sind. Dabei ist es auch egal, ob diese von Verschwörungstheoretikern verfasst wurden. Vor einiger Zeit gab es einen wirklich abenteuerlich schlecht recherchierten Bericht, wie Tierärzte ihre Kunden “abzocken”. Als Kronzeuge wurde dieser Tierarzt aus Hamburg, der Behandlungen mit MMS und Kaisernatron anpreist, interviewt. Er wurde inzwischen fast allen dritten Programmen in Sendungen über Tierärzte interviewt. Ein Blick auf seine HP KritischeTiermedizin.de oder in dieses Filmchen reicht, um zu erkennen, wie seriös PlusMinus da gearbeitet hat.https://www.youtube.com/watch?v=ntf7FgzMH8c

#28 |
  33
Gast
Gast

Was für ein übler Beitrag, wenn ich Krebs hätte, ich würd das Zeug auf jeden
Fall ausprobieren, hilft bestimmt nicht bei jedem Krebs, aber schad doch nicht allzu viel, es ermöglicht Drogensüchtigen ein Leben… , Neuroleptika können viel gefährlicher sein

#27 |
  10
Juergen Busch
Juergen Busch

Sorry, ich hatte es zu schnell abgeschickt und nicht auf den “Gast”-Namen bei mir geachtet. Ich habe es nicht nötig anonym zu psten Der hierunter stehende Beitrag stammt von mir.

#26 |
  3
Gast
Gast

Hallo, anonymer Gast,
Sie meinen mit Sicherheit die Ray Studie, die in den vielen Stellungnahmen meits ohne genaue Kenntnis der Studie aufgeführt ist. Hier sollten Sie sich die Studie einmal durchlesen.
Es geht bei dieser Studie um Patienten mit Rückenschmerzen, keine Tumorpatienten. Aber das Wichtigste, was in der Studie zu beachten ist (aber leider versehentlich oder absichtlich übersehen wird) ist die tatsache, dass die verwendeten Dosisierungen von Morphium überhaupt nicht mit Methadon verglichen werden können.
Es werden hier 90 mg Morphium mit 40 mg Methadon verglichen. Man hätte aber 150-160 mg Mophium mit 40 mg Methadon vergleichen sollen. Die Vergleichsdosis von Mophium ist also viel zu niedrig. Die Dosen sind nicht vergleichbar, was selbst für einen Nichtpharmakologen schnell ersichtlich ist. Wenn solch eine Studie aufgeführt wird, erwartet man, dass die Verlgeichsdosen korrekt und adäquat sind.

Man kann 10 Flaschen Schnaps auch nicht mir einem Glas Wein vergleichen und sich dann wundern, dass der Patient mit Schnaps ins Koma fällt.

#25 |
  4
Gast
Gast

@#12 Doch, dagegen spricht etwas, nämlich die Tatsache, dass die Sterblichkeit gut belegt unter Methadon als Schmerzmittel höher war als mit anderen Opiaten.

#24 |
  43

Aus 25 Jahren Substitutionsbehandlung kenne ich Methadon als außerordentlich sichere Substanz. Die in den Tatarenmeldungen genannten schwerwiegenden Folgen können nur bei unzureichender Aufklärung der Patienten, Unkenntnis der Substanz durch den Verordner und fehlerhafte Verabreichung auftreten.
Ich sehe keinen Grund, die Substanz Patienten vorzuenthalten, die einen solchen Heilversuch wünschen. Immerhin ist die Evidenzlage auch bei einigen zugelassenen antineoplastischen Substanzen mehr als dünn, die wesentlich größere Schadwirkungen zu tausendfachen Kosten versprechen.
Bei sorgfältiger Beachtung der CYP450-Interaktionen, der Nierenfunktion und der QT-Zeit sowie der Kontraindiktionen einer Opioidbehandlung ist Methadon eine harmlose Ergänzung einer antineoplastischen Therapie.

#23 |
  4
Horst Gutglück
Horst Gutglück

Sehr nicht verehrter anonymer wiss. Mitarbeiter aus Ulm, ganz schwacher comment ohne jedlichen Charakter, wenn überhaupt spricht nur Neid aus Ihrem völlig entarteten Kommentar. Ich kann nur hoffen das Sie selber mal nicht betroffen sind, und das wünsche ich niemandem, aber ich denke da würden Sie die Arbeit der Fr.Dr.Friesen wesentlich mehr schätzen, die ausdrücklich und das schon mehrfach darauf hingewiesen hat, das wenn es nur einem Patienten hilft es für sie schon lohnenswert ist, diesen mit viel Gegenwind behafteten Weg gegangen zu sein. Ansonsten nur zusammengetragener Artikel, wichtige Sachen wie in den comments erwähnt vergessen. Die positiven Erfahrungen bei 70000 Substituierten die sehr gut mit Nebenwirkungen des Methadons zurechtkommen, als wichtigstes benenne ich jetzt mal. Auf wichtige Studien die zu Methadon vorliegen wird gar nicht eingegangen!!! Dr. Kathleen Küsel damit haben sie sich selbst keinen Gefallen getan, nur den Schreiberling für andere zu spielen, die hinter der ganzen Scharade stecken. Jedem Krebspatienten vor allem in Richtung Endstadium sollte soviel Eigenverantwortung und richtige Information zugestanden werden, sich für oder gegen das Methadon zu entscheiden. Das wiederrum ist eigentlich Sache der Politik, die aber im Moment mit wichtigerem zu beschäftigt sein scheint, als sich mit Millionen von Krebskranken auseinander zu setzen!!! Lieber wiss ihr comment, kann ich nur als Furz der Woche bezeichnen, mehr ist das nicht!!!!

#22 |
  19
Dr. Wolfgang Knüll
Dr. Wolfgang Knüll

Auf die Gefahr mich zu wiederholen, weil auch wie überall im Netz hier niemand mehr jemandem zuhört:
Egal wie man das sieht. Es sollte gute Sitte sein. wegen der möglichen Relevanz für Patienten, eine kontrollierte Studie zu machen. Wie soll man eine Hypothese anders prüfen als im Experiment? Oder ist die Medizin in dem Sinne keine Wissenschaft?

#21 |
  0

Eine Low-dose-Chemo allein ist evtl. unzureichend. Methadon allein ist wohl unzureichend. Aber mit der Kombination habe ich gute Erfahrungen gesammelt. Die Nebenwirkungen einer High-dose-Chemo treten kaum auf , die schmerzstillende Wirkung von Methadon ist ausgezeichnet. Diese Möglichkeit ist für viele Patienten eine echte Alternative.

#20 |
  3
Juergen Busch
Juergen Busch

Und dann kommt noch eine Leseschwäche hinzu. Dass Patent hat die Universität Ulm beantragt und richtigerweise Fr. Dr. Friesen als Erfinderin genannt.
Stichwort Arbeitnehmererfindungsgesetz scheint auch ein Fremdwort zu sein, aber hier mal mit wilden Spekulationen, Anschuldigungen und Verdächtigungen um sich werfen…

#19 |
  7
Juergen Busch
Juergen Busch

Als wissenschaftlicher Mitarbeiter sollte man wissen, dass in der Petrischale selbstverständlich höher dosiert werden muss als im menschlichen Körper, da die Anreicherung im umgebenden Gewebe fehlt und deshalb selbstverständlich die Dosierung nicht 1 :1 übertragen werden kann. Deshalb sagt die Blutkonzentration aus wenig aus.
Mit ein wenig Ahnung von der Materie weiß man so etwas, ohne sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter anonym zu Wort zu melden, um Fr. Dr. Claudia Friesen ausdrücklich zu verurteilen und anonym als moralisch höchst verwerflich zu betitulieren.
Sehr tapfer!
Ich empfehle dringend das Studium z. B. von “Opioids in cancer pain”, second edition.

#18 |
  11
Prof. Dr. med. Hans Martin Einwächter
Prof. Dr. med. Hans Martin Einwächter

Als substituierender Arzt haben meine Drogenabhängigen Hohe Dosen von Methadon konsumiert ohne dass es zu stärkeren Nebenwirkungen kam, im Gegenteil, sie waren darunter arbeitsfähig. Diese Beobachtungen haben meine Fachkollegen auch gemacht. Es gibt keinen Grund, die Nebenwirkungen so stark zu verteufeln, dass man Methadon nicht mal versuchsweise bei Krebs adjuvant einsetzen kann.

#17 |
  6
Gast
Gast

Ach du Welt – da macht sich jemand professionell Sorgen um eine mögliche Überdosierung bei Palliativpatienten im Endstadium?? ernsthaft?

Was überwiegt hier eigentlich? Die beschriebenen Nebenwirkugnen würde ich jederzeit gern in Kauf nehmen, auch wenn hier die geringste Chance bestehen würde, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das Fr.Dr. Küsel selbst anders handeln würde!? Verwenden sie doch Ihre Energie und machen sich stark für Studien bzw. deren Finanzierung!!

#16 |
  9
Dr. med. Wolfgang Knüll
Dr. med. Wolfgang Knüll

Egal wie man das sieht. Es sollte gute Sitte sein wegen der möglichen Relevanz für Patienten eine kontrollierte Studie zu machen. Wie soll man eine Hypothese anders prüfen als im Experiment? Oder ist die Medizin in dem Sinne keine Wissenschaft?

#15 |
  1
#14 |
  41
Wiss. Mitarbeiter aus Ulm
Wiss. Mitarbeiter aus Ulm

Noch ein kleiner Nachtrag mit persönlicher Sichtweise. Ich kann jeden Krebspatienten sehr gut verstehen, der sich an diesen “Strohhalm” klammert. Deshalb verurteile ich AUSSCHLIESSLICH und AUSDRÜCKLICH Frau Friesen für ihr Verhalten.

Ich arbeite selbst mit Krebszellen. Ich bin ein großer Fan von drug repositioning – nichts Besseres und Schnelleres, als ein Medikament, das bereits auf dem Markt ist, umzufunktionieren. Aber ich kann in der Petrischale auch Wasser auf meine Krebszellen geben und sie würden sterben. Das ist in vitro einfach nicht so schwierig und jeder andere Wissenschaftler muss auch den langen und beschwerlichen Weg gehen, genug BEWEISE zu liefern, um die Anwendung beim Menschen zu rechtfertigen.

Traurigerweise bin ich davon überzeugt, dass auch Frau Friesen sehr wohl bewusst ist, dass die Beweise, die sie liefert, nicht ausreichen um die Anwendung beim Patienten zu rechtfertigen. Deshalb hat sie sich an die Medien gewandt.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, dass Frau Friesen selbst das Argument “Methadon ist einfach zu günstig, die böse Pharmaindustrie würde zu wenig Geld verdienen” ins Spiel gebracht hat, was nun wirklich jeglicher Grundlage entbehrt, da Methadon ja als Kombinationstherapie gedacht ist.

Von Fallbeispielen halte ich nichts. Manche Krebspatienten haben nunmal einfach das Glück, den Krebs zu überleben. Ohne kontrollierte Studie kann niemand hinterher sagen, ob es das Methadon war.

#13 |
  57
M. Schaller
M. Schaller

Das Argument mit den möglichen Nebenwirkungen und der Unsicherheit des Medikaments ist wirklich gelungen. Ich habe die Nebenwirkungen der sogenannten sicheren Medikamente Paclitaxel und Carboplatin live an meinen Eltern erleben dürfen. Und dann muss ich hier lesen, dass Methadon höchst gefährlich und tödlich sein kann. Entschuldigen Sie bitte, aber ein müdes Lächeln steht mir im Gesicht.
Hinzu kommt, dass Menschen, die hier so eifrig gegen Methadon argumentieren, wahrscheinlich noch nie selbst betroffen waren und auch noch keinen geliebten Menschen durch Krebs verloren haben. Wer das aber schon durchgemacht hat, der weiss, wie wichtig es ist, dass man hoffen darf. Jeder Strohhalm wird zum Fels in der Brandung. Klar, falsche Hoffnung bringt niemandem etwas. Aber hier ist die Sachlage einfach nicht klar. Es besteht also wirklich Hoffnung, wie ja einzelne Fallstudien zeigen. Und stellen Sie sich bitte vor: Sie sind sterbenskrank und sehen in Methadon die vielleicht letzte Möglichkeit, noch eine Weile am Leben bleiben zu dürfen. Und dann kommt ein allwissender Arzt, der Ihnen erklärt, dass er Methadon nicht verschreiben wird, weil es UNSICHER ist oder gar tödlich sein kann, insofern es falsch angewandt wird. Wer dann noch voll von Humor ist, wird lachen. Wer keinen Humor mehr besitzt, wird dem Arzt an die Gurgel wollen. Kann man verstehen, oder nicht? Dieses Thema kann gar nicht rein sachlich sein, weil das Leben auf dem Spiel steht!
Ich bin selbst kein Arzt, arbeite aber als an einem Institut für Krebsforschung mit komplementären Arzneimitteln

#12 |
  12

@#11 Ich habe leider schon soviel Geldmacherei mit solchen “Strohhalmen” erlebt, dass ich Ihre Argumentation sehr gut nachvollziehen, aber nicht unterstützen kann.
Es spricht natürlich nichts dagegen, einem Patienten, der ein Opiat zur Schmerzbehandlung braucht Methadon statt anderer Opiate anzubieten.

#11 |
  1
Peter Wieser
Peter Wieser

Ich finde es wäre nicht schlecht uns Krebskranken nicht immer die Strohhalme an die wir uns klammern zu entziehen. Ich habe ein Pankreaskarzinom, habe Chemo und eben auch Methadon in der ersten Phase hinter mir. Auch wenn die Wirksamkeit nicht erwiesen ist so ist es doch auch ein psychischer Effekt. Dennoch sollte das ganze natürlich auch wissenschaftlich aufgearbeitet werden. ich denke es finden sich genügen Probanden die sich einer Therapie mit Methadon unterziehen würden. Wenn das dann auch noch ärztlich begleitet ist und die Wirkungen oder auch Nichtwirkungen in der Tumorkonferenz erörtert und ausgewertet würde wäre das sicher nicht von Nachteil.

#10 |
  5
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast
Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast

@#3 Mein Eindruck ist eher, dass die völlig überzogene Berichterstattung die zeitnahe Aufnahme entsprechender klinischer Studien ziemlich effektiv *verhindert*.
Nach diesem unseriösen Hype, den unberechtigten Vorwürfen, war das Thema ziemlich wahrscheinlich für etliche Wissenschaftler verbrannt, und keiner wollte sich damit beschäftigen, um sich nicht lächerlich zu machen.

#9 |
  2
Wiss. Mitarbeiter aus Ulm
Wiss. Mitarbeiter aus Ulm

Warum ich Frau Friesens Verhalten für moralisch höchst verwerflich halte und mir vom Einsatz von Methadon in der Krebstherapie nicht viel verspreche:

1. Methadon Dosis: in Petrischale schon 5-50 x höher, als die Maximaldosis die im Blut vom Patienten erreicht werden kann (das heißt nicht, dass diese Dosis überhaupt die Krebszellen erreichen kann)

Quellen:
– Dosis in Zellkultur: mindestens 1 µg pro ml
Friesen, C., Hormann, I., Roscher, M., Fichtner, I., Alt, A., Hilger, R., … & Miltner, E. (2014). Opioid receptor activation triggering downregulation of cAMP improves effectiveness of anti-cancer drugs in treatment of glioblastoma. Cell Cycle, 13(10), 1560-1570.
– In Patient: in Blut ca 0.2 µg pro ml erreicht, sehr giftig bei levels von 1 µg pro ml
Onken, J., Friesen, C., Vajkoczy, P., & Misch, M. (2017). Safety and Tolerance of D, L-Methadone in Combination with Chemotherapy in Patients with Glioma. Anticancer Research, 37(3), 1227-1235.

2. Das Cytostatikum, das benutzt wurde für Zellkultur in vitro in Kombination mit Methadon ist nicht zugelassen für Hirntumore. Das Medikament, das in der Zellkultur getestet wurde in Kombination entspricht auch nicht dem Medikament, das jetzt in den Studien am Patienten benutzt wurde. -> es gibt keine Anhaltspunkte für eine sinnvolle Kombination dieser Medikamente.

Quellen:
-Friesen, C., Hormann, I., Roscher, M., Fichtner, I., Alt, A., Hilger, R., … & Miltner, E. (2014). Opioid receptor activation triggering downregulation of cAMP improves effectiveness of anti-cancer drugs in treatment of glioblastoma. Cell Cycle, 13(10), 1560-1570.

-“Doxorubicin ist ein Zytostatikum, das in der Chemotherapie breite Anwendung findet (z.B. Brustkrebs, Bronchialkarzinom, Sarkome, Schilddrüsenkarzinom, Non-Hodgkin-Lymphom, Morbus Hodgkin). “
http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Doxorubicin
Doxorubicin gegen Glioblastom befindet sich noch in einer Phase II Studie.

3. Die Veröffentlichung, die diese Aufregung ausgelöst hat, zeigt lediglich, dass Methadon zusammen mit der Chemotherapie gegeben werden kann, ohne dass es den Zustand des Patienten verschlechtert. Eine Verbesserung des Überlebens konnte die Arbeitsgruppe nicht zeigen.
– “Conclusion: D,L-methadone can be safely combined with standard glioma chemotherapy […].PFS-6 in patients with primary glioblastoma treated this way seems to be at least comparable to that of historic controls.”
Onken, J., Friesen, C., Vajkoczy, P., & Misch, M. (2017). Safety and Tolerance of D, L-Methadone in Combination with Chemotherapy in Patients with Glioma. Anticancer Research, 37(3), 1227-1235.

Das 95% Konfidenzintervall der hazard ratio beträgt 0.18 bis 2.32 mit einem p=0.34 , was soviel heißt wie: man kann mit 95%iger Wahrscheinlichkeit sagen, dass die Gabe von Methadon IRGENDWO zwischen hilfreich, egal und schädlich für den Patienten ist.

4. Es gibt andere Studien, in denen Methadon Krebspatienten gegeben wurde, und keine Auswirkung auf das Überleben hatte.
Quelle:
Reddy, A., Schuler, U. S., de la Cruz, M., Yennurajalingam, S., Wu, J., Liu, D., & Bruera, E. (2017). Overall Survival among Cancer Patients Undergoing Opioid Rotation to Methadone Compared to Other Opioids. Journal of palliative medicine.

5. Es gibt fast 400 Paper, in denen Methadon bei Krebspatienten eingesetzt wurde (gegen die Schmerzen). Würde Methadon zusätzlich den Krebs bekämpfen, hätte man das sicherlich bemerkt.
Quelle: pubmed , Stichwörter cancer pain methadone

6. Frau Friesen hat ein Patent angemeldet für diese Art der Krebsbehandlung.
Quelle:
https://www.google.com/patents/WO2014056897A1?cl=en

#8 |
  58
Gast
Gast

Was immer vergessen wird, ist dass die in vitro Dosierungen so hoch waren, dass man niemals D-, L-Methadon ohne Vergiftung verabreichen werden kann. Außerdem ist es seit langem bekannt, dass Opiate/Opioide generell sowohl tumorinhibitorische als auch tumorinduzierende Eigenschaften aufweisen. Ich empfehle des Review von Frau Bimonte dazu. Einzelne Studien aus dem Zusammenhang herauszureißen und dann zu behaupten, dass Methadon gegen Tumore hülfe ist leider nicht wissenschaftlich.

#7 |
  38

Was leider häufig nicht beachtet wird ist, dass nur die Kombination mit einem Chemotherapeutikum wirksam ist. Es bestehen also Hinweise, das Methadon die Wirkung bereits etablierter Therapien verstärkt. Es gibt keinen Hinweis, das Methadon alleine gegen maligne Erkrankungen wirksam ist.
Deswegen sehe ich die immer wieder heraufbeschworene Geldgier nur bedingt, da ja weiterhin die “teuren” Chemotherapeutika “mitverkauft” werden müssen, um von Methadon zu profitieren.

Insofern kann ich mich Kommentar #1 nur anschließen, etwas mehr Sachlichkeit wäre gut.

#6 |
  3
Gast
Gast

Es ist in der Medizin genauso wie in der Autoindustrie- Geld muss es kosten.
Wenn Methadon richtig was kosten würde…. man hätte es schon lange.

#5 |
  18
Juergen Busch
Juergen Busch

Sinnvoll ist auf jeden Fall, einmal eine umfassende Recherche über die Studienlage zu betreiben:
Hier die wichtigsten Fundstellen:

Diese klinischen Studien zeigen, dass die Rotation von anderen Opioiden zu Methadon sehr effektiv und sicher ist. Diese Studien sollte man als Wissen voraussetzen, wenn man Opioide in der Schmerztherapie einsetzt

1. Outpatient methadone initiation and rotation for cancer pain treatment were safe, with high success rates and low side effect profiles. Cancer 2010;116:520–8

2. Methadone is superior to fentanyl in treating neuropathic pain in patients with head-and-neck cancer European Journal of Cancer 2016;65:121-129

3. Switching From Morphine to Methadone to Improve Analgesia and Tolerability in Cancer Patients: A Prospective Study. Journal of Clinical Oncology 2001; 19: 2898-2904

4. The Effect of Oral Methadone on the QTc Interval in Advanced Cancer Patients: A Prospective Pilot Study. Journal of Palliativ Medicine 2010; 13: 33-38

5. Opioid Switching from Transdermal Fentanyl to Oral Methadone in Patients with Cancer Pain CANCER. 2004; 101 : 2866-2873

6. Switching Methadone: A 10-Year Experience of 345 Patients in an Acute Palliative Care Unit. Pain Medicine 2012; 13: 399–404

Hier eine Studien die zeigt, dass Methadon sogar einen protektiven Effekt an Darmtumoren oder Brustkrebs hat:

Methadone maintenance and cancer risk: An Israeli case registry study Drug and Alcohol Dependence 2011; 119 88–92

Hier eine Studie, die zeigt, dass Tumorpatienten mit Methadon länger leben als mit Morphium:

Comparative mortality among Department of Veterans Affairs patients prescribed methadone or long-acting morphine for chronic pain. Pain 211

#4 |
  10
Studentin

Leider muss man auch festhalten, dass es zunächst von Expertenseite einen extremen Widerstand gab, Methadon überhaupt in einer klinischen Phase I bzw II Studie zu untersuchen. Mein Eindruck ist, dass die -teilweise sicher unsachliche -Berichterstattung entscheidend dazu beigetragen hat, dass diese Studien endlich doch kommen.
Ich verstehen nicht, warum hier so ein starker Gegenwind herrschte. Erstrecht dann nicht, wenn man sieht, wie mit Chemotherapie umgegangen wird. Viele Patienten habe auch hierbei erhebliche Nebenwirkungen. Da wird ihnen dann aber gesagt das gehört so und sie müssen da durch. Abgesehen davon, dass sehr teure Chemotherapeutika auch dann noch weiter angewandt werden, obwohl erkennbar ist, dass sie nicht abschlagen. Nicht zu letzt, weil Krankenhausärtinnen/ärzte auch an wirtschaftlichkeits Auflagen gebunden sind. Es gab vor etlichen mehrere sehr gut recherchierte und belegte Beiträge zu diesem Thema in den Medien.
Zu dem o.g.Todesfall. Exakt soetwas passiert, wenn Ärzte/innen nicht ausreichend fortgebildet sind UND, wenn der Patienten eine Selbstmedikation unternimmt.

#3 |
  7
Juergen Busch
Juergen Busch

Bei den publizierten Opioidintoxikationen diskutieren die Autoren leider nicht, das in dem beschriebenen Fall das Methadon bis 55fach überdosiert wurde. Bei dem oben genannten Todesfall wurde die Patientin nach eklatanter Überdosierung und Mischintoxikation ambulant mit Naloxan behandelt und wieder nach Hause geschickt. Dass die angesichts der unterschiedlichen Halbwertezeiten fatal ist, lernen Medizinstudenten meist in den ersten Wochen Pharmakologie.
Es handelt sich also um gravierende ärztliche Behandlungsfehler und nicht um Belege für ein höchst gefährliches Medikament, da bei exakter Anwendung z. B. nur einen Bruchteil der Dosierung genommen wird, die Substitutionspatienten erhalten.

#2 |
  4
MUDr Samson Gebreab
MUDr Samson Gebreab

Die Nebenwirkungen von Methadon sind vergleichbar denen andere Opiate, es hat nur weniger psychogene Effekte, weswegen es ja auch zur Substitution opiatabhängiger Menschen eingesetzt wird. Wie bei allen andere Opiaten und Opioiden ist die NW-Rate + Komplikationen dosisabhängig. Problematisch ist nur das rezeptieren off label und die Phobie der Onkologen, die bei einem selektiven Einsatz das Anziehen unerwünschter Patientengruppen in die Praxis befürchten. Ob es unterstützend zur Chemotherapie wirkt ist allerdings nicht bewiesen. Etwas weniger Emotion bei diesem Thema wäre gut

#1 |
  1


Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: