Oraltabak: Snuser, wacht auf

2. November 2017
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Snus gilt als gesunde Alternative zu Zigaretten. Laut Globalem Forum für Nikotin ist es zu „95 % sicherer als Zigaretten“. Kritiker warnen, das Risiko werde unterschätzt, es enthalte 28 krebserregende Stoffe. Bei Schwangeren kann der Gebrauch zu Fehlgeburten führen.

Sie sehen aus wie winzige Teebeutel, doch die kleinen Säckchen enthalten nicht Tee, sondern eine Mischung aus fein gemahlenen Tabak, Wasser, Salz und Aromen. Snus wird unter die Ober- oder Unterlippe geschoben und verbleibt dort bis zu einer Stunde, manchmal auch länger. Der Speichel löst das Nikotin heraus, das anschließend über die Mundschleimhaut in die Blutbahn aufgenommen wird. Das enthaltene Salz begünstigt die Aufnahme des Nikotins. Die Wirkung ist ähnlich einer Zigarette: Snus erhöht den Puls, entspannt und macht wach.

Snus hat in Schweden und Norwegen eine lange Tradition. Die älteste Sorte wurde von Jacob Fredrik Ljunglöf erstmals im Jahre 1822 hergestellt. Besonders beliebt ist das aromatische Tabakprodukt bei den schwedischen und norwegischen Jugendlichen. Im restlichen Europa dagegen ist der Handel mit Snus verboten. Geregelt wird dies in der „Richtlinie zur Angleichung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Herstellung, die Aufmachung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen (2001/37/EG )“. Ziel dieser Richtlinie ist es, den Gesundheitsschutz zu fördern. In Deutschland heißt es im § 11 des Tabakerzeugnis-Gesetzes ausdrücklich. „Es ist verboten, Tabakerzeugnisse zum oralen Gebrauch in den Verkehr zu bringen“
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Snus wird für bis zu eine Stunde unter die Oberlippe geschoben/ Christian Jensen, flickr

Im Gegensatz dazu ist der Konsum von Snus in Deutschland jedoch erlaubt, wenn die Person mindestens 18 Jahre alt ist. Wer seinen Urlaub in Schweden verbringt, darf sich somit etwa 1 kg Snus zum Privatgebrauch mitzubringen. Bei einem Gewicht von 34 Gramm pro Dose entspricht dies etwa 29 Snus-Dosen. Der Weiterverkauf an Freunde und Bekannte oder das Versenden sind dagegen verboten.

Verbot unter Beschuss

Die britische Verbrauchergruppe „Neue Nikotin Allianz“ (NNA) hält Snus für eine gesunde Alternative zur Zigarette. Sie hat deswegen Klage gegen das Verbot eingereicht, welches nun am Europäischen Gerichtshof geprüft wird. Gerry Stimson, Vorsitzender der NNA, sagt: „Ein Verbot gibt Rauchern weniger Möglichkeiten für gesündere Alternativen und wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung aus“.

Teilnehmer des Globalen Forums für Nikotin, einer internationalen Konferenz zum Thema Nikotinprodukte, halten Snus ebenfalls für eine gesunde Alternative zu Zigaretten. Doch worum handelt es sich bei dem sogenannten Globalen Forum für Nikotin? „Diese Konferenz verfolgt meiner Einschätzung nach eindeutig das Ziel, das Prinzip der Harm Reduction zu fördern, das im Übrigen auch von der Tabakindustrie vertreten wird“, sagt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Hauptthema dieser Konferenzen sind E-Zigaretten, meist wurde aber außerdem Snus thematisiert. Insbesondere hinsichtlich der E-Zigarette fällt auf, dass als Redner viele Wissenschaftler vertreten sind, die starke Fürsprecher von E-Zigaretten sind, darunter auch solche mit Interessenkonflikt. Als Sponsoren der Veranstaltung werden im Jahr 2017 Interessenverbände für E-Zigaretten angegeben. In den Jahren 2015, 2016 und 2017 sprachen im Rahmen des Konferenzprogramms auch Vertreter der Tabakindustrie und in den letzten Jahren sprach auch der Erfinder der modernen E-Zigarette.“

Laut Peter Lee, Epidemiologe und medizinischer Statistiker, ist Snus im Hinblick auf das Krebsrisiko zu 95 % sicherer als die Zigarette. Der schwedische Forscher Lars Ramstäm ist überzeugt, dass – wenn Snus in Europa erhältlich wäre und ähnliche Konsumentenzahlen angenommen werden würden – jedes Jahr bis zu 320.000 vorzeitige Todesfälle bei Männern vermieden werden könnten. Grund hierfür sei, dass der Konsum von Snus das Risiko für Lungenerkrankungen, Schlaganfall oder Herz-Erkrankungen nicht erhöhen würde.

Snus enthält 28 krebserregende Stoffe

Doch die aromatischen Tabakbeutelchen sind nicht so unbedenklich, wie man aufgrund dieser Aussagen annehmen könnte. Denn auch wenn die Hersteller die krebserregenden Substanzen durch einen anderen Produktionsprozess reduzieren konnten, enthält Snus immer noch 28 krebserregende Stoffe, darunter auch das giftige N-Nitrosamin.

  • Die ersten gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen können direkt nach dem Konsum eines Beutels auftreten: Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Atembeschwerden, in hohen Dosen sogar Atemstillstand.
  • Schwangere haben eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Fehl– und Frühgeburt.
  • Etwa sieben von zehn Snus-Konsumenten leiden an einer oralen Leukoplakie, einer vorwiegend weiße Läsion der Mundschleimhaut.
  • Zudem haben die Liebhaber des oralen Tabaks ein bis zu neunfach höheres Risiko für Zahnfleischschwund.

Bisher konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen Snus-Konsum und dem Auftreten eines Mundhöhlenkarzinom gefunden werden. Dass das nicht für alle Tabakprodukte für den oralen Gebrauch gilt, zeigt eine aktuelle Studie, die sich mit Naswar beschäftigt hat. Naswar ist ein Gemisch aus Tabakblättern, Asche, Löschkalk und verschiedenen Aromastoffen, das in die Wangentasche des Mundes gelegt wird. Laut der Studie dieser erkranken Menschen, die das grüne Pulver bzw. die Paste verwenden, etwa zwanzigmal so oft an einem Mundhöhlenkarzinom als Nicht-Konsumenten.

Bei einer Fall-Kontroll-Studie bestätigte sich der Verdacht, dass der Konsum von Naswar das Risiko für Mundhöhlenkrebs erhöht. Grund sei laut Hajo Zeeb, Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation des Leibniz-Institutes für Präventionsforschung und Epidemiologie, dass Naswar einen relativ hohen Anteil schädlicher, tabakspezifischer Nitrosamine verbunden mit einem hohen Nikotingehalt aufweist. „Viel suchtförderndes Nikotin lässt Konsumenten also häufiger zu einem schädlichen Produkt greifen. Zum anderen bewirkt der hinzugesetzte Löschkalk einen Anstieg des pH-Wertes ins alkalische Milieu, was Freisetzung und Aufnahme des Nikotins fördert. Der alkalische pH-Wert schädigt aber auch die Schleimhaut, bewirkt also Läsionen im Gewebe, die immer auch ein Risikofaktor für Krebs sind. In Snus ist Kalk nicht enthalten.“ Die im Naswar enthaltene Asche enthält zudem Schwermetalle, welche die Toxizität weiter erhöhen.

Snusen: alles andere als gesund

Bereits vor 10 Jahren fanden Wissenschaftler des Karolinska-Institut[Paywall] heraus, dass Snus-Konsumenten etwa doppelt so häufig an einem Pankreastumor erkranken als Menschen, die auf den Konsum verzichten. Zudem erkranken Snuser häufiger an Diabetes mellitus. Wissenschaftler der Umeå University in Umeå und der Karolinska Instituts [Paywall] hatten hierfür fünf verschiedene Studien mit insgesamt knapp 55.000 Teilnehmern analysiert. Das Ergebnis: Bei Personen mit einem sehr hohen Konsum von sieben Snus-Dosen mit jeweils 20 Beutelchen oder mehr pro Woche, erhöhte sich das Diabetesrisiko um 70 %. Bei einem Konsum von fünf bis sechs Boxen à 20 Beutelchen pro Woche stieg die Erkrankungswahrscheinlichkeit um 40 %. Schuld daran sei laut den Autoren das Nikotin, welches die Insulinempfindlichkeit hemme und die Freisetzung von Cortisol fördere, was zu einer Insulinresistenz führen könne.

Sogar auf die Lunge soll sich der Gebrauch von Snus negativ auswirken. Laut einer Studie im BMJ Open ist das Risiko für Snus-Liebhaber an Asthma zu erkranken 50 % höher als für Nicht-Konsumenten. Für dieses Ergebnis hatten Wissenschaftler aus Schweden und Island Fragebögen von 16.000 Menschen ausgewertet, die noch nie geraucht hatten, jedoch Snus konsumierten. Eine Schwäche der Studie: Wie viele Beutelchen sie pro Tag verbrauchten, wird nicht angegeben. Die Vermutung der Wissenschaftler ist, dass die Verwendung von Snus eine Entzündung im oberen Respirationstrakt verursacht, die anschließend in den unteren Bereich wandert – ähnlich einer Rhinitis oder einer Infektion.

Snus in der Raucherentwöhnung

Die Befürworter auf dem Globalen Forum für Nikotin sind überzeugt, dass Snus Menschen dabei helfen könnte, mit dem Rauchen aufzuhören. Das Deutsche Krebsforschungszentrum betont jedoch: Snus ist in Deutschland verboten und nicht zur Tabakentwöhnung zugelassen. Bislang gibt es auch keinen überzeugenden Nachweis, dass rauchlose Tabakprodukte beim Rauchstopp hilfreich sein könnten. Den oralen Tabak in der Raucherentwöhnung einzusetzen, würde den aufhörwilligen Rauchern fälschlicherweise das Gefühl vermitteln, Snus wäre gesundheitlich unbedenklich. Außerdem hat Snusen Suchtpotenzial, weswegen das Aufhören sehr schwer werden kann. Rauchlose Tabakprodukte können daher bestenfalls Raucher von Zigaretten auf rauchlose Tabakprodukte umgewöhnen, nicht aber bei einer Tabakentwöhnung helfen

Zudem bieten sich die aromatischen Tabakbeutelchen als Einstiegsdroge für Jugendliche an. In den USA und Schweden ist der Konsum am stärksten bei den jungen Männern gestiegen. Laut Maja-Lisa Løchen, Professorin für Präventivmedizin im Institut für öffentliche Gesundheit am Norges Arktiske Universitet (UiT) in Tromsø, „snusen“ in Norwegen 10 % der jungen Frauen und 25 % der jungen Männer. Viele Unternehmen hätten inzwischen das Potenzial von Snus erkannt und nun spezielle Marketingstrategien für junge Leute gestartet, insbesondere für junge Frauen.

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Bildquelle: Lisa Risager, flickr / Lizenz: CC BY-SA

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21 Kommentare:

Gast
Gast

Der Witz ist ja auf der anderen Seite, dass wesentlich ungesündere Kautabake/Dips in der BRD/Europa völlig legal erhältlich sind. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Anteil an Nitrosaminen z. B. beim Snus mit Abstand am niedrigsten.
“Bei Personen mit einem sehr hohen Konsum von sieben Snus-Dosen mit jeweils 20 Beutelchen oder mehr pro Woche, erhöhte sich das Diabetesrisiko um 70 %” – Würde mich interessieren, wie viele der 55.000 Studienteilnehmer es tatsächlich schaffen, sich wöchentlich mindestens 140 Beutel einzuverleiben. Interessant wäre bei dieser Gruppe dann natürlich auch, wie es um den Lebensstil in den Bereichen Bewegung, Ernährung, sonstiger Substanzkonsum usw. ausschaut.

#21 |
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Gast
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Ganz ehrlich, ich finde Snus viel angenehmer als Zigaretten oder Dampfen. Es beeinträchtigt die Mitmenschen so gut wie gar nicht.

#20 |
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Gast
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Was früher mal geraucht wurde
Wenn ich mich mal an die 70-er erinnere, dann sehe ich vor mir nur starke Raucher: Gerade im Bundestag: Kohl , Altbundeskanzler, war so gut damals wie nie ohne Pfeife im Maul- ganz zu schweigen von Helmut Schmidt: Und erst der alte Wehner, der damals noch was zu sagen hatte.Was es nur mit diesem Nikotin aus Tabak so auf sich hat? Wie Zeiten sich ändern können!
In jedem Aufzug gab es extra einen Aschenbecher- wie auf jedem Klo neben einem jeden Pissoir.Rundum überall wurde heftig gequalmt- Nikotin war Alltag und gewöhnlich.Solche Erinnerungen: Gesetze änderten sich.

#19 |
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Gast
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VON DER QUASI-ORALEN UND PULMONALEN APPLIKATION DES TABAKRAUCHES
Gerne merke ich noch an, dass wesentliche Unterschiede zwischen dem Rauch von Zigarren und dem von Zigaretten bestehen- nämlich pharmakologisch gesehen:
Das fängt schon mit der Art und Weise der Tabakernte und Tabakfermentation an:
Und die wirkt sich stark bei der Anwendung aus: Also Zigarrenrauch ist alkalisch und wird bevorzugt gerne in der Mundschleimhaut resorbiert. Zigarettenrauch ist azid und wird bevorzugt kinetisch schneller in der Lunge bei Inhalation resorbiert.
Wozu Kalk beim Kauen von Tabakblättern? Damit ein alkalisches Medium geschaffen werde.
Mundrauchen mit Zigarren, wo so gut wie nichts in die Lunge gelangt, dieser Dreck (Teer, Kondensat, cancerogene Stoffe)nicht in die Lunge kommt, ist besser, weniger schädlich,” gesund” nur für den, der das Genußreiche als Ereignis des Wohltuns erfährt.Denn was Wohlbefinden schafft, ist gesund. In heutiger Zeit wird man sich schwer tun mit solch einer Aussage, gewiß.
Da ist halt ein Unterschied zwischen Zigarre im Genüßlichen mit einer vorwiegend oralen Resorption im Mundraum durch die Schleimhäute und der Zigarette, die oft nur noch schnell hintergezogen wird.Von Snus bin ich kein Freund- aber ich werde auch kein letzendgültiges Verdikt hierüber einfach so auszusprechen wagen.Ich kenne das Zeug eh`nicht, und hierzulande werden wir es kaum antreffen.

#18 |
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Gast
Gast

Snus und Kautabak-: Nikotin oral appliziert
Also ich hab mich nochmal hierzu informiert: Kautabak ist bei uns erlaubt, wiewahr das doch ebenso einer oralen Applikationsform entspricht.Snus nicht.
Hierzu der Link:
http://www.cigarworld.de/zigarrenlexikon/kautabak-wirkung
Ich glaube, dass hierzulande aber so gut wie keiner das weiß. Ich persönlich fand ihn nicht eigentlich als eklig, aber doch irgendwie abstoßend.Aber ich frage mich, was hier ” orale ” Nikotinanwendung denn überhaupt besagt.Dies kann durchaus different interpretiert werden.Mundrauchen sehe ich als orale Applikation (also Paffen),weil der Rauch nicht inhaliert wird, die Lunge nicht verteert, verdreckt, asthmatisiert.(nun , das stimmt aber so nicht einfach: eine orale Applikation wird mit Snus durchaus eine andere Definition finden)Nun liegt aber ein Unterschied zwischen Snus und Kautabak vor: Snus hierzulande verboten, Kautabak ( wie Schnupftabak) erlaubt. Das alles kommt aus älteren Zeiten her. Sehr interessant hierzu ist es , überhaupt die Geschichte des Tabaks seit seiner Einführung durch Columbus nachzulesen. Nikotin kommt von Nicot, einem Namen eines Mannes, der sich für die Verbreitung des Tabakkrautes stark einsetzte.
Hierzu:https://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Nicot
Seltsam ist, dass Tabak/Nikotin heutzutage keinerlei medizinische, heilkräuterliche Anwendung mehr findet, er stark verdammt wird, der Genußaspekt verteufelt wird unter oder von Gegnern etc..Ich habe nichts dagegen, bin aber nicht unbedingt immer schon für eine totale Verdammnis.

#17 |
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MündigerMenschÜ40
MündigerMenschÜ40

Leider ist es so, daß das Zentrum in Heidelberg, zumindest die Abteilung Krebsprävention mit der Unterabteilung Tabakkontrolle, sich bereits in der Vergangenheit mehrfach durch Ignorieren von aussagekräftigen Studien aus dem Ausland, die der harten Linie gegen Tabakprodukte generell widersprechen, sowie durch echte Fälschung in ihren Publikationen zum Thema hervorgetan hat.
Man findet leicht sachliche Hinweise zu dem Thema, gerade Frau Pötschke-Langer hat sich hier damals in den Diskussionen um die E-Zigarette besonders peinlich hervorgetan.
Es würde das DKFZ keinen Heller kosten, nun endlich mal ihrem Auftrag gerecht zu werden, nämlich der KrebsPRÄVENTION, und zuzugeben, daß diverse Rauchtabakalternativen durchaus in der Lage sind das KREBSRISIKO zu minimieren.
Die Einmischung in die Suchtprävention ist einfach nur anmassend, dafür gibt es Fachleute, die sich auch mit der Praxis auskennen.
Beispielsweise eben in England oder Schweden.
Ich habe jedenfalls damals dank Snus von heute auf morgen mit dem Rauchen aufgehört.
Ich kenne eine Menge Leute, die dank der E-Zigarette mit dem Rauchen aufgehört haben.
Übrigens, all die vielen Mituser hier, die meinen auf dem hohen Roß zu sitzen, weil ihnen selber Nikotin kein Spass macht: was glaubten Sie, was Koffein/Tein und Alkohol sind? Welche psychischen Effekte hat der tägliche Mars-Riegel … ?
Es ist immer wieder erstaunlich, was sich manche doch für Scheuklappen aufsetzen, um sich überheblich aufzuspielen wie etwa der bilderbetrachtende, sportreibende Herr Zahnarzt.
Servus, Herr Zahnarzt, ich bin drei Tage in der Woche im Studio und geh täglich dazu aufs Laufband und will trotzdem mein Nikotin … und Koffein natürlich auch.
Und ehrlich gesagt, die Frage ob ich nun süchtig bin oder nicht … drauf gepfiffen, ich hatte noch nie vor auf Nikotin zu verzichten.
Wahrscheinlich so wie Sie nicht auf die Privatversicherten.

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Prof. Dr. Stefan Dove
Prof. Dr. Stefan Dove

Sie haben ja so recht, Herr Bahri. Es gab in den 70ern einen Science-Fiction-Film von Rainer Erler: Potential zum ewigen Leben würde bedeuten, dass wir aus Angst vor Unfällen, Ansteckung und anderen Gefahren nicht mehr vor die Tür gehen. Wir werden heute überschüttet mit häufig widersprüchlichen Studienergebnissen über neue oder wieder aufgewärmte, schon länger bekannte Risiken ala “Xyz ist das neue Rauchen”. Die Angst davor, die ständige Beschäftigung damit kostet uns (Lebens)zeit, macht aus uns Hypochonder und hindert uns an einem glücklichen und selbstbestimmten Leben. Diese Bigotterie von EU und D bei der “Regulierung” von Erzeugnissen, mit denen wir uns nur selbst schädigen (würden), ist einfach nur noch absurd. Nikotin, Ethanol, Cannabinoide, Transfette, bald vielleicht Zucker, Geräuchertes, zu lang gegrilltes Fleisch…

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DampfFreiheit
DampfFreiheit

Persönlich verstehe ich das nicht: auf der einen Seite wollen alle das man mit dem Rauchen aufhört und auf der anderen Seite tut die WHO-Kollaborationsstelle für Tabakkontrolle und die ganze Gesundheitsindustrie nichts anderes, wie weniger schädlichere Alternativen wie Snus und die E-Zigarette verteufeln.
Anscheinend ist das Nikotin in NRTs das gute Nikotin und in den Alternativen, dass böse Nikotin. Klar, füllt ja auch den Geldbeutel der Pharmmafia.
Aus meiner Sicht geht es bei diesem Thema nur um Macht, Kontrolle und Geld.
Wenn nämlich alle Raucher auf die E-Dampfe und Snus umsteigen, nervt das die Tabakindustrie und die Gesundheitsindustrie, denn sie können sich die Konsumenten nicht mehr hin und her schieben.

Nikotin ist stofflich gesehen ähnlich dem Koffein und überhaupt nicht böse.
Nur in zu großen Mengen ist konsumiert ist es schlecht. Aber das ist bei allem so.
Hört endlich auf die Leute zu verunsichern und subtile Drohungen zu verbreiten.
Das Leben ist immer ein Risiko und endet auch immer mit dem Tod.

Ich kann nur sagen, dass ich seit 5 Jahren die E-Zigarette nutze und damit unbeabsichtigt das Rauchen aufgegeben habe. Mir geht es gut, besser als je zuvor!

#14 |
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Ich finde es immer schwierig, wenn die Medizin so paternalistisch daher kommt. Tabak ist ein Genussmittel mit hohem Suchtpotential. Er kann aber in den verschiedenen Darreichungsformen auch positive Wirkungen und Genuss bringen. Mündige Erwachsenen sollten über alle Aspekte möglichst vollständig aufgeklärt werden und dann eine eigenverantwortliche Entscheidung treffen. Genau wie bei Wein und Whiskey und Motorrad fahren. Warum Snus verboten ist, Schnupftabak aber erlaubt, ist nicht nachzuvollziehen.
Selbstverständlich stellt der Umstieg von Rauchen auf Snus oder Schnupftabak eine Risikoreduktiondar, auch wenn Snus immer noch gesundheitsschädlich und potentiell abhängigkeitserzeugend ist. COPD z.B. wird wohl deutlich seltener auftreten bei Snus-Konsumenten. Ich verstehe nicht, was es da zu relativieren gibt.
Wir Ärzte sollten uns hüten, durch schwarz/weiß-Aussagen und unzulässige Vereinfachungen unsere Glaubwürdigkeit einzubüßen, sonst gefährden wir unsere Glaubwürdigkeit und werden nicht mehr gehört. Wir sollten unsere Patienten nicht unterschätzen.

#13 |
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Gast
Gast

#6
Vielleicht wie beim Knoblauch:Aber wohl nicht so extrem, nie und nimmer.

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Gast
Gast

KAFFEE UND TABAK
Zu diesen soganannten “Genußmitteln”, die schwache Drogen sind, möchte ich anmerken:So wie eine edelaromatische Zigarre nicht durch ein Nikotinplaster zu ersetzen ist, es sei denn, dass eine Entwöhnung dies erforderlich machte, ebensowenig würde ich es begrüßen, anstatt einer edelaromatischen Tasse vom Kaffee eine Coffeintablette einzunehmen: Das ist nicht äquivalent, wenn man nicht nur die pharmakologischen Wikrungen wünscht, sondern zugleich das fast schon kultische Genießen.Und da gilt selbst ebenso wie zwischen Zigarette und Zigarre auch etwa zwischen Kaffee und Tee ein feiner Unterschied für Genießer.
Chemisch ist , das möchte ich gerne anfügen, allerdings zwischen Coffein ( Kaffee, Tee, Mate) und Theobromin im Kakao kaum ein Unterschied, da ist nur wenig anders im Molekül: Und dennoch durften Kinder schon Kakao trinken.So auch beim Alkohohol: Da gibt es hochedle Weine oder Whiskeys, und das ist eben nicht bloß chemisch Alkohohol.Zum Pharmakologischen kommt das Ästhetische der Kultur schlechthin hinzu, das Genießerische.

#11 |
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Gast
Gast

Also ich kenne KAUTABAK seit meiner Jugend: Und damals durfte ich noch mit 16 in der Öffentlichkeit rauchen-dann konnte niemand mehr laut Gesetz was dagegen sagen. Ich kaufte den damals aber mehr zum Jux, zum bloßen Malprobieren. Den gibt es bis heute in Deutschland. Er war nicht mal so schlecht, dennoch bevorzugte ich leider das Rauchen.Schnupftabak ist eine andere Variante des Konsums von Tabak, den ich auch versuchte.E-Dampfen zog in die Nikotinszene.
Vielleicht auch eine “gesündere” Anwendungsweise? Nikotinpflaster und Kaugummis stehen auch als Surrogate für das Rauchen und auch für die Abgewöhn ung eben vom Tabakrauchen zur Verfügung.In der Apotheke erhältlich. Letztlich aber bleibt für mich die Droge Nikotin ein Rätsel.

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Max Schlommski
Max Schlommski

Muss eigentlich immer alles gesund sein?
Dann darf man auch nicht mehr auf die Strasse und ein Umzug aufs Land ist nachwievor giftig, wenn auch gesünder als in der Grossstadt an eine viel efahrenen Hauptstrasse.
Ich begreife nicht wie einige Menschen meinen, anderen vorschreiben zu müssen was für sie gesund oder gesünder wäre. Es istdochjedem selbst überlassen an was er zugrunde gehen möchte, egal ob beim Sport oder am Arbeitsplatz, durch rauchen oder saufen. Wenn einem auch noch diese Freiheit genommen wird was bleibt denn da noch?

#9 |
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Nichtmedizinische Berufe

Jemand der (wie ich) auf jegliche Art von Stimulation durch Nikotin, Koffein, Alkohol etc. pp verzichtet, muss sich schon sehr anstrengen zu verstehen, weshalb andere das nicht können. Aber nicht jeder ist ein Suchttyp, das ist mir schon klar. Nur: belügen sollte man sich doch nicht noch selbst: Nikotin und die damit verbundenen Schadstoffe, egal in welcher Form sind höchst gefährlich. Es gibt keine harmlosen Ersatzdrogen.

#8 |
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Klaus
Klaus

Wenn ich von der Zigarette auf Snus umsteige, rauche ich doch erst mal nicht mehr, oder sehe ich was falsch.
Wenn ich Nikotin in einer weniger schädlichen Form konsumieren möchte… ja nu ist halt meine entscheidung.
Trink seit 10 jahren keinerlei alkohol mehr (nein bin kein trockener Alkoholiker). Da sollten sich andere auch ein beispiel dran nehmen. Höchste schadenspotenzial hat immer noch Alkohol.
So und jetzt erst mal meine Kaffee mit koffeein trinken (-:

#7 |
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Kurt 43
Kurt 43

Snus- die gesunde (??????) Alternative zum Rauchen?
Die einzige und wirklich sinnvolle Alternative ist die Beendigung der “Raucherkarriere”.
PS: Wie intensiv ist eigentlich der Mundgeruch beim “snusen”?

#6 |
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Dr. med. Ulrich Mager
Dr. med. Ulrich Mager

Bei den Quellen Hinweisen geht es ein wenig durcheinander. Die Karolinska Universität ist in Stockholm, Umeå University in just Umeå, Nordschweden und Lund wie bekannt im Süden.

#5 |
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Gast
Gast

Lieber Gast 1: eher ein Süchtiger wer arges dabei denkt! Wer sich einfach nur von Ersatzdroge zu Ersatzdroge hangelt anstatt dem Nikotin ein für allemal abzuschwören braucht sich nicht zu wundern dass es keine Unbedenklichkeitsbescheinigung dafür gibt. Und nur zur Info: egal ob Sie nun Zigaretten, Snus, Pfeife, Zigarre, E-Zigarette, Joints, Nikotinpflaster oder Schokoladenzigaretten konsumieren es hat immer mehr oder weniger schädliche Auswirkungen auf Ihrem Körper und es gibt immer jemanden der daran Geld verdient.

#4 |
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Mir ist immer noch unverständlich, was die Menschen so alles brauchen. Kann man sich nicht an einem schönen Bild, einer Landschaft oder irgend etwas anderem als Genussmitteln erfreuen? Mir hatte z.B. die Arbeit ausreichend Gelegenheit gegben, mich zu erfruen. Oder einfach guter und aureichender Sport.

#3 |
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Nichtmedizinische Berufe

Der Tabakindustrie wird immer wieder etwas neues “Ungefährlicheres” einfallen. Auf alles ganz heftig Steuern drauf, dann können zumindest die ganz jungen Leute es sich nicht leisten. Und später haben sie vielleicht Hirn genug, um solchen Unfug ganz zu lassen. Schwarztee macht auch munter.

#2 |
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Gast
Gast

Spannend:
Alles was von der heiligen Zigarette wegführt, wird verdammt!
Man könnte meinen, die Tabakindustrie hat ihre Hände im Spiel.
Auch hier gilt: Ein Schelm, wer arges dabei denkt!

#1 |
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