Globulisierung: Der Anfang vom Ende?

30. Oktober 2017
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Aktuellen Verkaufszahlen zufolge verlieren Patienten das Interesse an Globuli. Die Gründe sind vielschichtig, wobei öffentliche Kontroversen eine große Rolle spielen: die Diskussionen um die Heilpraktiker-Ausbildung und um Homöopathie als freiwillige GKV-Satzungsleistung.

In öffentlichen Apotheken gingen homöopathische Präparate lange Zeit wie warme Semmeln über den HV-Tisch. Entsprechende Präparate haben in den letzten Jahren stärker zugelegt als beispielsweise Phytopharmaka. Zu diesem Ergebnis kommt der Informationsdienstleister QuintilesIMS. Jetzt mehren sich die Anzeichen, dass Patienten langsam aber sicher das Interesse an alternativmedizinischen Präparaten verlieren. Diese Trendwende überrascht nicht wirklich. Im Wahlkampf waren homöopathische Präparate als freiwillige Kassenleistung ein heiß diskutiertes Thema. Ärzte forderten außerdem, bei der Heilpraktiker-Ausbildung zeitgemäße Standards umzusetzen. Beide Kontroversen fanden in Onlinenmedien, in Print und Fernsehen breite Resonanz. Das könnte mögliche Folgen für den Markt erklären.

Ein Aufwärtstrend, der abwärts geht

Dazu ein paar Details des Zeitraums von 2012 bis zunächst 2016:

  • Der Absatz pflanzlicher Arzneimittel erhöhte sich von 114 auf 123 Millionen Packungen pro Jahr.
  • Bei Homöopathika stieg die Zahl der abverkauften Packungen von 46 auf 55 Millionen (plus 4,8 Prozent).
Globuli1

© QuintilesIMS

Diese Zahlen sprechen auf den ersten Blick dafür, dass Homöopathika sich so gut verkaufen wie nie zuvor. Auf den zweiten Blick muss diese Aussage allerdings relativiert werden, berücksichtigt man folgende Wirtschaftsdaten:

  • Das Umsatzplus von homöpathischen Mitteln von 4,5 Prozent lässt sich im Jahr 2016 vor allem auf Teuerungen zurückführen.
  • Der Absatz erhöhte sich in 2016 nur um 0,3 Prozent.
  • Im ersten Halbjahr 2017 ging die Zahl der abgegebenen Packungen um 3,6 Prozent nach unten, verglichen mit dem gleichen Zeitraum in 2016.
  • Der Umsatz stieg geringfügig um 1,0 Prozent, was sich erneut mit höheren Preisen erklären lässt.

 

 

Globuli2

Statistische Details zu homöopathischen Präparaten (Daten aus 2016) © QuintilesIMS

Die oben genannten Entwicklungen lassen sich mit zwei großen Themen in Verbindung bringen: Zum einen mit politischen Diskussionen darüber, wie sich Homöopathika mit dem Leistungskatalog der GKV vertragen. Zum anderen mit der umstrittenen Heilpraktiker-Ausbildung, die laut Kritikern einer dringenden Reform bedarf.

Kontroverse 1: Homöopathie als freiwillige GKV-Satzungsleistung

Dazu ein kurzer Rückblick. Am Wahlkampf beteiligen sich traditionell nicht nur Politiker, sondern auch Standesvertreter und Funktionäre. Wenig überraschend meldete sich Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zu Wort. Homöopathie habe im Leistungskatalog der GKV nichts verloren, denn es fehle jeglicher Nutzennachweis, kritisierte Gassen. „Auch nicht als Satzungsleistung, solange der Nutzen nicht nachgewiesen ist.“ Für ihn sei es „absurd, wie viel Geld manche gesetzliche Versicherung für Kügelchen und Tinkturen aus dem Fenster wirft, deren Wirksamkeit – selbst nach eigenem Bekunden der Kassen – nicht belegt ist“.

Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, schlug in die gleiche Kerbe: „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt.“ Sowohl Gassens als auch Heckens Worte stießen in der Presse auf breite Resonanz.

Jetzt war die Politik gefragt. Mechthild Heil (CDU) griff das Thema auf. „Für die meisten dieser Präparate liegt kein Nachweis der Wirksamkeit vor, es erfolgt keine Zulassung mit klinischen Studien, lediglich eine Registrierung“, sagte die Verbraucherschutzbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion. „Der ausschließliche Verkauf in Apotheken erweckt dabei den Anschein, es würde sich um wissenschaftlich anerkannte Alternativen zu schulmedizinischen Medikamenten handeln.“

Kontroverse 2: Reform der Heilpraktiker-Ausbildung

Politiker kamen aber längst nicht zur Ruhe. Nachdem mehrere Patienten beim Heilpraktiker durch alternative Krebstherapien gestorben waren, wuchs der Druck. Ein Drogenexzess durch Selbstversuche während eines Seminars machte die Sache nicht besser. Die Forderung nach stärkeren gesetzlichen Einschränkungen wuchs.

Nach wie vor gelten im Wesentlichen Regelungen des Heilpraktikergesetzes aus dem Jahr 1939. Im Rahmen ihres „Dritten Gesetzes zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Gesetze“ (PSG III) hat sich die frühere Bundesregierung Ende 2016 mit der Thematik befasst. Danach herrschte wieder Funkstille. Eigentlich sollte das Bundesministerium für Gesundheit Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern ausarbeiten.

Nach Monaten des Wartens zirkuliert ein erster, reichlich umstrittener Entwurf. Demnach müssten Heilpraktiker in spe beim Examen künftig 45 von 60 Multiple-Choice-Fragen richtig beantworten. Ein mündlicher Teil ist ebenfalls vorgesehen. Innerhalb von 60 Minuten soll eine Prüfungskommission vier Prüflinge befragen. Weitere Reformbemühungen aus Berlin blieben vergleichsweise vage. Die Rede ist vom Arztvorbehalt, sprich manche Tätigkeiten sollen ohne Approbation verboten werden. Das Ministerium will Heilpraktiker zudem verpflichten, nur Verfahren einzusetzen, die sie sicher beherrschen.

Diese Vorschläge gehen Medizinern nicht weit genug. In einer Stellungnahme schreibt die Bundesärztekammer, es sei nicht nachvollziehbar, wie eine wirkungsvolle Gefahrenabwehr mit den neuen Regelungen funktionieren solle. „Unseres Erachtens wird grundlegend die Komplexität des medizinischen Kontextes, insbesondere das Ausmaß des notwendigen medizinischen Wissens, verkannt, welches für eine gefahrenminimierte Ausübung der Heilkunde notwendig ist.“ Zielführender sei eine „deutliche Beschränkung des erlaubten Tätigkeitsumfangs“, heißt es weiter. Auf der Verbotsliste sehen Ärzte invasive Maßnahmen sowie die Behandlung von Krebserkrankungen.

Damit steht die BÄK keinesfalls allein auf weiter Flur. Vor wenigen Monaten präsentierte ein Expertengremium Eckpunkte zur umfassenden Reform des Heilpraktikerwesens. In ihrem „Münsteraner Memorandum“ stellen sie auch die Frage, inwieweit das Berufsbild heute noch sinnvoll wäre. Die Debatte darüber findet in allen Medien statt. Ob die Diskussion um homöopathische Mittel und den Beruf des Heilpraktikers dazu führt, dass die Verkaufszahlen der Präperate sinken, bleibt bisher nur Spekulation. Fest steht, dass sich das Kaufverhalten der Patienten verändert hat.

147 Wertungen (2.88 ø)
Bildquelle: Dimitry B., flickr / Lizenz: CC BY

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28 Kommentare:

Hallo Remedias Cortes
Zuerst finde ich Ihre Ausführungen über Homöopathica ziemlich zutreffend.
Von Ihnen genannter Beispiel grenzt schon an der Volksverdummung.
Ich bin mit Herz und Seele ein Wissenschaftler und trotzdem muss ich immer wieder staunen, wie zuverlässig ein homöopathisches Präparat Traumeel,die postoperative Schwellungen reduziert.
Nebenbei bin ich ein ausgebildeter TCM Mediziner und Akupunkteur.
Und vielleicht deswegen stehe ich kritisch- heißt nicht ablehnend zu der Theorie und Methode.
Und nichts für ungut: auch wenn ich hier bewusst polemisiere ,die „Schlitzaugen“ sind kein Garant der Qualität.

#28 |
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Dr. med.vet. Stefan Gabriel
Dr. med.vet. Stefan Gabriel

Im Artikle ging es um HV, also Selbstmedikation der Patienten. Wer das mit Globuli macht, riskiert, wenn schon keine Heilung, jedenfalls keine Nebenwirkungen ausser der Verschleierung einer Grundkrankheit.
Zur Richtigstellung:
Phytomedizin ist pharmakologische (wissenschaftliche) Behandlung mit Wirkstoffen. Hat nix mit Homöopathischen Aufbereitungen zu tun, wird nut immer dern in der Topf der unbewiesenen Wirkungslosigkeit geworfen…
Aus veterinärmedizinischer Sicht: ALLE Medikamente gehören in die Hand des Arztes/Tierarztes, Selbstmedikation und Apothekenverkauf “harmloser” Mittel gehören verboten. Internet-Versandhandel sowieso !

#27 |
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Arzthelferin

Man könnte nach diesem Artikel annehmen, das die Ärzteschaft Angst hat, ihre Patienten an die Heilpraktiker zu verlieren. Viele neue ausgebildete Ärzte aber auch der deutschen Sprache nicht mächtige Ärzte flössen mir mehr Angst ein……auch in der Ausbildung der Ärzte bleibt einiges auf der Strecke. Auch da könnte man sicher eine lange Liste schreiben und alles schlecht reden. Aber wozu? Die Menschen werden selbst heraus finden, was Ihnen hilft und was notwendig oder unnötig ist. Alles und jedes zu operieren ist es jedenfalls nicht.

#26 |
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Lieber Kollege Payk,
Glauben heiß vor allem
nicht wissen!

#25 |
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Physiotherapeutin

Schade, dass sich keiner derer zu Wort meldet, die keine andere Wahl haben, als den HP ablegen zu müssen. Nämlich die, die medizinische Kenntnisse haben und jahrelang von Fortbildung zu Fortbildung rennen. Und was dürfen diese Berufgruppen dann in der Praxis wirklich anwenden? Eigentlich nichts. Als Angehöriger dieser Berufgruppen ist es sinnvoll, entweder eben nur sein Examen zu machen und passta oder sich fortzubilden und den HP machen. Auch wenn man kein HP sein will, es ist die einzigste Möglichkeit, um nicht konteptgebunden sondern befundspezifisch arbeiten zu können und entsprechend medizinischer Erkenntnisse (z.B. Heilungsmechanismen) therapieren zu dürfen.

#24 |
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HP Daniela Jahnke
HP Daniela Jahnke

Ich bin in meinem Jungen Leben drei mal fast gestorben wegen ärztlichen Versagens. (zB. nicht erkannter Appendicitis) usw. Hat da irgend jemand aufgeschrien??? Seit ich mich naturheilkundlich Behandeln lasse lebe ich in bester Gesundheit.
Warum sterben so viele Krebspatienten nach der Chemokeule so nach 4-5 Jahren?
Weil sie geheilt sind????

#23 |
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Dr. Theo Payk
Dr. Theo Payk

“Wer glaubt, hat recht!”

#22 |
  31

Aha, jetzt geht also das Hauen und Stechen um die seltener werdenden Fleichtöpfe wieder los. (GOÄ-Novellierung usw) Nur wenn man über Homöopathie schreibt, sollte man sich erst mal informieren: homöopathische Arzneien sind nur die, die nach Ähnlichkeit verordnet werden sonst nichts. Da herrscht viel Verwirrung- frau Grams meint, Ähnlichkeit sei ein magisches Prinzi- ein bischen Nachdenken täte allen gut, ohne Ähnlichkeit kann man kein Röntgenbild beurteilen. Das Geschwätze führt nicht weiter.

#21 |
  19
Gast
Gast

Was mich in diese Diskussionen wirklich immer ärgert, ist dass Heilpraktiker weder in ihrem “Beruf” noch in ihre Arroganz die Grenzen erkennen. Ich kenne nicht einen HP der evidenzbasiert arbeitet. Kommt mal runter vom hohen Ross!

#20 |
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Dr. rer. nat. Andreas Köpke
Dr. rer. nat. Andreas Köpke

Die Kriterien für die Rückerstattung der Kosten durch die Krankenkassen muss für alle Präparate und Therapien gleich sein: Was keine Wirksamkeit über dem Placeboeffekt in wissenschaftlich durchgeführten Studien zeigen kann sollte nicht erstattet werden. ENDE!
Jeder kann dann für sich selbst entscheiden ob er die Kosten alleine aufbringen möchte. Dabei sollte die Beratung durch Ärzte Patienten immer unterstützen nachweislich wirksame Therapien zu finden.

#19 |
  6
Gast
Gast

Und wer schützt uns vor unfähige Schulmediziner? Beide Therapie haben Ihre Vor- und Nachteile bzw. Grenzen. Ich empfehle die Artikel, über die Mortalität durch Nebenwirkungen der geprüften und zugelassenen Medikamente zu lesen.

#18 |
  35
Dipl.-Med. Thomas Schwerdtfeger
Dipl.-Med. Thomas Schwerdtfeger

Der Hauptgrund für den Rückgang ist die Wirkungslosigkeit. Nach ausreichend länger Zeit merkt es selbst der hardcore Homöopathie-Fan

#17 |
  48
Nichtmedizinische Berufe

Guten Abend, Herr Doctor Nieswiatowski
Wenn die Ausbildung und die Prüfungen so anspruchsvoll sein sollen
,warum nicht gleich Medizin studieren? ”
ich kenne zwei choinesische Ärzte, die in Deutschland nicht anerkannt wurden und den HP gemacht haben, um TCM anbieten zu können. ( Das war vor Jahren, heutzutage ist die Anerkennung ausländischer Titel einfacher.)

#16 |
  14
Ingrid Fanta
Ingrid Fanta

Die Sache mit der Mathematik und den Grundlagen der Statistik scheint ein rechtes Glücksspiel Zusein;-)

#15 |
  4
Nichtmedizinische Berufe

ich kaufe sie nicht mehr, weil ich mich über die Werbung ärgere. Eine Firma preist ein hömeopathisches Produkt an gegen von Schmerzen in Gelenken, Muskeln, Knochen und Nervenschmerzen und bezieht sich auf die Arzneipflanze T. quercifolium. . Toll, dass es solche Pflanzen gibt, denke ich und lese weiter. Gaaaanz unten im Kleingedruckten dann die Info, dass es sich um ein Homöopathisches Arzneimittel in der Verdünnung D6 handelt .
Es liegt also 1 Tropfen Ursprungslösung in knapp 1 Million Tropfen Wasser/Alkohol vor,
Nix mit Extraktion von T. quercifolium. Ich empfinde so etwas als unlauter. ( will gar nicht darüber diskutieren über die Potenzierung, doch wenn die Homöopathen überzeugt werden, müsste es nicht im ersten Satz der Werbung heißen: ” T. quercifolium. – jetzt noch stärker in der Potenzierung D6 “?anstatt das schamhaft bis hin zum Kleingedruckten zu verschweigen?)

#14 |
  28

Unsäglich diese Diskussionen um die Homöopathie.
Es ist schade, dass auf diesem Forum keine homöopathischen Ärzte agieren, sie haben wohl längst eingesehen, dass die Schulmediziner wie zu Zeiten Hahnemanns nur ihre “bewährten” Methoden pflegen und ihre menschlichen Diagnostika wie Fragen, Zuhören, Hinfühlen zugunsten von Apparaturen und Medikamenten – und auch die beherrschen sie nicht in ihrem Wirkungsspectrum – haben verkümmern lassen. Ein ärztlicher Homöopath, und nur für die kann ich sprechen, weiß mit seiner Erfahrung und seinem Wissen über Potenzen (nicht Verdünnungen) und Globuli seine Chancen und Grenzen sehr wohl einzuschätzen. Hahnemann hat sich nicht beirren lassen und die Quacksalber, Schröpfer und Aderlässler schimpfen lassen. Viel Spaß weiterhin

#13 |
  36

Lieber namenloser Gast Nr.9
Wenn die Ausbildung und die Prüfungen so anspruchsvoll sein sollen
,warum nicht gleich Medizin studieren?
Danach noch 5 bis 6 Jahren Facharztausbildung mit einer läppischen Prüfung und später lebenslang alle 5 Jahre 350 Fortbildungspunkte (keine Stunden)nachzuweisen.
Das aber natürlich hat keinen Einfluss auf‘s Qualität der Ärztlichen Leistungen.

#12 |
  38
Mitarbeiter Industrie

“Bei Homöopathika stieg die Zahl der abverkauften Packungen von 46 auf 55 Millionen (plus 4,8 Prozent).”

Hat der Autor nie rechnen gelernt?

#11 |
  3
Gast
Gast

es ist eigentlich nicht zu glauben, wir schreiben das Jahr 2017, wir wissen über die Struktur der Materie, können wenige Atome breite Quantendrähte herstellen, ….
und es gibt immer noch Leute, die meinen, Homöopathie könne mehr als ein Placebo sein. Darunter sogar Ärzte, also studierte Leute.
Aber es gibt ja auch Leute, die verpassen ihren Kindern und Tieren MMS Einläufe, pendeln Krankheiten aus oder verneinen die Existenz von Viren und führen Krankheiten auf innere Konflikte zurück.

#10 |
  43
Gast
Gast

Der Artikel enthält eine absolut unqualifizierte Aneinanderreihung polemischer Behauptungen, die noch dazu schlecht recherchiert sind. Man kann genauso wenig von “den Heilpraktikern” sprechen wie von “den Ärzten”. Eine Bekannte ist aufgrund eines auf dem Krebsvorsorge-Bild des Vorjahres sichtbaren aber leider übersehenem Tumor an Krebs gestorben. Es gibt zahlreiche Ärzte, die Kindern in unserer Umgebung Psychopharmaka wie Bonbons verschreiben. Verlange ich deshalb, den Arztberuf abzuschaffen?
Es gibt sowohl unter den Ärzten als auch unter den Heilpraktikern fähige und unfähige Exemplare, verantwortungsvolle und solche, die v.a. an ihrem Profit, nicht an der Gesundheit ihrer Patienten interessiert sind. Leider hat man derzeit weder bei Ärzten noch bei Heilpraktikern ein Qualitätssiegel, das zumindest ein Minimum an Sicherheit dafür bietet, dass der betreffende Arzt/Heilpraktiker auf einem aktuellen Wissenstand ist. Der Einwand bzgl. der Fortbildungspflicht der Ärzte kann hier nicht gelten, da jeder Branchen-Insider weiß, was alles akzeptiert wird, um diese Fortbildungspunkte abzudecken.

Die Tatsache, dass Heilpraktiker 75% der schriftlichen Prüfungsfragen bestehen müssen ist in den westdeutschen Prüfungszentren seit vielen Jahren Fakt. In der mündlichen Prüfung wird man in Prüfungsämtern wie München 30 Minuten oder sogar länger auf Herz und Nieren geprüft. Die Durchfallquote ist entsprechend hoch. Die Heilpraktiker-Prüfung weist auch nur nach, dass die schulmedizinischen Grundlagen beherrscht werden. Für die Kenntnisse in den angewandten Therapieformen gibt es derzeit keine verbindlichen Nachweise, die ein Heilpraktiker vorlegen muss. Die ist meines Erachtens falsch. Jeder Behandler sollte nicht nur die Heilpraktiker-Prüfung, sondern auch einen schulübergreifenden Nachweis in der jeweils praktizierten Behandlungsrichtung (z.B. Phytotherapie, Homöopathie) vorlegen können. In der Homöopathie gibt es z.B. übergeordnete Zertifizierung durch SHZ oder BDH, die 1-2-tägige Prüfungen umfassen und nicht von einem Ausbildungsinstitut, sondern einer übergeordneten Vereinigung vergeben werden. Diese Zertifizierung prüft nicht nur theoretische Kenntnisse und Fallbearbeitung, sondern sieht auch eine 3-jährige Supervisionspflicht vor, in der Fälle von erfahrenen, speziell ausgewählten Tutoren überwacht werden.
Eine Nachweispflicht einer derartigen Zertifizierung würde meines Erachtens mehr als inhaltslose Hetzartikel helfen, unter den Heilpraktikern die Spreu vom Weizen zu trennen und seitens der Ärzteschaft endlich mehr Vertrauen im Hinblick auf eine konstruktivere interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten zu fördern. Diese ist angesichts der Hilflosigkeit vieler Schulmediziner angesichts der immer zahlreicher werdenden chronischen Pathologien dringend erforderlich!!!!

#9 |
  25

Fazit ist: Schon immer das größte Geld ,war mit menschlicher Dummheit zu verdienen .
Da aber die Dummheit nicht strafbar ist,müsste man bei den entsprechenden Anbieter anzusetzen.
Ich fürchte,es ist hoffnungslos.

#8 |
  31
Student der Humanmedizin

Wird ja auch Zeit, dass die Menschen im 21. Jahrhundert bemerken, wann sie systematisch belogen werden.

#7 |
  40
Björn Korte, Heilpraktiker
Björn Korte, Heilpraktiker

Die Argumentation ist nicht schlüssig, was haben oben genannte Verstösse gegen das Arneimittel/Betäubungsmittelgesetz mit der HP-Ausbildung zu tun? Wobei die Seminarleiterin des “Drogenexzesses” auch noch Psychotherapeutin ist. Einerseits werden den Patienten eine hohe Kompetenz und Eigenverantwortlichkeit zugesprochen, indemz.B. zahlreiche Medikamente in den Freiverkauf gegeben werden. Gleichzeitig wird diese Verantwortlichkeit den Patienten wieder abgesprochen, indem sie als unmündiger Patient vor den inkompetenten HPs beschützt werden müssen. Der HP ist doch fast immer die Ergänzung, nicht die Alternative zum Arzt: Erst zum Mediziner, dann zum HP, das ist der Regelfall in der Praxis! Die HP-Prüfung ist komplex und anspruchsvoll, die genannten Verfehlungen haben mit der Ausbildung rein garnichts zu tun, werden aber immer wieder vorgetragen- armselig!

#6 |
  25
Dr. K. Fischer, Kelkheim
Dr. K. Fischer, Kelkheim

Wie die Chemie auch aussehen mag, klar chemisch definierte Substanz als Medikament oder homöopathisches Mittel woher auch immer, allen sind deutliche Grenzen gesetzt, die sollte man wahrhaben, genauer bekannt geben und nicht gesund beten. Denn Unwirksamkeit wird gemerkt. Was wirkt nicht alles bei Gesunden, weil sie eben gesund sind. Bei Kranken sieht das schon anders aus.
Was bei Gesunden “wirkt” muss Kranken nicht helfen.

#5 |
  7
Gast
Gast

Wunderbar! Endlich kommt mit der Transparenz zu diesem Thema auch der Abwärtstrend in den Verkaufszahlen.

#4 |
  33
Gast
Gast

@ulf gebhardt: Eigentlich wird es Zeit, die Heilpraktikerausbildung grundlegend zu reformieren, damit den schwarzen Schafen, Quacksalber und Scharlatanen endlich der Garaus gemacht werden kann. Was nicht bedeutet, dass es keine guten HPs gibt!

#3 |
  7
Gast
Gast

Ich hole mir jetzt mein Popcorn und freue mich auf den Kommentarkrieg, der ausbrechen wird :D

#2 |
  4
ulf gebhardt
ulf gebhardt

War wohl mal wieder Zeit was gegen die Homöopathie zu schreiben..

#1 |
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