Achtung, Störfaktoren!

18. Juni 2010
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In unserer Gynäkologie-Reihe stellen wir Euch Krankheitsbilder aus der Frauenheilkunde vor. Im zweiten Teil der Reihe erfahrt Ihr nun alles Wichtige über Zyklusstörungen und was das IMPP dazu fragt.

Was sind Zyklusstörungen?

Von Zyklusstörungen, oder auch dysfunktioneller Blutung, spricht der Gynäkologe dann, wenn der Verlauf der Monatsblutung einer Patientin vom Normalverlauf abweicht. Die Zyklusstörungen werden weiter unterteilt in

  • Regeltempostörungen, bei denen das Blutungsintervall der Menstruation verändert ist. Dazu zählt auch das vollständige Ausbleiben der Monatsblutung, was als Amenorrhö bezeichnet wird, sowie ein verlängerter (Oligomenorrhö) oder ein verkürzter (Polymenorrhö) Zyklus.
  • Regeltypusstörungen, bei denen das Blutungsmuster von der Norm abweicht. Dazu zählen eine starke und verlängerte Blutung meist über sieben Tage (Hypermenorrhö), eine abgeschwächte und verkürzte Blutung (Hypomenorrhö), unregelmäßige Blutungen, die meist sehr lange anhalten (Menorrhagie) sowie Schmierblutungen und Zwischenblutungen.

Man unterscheidet zudem in primäre und sekundäre Amenorrhö: im Falle einer primären hat vorher noch keine Regelblutung stattgefunden, im Falle der sekundären hatte die Patientin bereits Regelblutungen.

Fast alle Frauen sind mindestens einmal im Leben von einer Form einer Zyklusstörung betroffen. Nicht jede Zyklusstörung ist behandlungsbedürftig. Eine Therapie wird in der Regel eingeleitet, wenn die Betroffenen Beschwerden äußern oder die Zyklusstörung mit einer Unfruchtbarkeit verbunden ist.

Wie werden Zyklusstörungen behandelt?

Die Therapie von Zyklusstörungen richtet sich im Wesentlichen nach der Ursache der Beschwerden. Im Falle einer Amenorrhö wird zunächst das Vorliegen einer Schwangerschaft ausgeschlossen. Je nach dem, wo die Ursache der Beschwerden zu suchen ist, wird weiter unterschieden zwischen hypothalamischer, hypophysärer, ovarieller, genitaler oder extragenitaler Amenorrhö.

Daneben können verschiedenste Krankheitsbilder dazu führen, dass im Verlauf die Monatsblutung ausbleibt. Dazu zählen vor allem

Je nach Ursache kann eine Amenorrhö auf sehr verschiedene Arten therapiert werden. Liegt eine Fehlbildung der Genitalien vor, muss diese in der Regel operativ behoben werden. Auch Hirntumore, die die Hypophyse oder den Hypothalamus beeinträchtigen, müssen meist im Rahmen einer Operation entfernt werden. Bei der Diagnose eines Prolaktinoms ist hingegen die Gabe eines Dopaminagonisten die Therapie der Wahl.

Oligomenorrhö

Eine Oligomenorrhö tritt schon bei jungen Frauen auf, wenn die ersten Menstruationsblutungen einsetzen. Sie gehört zu den häufigsten Zyklusszörungen. Die Ursache liegt meist in einem noch unreifen hormonellen Regelkreis. Eine Therapie der Oligomenorrhö ist meist nur dann erforderlich, wenn aktuell ein Kinderwunsch bei der Betroffenen besteht.

Polymenorrhö

Als Polymenorrhö wird ein verkürzter Zyklus bezeichnet, dessen Dauer weniger als 21 Tage beträgt. Die Monatsblutungen treten somit bei den betroffenen Frauen häufiger auf.
Zur Therapie der Polymenorrhö wird eine Hormonbehandlung nur dann empfohlen, wenn aufgrund der verkürzten Zyklen kein Eisprung stattfindet, oder die Blutungen so stark sind, dass die Betroffene eine Anämie entwickelt.

Fazit

Zusammenfassend gesehen ist Menstruationszyklus der meisten Frauen immer leicht unregelmäßig und nie exakt gleich. Abweichungen von zwei oder drei Tagen vom normalen, 28 Tage andauernden Zyklus sind harmlos. Ein unregelmäßiger Lebensstil, Flugreisen oder wechselnde Arbeitszeiten können häufig dazu führen, dass sich der Zyklus verändert. Auch eine nach längerer Pause wieder aufgenommene sexuelle Aktivität, sowie Diäten oder Erkrankungen können den Rhythmus beeinflussen.
Tritt die Menstruation jedoch über mehrere Zyklen hinweg sehr unregelmäßig auf, wird plötzlich stärker oder schwächer, oder kommen Zwischenblutungen neu hinzu, sollte dies in jedem Fall abgeklärt werden.

Was fragt das IMPP?

Bei welcher Störung des menstruellen Zyklus einer 40 jährigen Frau ist am ehesten eine Abrasio uteri indiziert?

a. Hypomenorrhö
b. Dysmenorrhö
c. Amenorrhö
d. Oligomenorrhö
e. Metrorrhagie

Wobei ist am wenigsten mit einer begleitenden Sterilität zu rechnen? Bei einer

a. hypergonadotropen Amenorrhö
b. testikulären Feminisierung
c. Hypomenorrhö
d. Ullrich-Turner-Syndrom
e. Gonadendysgenesie

Lösung: 1e, 2c

Quelle: Mediscript:Hammerexamen 10/2006-4/2009 (CD), Urban und Fischer Verlag

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