Gates uns bald besser?

9. Oktober 2017

Im September 2017 veröffentlichte die Bill & Melinda Gates Foundation ihren ersten Bericht zur Lage der Welt. Der „Goalkeepers Report“ wird jährlich erscheinen und über Fortschritte und Ziele informieren. Bis 2030 sollen Armut und Krankheit in der Welt substanziell verringert werden.

Der aktuelle als „Goalkeepers“ bezeichneten Bericht ist im Vergleich zu üblichen Kritiken ungewöhnlich. Denn neben Aufgaben, welche die Zukunft verbessern sollen, wird auch auf bisherige Erfolge eingegangen wie etwa die Errungenschaften der vergangenen 25 Jahre im Kampf gegen Armut, Kindersterblichkeit oder HIV.

Auch einen Blick auf bereits Geschafftes zu werfen, macht deutlich, dass Engagement, Zeit und Investitionen bedeutend sind, um schon heute etwas zu verändern.

Eine Problem-Liste zum Abarbeiten

Der Bericht enthält eine Reihe von weltweiten Problem-Kategorien, die Kapitel für Kapitel analysiert werden. Unter anderem stehen auf der Liste: Kinder- und Müttersterblichkeit, Familienplanung in besser und schlechter gestellten Bereichen der Welt oder die Behandlung von HIV, Tuberkulose und Malaria.

Nicht zu allen Problemen liegen bereits ausreichend Daten für eine Statistik vor. Elf der Kategorien zeigen, gemäß der Sichtweise der Stiftung, eindeutig einen positiven Trend nach den bisherigen 25 Jahren Engagement. So konnten beispielsweise seit 1990 mehr als 100 Millionen Leben bei Kindern unter 5 Jahren gerettet werden, wodurch auch die globale Kindersterblichkeit < 5 Jahren spürbar sank. Im gleichen Zeitraum nahm ebenfalls die Höhe der Müttersterblichkeit von 275 pro 100.000 auf 179 pro 100.000 ab.

Ein Grund für diese beiden positiven Entwicklungstrends ist zum einen, dass immer mehr Kinder in der Welt in einem Gesundheitszentrum oder Krankenhaus und nicht mehr zuhause geboren werden. Zum anderen wurde die Rate der Impfungen gegen die acht bedeutendsten Infektionskrankheiten im Kindesalter weltweit von 73 % auf 89 % gesteigert.

Lebenssituationen verbessern

Darüber hinaus sank die Zahl derer, die weniger als 1,90 $ pro Tag zur Verfügung haben, von 35 % im Jahr 1990 auf 9 % im Jahr 2016. Per definitionem leben alle Menschen mit mindestens 1,90 $ Tageseinkünften zwar über der weltweit geltenden Armutsgrenze, doch als wirtschaftlich frei und autark gelten sie damit dennoch nicht.

Einen weiteren wichtigen Punkt bilden die Kläranlagen sowie der Zugang zu einer Toilette. Gemäß dem Bericht der Stiftung ist die Zahl derjenigen Menschen, die noch immer unter schlechten sanitären Bedingungen leben müssen, in den Jahren zwischen 1990 und 2016 von 57 % auf 33 % zurückgegangen.

Rohdaten und eine klare Angabe der zugrundegelegten statistische Modelle bleibt der optisch sehr ansprechend und aufwendig produzierte Bericht noch schuldig, es bleibt abzuwarten, ob zukünftige Berichten um diese fehlenden Daten ergänzt werden.

Eine bessere Zukunft ist nicht kostenlos

Der Goalkeepers-Bericht der Bill und Melinda Gates Stiftung beleuchtet in jährlicher Folge bis zum Jahr 2030 die Fortschritte auf dem Gebiet der Krankheits- und Armutsbekämpfung in der Welt. Erste Erfolge sind bereits sichtbar, aber ohne weiteren Einsatz von Ressourcen und Geldmitteln, drohen diese abzuschwächen oder sogar, sich wieder umzukehren.

„Würden die weltweiten finanziellen Zuwendungen im Kampf gegen die HIV-Epidemie nur um 10 % gekürzt, dann würden bis 2030 sehr wahrscheinlich wieder etwa 5 Millionen Menschen mehr an HIV und AIDS versterben“, so die Ansicht des Microsoftgründers.

Guter Wille allein mag zwar nicht ausreichen, um Armut und Krankheiten auf der Erde in Zukunft zu verhindern – weder jetzt, noch später. Allerdings wird sich ein substanzielles Investment in Forschung und Entwicklung weiterhin bezahlt machen. Dass es sich sogar lohnt, wollen Bill und Melinda Gates in ihrem jährlichen „Goalkeepers“-Bericht anhand der vielen positiven Beispiele zeigen.

Quelle:

Goalkeepers 2017, Bill & Melinda Foundation

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