Telematik: Arschkarte für Deutschland

1. Juli 2010
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Der Deutsche Ärztetag hat die elektronische Gesundheitskarte in diesem Jahr trotz schwarz-gelbem Relaunch des Projekts abgelehnt. Doch die Politik will die Karte durchsetzen – auch weil Deutschland sich in Europa langsam lächerlich macht.

Der Mann ist um seinen Job wahrlich nicht zu beneiden. Dem für Telematik zuständigen Vorstand der Bundesärztekammer, Franz-Josef Bartmann, fiel auch in diesem Jahr beim Ärztetag in Dresden die Aufgabe zu, die Delegierten um ein Mandat für eine weitere konstruktive Mitarbeit der deutschen Ärzteschaft bei der elektronischen Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens zu bitten. In den Vorjahren ist das dem Chirurgen aus Schleswig-Holstein, einem der bodenständigsten und anständigsten Vertreter auf dem gesamten gesundheitspolitischen Parkett, jeweils leidlich gelungen.

Nicht genug vom Zuckerbrot

In diesem Jahr freilich klappte es nicht. Die elektronische Gesundheitskarte fiel durch. Und die Spitzenverbände der Ärzte haben jetzt ein Problem. Das Votum belegt, dass es um die Sache längst nicht mehr geht. Die Gesellschafter der gematik haben auf Initiative des Bundesgesundheitsministeriums in den letzten Monaten einen Relaunch des eGK-Projekts vorgenommen, der der Ärzteschaft weit entgegen kam. Strittige Anwendungen wie das eRezept wurden auf Eis gelegt. Elektronische Notfalldaten und elektronischer Arztbrief wurden zu praktisch 100 Prozent in ärztliche Verantwortung gelegt. Selbst elektronische Patientenakten, die mittlerweile überall in Europa auf dem Vormarsch sind, wurden ausgeklammert. Sie sollten weiter auf dem Regal mit der Aufschrift Kolonialwaren bleiben, weil Philipp Rösler sich damit nicht die Finger verbrennen wollte. Auf der anderen Seite erhielten die Krankenkassen als einziges Zugeständnis sinnvollerweise die Verantwortung für das Online-Update der Versichertendaten zugesprochen, wobei zuletzt sogar ein Konzept vorlag, wie dieses Online-Update von der Praxis-EDV getrennt werden kann. Die Nein-Sager in Dresden hat das alles nicht interessiert. Sie stimmten für die Telemedizin, aber gegen die eGK – und damit, ganz nebenbei bemerkt, auch gegen die Möglichkeit, den existierenden Telemedizinnetzen durch Verknüpfung mit einer zertifizierten Sicherheitsinfrastruktur ein deutlich höheres Datenschutzniveau zu verpassen.

Und nun die Wettervorhersage für die Gegengerade…

Die Frage ist nun, was die Ärzte sich beziehungsweise dem deutschen Gesundheitswesen mit diesem Votum „eingekauft“ haben. Nachdem die Delegierten in Dresden, wie in den Vorjahren, nicht den Mut gefunden haben, die Mitarbeit der Ärztevertreter in der gematik grundsätzlich in Frage zu stellen, entsteht jetzt eine Konstellation, bei der die Ärzteverbände sich irgendwie weiter in Sachen Telematik werden engagieren müssen – schon deswegen, weil der elektronische Arztbrief befürwortet wurde. Auf der anderen Seite müssen sie sich von der eGK-Politik im engeren Sinne möglichst fern halten, um dem Dresdener Votum zumindest ansatzweise gerecht zu werden. Weil Politik und Krankenkassen nicht auf die eGK verzichten werden, dürfte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler gezwungen sein, die derzeit in Arbeit befindlichen gesetzlichen Regelungen so zu formulieren, dass eine Einführung – nach dem Vorbild Österreichs – auch ohne ärztliche Zustimmung möglich wird. Wer sagt, das gehe nicht, ist naiv. Die Krankenkassen könnten die Karte durchaus einführen, und sie könnten den Nichtgebrauch der eGK für Arztpraxen im Prinzip auch so teuer und/oder umständlich machen, dass der ärztlichen Opposition schnell Atemzügen die Luft ausgehen würde. Das ist kein schönes Szenario, aber es ist in den Dresdner Beschlüssen durchaus angelegt. Franz-Josef Bartmann hat davon gesprochen, dass sich die Ärzte selbst auf die Zuschauertribüne zu verbannen drohen. Er hat zwar nicht gesagt, dass es auf dieser Tribüne aller Wahrscheinlichkeit nach ungemütlicher sein wird als unten. Aber sein Gesicht sprach Bände. Dort oben könnte es regnen.

IT-Industrie und Praxis-EDV-Branche sind in Sorge

Mittlerweile hat sich auch die IT-Industrie zu Wort gemeldet. Die Unternehmen Compugroup, T-Systems, Atos, MedatiXX, ICW, KoCOConnector, Cisco, healthpartner consulting und Telemed haben einen offenen Brief an den Minister sowie an den GKV-Spitzenverband und an die KBV geschrieben, in dem sie davor warnen, bei der Telematik jetzt wieder alles umzuschmeißen. Sie bieten eine transaktionsabhängige Finanzierung an und geben sich überzeugt, dass ein Wirkbetrieb der eGK inklusive Online-Funktionen in zwei Jahren erreichbar sein könne.

Dahinter steckt die im Brief so freilich nicht artikulierte Sorge, dass Rösler und Co die alten Fehler wiederholen. Wenn im Anschluss an die anstehende Gesundheitsgesetzgebung nicht der Wirkbetrieb, sondern wieder nur eine diesmal größere Testregion mit ähnlich detaillierten und ständig sich ändernden Vorgaben wie beim letzten Mal ausgeschrieben würde, dann hätte sich die Einführung einer Telematikinfrastruktur für diese Legislaturperiode fast schon wieder erledigt. Innerhalb Europas kann Deutschland in Sachen IT-Vernetzung des Gesundheitswesens mittlerweile zumindest in einigen Bereichen als abgehängt gelten. Deutlich wurde das kürzlich bei der Europäischen eHealth-Konferenz in Barcelona, bei der man deutsche Beiträge mit der Lupe suchen musste, während Länder wie Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Großbritannien und Italien das Programm bestritten.

140 Wertungen (3.15 ø)
Medizin

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38 Kommentare:

Was schief gehen kann, wird auch schief gehen!
Murphys Law (1948)
Mir graut vor der Einführung der eGK und vor den Folgen.
Nachdem der Demenzparagraph aufgehoben wurde (Entzug der Kassenzulassung mit 68 Jahren), werden wohl mehr als einige ältere Kollegen diesen “Fortschritt” nicht mehr folgen mögen!

#38 |
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Was schief gehen kann, geht auch schief.
Murphys Law

#37 |
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Falco Below
Falco Below

Nun, Deutschland ist, nach wie vor, ein Land, dass Schwierigkeiten damit hat, eine internationale Etablierung zu festigen und dabei Prestige hinten an zu stellen. Das Konzept selbst ist schlicht unreif und gefährdet die Sensibilität und vor Allem die virtuelle Identität des Patienten. Der internationale Vergleich ist erst ab dem Moment angebracht, in der die Grundrechte der Patienten, sowie deren Daten geschützt und unantastbar sind.

#36 |
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Erlauben Sie mir eine Korrektur: Das ist keine Sicherheitslücke, sondern eine Komfortfunktion. Sie ermöglicht die direkte News-Kommentierung aus der eMail. Ein Zugriff auf Nutzerdaten ist damit nicht möglich.

#35 |
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Dr. JIRINA TICHOV
Dr. JIRINA TICHOV

Weil es gerade so gut zum Thema passt – es ist ja alles sooo sicher mit der Vernetzung: ich schreibe hier als Jirina Tichov, bin es aber nicht. Der Link zu diesem E-Card-Werbeartikel ist mir über Email von nochmals jemand anderem zugegangen. Und schwupppss, bin ich Jirina Tichov. Vielleicht sollte Dockcheck seine eigenen Sicherheitslücken überdenken, bevor es sich zum Befürworter der Patientendaten-Freischaltung aufschwingt.

#34 |
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Rettungsassistent

Wenn Patientendaten allen behandelnden Personen zugänglich gemacht werden könne, ist das ein riesen Fortschritt. Wenn ich mir überlege, wie häüfig wir komplette Aktenberge aus Wohnungen mitnehmen, damit das aufnehmende Krankenhaus weiß, was der Patient an Vorerkrankungen hat, ist das schon ein Aufwand. Und noch schlimmer ist es, wenn wir keine Ahnung haben, was der Patient an Vorerkrankung hat. Und da Krankenhäuser und Hausärzte leider den Patienten nie eine Kopie des Arztbriefes mitgeben, wird weiter munter geraten, welches Medikament der Patient verträgt und welches nicht.
Unsere steinzeitlichen Methoden sind lächerlich.
Noch lächerlicher ist allerdings leider der rechnische Ansatz der e-Card.
Es könnte immense Vorteile bringen, wenn die Ausführung nicht so unglaublich stümperhaft vonstatten gehen würde.
So haben wir nur aufgrschreckte Arzte und Patienten, die auf Jahre nicht von dem Nutzen eines solcehn Systems zu überzeugen sind.
Und warum die wichtigsten Daten Zentral gespeichert werden müssen, erschließt sich mir auch noch nicht.

#33 |
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Die eGk wird wahrscheinlich kommen, weil Politiker, kranke Kassen und die voraussichtlichen Gewinnler aus der IT-Branche es so wollen. Für mich als Patient ist jedoch klar: Meine Karte wird außer dem Geburtsdatum nichts enthalten. Noch bestimme ich über meine Daten, und wenn ich dafür bis zum BVerfG gehen müßte. Passiver Widerstand wird dieses Projekt zum Scheitern bringen.

#32 |
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Armin Eckers
Armin Eckers

Wer das will, der soll das auch bezahlen. Nicht nur das System selbst, sondern auch den Zeitaufwand für den Arzt, dieses System zu bedienen.
Profiteure sind nur die Hersteller des Systems, die Zeche zahlen am Ende wir.
Wenn die eGK in der Arztpraxis gelesen und beschrieben werden kann, so kann das auch jeder Patient zu hause an seinem PC selbst manipulieren und jeder findige/windige Personalchef ausspähen.
Wo bleibt die Sicherheit, ein unverfälschtes ärztliches Dokument zu führen?
Wo bleibt der Datenschutz ?

#31 |
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peter kelczynski
peter kelczynski

hallo in die runde,

an den leserzuschriften wird eines deutlich: berechtigtes misstrauen gegen zentrale “lösungen”. im zeitalter zunehmender miniaturisierung von speichermedien wäre eine elektronische patientenakte dezentral in patientenhabe schnell konsensfähig und praktikabel. diese sollte wiederum nur lokal les- und speicherbar sein.
wenn zentraldaten da sind, kommt es zu bald zu missbräuchlichem zugriff, folgendes tritt ein:

warum leckt der hund sein arschloch?
weil er es kann!

#30 |
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Dr. med. ERNST  H. Tremblau
Dr. med. ERNST H. Tremblau

Lieber Herr Antwerpes,

es gefällt mir. von Ihnen das wunderbare und im besten Deutsch manchmal unentbehrliche Fremdwort “pikant” zu lesen !Herzlichen Dank !
Kenntnis Mozarts Oper < Cosi fan tutte > hat eine lange
Aufführungspraxis voller Ablehnung und Zustimmung über sich ergehen lassen müssen.-

Was interessieren mich die handfesten Neigungen europäischer Verwandtschaft seien es nun Impulse zu unvernünftiger Liebes- oder wohlbedachter Vernunftehe oder
gezielter Untreue und getesteter Verführung !

Die drei Affen kommen mir klüger vor als wir alle. Leider
bekommt man von dem schweigenden Affen keine Antwort.Der
hat mir allein nämlich verraten er schweige deshalb weil alle Affen sonst arbeiten müßten wenn die Menschen erführen, die Affen könnten reden. – Von wem übrigens
stammt diese Legende ?

Ich enthalte mich diesmal jeder weiteren Äußerung und
zitiere nur Justinian: ” JUS ANCILLA REGIS ! ” Es wird
sich auch hier die Macht in unserer Demokratur durchsetzen.

Herzlich Ihr
Ernst H. Tremblau (Dr.med.Nervenarzt mit Psychotherapie)ychothejd e

#29 |
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Dr. Frank Linke
Dr. Frank Linke

Eigentlich ist es doch ganz einfach:
Wer ein solch aufwendiges ,folgenreiches und teures Projekt installieren will, muß die hauptsächlich damit arbeitenden Mediziener von der Sicherheit, dem Nutzen und der Wirtschaftlichkeit überzeugen!
Wenn man dazu nicht in der Lage ist, sollte man sich nicht über die beklagen, die aus gutem Grund nicht überzeugt wurden.

Für den Zahnärztlichen Alltag sehe ich leider keinen Nutzen, nur die Gefahr, noch mehr Zeit mit technisch aufwendiger Verwaltungsarbeit zu verbringen.

Im ärztlichen Bereich, wo der Informationsaustausch zwischen den Fachrichtungen eine größere Rolle spielt,
geht es hoffentlich auch eleganter und sicherer als bisher vorgeschlagen.

Der Glaube an sichere Zentralserver wird jeden Tag widerlegt!

#28 |
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Knut Schaffert
Knut Schaffert

Ich sage nur was macht der Datenschutz und haben wir kein Grundgesetz mehr.

#27 |
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Etwas weniger Irrationalität würde der Diskussion um die eCard gut tun. Ich muss unseren Autor in Schutz nehmen. Phillip Graetzel ist ein jahrelanger Kenner der Materie und hat bereits viele – in erster Linie kritische – Artikel zu diesem Thema geschrieben. Die pikanten Kommentare machen eines klar: Alle am Diskussionsprozess Beteiligten haben ihre eigene ökonomische Agenda. Das gilt nicht nur für die IT-Industrie.

#26 |
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Dipl.-Soz.Arb. Rüdiger Knäpper
Dipl.-Soz.Arb. Rüdiger Knäpper

Ich kann mich Frau Minarzyk nur anschließen und sehe nur irrationale Ängste. Die Heftigkeit und zum Teil Boshaftigkeit der Kommentare von Ärzten bestätigt dies und wieder mal werden bei einigen Ärzten Patienteninteressen vorgegeben als Motivation gegen die eGK. Dies ist heuchlerisch und ich habe noch keinen Arzt einen Patienten fragen gehört, was er denn von bestimmten Reformen hält. Ich finde den Artikel von Herrn Philipp Graetzel sehr sachlich im Gegensatz zu den Kommentaren seiner Berufskollegen, die nur von Polemik strotzt.

#25 |
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Anette Minarzyk
Anette Minarzyk

Mir springt hier vor allem eins entgegen: eine riesengroße Ahnungslosigkeit in Sachen IT und daraus resultierende, irrealistische Ängste. Glauben Sie mir, Daten können so sicher gemacht werden auf einem zentralen Server, dass Sie höchstens dann unbefugt rankommen, wenn Sie jemanden mit Zugang bestechen oder bedrohen – aber die Gefahr besteht bei lokal abgelegten Daten, elektronisch oder Papier, auch. Anderenfalls würden sich Industriezweige, bei denen noch ganz andere Problem wie Industriespionage und Ideenklau eine Rolle spielen, nicht schon seit Jahren dieser Technologien bedienen. Und mal ganz ehrlich, aus Patientensicht: Ich würde es begrüßen, wenn meine komplette Krankenakte dem jeweiligen behandelnden Arzt zur Verfügung stünde – das würde mir, ihm und der Kasse einen Haufen Zeit, Nerven und redundante Diagnostik ersparen, von lebensrettenden Informationen wie Angaben zu z.B. Stoffwechselerkrankungen und Unverträglichkeiten mal ganz abgesehen. Ich würde allerdings gleichzeitig dafür plädieren, dass der Inhalt dieser Akte auch vom Patienten selber zumindest eingesehen werden kann, da auch Ärzte gelegentlich Unsinn schreiben. Im übrigen kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es bei der Diskussion hier weniger um die Sicherheit der Patientendaten geht, als daraum, dass bei einem solchen System auch der Arzt und die Qualität seiner Behandlung mitdokumentiert und für Kassen und Kollegen einsehbar wird. Kann insofern verstehen, dass die Ärzteschaft sich dagegen sträubt!

#24 |
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Dr. med. Michael Schmidt
Dr. med. Michael Schmidt

Dr.med.Michael Schmidt
Dieser Artzikel zeigt wes Geistes Kinder hier gefördert werden: IT Industrie, Kostenträger und Weltkontrollmafia. Wir haben zunehmend damit zu tun unsere Patienten zu schützen. Doc Check läßt sich mißbrauchen oder Eigeninteresse??

#23 |
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Dr. Andrea Schwalb
Dr. Andrea Schwalb

Wer hat den Artikel wohl finanziert. Total einseitiger Artikel. Der Autor hat null Ahnung von IT doch wohl mehr von Euros.

#22 |
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Prof Hartmut Matzat
Prof Hartmut Matzat

e-card:
1.was für ein schreckliches Wort. Die Erfinder wollen damit wohl zeigen, daß sie eine Fremdsprache kennen.
2. Patienten,Beitragszahler,Kassen,Ärste, Politiker (teilweise) lehnen sie ab.
3.Als Derrick-Fan frage ich: wer hat ein Motiv?
Das wahre und einzige Motiv sind vier Milliarden Umsatz für die EDV Branche und die Beratungshonorare, die Bonzen der Ärzte, Kassen,Politiker(teilweise) dafür erhalten haben,daß sie die EDV -Branche “fachlich beraten” haben.

#21 |
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Dr. med. Franz Scharte
Dr. med. Franz Scharte

Meine Meinung: eGK nicht einführen. Diejenigen, die jetzt
dafür sind, haben offensichtlich nicht zuende gedacht.
Sie spielen einer den Menschen komplett kotrollierenden
Staatsmedizin in die Hände.

#20 |
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Herr Graetzel es ist gut, dass Sie mit Ihrer fehlenden Einsicht in die Unzuverlässigkeit der IT-Sicherheit nicht mit der vertraulichen Intimität von hilfesuchenden Menschen umgehen sondern nur darüber unvergorenes Zeug mangelhafter Kentnis “journalistisch” verhackstücken. Für qualitative Publizistik ist Recherche Voraussetzung. Die fehlt eindeutig. Wenn Sie noch nicht einmal die ständigen Datenpannen registirieren, die ganze Wirtschaftsbereiche ins Wanken bringen, darf man Ihre Einlassungen sehr höflich lediglich als nicht bemerkenswerten Letternmüll und Zeitverschwendung bezeichnen. Versuchen Sie es doch mal mit Reiseerzählungen.

#19 |
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Wenn jedes dezentrale Erfassungssystem zu knacken ist, dann wird es nur eine Frage der Zeit sein, wann sich Lebensversicherer und Pharmaunternehmen ihre Daten herunterziehen. Wohl dem, der dann eine neue Lebensversicherung braucht und sich wundert, warum er sie nicht bekommt.
Sensible Daten gehören nun einmal nicht ins Netz. Über die Freigabe kann und darf nur der Patient selbst entscheiden, deshalb gehören die Daten in die Hand des Patienten und nicht auf die Server.(persönliche Speichersticks)

#18 |
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Achim Meister
Achim Meister

Diesen Artikel finde ich ganz schrecklich. Ist do check eine Lobbygruppe der it_Branche?
Wir brauchen diese elektronische Vernetzung nicht und sie ist der GAU für die deutsche Medizin, wer sie propagiert, kann kein Arzt sein. Halten sie uns für
Propagandaschlecker?

#17 |
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In allererster Linie geht es doch um die zentrale Datenerfassung. Dazu reicht der Speicherplatz auf der Karte nicht aus. Als zweites geht es um die Freigabe seiner Daten durch den Patienten.

Dabei erhebt sich die Frage: wer braucht welche Daten?
Wer hat ein Interesse an der zentralen Speicherung? Wie kann Mißbrauch am besten verhindert werden?

Nicht der Datenaustausch ist aber das Problem, sondern vor allem die zentrale Speicherung.

Beides kieße sich doch viel besser durch einen Speicherstick lösen, der vom Patienten wie jetzt die geplante eCard mitgeführt wird.
So lassen sich auch große Mengen Daten,sogar Röntgenbilder
d e z e n t r a l in Verfügungsgewalt des Patienten speichern. Ganze CTs bis jetzt noch nicht, aber viele befundende Kollegen erstellen ohnehin .pdf-Dateien von befundrelevanten Schichten und CTs selber befunden können die wenigsten Kollegen.
Weitergegeben werden müssten dann wie bisher nur die Daten, die für die Abrechnung mit Krankenkassen erforderlich sind.

#16 |
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Dr. med. Herbert Schultz-Gora
Dr. med. Herbert Schultz-Gora

Auf diesen DÜNNPFIFF aus Ihrer Feder, Herr Kollege Graetzel, der nur STIMMUNG macht und die sehr bedenkenswerten Argumente der e-card-Gegner überhaupt nicht wägt und sich nicht mit ihnen auseinandersetzt, können wir hier gerne verzichten.
Das könnte unter MARKETING für die IT-Branche durchgehen, eines ARZTES ist dies unwürdig.
Leider vermisse ich bei Ihnen auch jegliche Distanz zum überregulierten GKV-System, das von jemand, der etwas von WIRTSCHAFT, von SYSTEMEN, von CHAOS-THEORIE und vom MENSCHEN verstehen sollte, vom PLAN-wirtschaftlichen KOPF auf die MARKT-wirtschaftlichen FUESSE zu stellen wäre.
Herr Rösler agiert wie ein SACHBEARBEITER, der plötzlich zum CHEF avanciert ist. Er bastelt an irgendwelchen peripheren Fragen herum statt erstmal ein KONZEPT zu präsentieren.
Die FDP ist von so vielen Bürgern wie nie zuvor gewählt worden, weil sie einen Mangel an Liberalität im Lande ausgleichen wollten.
Die FDP hatte alle Zeit der Welt, ihre Schubladen mit plausiblen Konzepten zu füllen für den Fall, daß sie in Regierungsverantwortung kommen.
Das Ergebnis ist eine Pleite in Sachen REGIERUNGSKUNST, wie sie Deutschland noch nicht erlebt hat.

#15 |
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Dipl.-Ing Otto Lechner
Dipl.-Ing Otto Lechner

Die entscheidenden Punkte sind die Faktoren Datensicherheit und Datenschutz. Die Datensicherheit kann nur von dem gewährleistet werden, der die Daten erfasst, also dem medizinischen Personal. Da es sich um Menschen handelt, Gott sei Dank, sind hier Fehler unvermeidbar. Das grosse Problem liegt im Datenschutz. Auch wenn die Fa. gematik grosse Loblieder auf Zweikartenprinzip, Verschlüsselung usw. singt, es gibt kein sicheres IT-System. Man frage den Chaoscomputerclub Hamburg! Dort wird man erklären, dass das Eindringen in ein System nur eine Frage der Zeit ist. Auch PENTAGON-Rechner wurden von Hackern in kurzer Zeit geknackt

#14 |
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Weitere medizinische Berufe

Ich glaube da leben noch viele in diesem Berufsxstand vor 1950.
In der Industrie, beim Warenhaus, beim Versandhandel gibt es viel komplexere System seit mindestens 10 Jahren, die hervorragend funktionieren, nur bei einigen/vielen Zurückgebliebenen nicht.
Der Aufwand was jetzt getrieben wird ist doch Steinzeitmedizin wo wegen fehlender Daten auch sicher viele schwer erkranken/sterben.
Meine Schwiegermutter hatte mal einen Herzinfarkt, in de Notaufnahme, das war ein Chaos bis alles da war. Gerönkt wurde digital, dann wurde in Papier ausgedruckt und per Bote in die >>falsch Sation> gebracht

Steinzeit, Steinzeit und der Rößler ist als Mövenpickvertreter am falschen Platz!

#13 |
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Hans-Peter Schwarz
Hans-Peter Schwarz

Noch selten so einen plumpen Sponsoring-Artikel gesehen. Die Besonnenheit und wohlbegründete Reserviertheit der hiesigen (sprich HiER gebliebenen) Kollegen sollte man bei allen mumaßlich IT-Bezügen nicht so durch den Dreck ziehen, dass müßten Sie doch etwas subtiler machen. Die EDV-Branche sollte sie selbst vor die Tür setzen.

#12 |
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Yael Zohar
Yael Zohar

Ich lebe in einem Land, in dem wir bald seit zwei Jahrzehnten mit Patientenkarten arbeiten, und sehe dabei nur Vorteile. Die Behandlung hat sich nicht verlängert, sondern höchstens verbessert und es werden weniger Fehler gemacht. Dar Arzt, die Physiotherapeutin, Krankenschwester usw. erhalten eine gute Übersicht über den Patienten, wissen, an was er leidet und welche Medikamente der Patient einnimmt. Ärzte, die sich zu sehr hinter dem Computer verschanzen und den Kranken “vergessn”, werden möglicherweise auch von ihren Patienten “vergessen”, die zu einem anderen Arzt übergehen.
Bei meiner Arbeit im Feld gebe ich die Krankenberichte in das Handy ein. Das finde ich allerdings bereits etwas mühsam wegen den kleinen Buchstaben. Im Programm kreuze ich die zutreffenden Felder an und habe auch Platz für Freitext.

#11 |
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Stefan Röde
Stefan Röde

…wir haben vor einingen Jahren in unserem Haus der Maximalversorgung die elektronische Patientenakte eingeführt und sind seit dem Versuchskaninchen des Herstellers… Ich finde es zwar auch toll, wenn ich die Vitalwerte nicht mehr vom Monitor abschreiben muss, jedoch mag ich nicht die halbe Schicht vor dem unergonomischen Computerarbeitsplatz verbringen um Patientendaten zu sortieren anstatt mich um meine Patienten kümmern zu können…
Klares Nein zur Gesundheitskarte!

#10 |
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Manfred Heinrich
Manfred Heinrich

Man sollte vorab, aber bitte durch “Unabhängige”, die Ärzte als Handelnde und die Patienten als Zahlende fragen, ob sie dieses Gebilde von e-card mit allen seinen Nachteilen haben wollen.
Wer immer noch den in der Welt posaunt, dass die Daten auf dieser Karte sich befinden, diese Daten der Schweigepflicht unterliegen, macht sich unglaubwürdig.
Diese Daten landen irgend wann wegen Gewinnsteigerung auf Server in Indien oder Malasya.
Gnade uns Gott, wenn die ersten Daten auf dem Freien Markt verkauft werden. Diese Daten haben nicht nur in der IT-Branche einen Mehrwert. Sondern angefangen von der Pharmaindustrie, über Krankenkassen, bis zu Versicherungen lechsen nach diesen Gläsernen Patienten.

Einmal in die falschen Hände, eignen sich diese Daten auch gut für Erpressungen.
Wollen wir wirklich Amiverhältnisse, wo man im Internet nachlesen kann, dass der Nachbar ein Furunkel am Hintern hat?

#9 |
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Dipl.-Med. Susanne Noack
Dipl.-Med. Susanne Noack

Ph. Graetzel von Graetz bleiben Sie bei ihren journalistischen Nebeninteressen Reisen und Fotografie. Sofern die Online-Aktualisierung kommt, können Sie von Praxis zu Praxis reisen und Fotos von den Schlangen an Patienten machen, die mit der Technik kämpfen werden.
Die Arschkarte hat nicht Deutschland, sondern wird von Ihren Auftraggebern den an der Basisi arbeitenden Ärzten zugeschoben.
Sie haben sich ja verdrückt aus der Patientenversorgung.

#8 |
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Dr. med. Hendrik Hüning
Dr. med. Hendrik Hüning

Mietmaul…

Mietmäuler…

Ärztekammer(- präsidenten)

…und Schreiberlinge

cui bono?

Lohnt es wenigstens den Verrat am Kollegen und den Patienten?

Nur noch entsetzt…

#7 |
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Dr. Hellmut Anger
Dr. Hellmut Anger

Es war klar, dass Herr G. als seit Jahren überzeugter Anhänger der e-Card einen solchen Artikel geschrieben hat. Und ja, Herr G., ich habe Ihre Drohungen vernommen, aber nein, Herr G., sie machen mich nicht vor Angst schlottern! Zeigen sie doch nur, mit welch harten Bandagen die IT-Industrie zusammen mit den kranken Kassen zuzuschlagen bereits ist, um ihr milliardenschweres Projekt endlich unter Dach und Fach zu bekommen! Nur zu, Herr G., Herr Bartmann et al., schlagen Sie zu! Druck erzeugt Gegendruck und je mehr Sie uns drohen, desto entschlossener wird unser Widerstand gegen die e-Card werden! Sie verfügen über das große Geld, wir verfügen über die besseren Argumente, sie werden unangenehm berührt erfahren müssen, dass sich diese auf Dauer durchsetzen werden.
Wir sehen das Nichtfunktionieren Ihres Konzeptes in Österreich, wo die bedauernswerten Kollegen Tag für Tag von den Tücken der e-Card in ihrer Arbeit ausgebremst werden, wo kaum ein Tag vergeht, an dem das System nicht zusammenbricht. Und falls Sie das nicht so sehen, lesen Sie einfach mal das online-Tagebuch der österreichischen Ärzte, aber Vorsicht, es könnte Ihre Grundeinstellung ins Wanken bringen!
Sie, Herr G. kämpfen für die Gewinnmaximierung der IT-Industrie, ob uneigennützig oder nicht, sei hier dahingestellt. Wir kämpfen für einen von Kontrollzwängen freien Ärzteberuf. Sie haben, um in diesem martialischen Bild zu bleiben, am letzten Freitag eine Schlacht gewonnen. Mehr nicht!

#6 |
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Hier geht es doch nur wieder darum, eine IT-Industrie und deren Berufsschlaumeier mit unserem Geld zu füttern. Patienten sind hier nur Nebensache und die Aerzte sollen wieder einmal zu Erfuellungsgehilfen degradiert werden.

#5 |
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Der Autor hat überhaupt noch nicht kappiert,
was hier für den Patient auf dem Spiel steht,
wenn noch andere außer seinem Doktor an seine Krankheitsdaten herankommen!!!
Schon mal was von ärztlicher Schweigepflicht gehört???
Schäm dich Herr Graetzel.
Als nächstes gäbe es dann noch eine elektronische Anwalts-Mandantenkarte, in der alle gesetzlichen Verstrickungen elektronisch codiert und “im Netz” verfügbar wären.

Noch einmal:
Krankheiten gehören nicht ins Netz,
ich weiss, ich weiss, über die Abrechnung sind sie ja schon drin,
ich finde das beschissen!

#4 |
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Im täglichen Leben erlebt man ständig,dass die EDV mit Fehlern behaftet ist.Ein so gewaltiges Projekt wird nie fehlerfrei funktionieren.Was passiert bei Stromausfall?
Wenn dann auch noch nur vom Patienten selektierte Daten aufgenommen werden können,steht gigantischen Kosten keinerlei Nutzen für den Arzt gegenüber.
Dr.H.G.Hoppenrath
Allgemeinarzt,Buchenweg 13,66484 Großsteinhausen

#3 |
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Ich denke, die eGk bringt einen Deutlichen Mehrweert für Ärzte und vorallem für Patienten, sie sollte gegen alle Widerstände eingeführt werden, sobald als möglich!

#2 |
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Dieses Projekt war immer schon allein ein Konjunkturprogramme für die IT-Industrie. Sowas sollte nicht auf dem Rücken der Ärzte ausgetragen werden.

Die eGK muss einen bedeutenden ( ! ) Mehrwert für Arzt und Patienten ( und sonst niemanden ) bieten. Ansonsten ist sie nur sinnlos und teuer.

#1 |
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