Unser täglich ASS gib uns heute

22. Juli 2013
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Tägliche ASS-Einnahme scheint effektiv vor manchen Krebsarten zu schützen, so die Studienlage. Wissenschaftler haben nun untersucht, welcher Mechanismus hinter den krebsverhindernden Eigenschaften von ASS stecken könnte.

Acetylsalicylsäure (ASS) scheint ein wahres Multitalent zu sein. Nach einem Schlaganfall oder Herzinfarkt verhindert der Wirkstoff das Verklumpen der Blutplättchen und auch gegen Fieber, Schmerzen und Entzündungen hilft der Gerinnungshemmer.

ASS-Studie löste Euphorie aus

In den letzten Jahren häuften sich die Hinweise, dass die tägliche Einnahme von ASS sogar vor Krebs schützen kann. Anfang 2012 hatte eine in „The Lancet“ veröffentlichte Metastudie die Medizinwelt in Euphorie versetzt: Dort hatten Wissenschaftler 51 Studien analysiert, die eigentlich einen Zusammenhang zwischen der täglichen Einnahme von ASS und dem Risiko für Gefäßerkrankungen untersuchten. Dabei stellten sie fest, dass ASS offenbar auch das Risiko senkt, an Krebs zu sterben. Der beobachtete Effekt war nahezu umwerfend: Im Beobachtungszeitraum von fünf Jahren konnte die tägliche Einnahme von ASS das Risiko, an Krebs zu sterben, um bis zu 37 Prozent senken.

Geringe Dosis scheint auszureichen

Dass ASS irgendwie gut gegen Krebs ist, ist keine besonders neue Erkenntnis. Vermutungen dazu gibt es schon seit mehr als 20 Jahren. Die Langzeitstudie dazu wurde im Januar 2011 ebenfalls in „The Lancet“ veröffentlicht. Sie zeigte ein um 21 Prozent verringertes Risiko für einen Krebstod bei Probanden, die mindestens vier Jahre lang täglich eine geringe Dosis ASS (75 Milligramm) zu sich genommen hatten. Die Kontrollgruppe hatte ein Placebo bekommen. Die geringere Sterblichkeitsrate blieb auch noch 20 Jahre nach der Behandlung mit ASS konstant, berichteten die Mediziner. Der Effekt verbesserte sich sogar mit zunehmendem Alter der Patienten und Dauer der ASS-Einnahme.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Mitte 2012 erschien eine weitere Metastudie, die sich mit dem Potential von ASS bei der Krebsprävention befasste. Dabei werteten Wissenschaftler die Daten von mehr als 100.000 Frauen und Männern aus, die an der amerikanischen Cancer Prevention Study II teilgenommen hatten. Hier konnte die tägliche ASS-Einnahme das Risiko, an Krebs zu sterben allerdings nur um 16 Prozent verringern. „Man kann nun sicher sagen, dass Aspirin die Sterblichkeit an Krebs und das Ausmaß der Krebserkrankungen reduziert“, äußerte sich Bernhard Wörmann, medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) damals gegenüber dem Spiegel. „Im Vergleich zur ersten Studie [um 37% gesenktes Risiko] holt es uns allerdings in die Realität zurück. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen.“

Wie beeinflusst ASS die Mutationsrate?

Auch wenn die Studienergebnisse zahlenmäßig nicht ganz konform sind, wird der positive Effekt von ASS in Bezug auf die Krebssterblichkeit deutlich. Woran dieser begründet liegt, war bisher noch unklar. Jetzt haben Wissenschaftler erforscht, welcher Mechanismus hinter den krebsverhindernden Eigenschaften von ASS stecken könnte. In einer Studie untersuchte ein Team aus Genetikern und Gastroenterologen Biopsieproben von 13 Patienten, bei denen die Krebsvorstufe Barrett-Ösophagus festgestellt worden war. So bezeichnet man eine metaplastische Umwandlung des Epithels der Speiseröhre. Die Wissenschaftler untersuchten den Krankheitsverlauf der Patienten und die Mutationsrate im Barrett-Ösophagus zwischen 6 und 13 Jahre lang anhand von 161 Patienten-Biposien. Ziel der Studie war es, die Mutationsrate in Gewebeproben zu verschiedenen Zeitpunkten nach der ASS-Einnahme zu erfassen. „Das ist die erste Studie, die die genomweite Mutationsrate eines prämalignen Gewebes über mehr als ein Jahrzehnt untersucht. Und die erste, die evaluiert, wie Aspirin diese Mutationsraten beeinflusst“, so Dr. Carlo Maley, einer der Studienautoren von der University of California San Francisco, USA.

Vergleich: Mutationsraten mit und ohne ASS

Elf der 13 Studienpatienten hatten in den letzten durchschnittlich sechs Jahren keine nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamente (NSAIDs) eingenommen und während der Studie damit begonnen, täglich Aspirin über durchschnittlich fünfeinhalb Jahre hinweg einzunehmen. Zwei Patienten hatten bereits über durchschnittlich drei Jahre NSAIDs eingenommen und dann für die nächsten knapp 8 Jahre auf deren Einnahme verzichtet. So konnten die Wissenschaftler die Mutationsraten bei verschiedenen Einnahmemustern von ASS am Modell der Krebsvorstufe Barrett-Ösophagus untersuchen. Geschlecht und ethnische Verteilung der Studienpatienten berücksichtigten die bekannte Demographie von Speiseröhrenkrebs. „Dieser betrifft hauptsächlich weiße Männer mittleren Alters“, so Maley. Ein Barrett-Ösophagus entwickle sich aber nur selten zu Speiseröhrenkrebs. Studien deuten darauf hin, dass das Risiko für die Ausbildung eines Adenokarzinoms, des sogenannten Barrett-Karzinoms, auf Boden eines Barrett-Ösophagus zwischen 0,12 und 1,5 Prozent pro Patientenjahr liegt. Weitere Studien hatten gezeigt, dass die Einnahme von NSAIDs dieses Risiko signifikant reduzieren kann. Die Gewebeproben von 11 der 13 Patienten zeigten, dass die Mutationsrate durch die Einnahme von ASS um das 10fache abnahm. Ein Patient, bei dem dies nicht der Fall war, erhielt im Verlauf der Studie die Diagnose Speiseröhrenkrebs. „Wahrscheinlich wirkt ASS nicht bei allen Menschen gleich“, vermuten die Studienautoren als Grund dafür. Eine Studie mit mehr Probanden könnte diese Frage klären.

Medikamentenresistent durch Mutationen

„Krebs ist eine Krankheit, die sich über Jahrzehnte als Ergebnis zahlreicher Abnormalitäten im Genom von ansonsten normalen Zellen entwickelt“, schreiben die Wissenschaftler. In Krebsgewebe kommen Mutationen sehr viel häufiger vor als in gesundem Gewebe. Dabei mutieren unterschiedliche Zellgruppen innerhalb eines Tumors auf verschiedene Art und Weise. Irgendwann bringen Schlüsselmutationen das Wachstum der Tumorzellen außer Kontrolle. „Die unterschiedlichen Mutationen tragen außerdem zur Medikamentenresistenz bei“, so die Wissenschaftler weiter. „Denn erst wenn ein Tumor durch zahlreiche Mutationen gut an Behandlungen angepasst ist, kann er leicht eine Population von Zellklonen hervorbringen, die wiederum prima überleben und wachsen“, so Maley. Tumore mit – dank ASS – geringen Mutationsraten seien schlecht angepasst und würden durch die üblichen Therapiemaßnahmen leichter absterben, erklärt der Wissenschaftler den Therapieansatz mit dem Gerinnungshemmer.

Weniger Entzündungsmediatoren

Maley und seine Kollegen vermuten, dass der entzündungshemmende Effekt von ASS der Grund dafür sein könnte, warum der Wirkstoff die Mutationsrate in Krebsgewebe verlangsamt. Entzündungen sind eine Antwort des Immunsystems und wurden in den letzten Jahren immer wieder mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. „Eine schwächere Entzündung durch ASS führt im prämalignen Gewebe zu einer verringerten Produktion von Oxidantien, die bekanntlich die DNA schädigen“, erklärt Maley den Zusammenhang von ASS und einer verlangsamten Mutationsrate. Auf diese Weise würden für den Tumor wachstumsstimulierende Signale abgeschwächt. Wie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente die Mutationsrate und die Entwicklung von Krebs genau beeinflussen, will Maley mit seinem Team in Zukunft näher untersuchen. Als Modell werden ihm die Krebsvorstufe Barrett-Ösophagus und Speiseröhrenkrebs dienen. Auch an Lungenkrebs wollen die Forscher die Zusammenhänge testen. Ihre Erkenntnisse könnten die heutigen Behandlungsstrategien für Krebserkrankungen verändern: „Anstatt alle Krebszellen abtöten zu wollen, könnte es besser sein, das Tumorwachstum und die Mutationen zu stoppen oder zu verlangsamen“, so Maley.

ASS zur Vorsorge nicht frei von Nebenwirkungen!

Bevor jedoch genau erforscht ist, welche Personengruppen in welchem Alter von welcher Dosis eines NSAID zur Krebsvorsorge profitieren könnten, ist von einer Einnahme dieser Medikamente allein zur Krebsprävention dringend abzuraten. Denn ASS ist keineswegs frei von Nebenwirkungen: Mit der Einnahme von ASS steigt das Risiko für schwere Blutungen im Magen, Darm oder Gehirn an. „Vor allem weil das Risiko nach der Einnahme sofort besteht und der Nutzen erst viel später eintritt, sollten beide gut gegeneinander abgewogen werden“, schrieb John Baron von der University of North Carolina School of Medicine bereits in einem Editorial zur amerikanischen Metastudie von 2012. Bis dahin sollte es zum Frühstück erstmal nur Kaffee und eine gute Zeitung geben – keine Aspirin!

251 Wertungen (4.3 ø)

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26 Kommentare:

Hans-Rudolf REILÄNDER
Hans-Rudolf REILÄNDER

Hans REILÄNDER
Ich bin jetzt 76 Jahre alt und nehme seit meinem 52. Lebensjahr täglich eine “Herz-ASS, 100 mg.” bzw. eine “Aspirin 100” Bisher ohne jede Nebenwirkungen. Grundprinzip: Magen voll, Tablette im Mund zergehen lassen und dann mit Wasser herunterspülen! Bisher erfreue ich mich bester Gesundheit!Ich möchte
keinesfalls auf eines dieser beiden Mittel verzichten!
Meine Frau hatte sich viele Jahre geweigert mir gleich zu tun und sie hatte vor 3 Jahren Brustkrebs! Jetzt nimmt Sie auch täglich Herz-ASS!

#26 |
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Zahnarzt

Sehr geehrte Authentifizierte und nicht Authentifizierte, es ist sehr zeitraubend und ermüdend, wenn man auch in einem Fachportal den historischen und politischen Ballast weglesen muss, bevor man an interessante Fakten kommt, bitte suchen Sie doch ein offenes Portal oder einen Bloq auf, Danke.

#25 |
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@Frau Tüffel
Ich verstehe ihren Punkt der unzulässigen Werbung bei ungenügender oder sehr dünner Studienlage und dem nicht ganz glücklichen reisserischen Aufmacher.
Auf der anderen Seite geht es darum vorurteilsfrei einem evtl. neuen Fakt nachzugehen. Nur darum geht es in dem Artikel und nur durch solch eine Herangehensweise sind in der naturwissenschaftlichen Medizin Fortschritte denkbar!
Hier im Wesentlichen einen Fall Bayer draus zu machen und das Bild der achso bösen Pharmaindustrie zu pflegen, ist deplatziert!

#24 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

Es geht hier nicht um einen Wettbewerb zwischen Medizin oder Homöopathie, oder zwischen Berufsgruppen. Mein Grippe/Homöopathie Beispiel sollte nur aufzeigen, daß es außer ASS nebenwirkungsfreie Mittel zur Stärkung des Immunsystems gibt. Daß ASS bei Schmerzen, Entzündungen hilfreich ist, bleibt unbestritten. Daß es die Blutgerinnung hemmen kann ebenfalls, doch hier ist höchste Vorsicht bei der Dosierung geboten – viele Patienten bekommen massive Hämatome, dann ist die Dosierung zu hoch, je nach Patient geschieht dies bereits bei 100mg ASS täglich oder sogar weniger.

Was die im Artikel genannten Studien angeht und die “herausgepickten” Einzeldaten, ist, wie das geschmacklose Bild irreführend, da Referenzwerte zur Beurteilung und richtigen Einordnung fehlen. Diesen Angaben zu Glauben, bleibt also Glaubenssache, anderes, wie die Vorgänge in den USA spricht gegen die Antikrebswirkung von ASS. Studien jeder Art so durchzuführen, daß sie ein Ergebnis liefern, das tatsächlich wahrheitsgemäß, ohne Bias und auch ohne ungewollte Verzerrungen ist, ist nicht einfach. Siehe dazu u.a. ein von Ärzten verfaßtes Buch: “Wo ist der Beweis?”, bei amazon oder hier als Gesamtausgabe abrufbar: http://de.testingtreatments.org/wp-content/uploads/2013/07/wo_ist_der_beweis_volltext.pdf
Die Lancet Metastudie: wurden hier auch jene Studien einbezogen, die für die These “Aspirin wirke gegen Krebs” ungünstig ausfielen?
Eine reißerische, meist irreführende Berichterstattung in den Medien macht den Behandlern das Leben schwer, weil sie diese Aussagen beim Patienten wieder richtigstellen müssen.

Meine Grundeinstellung ist: zum Wohle des Patienten, das immer im Vordergrund zu stehen hat, müssen alle zusammenarbeiten. Niemand kann alles wissen, die verschiedenen Ausbildungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte und ein Austausch führt zu einem sich gegenseitig ergänzenden Wissensstand, zum Auffinden der für einen bestimmten Patienten bestmöglichen Therapie. Mediziner und Heilpraktiker praktizieren dies bereits sehr oft. Wir brauchen die Medizin bzw. Mediziner aber auch die Komplementärtherapien (nicht Alternativ, was Ausschluß bedeutet). Altenpfleger, Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden usw. usf. können mit ihren Beobachtungen ebenfalls wichtige Informationen liefern.

Dieses System wurde von Prinz Charles 1995 in England angestoßen und unter Mitwirkung aller öffentlichen und privaten Gesundheitseinrichtungen, Ärzten, praktizierender Komplementärtherapeuten UND Patienten eingerichtet, nachdem die Wirkweise und Wirksamkeit insbesondere der Komplementärverfahren überprüft worden war. Eine Informationsbroschüre für Ärzte zeigt welche Therapien, wann, zusätzlich zur Medizin hilfreich sind und eine Überweisung ratsam ist. Patienten werden ebenfalls umfassend darüber informiert, was alles verfügbar ist. Das funktioniert dort schon seit über 15 Jahren und hat so ganz nebenbei die Kosten im Gesundheitsdienst erheblich vermindert.

Unvoreingenommene, sich ergänzende Zusammenarbeit ist das Beste, was wir dem Patienten bieten können, damit er/sie gesunden kann.

#23 |
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Ich find das irgendwie jetzt nicht sooo umwerfend; jeder Student hört doch mal, dass sich der böse Krebs gern mal auf dem Boden einer Entzündung breit macht. Und – wer hätte das gedacht – ASS wirkt antiinflamatorisch… wahnsinn…

#22 |
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Ich greife einmal den Beitrag von J. Reichle auf. Zum einen frage ich mich als Forenneuling schon seit einiger Zeit, ob die hellgrau hinterlegten Beiträge auf eine fehlende Benutzerauthentifizierung hinweisen, heißt dass es sich um vollkommen anonyme Benutzer handelt. Das wirft insofern die Frage auf, warum und wie das funktioniert. Ich war immer davon ausgegangen, dass der vor Freischaltung angeforderte Berufs- bzw. Qualifikationsnachweis eine Grundvoraussetzung ist, hier zu schreiben. Das würde dann jedenfalls schon mal die Forentrolle fern halten.

Zum anderen finde ich es suboptimal für ein etabliertes medizinisches Portal, wenn hier -öffentlich lesbar- die historisch offenbar unüberbrückbaren Standesdifferenzen zwischen einigen Ärzten und Nichtärzten ausgetragen werden. Hr. Dr. Dünkel macht hier, vielleicht nicht ganz unfreiwillig, seinem Namen alle Ehre. Fachliche Differenzen kann, soll und muss man diskutieren, wenn es um medizinische Wissenschaft geht. Eine Diskussion führt man allerdings nicht, indem man anderen gleich zu Anfang das Mikrofon abdrehen will. Eine rechtzeitig intervenierende Forenmoderation wäre hier wahrscheinlich nicht ganz verkehrt.

#21 |
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Heilpraktiker

@ Ralf Müller; es handelt sich sowohl um Nahrungsmittel als auch ‘Medikamente’, wobei die Medikamente stärker wirken. Die medikamente der TCM sind überwiegend pflanzlich, z.T. von Tieren und aus dem Mineralreich.

#20 |
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Ralf Mueller
Ralf Mueller

@ Lachenmaier.Sehr interessantes Erklärung.Mich interresiert welche `blutbildende`substanzen benutzt man denn?Sind das Nahrungsmitteln oder Medikamente?Ich bin hin und her gerissen über diese ganze ASS hype.Danke im voraus.

#19 |
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Hier ein kleiner Ausflug in die Logik: Daß ASS entzündliche Prozesse hemmt, das Blut verdünnt etc. läßt sich experimentell beweisen. Allein auf grund der Tatsache daß ASS überhaupt wirkt, läßt sich nicht ausschließen daß es auch gegen Krebs wirken könnte. Dies im Unterschied z. B. zu den Zuckerkügelchen der Homöopathie, für deren Wirksamkeit bislang experimentell kein Beweis erbracht werden konnte. Dennoch ist nicht auszuschließen, daß in Einzelfällen, über welchen Mechanismus auch immer, Zuckerkügelchen eine Wirkung ausgelöst haben. In diesem Sinne würde ich im hier eröffneten Wettstreit zwischen Medizinern und Homöopathen letzter zum zweiten Sieger erklären. Ich glaube damit können doch alle Beteiligten leben, oder?

#18 |
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Jürgen Reichle
Jürgen Reichle

Zu den Studien kann ich nichts sagen, ich habe sie nicht gelesen, man wird weitere abwarten müssen. Zu dem Umgangston in dieser Diskussion will ich (als Pädagoge und Biologe) allerdings wie einige Vorredner Stellung beziehen: anscheinend ist auch in diesem Forum die Unsitte anderer Foren eingezogen, im Schutze weitgehender Anonymität beleidigende und herabsetzende Anmerkungen zu machen (übrigens schützt eine Promotion auch nicht vor Fehlern – s. Zitierweise). Ich finde, negative Anmerkungen über KollegInnen und Vertreter anderer medizinischer Berufe haben hier nichts verloren – gibt es eigentlich keinen Foren”wächter”? Sachliche Argumente und Gegenargumente bitte!

#17 |
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Dirk Reske
Dirk Reske

Interessante Diskussion über das ” allheilende ASS “. Erstaunt kann man immer wieder nur über die Arroganz einiger Mitmenschen sein, die der Meinung sind nur weil sie studiert haben die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Viele der heutigen auch an Universitäten gelehrten Erkenntnisse sind von Menschen ohne abgeschlossenem Studium oder einem höherem Bildungsabschluss zusammengetragen worden. Schade dass Medizin scheinbar noch immer isoliert betrachtet wird denn nur im Zusammenspiel mit den Anderen, ( Technischen Assistenten, Physiotherapeuten,Pflegekräften, Arzthelfern, vielen Handwerkern und nicht zu vergessen den Patienten) können wir den Standard bieten der für uns zwischenzeitlich normal geworden ist.

#16 |
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Es geht hier zwar um das ASS, das hier mit Recht gewürdigt wird.

Aber die Diskussion hier ist kritikwürdig.

Erlauben Sie mir als etwas älteren klassischen Mediziner aber die folgende Bemerkung. Wenn wir alle als Ärzte nur immer so einfühlsam und umgänglich
mit unseren Patienten wären wie unsere Kollegen Heilpraktiker, wäre schon viel gekonnt. Mir sind zahlreiche Heilpraktiker mit herrvorragenden Kenntnissen bekannt.

Wer dem Leidenden letztendlich hilft ist egal, nur richtig muss es sein !!

#15 |
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Heilpraktiker

Ich bin zwar Heilpraktiker, aber trotzdem ein Fan von ASS. Ich arbeite mit TCM (trad. chin. Medizin): Die Wirkung der Acetylsalicylsäure nach der TCM ist, daß sie das Blut zum Fließen bringt, so wie es auch in der westlichen Medizin gesehen wird, das Blut wird ‘dünner’. Und das erklärt auch seine bedingte Wirkung bei Krebs. Krebs wird in der TCM als Ansammlung, Verdichtung von Gewebe verstanden, wobei ‘Blutstase’ ein wichtiger Ko-Faktor bei der Krebsentstehung ist. ASS wirk der Blutstase entgegen, also auch eine Positive Wirkung bei Krebs.
Der Nachteil der Geschichte: Je stärke ich das Blut verdünne, desto eher kommt es zu Blutungen. Das weiß auch die TCM und deshalb werden ‘blutverflüssigende’ Substanzen nie als Monopräparat verordnet, sondern immer abgepuffert mit ‘blutnährend’ sprich ‘blutbildenden’ Substanzen.
Um die hitzige Diskussion etwas aufzulocken zum Schluß noch ein Witz:

Die Therapie der Ärzte bei der Armee waren früher recht simpel:
Bei Beschwerden oberhalb der Gürtellinie haben sie Aspirin verordnet, bei Beschwerden unterhalb bekam der Patient Rizinus. Jetzt kam ein Soldat mit Husten zum Vertretungsarzt. Dieser hat ihm Rizinus verordnet.
Da fragt ihn dann sein Kamerad: Und, hat es gewirkt? Meint der Soldat: Irgendwie schon. Ich trau mich jetzt nicht mehr zu husten.

#14 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

@ Alexander Imtiaz
Mindestens 3x jährlich harnäckige Bronchitis. Durch Einnahme eines homöopathischen Mittels, nur bei Bedarf, OHNE Nebenwirkungen, habe ich den gleichen Effekt erzielt. Seit 1992 nicht mal ein Schnupfen, geschweige denn Grippe, selbstverständlich ohne Impfungen.

#13 |
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Frau Monika Schreck
Frau Monika Schreck

Koch Sascha

Heilpraktiker ohne med. fundiertes Wissen sollten sich aus gewissen Diskussionen heraushalten.
S.Koch
FA f. Orthop./Unfallchirurgie

Meine Antwort auf diese unsinnige Aussage von Sacha Koch, FA für Orthopädie:
Ich kenne mindestens drei Heilpraktiker (klassische Homöopathie) die sehr wohl über fundiertes Wissen verfügen. Außerdem sind diese Heilpraktiker von Medizinern geprüft. Meine mich behandelnden Ärzte schätzen das Wirken meiner Heilpraktikerin.
Oswald Schulz HN 79 Jahre

#12 |
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Ja ja, Bayer…
Fand es sehr interressant als in den TV-Nachrichten zum 150.Bayer Jubiläum im Hintergrund ständig ein Spot mit Aspirin lief.
Ich hätte mir gewünscht das besonders ihr berühmtes Heroin auch im Inhalt vorgekommen wäre, da Bayer erst nach jahrelanger agressiver und verharmlosender Verkaufsstrategien das Handtuch werfen musste und erst danach diese Lücke mit Hr.Hoffmans vorheriger Entdeckung, dem Aspirin gefüllt hat!
Aber wer möchte heutzutage schon ehrliche Werbung haben?!

m.f.& k.Gruss
Dr.med.Mustafa Ayhan

#11 |
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Alexander Imtiaz
Alexander Imtiaz

Eine weitere Hinweis für die Forschung.Ich habe jedes Jahr unter Schwere Grippe gelitten, seit 1999 neheme ich 1oo mg ASS täglich.Seitdem habe ich nie wieder Grippe gehabt, wohl bemerkt, bin nie gegen Grippe geimpft worden.
Vielleicht besteht doch ein Zusammenhang zwichen ASS und Immunesystem.

#10 |
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Dr. Dünkel
Dr. Dünkel

Es ist doch immer wieder erstaunlich, welche Berufsgruppen sich hier zu Wort melden!

#9 |
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Altenpfleger

J. Zepelin zepelin@arcor.de

ich maße mir (insbesondere ohne Dr.-Titel!) nicht an, auf den Inhalt der Studie als solche einzugehen. Aber das “Titelbild” finde ich äußerst deplaziert und reißerisch, wenn nicht sogar blasphemisch!! Muß das sein ??

#8 |
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Felix Sgonina
Felix Sgonina

Ziemlich arroganter Fatzke, der Orthopäde Koch!

#7 |
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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

@ Herrn Dr. Franz Kass,
glauben Sie??? Ohne die Herkunft noch die Studien selbst überprüft zu haben? Wer hat die Studien finanziert? Von manipulierten bzw. schöngefärbten Studien haben Sie sicherlich schon mal gehört? Krebs entwickelt sich über viele Jahre: 13 Studienteilnehmer – soll das ein Witz sein? Frage: Studiendauer? Doppelblind? Wurden evtl. verstorbene Patienten berücksichtigt oder nicht? usw. usf. Das Gericht in den USA hat sich die Sache nicht leicht gemacht… Gutachter en masse von Bayer sind aufmarschiert. Das Gericht kam mit der FDA zum dem Schluß: wirkt nicht!

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Biochemiker

Ein weiterer denkbarer Effekt mag darin liegen, dass ASS bekanntlich ein COX-Hemmer ist, dh. die Prostaglandinsynthese inhibiert. Prostaglandine lockern u.a. die E-Cadherin vermittelten Verbindungen des Epithels auf. Beim Plattenepithelkarzinom wurde zB. nachgewiesen, dass der Schritt von der Dysplasie zum SCC dadurch entscheidend beschleunigt wird. [1] Desweiteren spielen Prostaglandine eine prominente Rolle in Bezug auf die Zell-Proliferation, welches naturgemaess auch die Mutationsrate negativ beinflussen mag.

[1] S. Brouxhon, S. Kyrkanides, M. K. O’Banion et al., “Sequential down-regulation of E-cadherin with squamous cell carcinoma progression: loss of E-cadherin via a prostaglandin E2-EP2-dependent posttranslational mechanism,” Cancer Research, vol. 67, no. 16, pp. 7654–7664, 2007.

#5 |
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Koch Sascha
Koch Sascha

Heilpraktiker ohne med. fundiertes Wissen sollten sich aus gewissen Diskussionen heraushalten.
S.Koch
FA f. Orthop./Unfallchirurgie

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Dr. med. Susanne Bihlmaier
Dr. med. Susanne Bihlmaier

Antientzündlich geht auch ohne ASS-Nebenwirkungen: einfach ein bisschen mehr pflanzlich ernähren, das erspart die entzündungsfördernde Arachidonsäure tierischer Produkte. Und das geht auch ganz lecker, siehe “Tomatenrot+Drachengrün”

#3 |
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Chemiker

Wie man sieht, wirkt es doch.

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Heilpraktikerin Ursula Tüffel
Heilpraktikerin Ursula Tüffel

Mit dieser unsinnigen Aussage – Aspirin gegen Krebs – setzte sich BAYER gehörig in die Tinte. Diese Aussagen sind von der Pharma lanciert und entsprechende Werbung in deutsche Medien wird fleißig betrieben. In den USA wurde BAYER nach einem langen Gerichtsverfahren dazu verurteilt die Aspirin/Krebs-Werbung nicht nur abzubrechen, sondern eine Millionen Dollar schwere Werbe-Kampagne durchzuführen, die diese Aussage widerruft und die Konsumenten ausdrücklich darauf hinweist, daß Aspirin NICHT gegen Krebs wirkt, auch nicht vorbeugend. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Coordination gegen Bayer-Gefahren.

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