Wahl-O-Mat für Mediziner

19. September 2017
Teilen

Am 24. September ist Bundestagswahl. Doch welche Positionen vertreten die Parteien bei Themen wie Impfpflicht, Antibiotika und Gentechnik? Mit dem Science-O-Mat lässt sich anhand von 15 Thesen herausfinden, welche Partei am ehesten den eigenen Standpunkten entspricht.

Im aktuellen Wahlkampf spielen Aspekte, für die sich Ärzte oder Apotheker besonders interessieren, keine große Rolle. Jetzt haben Experten einen speziellen „Wahl-O-Maten“ programmiert, den sogenannten Science-O-Maten. Wer wissen möchte, welche Parteien etwa eine verpflichtende Masern­impfung einführen möchten, die Erstattung von Homöopathie untersagen könnten oder für eine Forschung an menschlichen Embryonen in Deutschland plädieren, findet diese Antworten im Science-O-Mat.

Parteien zu heiklen Themen befragt

Ausgangspunkt war der „March for Science“. Am 22. April gingen hunderttausende Menschen auf die Straße, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht verhandelbar sind. Ihre Botschaft lautete: Neutrale, objektive Forschung bilde die Basis eines jeden gesellschaftlichen Diskurses.

Während einer „Open conference“ im Nachklang des Berliner Marsches entstanden 15 Thesen. Ehrenamtliche kontaktierten daraufhin alle Parteien, um deren Reaktion zu erfahren. Mittlerweile gibt es Antworten von sechs Parteien: SPD, Piraten, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und CDU/CSU. „Der Science-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein themenspezifisches Informationsangebot“, heißt es auf der Website. Interessierte bekommen die Möglichkeit, anhand von Themenkomplexen zu überprüfen, mit welcher Partei sie die größten Übereinstimmungen haben.

Von Gentechnologie bis Homöopathie

Mehrere Thesen aus dem Themenspektrum, bei denen Parteien ihre Zustimmung oder Ablehnung signalisiert haben:

  • Eine verpflichtende Masernimpfung für Kinder und Erwachsene sollte eingeführt werden.
  • Die Erstattung von homöopathischen Behandlungen durch die gesetzlichen Krankenkassen soll untersagt werden.
  • Die Forschung an menschlichen Embryonen soll in Deutschland erlaubt werden.
  • Die Untersuchung des eigenen Erbgutes auf mögliche Erkrankungen, die an die Nachkommen vererbt werden können, sollte für jeden frei verfügbar sein.
  • Die Verwendung von Werbeaussagen wie “wissenschaftlich überprüft” oder “von Wissenschaftlern empfohlen” sollten untersagt werden, wenn sie nicht nachweislich auf anerkannt wissenschaftlicher Evidenz beruhen.
  • Tierversuche an nichtmenschlichen Primaten sollten auch in der Grundlagenforschung weiterhin erlaubt sein, wenn es zu diesen Experimenten keine Alternative gibt.
  • Um die Wirksamkeit von Antibiotika bei der Behandlung von Menschen zu erhalten, soll der Einsatz in der Massentierhaltung stark eingeschränkt und reglementiert werden.
  • Die Ergebnisse staatlich finanzierter Forschung sollen als Publikationen kostenlos öffentlich zugänglich sein.

Nach der Beantwortung aller Fragen besteht die Möglichkeit, besonders wichtige Themen hervorzuheben. Diese Aussagen werden im Ergebnis doppelt gewichtet. Anschließend errechnet der Science-O-Mat prozentuale Übereinstimmungen mit den Parteien.

Hier gehts zum Science-O-Mat.

19 Wertungen (3.37 ø)

Die Kommentarfunktion ist nicht mehr aktiv.

22 Kommentare:

Gast
Gast

Die Welt sollte wachsam sein, damit sich linke wie rechte Diktaturen nicht wieder entwickeln dürfen. Aber Ihre Zusammenfassung unserer Gesellschaft kann ich nicht teilen. Ich lebe in Deutschland in einer aufgeklärten Gesellschaft ohne die von Ihnen beschriebenen generellen Phobien. Diese treten leider immer wieder auf. Aber das kann, muss und wird diese Gesellschaft aushalten. Man muss nur sachlich bleiben und die Demokratie verteidigen. Im übrigen bin ich der Meinung, dass nicht alle Wähler der AfD oder Linke Nazis oder Kommunisten sind, sondern auch viele Enttäuschte, die in unserer Gesellschaft nicht mitkommen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Vielleicht sollten Sie nicht immer nur das “Neue Deutschland” lesen. Für Sie ist die taz wohl zu rechts. Diese Mengele- Problem sehe ich im Gesundheitswesen ausgesprochen überhaupt gar nicht! Ich bin gegen Extremismus aus allen Richtungen.

#22 |
  0
Gast
Gast

Und nur nebenbei: Mengele war ein wirklich unaussprechliches Monster. Damals war die Judikative aber auch braun. Das darf sich nicht wiederholen!
Faschismus, Xenophobie, Homophobie und Haß haben alle keinen Platz in einer modernen, aufgeklärten Welt, in der die Erde eben keine Scheibe mehr ist.
All diese genannten Begriffe haben einfach keinen Platz in der Medizin, der Pharmazie und generell im Gesundheitswesen.
Unser höchster Auftrag ist der Patient.
Kein rechtes Gedankengut und kein Faschismus, kein Petry-Heil und kein Gauland darf daran rütteln.

#21 |
  1
Gast
Gast

Rechts ist für mich braun, Herr Kollege. Oder will tatsächlich irgendwer ernsthaft bezweifeln, dass wir uns wieder in Richtung 33 bewegen? Menschen sollen verachtet werden, Liebe wird wieder als Unzucht bezeichnet, alleinerziehende Mütter und Väter sind keine Familie usw.
Wir Ärzte haben alle studiert, wir alle müssen uns stets fortbilden um auf dem neuesten Stand der Dinge zu bleiben.
Das Weltbild von 1933 bis 1945 passt so überhaupt nicht zu einer modernen, aufgeklärten und großartigen Medizin und ihren Praktizierenden.
Wohl zu denen, die Homosexualität noch mit voller Überzeugung als Krankheit betrachten (Religion spielt hier eine wichtige Rolle), aber mit denen möchte ich als junger, aufgeschlossener Mediziner nix zu tun haben.

#20 |
  1
Gast
Gast

#18 Vorsicht: Nazikeule ohne Sachverstand! Mengele mit der AfD gleichzusetzen ist eine unsachgemäße Verharmlosung der Greueltaten der Nazis. Wer so einfach denkt, sieht in der “Linken” wohl auch nur Stalinisten! So einfach ist die Welt für einen gebildeten Menschen mit Fähigkeit zum Differenzieren wohl eher nicht! Gegen Populisten wie in der AfD (und auch Linken) sollte man argumentativ vorgehen und nicht mit Gegen- Populismus.

#19 |
  0
Gast
Gast

Dass soviele Kollegen die neue NSDAP wählen wollen oder auch die Alternative fürs Denken genannt, erschreckt mich. Sollten wir Ärzte nicht dazu gelernt haben? Oder gibt es wirklich noch welche, die Mengele als persönlichen Held betrachten?

#18 |
  2
Gast
Gast

Und die geilen Oral-B Zahnbürsten, na ja sie wissen, was ich meine Herr Odendahl.

#17 |
  0
Gast
Gast

Der Dativ ist dem Genitiv Sein Tod
Der Versender ist der Tod des Apothekers.
Ich kann mit beidem leben.

#16 |
  1

zu#11:
wegen meines (Genitiv!) Freundes

#15 |
  0
Manfred L. DIETWALD, Apotheker
Manfred L. DIETWALD, Apotheker

’11) Zum Glück stammen Sie von einer Amöbe ab und wählen , was Sie gern (fressen) verspeisen würden, obwohl wir einer Gatung angehören.

#14 |
  4
naiver Gast
naiver Gast

Gleichberechtigung für alle Heiler! Nacht- Wochenend- und Feiertagsdienste für HP; Behandlung von Unfällen, Tumoren und schweren Infektionen auch für Homöopathen. Niederlassungsbeschränkung und Budgetierung für Alternativmediziner. Qualitätsstandards und Begehungen (z.B. Hygiene, Arbeitsschutz) nicht nur für Ärzte! Fortbildungsverpflichtungen für alle! Regresse für alle! Gleiche Rechte und Pflichten!

#13 |
  1
Gast
Gast

Mehr Tierärzte in die Humanmedizin!

Gibt es eine Partei, die das fordert?

#12 |
  0
Gast
Gast

Ich wähle die Partei der bibeltreuen Apotheker, wegen meinem Freund Manfred. Irgendwie aus Mitleid, weil Manfred an eine Mythologie glaubt, die vor 2000 Jahren aus einer primitiven Hirtenkultur entwickelt wurde.

#11 |
  2
Gast
Gast

#9: Wieso? Das der Wahl-O-Mat eher ein Spaßtool ist und zumindest etwas gebildete Leute nicht davon ihre Wahlentscheidung abhängig machen, ist doch wohl jedem klar, und die Übersichtstabelle aller Haltungen der Parteien zu den jeweiligen Themen wird am Ende auch angezeigt…
Vielleicht doch eher ein peinlicher Kommentar?

#10 |
  0

Fragen verfehlt, es gibt wirklich brisantere Probleme und notwendige Lösungen, die politisch wichtig sind. Der Wahl-o-mat ist lächerlich. Wenn einer sich tatsächlich für diese Fragen interessieren sollte, ist nicht das Wahl-o-mat Ergebnis wichtig, es erscheint dann eine Tabelle, die eine Übersicht verschafft, welche Partei wo in diesen Themen steht.
Insgesamt aber echt peinlicher Artikel

#9 |
  2
Gast
Gast

Ich wähle die Bordi, Spaß, Tier-und Chirurgen Partei. Ganz neu im Programm

#8 |
  0
Gast
Gast

#4: Ernsthaft? Wer will, dass erwiesenermaßen wirkungslose Therapien wie Homöopathie weiterhin von Kassen übernommen werden, muss dann aber auch zulassen, dass auch alle anderen Medikamente keinen Wirknachweis vor Zulassung mehr erbringen müssen.
Und damit kann man auch gleich das Gesundheitssystem begraben.
Lesen Sie sich die These noch einmal genau durch: es geht NICHT darum, Homöopathie zu verbieten, sondern nur, dass die Krankenkassen sie nicht mehr übernehmen dürfen.
Wer auf Hokuspokus steht, kann das gerne tun (mit Argumenten sind Anhänger dieser Dinge ja ohnehin in der Regel nicht mehr zu erreichen), aber gefälligst auf eigene Kosten!

#7 |
  3
Gast
Gast

Ich wähle FDP, weil die bei Apothekern so beliebt ist.

#6 |
  4
Gast
Gast

Ich wähle die Tierschutzpartei, damit Tierärzte die pleite gegangenen Fachärzte ersetzen können.

#5 |
  3

Ich bin doch hier bei den vernagelten Köpfen von dochek. Wieso findet sich in deren wahl-o-mat keine Frage zu Heilpraktikern. Mir fehlt da richtig was. ;-)
Aber im Ernst: von den Thesen im oben stehenden Artikel ist gleich These 2 zum Untersagen der Erstattung homöopathischer Behandlungen durch die Gesetzlichen die ermüdende Wiederholung einer einseitigen Position. Diese Info-Seite für Ärzte und andere Weißkittel, die in der Intention der Fragestellung schon so einseitig die einseitigen Standpunkte der Humanistischen Union wiedergibt, verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit und hat die Neutralität schon lange verlassen. Unter den im scienence-o-mat verglichenen Parteien ist die HU die einzige(!), die diese autoritäte These vertritt. Übrigens eine eigenartige Position für einen Verein, der sich die Verteidigung der Bürgerrechte vorgenommen hat. Aber das ist deren Hinterzimmerproblem.
Mich nervt hier ganz klar die rechthaberisch einsitige Haltung, die ganze Berufsgruppen abstraft. Daher überlege ich ernsthaft docchek abzubestellen.

#4 |
  12
niedergelassener Facharzt
niedergelassener Facharzt

Es fehlen neben einigen sinnvollen Fragen vor allem die Themen des Alltags. Und hier ist deutlich hervorzuheben, dass die ärztliche Versorgung durch niedergelassene Fachärzte massiv schlechter gestellt werden soll, wenn man den drei linken Parteien ins Programm schaut. Die teilweise durchaus richtigen positiven Aspekte der Bürgerversicherung werden zu einem Sterben der Facharztpraxen führen. Diese haben einen teils erheblichen Investitionsbedarf, der oft nur durch die Abrechnung mit der PKV finanziert werden kann. Denn durch die GKV bin ich budgetiert. Ich könnte meine Kredite jedenfalls nicht mehr bezahlen. Ich habe jetzt schon weniger als vorher als Oberarzt im Krankenhaus. Also GEGEN DIE BÜRGERVERSICHERUNG! Sie wird in ihrer Konsequenz die Versorgung verschlechtern!

#3 |
  4
Coventina
Coventina

Was hat das mit dem Thema zu tun?

#2 |
  5
Gast
Gast

Ich wähle SPD, die hält an Versandapotheken fest.

#1 |
  17
Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: