Arztassistenz: Dr. Light setzt sich durch

15. September 2017
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Taugt das Modell des Physician Assistant dazu, den Arzt zu entlasten? Im Klinikalltag hat sich der Arztassistent bewährt. In Zukunft soll er nicht nur im Krankenhaus arbeiten, sondern auch Hausärzte unterstützen. Sie stehen dem neuen Berufsbild allerdings skeptisch gegenüber.

Steffi Kösters-Stroers kann mehr als eine gewöhnliche Krankenschwester. Auf der geriatrischen Station führt sie selbstständig den orientierenden Ultraschall durch. Sie hat gelernt, Standarddiagnosen wie Nierenstau und Harnverhalt oder Konkremente in der Gallenblase zu erkennen.

Doch sie kann weniger als ein Arzt: Bei Abnormitäten, oder wenn sie sich nicht sicher ist, holt sie sich jemanden hinzu. Seit ihrer Weiterbildung zum Physician Assistant (PA) liegt ihre Qualifikation zwischen den beiden Berufen.

K-S (2)

Steffi Kösters-Stroers © privat

Kösters-Stroers übernimmt die Voraufklärung für diagnostische Untersuchungen wie Magen-oder Darmspiegelungen. Sie prüft EKGs auf Auffälligkeiten, hört bei der geriatrischen Aufnahmeuntersuchung Herz und Lunge der Patienten ab, übernimmt die vegetative und soziale Anamnese. Alles Tätigkeiten, die den Behandelnden viel Zeit kosten würden, als PA soll sie ihn entlasten. „Der Arzt sieht den Patienten trotzdem auf jeden Fall. Doch vorher hätte das vielleicht 40 Min gedauert, jetzt sind es 5-10 Minuten,“ erzählt Kösters-Stroers.

Chefärztin dankbar für Unterstützung

Kösters-Stroers war schon 44 und gut 20 Jahre als Krankenschwester tätig, als ein Chefarzt sie überzeugte, als Weiterbildung den dualen Bachelorstudiengang PA an der privaten Mathias Hochschule Rheine (heute angesiedelt an der Praxishochschule Rheine) zu belegen. Die Kosten trug in ihrem Fall der Arbeitgeber, das Klinikum Rheine, wo sie auch den praktischen Teil der Ausbildung absolvierte. Zusätzlich war Zeit zum Selbststudium vorgesehen, etwa ein Drittel der Zeit entfielen auf Theorieunterricht an der Hochschule. Das Studium machte ihr viel Spaß und baute auf ihrer Berufserfahrung auf: „Meine Erfahrung in der Dialyse und auf der Intensivstation sind mir sehr zugute gekommen“, sagt sie. Die Unterstützung der Ärzteschaft für ihre Weiterbildung war von Anfang an groß: „Man weiß hier, was ich kann und traut mir das auch zu.“

Angela Grote-Reith ist Chefärztin auf Kösters-Stroers Station und für die Unterstützung durch ihre zwei PAs dankbar. „Ich verwende weniger Zeit für aufwendige Dokumentation und Organisation.“ Sie könne sich stärker auf ihre ärztlichen Kompetenzen konzentrieren. „Beide PAs in meiner Abteilung kennen das Krankenhaus lange aus ihrer Tätigkeit als PTA und Intensivschwester, das macht es leicht.“ Es habe auch eine PA-Hospitantin gegeben, die 20 Jahre und noch nie in der Krankenhausmaschinerie tätig gewesen sei. Das sei „für beide Seiten kein Gewinn“ gewesen, sagt Grote-Reith. „Die Auswahlkriterien der Hochschulen scheinen da unterschiedlich zu sein.“

Ärzte wollen Aufgabenbereich einschränken

An der Einheitlichkeit mangelt es wohl auch deshalb, weil die Weiterbildung zum Physician Assistant in Deutschland noch relativ neu ist. Erst etwa 300 fertig ausgebildete PAs haben den Studiengang an einer von zehn privaten Hochschulen absolviert, sie alle sind in Krankenhäusern tätig. Auf dem letzten Ärztetag im Mai wurde nun aber einem Konzeptpapier von Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung zugestimmt, das allgemeine Regeln für den Einsatz und die Ausbildung der PAs vorsieht. Darin steht zum Beispiel, dass Studienbewerber vorab eine mindestens dreijährige Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf absolviert haben müssen. Es besagt, dass der PA dem Arzt unterstellt ist und zeigt enge Grenzen für dessen Einsatz auf: Anamnese, Untersuchung, Diagnose und Aufklärung sollen demnach weiter dem Arzt vorbehalten bleiben. Ein Berufsgesetz für den PA gibt es bisher aber noch nicht.

Stärker etabliert ist der Beruf des PA bereits in den USA oder auch in den Niederlanden. Die Arztassistenten werden dort nicht nur in Krankenhäusern, sondern ebenso in Praxen eingesetzt. Auch hierzulande wird derzeit eine Ausweitung des Modells diskutiert.

Theodor Windhorst © privat

„Die Kliniken haben das Potential bereits gesehen und unterstützen es“, sagt Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Er sieht den Einsatz von PAs auch als Chance für die hausärztliche Versorgung. „Gerade da, wo sich Ärzte zu Versorgungszentren zusammenschließen, wären sie die ideale Ergänzung. Weil die Studiengänge auf dem Pflegeberuf basieren, müssten sie entsprechend angepasst werden, um sie mit dem ambulanten Bereich in Einklang zu bringen. Daran basteln wir gerade herum,“ sagt Windhorst, „aber wir sind da noch ganz am Anfang.“

Doch ausgerechnet die, für die sie in Zukunft arbeiten sollen, stehen den PAs kritisch gegenüber. „Gegen Delegation ist natürlich überhaupt nichts einzuwenden. Sie ist ein wichtiges Element, um die Hausärzte zu entlasten‟, sagt Vincent Jörres, Sprecher des Deutschen Hausärzteverbands. Es sei aber „nicht direkt nachvollziehbar“, warum man dafür ein neues Berufsmodell brauche. „Mit den VERAHs (Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis) haben wir als Verband ja bereits ein Modell etabliert, das die Hausärzte bei ihrer Arbeit unterstützt. Sie können zum Beispiel Hausbesuche übernehmen, die keine ärztliche Expertise erfordern.“ Was man unbedingt vermeiden müsse, sei „eine weitere Zersplitterung“ der Versorgung. „Unsere Befürchtung ist: Je mehr Schnittstellen es gibt, desto mehr muss koordiniert werden und desto fehleranfälliger wird ein Versorgungssystem. Manche Modelle werden offensichtlich fern der Praxisrealität entwickelt.“ Zudem brauche man klare Definitionen, was ein PA darf und was nicht. „Was wir nicht brauchen, ist ein ‚Arzt-light-Arztassistent‘ der ohne die entsprechende Expertise und Ausbildung ärztliche Aufgaben übernimmt.“

VERAHs keine Alternative

PA Kösters-Stroers glaubt, die VERAH-Fortbildung könne nicht das Gleiche bieten: „Medizinische Erkenntnisse, die man als Physician Assistant in sechs Semestern erwirbt, bekommt man nicht durch eine Zusatzausbildung, die nur wenige Wochen läuft. Da würde es sich für die Ärzte schon lohnen, noch besser qualifizierte Kräfte zu haben.“ Ähnlich sieht es Windhorst: Hausbesuche speziell auf dem Land stärker an VERAHs zu delegieren, sei keine Lösung. „Das Modell der Landkrankenschwester wollen wir nicht. Landbewohner sind keine Patienten zweiter Klasse und auch sie verdienen eine approbierte Versorgung.“

Die Forderung nach mehr Regulierung hingegen teilt er. Er weiß, dass so mancher Kollege fürchtet, ein PA könne den Arzt ersetzen. „Ein PA soll natürlich keine billige Arbeitskraft sein, die die Ökonomie entlastet, sondern den Arzt. Er soll unter ärztlichem Direktorium stehen. Da helfen nur klare Richtlinien. Und dafür brauchen wir ein Berufsgesetz.“

quinten

Quinten van den Driesschen © privat

Das, wovor sich deutsche Ärzte fürchten, gibt es aber tatsächlich bereits: in den Niederlanden. Und es scheint, gut zu funktionieren. „Ich mache dieselbe Arbeit wie ein Arzt,“ erzählt Quinten van den Driesschen, der als PA in einer hausärztlichen Praxis arbeitet. „Ich sehe den ganzen Tag meine eigenen Patienten, etwa 30 bis 40.“ Nicht nur ist er ambulant tätig. Er macht auch das, was PAs in Deutschland nach Wunsch vieler Ärzte nicht dürfen sollen. Van den Driesschen stellt selbst Diagnosen, untersucht Kranke, verschreibt Medikamente. Das niederländische Berufsgesetz für PAs lässt das zu. Nur komplexere Fälle und Medikationen bleiben reine Arztsache. Auch gibt es Beschränkungen für PAs, die erst seit kurzem im Job tätig sind. Sie dürfen zum Beispiel keine Babys behandeln, die jünger als drei Monate sind. Von Delegation kann man eigentlich nicht mehr sprechen. „Es ist eine Kollaboration“, sagt van den Driesschen. Er darf aber keine eigene Praxis eröffnen, sondern nur in der eines Arztes mitarbeiten. Mit seiner Praxis hat van den Driesschen eine zusätzliche Vereinbarung getroffen: Kommt er nach zwei Konsultationen bei einem Patienten nicht weiter, dann übernimmt ein Arzt.

Anders als in Deutschland ist der PA in den Niederlanden ein Masterstudiengang. Er baut auf Gesundheitsberufe wie Pfleger oder Physiotherapeut auf, die hier Bachelorstudiengänge sind. Die Skepsis deutscher Ärzte gegenüber größeren Befugnissen für den PA findet van den Driesschen schade. Der Arzt, in dessen Praxis er arbeitet, sei froh, mehr Zeit für seine Patienten zu haben. „Ein Arzt sollte sich am besten fragen, ob er mit seiner guten Ausbildung lieber 50 simple Fälle behandeln will, die ihn viel Zeit kosten. Oder stattdessen eine Hand voll anspruchsvoller, anhand derer er sich selbst noch weiterentwickeln kann.“

Van den Driesschen unterrichtet nebenbei selbst angehende PAs an der Fachhochschule HAN in Nimwegen, die mit deutschen Ausbildungsinstituten kooperiert. Er hofft, dass man sich dort in Zukunft für einen Master nach dem Modell des Nachbarlands öffnet. „Ich würde mir wünschen, dass Deutschland und die Niederlande da stärker an einem Strang ziehen.“

42 Wertungen (4.14 ø)
Bildquelle: With Associates, flickr / Lizenz: CC BY-SA
Allgemeinmedizin, Medizin

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52 Kommentare:

Neuntsemestler, Spätberufener, Noch-nicht-desillusionierter…
Neuntsemestler, Spätberufener, Noch-nicht-desillusionierter…

Tatsächlich beobachte ich gerade während meines Blockpraktikums auf einer großen internistischen Notaufnahme folgendes:
Patienten werden überwiegend von Medizinstudenten aufgenommen. D.h. nach Ersterhebung der Vitalparameter durch die Pflege legt der Student eine VVK, nimmt Laborblut und schreibt ein RuheEKG, welches er befundet. Daraufhin wird anhand eines standardisierten Aufnahmebogens mehr oder weniger standardisiert der Patient aufgenommen. Die Summe wird danach dem verantwortlichen (Jung-) Assistenzarzt vorgestellt (oder hingelegt, je nach Arbeitsaufkommen), welcher entweder Therapien anordnet oder im besten Fall einen Second Look macht. Ist kein Student verfügbar, sind seine Arbeiten Arztaufgabe und erfolgen idR sehr viel später. Eine oberärztliche Konsultation erfolgt bei schweren Erkrankungen und komplexen Fällen bzw. 2x tgl. bei Visite.

Man kann also sagen, an dieser Notaufnahme ist ein “PA” tätig. Noch nicht richtiger Arzt aber so n bissl was auf dem Kasten hat der Kerle. Das Problem: red flags kann er, muss er aber nicht erkennen. Und der Arzt ist nebenher v.a. mit Dokumentation und Bettenorganisation beschäftigt.

Ein anderes, manche sagen, besseres Modell lernte ich in einer benachbarten Kreisklinik kennen:
Der Patient wird am zentralen Standort von einer MTA organisatorisch aufgenommen, gleichzeitig hat ein Facharzt einen First Look, bei dem er rote Behandlungsdringlichkeit und Laborparameter definiert. Alle nicht roten Patienten werden jetzt in Reihenfolge des Eintreffens durch die Pflege triagiert, hierbei werden VVK und BE sowie EKG bereits erfasst und eine Behandlungsdringlichkeit nach standardisiertem Protokoll definiert.
Der nächste freie Arzt übernimmt den Patient nach Triagereihenfolge in einem Aufnahmezimmer und macht Anamnese und KU, dieses wird kurz dokumentiert und der Patient ggf. in die Funktionsdiagnostik weiterverlegt.
Durch die Vorarbeit der Pflege kann der Arzt deutlich mehr Raum dem medizinischen Problem widmen und hat weniger Galama mit Routinewerterhebung bzw. kann diese direkt verwerten (klin. Labor).

Ob diese Vorarbeiten den pflegerischen Kollegen “aufgebürdet” werden können oder nicht, muss jede Klinik für sich entscheiden, eine akademische Ausbildung ist mEn nicht nötig, da es ein reines SkillsTraining hier zweckmäßiger ist. Zusätzliche Kräfte beim nichtärztlichen Personal braucht es sicher bei Mehrarbeit.

Summa summarum glaube ich, dass einige derzeit als ärztlich definierte Tätigkeiten (VVK; EKG, BE, LuFu etc.) sicherlich auch (teil)delegiert werden können und v.a. der Bereich der Dokumentation von nichtärztlichen Kräften unterstützt werden müsste. Somit würden durch Entlastung Räume frei für die echte ärztliche Tätigkeit, der Anamnese, körperlichen Untersuchung und Befundung sowie Therapie. Diese elementaren Bestandteile einem Helfer, gleich welcher Qualifikation, abzutreten, ist wenn überhaupt nur unter enger Supervision (im Sinne eines [Studenten-]Unterrichtes) sinnvoll und sonst zu verhindern.

Weniger Beitätigkeit für mehr Zeit am Patienten und der Behandlung.

#52 |
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Gast
Gast

Entspricht meiner Erfahrung nach dem allgemeinem Verfall der Qualität in der Medizin! Nun also zügig weiter nach nach unten …

#51 |
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Gast^2
Gast^2

Warum die Notwendigkeit nicht-medizinische Kräfte die Versorgung zu unterstützen?

Weil das Gesundheitssystem beständig wächst, immer mehr Menschen werden durch neue Richtwerte als krank, also behandlungsbedürftig gewertet. Bsp.: Blutdruckrichtwert soll bald auf 120/80 gesenkt werden (SPRINT-Studie).

Wenn also immer mehr Menschen krank werden, kann mit der gleichen anzahl an Medizinern nicht die gleiche Behandlung herauskommen – das müsste doch einleuchten. Aber Protest von Seiten der Mediziner bleibt bislang aus – es sichert die Kunden. Jetzt aber liebe Mediziner frage ich euch:
Was wollt ihr denn sonst tun?
1. Weniger Menschen behandlungsbedürftig machen, oder
2. mehr Arbeit abgenommen bekommen?

Das ist die Frage, alles andere ist m.M.n. nur Augenwischerei bzw. Begleitmusik am Niedergang der klassischen Professionen.

#50 |
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Gast
Gast

Wieso heißt es ständig “der arme Patient der von “keinem richtigen Arzt” behandelt wird?!”
Die Patienten sind jetzt, ohne die PAs, arm, da kaum ein Arzt z.B. während der Visite Zeit hat alle Fragen der Patienten (ausführlich) zu beantworten. Dann mach es eben die überlastete Krankenschwetser oder die Fragen bleiben unbeantwortet…
Natürlich können Ärzte weiterhin 2-3 Überstunden täglich machen, um nachmittags Entlassbriefe schreiben zu können. Wieso da die Hilfe eines PAs annehmen??

Ein PAs soll NICHT zukünftig einen Arzt ersetzen, geschweige denn so tuen als wäre er einer… Menschen behandeln, operieren oder sonst irgendwas.
Der PAs ist vielfältig einsetzbar und eine ASSISTENZ DES ARZTES.

#49 |
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Orthopäde
Orthopäde

Die zunehmenden Akademisierungstendenzen bei den medizinischen Hilfsberufen führen in eine Sackgasse: “Brain drain” auf den Stationen und frustrierte Jungakademiker, die über das letztlich ausbleibende Aufstiegsversprechen enttäuscht sind, jedoch im Stationsalltag dann kaum noch zu integrieren sind.

#48 |
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Gast
Gast

#48: Was genau steht denn dann bitte auf dem Namensschild? “Physical Assistant”, worunter sich ein Großteil der Patienten nichts vorstellen kann, oder “Arztassistent” mit entsprechender Verwechslungsgefahr?
In der Realität wird der Patient im Zweifel nicht oder kaum zwischen einem Arzt und einer solchen Hilfskraft unterscheiden können.
Spätestens wenn die dann noch einen Kittel trägt, ist sie für die älteren Semester “die Frau Doktor”, und es glaubt doch niemand ernsthaft, dass die PA’s jeden Patienten ausdrücklich darüber aufklären, dass sie KEIN Arzt sind.
Und damit nimmt man gerade den älteren Patienten die Möglichkeit, sich gegen Behandlung durch minderqualifizierte Ersatzärzte zu wehren.
Wie die entsprechende akademisierte Weiterbildung aussehen kann, kann man gut an den an Universitäten ausgebildeten Krankenschwestern sehen – einen Bachelor und viel Stolz, aber im Gegensatz zu klassisch ausgebildeten Schwestern keinerlei praktische Fähigkeiten…

#47 |
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Gast
Gast

Wenn das so weitergeht, tanzt uns das nichtärztliche Personal bald noch mehr auf der Nase herum!

#46 |
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Gast
Gast

Da stellt sich die Frage in welcher Gehaltsgruppe die PAS angesiedelt werden und aus wessen Budget die Bezahlung vorgenommen wird…

#45 |
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Gast
Gast

Haben wir nicht heute schon genug Dr. Light?

#44 |
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Gast
Gast

DIS/LIKE Anklicken funkioniert nicht bei den neuesten Kommentaren.

#43 |
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Dr. med. Stephanie Lenke
Dr. med. Stephanie Lenke

Holger
Macht das Krankenhaus noch kostengünstiger! Muss man sich nicht ständig neue Assistenzärzte suchen. Sie drücken ja auch schon die Kosten, machen aber volle Arbeit.

#42 |
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Marco Breuer
Marco Breuer

Warum hört man nichts von
Richter-light, Notar-light, Architekt-light, Pilot-light,
Apotheker-light, etc?
Könnte es sein, daß man einfach den Beruf des Freien Arztes abschaffen will? Vollendung des Noweski-Planes eben?

#41 |
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Gast
Gast

Insbesondere die Nahmenswahl “Arztassistent”, die auf die Schnelle auf dem Namensschild ja sehr einfach mit “Assistenzarzt” zu verwechseln ist, finde ich eine ziemliche Frechheit – wenn man da nicht sogar Absicht unterstellen will.
Dem Patienten erleichtert es jedenfalls nicht gerade zu unterscheiden, ob ihn gerade ein echter Arzt behandelt oder nicht.

#40 |
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Gast
Gast

Sollte ich irgendwann krank sein, und es kommt ein solcher Arztassistent um Diagnostik etc. durchzuführen, bin ich auch gerade wieder weg und suche mir ein anderes Haus.
An sich müsste der Arzt schließlich jeden Ultraschall, jedes EKG und v.a. auch die körperliche Untersuchung selbst überprüfen, da der Arztassistent ja ausschließlich die 08/15-Diagnosen stellen kann.
Das das in der Realität so nicht läuft, kann sich sicher jeder vorstellen.
Gerade als Krankenpfleger (ebenfalls auf Intensivstationen) kann ich klar sagen, dass gute Pflegekräfte durchaus viel können. Spätestens nach meinem Medizinstudium bin ich aber absolut davon überzeugt, dass das noch lange nicht reicht, sich mit einem Schmalspurstudium für ärztliche Kerntätigkeiten wie Diagnostik qualifizieren zu wollen.
Schuster, bleib bei deinen Leisten.

#39 |
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Pflegepädagogin

@ Pflegekraft und Ärztin: Die genannten Punkte sind Beispiele und nicht im Geringsten die Kernpunkte der pflegerischen Tätigkeit, denn sie gehen in nur eine Richtung. Selbst wenn ich keine praktische Erfahrung hätte, würde dadurch die Theorie nicht unwahr. Ich möchte sagen, dass der Sinn von Wissenschaft u.a. ist, die Praxis zu belegen, zu untermauern. Die Wissenschaft arbeitet der Praxis zu und andersherum. Widersprüche sind nicht auflösbar, sondern produktiv für beide. Keinesfalls besteht die Wissenschaft nur um ihrer selbst willen. Meine theoretischen Darstellungen beziehen sich also auf die genannte Praxis und liefern eine Grundlage zur Analyse. Warum Sie pflegerische Expertise mit einem Verweis auf andere Pädagogen, die keine Praxis kennen würden (die Empirie zeigt eher das Gegenteil), entkräften wollen, ist mir nicht klar.

Zur Sache PA’s:
Ich denke das ist eine Chance für die Medizin sich den wirklich wichtigen und problematischen Aufgabengebiete zuzuwenden. Das empfinde ich als Aufwertung ihrer Tätigkeit. Schließlich bekommen Sie hierarchisch untergliederte Helfer hinzu und (nicht wie es der Pflege gerade geht, höhergestellte und akademisierte Kollegen) keine Konkurrenz.

#38 |
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Gast X
Gast X

Es gäbe wahrlich genug Aufgaben die man als Arzt deligieren könnte, aber warum um aller Welt will man dass ausgerechnet entscheidene und unter Umständen lebenswichtige Tätigkeiten wie beispielsweise das Befunden eines EKG abgegeben werden! Das bringt unsere Patienten unter Umständen in Teufels Küche. Warum soll der Arzt noch mehr vom Patienten wegrationalisiert und immer mehr zur Schreibkraft umfunktioniert werden während angelernte Ersatzkräfte unsere Arbeit machen? Wobei man mir liebend gerne assistieren dürfte wäre dieser absolut aberwitzige Berg an unnötiger Dokumentation und Papierkram. Um eine Visite zu dokumentieren so dass mir der MDK auch wirklich glaubt dass ich mich eingehend mit dem Patienten befasst habe oder einen akzeptablen Arztbrief zu erstellen und alle Befunde einzufügen braucht es wahrlich kein Studium… das könnte ein PA gerne für mich tun. Dann bräuchte ich das nur noch Korrekturlesen und hätte ich selbst mehr Zeit für richtige Medizin, wie z.B. Patienten behandeln.

#37 |
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Für überschaubare Bereiche der Medizin she ich durchaus Entlastungspotential in einem solchen Beruf. Ich selbst praktiziere ähnliches in meiner Praxis:
Patienten mit dem Verdacht auf myoarhthropathische Beschwerden im Kiefer-Gesichtsbereich benötigen eine langwierige Anamnese und Beratung sowie eine recht standardisierte Untersuchung. Zeitaufwand für alles zusammen etwa 30 Minuten, wenn ich de Patientin nicht ausreden lasse und zügig arbeite. Die Aufklärung muss dann auch knapp gehalten werden. (Honorar dafür unter 10 Euro, Praxiskosten über 200 Euro/Stunde, Fachpraxis für Oralchiurgie).
Sei ein paar Jahren arbeite ich hier viel entspannter: Die ausführliche Anamnese und der Sandaal-Untersuchungsgang wird von einer in diesem Bereich weitergebildeten Physiotherapeutin mit zusätzlicher Ausbildung als ZFA durchgeführt. Ich bekomme die Ergebnisse präsentiert, kann noch ein paar Fragen und ergänzende Handgriffe machen, stelle die Diagnose und bespreche mit der Mitarbeiterin den Therapieplan. Die Umsetzung macht sie dann wieder, ich kontrolliere die Ergebnisse. Läuft prima und reduziert den finanziellen Verlust bei diesen Behandlungen deutlich, da ich nur noch etwa ein Sechstel der Zeit brauche wie vorher.
Die verfasste Ärzteschaft (und Zahnärzteschaft) in Deutschland reagiert regelmäßig sehr kratzbürstig auf Vorschläge der oben beschriebenen Art, obwohl im Alltag bei vielen Kollegen ein weitaus offeneres Denken gegeben ist. So habe ich zum Beispiel vor einigen Monaten eine OP-Schwester eingestellt. Im Zeugnics ihres langjährigen Arbeitgebers (große chirurgische Praxis) wird unter anderem ihr “guter diagnostischer Blick” bei der Befundung von Röntgenaufnahmen gelobt…
Ih weiß, alles rechtliche Grauzone, aber warum bleibt es so? M.E. weil seitens der Körperschaften die Mehrheit Änderungen des Saus verhindern will. Es geht uns anscheinend noch zu gut.

#36 |
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Stephan Schneider
Stephan Schneider

Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe.

Ich möchte keine Grundanamnesen oder EKG Interpretationen oder gar Ultraschalluntersuchungen in nicht-ärztlichen Händen wissen.
Das dies ernsthaft propagiert und vorangetrieben wird zeigt nur die Überlastung und den drohenden Kollaps der Klinikbetriebe und der ambulanten hausärztlichen Versorgung, in der man seit Jahren die Bedingungen für Ärzte aber auch das Pflegepersonal verschärft (Zeitnot, Unterbesetzung, 3 Schicht Systeme ). Der PA ist der klägliche Versuch medizinische Leistungen noch günstiger anzubieten und adäquate personelle Abdeckung zu sparen.
Wie sich rechtliche Aspekte (wer haftet für Fehlinterpretationen der/des PA ?) auswirken oder dabei noch nicht mal thematisiert.

Es bleibt im Interesse der Patienten zu hoffen, dass sich Ärzte nicht wie sonst vor den Karren der Politik oder des Klinikbetreibers spannen lassen.

#35 |
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Stephan Schneider
Stephan Schneider

PA = ein absoluter Witz !!! Es wird immer schlimmer. Man sollte einfach mal überlegen, was hier quer läuft.

#34 |
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Dr. Rolf Emmert
Dr. Rolf Emmert

Ärzte werden mit Bürokratie überhäuft, um dann ärztliche Aufgabe an sog. PA zu übergeben. Gleichzeitig fordern Juristen ein, dass z. B in der Radiologie der Arzt jeden Patient vor der Untersuchung aufklären muss, auch wenn dieser schon 5 mal wegen seiner Erkankung da war. Deutsches Recht.
Erstaunlich, wenn jetzt ein PA Ultraschall machen sollen und Diagnosen stellen soll. Zum anderen fordern deutsche Gesundheitspolitiker einen Arzt, der sich viel Zeit nimmt, sich ausgiebig um den Patienten kümmert und in Ruhe die ganze Lebensgeschichte an hört, auch wenn diese für den Fall irrelevant ist. Der Arzt soll zuhören können. Die Diagosestellung als Basis für die Therapie überlassen wir dann der PA.
Für mich zeigt sich hier nur die Hilflosigkeit von Gesundheitspolitikern, die Probleme anzugehen, die sich bei überfordender Bürokratie, zunehmender Komplexität der Verwaltungsaufgaben und Dokumentation und das bei einer zunehmenden alterndernden und kranken Bevölkerung ergeben.

#33 |
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Pflegekraft und Ärztin
Pflegekraft und Ärztin

ergänzend sei mir die Frage gestattet: sollte Ihrer Ansicht nach tatsächlich ein PA entscheiden wann ein frischoperierter Patient aufstehen und mit wieviel Gewicht er sein operiertes Bein belasten darf und nicht der operierende Orthopäde/Unfallchirurg? Sollte ein PA entscheiden in welcher Geschwindigkeit der Kostaufbau durchgeführt werden kann und nicht der Viszeralchirurg? Sollte der PA entscheiden wann es nach Harnverhalt Zeit für einen BDK-Auslassversuch ist und nicht der Urologe? Natürlich sind dies alles Tätigkeiten die von der Pflegekraft durchgeführt werden, die eine erfahrene Pflegekraft oder ein gut ausgebildeter PA vermutlich auch sehr gut beurteilen kann… aber die Verantwortung liegt beim Arzt solange er sie nicht von sich aus deligiert.

#32 |
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Pflegekraft und Ärztin
Pflegekraft und Ärztin

Auch ich stimme Ihnen zu Frau Dietrich, ab gesehen davon dass die von Ihnen angeführten Kernpunkte: Kontaktaufbau, Gesprächsführung und Empathie ebenso in der ärztlichen wie in der pflegerischen Tätigkeit verankert sind (oder sein sollten).
@Nervenarzt: nehmen Sie es Frau Dietrich bitte nicht übel. Als Pflegepädagogin sieht Sie die Arbeit in der Medizin nunmal weniger vom praktischen als vom pädagogischen Standpunkt. Ich tue ihr vielleicht mit dieser Pauschalisierung unrecht aber die wenigsten Pflegepädagogen die ich kenne haben jemanls viel Zeit am Patienten verbracht sondern wechseln häufig direkt an die Uni um Pflegepädagogik zu studieren. Es gibt sogar immer mehr Leute in den Pflegewissenschaften die als PDL oder Pflegepädagogen tätig sind die selbst niemals eine Ausbildung zur Pflegekraft absolviert und nie mit Patienten gearbeitet haben.

#31 |
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Nervenarzt
Nervenarzt

@28 (Frau Dietrich):
Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu, aber etwas weniger Phrasendrescherei wäre hier mehr.

#30 |
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Dr. med. Karin Rüter
Dr. med. Karin Rüter

Es gibt sicherlich einige ärztliche Tätigkeiten, die man ohne Probleme in Hinsicht auf Verantwortlichkeit an zuarbeitendes Personal deligieren könnte. Ich bin mir sicher, dass ein(e) PA zum Beispiel eine Aufklärung zu einer Untersuchung genauso zuverlässig oder zuverlässiger aufklären kann als ein Assistenzarzt, wenn man bedenkt, dass ein Assistenzarzt bestenfalls 6 oder 7 Jahre in dieser Position bleibt, um dann selbst eine verantwortlichere Position zu übernehmen, während ein PA diese Tätigkeit wahrscheinlich > 6 Jahre ausüben wird. Das Gleiche könnte man für Blutentnahmen, Braunülenanlagen, Punktionen, EKG’s, Ultraschalluntersuchungen usw. auch aufführen.
Aber gleichermaßen liegt auch hier ein Problem. Es gibt viele Pflegekräfte, die auch ein großes Interesse an Medizin haben und sicher sehr gut geeignet wären, derzeit ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen.
Vielleicht sollte man sich aber auch nochmal in Erinnerung rufen, dass sich ein Assistenzarzt letztlich in einer Ausbildungssituation befindet und natürlich auch diese Aufgaben erstmal selbst lernen muss, um in dem jeweiligen Fach erstmal wachsen zu können und um dann zu dem Arzt zu werden zu können, den sich die Gesellschaft so sehr wünscht. Ausbildung kostet nunmal Zeit und Geld und betrifft auch vermeintlich einfache Aufgaben.
Wenn hier manche Diskussionsteilnehmer diskutieren, ob ein PA oder ein Assistenzarzt etwas besser kann, zeigt das ja schon, dass bereits jetzt ein Ausbildungsdefizit auf der Seite der Assistenzärzte besteht und nicht, dass der Assistenzarzt nach Abitur, NC, Medizinstudium und Doktorarbeit plötzlich zu dumm ist, einfache Aufgaben zu erlernen, denke ich.
Zudem sollte man auch nochmal betonen, dass das Besondere an einem guten Arzt nicht allein das sich verbeißen in seltene Fälle ist, die einem vielleicht von irgendwem präsentiert werden, sondern auch diese seltenen Fälle überhaupt erstmal aus einer großen Masse möglichst frühzeitig herauszufiltern, wofür tatsächlich erstmal eine große Erfahrung erforderlich ist. Hier kann ich nur Beitrag #9 zustimmen.
Mein persönliches Fazit daher zu dem Thema: Grundsätzlich ist es sicherlich sehr interessant für einen Arzt, Unterstützung durch arztentlastendes Personal zu bekommen (im Krankenhaus wie auch in der Praxis) und an der Befähigung der potentiellen PA’s ist sicher auch nicht zu zweifeln, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen hierzu klar festgelegt würden. Die Ausbildungssituation der eigenen Berufsgruppe – also dem Facharzt von morgen – darf dabei nicht vergessen werden und darf auf keinen Fall versucht werden, hiermit zu ersetzen. Es geht um “Arztentlastung”, hierzu gehört dann auch eine große Vertrauensbasis zwischen den betroffenen Berufsgruppen, aber auch eine klare Hierarchie. Im anderen Fall müßte man vom “Arztersatz” oder “Billigarzt zum Dumpingpreis” sprechen. Die Diskussion um die Gefahr des Misbrauchs finde ich berechtigt. Wenn mit der Berufsgruppe der PA’s eine ernsthafte Entlastung der Ärzteschaft angestrebt wird, sollte es ja auch kein Problem sein, die Rahmenbedingungen hierzu mit der Ärzteschaft zusammen zu erarbeiten.

#29 |
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Pflegepädagogin

@Pflegekraft und Ärztin:

Ich verstehe ihre genannten Beispiele alle als potentielle Aufgabenfelder der PA’s. Allerdings umfassen diese nicht das pflegerische Handlungsfeld; Sie blicken als Medizinerin mit Medizinlogik auf die Pflege (Dieser Begriff wurde übrigens in den Jahrbüchern für kritische Medizin bereits Ende der 70er eingeführt). Aber die Pflege von Menschen ist mehr als die Orientierung nach den Dysfunktionen, die Sie hier anführen – Kontaktaufbau, Gesprächsführung, Empathie – alles unter Nutzung von Erfahrungswissen. Die Wahrnehmung, dass jede Erkrankung bei jedem Menschen andere Auswirkungen hat (und ich rede jetzt nicht von Symptomen) und dass die Pflegekraft zwischen universellem (naturwissenschaftlichen) Wissen und dem Annähern an den Einzelfall (im Sinne eines hermeneutischen Zirkels) stets vermitteln muss, um nicht als gefühlskalt (alles nach Vorschrift) bzw. unprofessionell (kein Hintergrundwissen) zu gelten. Dadurch eröffnet sich ein Raum, in dem durch Aushandlungsprozesse dem Kranken ermöglicht wird, sich nicht als Objekt im Krankenhaus zu fühlen – das alles benötigt die Kenntnis von Pflegephänomenen und Pflegediagnosen, dem Wissen über das Machtgefälle zwischen Patienten und Pflegekraft und über Möglichkeiten der kontrafaktischen Herstellung. Dies ist die Arbeit und die Anforderung an professionelle Pflege.

#28 |
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Pflegekraft und Ärztin
Pflegekraft und Ärztin

@Peter Roos: da sind Sie völlig auf dem Holzweg. Weder Pflegekräfte noch Ärzte sind einfach nur irgendwelche Dienstleister. Die Verantwortung beider Berufe geht weit über die anderer Dienstleistungen hinaus, während woanders nach dem Motto gearbeitet wird: Höflichkeit ist wichtiger als Kompetenz und wir machen das womit der Kunde am glücklichsten ist und nicht das was fachlich korrekt wäre kann sich die Medizin diese “Kundenorientiertheit” nicht erlauben. Desweiteren sind sowohl die Bezeichnung “Schwester” als auch das Klischee vom arroganten Gott in weiß von vorgestern… ich kenne keinen Arzt der eine Kollegin der Pflege als kleine doofe Schwester bezeichnen würde. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wenn Sie trotzdem noch pauschal jeden der studiert hat als arrogant wahrnehmen und jeden der nicht studiert hat als untergeordnet ist es wohl nicht für die Ärzte höchste Zeit sich der Realität bewusst zu werden sondern für Sie.

#27 |
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Gast
Gast

Es wird langsam Zeit dass sich die Ärzte bewusst werden, was sie sind, Dienstleister, wie die kleine doofe Krankenschwester auch. die Arroganz den Patienten gegenüber hat die PA nicht, so kann Sie vermitteln. Eine neu ausgebildete PA ist mitunter sogar besser auf dem neuesten Stand wie der Gott in weiss. Die Zeit die sie dem Patienten widmed kommt dem Arzt zugute, für alle eine WINWIN Situation.
Peter Roos

#26 |
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Student der Humanmedizin

Es wurde dargestellt, wie sich die Aufgabe neu verteilt haben, aber wie verteilt sich nun die Verantwortung neu?
Wenn die PA das Aufklärungsgespräch und die Dokumentation übernimmt, haftet der Arzt dann auch nicht mehr für Fehler bei diesen Sachen?
Das Problem ist, dass im Zweifelsfall die Dokumentation (auch die der Aufklärung) zur juristischen Bewertung der ärztlichen Leistung herangezogen wird, d.h. man begibt sich komplett in die Hände eines anderen.
An sonsten kann ich nur sagen Bürokratie abschaffen und sowohl für Krankheits- und Gersundheitspfleger wie für Ärzte mehr Zeit für die Patienten rausholen!

#25 |
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Wieder einmal reine Lochstopferei. Warum reicht denn die Behandlungszeit der Ärzte nicht mehr aus? Weshalb brauchen wir überall billige Hilfskräfte? Ganz klar. Die Menge an Dokumentationsleistungen steigt und steigt. Deshalb brauchen wir den Arztassisten. Er soll die medizinischen Grundleistungen erbringen, damit wir bessser dokumentieren können. Auch kann er im Laufe der Zeit dazulernen und uns irgendwann ersetzen. Da er sicherlich weniger verdienen wird, ist er das Zukunftmodel schlecht hin.

#24 |
  1
Pflegekraft und Ärztin
Pflegekraft und Ärztin

@Frau Dietrich: Da kann ich Ihnen teilweise zustimmen. Sie liegen richtig wenn Sie sagen dass die Hierarchien parallel laufen, dass die Pflege ein eigenes Tätigkeitsfeld ist dass Qualifikationen beinhaltet über die Ärzte (teilweise) nicht verfügen. Beispiele wären hier: das Legen eines BDK was an der Uni nicht ausreichend gelehrt wird und in der Regel von erfahrenen Pflegekräften besser beherrscht wird als den meisten Ärzten. Andererseits gibt es sehr viele Punkte in denen der Arzt die Verantwortung trägt und der Pflegekraft unmittelbar weisungsbefugt ist (das bedeutet natürlich nicht dass man sich als Arzt hier nicht den Ratschlag einer erfahrenen Pflegekraft ernstnehmen sollte). Beispiele sind natürlich jegliche Medikation, aber je nach Erkrankung auch Entscheidung über ATLs wie Mobilisierung, Kostaufbau, ob ein BDK gelegt oder entfernt werden darf…

#23 |
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Gast
Gast

In der DDR gab es bis 1990 den Medizinalassistenten (früher als Arzthelfer bezeichnet). Diese erfahrenen MA führten Narkosen durch (unter Anleitung), besetzten den NAW. Ebenso waren MA in der Medizinischen Klinik am Bereitschaftsdienst eingeteilt. So grenzenlos neu ist also der Physician Assitent keineswegs nur war die Berufsbezeichnung etwas schlichter.

#22 |
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Dr. med. Ralf Grebe
Dr. med. Ralf Grebe

Es ist letztlich unverständlich, warum so viele ärztliche KollegeInnen Widerstand gegen eine unseren Berufsstand entlastende Etablierung eines neuen Berufes leisten. Ähnliche merkwürdig erschien mir vor Jahren, wie sehr die Kollegen und Kolleginnen, überlastet und voll des Jammers über die Arbeitsbedingungen, gegen jedwede Versuche einer strukturierten Entlastung argumentierten, soweit es sich nicht um rein administrativ-bürokratische Inhalte ging. Seien wir ehrlich: PA’s wie die im Artikel beschriebene, leisten sicherlich einen wichtigen Beitrag in der Versorgung der Pat.: Lieber ein(e) PA mit durchaus profunden Kenntnissen und der Lust und Kompetenz, eine saubere Anamnese zu erheben als ein(e) Arzt/Ärztin, die kaum Zeit für den Pat. aufbringen können – und daher nur den kleinen Ausschnitt (Symptom), das sie wahrgenommen haben, behandeln. Voraussetzung: es ist vor allem darauf hinzuwirken, dass PAs nicht als im ökonomischen Sinne billiger Ersatz für Mediziner missbraucht werden. Hierzu tendiert die Politik bekanntlich in besonderem Maße und sie ist leider immun gegen den Lernen aus Erfahrung.

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Gast
Gast

#18 was ist denn mit den Medizinern die sich grenzenlos überschätzen? Hier sitzen einige ganz schön hoch zu Ross. So manche, vom Mediziner erhobene Anamnese ist die reinste Katastrophe. Von den Berichten die verfasst werden ganz zu schweigen. Da fragt man sich wie diese Menschen überhaupt den NC erreicht haben.

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Wie wäre es damit, den Arztberuf attraktiver zu gestalten und mehr Leute zum Studium zuzulassen?

#19 |
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Dr. med. Gabriele Schmidt-Dorn
Dr. med. Gabriele Schmidt-Dorn

Lasst die Kirche in Dorf! Wofür studiert man jahrelang, wenn auch ” Schmalspurmediziner” möglich sind. Und was ist, wenn sich diese Leute mal grenzenlos überschätzen? Wenn jemand den Numerus clausus nicht geschafft hat und auf diese Art ein fehlendes Medizinstudium “ersetzen” will. Wer haftet im Bedarfsfall? Wer kontrolliert wirklich oder verlässt man sich 100%ig ? Nein danke !!!

#18 |
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Gast
Gast

Es scheint, als fehle im Medizinstudium das Fach “Kooperationsfähigkeit”. Hier geht es ständig um Konkurrenzdenken und den “eigenen Kuchen retten”, obwohl dieser schon lange nicht mehr qualifiziert betreut werden kann.

Natürlich alles “zum Wohle des Patienten”. Nur der Patient sieht es “leider” nicht so.

Mediziner macht euch mal locker!

#17 |
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Stellt mehr Sekretärinnen ein statt irgendwelche Schmalspur-Assistenten zu kreieren!

#16 |
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Petra Mangold
Petra Mangold

Meine Schwester hat in den USA über 30 Jahre in dieser Funktion im Emergency Room gearbeitet und ich fand dies immer sehr sinnvoll. Sie hat auch 5 Jahre studiert und konnte den Ärzten viel Arbeit abnehmen

#15 |
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Pflegepädagogin

PA’s stehen nicht zwischen dem Krankenpflegeberuf und dem Mediziner. Dass diese Berufe hierarchisch zueinander stehen ist Wunschdenken der Medizin, die immer noch nicht den Unterscheid zwischen ihrem Vorgehen und dem der Pflege verstanden hat. Die Pflege geht viel mehr auf den Einzelfall ein, das kann (und soll) die Medizin gar nicht leisten. Somit ist der Pflegeberuf außerhalb der Medizin zu sehen, nicht unterhalb. Kann man in der Personalstruktur der Kliniken auch wiederfinden. Die Hierarchie der Pflege verläuft parallel zu der der Medizin. Die PA’s sind sicher eine sinnvolle Ergänzung für die Medizin. Mit Pflege hat das aber nichts zu tun. Denn der Begriff Pflege umfasst einen ganz anderen Tätigkeitsbereich. Speziell in der Krankenpflege- individuell je nach KH geregelt- gibt es allerdings Tätigkeiten, die an die Pflege delegiert werden. Das ist allerdings ein verschwindend geringer Anteil der Tätigkeit des Krankenpflegers. Diesen könnten die PA’s beispielsweise dann völlig übernehmen.

#14 |
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Klaus Samer
Klaus Samer

Ohne klare gesetzliche Regelung bringt das garnichts. Da liegt auch der Verdacht nicht ganz fern, dass hier die “Hochschulen” die früher mal FH hießen und allerorts aus dem Boden sprießen, dass Bedürfnis der ein oder anderen langjährig examinierten Pflegekraft nach Wichtigkeit und Anerkennung zu befriedigen versprechen ohne dafür Medizin studieren zu müssen.

Ohne klare gesetzliche Kompetenz und Ausbildungsregelung kann das aber nichts werden. Was dann dabei herauskommt ist das die “Bildungsinstitute'” die das anbieten mit vollmundigen Versprechungen die teuren Kurse füllen und so manch einer sich nach dem Abschluß fragen muß warum nicht mehr Geld oder Verantwortung dabei rausgesprungen ist.

Ein berufsbegleitender Bachelorstudiengang PA ist mit einem Vollzeitstudium der Medizin inhaltlich auch nicht ansatzweise zu vergleichen, diejenigen aus der Pflege die sich die Mühe gemacht haben noch Medizin zu studieren wissen das auch.

#13 |
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Das ist eine fatale Entwicklung! Wir dürfen die Medizin nicht weiter simplifizieren sondern im Gegenteil von einer oberflächlichen Reparaturmedizin hin zu einem komplexen ganzheitlichen Ansatz i.S. der “functional medicine” kommen. Die armen chronisch kranken Patienten, die zukünftig von einem Pseudoarzt behandelt werden. Die wohlhabenden werden sich das nicht bieten lassen –

#12 |
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Früher, bis in die 70er, gab es die Gemeindeschwestern, so was ähnliches also, die mit sehr viel Erfahrung und Empathie, auch weil sie die Familien kannten, die einfachen Zipperlein von ernsthaften Erkrankungen oder Störungen, die ernsthaften Erkrankungen voraus gehen differenzieren konnten und so den Ärztemangel kompensierten.
Zu der Zeit versorgten zwei bis drei Hausärzte etwa 8000 bis 10000 Einwohner.
Heute haben wir mindestens die zehnfache Ärzteschar, die mit ausufernden, bürokratisierten Gesundheitskostenleistungseinschränkungsverwaltungskontrollkassen mehr Zeit vertun müssen, als diese ihren Patienten angedeihen zu lassen.
Eine Einheitskasse nach dem Muster Bürgerversichernung bringt da keinen Vorteil, denn dann frisst die Verwaltung die Zeit der Ärzte erst recht und das Geld für die Behandlung der Patienten noch dazu.
Wer möchte kann sich das Ganze bei den Engländern anschauen.

#11 |
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„Ein Arzt sollte sich am besten fragen, ob er mit seiner guten Ausbildung lieber 50 simple Fälle behandeln will, die ihn viel Zeit kosten. Oder stattdessen eine Hand voll anspruchsvoller, anhand derer er sich selbst noch weiterentwickeln kann.“
Das mag ökonomisch Sinn machen. Ich empfände es aber auch als enorm belastend, tagtäglich nur noch die schweren und schwersten Fälle zu behandeln. Psychohygienisch betrachtet, kann eine “Mischkalkulation” von leichten, mittelschweren und schweren Fälle hinsichtlich der eigenen psychophysischen Belastbarkeitsgrenzen durchaus hilfreich sein.

#10 |
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Wenn es (im Vorfeld) immer klar wäre, welcher Fall simpel ist und welcher Patient differenzierter Hilfe bedarf, dann müsste niemand mehr Medizin studieren. Die ärztliche Kunst besteht genau darin, hier mit Wissen und viel Erfahrung zeitnah den richtigen Weg zur adäquaten Behandlung zu finden.
Dinge wie die Anamnese zu deligieren ist absolut unsinnig, denn hierfür benötigt ein Arzt langjährige Erfahrung, um die richtige Therapie einzuleiten. Es geht nicht darum, einen Aufnahmebogen auszufüllen.

Vielleicht sollte das Berufsbild des Arztes in Deutschland wieder attraktiver gemacht werden. Daneben würde eine Einheitskrankenkasse (bei im Grunde 100% gesetzlich vorgeschriebener Leistungen) Milliarden € sparen.

Letztlich geht es darum, am aktuell miserablen Umfeld Krankenhaus festzuhalten, aber dafür den Ärztemangel mit billigen Arbeitskräften zu bekämpfen.
Wer immer explizit erklärt, etwas nicht zu wollen (Arzt-light), der will von seinem wirklichem Wunsch (den Arzt-light für wenig Kosten) ablenken.

#9 |
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Ärztin

Ich bin Assistenzärztin in einer Kinderarztpraxis und tue dass was hier als “PA”-Aufgaben aufgelistet ist. In Zusammenarbeit mit den Arzthelferinnen, die > 20 Jahre Berufserfahrung haben und vieles gut Wissen (z.B. was eher in Richtung Pflege der Kinder geht), merke ich aber auch deren Grenzen, da würde auch ein 3jähriges Studium meines Erachtens nichts ändern. Die “red flags” muss ein Arzt kontrollieren, dazu gehört Anamnese und klinische Untersuchung, die nicht von einem Assistenten übernommen werden kann. Das kann gefährlich für den Patienten werden, indes. bei Kindern. Zudem ist in der Kinderarztpraxis auch der Kontakt bei Banalitäten oder zur Vorsorge wichtig, um den Verlauf beurteilen zu können.
Was den Arzt tatsächlich entlasten würde, weil es unglaublich viel Zeit und Kraft raubt, ist der Abbau der Bürokratie. Das jede Krankenkasse anders abrechnet, mit extra Nummer und Einschreibeprogrammen, das bricht einem das Genick als Arzt in der Praxis, nicht die “pille-palle” Fälle.

#8 |
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Apparative Diagnostik wie EKG, Abdomensonografie, transthorakale Echokardiografie oder die Interpretation von Laboruntersuchungen (inkl. automatisiertem Hinweis durch das Labor auf Abweichungen vom Referenzbereich), eine standardisierte Anamnese (inkl. ärztlich vorgegebener und systematisierter “red flags”) und Tätigkeiten wie Blutentnahmen und Anlegen intravenöser Infusionen sind kein “rocket science”, für die man unbedingt ein Medizinstudium braucht.

Ich finde das Konzept des PA nicht so schlecht…

#7 |
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#5 Danke,ich habe in der Tat die Heilpraktiker ,Podologen und Ostheopaten vergessen.

#6 |
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Dr. med.dent Stefan Troendle
Dr. med.dent Stefan Troendle

#2 genau so sollte es sein.
Fehlt nur noch die Heilpraktiker zu Ärzten machen, wie vor ca 60 Jahren die Dentisten zu Zahnärzten.

#5 |
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Rettungsassistent

Mir wurde an meiner Ausbildungsintitution allerdings was anderes gesagt. Der PA solle auch Voruntersuchungen machen dürfen, dazu zählen körperliche als auch apparative Untersuchungen, wie z.B. Sonographie oder EKG.

Diagnosen gehören in die Hände der Ärzte, damit stimme ich überein. Ich habe aber das Gefühl, dass man den PA dazu eigentlich zweckentfremdet, doch vielleicht nur etwas mehr Kompetenzen zu bekommen wie ein(e) Krankenpfleger/in. Dazu kommen dann natürlich auch organisatorische Aufgaben, wie Kurzarztbriefe verfassen. Meine Meinung nach wäre es schade, wenn der PA eigentlich kaum mehr dürfte als die Krankenpflege, zumal, wenn man das Curriculum der Studieninstitute liest.

Wäre das der Fall, könnte man auch bestehende Krankenpflegeberufe weiterqualifizieren, die dann erweiterte Befugnisse haben. Dazu brächte man aber keinen Studienberuf.

Was das Problem in Deutschland ist, ist das “Schubladendenken”. Natürlich soll der PA keinen Arzt ersetzen. Aber denkbar ist, dass aufgrund des Ärztemangels, eine Lösung als gute Alternative gefunden werden muss. Ärzte sollen weiterhin mehr Zeit für ihre Patienten haben, so soll es sein. Wenn aber der PA nur dazu angedacht ist, Dokumente auszufüllen und Aufgaben erfüllen, die eine Krankenpflegekraft auch machen könnte, halte ich diesen Studiengang für Zeitverschwendung und überflüssig.

PA’s sollen in der Lage sein, Voruntersuchungen und Anamnese durchführen zu können und, die Ergebnisse zusammen mit dem Arzt erarbeiten und auch zusammen, wobei der Arzt die “Oberhand” behält, Diagnosen zu stellen.

Wenn der PA das o.g. nicht darf, dann frage ich mich allerdings, warum gibt es den PA dann?

Vielleicht sollte man das “Schubladendenken” in ein “Querdenken” umwandeln und, sich mal für neues zu öffnen. Doch damit haben die Deutschen Schwierigkeiten, so sieht man das auch an der aktuellen Berufspolitik des Notfallsanitäters, der seit dem 1.1.2014 in Kraft getreten ist und, immer noch Quertreiber diesen neuen Beruf keine vernünftige Etablierung ermöglichen. Andere Länder sind da wirklich weiter. Der PA in den USA oder Großbritannien hat mehr Befugnisse und auch in den Niederlanden.

Warum kann man sich nicht an deren Erfolge orientieren? Man würde feststellen, dass der PA in den USA, Großbritannien oder den Niederlanden keine Plätze für Ärzte nimmt, aber doch mehr Befugnisse hat.

#4 |
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Gast
Gast

Man kann niederländische Hausärzte nicht mit deutschen Hausärzten vergleichen. das Zulassungssystem zum Hausarzt sieht dort ganz anders aus. Genauso wie d hygienischen Qualitäten in den Krankenhäusern dort im Gegensatz zu KH in Deutschland. Und welche Versicherung springt im Fall Arzt/ PA ein wenn da was schiefgeht? Die Vers hält sich wg. unsicherer Rechtslage raus, keiner d beiden Behandler/ Untersucher will’s gewesen sein u. am Ende bleibt d Patient allein mit seinem Problem.

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Ich glaube,daß besser wird mehr Ärzte auszubilden als noch einen paramedizinischen Beruf zu etablieren.
Die “einfache” Medizin hat unter Aufsicht der älteren Kollegen ein Assistentzarzt zu verrichten.
Und warum auch nicht in einer Praxis in Ramen der Facharztausbildung?
Es ist auch wenig hilfreich die Pflegeberufe,Krankenschwester ,Phisiotherapeuten und Arzthelferinnen zu ” akademisieren”
Wer jemand mehr lernen und auch leisten will,soll bitteschön Medizin studieren.

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Weitere medizinische Berufe

Endlich mal vom Himmel geholt….
Es wird viel zu viel doppelt, dreifach und Unnötig gemacht. Dabei muss dert Patient
auch mit Aufwand doppelt und dreifach Aufwand treiben um eine Behandlung zu bekommen, vom Unsinn der
Überweisung alle Quartale zum Hautarzt der schon jahrelang behandelt
Vom Unsinn alles auf Papier+Papier+Papier.
Das System könnte um ~20% kostengünstiger sein und der Arzt könnte die “Hauplätze” bedienen

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