Intimchirurgie: Der neue Vulwahn

27. September 2017
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Innerhalb eines Jahres hat sich die Zahl der Schamlippenreduktionen in Deutschland nahezu verdoppelt. Fragwürdig sind nicht nur drohende Wundheilungs- und Empfindungsstörungen, sondern auch die Beweggründe der Frauen, die sich operieren lassen.

Schönheitskorrekturen nehmen weltweit seit Langem zu, allein im vergangenen Jahr gab es bei kosmetischen Eingriffen ein Plus von neun Prozent, das teilte die International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) vor wenigen Wochen mit. Der beliebteste Eingriff sind Botox-Injektionen, über 4,6 Millionen gab es davon laut ISAPS in 2016. Bei den Operationen führen Brustvergrößerungen das Feld an, gefolgt von Fettabsaugungen und Augenlidstraffungen – das gilt weltweit wie auch für Deutschland. Der größte neue Trend aber, der die höchsten Wachstumsraten verzeichnet, stammt ursprünglich aus der Pornoindustrie: Die Zahl von kosmetischen Schamlippenreduktionen hat sich laut ISAPS innerhalb von einem Jahr nahezu verdoppelt. Auch in Deutschland legen sich jährlich etwa 4.000 bis 5.000 Frauen für solche Eingriffe unters Messer, das ergaben die letzten Hochrechnungen der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC).

Sexuelle Empfindungsstörungen drohen

„Ich sehe das als Trend, der hoffentlich bald wieder abebbt“, sagt dazu DGPRÄC-Präsident Raymund Horch. Verantwortlich sei der ständige Vergleich mit Bildern im Internet, befeuert werde das Ganze durch „Geschäftemacher, die darin eine Goldgrube sehen.“ Leider sei aber durch die Berufsfreiheit in der ästhetischen Chirurgie vieles möglich: Nicht nur, dass Eingriffe durchgeführt werden, die vielleicht gar nicht durchgeführt werden sollten. Sondern auch, dass das immer wieder unsachgemäß geschieht, was das Risiko für Komplikationen erhöht. Bei den Schamlippenkorrekturen drohen Wundheilungs-, Empfindungs- und sexuelle Funktionsstörungen sowie Narbenbildung.

Mitglieder in der DGPRÄC müssen Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie sein. Aber auch andere Ärzte können Schamlippen-Beschneidungen durchführen. „Und bei Neugründungen wie der ‚Deutschen Gesellschaft für Intimchirurgie und Genital­ästhetik‘ ist nicht unbedingt klar, worin die Qualifikation ihrer Mitglieder besteht“, warnt Horch.

Ada Borkenhagen

Ada Borkenhagen © privat

Doch egal, ob dieser nun sachgemäß durchgeführt wird oder nicht: Was bewegt Frauen dazu, sich überhaupt einem solchen Eingriff zu unterziehen? Die Psychologin und Soziologin Ada Borkenhagen erforscht seit Jahren, warum Menschen ihre Körper verändern wollen – meist sind es Frauen, auf die nach wie vor gut 85 Prozent der schönheitschirurgischen Eingriffe entfallen.

Der Trend zu kosmetischen Schamlippen-OPs sei im Grunde die Folge einer Verkettung. Als Bade- und Unterwäsche immer knapper wurden, sei der Trend zur Schamhaarentfernung aufgekommen. „Und durch die Verbreitung des Brasilian Waxing wurde der weibliche Intimbereich ganz einfach viel stärker sichtbar.“ Daraus sei ein falsches Ideal entstanden, wie dieser angeblich auszusehen habe – das sich an oftmals operierten Porno-Darstellerinnen orientiert. „Dabei ist das Erscheinungsbild der weiblichen äußeren Geschlechtsorgane von Natur aus ausgesprochen vielfältig“, sagt Borkenhagen.

Immer noch ein Tabu

Doch pornografische Darstellungen seien lange Zeit die einzigen Bilder der weiblichen Scham gewesen, die andere Frauen überhaupt zu Gesicht bekamen. Im Alltag hat eine heterosexuelle Frau wenig Vergleichsmöglichkeiten. Anders als vielleicht bei männlichen Jugendlichen ist ein Genitalien-Vergleich unter Freundinnen keinesfalls üblich. „Und weil die weibliche Scham immer noch mit Tabus belegt ist, mangelt es selbst im Biologie-Unterricht an anatomisch korrekten Darstellungen“, sagt Borkenhagen. „Es gibt auch unfassbar wenige Daten über deren Aussehen.“

Statt falscher Ideale gelte es daher zu vermitteln, welche Vielfalt an Erscheinungsformen es gibt. Die zum Schönheitsideal erkorene Variante mit möglichst kurz beschnittenen inneren Schamlippen, die zwischen den äußeren nicht hervorschauen dürfen, ist noch dazu eine Annäherung an die unentwickelte, kindliche Ausprägung der Geschlechtsmerkmale: „Es wird bei der Korrektur ein Ideal favorisiert, bei dem das Geschlecht verdeckt werden soll – der Tabuisierung wird dadurch weiter Vorschub geleistet.“

Dass Schönheits-Operationen insgesamt zunehmen und immer extremere Formen annehmen, hat laut Borkenhagen mehrere Gründe. Zum einen habe die Bedeutung von Schönheit zugenommen. „Zum anderen ist heute immer mehr machbar und für immer mehr Menschen bezahlbar‟, sagt Borkenhagen. „Dadurch, dass Schönheit eine Ware wurde, wächst der Drang, sie zu erwerben.“

Einkommen am Aussehen erkennbar

Und eben weil nun so vieles machbar ist, werde man immer stärker verantwortlich für das eigene Aussehen gemacht. In der erfolgsorientierten Gesellschaft soll dieses vor allem den Eindruck von ungetrübter Vitalität vermittelt. „Anders als vielleicht noch früher, dürfen Gesichter altern, aber nicht ‚vom Leben gezeichnet‘ sein.“ Topmanager unterwürfen sich daher nicht nur dem Schlankheitsideal sondern ließen sich die Tränensäcke operieren, Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, ihre hängenden Augenlider.

Man werde in Zukunft daher immer stärker am Äußeren ablesen können, welcher Einkommenschicht jemand angehört. Ob er sich gute Lebensmittel, Personaltrainer und eben gewisse Schönheitskorrekturen leisten kann. In Anlehnung an den Begriff der Aristokratie hat Borkenhagen dieses Phänomen „Körperkratie“ getauft.

Aber wie viel Fixierung aufs Äußere ist aus psychologischer Sicht eigentlich noch gesund? „Solange jemand sich nur einen Huckel auf der Nase beseitigen lässt, ist das sicherlich noch im Rahmen“, sagt Borkenhagen. „Wenn sich aber jemand dem Prozess des Alterns nicht stellt, und versucht, ihm durch Operationen zu entkommen, ist das Realitätsverleugnung. Ist jemand 60 und meint, wie eine 20-Jährige aussehen zu müssen, dann kann das in einen fast wahnhaften Zustand münden. Problematisch ist es auch, wenn ich dadurch meine Identität ändern will.“ Medien, Werbung und Industrie verkauften zwar das Versprechen, gutes Aussehen stehe für Glück. „Tatsächlich werde ich aber kein Stück glücklicher, nur weil ich äußerlich schön bin.“

Verhaltenskodex für Schönheitschirurgen

horch

Raymun Horch © privat

Dafür, welche Hoffnungen jemand an eine Schönheitsoperation knüpft, sind auch die Chirurgen verantwortlich, die sie anbieten, sagt die Psychologin. Bei der DGPRÄC gibt es einen Verhaltenskodex für Mitglieder. Der besage zum Beispiel, dass man nicht mit Sonderangeboten für ästhetische chirurgische Eingriffe werben soll, sagt Verbandspräsident Raymund Horch. „Sonderangebote sind unseriös, so etwas lehnt der Berufsverband ab.“ Mitglieder sollen auch davon absehen, mit Vorher-Nachher-Bildern zu werben, da diese in der Regel einen falschen Eindruck erzeugten.

Die derzeit in den USA verbreitete Werbung für eine weitere neue Mode, das „complete Mummy Makeover“ etwa (eine chirurgische Rundumerneuerung nach der Geburt), geht Horch gegen den Strich. „Damit wird Müttern praktisch eingeredet, dass ihre Körper durch die Geburt versaut seien und auf Vordermann gebracht werden müssten. Dabei ist es schließlich keine Krankheit, ein Kind zu bekommen.“ Und die empfundenen Schönheitsmakel würden dabei oft nur gegen Narben eingetauscht. „Als Kampagne und als Trend finde ich das bedenklich. Ich lehne es ab, Menschen eine Norm vorzugaukeln, weil man damit ein Geschäft machen will.“

Skalpell löst keine psychischen Probleme

Andererseits findet er es durchaus vertretbar, Eingriffe bei einer Frau vorzunehmen, die nach der Geburt unzufrieden mit ihrem Körper ist – wenn der Wunsch von ihr selber kommt. Auch Brust-OPs seien völlig gerechtfertigt, wenn zum Beispiel beide Brüste extrem unterschiedlich groß seien. Wenn sich aber eine junge Frau einen übergroßen Silikonbusen wünscht, um damit im Bordell arbeiten zu können, sollten verantwortliche Chirurgen das ablehnen, sagt Horch, weil die medizinischen Risiken dabei zu groß seien.

Wie Borkenhagen sieht er die Schönheitschirurgie nicht als Heilsbringer für alle Zwecke: „Sie können mit dem Skalpell keine psychischen Probleme lösen und keine Ehe retten.“ Aber man könne auch nicht ignorieren, dass es „das Streben nach Schönheit immer geben wird.“

Ohnehin setzt sich nicht jeder aberwitzige Trend der kosmetischen Chirurgie aus den USA auch in Deutschland durch. Dort lassen sich Hollywood-Stars mittlerweile nicht nur Eigenfett oder Kollagen unter den Fußballen spritzen, um in absurd hohen Stilettos laufen zu können. Sondern sie lassen sich sogar die Füße regelrecht zurechtschneiden, um sie besser in Designerpumps quetschen zu können. Solche auch Cinderella-OPs genannten Eingriffe seien seines Wissens nach in Deutschland bisher kein Thema, sagt Horch.

Ebenso sei die Nachfrage nach immer noch größeren Kunstbusen in Amerika deutlich ausgeprägter als bei uns. Die stärker kapitalistisch geprägte Gesellschaft in den USA begünstige womöglich eine „mehr vordergründige, auf das äußere ausgerichtete Lebensform“ als die unsere, so Horch.

143 Wertungen (4.77 ø)
Bildquelle: mauroguanandi, flickr / Lizenz: CC BY-SA
Medizin

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43 Kommentare:

Dr. med. David Friedrich
Dr. med. David Friedrich

@12: Ich bin ganz Ihrer Meinung. Mein Kommentar ist eher zynisch zu sehen, deswegen auch der Hinweis auf die FGM. Leider ließ sich mein Kommentar trotz Bitte an den Blogbetreiber nicht löschen.

Im Wesentlichen wollte ich mit meinem Kommentar darauf hinweisen, daß wie so oft, mit zweierlei Maß gemessen wird. Es scheint also in der Öffentlichkeit so zu sein, daß:
1. Eine durch einen Schönheitschirurgen durchgeführte Schamlippenplastik bei uns gesellschaftlich akzeptiert wird, eine aus religiösen Gründen durchgeführte Schamlippenplastik bei uns geächtet wird.
2. Eine Beschneidung der weiblichen Geschlechtsteile bei uns befremdlich ist, die Beschneidung der männlichen Geschlechtsteile eher akzeptiert wird.
3. Die aus religiösen Gründen durchgeführte Zirkumzision wird gesellschaftlich akzeptiert, im Gegensatz zur der aus religiösen Gründen durchgeführten Schamlippenplastik welche gesellschaftlich geächtet wird.
4. Die Begründungen von Intimchirurgie reichen von weicheren “Weils besser aussieht”, “Das haben wir schon immer so gemacht”, “Hygiene” zu härteren wie “Vorhautkarzinom”, “Stört massiv beim Fahrradfahren”, “Vulvakarzinom”, “Verunmöglicht Geschlechtsverkehr”.

Meine persönliche Meinung: Erwachsene Menschen sollten sich Ohr-, Nasen- und Lippenlöcher stechen (Piercing), tätowieren und sonstige “bodymodifications” wie Ohren anlegen und Intimchirurgie durchführen lassen können, wenn sie korrekt über “Risiken und Nebenwirkungen” aufgeklärt werden. Ob man das schön und/oder sinnvoll findet ist persönlicher Geschmack.
In Bezug auf #3: Ist nicht jedes FGC auch ein bisschen FGM? ;-)
Die Wertung einer Schamlippenkorrektur sollte der einer Zirkumzision gleichgesetzt werden (gilt auch andersrum).
Meines Erachtens sollte jedoch wie bei den meisten körpermodifizierenden Eingriffen (Mammaplastik, Beinachsenkorrektur,…) das Ende des Wachstums abgewartet werden.
Eingriffe mit weicherer indikation sollten analog zum Piercen und Tätowieren Selbstzahlerleistung sein, die mit härterer Indikation Kassenleistung.

#43 |
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Wenn die Indikation stimmig ist, warum nicht?

#42 |
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Gast
Gast

Junge, welch ein ekelhaftes Bild

#41 |
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Gast
Gast

#38: hier liegt eindeutig eine medizinische Indikation zu einer Plastik vor, und wenn nicht gynäkologisch, dann auf jeden Fall via psychiatrischer Indikation. Keine Frage: Kostenübernahme seitens der KK. Aber darum ging es im Beitrag nicht. Infrage wurde gestellt, eine rein optische “Korrektur” vorzunehmen. Ich hoffe, dass Sie bezüglich der KÜ Erfolg hatten/haben.

#40 |
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Dr. Mabuse
Dr. Mabuse

Frau Nr. 39,

ich kann Sie sehr gut verstehen, aber Ihren Einwand können Sie doch auch ohne Aufregung und beleidigt sein vortragen. Zu Ihrer Information, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist hier keiner plemmplemm oder wollte Sie persönlich beleidigen! Dennoch darf über Schönheitsoperationen berichtet werden, die in den meisten Situationen nicht nötig sind. Keiner will Sie beleidigen!

#39 |
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Gast
Gast

Hat eigentlich irgendeiner von Euch verlängerte Schamlippen (gehabt)?? ICH SCHON. Und deshalb geht mir echt die Hutschnur hoch bei den Kommentaren – ihr habt alle keine Ahnung wie das ist!!!

Wisst Ihr, wie scheiße man sich fühlt, wenn man in der Sauna sitzt und alle (insbesondere die Männer!!) glotzen ungeniert auf die Klitoris, weil da so viel Haut ist, dass sich das nicht verstecken lässt??
Wisst Ihr, wie schmerzhaft das ist, wenn die inneren SL beim GV mit reingezogen werden? Das ist nicht geil, das ist die Hölle und beendet die Sache sofort. Und dann darf ich wieder 3 Wochen Heilcreme draufschmieren.
Wisst Ihr, wie es ist, wenn sich bei der Spinning-Stunde schon nach 3 Minuten die Schamlippe ins Bündchen vom Slip klemmt? Ja, ich weiß, Männer fassen sich ungeniert in den Schritt und zuppeln ihre Klöten wieder zurecht, aber soll ich mir als Frau vor allen anderen in den Schritt greifen, um das schmerzhafte Einklemmen wieder zurechtzuzuppeln?? Nein, da gehe ich einfach nicht mehr zum Spinning. Und nicht mehr in die Sauna. Und bitte auch kein GV mehr… damit geht die Lebensqualität Stück für Stück den Bach runter.

Warum schreien denn alle bei Schamlippen-OPs gleich auf und heben den moralischen Zeigefinger?? Warum nicht bei Brüsten, Nasen, Ohren-OPs??? Die haben sicherlich nicht halbsoviel Schmerzen damit wie ich, das sind reine Schönheits-OPs. Aber gesellschaftlich akzeptiert. Nur beim Genital will plötzlich jeder mitreden und mir einreden, ich hätte eben einfach alles so zu akzeptieren wie es ist. Nein, verdammt, das hab ich nicht!! Niemand muss mit Schmerzen und Scham leben!!!

Und Euch allen zusammen würde es ganz gut tun, das Thema mal aus der Sicht einer betroffenen Frau zu sehen. Aber das würde ein bisschen Gehirnschmalz und Einfühlungsvermögen erfordern. Und all Ihr Männer, die Ihr schreibt “ich finde lange Schamlippen schön und geil” – das ist der Gipfel des Egoismus!! Und Ihr reduziert uns Frauen damit wirklich auf ein reines Sexobjekt. Schande über Euch!!

#38 |
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Gast
Gast

#32: Die “Vulva Gallery” ist herrlich, danke! Das ist mal eine richtig gute Idee. Variationen sind doch schön. Ich kann mich an einen reich bebilderten Artikel im STERN vor vielen Jahren erinnern, da ging es um Penis-Variationen. Kleine, große, dicke, dünne … Liebe ist schön, wenn man sich und die/den Andere/n liebt und annimmt. Alles andere ist Wunschdenken, das doch nicht hält.

#37 |
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Gast
Gast

Wenn dann nach einiger Zeit durch die kosmetischen Eingriffe Komplikationen auftreten werden die die gesetzlichen Krankenkassen einspringen. Dieser Wahn belastet uns somit alle!
Ich fordere darum die Krankenkassen und die Ärzteverbände auf, ausschließlich nur bei “Kunden” kosmetische Veränderungen vorzunehmen die privat versichert sind.
Auf keinen Fall dürfen die “Anschlussbehandlungen” der Allgemeinheit aufgezwungen werden.
Ebenso müssen alle Wege gesetzlich verbaut werden, damit die PVK ihre Defizite durch die gefüllten Kassen der Pflichtversicherten nicht nochmal ausgleichen kann!

#36 |
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Dr. med. Hannah Seeba
Dr. med. Hannah Seeba

Super Buchtipp zu dem Thema: Die Graphic Novel der schwedischen Comicautorin Liv Strömqvist mit dem Titel “Der Ursprung der Welt”.

#35 |
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Einer der ersten Sätze in dem Artikel:

“Leider sei aber durch die Berufsfreiheit in der ästhetischen Chirurgie vieles möglich”

Diese Freiheit sollte angesichts des bestehenden Missbrauchs dringend aufgehoben werden!

#34 |
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Gast
Gast

Ich verstehe, wenn sich jemand die Nase operieren laesst, da sie von allen gesehen wird. Aus welchen Beweggruenden macht man denn eine Schoenheits-OP dort, wo kaum jemand diese sieht? Kann es sein, dass viele Patientinnen Prostituierte, Porno-Darstellerinnen oa. sind? In diesem Fall finde ich solche OPs ethisch sehr fragwuerdig, denn viele dieser Frauen werden in diese “Berufe” leider defacto gezwungen. Die hohe Nachfrage (auch aus Frankreich) wuerde sonst gar nicht gedeckt.
Aber wie soll man denn sicherstellen, dass die Patientin das freiwillig macht.

#33 |
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Gast
Gast

Schade, dass das wirklich WICHTIGE weder in diesem Artikel (obwohl ich nach dem Titel darauf gehofft hatte), noch hier in der Diskussion (von den meisten) wirklich besprochen/erkannt wird.

Wie die Autorin es auch kurz erwähnt, das menschliche Genital ist äußerst formvariabel. Dabei täte man sich gut, jede Form zu akzeptieren und den eigenen Körper anzunehmen.
Ganz klar, es gibt Gründe für Intimchirurgie, zB wenn stark vergrößerte innere Labien sich im Alltag wundscheuern oder ähnliches. Der bloße Gedanke, man entspreche nicht der Norm, sollte aber nicht dazu gehören.

Hier sollte man auch nicht “die Frauen machen lassen”, wie es eine Kommentatorin fordert. Es fehlt, wie im Artikel beschrieben, an naturgetreuen Darstellungen und Aufklärungsarbeit. Es hängt ganz klar davon ab, welche Formen präsentiert werden, was ich als “normal” empfinde. Und hier muss uns klar sein: die Vagina der Pornodarstellerin oder die Vulva von Barbie sind es NICHT.
Das ganze Thema hat durchaus auch eine nicht zu unterschätzende emanzipatorische Komponente (unterwerfen wir uns dem hauptsächlich von Männern bestimmten Schönheitsstandards?), das führt jedoch an dieser Stelle zu weit und lässt sich in diesem Rahmen wohl nicht sachlich diskutieren.

Als kleines Schmankerl empfehle ich folgende Seite: https://www.thevulvagallery.com/gallery

#32 |
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@Gast #26:
Mit meinem Kommentar unter #2 habe ich lediglich die aggressive Werbung für Intimchirurgie dieser Praxis kritisiert, die nach eigenen Aussagen die meisten Eingriffe dieser Art in Deutschland durchführt. Nicht aber die postoperativen Ergebnisse des Kollegen Dr. Hirsch. MfG

#31 |
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Gast
Gast

# 29 Aber dann auch für arme Menschen Alles andere widerspricht dem Arztethos

#30 |
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Gast
Gast

Ich denke, wenn der Leidensdruck sehr groß ist wegen eines körperlichen Markels zum Beispiel die Nase passt nicht zum Gesicht , dann könnte eine Schönheitschirurgie schon hilfreich sein. Aber bitte auch für diejenigen, die sich das finanziell nicht leisten können. Eine Schamlippenkorrektur finde ich allerdings übertrieben.

#29 |
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Mein persönliches Verständnis ist da ein bißchen limitiert, wenn an den Schamlippen herumgeschnipselt wird, ohne daß eine Notwendigkeit besteht (z.B. Vulvakarzinom etc.). Es gibt an den weiblichen wie männlichen Geschlechtsorganen naturgemäß eine gewisse Formvariabilität, da würde ich mich weder als Frau noch als Mann einem “Modetrend” unterwerfen. Was soll der Quatsch? Wer bestimmt denn überhaupt, wann die Labien “zu groß” wären? Wenn z.B. ein Mann keine Frauen mit kleinen Brüsten mag, dann soll er sich auch keine solche anlachen. Daß die Frau hinterher sich einer OP unterzieht, wo es danach meistens nicht wirklich “besser” als vorher aussieht, ist doch klar. Schluß mit dem Blödsinn.
Narben usw. Dieser ganze Wahn geht mir ziemlich auf den Keks.

#28 |
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Gast
Gast

Das Skalpell löst in den wenigsten Fällen psychische Probleme, die hinter einer körperverändernden OP stehen, “so ganz nebenher”. Ich habe aus erster Quelle gehört, dass das so ist. Leider wird dies der betreffenden/betroffenen Person erst nach der OP klar, dass ihr Problem immer noch vorhanden ist. Das kann dann auch eine Verschlimmerung des psychischen Zustandes auslösen, der mehr belastet als ein körperlicher “Makel”.

#27 |
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Gast
Gast

Bis jetzt waren die Berichte und Reports überweigend gut und sachlich.
Hier halte ich einige der Anmerkungen über Anlass und Folge der Patientenwünsche und OPs für sehr fragwürdig.
Entgegen der Meinung einiger Kommentatoren sind psychische Probleme sehr wohl mit den Skalpell lösbar. Die Gründe für kosmetische OPs sind sicher vielfältig – warum sollten nicht auch im Bereich Intimchirurgie Problemlösungen realisiert werden, die nicht zwingend med. indiziert sind, wenn hier geholfen werden kann?!

#26 |
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Gast
Gast

Es sollte sich doch jede Frau, die eine Schamlippenkorrektur o.ä. aus kosmetischen Gründen plant, einmal ehrlich fragen, wie es sich bequemer läuft: Barfuß oder in Hihgheels?

#25 |
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R.Heintz
R.Heintz

Ich bin als Frauenmasseurin darüber schockiert und arbeite daran, Frauen zu einem guten Selbstvertrauen mit der Annahme ihres Körpers zu bewegen.

#24 |
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Gast
Gast

@Dr. Schätzler zur Information: Dr. Hirsch macht intimchirurgisch eine gute Arbeit, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Warum die Aufregung? Lasst uns Frauen doch machen. Ist unsere Angelegenheit.

#23 |
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Alit
Alit

Bedürfnisse werden halt auch einfach geschaffen. Auch die Bedürfnisse an den Genitalien herumzuschnippeln. Manche fallen darauf herein – wie auch aufs Tätowieren – und meinen, sie werden dadurch irgendwie toller. Das Gegenteil ist die Folge. Toxische Folgen durch Tattoos und Narben im Genitalbereich, die die Lust vergällen und Nachbehandlungen mit sich bringen, die die Unversehrtheit nicht wieder zurück bringen können. Ich bin kein Psychologe, aber ist das nicht ein Hass gegen sich selbst?.

#22 |
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#21 |
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dr.dr. Juergen Koelzsch
dr.dr. Juergen Koelzsch

wie immer bei vielen Themen wird kontrovers, persönlich diffamierend diskutiert-statt Fakten und Argumente sprechen zu lassen. Jeder kann seinen Körper verändern, beschneiden, vergrößern, verkleinern usw, aber Ärzte haben einen Eid geschworen, Krankheiten zu heilen und alles Schlechte vom Patienten fernzuhalten und sich nicht von finanziellen Interessen leiten zu lassen. Der Arzt ist kein Erfüllungsgehilfe von Patientenwünschen jeglicher Art -das ist das Dilemma besonders in unserer Zeit, weil das Finanzielle über Arztsein und Eid steht. Krankheiten kommen dabei immer mehr zu kurz -und Termine dafür werden immer knapper.

#20 |
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Nichtmedizinische Berufe

@ #1 Was meinen Sie mit “hygienischen Gründen”?

Damit man es weniger Haut zum Waschen gibt?

Innere und äußere Schamlippen sorgen dafür, dass die Schleimhäute und Scheide ein gesundes Klima erhalten. Solche OP´s sind gesundheitsgefährdend und Ärzte, die sie durchführen verstoßen gegen ihren Eid, ebenso wie Ärzte, die Beschneidungen jeglicher Art durchführen.

#19 |
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“Der neue Wulwahn” ist wirklich Yellow Press, meine volle Zustimmung zu #7!
Frau Habich hat hier versucht, verschiedene Gesichtspunkte in einem Kurzartikel zu behandeln.
– fagwürdige Qualifikation mancher Chirurgen: Meine Zustimmung, da ist noch viel Handlungsbedarf
– mögliche Gefahren bei ästhetischer Intimchirurgie: Gut, daß hierzu Aufklärung betrieben wird.
– sogannte Tabus der Frauen, die sich für intimchirurgische Eingriffe interessieren:
Sehr anmaßend, in einer Art Paralellmoral hierüber urteilen zu wollen. Mit Respekt sollte man es den Menschen selbst überlassen, was sie als schön empfinden und was nicht. In jedem Falle riechen solche Überlegungen nach neuer grüner Prüderie und haben in einem medizinischen Informationsdienst nichts zu suchen.

#18 |
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#17 |
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Hebamme

Lieber Herr Wagner,
haben Sie das ;-) übersehen?

#16 |
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Gast
Gast

Ich sehe hier eine gefährliche Entwicklung. Was kommt als Nächstes? Der Mensch ist nun einmal nicht genormt. Die Wissenschaft bzw. die Medizin kann vieles möglich machen, einen perfekten Menschen kann sie nicht schaffen! Plastische Chirurgie kann viel Leid lindern und sie ist wichtig, aber sie sollte sich nicht in “Geldmacherei” verlieren. Ausschlaggebend sollte doch immer die NOTWENDIGKEIT eines Eingriffs bleiben.

#15 |
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Gast und Opfer von “Beschneidung”
Gast und Opfer von “Beschneidung”

Und wie üblich bei diesen Themen wird mit zweierlei Maß gemessen.
So spricht Herr Horch von der Gefahr von “Wundheilungs-, Empfindungs- und sexuelle Funktionsstörungen sowie Narbenbildung”. Wohlgemerkt bei medizinisch nicht indizierten Eingriffen am weiblichen Genital. Dass dieses Risiko bei der Zirkumzision ebenso besteht und dieser Eingriff daher – soweit er bei einem Kind ohne medizinische Indikation vorgenommen wird – unverantwortlich ist, ist keiner Erwähnung wert.
Gut, könnte man sagen, dies ist auch nicht Thema des Artikels. Das könnte man somit auch gelten lassen, böte nicht Herr Dr. Friedrich nicht das dümmste aller Argumente für die medizinisch nicht indizierte Vorhautamputation bei Jungen: das der Hygiene. Niemals rechtfertigt die vermeintlich bessere Hygiene eine Operation am Genital, zumindest nicht, wenn der Patient nicht volljährig und einsichtsfähig ist. Theoretisch. Doch noch immer liegen sowohl Ärzte als auch Patienten dieser Mär auf. Unverantwortlich von einem Mediziner, der es eigentlich besser wissen müsste.
Traurig auch, dass es keiner der hier versammelten Koryphäen für nötig befindet, dies zu bemängeln.
Traurig, aber leider erwartbar.

#14 |
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Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt
Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt

ich denke, spätestens jetzt sollte die Kommentarfunktion abgestellt werden!

#13 |
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@1: Warum denn Hygiene? Wenn nicht gerade eine ausgesprochene Phimose vorliegt, lässt sich des Mannes bestes Stück problemlos auch im ungestutzten Zustand waschen. Und was an der Intimpflege der Frau einfacher werden soll, wenn die kleinen Schamlippen auf schmale Nahtzugaben zurückgeschnitten wurden, ist mir auch nicht klar. Hygiene ist immer nur ein Vorwand.

#12 |
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#11 |
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Lesen heißt verstehen, @ Gast 4+5: Denn schämen müssten Sie sich, wenn Sie “großkotzig” so tun, als hätten Sie gerade den Mitgliedsbeitrag überwiesen!
Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. führt doch zu Recht aus und warnt damit vor unqualifizierter Scharlatanerie:
“Nur der Titel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ (bzw. „Facharzt für Plastische Chirurgie“) ist geschützt. Andere Bezeichnungen wie „Kosmetischer Chirurg“, „Schönheitschirurg“ oder „Ästhetischer Chirurg“ sind keine geschützten Titel und können von jedem Arzt geführt werden. Über ihre Aus- bzw. Weiterbildung sagen sie nichts aus.” (Zitat Ende).
Nach wie vor gilt: Mitglieder in der DGPRÄC müssen Fachärztinnen/Fachärzte für plastische und ästhetische Chirurgie sein. Und bei der DGPRÄC gibt es einen Verhaltenskodex für Mitglieder. MfG

#10 |
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Heilpraktiker

Liebe Frau Lippens,
Männer haben das nicht nötig, mit zunehmendem Alter kommt es häufig zu einer natürlicher Verkleinerung. Außerdem setzt die Pornoindustrie bei Männern eher den umgekehrten Standard.

#9 |
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Matthias Wendt
Matthias Wendt

„Anders als vielleicht bei männlichen Jugendlichen ist ein Genitalien-Vergleich unter Freundinnen keinesfalls üblich.“ Also wir Jungs haben damals auch keinen Genitalienvergleich gemacht :D Diese Psychologin ist unerträglich. Ich finde das immer schlimm, wenn einige Menschen anderen sagen müssen, was sie mit ihrem Körper machen dürften und was nicht. Willkommen im 21. Jahrhundert.
Ganz lächerlich ist auch das Argument, dass Frauen dadurch kindlich aussehen wollen. Dasselbe blödsinnige Argument wie bei der Intimrasur. Ich dachte, wir hätten solche Pseudoargumente langsam überwunden.

#8 |
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Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt
Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt

Über was wird hier eigentlich diskutiert? Es geht doch nicht um Vorher- oder Nachher-Bilder oder um qualifizierte Ärzte oder nicht. Es geht hier um Ethik und Moral! Hier wird beides abgeschnitten!

#7 |
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Dr. rer. nat. Andreas Köpke
Dr. rer. nat. Andreas Köpke

Jeder das Ihre!

#6 |
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Gast
Gast

Man fragt sich ebenso, welche Qualifikation Herr Horch hat, dies zu beurteilen. Und welche spezifischen Qualifikationen die Mitglieder der DGPRÄC haben im weiten Feld der plastischen Chirurgie (keine, wenn ich das vorwegnehmen darf, Mitgliedsbeitrag überweisen ist die einzige!).
Der Artikel ist Lobbyismus pur und hilft keiner Patienten, der Artikel disqualifiziert Herrn Horch und seine hochgelobte DGPRÄC.
Schämen Sie sich !

#5 |
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Gast
Gast

“Mitglieder sollen auch davon absehen, mit Vorher-Nachher-Bildern zu werben, da diese in der Regel einen falschen Eindruck erzeugten” – in zweifacher Hinsicht falsch: Nicht verschönernd nachbearbeitete Fotos können durchaus einen richtigen Eindruck erzeugen. Und: Ob Herr Horch bzw. die DGPRÄC zum Verzicht auf Vorher-Nachher-Bilder rät, ist unrelevant. Denn das ist per Heilmittelwerbegesetz sowieso verboten.
Allerdings täte jeder Patient/jede Patientin gut daran, im Beratungsgespräch auf Vorher-Nachher-Fotos zu bestehen – so sieht man nämlich auch, ob der angeblich qualifizierte und erfahrene Arzt auch schöne Ergebnisse produzieren kann, oder ob er einfach nur ein sprachlich begnadeter Verkäufer ist…

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Weibliche Genitalverstümmelung ist übrigens auf Englisch “female genital mutilation”, kurz FGM. Weibliche Genitalbeschneidung ist auf Englisch female genital cutting, kurz FGC. Kollege David Friedrich setzt zu viel Abkürzungs-Kenntnisse voraus.

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Besonders aggressive Werbung für kosmetische Intimchirurgie betreiben:
“Wir, Dr. Margarita Kiewski, Dr. Wolfgang Hirsch und Janine Rebeschke sind Frauenärzte am Potsdamer Platz Berlin, zu erreichen in den Potsdamer Platz-Arkaden.
Neben der Betreuung der Schwangerschaft inklusive Messung der Nackenfalte (frühe Feindiagnostik), Pränataltests aus dem Blut und der Feindiagnostik mit 4D Ultraschall gehören zu den Schwerpunkten unserer Frauenarztpraxis die ambulanten Operationen, Intimchirurgie, Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin.
Schönheitsoperationen wie die Schamlippenverkleinerung und andere Schamlippenkorrekturen oder die Scheidenstraffung (Vaginalverjüngung) werden von Dr. Hirsch ambulant operiert.”
http://www.frauenaerzte-am-potsdamer-platz.de/

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Dr. med. David Friedrich
Dr. med. David Friedrich

Das macht man (frau) doch nur aus hygienischen Gründen. Wie die Zirkumzision.
Deshalb fällt das nicht unter FGM.

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